Der 1. FC Magdeburg tritt Sonntag beim Chemnitzer FC an
Abwehrrecke Prest gibt Entwarnung
Von Klaus Kahmann
Magdeburg. Zum Ostderby reisen die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg am Sonntag (Anpfiff 13.30 Uhr) zum Chemnitzer FC. FCM-Coach Steffen Baumgart warnt (Volksstimme berichtete) vor der Kopfballstärke der Chemnitzer, die nur einen Zähler hinter den Elbestädtern auf Platz sechs der Tabelle liegen. Baumgart hat allerdings ein wenig „Kopfschmerzen“, weil sein Abwehrrecke Christian Prest angeschlagen ist.
Der gab gestern nach dem Training aber schon leichte Ent warnung: „Der Fuß schmerzt zwar noch, aber ich denke, dass ich am Sonntag spielen kann. Ich brenne ja darauf.“ Der Abwehrspieler hat sich trotz der Schmerzen dvhon wieder voll ins Training reingekniet.
Die Verbesserung in der Abwehrleistung führt Prest auf alle Teile des Teams zurück. „Gegentore sind ja nicht immer nur Schuld der Abwehrreihe. Hier ist – wie umgekehrt auch bei den Angriffen – die ganze Mannschaft gefragt. Und wenn man sieht, was ,Vujo‘ und ,Fuchser‘ hier schon vorn an Laufarbeit gegen den gegnerischen Spielaufbau leisten, dann ist die bessere Deckungsarbeit auch den Leistungssteigerungen in Angriff und Mittelfeld zu verdanken.“
Die Elbestädter trainierten gestern verstärkt Kopfballarbeit bei Abwehr und Angriff. Mitten drin im Training war auch Tobias Friebertshäuser. Das 22-jährige Eigengewächs, zuletzt beim regionalligisten SSV reutlingen, hat zwar noch keinen Vertrag mit dem FCM, fühlt sich aber hier sichtlich wohl. „Ich bin jetzt die zweite Woche hier da bei, und es macht Spaß“, so der abwehrstarke Mittelfeldmann.
Einig ist er sich mit Sportdirektor Michael Richter: „Wir wollen Tobias nach seinem eineinhalbmonatigem verletzungsbedingten Trainingsausfall im Sommer in der zweiten Mannschaft wieder Spiel- und Wettkampfpraxis bieten, ihn so ans Regionalligateam heranführen.“
„Vielleicht schaffe ich es ja, vor der Winterpause noch diesen oder jenen kleinen Einsatz zu bekommen“, ergänzte „Friebe“, wie ihn seine Mitspieler nennen. In den meisten Vertragsfragen ist er sich mit Richter schon einig.
Fußball-Verbandsliga: Preussen am Sonntag bei Stendaler Lok zu Gast
Club-Reserve heiß auf Union
Von Roland Schulz
Magdeburgs Vertreter in der Fußball-Verbandsliga stehen am kommenden Wochenende vor zwei reizvollen Aufgaben. Zunächst kommt es am Sonnabend auf dem Gelände der MDCC-Arena zum Spitzenspiel zwischen dem Tabellenvierten 1. FC Magdeburg II und Spitzenreiter SG Union Sandersdorf. Einen Tag später trifft der MSV 90 Preussen im Stendaler Hölzchen auf Gastgeber 1. FC Lok Stendal. Anstoß ist jeweils um 14 Uhr.
Magdeburg. Nach Stand gestern Nachmittag wird die Begegnung zwischen der Club-Reserve und Sandersdorf auf dem Rasenplatz neben der MDCC-Arena, dem sogenannten Platz zwei, ausgetragen. „Nur wenn es stark regnen sollte, müssen wir auf den Kunstrasen ausweichen“, so FCM-II-Trainer Mario Middendorf. Doch dies sollte für die Gäste kein Nachteil sein, da sie ebenfalls über einen solchen Platz verfügen.
„Es ist nicht günstig, wenn man nach fünf Wochen Spielpause gleich auf den Spitzenreiter trifft. Meine Spieler sind zwar heiß, doch der Gast steht voll im Saft“, so Middendorf auf die Ausgangslage.
Trotzdem gibt man sich bei den Blau-Weißen, die ihr letztes Pflichtspiel am 30. September zu Hause gegen den HFC II (3:1) bestritten, optimistisch. „Wenn wir schnell in unser Spiel finden, können wir auch gegen Sandersdorf erfolgreich bestehen“, so Middendorf, der aus seinem Kader auf Tietz (Zerrung) definitiv verzichten muss. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Osterland.
Wer aus der ersten Mannschaft runter kommt, entscheidet sich heute Abend nach dem Abschlussspiel. „Da die Jungs aber einige Personalprobleme haben und bereits am Sonnabend nach Chemnitz aufbrechen, rechne ich mit Bartsch und Instenberg.“
Ein immer wieder reizvolles, weil in der Vergangenheit rassiges und zweikampfstarkes Spiel, steht mit der Begegnung 1. FC Lok Stendal gegen die Preussen am Sonntag auf dem Plan des 12. Verbandsliga-Spieltages.
