September 2009

30.September 2009

Fußball-Verbandsliga: FCM II – HFC II heute, 14 Uhr
Club-Derby droht eine Geisterkulisse
Von Hans-Joachim Malli



Magdeburg. In einer vorgezogenen Partie des 9. Verbandsliga-Spieltages treffen heute die zweiten Mannschaften des 1. FC Magdeburg und des Halleschen FC aufeinander. Anstoß im Heinrich-Germer-Stadion ist um 14 Uhr.
„Nachdem das Regionalliga-Spiel gegen Goslar auf den 4. Oktober verlegt wurde, wir hätten gern am 2. Oktober in Verbindung mit einem Oktoberfest gespielt, musste für die zweite Mannschaft ein neuer Termin gefunden werden. Da die HFCErste am 3. Oktober spielt, blieb nur ein Termin unter der Woche“, erklärte FCM-Geschäftsstellenleiter Bernd Tiedge gestern auf Nachfrage. Zur ungewöhnlichen Anstoßzeit meinte der 59-Jährige: „Das Spiel erfordert ein erhöhtes Sicherheitsaufkommen, obwohl es ja Sicherheitsspiele in dieser Liga eigentlich gar nicht gibt. Der frühe Anstoß rührt vielleicht auch daher, dass am Abend die Kabinen durch die MFFCFrauen oder Preussen belegt sind ...“
Staffelleiter Ekkehard
Kleye sieht das alles sehr unproblematisch: „Wir haben kein Augenmerk auf Zuschauer gelegt. Hätten sich beide Vereine auf 11 Uhr geeinigt, würde um 11 Uhr gespielt. Drei Tage nach dem Regionalliga-Derby zwischen beiden Vereinen wollen wir eventuelle Gewaltpotenziale fernhalten.“
Zum Sportlichen: Bei der FCM-Zweiten kommen im Vergleich zum Sonnabend auch Verkic, Brendel und Gewelke zum Einsatz. Trainer Mario Middendorf warnt: „Der HFC ist nach dem 1:2 gegen Naumburg unberechenbar wie ein angeschlagener Boxer.“

29.September 2009

Nach Rot: Unerwartetes taktisches Potenzial
Von Klaus Kahmann



Magdeburg. Die frühe Rote Karte für Daniel Bauer (23.) im Sachsen-Anhalt-Derby der Fußball-Regionalliga beim Halleschen FC hatte FCM-Trainer Steffen Baumgart plötzlich in Zugzwang gebracht. „Ich habe sofort überlegt, wen kann ich rausnehmen und wen reinbringen, um die Abwehr zu stabilisieren. Er hat ja bei uns aus dem Mittelfeld heraus viel für die Sicherheit der Hintermannschaft zu tun“, so der Trainer zur ungewohnten Situation nach der Herausstellung.
Was seine Mannschaft dann auf dem Feld mit einem Mann weniger demonstrierte, davon war der junge Trainer denn auch selbst überrascht: „Kompliment, wie schnell sich die Mannschaft auf diese Situation eingestellt hat.“
Besonders zwei Akteure taten sich da hervor: Simon Tüting und Lars Fuchs.
Tüting, der von sich selbst sagt, dass er zwar in seinen Angriffsbemühungen ganz gut sei, im Abwehrverhalten aber noch Schwächen habe, wuchs auf einmal gerade in dieser Hinsicht über sich hinaus. „Er zeigte, dass er – wenn Not am Mann ist – durchaus auch da seinen Mann stehen kann. Und Lars Fuchs spielte auf einmal auf der Position sechs einen Part, den ich nicht von ihm erwartet habe“, nannte Baumgart in der Pressekonferenz besonders zwei, die ihn in dieser
Situation positiv überraschten.
Baumgart weiter: „Nachdem das alles recht gut gelaufen war, wollte ich auch in der Halbzeitpause keinen Wechsel vornehmen. Die Mannschaft hat mich darin auch bestärkt, so dass ich das Team so wieder auf den Rasen schickte.“
Nachdem man in Rückstand geraten war, konnte Baumgart ohnehin nicht mehr auf die verstärkt defensive Variante wechseln. „Wichtig war, dass sich die gesamte Mannschaft sofort gefunden hat – auch nach dem Gegentreffer und der Unterbrechung“, freute sich der FCM-Trainer. „Ich hatte ja gehofft, dass wir schon eher mit einem Konter zum Erfolg kommen könnten. Aber das haben die Hallenser dann doch nicht zugelassen.“

28.September 2009

Fußball-Regionalliga: Der 1. FC Magdeburg erreicht beim Halleschen FC ein 1:1 (0:0)
Watzka-Tor bringt FCM noch den verdienten Punkt
Von Klaus Kahmann

Trotz mehr als einer Stunde in Unterzahl erzwang der 1. FC Magdeburg im Sachsen-Anhalt-Derby der Fußball-Regionalliga beim Halleschen FC vor 10 254 Zuschauern – darunter reichlich 3000 FCM-Fans – ein 1:1 (0:0). Philip Schubert (58.) hatte den Gastgeber mit einem Fernschuss in Führung gebracht. Maximilian Watzka (75.) köpfte nach einer Ecke von Catalin Racanel zum Ausgleich ein.
Halle. „Das war ein gutes, interessantes Derby, bei dem beide Mannschaften mit viel Willen und Einsatz gespielt haben“, so FCM-Trainer Steffen Baumgart nach der Partie. „Nach dem 0:1-Rückstand wurde es für uns in Unterzahl schwieriger, trotzdem riss mein Team das Spiel immer wieder an sich, sodass der Ausgleich letztlich gerecht war. Ich fahre jetzt mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Hause, denn mit elf Mann wäre vielleicht mehr drin gewesen“, war von Baumgart weiter zu hören.
Sven Köhler, der Coach des HFC, sah es ähnlich: „Beide haben auf Augenhöhe um den Sieg gespielt. Durch die Rote Karte für Magdeburg kamen wir in Vorhand. Da war das 1:0 sehr wichtig für uns. Doch Magdeburg war bei Standards immer wieder gefährlich.“
Nachdem der HFC in den ersten fünf Minuten Druck machte, kam der FCM immer besser ins Spiel, musste aber in der 23. Minute eine zweifelhafte Rote Karte gegen Daniel Bauer in Kauf nehmen. „Ich hatte einen Schlag auf den Hinterkopf bekommen. Für einen Moment gingen bei mir die Lichter aus. Ich weiß nicht mehr, was da passiert ist“, so Bauer zu seiner Roten Karte. René Stark, der Bauer attackiert hatte und Gelb sah, sprach sich hinterher mit Bauer aus. „Ich weiß nicht einmal, ob du mich getroffen hast. Aber Schiedsrichterentscheidung ist Schiedsrichterentscheidung“, erklärte der Hallenser lakonisch. Im Fernsehen sah man dann, dass Bauer im Fallen sich drehte und dabei Stark mit dem Fuß traf.
Danach gab es in den ersten 45 Minuten kaum noch bemerkenswerte Szenen. Beide Abwehrreihen agierten konzentriert.
Obwohl die Elbestädter in Unterzahl waren, erspielten sie sich in der zweiten Halbzeit – vor allem per Standards – ihre Chancen. In der 58. Minute bekamen die Magdeburger den Ball allerdings in der eigenen Hälfte nicht unter Kontrolle und Schubert hämmerte aus rund 20 Meter Entfernung zur Führung für die Saalestädter ein.
Ein starker Matthias Tischer im FCM-Tor verhütete in der 62. Minute das 0:2, als er einen abgefälschten Schuss von Pavel David noch zur Ecke abwehrte. „Ich bin gerade noch so mit der Fußspitze drangekommen“, so der FCM-Keeper.
Als reichlich fünf Minuten später aus dem HFC-Fan-Block ein Böller in Richtung Schiedsrichter-Assistent fl og, unterbrach Schiedsrichter Florian Steuer die Partie für reichlich fünf Minuten. Die Pause tat dem FCM gut. Denn nach der zehnten Racanel-Ecke war Watzka mit dem Kopf zur Stelle und netzte unhaltbar zum Ausgleich ein.
„Mein Weg ist der zur kurzen Ecke. Zwei-, dreimal zuvor war ich einen Moment zu spät. Diesmal war es genau richtig. Wichtig war, dass wir uns zu keinem Zeitpunkt haben hängen lassen“, freute sich der Torschütze.
Während es im Stadion – bis auf den Böller – das gesamte Spiel über recht zivilisiert zuging, hatten sogenannte HFC-Fans den FCM-Bus kurz vor der Einfahrt ins Stadion mit Flaschen, Steinen und Farbe beworfen. Eine Scheibe war dadurch gesprungen.
Halle: Horvat – Benes, Kamalla, Lachheb – Finke, Stark (46. Aydemir), Schubert, Kanitz (78. Hauk), Hebestreit – Neubert (78. Müller), David.
Magdeburg: Tischer – Bankert, Prest, Probst, Neumann – Bauer, Racanel (78. Zander), Tüting (90.+1 Gewelke), Watzka – Vujanovic, Fuchs.
Schiedsrichter: Steuer (Menden), Zuschauer: 10 254. Tore: 1:0 Schubert (58.), 1:1 Watzka (75.), Rot: Bauer (23.), Gelb: Starke / Racanel, Vujanovic, Fuchs.

Fußball-Verbandsliga: MSV Eisleben – 1. FC Magdeburg II 0:4 (0:2)
Clubzweite sehr effektiv im Spiel
Von Sebastian Günther



Magdeburg. Den ersten Auswärtssieg der noch jungen Saison in der Fußball-Verbandsliga konnte die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg am Sonnabend feiern. Am 8. Spieltag setzten sich die Blau-Weißen beim MSV Eisleben mit 4:0 (2:0) durch. Die Treffer für den Sieger markierten Tim Girke (4.), Patrick Bartsch (34.) sowie der zweifache Torschütze Moritz Instenberg (56., 88.).
Von Beginn an spielte der Gast druckvoll auf das Eislebener Tor. Mit dem ersten sehenswerten Angriff wurde es auch gleich gefährlich. Girke nahm einen Bartsch-Ball an und setzte ihn aus knapp 16 Metern zum 1:0 (4.) ins Tor. Aber auch der Gastgeber hatte in der Anfangsphase seine Möglichkeiten. So als Konstantin Filatow vier Minuten später gegen Kriz rettete oder Durila knapp per Kopf verzog (20.).
Auf der Gegenseite scheiterte Pascal Matthias mit einem Schuss am Eislebener Keeper (23.). In der 39. Minute dann aber doch das 2:0 für den FCM II, als Bartsch nach toller Girke-Vorarbeit allein auf das Tor des Gastgebers zulief und eiskalt verwandelte.
In der zweiten Hälfte kamen die Hausherren engagierter aus der Kabine. Man merkte ihnen an, dass sie sich noch nicht aufgegeben hatten. So war es wiederum ein knapp verzogener Freistoß von Durila (54.), der für Gefahr vor dem Magdeburger Tor sorgte. Allerdings ergaben sich für die Gäste Räume zum Kontern. Einen dieser Angriffe schloss Instenberg zum 3:0 ab, als er einen Schuss aus 16 Metern einlochte (56.).
Damit war das Spiel entschieden. Zumal die Einheimischen kein Mittel fanden, um die gut stehende Abwehr von Kapitän Loth zu überwinden. Auf der Gegenseite hatten die Magdeburger noch weitere Möglichkeiten. Nach einer Flanke von Steven Herold verfehlten Girke per Kopf, Max Gerwien und Instenberg die sich anbietenden drei Möglichkeiten.
In der 86. Minute dezimierte sich der Gastgeber, als nach einem Kopfstoß an Patrick Bartsch der Eisleber Igor Syrotuk vom guten Schiedsrichter Kos die rote Karte zu sehen bekam. Den Schlusspunkt in dieser Partie setzten dann wieder die Magdeburger. Nach einem Doppelpass mit Bartsch erzielte Instenberg mit seinem zweiten Treffer das 4:0 (88.)
„Das war ein auch in dieser Höhe verdienter Sieg meiner Mannschaft. Wir haben gerade in der zweiten Halbzeit spielerisch überzeugt und kompakt gestanden. Besonders erfreulich finde ich wiederum unsere Effektivität“, resümierte FCM-IITrainer Mario Middendorf.