Die Lok-Kicker mussten zwar zuletzt in Magdeburg mit 0:6 und 1:6 zwei deftige Klatschen einstecken. Im Hölzchen blieben sie aber in den letzten sechs Begegnungen ohne Niederlage. Nur in drei Aufeinandertreffen konnten die Preussen jeweils einen Punkt mit nach Hause nehmen.
Nach den zwei Negativerlebnissen zuletzt mit dem Aus im Landespokal und der 0:3-Heimniederlage gegen Wolfen „müs sen wir jetzt mal wieder ein positives Ergebnis erzielen“, so Preussen-Coach Dirk Hannemann. Der Trainer appelliert an sein Team: „In einer solch schweren Zeit muss jeder Akteur mindestens hundert Prozent Leistung abrufen. Ansonsten kommt man aus diesem Loch nicht raus.“ Zwar haben die Sudenburger gegenwärtig einige angeschlagene Akteure, „doch bis Sonntag ist ja noch ein bisschen Zeit“, so der Coach, der mit einem Punkt in Stendal zufrieden wäre, weiter.
Hohe Auswärtshürde für Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg
Baumgart warnt vor Chemnitzer Kopfballstärke
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. „Das wird eines der schwersten Spiele in der gesamten Saison.“ Steffen Baumgart, Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, hat großen Respekt vor dem nächsten Auswärtsgegner Chemnitzer FC (Sonntag, 13.30 Uhr) und sich akribisch vorbereitet.
„Der CFC spielt einen ganz anderen und besseren Fußball als zuletzt Hertha, verfügt über erfahrene Leute, lebt vom Läuferischen und Kämpferischen. Und Chemnitz hat schon zwölf Kopfballtore erzielt. Auch daran erkennt man die Qualität dieser Mannschaft“, zählte Baumgart die Vorzüge der Sachsen auf, die er vergangenen Sonntag beim 1:3 in Meuselwitz beobachtet hatte. „Von diesem Ergebnis dürfen wir uns nicht täuschen lassen. Chemnitz hätte diese Partie durchaus gewinnen können, wenn nicht müssen.“
Der FCM-Coach setzt daher in der Innenverteidigung vor allem auf den langen Christian Prest: „Er war zwar am Knöchel leicht angeschlagen, dürfte bis Sonntag aber wieder fit sein und wäre gerade am Sonntag ein wichtiger Mann.“
Bei aller Anerkennung des Kontrahenten ist der Club-Coach aber davon überzeugt, dass seine Schützlinge auch diesen Ost-Gipfel gewinnen und damit im siebten Spiel in Folge ungeschlagen bleiben können: „Die jüngsten Auftritte und Ergebnisse stimmen mich positiv. Jetzt gilt es, diese Leistungen in Chemnitz zu bestätigen. Außerdem merke ich, dass die Jungs richtig heiß sind.“
So äußerte sich beispielsweise Keeper Matthias Tischer wie folgt: „Beim letzten Ostduell haben wir mit zehn Mann ein 1:1 beim HFC erreicht. Wenn jetzt keiner runterfliegt, sehe ich gute Chancen auf einen Sieg.“ Und Kapitän Radovan Vujanovic meinte gar: „Wir gewinnen 1:0 und haben dann nächste Woche zum Spitzenspiel gegen Wolfsburg vielleicht 13 000, 14 000 Zuschauer.“
1. FC Magdeburg plant Trainingslager
In südlichen Gefilden wieder Kraft tanken
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bezieht wie schon in der vergangenen Saison auch diesmal ein Winter-Trainingslager in südlichen Gefilden. Als Zeitraum sind acht Tage in der letzten Januar-Woche 2010 vorgesehen. Nur das Ziel ist noch nicht klar. In der engeren Auswahl stehen die Türkei und Portugal.
„Ein wenig Aberglaube ist natürlich auch immer dabei. Und nachdem wir beim letzten Mal die Türkei ausgewählt und den Aufstieg klar verpasst haben, ist mit einem Augenzwinkern Portugal vermutlich die bessere Wahl, wenngleich es dort etwas teurer wird. Aber vielleicht bekommen wir mit Hilfe eines Sponsors ein günstiges Angebot“, sagte Sportchef Michael Richter, der da von ausgeht, dass in etwa zehn Tagen klar ist, wo der Club sein Quartier aufschlägt.
Für das Trainingslager verzichtet Chefcoach Steffen Baumgart sogar auf einen neuen Spieler. „Das Budget für Neuzugänge ist ausgereizt. Es wäre nur etwas zu machen gewesen, wenn er auf ein Trainingslager verzichtet hätte. Das hat er aber abgelehnt“, erklärte Präsident Volker Rehboldt. Richter dazu konkret: „Zum einen glauben wir, dass wir gut besetzt sind. Man darf nicht ver gessen, dass auch Denis Wolf in der Rückrunde wieder zur Verfügung steht. Zum anderen bekommt man neue Spieler, die uns wirklich weiterbringen würden, nicht in der Dimension eines ausgefallenen Trainingslagers.“
Die eine Woche im Januar soll intensiv genutzt werden, die Truppe auf die Rückrunde einzuschwören, um das große Ziel, das da heißt 3. Profi-Liga, doch noch zu erreichen. Noch einmal Richter: „Ich denke, ich bin nah genug an der Mannschaft dran, um beurteilen zu können, dass die Probleme der Vorsaison aufgearbeitet sind, dass wir über eine bessere Mischung im Team verfügen, dass die Hierarchie stimmt und dass alle Jungs absolut erfolgsorientiert arbeiten.“ Der Sportdirektor weiter: „Auch wenn wir zu Beginn etliche Punkte verschenkt haben und es uns derzeit schwerfällt, ganz oben anzugreifen, glaube ich fest daran, dass wir es packen können. Den nötigen Respekt hat sich die Mannschaft inzwischen schon zurückgeholt.“
Und noch etwas: Wenn momentan das Ziel des Trainingslagers auch noch in der Schwebe ist, so weiß Richter eines ganz genau: „Es wird definitiv nicht passieren, dass wir uns wie 2008/09 mit dem Halleschen FC in einer Anlage aufhalten. Das war suboptimal ...“
FCM-Fanbus für Rollifahrer nach Chemnitz
Magdeburg (mus/hma). Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg beschreitet bei der FanBetreuung neue Wege.
Neben der Installierung eines Behinderten-Fanbeauftragten und dem Einsatz eines Sonderzuges der Ultra-Fanszene zum Spiel am Sonntag nach Chemnitz (Volksstimme berichtete) plant der Dachverband der FCM-Fanclubs (DFC) in Zusammenarbeit mit dem Verein „Barriereloses Umfeld“ und der FCM-Fanbetreuung zum ersten Mal eine gemeinsame Busfahrt mit behinderten Fußballfans zum Regionalliga-Auswärtsspiel nach Chemnitz.
Das Ziel dieser Aktion ist es, behinderten FCM-Fans die Möglichkeit zu geben, gemeinsam mit anderen Clubfans ein Auswärtsspiel ihres Vereins zu besuchen. Der Preis für die Busfahrt am kommenden Sonntag (1. November) beträgt 15,00 Euro. Der gastgebende Chemnitzer FC lädt alle mitfahrenden Rollstuhlfahrer zum kostenlosen Besuch des Regionalligaspieles ein. Vor dem Spiel ist ein Treffen zwischen dem CFC-Rollstuhlfahrer-Fanclub „Rollender Mob“ und behinderten Mitfahrern des Fanbusses aus Magdeburg geplant.
Für diese Auswärtsfahrt stehen noch Plätze im behindertengerechten Bus zur Verfügung. Anmeldungen werden telefonisch unter 0 173/602 44 55 (Ansprechpartnerin Peggy Kraft) oder per Mail an fanreisen@aol . de entgegengenommen.
Autor: Uwe Tiedemann
Fanzug zum Ost-Hit nach Chemnitz als Pilotprojekt
Ultras des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg gehen neue Wege
Das Verfolgerduell in der Fußball-Regionalliga zwischen dem Chemnitzer FC und 1. FC Magdeburg (Sonntag, 13.30 Uhr) besitzt nicht nur sportliche Brisanz. Auf Anregung der FCM-Ultraszene wird zu diesem Ost-Hit ein Pilotprojekt gestartet und erstmals ein Fanzug in Eigenverantwortung nach Sachsen fahren.
Magdeburg. Das Interesse der FCM-Fangemeinde ist groß. Bereits am ersten Verkaufstag am vergangenen Freitag beim Heimspiel gegen Hertha BSC II (3:0) gingen 350 Tickets (der Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt beträgt 7 Euro) weg. Maximal können 700 Personen mitreisen.
„Wir sind alle ein bisschen aufgeregt, und es wird sicherlich anstrengend, aber ich habe ein gutes Gefühl“, sagte Fanprojekt-Leiter Jens Janeck, der darauf hinwies, dass es sich eben nicht um einen wie schon häufig bei Fußballspielen eingesetzten Sonder-, sondern um einen Entlastungszug mit dem Status eines Sonderzuges handelt. Das heißt konkret, dass keine uniformierte Polizei an Bord sein wird, sondern lediglich die bekannten Zivilbeamten (Fankontaktbeamte) der Bundespolizeiinspektion Magdeburg den Zug begleiten.
In Zusammenarbeit zwischen dem FCM, dem Fanprojekt Magdeburg, der DB-Regio Südost und der Bundespolizeiinspektion Magdeburg war es gelungen, dieses, so Janeck, deutlandweit bislang einmalige Projekt durchzuführen. Für Ordnung und Sicherheit an Bord wollen Vereinsordner und vor allem die Ultras selbst sorgen. Nur auf den Hauptbahnhöfen in Magdeburg und Chemnitz wird Bundespolizei präsent sein. Im mittleren Teil des Zuges befindet sich ein Cateringstand, wo Bier, alkoholfreie Getränke und ein kleiner Imbiss angeboten werden.