26.September 2009

Mitgliederversammlung des 1. FC Magdeburg wählt Koch erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden
Seguin verpasst Sprung ins Kontrollgremium
Von Klaus Kahmann



Magdeburg. Mit dem Beigeordneten der Stadt Magdeburg für Kultur, Schule und Sport, Rüdiger Koch, dem Fan-Vertreter Jörn Nebeling – Diplom-Wirtschaftsinformatiker und als Controller beschäftigt – sowie den Unternehmern bzw. Geschäftsführern Helmut Herdt, Thomas Mittrenga, Ingolf Nitschke, Lutz Petermann und Holger Pitsch verfügt der am späten Donnerstagabend von der Mitgliederversammlung gewählte neue Aufsichtsrat des 1. FC Magdeburg über geballte wirtschaftliche und fi nanzwirtschaftliche Kompetenz. Nach seiner Konstituierung bestimmte der Aufsichtsrat Rüdiger Koch erneut zu seinem Vorsitzenden.
Allerdings verpasste mit Wolfgang „Paule“ Seguin eine Gallionsfi gur des Magdeburger Fußballs – immerhin einer der Europapokalhelden von 1974 – knapp den Sprung in das Gremium.
In den Ehrenrat wählten die 247 stimmberechtigten anwesenden FCMMitglieder Erwin Bugar, Peter Heuer, Manfred Finzelberg, Hubert Krutz, Klaus Runge, Gerhard Schönberg und Ulrich Seidel.
In seiner Rückschau auf die letzten drei Jahre bedauerte FCM-Präsident Volker Rehboldt, dass das sportliche Ziel – Aufstieg in die 3. Liga – zweimal knapp verpasst wurde. Die 3. Liga und langfristig die 2. Liga bleibt aber das Ziel des Clubs.
Als erfreuliche Nachricht konnte Rehboldt berichten, dass sich die finanzielle Lage des Vereins stabilisiert habe. Ein kleiner Wermutstropfen in dieser Hinsicht war allerdings die Tatsache, dass nur die wirtschaftliche Bilanz bis Ende 2008 vorlag, die zum 30. Juni dieses Jahres allerdings noch nicht fertig war. „Wir wollten diese Bilanz nicht halbfertig und mit groben Schätzungen vorlegen“, so Rehboldt zu diesem Thema. Für die neue Saison plane man mit 3,383 Millionen Euro an Einnahmen und 3,283 Millionen Euro an Ausgaben.
Das Präsidium, so unterstrich Rehboldt, strebt an, in den nächsten drei Jahren eine fi nanzielle Reserve von rund 500 000 Euro zu erreichen, um bei notwendigen schnellen Verstärkungen der Mannschaft nicht bei Sponsoren „betteln“ bzw. bei Banken vorsprechen zu müssen. Zudem solle die Zahl der Sponsoren bis zum Saisonende auf 200 anwachsen.
Der wiedergewählte Aufsichtsrats-Vorsitzende Rüdiger Koch nannte in seinem Bericht die Zusammenarbeit mit dem Präsidium zur Sicherung der finanziellen Grundlagen und deren Überwachung als wichtigste Aufgabe, die man gut gemeistert habe. Koch hob als besonders wichtig die fördernde Wirkung der Fans hervor. „Mit ihren gelungenen Initiativen sind und bleiben sie die positive Seele des Clubs.“


1. FC Magdeburg heute beim Halleschen FC
Club-Präsident Rehboldt: Sieg in Halle wieder fällig
Von Klaus Kahmann

Heute – Anpfiff im Kurt-Wabbel-Stadion 13.30 Uhr – kommt es in Halle zum Sachsen-Anhalt-Derby der Fußball-Regionalliga mit den Mannschaften des Halleschen FC und des 1. FC Magdeburg.
Magdeburg. Leichte Entwarnung in Sachen Daniel Bauer und Radovan Vujanovic kam dabei gestern von FCM-Trainer Steffen Baumgart: „Wir gehen davon aus, dass beide spielen werden. Beide bekommen derzeit Infusionen gegen ihre Erkältungen. Und beide brennen auch darauf, dass sie in diesem wichtigen Spiel für uns zum Einsatz kommen. Sie tun alles dafür, um am Sonnabend dabei zu sein.“
Besonders Kapitän Vujanovic mit seinen bisher sechs Treffern ist für den FCM eine schwer entbehrliche Größe.
Optimismus vor dem Spiel bestimmte auch die Wahlversammlung (siehe oben) des FCM. Immer wieder war von einem „Sieg im Süden unseres Landes“ die Rede.
Zuversichtlich zeigte sich dabei besonders FCM-Präsident Volker Rehboldt. „Sicher ist das eine besonders schwere und derzeit wohl völlig offene Partie. Trotzdem denke ich, dass wir wieder einmal dran sind, auch in Halle zu gewinnen“, so der Präsident. „Die letzten Begegnungen haben doch gezeigt, dass die Mannschaft auch spielerisch Schritte nach vorn gemacht hat. Besonders im Angriff zeigte sie vor allem in dem Spiel gegen Hannovers zweite Mannschaft, dass sie – abgesehen von den Patzern der Anfangsphase – schon dicht an dem dran ist, was wir als Fans von ihr sehen wollen. In der Abwehr gab es aber in den letzten Begegnungen immer wieder mal ein, zwei oder drei Momente, wo individuelle Fehler dem Gegner zum Torerfolge verhalfen. Ich denke, Trainer und Mannschaft haben daraus die Schlussfolgerungen gezogen und werden entsprechend verbessert in Halle agieren“, macht der Präsident sein außerordentliches Vertrauen in das Team und seinen Trainer deutlich.

25.September 2009

Fußball-Regionalliga: Über 6000 Tickets für Sachsen-Anhalt-Derby bis gestern bereits verkauft
Baumgart bangt um Vujanovic und Bauer
Von Klaus Renner

Wenn der Hallesche FC den 1. FC Magdeburg zum Punktspiel empfängt, steigt die Spannung bereits im Vorfeld ins schier Unermessliche – auch wenn das Derby um die inoffi zielle Sachsen-Anhalt-Meisterschaft nur in der 4. Liga stattfindet. Mehr als 10 000 Zuschauer werden morgen (Anpfiff 13.30 Uhr) im Halleschen Kurt-Wabbel-Stadion erwartet.
Magdeburg. Klaus Urbanczyk, in Magdeburg wie Halle als „Trainer-Wanderer zwischen den Welten“ hoch geschätzt, hat sich im Vorfeld des morgigen „Sicherheitsspiels“ publizistisch betätigt. Die deeskalierenden Grußworte unter dem Titel „Fair geht vor“ des trotz seiner 69 Jahre unermüdlichen Chef-Scouts des Halleschen FC werden morgen im Stadionheft nachzulesen sein. In seinen sechs Trainerjahren mit dem FCM war „Banne“ je zweimal Vizemeister und Pokalsieger sowie stets im Europacup präsent.
„Wir werden mit Sicherheit in diesem Leben keine Freunde mehr, aber wir wollen gute Gastgeber für ein friedliches Fußballfest sein. Dafür sind alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen worden“, versichert Jörg Sitte. Nach Ansicht des HFC-Vizepräsidenten hat die Zusammenarbeit beider Vereine „eine bisher nie dagewesene Qualität“ erreicht. So werden die Programmhefte im FCM-Fanblock von blau-weiß gekleideten Verkäuferinnen aus Magdeburg an den Mann gebracht. Die Live-Ticker-Schreiber beider Vereine werden auf der Tribüne nebeneinander sitzen. Sitte hebt ausdrücklich die sehr gute Zusammenarbeit beider Fanprojekte hervor und nennt namentlich FCM-Fanbetreuer Ralf Dobberitz.
Der Kartenvorverkauf bewegt sich in für die vierte Liga utopisch anmutenden Dimensionen. Bis gestern Nachmittag waren in Halle 3500 und in Magdeburg 2800 der insgesamt 13 322 Tickets verkauft. Zwar hätten den FCM-Fans nur 1330 Karten zugestanden (10 Prozent des Gesamtkontingentes), doch haben die Gastgeber aus der Not, dass der Gästeblock 3000 Fans aufnehmen kann, eine Tugend gemacht und dem FCM exakt diese Zahl an Tickets zur Verfügung gestellt.
Auf das Derby freut sich auch HFC-Geschäftsführer Ralph Kühne: „Ich erwarte ein richtig schönes Spiel auf Augenhöhe, denn wir sind wieder voll auf Kurs, und auch der FCM hat ansteigende Tendenz.“
Um diese erfreuliche Tatsache weiß auch Steffen Baumgart. Der FCM-Trainer erwartet, dass die Partie „bis zum Schluss auf des Messers Schneide steht“ und gerät fast ins Schwärmen: „Derbys haben mir schon als Spieler viel Spaß gemacht. Es gibt zwar nur drei Punkte wie gegen Goslar auch, aber beide Mannschaften werden morgen über sich hinauswachsen und ganz Sachsen-Anhalt schaut zu.“ Baumgart nimmt zwar zur Kenntnis, dass sein Hallenser Kollege Sven Köhler den FCM angesichts seiner „sehr starken Offensivabteilung“ (Volksstimme berichtete) auf den Favoritenschild hebt, prophezeit aber: „Klar, wollen wir mit unserer Offensivstärke punkten. Das wiederum nutzt uns aber nur, wenn wir defensiv stabiler werden. So wie bisher geht das nicht, wenn wir oben mitspielen wollen. Doch eines steht fest: Es gewinnt, wer weniger Fehler macht.“
Und obwohl er den HFC als „kompakt, sehr diszipliniert und immer an seine Leistungsgrenzen gehend“ bezeichnet, sagt er: „Wir fahren nach Halle um zu gewinnen.“ Angesichts des riesigen Interesses sieht Baumgart aber keinen übermäßigen Druck auf seinen Spielern: „Die Jungs müssen solchen Druck gewöhnt sein. Schließlich haben sie sich diesen Beruf ausgesucht. Ich habe beim FCM jeden Tag Druck. Du bist hier bei einem Verein, der, egal wo er spielt, immer Favorit ist.“
Allerdings hat offensichtlich eine „Erkältungswelle“ den FCM heimgesucht. Radovan Vujanovic und Daniel Bauer konnten am Mittwoch nicht trainieren, und der Coach bangt: „Ich bin mir nicht sicher, ob beide morgen spielen können.“
Nicht sicher ist ebenso, ob sich der HFC davon tatsächlich beeindrucken lässt …


1. FC Magdeburg II
Ohne „Hilfe“ in Eisleben



Magdeburg (hma). Die U 23 des 1. FC Magdeburg gastiert am 8. Spieltag der Fußball-Verbandsliga beim Tabellen-15. MSV Eisleben. Anstoß auf dem Städtischen Sportplatz in Eisleben ist am Sonnabend um 15 Uhr. Als Schiedrichter wurde Peter Kos angesetzt. Da nahezu zeitgleich auch das Regionalligateam der Blau-Weißen beim Halleschen FC um Punkte spielt, ist diesmal kaum mit großer Unterstützung aus der ersten Mannschaft zu rechnen.
Trainer Mario Middendorf gestern: „Verkic und Brendel werden wohl bei der Ersten im Kader stehen. Aber endgültige Absprachen werden nach dem Abschlusstraining am Freitag getroffen.“
Die Club-Reserve ist nach dem 6:0 gegen Völpke Tabellenfünfter.

24.September 2009

Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg am Sonnabend beim Halleschen FC
HFC-Coach Köhler lobt: „FCM hat starke Offensivabteilung“
Von Klaus Kahmann

Zum immer wieder jungen Sachen-Anhalt-Derby reisen die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg am Sonnabend zum Halleschen FC (Anpfiff im Wabbelstadion 13.30 Uhr). Die Elbestädter wollen sich für die unglückliche 0:1-Niederlage an gleicher Stelle im März revanchieren.
Magdeburg. Dass die Wünsche der Gastgeber da ganz andere sind, ist normal. Sie hätten gern eine Fortsetzung der kleinen Glückssträhne vom Vorwochenende. Da hatte HFC-Keeper Horvat am Sonntag beim Aufsteiger ZFC Meuselwitz einen Elfmeter gemeistert. Im Gegenzug kamen die Saalestädter zum glücklichen 2:1-Erfolg und damit auf Rang zwei der Tabelle.
Sven Köhler, der Trainer der Hallenser, hatte sich zuvor am Sonnabend die Partie der Magdeburger gegen die U-23-Mannschaft von Hannover 96 angeschaut und beim 4:2-Erfolg der Magdeburger so manche Stärke, vielleicht aber auch Schwächen ausmachen können.
Von Schwächen der Magdeburger wollte Köhler gestern allerdings nichts gesehen haben. „Gegen die fußballerisch gut ausgebildeten zweiten Mannschaften von Erstligisten hat es eine Abwehr immer schwer“, meinte Köhler zu den Anfangsschnitzern beim FCM.
Dafür sind ihm aber die Stärken aufgefallen: „Auch wenn Vujanovic diesmal nicht zu seinem Tor kam, über einen Angriffsspieler wie ihn würde sich wohl jeder Trainer in unserer Liga freuen – und nicht nur in unserer Liga“, hob der HFCTrainer auf den Magdeburger Torjäger ab. „Dazu ist jetzt ja nun auch noch Fuchs gekommen, der sich sehr gut mit ihm ergänzt. Damit haben die Magdeburger eine sehr starke Offensivabteilung. Das haben sie ja auch mit den vier Toren gegen die gewiss nicht schwachen Hannoveraner bewiesen“, sieht Köhler den FCM vor allem angriffsstark.
Und wie will der Coach dagegenhalten?
„Es weiß doch jeder Trainer, dass man da in der Deckung immer eng am Mann stehen muss, um die Räume einzuengen. Aber ein Vujanovic verschafft sich ja auch auf engstem Raum seine Chancen. Die gilt es zu verhindern und mit schnellem Spiel den eigenen Erfolg zu suchen“, ist der HFC-Coach natürlich nicht bereit, seine taktischen Varianten auszupacken.
Zum knappen 2:1 in Meuselwitz meinte er: „Ja, das war am Ende ein glücklicher Sieg. Diese Regionalliga ist insgesamt sehr ausgeglichen. Da darf man auch einen Aufsteiger wie Meuselwitz nicht unterschätzen.“
In Halle rechnet man unterdessen bei dem „Sicherheitsspiel“ mit einer fünfstelligen Besucherzahl im 13 322 Zuschauer fassenden Stadion. Von den 3000 Karten, die nach Magdeburg gingen, waren bis Dienstagnachmittag bereits 2400 verkauft. An den Tageskassen in Halle gibt es keine Karten für den Gästeblock

Tickets für HFC-Spiel



Magdeburg (hma). Für das Landesderby der Fußball-Regionalliga zwischen dem Halleschen FC und dem 1. FC Magdeburg am Sonnabend (13.30 Uhr/Wabbelstadion) gibt es im FCM-Ticketservice, Otto-von-Guericke-Straße 46 a, noch ein Restkontingent für den Gästeblock. Die Stehplatzkarte kostet 9 Euro. Für den eingesetzten Fanzug der Deutschen Bahn können zugleich Anrechtsscheine zum Preis von 7 Euro erworben werden. Am Spieltag in Halle werden keine Karten mehr für den Gästeblock des Kurt-Wabbel-Stadions verkauft.

23.September 2009

Autor: Klaus Kahmann
Fuchs: „Erneut einen Zweiten schlagen“

1. FC Magdeburg am Sonnabend beim HFC

Magdeburg. Am Sonnabend wollen die Magdeburger Regionalliga-Fußballer beim Halleschen FC (Anpfi ff 13.30) zeigen, dass sie die Nummer eins im Fußball von Sachsen-Anhalt sind. Die Magdeburger Ruderer haben das für ihre Sportart beim Städteachter am Wochenende schon eindrucksvoll vorgemacht.
„Ich hoffe doch, dass wir erneut einen Zweitplatzierten der Tabelle schlagen wie vergangenen Sonnabend mit Hannover 96“, so der zweifache Torschütze vom Hannoverspiel, Lars Fuchs. Dass FCM-Torjäger Radovan Vujanovic trotz zweier Hundertprozentiger diesmal ohne Ausbeute geblieben war, sehen sowohl Fuchs als auch der FCM-Kapitän nicht so tragisch. „Vujo war ja selber enttäuscht, dass er die Bälle nicht reingemacht hat, aber dafür ist ja die gesamte Mannschaft da, ihm darüber hinwegzuhelfen, wie wir alle auch der Abwehr wieder herausgeholfen haben. Das ist ein Mannschaftsspiel“, so Neuzugang Fuchs.
„Ich bin ein Mannschaftsspieler. Egal, wer die Tore schießt. Mir ist wichtig dass wir gewinnen. Das heißt nicht, dass ich mich über vergebene Chancen nicht ärgere. Der Torwart der Hannoveraner war eben besonders gut“, betont Kapitän Vujanovic. „Wenn Lars und Maximilian Watzka für soviel Torgefahr sorgen, dann müssen sich die Hallenser am Sonnabend in der Abwehr eben nicht nur um mich kümmern, das sollte uns helfen, wieder drei Punkte einzufahren. In Halle brennen wir alle darauf zu beweisen, was wir können, damit wir und die Fans überglücklich die Heimreise antreten können“, unterstreicht „Vujo“ die Bedeutung gerade dieser Auswärtspartie.
Und Fuchs knüpft an: „Wenn wir in Halle gewinnen, haben wir danach gegen Goslar daheim wieder noch mehr Zuschauer. Auch das ist ein Motiv für uns.“
Auf den Superpass von Simon Tüting zum 2:1 angesprochen, meinte Fuchs: „Ich weiß, dass die Zuschauer von einem, der aus Rostock kommt, sehr viel erwarten, besonders die Magdeburger. Aber auch Simon, der noch jung ist, braucht ein wenig Anlaufzeit. Ich hoffe, der Knoten ist jetzt bei ihm geplatzt.“

22.September 2009

Autor: Klaus Kahmann
Racanel: Nicht mehr nur filigran

Magdeburg: Beim Elfmeter zum 1:0 Hannovers Keeper ordentlich verladen, danach jeweils den finalen Pass zum 3:1 und 4:1 sicher gegeben – Catalin Racanel hatte am Sonnabend großen Anteil am 4:2-Erfolg seines 1. FC Magdeburg über die Reserve von Hannover 96.
„Manchmal läuft es eben richtig gut. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten haben wir mit viel Einsatz doch noch zu unserem Spiel gefunden“, kommentierte der routinierte Mittelfeldspieler, der am Mittwoch seinen 33. Geburtstag feiert, seine Leistung. „Wichtig ist jetzt aber, dass wir nächstes Wochenende in Halle nachlegen.“
„Bei Racanel ist eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Er arbeitet auch mehr, ist sich nicht zu schade, auch einmal sogenannte Drecksarbeit zu machen“, freute sich auch FCMPräsident Volker Rehboldt über das Auftreten des Routiniers im Spiel gegen Hannover.
„Es ist wichtig, dass ,Raca‘ als erfahrener Spieler für die Leute ringsum ein Zeichen setzt. Das hat er heute deutlich getan. Bei Racanel sehe ich eine klare Leistungssteigerung, die der gesamten Mannschaft guttut. Wir werden aus ihm sicher keinen Grätscher machen, aber er geht in der Abwehr weitaus schärfer zur Sache, erkämpft sich häufi ger die Bälle“, freute sich Trainer Steffen Baumgart über die Leistung seines Mittelfeldspielers. Daneben hob Baumgart ausdrücklich Keeper Matthias Tischer hervor, der mit einigen sehenswerten Paraden den Sieg festhielt.
Im Anschluss an die Pressekonferenz „klärte“ der FCMCoach die Journalisten über seine in letzter Zeit öfter probierte Variante bei Eckstößen auf. Racanel hatte dabei gegen Hannover zum Beispiel Lars Fuchs an der Eckfahne mit an seiner Seite. In anderen Spielen war es Radovan Vujanovic gewesen.
„Wenn ich einen zweiten Mann mit an den Punkt hole, dann geht der Gegner zumeist mit zumindest einem Spieler auch in Richtung Eckfahne, die Hannoveraner haben sogar zwei herausbeordert“, erläuterte Baumgart an Hand einer Skizze. „Diese Spieler fehlen dann vor dem Tor, und wir haben die Chance, die Ecke entweder kurz zu spielen oder direkt vors Tor zu schlagen. Da zwei Gegenspieler außen sind, wird die Kopfballchance für Leute wie Christian Prest dadurch größer.“

21.September 2009

Autor: Klaus Kahmann
Elbestädter mit größerem Kampfgeist erfolgreich

Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg bezwingt Hannover 96 II 4:2 (2:1)

Mit einem sicheren 4:2 (2:1)- Heimsieg über den bis dahin Tabellenzweiten Hannover 96 II haben sich die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg nach der unglücklichen 2:3-Niederlage der Vorwoche in Babelsberg im Feld der Titelanwärter zurückgemeldet.
Magdeburg. Racanel (7. Foulelfmeter), Fuchs (30. und 85.) und Watzka (55.) trafen für den Gastgeber. Die Hannoveraner Tore erzielten Schmiedebach (9. Foulelfmeter) und der eingewechselte Boachie (87.).
„Das war eine sehr umkämpfte, ausgeglichene Partie. Und wir haben gesehen, dass die Hannoveraner nicht umsonst da oben stehen“, schätzte FCM-Trainer Baumgart ein. „In der ersten Halbzeit war ich mit meiner Mannschaft nicht zufrieden. Aber mit dem 3:1 zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir den Druck erhöht. Ein Kompliment an meine Mannschaft für die kämpferische Leistung, auch wenn spielerisch nicht alles gelungen ist“, so Baumgart weiter.
Auch 96-Trainer Willmann sah seine Mannschaft spielerisch stärker. „Dagegen habe ich die Magdeburger kämpferisch und körperlich mit einem größeren Einsatz gesehen. Das hat hier letztlich den Sieg ausgemacht.“
Mit zwei Foulelfmetern wurde der Torreigen eröffnet. Erst holte 96-Keeper Maluck den freigespielten Magdeburger Fuchs im Strafraum von den Beinen und Racanel verwandelte sicher (7.). Dann war Prest bei einem Rückpass nicht auf dem Posten, foulte im Strafraum und Schmiedebach verwandelte (9.).
Danach zeigten sich die Gäste spielerisch besser. Der FCM musste sich teilweise sogar Pfi ffe der eigenen Fans anhören. Vor allem die Deckung leistete sich so manchen – zum Glück unbestraften – Schnitzer. Mitten in diese Phase kam das 2:1. Tüting schlug über 40, 50 Meter einen „Bananenpass“ haargenau in den Lauf von Fuchs, der Maluck im Gästetor keine Chance ließ. „Jemand anders stand nicht da“, kommentierte Tüting seinen Superpass lakonisch. „Das war eine Vorarbeit wie aus dem Bilderbuch – wie übrigens auch der Pass beim 4:1 durch Racanel“, kommentierte der zweifache Torschütze die Vorarbeit der beiden Mittelfeldspieler.
Nach dem Führungstreffer kamen die Gastgeber wieder besser ins Spiel. Zu einem weiteren Treffer reichte es allerdings nicht.
Nach dem Seitenwechsel wurden die Magdeburger mehr und mehr zu den Herren im Stadion. Folgerichtig war da auch der Treffer zum 3:1 durch Watzka. Bei einem langen Pass von Racanel rannte Hannovers Keeper Maluck aus dem Strafraum, um zu klären. Der bis dahin recht sichere Keeper stolperte aber über den Ball, den Watzka sicher ins leere Tor schob.
FCM-Torjäger Vujanovic hatte danach gleich zweimal die Chance zum 4:1, scheitere aber an dem stark aufgelegten Maluck.
Nach dem 4:1 von Fuchs konnte Boachie (87.) zwar noch aus Nahdistanz Ergebniskosmetik betreiben, den mit großem Kampfgeist herausgespielten Sieg der Magdeburger aber nicht mehr gefährden.
Magdeburg: Tischer – Bankert, Prest (88. Littmann), Probst (79. Gaebler), Neumann – Bauer (74. Zander), Racanel, Tüting, Watzka – Vujanovic, Fuchs.
Hannover: Maluck – Celikyurt (87. Büchler), Hofmann, Burmeister, Karow – Ernst (87. Aycicek), Chahed (73. Boachie), Otto, Moose, Schmiedebach – Lindner.
Schiedsrichter: Hartmann (Ingolstadt). Zuschauer: 5135. Tore: 1:0 Racanel (7. Foulelfmeter), 1:1 Schmiedebach (9. Foulelfmeter), 2:1 Fuchs (30.), 3:1 Watzka (55.), 4:1 Fuchs (85.) 4:2 Boachie (87.). Gelb: Prest, Tüting, Watzka/ Maluck, Ernst

Autor: Hans-Joachim Malli
Brendel und Verkic finden sich

Fußball-Verbandsliga: 1. FC Magdeburg II – Oscherslebener SC 6:0 (3:0)

Cracau (hma). Durch den 6:0 (3:0)-Erfolg gestern Nachmittag gegen Aufsteiger Oscherslebener SC verbesserte sich die U 23 des 1. FC Magdeburg auf den fünften Tabellenplatz der Fußball-Verbandsliga.
Verkic staubte nach Brendel-Vorarbeit zum 1:0 ab (8.). Gewelke nach Verkic-Freistoß per Kopf (24.) und Brendel mit schönem Freistoß in den Winkel (25.) sorgten für die 3:0-Pausenführung. Erneut Brendel nach Verkic-Eingabe (54.), Pascal Matthias nach schönem Solo (75.) und Tim Girke mit einem 20-Meter-Schuss (84.) sicherten den klaren Erfolg. In der Anfangsphase kreuzte der OSC zweimal gefährlich vor dem von Filatow gehüteten FCM-Tor auf, hatte Pech bei einem Lattenkopfball. Zudem fischte Filatow zwei Bälle heraus. Später war von den Gästen nicht mehr viel zu sehen, während die FCM-Reserve aus den ersten drei Chancen drei Tore machte. „Spielerisch waren wir sicherlich schon besser, dafür aber heute sehr effektiv. Die Viererkette stand gut“, so Coach Mario Middendorf.
Wichtiger als der Sieg, der laut Middendorf zwei, drei Tore zu hoch ausfiel, und die Tabellenplatzierung sind dem Trainmer der U 23 zwei andere Dinge: „Brendel hat besonders mit seinem Freistoßtor Selbstvertrauen getankt, nachdem er vor dem 1:0 schon wieder fast gescheitert war, und auch Tim Girke hat gut gearbeitet und sich mit seinem Tor belohnt. Nicht umsonst trainiert er vormittags im Regionalligakader mit. Auch René Gewelke und Pascal Matthias befi nden sich deutlich im Aufwind.“
Das wird auch „Scout“ Frank Windelband nicht entgangen sein.