Bei reibungslosem Ablauf ist geplant, in Zukunft häufiger solche Fanzüge anzubieten. Janeck: „Wenn es klappt, haben alle etwas davon – auch die Polizei, die weniger Beamte einsetzen muss, und nicht zuletzt die Bahn, die aus dieser Spirale rauswill und ein hohes Interesse daran hat, dass die Beschwerden und Belästigungen gerade bei Fußballspielen aufhören.“ Der Fanprojekt-Leiter ergänzt: „Wir setzen dabei nicht nur auf Hardcore-Fans, sondern generationsübergreifend auch auf Familienväter mit ihren Kindern, die sich sicher fühlen sollen.“
Auf der Homepage des Fanprojektes ( www.fanprojekt magdeburg.org ) heißt es u.a.: „Sachbeschädigungen aller Art sind zu unterlassen, anderen Clubfans gegenüber verhaltet ihr euch höflich und respektvoll, im Zug wird nicht geraucht, und die Toiletten werden nicht mutwillig verstopft. Nur wenn bestimmte Regeln gelten, kann dieses Projekt am Ende Erfolg haben. Für die Einhaltung dieser Regeln werden neben den vereinseigenen Ordnern vor allem wir Ultras sorgen.“
Karten gibt es beim FCM-Ticketcenter in der Otto-von-Guericke-Straße und direkt beim Fanprojekt (W.-Kobelt-Straße).
Regionalliga: Aufwärtstrend hält gegen Hertha BSC II an / Prima Stimmung beim Oktoberfest
FCM kommt weiter voran, am Spitzenquartett aber nicht vorbei
Von Uwe Tiedemann
Der Aufwärtstrend beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg hält an, wirkt sich auf den Tabellenstand allerdings nur unwesentlich aus. Nachdem der Club mit dem 3:0 über Hertha BSC II am Freitagabend vorgelegt hatte, zog das Führungsquartett nach. Nur Chemnitz strauchelte. Der FCM verbesserte sich von Rang sechs auf fünf.
Magdeburg. Es dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, wann die Blau-Weißen in höhere Regionen vorstoßen, wenn sie an ihre zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen. Das verdiente 3:0 gegen Hertha bedeutete das sechste Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage (davon fünf Siege).
Damit war am Freitagabend auch das Oktoberfest im VIPZelt gerettet. Bei den mehr als 400 Gästen und zünftiger Live musik herrschte jedenfalls prächtige Stimmung. „Eine solche Veranstaltung ist natürlich immer sehr ergebnisabhängig. Diesmal hat‘s wie schon im vergangenen Jahr gegen Hertha optimal gepasst“, freute sich Präsident Volker Rehboldt über den regen Zuspruch. Nur die klassische Lederhose für den Club-Chef war im Vorfeld vergessen worden ...
Für die gute Laune hatten zuvor die Spieler gesorgt, die das Verfolgerduell mit den bis dato punktgleichen Berlinern verdient für sich entscheiden konnten und damit bereits zum dritten Mal in Folge in einem Pflichtspiel ohne Gegentreffer blieben.
Lars Fuchs und Maximilian Watzka machten jeweils ihr siebtes Tor und zogen damit mit „Knipser“ Radovan Vujanovic gleich, der trotz diverser Großchancen diesmal leer ausging. „Ich hätte gerne getroffen, ärgere mich aber nicht, denn es geht immer um die Mannschaft. Deswegen sage ich auch: Wir haben noch nichts erreicht, müssen jetzt erst einmal alles dafür tun, verlorenen Boden wieder gutzumachen. Wenn wir so weiterspielen, wird uns das aber gelingen. Davon bin ich überzeugt“, sagte Vujanovic, der besonders in der Endphase glasklare Möglichkeiten ausgelassen hatte.
Zu den Gewinnern durfte sich dagegen Simon Tüting zählen, der bekanntlich über einen „Mordshammer“ verfügt und jetzt beim 1:0 endlich einen solchen Kracher losgelassen hatte.
Ein besonderes Lob von Trainer Steffen Baumgart heimste Torhüter Matthias Tischer ein, der in der Tat eine Klassepartie bot und inzwischen auch von den eigenen Fans akzeptiert wird. Das war zu Beginn der Saison nicht so, da genoss der von ihm verdrängte Christian Beer mehr Sympathien. Diesmal wurde Tischer sogar mit deutlichem Vorsprung zum „Spieler des Tages“ gewählt. „Ich bin zwar auch ein Eigengewächs, aber ,Beerchen‘ war schließlich über neun Jahre hier die Nummer eins. Da sind solche Reaktionen absolut verständlich. Für einen völlig neuen Mann wäre es vermutlich noch schwerer geworden“, befand Tischer, der sich nach eigener Aussage immer sicherer fühlt: „Ich weiß, dass ich bei so starker Konkurrenz stets meine Leistung bringen muss, kann aber mit diesem Druck umgehen.“
Und zur gegenwärtigen Situation meinte der 23-Jährige: „Wir müssen uns Punkt für Punkt nach oben ,hamstern‘ und wollen bis zum Ende der Hinserie den Rückstand aufholen.“
Das wird schwer genug. Jetzt kommen mit dem Chemnitzer FC (1. November) und Tabellenführer VfL Wolfsburg II (8. November) zwei echte Spitzenclubs auf den FCM zu.
Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg besiegt Hertha BSC II 3:0 (1:0)
Tüting, Fuchs und Watzka schnüren ein Dreierpack
Von Uwe Tiedemann
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg startete gestern Abend mit einem klaren Heimsieg in die „Wochen der Wahrheit“. Gegen Hertha BSC II kamen die Elbestädter zu einem verdienten 3:0 (1:0)-Erfolg, stießen damit in die Spitzengruppe vor und dürfen sich in dieser Verfassung wieder berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen. Vor 7000 Zuschauern erzielten Tüting, Fuchs und Watzka die Tore für die überzeugenden Gastgeber, die im dritten Pflichtspiel hintereinander ohne Gegentreffer blieben.
Magdeburg. Die Platzherren erwischten einen Auftakt nach Maß. Nachdem Tischer bei einem Rommel-Kopfball auf dem Posten war (4.), gelang Tüting im Gegenzug mit einem fulminanten 25-m-Schuss, der un haltbar im linken Eck einschlug, die frühe, vielumjubelte Führung. Wenig später kam Fuchs nach Vujanovic-Vorlage einen Schritt zu spät, sonst hätte es schon 2:0 geheißen (9.).
Im weiteren Verlauf konnten sich die Hertha-„Bubis“, die immerhin mit der Empfehlung von zuletzt drei Siegen in Folge und 13 Toren nach Magdeburg gereist waren, vom Anfangsdruck des FCM befreien. Es entwickelte sich eine ausgeglichene, technisch ansehnliche Partie, bei der beide Teams immer wieder genügend Raum zum Kombinieren besaßen, die Lücke in der gegnerischen Abwehr jedoch nicht fanden. Zu oft kam der finale Pass nicht an, oder es wurde zu überhastet abgeschlossen.
Die Berliner tauchten zwar nur selten vorm FCM-Gehäuse auf, aber wenn, wurde es sofort gefährlich. So kam nach gut einer halben Stunde wiederum Rommel zum Kopfball, scheiterte aber erneut am reaktionsschnellen Tischer. Auf der anderen Seite traf Vujanovic aus spitzem Winkel nur das Außennetz (40.). In der Endphase der ersten Halbzeit verstärkte der Club seine Offensivbemühungen wieder - allerdings ohne zählbaren Erfolg.
Am Geschehen änderte sich nach dem Seitenwechsel zunächst kaum etwas. Es blieb ein interessantes Duell mit Vorteilen für die Gastgeber, die weiter diszipliniert und engagiert zu Werke gingen, im Abschluss aber glücklos blieben. Bis zur 73. Minute. Da zog Fuchs aus rund 25 Metern ansatzlos ab und überraschte damit auch Hertha-Keeper Schmidt, der den vom Innenpfosten abprallenden Ball nicht mehr erwischte - die Vorentscheidung.
In der Folgezeit waren die Blau-Weißen dem dritten Tor näher als die resignierenden Berliner dem Anschlusstreffer. Vor allem Vujanovic hatte mehrere Großchancen, die er aber allesamt nicht verwerten konnte. Watzka machte es dafür besser, sorgte in der 86. Minute mit einem Aufsetzer für den 3:0-Endstand.
Kommentar von FCM-Trainer Baumgart: „Meine Mannschaft hat engagiert gespielt und verdient gewonnen. Glückwunsch an unseren Torwart Matthias Tischer für seine sehr gute, fehlerfreie Leistung. Er war ein großer Rückhalt.“
FCM: Tischer - Probst, Bankert, Prest, Neumann, Watzka, Tüting, Bauer (89. Verkic), Racanel (76. Zander), Fuchs (87. Matthias), Vujanovic
Hertha: Sobtzik - Morales, Gänge, Neumann, Schalle, Holland, Perdedaj (60. Hartmann), Riedel (76. Lemke), Hoeneß, Knoll (60. Torunarigha), Rommel
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen). Zuschauer: 6999. Tore: 1:0 Tüting (5.), 2:0 Fuchs (73.), 3:0 Watzka (86.). Gelb: Bauer, Neumann / Riedel, Torunarigha
1. FCM in diesem Jahr gegen Hertha SC II letztmalig unter Flutlicht
Baumgart: Verlorenen Kredit zurückgewinnen
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Mit drei Siegen und zwei Remis kann sich die bisherige Heimbilanz des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg durchaus sehen lassen. Weil aber gerade zu Beginn die Leistungen in der MDCC-Arena zu wünschen übrig ließen, es auch auswärts zu viele Enttäuschungen gab und bislang nur der sechste Rang zu Buche steht, konnte auch die kalkulierte Zuschauerzahl von 8000 im Schnitt nicht erreicht werden. Derzeit sind es knapp 5900.
Allerdings ist ein klarer Aufwärtstrend erkennbar, der Club seit nunmehr fünf Pflichtspielen ungeschlagen. Und mit dem heutigen Verfolgerduell gegen Hertha BSC II (Anstoß 19.30 Uhr) soll die Serie ausgebaut werden. Die Voraussetzungen für einen unterhaltsamen Fußballabend sind allemal gegeben. Beide Teams sind punktgleich (je 19 Zähler), können mit einem Dreier in die Spitzengruppe vorstoßen. Es ist zudem die letzte Partie in diesem Jahr unter Flutlicht. Darüber hinaus betrieben die Elbestädter am vergangenen Freitag mit dem glatten 3:0 beim FC St. Pauli II jede Menge Eigenwerbung, und die Berliner sorgten mit dem 7:3 über Meuselwitz zwei Tage später für einen echten Paukenschlag.