19.September 2009

Autor: Klaus Kahmann
„Die Leichtsinnsfehler von Babelsberg ausbügeln“

Fußball-Regionalliga: FCM empfängt heute Hannover 96 II

Vor einer weiteren Reifeprüfung stehen heute die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg. In der MDCC-Arena (Anpfi ff 13.30 Uhr) empfangen sie die Reserve des Bundesligisten Hannover 96. Die Hannoveraner, derzeit Zweiter, bekamen mit dem 0:0 daheim gegen den FC St. Pauli II am Mittwoch einen Dämpfer.
Magdeburg. „Die jungen zweiten Mannschaften des VfL Wolfsburg und von Hannover 96 gehören zu den besten, die diese Liga zu bieten hat“, macht FCM-Trainer Steffen Baumgart deutlich, dass hier eine Spitzenmannschaft an die Elbe kommt. „Doch das ist für uns auch die Chance, mit einem Erfolg bis auf zwei Punkte an die Niedersachsen heranzukommen“,
sieht Baumgart diese Partie als eine Art Sechs-Punkte-Spiel.
„Meine Mannschaft brennt darauf, die Leichtsinnsfehler von Babelsberg auszubügeln. Es waren im Grunde Kleinigkeiten, mit denen wir unsere Erfolgschancen da selbst zunichte gemacht haben. Das soll uns am Sonnabend nicht noch einmal passieren“, schwört der FCMCoach sein Team schon einmal auf einen vollen Erfolg vor heimischer Kulisse ein.
Dabei geht Baumgart davon aus, dass sowohl Neuzugang Lars Fuchs als auch Daniel Bauer ihre Blessuren überwunden haben und heute mit auflaufen werden. Sorgen bereiten ihm aber Marco Verkic und Denis Siga. „Wenn beide ausfallen, haben wir natürlich Probleme im offensiven Bereich. Aber ich denke, dass in einem solchen Fall die gesamte Mannschaft alles daransetzt, um das zu kompensieren“, setzt Baumgart auf die Geschlossenheit seines Teams.
„Die Niedersachsen haben erst drei Tore kassiert. Das heißt, sie haben eine starke Defensive. Dagegen müssen wir mit schnellem und präzisem Spiel Lücken für unseren Angriff suchen. Am Ende soll es mindestens ein Tor mehr für uns als für die Gäste sein“, fordert der Trainer Kampfgeist vom Team.
Auf Mängel in der Deckung angesprochen, meinte Baumgart gestern: „Wenn hier etwas nicht funktioniert, schauen wir, was wir verändern müssen, um sicherer zu werden. Da spielen natürlich auch die Trainingsleistungen und -eindrücke der letzten Tage eine Rolle. Natürlich wissen wir, dass wir in der Abwehrarbeit besser werden müssen. Was dort konkret zu tun ist, besprechen wir zuerst im Trainerkreis und ziehen dann unsere Schlussfolgerungen“, wollte sich der FCM-Trainer gestern noch nicht zu möglichen Umstellungen in der Hintermannschaft äußern.

18.September 2009

FCM vor Spielen mit „weichenstellender Funktion“ / Nächsten Donnerstag Mitgliederversammlung mit Neuwahlen
Koch zu zweiter Amtszeit als Aufsichtsrats-Vorsitzender bereit

Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Für Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg sind die Partien gegen Hannover 96 II (morgen, 13.30 Uhr) und eine Woche später beim HFC von enormer Bedeutung: Entweder es gelingt der Anschluss zur Spitze, oder es droht endgültig das Mittelmaß. Das sieht auch der Aufsichtsrats-Vorsitzende Rüdiger Koch so: „Die Spiele haben weichenstellende Funktion.“
Der 59-Jährige ist derzeit wie viele andere FCM-Anhänger auch hin- und hergerissen: „Einerseits erheben wir, und das zu Recht, den Anspruch, zum engsten Favoritenkreis zu gehören. Andererseits muss die Mannschaft solche Vorgaben auf dem Platz aber auch umsetzen. Und da haben wir in Babelsberg wieder einen herben Dämpfer erhalten. Hinzu kommt: Spielen wir nicht oben mit, ist natürlich auch der kalkulierte Zuschauerschnitt von 8000 nicht zu halten. Allerdings sind wir noch am Anfang der Saison. Und da sage ich ganz klar: Es ist noch nicht zu spät!“
Zwischen den Spielen gegen 96 und HFC liegt für Koch noch ein anderer wichtiger Termin. Bei der Mitgliederversammlung (24. September, 18.30 Uhr, Businessclub im Stadion) bewirbt er sich um eine zweite dreijährige Amtszeit als Aufsichtsrats-Vorsitzender („Wenn ich gewählt werde, stehe ich wieder zur Verfügung“) und begründete seine Bereitschaft so: „Die Zusammensetzung in diesem Gremium ist kompetent und professionell, hat auch im wirtschaftlichen Bereich die entsprechende Gewichtung.“
Koch, hauptberufl ich Sportdezernent der Stadt, ferner Mitglied des Sportausschusses des Deutschen Städtetages und der DFBKulturstiftung sowie weiterer Ehrenämter, wünscht sich daher, dass der Aufsichtsrat wie gehabt zusammenbleibt, betonte jedoch zugleich: „Das ist nicht als Ansage gegen Neue zu verstehen.“
Die unbefriedigende sportliche Situation dürfte, so Koch, auch bei der Mitgliederversammlung (bei der im Übrigen der Ehrenrat ebenso neu gewählt wird) eine Rolle spielen: „Da wird sicher die eine oder andere kritische Frage gestellt. Aber ich bin überzeugt, Volker Rehboldt wird die richtige Antwort parat haben.“ Und: „Das Präsidium genießt nach wie vor unser vollstes Vertrauen.“


Trifft FCM-Zweite gegen OSC das Tor?



Cracau (hma). Am 7. Spieltag der Fußball-Verbandsliga ist die U 23 des 1. FC Magdeburg am Sonntag (14 Uhr/MDCC-Arena, Platz 2) Gastgeber für den Aufsteiger Oscherslebener SC. Während sich der OSC zuletzt beim 5:2 gegen Mitaufsteiger Naumburg äußerst torhungrig zeigte, klemmte bei der FCM-Zweiten im Angriff bei der 0:2-Niederlage bei Spitzenreiter Haldensleber SC wieder einmal die Säge.
„Da waren aufgrund ausbleibender Abstellungen nun mal jene Offensivkräfte gefragt, die sonst nicht immer regelmäßig zum Einsatz kommen. Aufdrängen konnten sie sich aber nicht. Wir müssen aus unseren klaren Chancen Tore machen, auch da hingehen, wo es wehtut“, trauert FCM-Coach Mario Middendorf noch immer den vergebenen Möglichkeiten nach.
„Der HSC machte es mit seinem aggressiven Antifußball vor, spielte erneut ergebnisorientiert“, so der Trainer, der gegen den Aufsteiger eine Leistungssteigerungfordert,zugleich aber vor den routinierten Gästen warnt: „Der OSC ist in der Liga angekommen.“

17.September 2009

Baumgart mit Sorgenfalten
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Die erste Bewährungsprobe in Babelsberg hat Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg nicht bestanden, verlor bekanntlich 2:3. Nun folgen mit dem Heimspiel gegen Hannover 96 II (Sonnabend, 13.30 Uhr) und dem Derby eine Woche später beim HFC zwei weitere Gelegenheiten, gegen Mitkonkurrenten um den Aufstieg „big points“ zu sammeln.
Trainer Steffen Baumgart befindet sich, wie er selber sagt, „in einer schwierigen Situation, denn wir stehen im Zwiespalt zwischen guten Offensivleistungen und echten Problemen in der Defensive. Hier gilt es, schnellstens einen Konsens zu fi nden.“
Der 37-Jährige hat sich seine Spieler in dieser Woche vorgeknöpft, ihnen ins Gewissen geredet und noch einmal verdeutlicht, worum es geht. „Ich bin in der Kabine zwar kein Rumpelstilzchen, aber ein Mensch, der die Dinge direkt und klar anspricht. Da kann es auch schon mal etwas lauter werden“, erklärte Baumgart, der nicht zuletzt die späten Gegentore angesprochen hat: „In dem Moment, wo wir in Führung gehen, lässt sich die Mannschaft plötzlich den Schneid abkaufen. Das ist zuallererst eine Kopfsache.“
Auf die Frage, wie lange es dauern könnte, bis der Club seine Defensivschwächen ablegt, antwortete Baumgart: „Ich hoffe natürlich, so schnell wie möglich. Aber im Fußball durchläuft man immer gewisse Prozesse. Wir müssen versuchen, das Positive zu erhalten und das Negative zu verringern.“
Seine Formation gegen Hannover hat er nach eigenen Angaben schon weitgehend im Kopf. Allerdings hängt viel davon ab, ob Daniel Bauer und Lars Fuchs ihre in Babelsberg erlittenen Knieverletzungen rechtzeitig auskuriert haben. Ferner sind Deniz Siga (Bänderdehnung) und Marco Verkic (Risswunde am Fuß) angeschlagen.

16.September 2009

Zuschauer-Minus: Hofmann glaubt an schnelle Wende
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Mit durchschnittlich 8000 Zuschauern hat Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg für die neue Saison kalkuliert. Bislang fanden in den drei Heimspielen im Schnitt aber nur 6100 den Weg in die MDCCArena. Bekommt der Club ein ernstes Problem, wenn dieser Trend anhält?
„Wir halten die 8000 weiter für realistisch, haben aber wirtschaftliche Vorkehrungen getroffen, falls wir die Zahl nicht erreichen“, erklärte Präsident Volker Rehboldt.
Manager Bernd Hofmann glaubt sogar kurzfristig an die Wende: „Keine Frage, wir sind im Moment unter Plan. Meine persönliche Meinung aber ist, dass zu einer Spitzenmannschaft nicht mehr viel fehlt. Und wenn wir eine Serie starten, sind auch die Zuschauer wieder da.“
Der 40-Jährige ganz konkret: „Ich vergleiche unsere jetzige Mannschaft gerne mit einem Formel-1-Wagen. Der Motor muss nicht gewechselt werden, der läuft. Aber es fehlt noch das richtige Tuning. Die Frage lautet daher: Welche Stellschrauben muss man drehen, damit die Abstimmung hinhaut?“
Übertragen auf den FCM bedeutet das: Was muss verändert werden, damit die Defi zite im Defensivbereich abgestellt werden und die Schlüsselpositionen funktionieren?
Es ist damit zu rechnen, dass Trainer Steffen Baumgart für das Heimspiel gegen Hannover 96 II (Sonnabend, 13.30 Uhr) personelle Veränderungen vornehmen wird. Nach ihren Abwehrschwächen in Babelsberg müssen vor allem Andreas Gaebler, Christian Prest und Simon Tüting um ihren Stammplatz zittern.
Die bittere 2:3-Niederlage und der damit verbundene Sturz auf Platz elf dürften auf alle Fälle die Zuschauerzahlen weiter sinken lassen. „Wenn wir gewonnen hätten, wären sicherlich 8000 gekommen, so hoffe ich wenigstens auf 6000“, blickte Hofmann vorsichtig voraus, betonte jedoch: „Man muss immer das Gesamtpaket betrachten. Und da sieht es im Vermarktungsbereich ganz gut aus. Fast alle Sponsoren haben zur Stange gehalten. Wir würden uns natürlich wünschen, noch mehr VIP-Karten abzusetzen, dass der Betroffene über seine zwei Tickets hinaus auch andere Geschäftspartner einlädt.“
Einen weiteren positiven Effekt erwartet der Manager bei der Veranstaltungs-Aquise: „Eine Rieseneinnahmequelle, ein Image, das momentan aber noch nicht existiert, noch gar nicht erschlossen ist.“
Und noch etwas lässt Hofmann ruhig schlafen: „Das DFB-Pokalspiel gegen Energie Cottbus hat uns 114 000 Euro TV-Gelder und 60 000 bis 70 000 Euro weitere Einnahmen gebracht. Eine Summe, die bei der Lizenzierung nicht eingeplant war.“

15.September 2009

Europameister von 1996 spielt in Magdeburg
Bierhoff tritt mit DFB-Stars gegen 74er FCM-Helden an



Magdeburg (jja). Oliver Bierhoff, Teammanager der Fußball-Nationalmannschaft, wird am Freitag, 18. September, 18 Uhr, in Magdeburg-Ottersleben im Nationaltrikot aufl aufen. Der Europameister von 1996 ist der Star im Team der DFB-Traditionself, die zugunsten der Orgelsanierung der Ottersleber Kirche St. Stephani gegen die Traditionself des 1. FC Magdeburg (mit Seguin, Pommerenke, Hoffmann und Mewes) antritt. Zum Bierhoff-Team gehören die Ex-Nationalspieler Dieter Burdenski, Roy Präger und Holger Ballwanz. Der Eintritt beträgt 5 Euro. Verlost werden Trikots und Bälle mit Autogrammen der aktuellen Nationalmannschaft. Nach dem Spiel gibt es eine Autogrammstunde.

Sportchef angefressen: Hoher Aufwand, aber zu wenig Punkte
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Die Situation ist nicht neu, aber allemal unbefriedigend: Einmal mehr hechelt Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg der Spitze hinterher. Fünf Punkte sind es bis zu Tabellenführer VfL Wolfsburg II. Es hätten aber auch leicht acht sein können, denn das 0:1 der VWStädter beim FC St. Pauli II kam schon ziemlich überraschend.
Schon in den beiden vergangenen Jahren verlief der Start alles andere als wunschgemäß, und die Elbestädter verpassten jeweils das Saisonziel. Derzeit läuft der FCM Gefahr, dieses sogar schon in der Hinrunde aus den Augen zu verlieren, nachdem man die Nagelprobe in Babelsberg (2:3) nicht bestanden hat und nur noch Elfter ist.
Dagegen spricht allerdings die positive Entwicklung der Mannschaft. Das sieht auch Sportchef Michael Richter so: „Die Jungs haben mit hohem Aufwand über weite Strecken ordentlich gespielt, sich viele Chancen erarbeitet, durch Unkonzentriertheiten und individuelle Fehler aber dafür gesorgt, dass sie am Ende mit leeren Händen dastehen. Gerade nach der erneuten Führung hatte ich es für ausgeschlossen gehalten, dass wir noch verlieren könnten.“
In der Tat zeigte der FCM eine seiner stärksten Vorstellungen in jüngster Zeit in Potsdam, überzeugte vor allem in der Offensive, was bis vor kurzem viele noch als Schwachstelle in dieser Mannschaft ausgemacht hatten.
Dafür hapert es plötzlich in der Defensive, und Richter monierte diesbezüglich besonders die späten Gegentore: „In Lübeck war‘s die 85., bei Türkiyemspor die 86., gegen Rostock die 90. Minute, und jetzt in Babelsberg kassieren wir das 2:2 und 2:3 auch wieder in der Schlussphase. Ich mag gar nicht daran denken, was möglich gewesen wäre. Aber die Fakten sind halt so, und wir müssen diese Defi zite schnellstens abstellen.“
Ohne dem Trainer vorgreifen zu wollen, kann sich der 45-Jährige allerdings nicht vorstellen, dass Steffen Baumgart von der Offensivausrichtung wieder abweicht: „Die Analyse hat ergeben, dass wir das System beibehalten sollten. Allerdings wird es wohl fürs Heimspiel gegen Hannover 96 II (19. September/13.30 Uhr MDCC-Arena) personelle Veränderungen geben.“
Dass der Rückstand zu Platz eins nicht noch größer geworden ist, nahm Richter nach eigenen Angaben nur am Rande wahr: „Momentan schaue ich weniger auf die Tabelle, sondern beschäftige mich vor allem mit unserer Mannschaft.“

14.September 2009

Autor: Uwe Tiedemann
2:3 – FCM bringt sich selbst um den Lohn seiner Arbeit

Regionalliga: Trotz zweimaliger Führung und größerer Spielanteile Niederlage beim SV Babelsberg

Endlich wieder Tore in Babelsberg erzielt, zweimal geführt, über weite Strecken die stärkere Mannschaft und trotzdem verloren – die bittere 2:3 (0:0)-Niederlage am Sonnabend im Karl-Liebknecht-Stadion ließ einen ziemlich ratlosen Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg zurück.
Babelsberg. „So brutal ist Fußball und eine Niederlage gegen einen Mitkonkurrenten um den Aufstieg natürlich doppelt bitter. Wir haben uns bei den Gegentoren einfach zu dumm angestellt“, befand Mittelfeldakteur Bauer und ergänzte: „Bei dem, was wir wollen, wird es höchste Zeit, dass wir langsam die Früchte ernten.“
Die Elbestädter erwischten gegen verunsicherte und zögerliche Potsdamer den besseren Start, besaßen eindeutig mehr Ballbesitz. Das gestiegene Selbstvertrauen nach den beiden jüngsten Siegen war geradezu spürbar. Nach einer tollen Kombination hatten die rund 1000 mitgereisten FCM-Anhänger den Torschrei schon auf den Lippen, doch der fi nale Pass von Fuchs auf Vujanovic kam nicht an (17.).
Die bis dato zu Hause noch sieglosen Gastgeber versuchten es zwischenzeitlich mit einigen, nicht ungefährlichen Weitschüssen – das war‘s aber auch schon.
Nach der Pause nahm die Partie dann so richtig Fahrt auf. Nach Neumann-Flanke und Vujanovic-Kopfball unterlief dem Babelsberger Surma ein Selbsttor (53.). Doch die Freude währte nur 120 Sekunden: Nachdem der Club den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekam, traf Erdirgi von der Strafraumgrenze genau in den Winkel.
Der Gast zeigte sich dennoch nicht geschockt, sondern fand sofort zurück ins Spiel und ging nach 62 Minuten abermals in Führung: Vujanovic schirmte den Ball gegen zwei Gegenspieler geschickt ab und konnte dann noch präzise auf Fuchs flanken, der per Kopf ins lange Eck verlängerte.
Das Spiel stand nun auf des Messers Schneide, wobei der FCM plötzlich Angst vor der eigenen Courage zu bekommen schien und im Defensivverhalten alles andere als souverän wirkte. „Der Fehler war, dass wir uns zu weit zurückgezogen haben. Das kann man mal für ein paar Minuten machen, aber über einen längeren Zeitraum geht das meistens nicht gut“, ärgerte sich Vujanovic.
Dennoch deutete eine Viertelstunde vor Schluss noch nichts auf eine Niederlage hin. Dann jedoch nahm das Schicksal seinen Lauf. Nach einem Abpraller kam der freistehende Frahn an den Ball und schob ihn unter Tischer hindurch zum Ausgleich ins Netz (77.). Und es sollte noch schlimmer kommen. Nachdem Vujanovic kurz zuvor noch eine gute Kopfballchance ausgelassen hatte, unterlief Prest den Ball, sodass Frahn energisch dazwischenging, mit einem strammen Flachschuss sein zweites Tor erzielte (84.) und damit den FCM endgültig um den verdienten Lohn brachte. „Ich bin nicht an den Ball herangekommen, hätte vielleicht im Raum stehen bleiben müssen“, beschrieb Innenverteidiger Prest die entscheidende Szene und übte dann durchaus Selbstkritik: „Ich weiß nicht so recht, was man zu solch einem Spiel sagen soll? Das ist kein Babelsberg-Syndrom oder Pech, sondern Unkonzentriertheit. Wir verlieren zu viele Zweikämpfe und kassieren zu einfache Gegentore.“
Trainer Baumgart sagte: „Wenn man auswärts zweimal führt, sollte man in der Lage sein, zu gewinnen oder zumindest einen Punkt mitzunehmen. Bei mir als Profi war das früher immer so: Ich bekam Selbstvertrauen, wenn wir vorne lagen. Bei meiner Mannschaft ist es derzeit genau umgekehrt.“
Sein Kollege Dietmar Demuth atmete dagegen nach den ersten Treffern überhaupt und dem Premierensieg im heimischen Stadion – zuvor 0:0 gegen Hertha BSC II und Wolfsburg II bzw. 0:1 gegen Tennis Borussia – tief durch: „Wir sind 20 Minuten lang überhaupt nicht ins Spiel gekommen, hatten Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Insgesamt muss ich der Mannschaft aber ein Kompliment machen, wie sie Moral bewiesen und selbst nach dem 2:2 immer an sich geglaubt hat.
Unterm Strich war der Sieg natürlich ein wenig glücklich.“
Babelsberg: Unger - Surma (64. R. Müller), Civa, Laars - Rudolph, Weidlich, Ergirdi - A. Müller (74. C. Lange), Prochnow - Hebisch (8. Kilicaslan), Frahn
FCM: Tischer - Bankert, Gaebler, Prest, Neumann (87. Siga) - Watzka, Bauer (87. Verkic), Tüting, Racanel (79. Zander) - Vujanovic, Fuchs
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach). Zuschauer: 3154. Tore: 0:1 Surma (53. Eigentor), 1:1 Ergirdi (55.), 1:2 Fuchs (62.), 2:2 Frahn (77.), 3:2 Frahn (83.). Gelb: Lange, Prochnow, Frahn / Fuchs

Autor: Sebastian Günther
Middendorf-Elf trifft einfach nicht das Tor

U 23 des FCM verliert 0:2 in Haldensleben

Haldensleben. „Das war eine absolut ärgerliche und unnötige Niederlage“, analysierte Trainer Mario Middendorf das 0:2 der U 23 des 1. FC Magdeburg beim Tabellenführer Haldensleber SC am Samstagnachmittag.
Bereits in der 2. Minute hatte Patrick Bartsch nach einem Freistoß von Pascal Matthias die erste Möglichkeit. Doch der Torhüter der Gastgeber konnte diesen Versuch vereiteln. Die U 23 kam besser in die Partie und erspielte sich ein Übergewicht. Marcel Brendel schoss vorbei (10.). Die junge Club-Elf versuchte immer wieder, über die schnellen Leute auf den Außenbahnen für Gefahr zu sorgen.
In der Folge erspielten sich die Magdeburger durch Brendel, Bartsch und Tietz weitere Möglichkeiten, aber alle blieben ohne den gewünschten Torerfolg. Die Gastgeber agierten in dieser Phase des Spieles nur mit langen Bällen auf ihre Stürmer. Darauf konnte sich die Abwehr um Kapitän Loth einstellen.
Wenn es mal gefährlich für das FCM-Tor wurde, gingen Einzelaktionen der Haldensleber voraus. So in der 39. Minute, als sich Andreas Sommermeyer auf der linken Seite durchsetzte und in Höhe des Strafraumes zum Schuss kam. Sein Schlenzer auf das Tor landete im langen Eck – 1:0. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt.
Mit viel Wut im Bauch wollte der Gast das Ergebnis noch drehen, begann druckvoll den zweiten Durchgang. Aber gerade in dieser Drangphase nutzte Felix Krause einen Ballverlust im Mittelfeld, um über die rechte Seite zu kontern. Seine Flanke in den Strafraum konnte wiederum Andreas Sommermeyer zum 2:0 verwerten (53.). Dieses frühe Tor in der zweiten Halbzeit spielte den Gastgebern in die Karten. Die Elbestädter aber, angetrieben durch den starken Tim Girke, erspielten sich weitere Chancen. Aber weder Tietz noch Brendel konnten diese nutzen. Auf der Gegenseite klärte Filatow gegen Jacob (70.). Je länger das Spiel dauerte, wurde klar, dass der U 23 wohl kein Treffer gelingen wollte.

12.September 2009

Regionalliga-Kicker wollen nach zehn Jahren wieder Auswärtssieg landen / Neue Terminierung bringt zwei Flutlichtspiele
Kann der FCM seine „schwarze Babelsberg-Serie“ beenden?
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Heute können die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg beweisen, dass sie zu Recht den Anspruch erheben, ganz oben mitspielen zu wollen. Um 13.30 Uhr tritt der Club beim Titelaspiranten SV Babelsberg 03 an.
Die jüngsten Siege gegen Plauen (4:1) und Wilhelmshaven (5:2) haben das Selbstvertrauen der Elbestädter enorm gestärkt. Nun gilt es, mit einem weiteren Erfolg den ersten „big point“ in dieser Saison zu landen. Allerdings erwies sich das Karl-Liebknecht-Stadion zuletzt als uneinnehmbare Festung. Im vergangenen Spieljahr gab es eine bittere 0:2-Niederlage, davor ein torloses Remis. Der letzte Dreier (3:2) liegt inzwischen schon zehn (!) Jahre zurück.
Die Gastgeber kamen ähnlich wie der Club schlecht aus den Startlöchern, kamen am vergangenen Wochenende jedoch zu einem überzeugenden 3:0 in Meuselwitz. Am Mittwochabend stimmten sich die Schützlinge von Trainer Dietmar Demuth mit einem 10:0-Kantersieg im brandenburgischen Verbandspokal bei Borussia Belzig auf das heutige Match ein. Stürmer Clemens Lange traf allein fünfmal.
Unterdessen hat der DFB die Punktspieltage neun bis zwölf fest terminiert. Danach bleibt der 26. September (13.30 Uhr) für das Derby beim HFC bestehen. Gegen den Goslarer SC wird am Sonntag, den 4. Oktober gespielt, anschließend folgen zwei Flutlicht-Partien beim FC St. Pauli II (16. Oktober) und zu Hause gegen Hertha BSC II (23. Oktober).
Noch nicht endgültig gesichert ist allerdings das Heimspiel gegen Goslar, nachdem der Aufsteiger angekündigt hatte, seine Mannschaft zurückzuziehen (Volksstimme berichtete). Manager Bernd Hofmann sagte: „Wenn es tatsächlich so weit kommen sollte, wäre das fatal und ein herber Vertrauensverlust für Sponsoren, Fans und andere Vereine. Ich hoffe sehr, dass der DFB vermittelnde Gespräche führen kann.“

11.September 2009

Baumgart baut auch in Babelsberg auf Offensive
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Nach den beiden klaren Erfolgen über den VFC Plauen (4:1) und SV Wilhelmshaven (5:2) reist Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg morgen (13.30 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) mit breiter Brust zum selbst ernannten Titelaspiranten SV Babelsberg.
„Das wird eine ganz enge Kiste, ein Spiel, das auf des Messers Schneide steht. Aber wir fahren mit dem Ziel nach Potsdam, um auch dort zu gewinnen“, gab FCM-Trainer Steffen Baumgart als Marschroute aus.
Zwar haben sich einige seiner Schützlinge eine leichte Grippe zugezogen, dennoch glaubt der 37-Jährige, dass rechtzeitig wieder alle Mann an Deck sind. Ohnehin ist sein Team – abgesehen von der langen Zwangspause des operierten Erfurter Neuzugangs Denis Wolf – von schwereren Verletzungen verschont geblieben. „Die Saison ist noch lang, aber wir sind natürlich froh, dass wir bislang so gut durchgekommen sind“, sagte Baumgart, der glaubt, dass sich nicht zuletzt der Trainingsaufbau mit speziellen, gruppenorientierten Übungseinheiten positiv bemerkbar macht.
Was die Aufstellung anbetrifft, ließ der Chefcoach durchblicken, dass er auch in Babelsberg zunächst jene elf Akteure aufs Feld schickt, die zuletzt zweimal erfolgreich waren: „Es gibt keinen Grund, etwas zu ändern.“
Und die taktische Ausrichtung soll ebenso beibehalten werden. „Wir suchen auch in Babelsberg die Offensive“, kündigte der Chefcoach an und ergänzte: „Natürlich soll hinten immer die Null stehen. Aber bei einer solchen Spielweise kann es natürlich passieren, dass man etwas anfälliger ist.“
So gab es am vergangenen Sonntag nicht nur wegen der beiden Gegentore einige brenzlige Situationen zu überstehen. Ausdrücklich stellte sich Baumgart aber dabei hinter seinen Torhüter Matthias Tischer, den er auch nicht für den Ausgleich verantwortlich machte: „Es ist momentan nicht leicht für ,Tischi‘. Er beweist aber Nervenstärke und hat bis auf die eine Szene gegen Rostock keinen Fehler gemacht“, betonte Baumgart, dem natürlich auch nicht entgangen ist, dass die momentane Nummer zwei, Christian Beer, bei den Fans eindeutig mehr Kredit besitzt als Tischer.