FCM-Trainer Steffen Baumgart hofft natürlich wieder auf lautstarke Unterstützung der Fans, sieht die Situation aber auch realistisch: „Wir haben am Anfang viel Kredit verspielt und müssen nun versuchen, jeden einzelnen Zuschauer zurückzugewinnen. Es liegt allein an uns.“ Am liebsten würde der 37-Jährige, immer vorausgesetzt, die Einstellung stimmt, den Besucherschnitt pro Heimspiel um 1000 steigern. Dann wäre der Club schnell wieder im „grünen Bereich“.
Übrigens: Ein Erfolg heute Abend gegen die Hertha-„Bubis“ wäre zudem der richtige Stimmungsmacher für das anschließend im VIP-Zelt der MDCC-Arena stattfindende traditionelle Oktoberfest für Sponsoren, Gäste und FCMKicker.
Bauer steht 1. FC Magdeburg nach Rotsperre wieder zur Verfügung
Hertha-Heimspiel Auftakt zu „Wochen der Wahrheit“
Von Uwe Tiedemann
Mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC II (morgen 19.30 Uhr, MDCC-Arena) beginnen für den Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg die „Wochen der Wahrheit“. Anschließend geht es zum starken Chemnitzer FC (1. November), am darauffolgenden Sonntag kommt Spitzenreiter VfL Wolfsburg II.
Magdeburg. Den Auftakt bildet morgen die Partie gegen die Hertha-„Bubis“, die im Gegensatz zu den krisengeschüttelten Profis (abgeschlagenes Bundesliga-Schlusslicht) durchaus die Erwartungen erfüllen und am vergangenen Wochenende für einen Paukenschlag sorgen konnten, als sie zu Hause gegen Meuselwitz einen 1:3-Rückstand noch in einen 7:3-Kantersieg verwandelten.
„Aber nicht nur wegen dieses Resultates stehen wir vor einer ganz schweren Aufgabe. Die Berliner sind schließlich punktgleich (je 19 Zähler/d. Red.) mit uns. Es wird also ein enges, spannendes Duell auf Augenhöhe, das uns alles abverlangen wird. Ich stelle Hertha auf eine Stufe mit Hannover und Wolfsburg“, sagte FCMTrainer Steffen Baumgart, der dennoch auf einen Heimsieg setzt: „Natürlich wollen wir gewinnen, aber der Spielverlauf kann auch so sein, dass man nach den 90 Minuten auch mal mit einem Punkt zufrieden sein muss.“
Mit dem jüngsten 9:0-Testspielsieg am Dienstagabend gegen eine Gemeindeauswahl von Vechelde (Volksstimme berichtete) zeigte sich der Coach zufrieden („Eine gute Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen, ich habe viel Positives gesehen“), aber dass der eine oder andere aus der zweiten Reihe auch morgen von Be ginn an zum Einsatz kommt, ist eher zu bezweifeln. Eine Änderung im Team könnte es aber dennoch geben. Daniel Bauer hat seine Rot-Sperre abgebrummt und hofft, nach seinen bis dato guten Leistungen wieder dabei zu sein. Dafür müsste Martin Zander zurück auf die Ersatzbank. Hier wollte sich Baumgart gestern aber noch nicht festlegen.
Gesetzt im Mittelfeld ist dagegen Maximilian Watzka. Der Flügelflitzer ist heiß auf seinen siebten Saisontreffer, warnte aber wie sein Trainer vor den Berlinern: „Ich gehe fest davon aus, dass die Aufgabe schwerer wird als gegen St. Pauli (3:0). Weil der Gegner defensiver eingestellt ist und wir dadurch weniger Räume haben.“
Was geschah wirklich am Rande des Regionalligaspiels am vergangenen Freitag?
FCM-Fans bestreiten Diebstahl auf St. Pauli
Von Klaus Renner
Magdeburg. Was geschah wirklich in jenen dramatischen Minuten während der unübersichtlichen Situation am vergangenen Freitag vor dem Regionalligaspiel des 1. FCM bei der Reserve des FC St. Pauli? Ein FCM-Anhänger soll ein Gedränge im Eingangsbereich des Millerntors genutzt, in die Kasse gegriffen und eine anfangs nicht bezifferte Geldsumme entwendet haben.
Die Wogen schlagen hoch. FCM-Fans bestreiten jedoch den Diebstahl.
Nach Angaben des U-23-Managers der Hansestädter, Hermann Klauck, sollen 280 Euro aus der Stadionkasse fehlen. Diese Summe bestätigte gestern auch Sven Brux: „Das haben unsere Abrechnungen ergeben.“ Der Org.-Leiter in der Geschäftsstelle weiter: „Ein Verdächtiger ist meines Wissens noch am Freitag der Polizei übergeben worden.“
Laut Klauck hatte ein Teil der FCM-Fans an einem Ticket-Container ein Gedränge provoziert und einer von ihnen dann gezielt in die Kasse gegriffen.