Fußball-Verbandsliga: Preussen am Sonntag gegen Piesteritz / FCM-Zweite morgen beim Tabellenführer in Haldensleben
Preussen-Coach Hannemann warnt vor Euphorie
Von Hans-Joachim Malli



Magdeburg. Die hauptstädtischen Fußball-Verbandsligisten 1. FC Magdeburg (5. Platz) und MSV Preussen (7.) tummeln sich mit je acht Punkten derzeit in der vorderen Tabellenhälfte, mit Blick nach oben. Allerdings erwartet beide Teams am 6. Spieltag ein knallhartes Programm. Die Club-Zweite muss morgen zum Tabellenführer Haldensleber SC, die Preussen empfangen einen Tag später, am Sonntag um 14 Uhr im Germerstadion den Tabellendreizehnten Grün-Weiß Piesteritz.
„Der Tabellenplatz der Piesteritzer täuscht gewaltig. Ich denke, das wird ein sehr interessantes Spiel, das wir zumindest nicht verlieren wollen. Wichtig ist, das zunächst die Null steht, das wir kompakt auftreten“, so Preussen-Trainer Dirk Hannemann. Beim überraschend deutlichen 4:1-Erfolg vor Wochenfrist gegen Haldensleben hat das speziell in der zweiten Halbzeit über weite Strecken sehr gut geklappt, dennoch erklärt der Coach: „Ich warne davor, jetzt in Euphorie zu verfallen. Alle müssen zunächst in der Defensivarbeit gut stehen, um sich dann selbst Möglichkeiten zu erarbeiten.“
Personell haben die Preussen vor dem morgigen Spiel keine Sorgen. Hannemann: „Es gibt zwar einige Angeschlagene, aber wir haben Alternativen.“
FCM-Trainer Mario Middendorf wusste gestern Abend noch nicht konkret, mit welchem Kader er morgen beim Primus in Haldensleben antreten wird. „Klar ist, dass Instenburg und Gewelke zur Ersten hochgehen, da Zander und Probst ausfallen und auch Georgi noch nicht fi t ist. Verzichten muss der Coach auch auf die zuletzt in der Dritten eingesetzten Tietz, der gestern im Training umknickte, und Hennecke, der sich am Wochenende im Stadtligaspiel einen Bänderriss zuzog.
Dafür werden auf alle Fälle Filatow und Gerwien bei uns spielen“, so der Trainer der U 23 des Clubs, der sich Gastgeber Haldensleben vor Wochenfrist im Germerstadion ansah: „Die haben ihre Stärken, stehen kompakt und lassen normalerweise wenig zu, auch wenn das 1:4 was anderes aussagt.“
Middendorf, warnt vor einem heißen Tanz, sieht eine gewisse Brisanz in der Partie, gibt es doch ein Wiedersehen mit einigen ehemaligen FCM-Kickern, die sicherlich gern zeigen wollen, was sie noch drauf haben. Nach dem Test gegen die eigene U 19 hatte seine Elf frei. Seit Montag wird aber jeden Tag trainiert.

10.September 2009

Autor: Uwe Tiedemann
Präsident Rehboldt will zu einer der schillerndsten Figuren im deutschen Fußball Kontakt aufnehmen

Wird Ex-Schalke-Manager Assauer Berater beim FCM?

Magdeburg. Bahnt sich da ein echter Coup an? Wie die Volksstimme erfuhr, soll Rudi Assauer, ehemaliger Manager des FC Schalke 04, Interesse am Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg signalisiert haben.
Eine Art Beratertätigkeit wäre insofern nichts Ungewöhnliches, unterstützt doch Assauer derzeit den Wuppertaler SV und stand 2008 kurz vor einem ähnlichen Engagement bei RW Essen.
Die Verbindung zum FCM soll Ex-FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann hergestellt haben. Auf Nachfrage hielt sich dieser jedoch sehr bedeckt: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt möchte ich mich dazu nicht äußern.“
Gesprächiger gab sich FCMPräsident Volker Rehboldt: „Nach meinen Kenntnissen hat Bernd Heynemann den Kontakt hergestellt. Wenn ein Mann wie Rudi Assauer uns helfen kann, sollte man nichts unversucht lassen. Seine Telefonnummer liegt bei mir auf dem Schreibtisch, angerufenhabe ich ihn jedoch noch nicht, auch weil es bis vor kurzem sportlich bei uns nicht lief. Das werde ich jetzt aber in aller Kürze tun.“
Nach Volksstimme-Informationen soll Assauer in gemütlicher Runde Heynemann sinngemäß erzählt haben, ihn würde es noch einmal reizen, einen Traditionsverein nach oben zu bringen. Zudem dürften Assauer die für Viertligaverhältnisse sensationellen Zuschauerzahlen beim FCM nicht entgangen sein.
Der 65-Jährige selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, dafür sagte sein Geschäftsfreund und Schalke-Vorstand Peter Peters: „Bekannt ist mir davon nichts. Aber was nicht ist, kann ja noch werden ...“
Assauer gehört zu den schillerndsten Figuren im deutschen Fußball, bestritt zwischen 1964 und 1976 als Profi bei Borussia Dortmund und Werder Bremen 307 Bundesligaspiele, wechselte dann ins Management und trat im Mai 2006 von seinem Posten bei Schalke zurück. Danach widmete sich der frühere Lebensgefährte von Schauspielerin Simone Thomalla verschiedenen Projekten, ist neuerdings beim „Fußball-Talk“ mit Kommentator Werner Hansch zu sehen.

9.September 2009

Autor: Klaus Renner
Innenministerium sieht „Kapazitätsprobleme“

Fußball: Wird die Regionalliga-Partie HFC – FCM vom 26. September womöglich verlegt?

Magdeburg. Derzeit sind sie Tabellen-Nachbarn – nur durch das Torverhältnis getrennt. Fußball-Regionalligist FCM, mit neun Toren in den letzten zwei Spielen im Aufwind, der Hallesche FC scheint nach seinem Blitzstart etwas zu schwächeln. Zwei Spieltage stehen noch aus, doch am Sonnabend, dem 26. September, soll es an der Saale zum mit viel Spannung erwarteten Aufeinandertreffen beider sachsen-anhaltischer Viertligisten kommen.
Der Konjunktiv ist in diesem Fall wohl angebracht, denn die Gerüchte über eine Verlegung der Partie, die von allen Betroffenen, der Polizei, dem DFB und beiden Teams als „Sicherheitsspiel“ apostrophiert wird, schießen allerorts ins Kraut. Als Grund wird der angespannte Einsatzplan der Ordnungshüter angesichts der einen Tag darauf stattfi ndenden Bundestagswahl angeführt.
Martin Krems, Pressesprecher im sachsen-anhaltischen Innenministerium, bestätigte gestern auf Volksstimme-Nachfrage: „Das Innenministerium hat auf Grund von Kapazitätsproblemen an besagtem Wochenende beim DFB eine Spielverlegung auf den 29. oder 30. September beantragt.“
Dagegen ließ FCM-Manager Bernd Hofmann verlauten: „Ich gehe davon aus, dass wir am 26. September spielen.“ Abwartend auch HFC-Pressesprecher Jörg Sitte: „Der DFB legt erst in dieser Woche die Ansetzungen des 7. bis 9. Spieltages fest. Wir müssen abwarten.“
Markus Stenger, Regionalliga-Koordinator des DFB, glaubt, dass die Partie „wohl als Sicherheitsspiel eingestuft wird“, sieht aber bislang keine Veranlassung für eine Spielverlegung.
Auf die am morgigen Donnerstag in Berlin stattfi ndende Zusammenkunft zur Fixierung der nächsten Regionalliga-Spieltage verweist Wilfried Riemer. „Wir planen, dass das Spiel am 26. September stattfinden wird. Und die Bundestagswahl ist ja erst am 27. September“, so der Verantwortliche für den Spielbetrieb im Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV).

8.September 2009

Autor: Uwe Tiedemann
Sieg gegen Babelsberg wäre erster „big point“

Regionalligist FCM blickt nach sechs Punkten in der „englischen Woche“ wieder nach oben

Magdeburg. So schnell geht das: Noch vor einer Woche drohte Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg der Sturz ins Bodenlose. Doch nach sechs Punkten und 9:3 Toren aus der „englischen Woche“ blickt der Club wieder nach oben. „Diejenigen, die kürzlich noch am lautesten mit ,Baumgart-raus‘- Rufen zu hören waren, haben jetzt am meisten applaudiert. Das zeigt die Kurzlebigkeit des Geschäfts“, schmunzelte FCMPräsident Volker Rehboldt nach dem 5:2 über den SV Wilhelmshaven. Der Club-Chef, der zuvor zwei Siege gefordert hatte, stellte nach dem erlösenden ersten Heimerfolg aber gleichzeitig klar: „Es gibt absolut keinen Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen oder das Ergebnis überzubewerten. Wir fahren jetzt am kommenden Sonnabend nach Babelsberg, um auch dort zu gewinnen.“
Vor den Partien in Plauen und gegen Wilhelmshaven hätten viele FCM-Fans der Mannschaft ein solches Unterfangen eher nicht zugetraut – jetzt schon. Es scheint, als habe das Team rechtzeitig den Hebel umgelegt und die Kurve gekriegt. „Neun Tore in zwei Spielen – das hat es in Magdeburg lange nicht mehr gegeben“, strahlte Mittelfeldfl itzer Maximilian Watzka, der enorm geackert, mit den Toren zum 2:1 und 3:1 entscheidend zum Dreier beigetragen und seinen ersten Doppelpack in einem FCM-Pfl ichtspiel überhaupt erzielt hatte.
„Ich denke, wir haben bewiesen, dass wir zu Recht den Anspruch erheben, ganz oben mitzumischen“, erklärte der 23-Jährige,
der nach der Partie schon zum zweiten Mal in Folge zum „Spieler des Tages“ gewählt worden war (36 Prozent), selbstbewusst: „Ein schöner Nebeneffekt und ein Ansporn, sich auch beim nächsten Mal wieder voll reinzuhängen, aber kein Grund, sich darauf etwas einzubilden“, kommentierte Watzka die Auszeichnung, die seit Beginn der laufenden Saison bei jedem Heimspiel vorgenommen wird.
Die Frage, woher der frische Wind und die Spielfreude plötzlich kommen, beantwortete der Ex-Offenbacher so: „Wir spielen im Mittelfeld jetzt mit einer Raute. Dadurch ergeben sich mehr Anspielstationen, mehr Torchancen. Mittlerweile ist auch die nötige Sicherheit da, kommt viel öfter auch der letzte finale Pass an, der noch vor kurzer Zeit im Aus gelandet war. Das stärkt das Selbstvertrauen, jeder fordert jetzt den Ball.“
Bei aller Angriffslust läuft der FCM allerdings Gefahr, die Defensive zu vernachlässigen. Das sieht auch Watzka so: „Daran müssen wir unbedingt arbeiten. Bei einem stärkeren Gegner als Wilhelmshaven kann das schnell einmal ins Auge gehen.“ Nichtsdestotrotz geht es jetzt voller Vorfreude nach Babelsberg. Watzka: „Das ist schließlich die erste Chance, endlich einen ,big point‘ zu landen. In unserer jetzigen Verfassung sehe ich gute Chancen, auch dort zu gewinnen.“
Wilhelmshavens Coach Wolfgang „Maxe“ Steinbach hat den FCM jedenfalls wieder voll auf der Rechnung: „Im Detail kann ich es nicht beurteilen, weil ich die Mannschaft zu selten gesehen habe. Aber wenn die Ergebnisse wieder stimmen und eine gewisse Euphorie ausbricht, kann hier eine Menge entstehen.“ Eines dürfte klar sein: Sollten die Blau-Weißen tatsächlich in Babelsberg gewinnen, ist der Fehlstart vergessen.