Ralf Dobberitz, Fanbeauftragter des FCM, am Freitag in St. Pauli vor Ort, sagte gestern: „Eine dumme Sache. Keiner ist darüber glücklich. Doch die Frage, ob tat sächlich Geld gestohlen wurde und wieviel es war, können wir nicht beantworten. Keiner von uns hat gesehen, was wirklich geschehen ist. Niemand weiß, ob tatsächlich Geld entwendet wurde.“
Es habe wohl einen Griff in das Kassenhäuschen gegeben, ein Verdächtiger sei nach dem Spiel von der Polizei vernommen, bei ihm sei aber kein Geld gefunden worden.
Dobberitz weiter: „Es hatte im Vorfeld Sicherheitsgespräche mit der Polizei gegeben. Der FC St. Pauli wusste Bescheid, dass etwa 800 FCM-Fans zu erwarten wa ren. Es gab aber keine ermäßigten und zu wenige Stehplatzkarten.“
Das unterstreicht auch FCMFanprojekt-Mitarbeiter Stefan Roggenthin: „Gedränge, Unmut und Empörung entstanden, weil nur eine Kasse geöffnet war und die meisten noch keine Karte im Vorverkauf erworben hatten. Von einer Inszenierung unsererseits kann nicht die Rede sein. Schließlich wurden Sitzplatzkarten im Wert von 12 Euro zum Preis der 8 Euro teuren Stehplatzkarten verkauft. Allein schon dadurch könnte eine Differenz in der Kasse zustandegekommen sein.“
Eine Geschichte, deren letztes Kapitel offensichtlich noch nicht geschrieben ist …
9:0 in Vechelde
Tüting mit vier FCM-Treffern
Magdeburg/Vechelde (kr). Drei Tage vor dem nächsten Regionalliga-Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr) gegen Hertha BSC II schoss sich der 1. FCM gestern Abend vor den Toren Braunschweigs warm. Gegen eine Gemeindeauswahl von Vechelde gelang dem Team von Trainer Steffen Baumgart vor rund 1000 Zuschauern ein glatter 9:0 (5:0)-Sieg.
Bei guten äußeren Bedingungen setzte der FCM-Coach 18 Akteure ein. Von den fünf FCM-Treffern bis zum 5:0-Pausenstand erzielte Tüting vier. A-Jugendspieler Kjanzdoski traf zweimal, je einmal erfolgreich waren Verkic, Gewelke und Siga.
Regionalligist bestreitet heute Freundschaftsspiel / Schaden bei Auswärtspartie in Hamburg ermittelt
FCM testet in Vechelde zweite Reihe
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg will heute Abend Imagewerbung betreiben. Die Elbestädter treten um 19 Uhr zu einem Freundschaftsspiel gegen eine Gemeindeauswahl Vechelde im dortigen Aue-Stadion an. Seit Jahrzehnten bestehen gute Beziehungen zur Region Braunschweig und speziell zum dortigen Drittligisten Eintracht Braunschweig. Nun bietet sich eine weitere Möglichkeit, diese Fan-Freundschaft zu pflegen.
Für FCM-Trainer Steffen Baumgart kommt die Begegnung trotz des strammen Regionalliga-Programms – am Freitag (19.30 Uhr) geht es bereits weiter mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC II – gar nicht ungelegen: „Insbesondere für diejenigen Spieler, die sonst nicht in der ersten Reihe stehen, ist es eine gute Möglichkeit, sich zu zeigen. Außerdem hätten wir am Dienstag ohnehin zweimal trainiert.“
Baumgart erhofft sich also neue Erkenntnisse dahingehend, ob auch auf den sogenannten „zweiten Anzug“ Ver lass ist. Zuletzt hatte der 37-Jährige meistens auf seine Stamm-Elf gesetzt, den Reservisten nur geringe Einsatzzeiten eingeräumt.
Unterdessen hat der FC St. Pauli den Schaden beziffert, den ein FCM-„Fan“ am vergangenen Freitag am Millerntor durch das Entwenden von Eintrittsgeldern verursacht hatte (Volksstimme berichtete). „Es handelt sich um eine Summe von 280 Euro“, informierte gestern Hamburgs U-23-Manager Hermann Klauck und ergänzte: „Wie wir als FC St. Pauli darauf reagieren, ist allerdings noch nicht entschieden.“ Klauck sprach von einem „bedauerlichen Zwischenfall, von Einzeltätern, die aber natürlich dafür sorgen, dass so etwas auf den gesamten Verein 1. FC Magdeburg zurückfällt“. Und weiter: „Ich bin seit 1972 dabei. So etwas hat es hier in Hamburg noch nicht gegeben.“
Laut Klauck hatte ein Teil der FCM-Anhänger an einem Container, wo die Tickets verkauft wurden, eine Gedränge provoziert und einer von ihnen dann gezielt in die Kasse gegriffen.
Lob vom Gegner, Freude über Defensive – und Nachttraining
Von Uwe Tiedemann
Die Hoffnung, dass nach dem Sieg des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg am Freitagabend beim FC St. Pauli II (3:0) die Aufstiegs-Konkurrenz am Wochenende patzen würde, erfüllte sich zwar nicht, dennoch betrieben die Club-Kicker mit dem überzeugend herausgespielten zweiten Auswärtssieg allerbeste Eigenwerbung.