7.September 2009

Autor: Uwe Tiedemann
FCM: Neun Tore in „englischer Woche“

Fußball-Regionalligist schlägt gestern SV Wilhelmshaven mit 5:2 und schiebt sich auf Rang sechs vor

Optimale Ausbeute in der „englischen Woche“: Nach dem 4:1 in Plauen legte Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg gestern nach und feierte mit einer starken Offensivleistung ein verdientes 5:2 (2:1) über den SV Wilhelmshaven. Es war gleichzeitig der erste Heimsieg, mit dem sich die Blau-Weißen auf den sechsten Platz verbesserten und sogar am Erzrivalen HFC vorbeizogen.
Magdeburg. „Mit der Offensive bin ich aufgrund der Vielzahl an herausgespielten Möglichkeiten mehr als zufrieden. Dafür haperte es im Defensivverhalten. Es kann nicht sein, dass man selbst bei einer 4:1-Führung ständig Angst haben muss, ein Gegentor zu fangen“, lautete das Fazit von FCMTrainer Steffen Baumgart.
Der Club erwischte einen Auftakt nach Maß. Nach nur zwei Minuten hieß es 1:0 durch Fuchs, der eine zunächst abgeblockte Racanel-Flanke im Nachsetzen per Kopf verwertete – der zweite Treffer des immer auffälligeren Neuzugangs aus Jena. Doch die Freude währte nur kurz. Nach einem Freistoß packte Keeper Tischer gegen O‘Neill nicht energisch genug zu, so dass Wegner ins leere Gehäuse (9.) zum Ausgleich köpfen konnte.
Die Jadestädter igelten sich in der Folgezeit jedoch nicht ein, sondern versuchten mitzuspielen, was dem individuell besser besetzten FCM natürlich entgegenkam. So ergaben sich zwangsläufi g weitere Chancen, wobei ein Angriff über drei Stationen wie aus dem Lehrbuch für die abermalige Führung sorgte: Tischer fängt eine Flanke ab, wirft zu Vujanovic, der nach einem kurzen Sprint Fuchs bedient, und dessen Zuspiel in die Mitte nutzt der mitgelaufene Watzka eiskalt zum 2:1 (24.). So macht – zumindest aus FCM-Sicht – Fußball Spaß!
Auch im weiteren Verlauf blieben die Gastgeber am Drücker, zeigten gefällige Kombinationen und versuchten dabei ganz bewusst, auf lange Bälle zu verzichten. So wurde das Team mit viel Beifall in die Kabine verabschiedet, wenngleich die Defensive keinen sicheren Eindruck hinterließ.
Zu Beginn der zweiten 45 Minuten hatte der Club zwar einige Anlaufschwierigkeiten, wirkte Wilhelmshaven präsenter und zielstrebiger, doch dann fiel genau zum richtigen Zeitpunkt das dritte Tor. Auch diesem Treffer ging eine sehenswerte Kombination voraus. Vujanovic hatte aus spitzem Winkel zunächst nur den Pfosten getroffen, den Abpraller schob Watzka dann ohne Mühe über die Linie (55.).
Danach agierten die Elbestädter in der Defensive allzu sorglos, glänzten dafür aber mit herzerfrischendem Angriffsfußball. So wie in der 74. Minute. Der mit Gelb belastete Tüting, der Glück hatte, dass er kurz zuvor nach einem Handspiel nicht Gelb-Rot sah, legte mustergültig auf Vujanovic ab, und der FCM-„Knipser“ konnte sich ebenfalls in die Torschützenliste eintragen (74.). Zehn Minuten später bestrafte Wilhelmshaven die Defizite im Abwehrverhalten, verkürzte Huke mit einem Klassekopfball ins lange Eck auf 4:2. Doch das war immer noch nicht alles. In der Nachspielzeit stellte der kurz zuvor eingewechselte Verkic nach klugem Querpass von Racanel den 5:2-Endstand her.
„Wir haben in der Vorwärtsbewegung zu viele Fehler gemacht und mussten aufpassen, dass wir hier nicht richtig unter die Räder kommen. Magdeburg war insgesamt eine Nummer zu groß für uns“, fasste
Gäste-Coach und Ex-FCM-Legende Wolfgang „Maxe“ Steinbach das Geschehen aus seiner
Sicht zusammen.
FCM: Tischer - Bankert, Prest (63. Littmann), Gaebler, Neumann, Watzka, Bauer, Tüting (75. Zander), Racanel, Fuchs (89. Verkic), Vujanovic
SV Wilhelmshaven: Weis - Neubert, Diamesso, Nennhuber, Stark, Puttkammer (62. Fiore), Meier (62. Karli), Moslehe, El-Hammouchi, Wegner, O‘Neill (83. Huke) Schiedsrichter: Grudzinski (Hamburg). Zuschauer: 5749. Tore: 1:0 Fuchs (2.), 1:1 Wegner (9.), 2:1 Watzka (24.) 3:1 Watzka (55.), 4:1 Vujanovic (74.), 4:2 Huke (84.), 5:2 Verkic (90.). Gelb: Prest, Tüting, Fuchs / Diamesso, Moslehe


Autor: Uwe Tiedemann
„Heinz-Krügel-Platz“ eingeweiht



Magdeburg (ut). Nun hat Magdeburg seinen „Heinz-Krügel-Platz“: Zu Ehren des verstorbenen Meistertrainers des 1. FC Magdeburg wurde gestern Mittag die Fläche vor dem Stadion nach seinem Namen benannt. Zu der Ehrung war neben Oberbürgermeister Lutz Trümper und Spielern der Europapokalgewinnermannschaft von 1974 auch Krügels Witwe Else erschienen.

5.September 2009

Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg empfängt morgen SV Wilhelmshaven
Steinbach sieht sein Team als Außenseiter
Von Klaus Kahmann



Magdeburg. Die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg stehen morgen (Anpfiff 13.30) in der heimischen MDCC-Arena mit dem Spiel gegen den 16., den SV Wilhelmshaven, zumindest der Papierform nach vor einer lösbaren Aufgabe. Dafür spricht, dass die Männer von der Nordseeküste am Mittwoch daheim gegen Meuselwitz nicht über ein 0:0 hinauskamen. Zudem konnten die Elbestädter gegen Wilhelmshaven in der vorigen Saison mit dem 1:0 daheim und dem 2:2 auswärts vier Punkte einfahren.
Doch die Papierform ist das eine, ein Spiel das andere. Da stehen die Wilhelmshavener bereits mit dem Rücken zur Wand, und angeschlagene Gegner sind nicht nur im Boxsport oft sehr gefährlich.
Aber der Ex-Magdeburger und 74er Europapokalsieger, Wolfgang „Maxe“ Steinbach – jetzt Trainer der Wilhelmshavener – sieht seinen ehemaligen Verein natürlich als den klaren Favoriten. „Auch wenn die Magdeburger bis zu dem 4:1 am Mittwoch in Plauen noch keinen Sieg feiern durften, kann der Unterschied zwischen unseren beiden Mannschaften kaum größer sein. Der FCM ist für mich trotz des schlechten Starts weiter ein Aufstiegsfavorit. Von Augenhöhe kann da bei meiner Mannschaft keine Rede sein“, sieht sich Steinbach mit seinem Team klar in der Außenseiterrolle.
„Wir haben jetzt schon längere Zeit Verletzungsprobleme. Vier Spieler sind ausgefallen. Darum hat der Verein noch drei neue Akteure nachverpfl ichtet. Das heißt, wir haben einen Kader von 23 neuen Spielern. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Ergebnisse zurzeit noch nicht stimmen“, nennt „Maxe“ eine Ursache für den Platz der Männer vom Jadebusen im Abstiegsfeld.
Die Seiten gewechselt hat Andreas Gaebler, der in der vorigen Saison noch im Trikot des SVW auch gegen den FCM aufl ief. Er hat inzwischen einen Stammplatz in der Innenverteidigung des FCM und fühlt sich „richtig wohl auf dieser Position“. „Wenn wir jetzt am Sonntag nicht nachlegen, dann ist der Sieg vom Mittwoch nicht mehr viel wert“, fordert er den vollen Einsatz von sich und seinen Mannschaftskameraden, um drei Punkte einzufahren.

4.September 2009

1. FC Magdeburg will jetzt zu Hause gegen Wilhelmshaven nachlegen

Tenor nach 4:1-Sieg: Das kann nur der Anfang gewesen sein

Von Uwe Tiedemann

Der Spuk hat ein Ende, Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg mit dem souveränen 4:1 in Plauen endlich seinen ersten Dreier eingefahren. „Die Erleichterung ist schon ziemlich groß“, bekannte denn auch Trainer Steffen Baumgart, dem wie allen anderen Beteiligten ein Stein vom Herzen gefallen war.
Plauen/Magdeburg. Durch den Auswärtssieg kletterte der Club auf Platz neun der Tabelle. „Bei einer Niederlage wären wir Vorletzter gewesen – eine Katastrophe für den Verein, das gesamte Umfeld und die Region. Jetzt stehen wir nicht mehr ganz so unter Druck, werden diesen Sieg für einen kurzen Augenblick genießen, mehr aber auch nicht. Denn das kann nur der Anfang gewesen sein, jetzt muss als nächstes ein Heimsieg gegen Wilhelmshaven (Sonntag, 13.30 Uhr, MDCC-Arena) her. Wir wissen, dass wir keine Zeit mehr haben“, bilanzierte Kapitän Radovan Vujanovic, der mit drei Treffern zum Matchwinner avancierte.
Der Erfolg sollte auch deswegen nicht überbewertet werden, weil sich der Gegner wie ein Absteiger präsentiert hatte. Plauen igelte sich nach dem Blitzstart (1:0-Führung nach 61 Sekunden) regelrecht ein und wirkte über weite Strecken restlos überfordert. „Vier Auswärtstore schießt man zwar nicht alle Tage. Aber gegen diesen schwachen Gegner hätten es sogar noch ein paar mehr sein müssen“, räumte Vujanovic später ein.
So wurde der FCM noch am späten Dienstagabend Zeuge, wie der harte Kern der frustrierten VFC-Fans noch lange nach dem Spiel seinem Ärger Luft machte, lautstark den Rücktritt des Präsidiums forderte („Wir haben die Schnauze voll“ / „Vorstand raus“) und das nach Durchhalteparolen klingende Statement von Trainer Hermann Andreev mit Buhrufen und Pfi ffen quittierte. Für das eher beschauliche Vogtland glichen diese Attacken schon einer kleinen Palastrevolution, mussten Ordner und Security Schlimmeres verhindern.
Ein ähnliches Szenario hätte bei einem weiteren Misserfolg vermutlich auch dem Club gedroht. Nun aber richten sich die Blicke wieder nach vorn, wenngleich Baumgart sogleich warnte: „Wir haben nach dem frühen Rückstand, der leicht hätte höher als 0:1 ausfallen können, gut ins Spiel zurückgefunden und den Gegner über weite Strecken beherrscht, lassen uns aber von diesem Resultat nicht täuschen.“
Der 37-Jährige weiß: Das 4:1 war zwar der dringend benötigte Befreiungsschlag, jetzt müssen seine Schützlinge aber zu Hause nachlegen. Was Mut macht für die Partie gegen den ebenfalls in Abstiegsgefahr schwebenden und defensiv eingestellten SV Wilhelmshaven: Obwohl sich Plauen immer wieder weit zurückzog, waren die Elbestädter ständig in Bewegung, wichen auf die Flügel aus, glänzten nicht zuletzt durch direktes Spiel und erarbeiteten sich so eine Vielzahl von Chancen.
Und was noch zu beobachten war: Baumgart scheint seine Stamm-Elf gefunden zu haben, schickte jetzt zweimal in Folge die gleiche Startformation aufs Feld. In der Innenverteidigung gibt er Prest den Vorzug gegenüber Littmann, von der Doppelabsicherung auf der Sechser-Position hat er vorerst Abstand genommen, und vorne setzt er neben Vujanovic auf Neuzugang Fuchs, dem sein erster Treffer zusätzlich Auftrieb geben dürfte.

3.September 2009

Fußball-Regionalliga: FCM siegt im Vogtland mit 4:1
Endlich! Die Blau-Weißen brechen in Plauen den Bann
Von Uwe Tiedemann

Der Bann ist gebrochen, der Club nicht mehr sieglos: Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg fuhr gestern Abend in souveräner Manier seinen ersten Dreier ein, gewann sein Auswärtsspiel beim über weite Strecken erschreckend schwachen VFC Plauen klar mit 4:1 (3:1). Herausragender Akteur bei den Elbestädtern war Vujanovic mit drei Toren.
Plauen. FCM-Trainer Baumgart schenkte zunächst exakt den elf Akteuren das Vertrauen, die am vergangenen Sonnabend beim 2:2 gegen Hansa Rostock II den ersten Saisonsieg nur knapp verpasst hatte. Für Manager Hofmann keine Überraschung: „Das war zu erwarten, nachdem die Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit sehr elanvoll gespielt hatte. Das einzige, was fehlte, war ein Tor ...“
Auch gestern wurden die Elbestädter kalt erwischt. Und zwar nach genau 61 Sekunden. Bachmann eroberte das Leder und ließ dann Tischer mit einem plazierten Flachschuss keine Chance. Wenig später stand wiederum Bachmann „knochenfrei“, jagte die Kugel aber über den Kasten. Das musste eigentlich das 2:0 sein. Die Club-Abwehr in dieser Anfangsphase ein Torso, ohne Abstimmung.
Doch der FCM erholte sich erstaunlich schnell von dem Schock und übernahm mit der klar besseren Spielanlage und technischen Vorteilen fortan das Kommando. Angriff auf Angriff rollte in Richtung Plauener Gehäuse. Es gab einige sehenswerte Spielzüge und Direktabnahmen, wobei der VFC großzügig Hilfestellung leistete, viel zu tief stand, meistens nur zuschaute bzw. sich haarsträubende Fehler leistete. So waren FCM-Tore eine logische Folge der deutlichen Überlegenheit. Zunächst glich Fuchs aus der Drehung aus (15.), dann gelang Vujanovic mit einem abgefälschen Ball in halblinker Position die Führung (29.), und wiederum Vujanovic erzielte aus kurzer Distanz auch das 1:3, nachdem Six über den Ball geschlagen hatte (35.). Dazwischen lagen weitere Hochkaräter durch Fuchs (Heber übers Tor/23.), Watzka und Tüting, die jeweils von Person zunichte gemacht wurden (27./33.).
Gleich nach Wiederanpfi ff bereits die Vorentscheidung, als Vujanovic im zweiten Versuch Person mit einem ansatzlosen Flachschuss überlistete und damit seinen dritten Treffer markierte (47.). Im weiteren Verlauf ließen es die Blau-Weißen etwas ruhiger angehen, wobei sie mehrfach dem fünften Tor näher waren (Watzka/80.) als die maßlos enttäuschenden Vogtländer einer Ergebniskorrektur. In der Endphase verfl achte das Match, beide Teams schienen sich mit dem 1:4 abgefunden zu haben, taten nicht mehr als nötig.
Baumgart: „Es ist schön, dass wir unseren ersten Sieg eingefahren haben. Wir werden jetzt aber nicht in Euphorie ausbrechen, es gibt noch eine Menge zu tun.“
VFC: Person - Six (43. Fahrenholz), Boden, Schröder (47. Zimmermann), Wendler (46. Müller), Bachmann, Hoßmang, Paulick, Böhme, Schindler, Sonnenberg
FCM: Tischer - Bankert, Prest, Gaebler, Neumann, Watzka, Bauer (85. Instenberg), Tüting (80. Zander), Racanel, Fuchs (62. Siga), Vujanovic
Schiedsrichter: Valentin (Taufkirchen). Zuschauer: 1479. Tore: 1:0 Bachmann (2.), 1:1 Fuchs (15.), 1:2 Vujanovic (29.), 1:3 Vujanovic (35.), 1:4 Vujanovic (47.). Gelb: Boden, Fahrenholz, Sonnenberg / Racanel, Prest, Neumann

2.September 2009

Autor: Uwe Tiedemann
FCM-Präsident Rehboldt stärkt Trainer Baumgart den Rücken

Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg heute in Plauen unter Zugzwang

Nach dem Fehlstart steht Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg heute (18.30 Uhr) beim VFC Plauen gehörig unter Zugzwang. Präsident Volker Rehboldt vermied zwar das Wort Schlüsselspiel („Das würde ja bedeuten: hopp oder top“), sprach aber, die Heimpartie gegen Wilhelmshaven am kommenden Sonntag mit einbezogen, von „zwei sehr, sehr wichtigen Spielen, die wir beide gewinnen wollen“.
Magdeburg. Plauen (17.) gegen FCM (13.) ist – wer hätte das vor Saisonbeginn gedacht – das Kellerduell des 5. Spieltages. Bei einer Niederlage könnte der Club im ungünstigsten Fall sogar auf einen Abstiegsplatz abrutschen. Auch das zeigt, wie prekär die Situation ist.
Doch daran verschwendet die Führungsebene verständlicherweise keinen Gedanken. Im Gegenteil. „Es herrscht zwischen Präsidium, Trainerstab und sportlicher Leitung die einhellige Meinung, dass wir jetzt mit zwei Siegen die Wende einleiten“, erklärte Rehboldt. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Noch einmal Rehboldt: „Ich habe den Eindruck, dass die Jungs mit der Drucksituation umgehen können und mit dem nötigen Selbstvertrauen und dem festen Willen nach Plauen fahren, das Ding zu kippen.“ Trainer Steffen Baumgart hat ohnehin gute Erinnerungen an diesen Gegner, bedeutete doch das 4:3 Mitte April im ersten Spiel unter seiner Regie gleich den ersten Sieg. Hinzu kommt, dass die Vogtländer nach zwei Niederlagen und zwei Unentschieden noch schlechter gestartet, extrem verunsichert sind.
Allerdings setzt sich das Präsidium auch mit einem weiteren Misserfolg auseinander. „Wir dürfen natürlich nicht die Augen verschließen. Die nächsten beiden Begegnungen werden uns deutlich die Richtung weisen. Und danach würde ich von Schlüsselspielen sprechen“, erklärte der 41-Jährige mit Blick auf die anschließenden schweren Aufgaben gegen den SV Babelsberg (A), Hannover 96 II (H) und den HFC (A).
Die Personalie Baumgart bleibt laut Rehboldt aber unangetastet: „Natürlich geht er momentan durchs Feuer und kann aus solchen Situationen nur lernen. Aber wir werden doch einerseits nicht schon nach vier Runden unsere neue gemeinsame Strategie nach der Ära Linz über den Haufen werfen. Und andererseits können wir sehr wohl beurteilen, mit welchem Fleiß und Elan er seinen Job macht, wie er die Mannschaft anspricht und auch analytische Themen mit dem Trainerteam beleuchtet. Ich glaube fest daran, dass er die Wende schafft.“
Bei solchen Aussagen dürften auch finanzielle Aspekte eine wesentliche Rolle spielen. Denn momentan sieht es ganz danach aus, als gebe es keine vorzeitige Vertragsaufl ösung mit Ex-Trainer Paul Linz. Rehboldt dazu: „Die Anwälte verhandeln noch. Mehr möchte ich dazu momentan nicht sagen.“ Die Gespräche dauern aber schon seit geraumer Zeit an – ohne wesentliche Annäherung. Wenn Linz also seinen Vertrag bis zum Ende „aussitzt“, das heißt, volle 15 Monate (April 2009 bis Juni 2010) sein Geld kassiert, kostet das den Club eine üppige Summe im sechsstelligen Bereich.
Übrigens: Rehboldt ist heute aus beruflichen Gründen selber nicht vor Ort, lässt sich aber von Manager Bernd Hofmann per SMS umfassend unterrichten



Heinz-Krügel-Platz vor dem Stadion

Magdeburg (rs). Der Platz vor der MDCC-Arena wird am Sonntag dem ehemaligen FCMTrainer Heinz Krügel gewidmet. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) wird ein Straßenschild enthüllen. Der Benennung war ein Stadtratsbeschluss vorausgegangen.
Krügel (1921-2008) führte den 1. FC Magdeburg in den 1970er Jahren unter anderem zu drei Meistertiteln und einem Europacupsieg. Fans hatten vergeblich versucht, auch das Stadion nach Krügel benennen zu lassen.

Magdeburg ehrt am Sonntag erfolgreichsten Fußballtrainer

Fläche vorm Stadion heißt künftig Heinz-Krügel-Platz, aber nicht allen reicht das aus

Wenn am kommenden Sonntag kurz vor dem nächsten Heimspiel des 1. FC Magdeburg gegen Wilhelmshaven die Fläche vor dem Stadion in Heinz-Krügel-Platz benannt wird, werden das viele Fans mit gemischten Gefühlen verfolgen. Sie hatten mit dem Namen des erfolgreichsten FCM-Trainers aller Zeiten Größeres vorgehabt : Ihm wollten sie das Stadion widmen.

Brückfeld. " MDCC " – in großen Buchstaben begrüßt der neue Stadionname seit Saisonbeginn die Fans des FCM. Der Klub hatte, nach rund dreijähriger vergeblicher Suche, Mitte des Jahres endlich einen Sponsor für das bis dahin namenlose " Stadion Magdeburg " gefunden. Als die se Nachricht über die " MDCC-Arena " verkündet wurde, gab es aber nicht nur freudige Gesichter, obwohl dem FCM mit der Namensvergabe dringend benötigtes Geld in die Kassen gespült wird.



Die Entscheidung für die Telekommunikationsfi rma, die den FCM schon seit Jahren unterstützt, war zugleich die letzte und auch endgültige Absage an den Wunsch vieler Fans, das neue Stadion dem Mann zu widmen, der in Magdeburg wie kein anderer Trainer Fußballgeschichte schrieb : Heinz Krügel. Er hatte den Klub in den 1970 er Jahren zu einer europäischen Spitzenmannschaft geformt, gewann dreimal den DDR-Meistertitel und als Krönung 1974 den Europapokal der Pokalsieger. Krügel wurde damit zum Volkshelden, fi el aber später in Ungnade von Partei und Klubführung. Er musste gehen.

Den Kontakt zu seinem FCM verlor er aber genauso wenig wie seine Beliebtheit, die selbst bei Generationen, die ihn nicht mehr aus seiner aktiven Zeit kennen, ungebrochen war und ist. Nur so ist es zu erklären, dass viele Fans das Engagement des neuen Namensgebers positiv zu werten wissen, sich aber ein Heinz-Krügel-Stadion noch viel mehr wünschen als einen Heinz-Krügel-Platz davor.

Das ist übrigens auch bei jedem Heimspiel im Stadion sichtbar. Hinter der Nordkurve, wo die treuesten Fans stehen, grüßt ein 30 Meter Spruchband " Heinz-Krügel-Stadion ". Ergänzt wird alles mit Heinz-Krügel-Fanartikeln vom T-Shirt bis zum Plakat und zahlreichen Internetpräsentationen zum " HKS " ( Heinz-Krügel-Stadion ).

Insofern ist der Enthüllung des Straßenschildes am Sonnabend mit Spannung entgegenzusehen, wie wohl die Fans reagieren werden. Die Stadtpolitik jedenfalls hatte mit der Namensvergabe an den Vorplatz ihre Ehrungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft. Auf die Namensgebung des Stadion hatte sie ohnehin keinen Einfl uss.

" Mit der vom Stadtrat im Juni beschlossenen Namensgebung würdigt die Landeshauptstadt eine der größten Identifi kationsfi guren des Magdeburger Fußballs ", so Oberbürgermeister Lutz Trümper im Vorfeld der Ehrung. " Heinz Krügel war nicht nur ein erfolgreicher Trainer, sondern eine Persönlichkeit, die Fußball gelebt und die Entwicklung des Fußballsports in Magdeburg in hohem Maße geprägt hat. "

Die Einweihung am kommenden Sonntag um 12. 30 Uhr ist eine gemeinsame Veranstaltung der Stadtverwaltung und des 1. FC Magdeburg. Zu den Teilnehmern gehören neben dem Oberbürgermeister auch die Witwe von Heinz Krügel, Else Krügel, der Präsident des 1. FC Magdeburg, Volker Rehboldt, Spieler der Europacup-Siegermannschaft von 1974, Vertreter des Fanrates und natürlich Fußballfreunde aus Magdeburg und der Region. Unmittelbar vor der offi ziellen Enthüllung des Namensschildes werden der Oberbürgermeister sowie Martin Hoffmann und ein Vertreter des Fanrates einige Gruß- und Erinnerungsworte an die Gäste richten.

Zur offi ziellen Einweihung des Heinz-Krügel-Platzes sind alle Fußballfreunde aus Magdeburg und der Region herzlich willkommen.

1.September 2009

Fuchs: „Von der Qualität des Teams überzeugt“

FCM: Einstand des neuen Angreifers nicht wunschgemäß / Morgen beim VFC Plauen

Sein Einstand verlief alles andere als wunschgemäß, sein Optimismus ist dennoch ungebrochen – es geht um Lars Fuchs, Neuzugang und Hoffnungsträger des kriselnden Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, der nach vier Spielen noch immer auf den ersten Saisonsieg wartet.
Magdeburg. Nach der langwierigen Verletzung von Denis Wolf (RW Erfurt/Volksstimme berichtete) hatte die Club-Führung nach einem adäquaten Ersatz gesucht und ihn im 27-Jährigen gefunden, der über die Stationen Eintracht Braunschweig, VfL Osnabrück und Carl Zeiss Jena nun an die Elbe wechselte.
„Natürlich ist der Auftakt misslungen und die Situation insgesamt recht angespannt, weil die Ansprüche in Magdeburg immer besonders hoch sind. Aber ich habe keinen Augenblick gezögert, beim FCM zuzusagen, weil ich weiß, hier noch eine Menge erreichen zu können. Hinzu kam, dass ich in Jena keine Perspektive mehr gesehen habe und meine Familie aus der Nähe von Braunschweig kommt, ich also wieder schneller zu Hause sein kann“, erläuterte der gebürtige Bad Harzburger, der momentan noch im Hotel wohnt und beim 0:1 bei Türkiyemspor eingewechselt wurde bzw. jetzt gegen Hansa Rostock II eine Stunde zum Einsatz kam, seine Beweggründe.
Bald soll es über die volle Distanz gehen: „Ich fühle mich topfit, verspüre keinerlei Trainingsrückstand. Was noch fehlt, sind die Spritzigkeit und natürlich das Mannschaftstraining. Bis ich die einzelnen Laufwege kenne, wird es sicherlich auch noch zwei bis drei Wochen dauern, aber das ist ganz normal“, schätzte der Linksfuß ein, der zwar vor drei Jahren einen Bänderriss erlitt, seit geraumer Zeit aber verletzungsfrei ist und sich auf seine Zukunft beim FCM freut: „Ich hatte auch nach den beiden ersten nicht gewonnenen Spielen überhaupt keine Zweifel, dass meine Entscheidung richtig war. Ich bin von der Qualität dieser Mannschaft absolut überzeugt. Wir haben die Rostocker, die ja nicht irgendwer sind, über weite Strecken beherrscht, nur das nötige Glück im Abschluss nicht gehabt.“ Und weiter: „Die Tabelle ist aus FCM-Sicht momentan zwar wenig positiv, nach vier Spieltagen aber eben auch nur eine Momentaufnahme. Ich rechne fest damit, dass wir jetzt in Plauen (Mittwoch, 18.30 Uhr) den Bock umstoßen und eine Aufholjagd starten.“
Auf die Frage, welches denn seine Lieblingsposition sei, antwortete der Offensiv-Allrounder, dessen Marktwert bei 200 000 Euro liegt: „Das ist mir eigentlich egal. Ich komme gerne über die linke Seite, aber wenn der Trainer mich woanders aufstellt, ist das auch o.k. Ich bin da fl exibel.“
Sein Können deutete Fuchs bereits an. Gegen Rostock war er viel in Bewegung, fehlten nur Zentimeter, als er in der 42. Minute den Innenpfosten traf bzw. nach einer zu überhasteten Vujanovic-Hereingabe einen Schritt zu spät kam (51.). In Plauen will er sich erstmals in die Torschützenliste eintragen.