Magdeburg. „Der Gegner hat uns in allen Belangen vorgemacht, wie man ein Spiel bestimmt und war, was die Chancenverwertung anbetrifft, sogar noch gnädig. Sonst hätten wir eine richtige Klatsche gekriegt“, lobte St. Paulis Trainer Jörn Großkopf den FCM, der noch in der Nacht zu Sonnabend zu ungewöhnlicher Stunde um kurz vor 1 Uhr eine 45-minütige Trainingseinheit eingelegt hatte. Eine Idee von Chefcoach Steffen Baumgart: „Ob wir in Zukunft häufiger so etwas machen, weiß ich noch nicht. Wir wollen aber nicht nach ,Schema F‘ trainieren, lassen uns öfter etwas einfallen, womit keiner rechnet. Die Spieler finden nach solchen langen Busreisen ohnehin kaum vor 2 Uhr in den Schlaf und sind dann am nächsten Morgen mitunter desillusioniert und müde. “
Am Freitag war der FCM hellwach und fuhr einen souveränen Dreier ein, wenngleich Baumgart einschränkend meinte: „Wir haben in einigen Situationen Glück gehabt, dafür aber jede Menge Möglichkeiten herausgespielt. Ich bin zufrieden.“
Besonders froh waren alle Beteiligten darüber, dass man kein Gegentor zugelassen hatte. Gerade in der Defensive gab es ja zuletzt einige Probleme. Und wenn es Freitag tatsächlich gefährlich wurde, erwies sich Mathias Tischer als aufmerksamer Keeper: „Es ist immer schwer für einen Torhüter, wenn er wenig zu tun bekommt und dann plötzlich gefordert ist. Deswegen freut es ich mich auch besonders, dass hinten die Null steht. Das gibt Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben“, sagte der 23-Jährige, der seine größte Tat in der 70. Minute vollbrachte, als er gegen Zekiri reaktionsschnell den Anschlusstreffer verhinderte. Tischers diplomatische Antwort auf die Frage, mit welchen Abwehrspielern er am besten zurechtkomme: „Mit allen ...“
Einer aus der Defensive war am Freitag besonders happy – Marcel Probst. Das FCM-Urgestein krönte seine Leistung sogar mit einem Kopfballtor zum 3:0: „Es lohnt sich immer, mit nach vorne zu gehen. Diesmal hatte ich sogar erstaunlich viele Chancen. Schön, dass ein Ball nach einem Standard dann auch drin war.“ Und: „Ich hoffe, dass das nicht mein letzter Treffer in dieser Saison war.“
Mittlerweile schon ein halbes Dutzend „Buden“ hat Maximilian Watzka gemacht. „Für einen Mittelfeldspieler nicht die schlechteste Quote, oder“, scherzte der Ex-Offenbacher, der sich insgesamt zehn Tore für die gesamte Saison vorgenommen hatte. Um dieses Ziel zu erreichen, befindet er sich auf einem guten Weg. Das betrifft aber nicht nur ihn alleine. „Ein überzeugender Sieg und ein klarer Aufwärtstrend. Wir werden immer sicherer, weil es auch spielerisch immer besser läuft. Selbst in Bedrängnis werden die Bälle nicht einfach planlos nach vorne geschlagen“, so Watzka.
Übrigens: Morgen (18.30 Uhr) bestreitet der FCM ein Testspiel bei Arminia Vechelde (Leistungsklasse Kreis Peine).
Landespokal
GW Wolfen winkt Heimspiel gegen 1. FC Magdeburg
Stendal (dpa). Bei Eintracht Elster und dem FC Grün-Weiß Wolfen herrscht Vorfreude auf den Achtelfinalauftritt im Fußball-Landespokal.
Landesligist Elster trifft auf den Sieger der Begegnung zwischen dem SV Staßfurt 09 und dem Halleschen FC. Verbandsligist Wolfen erwartet den Gewinner des Duells zwischen der TSG Calbe und dem 1. FC Magdeburg. Das ergab die Auslosung am Sonnabend in Stendal.
Pokalverteidiger Magdeburg und Pokalfinalist HFC werden ihre Begegnungen aus der zweiten Runde am 14. November nachholen. Für diesen Tag sind auch die bereits feststehenden Paarungen angesetzt.
Die weiteren Ansetzungen:
SV Dessau 05 – 1. FC Lok Stendal
TSV Völpke – VfL Halle 96
FSV Bennstedt – Union Sandersdorf
SV Edderitz – 1. FC Romonta Amsdorf
Askania Bernburg – BSV Ammendorf
SW Bismark – Germania Halberstadt
Sportverein und Stadt Magdeburg reagieren auf Steuersünder-Schwarzbuch
FCM zahlt eine Million Euro Miete
Von Klaus Renner
Magdeburg. Auf die Feststellung des Bundes der Steuerzahler im jüngsten Schwarzbuch, dass der 1. FCM keine Miete für die Nutzung der Magdeburger MDCC-Arena zahle, reagierte Manager Bernd Hofmann mit Unverständnis. „Der FCM als Hauptnutzer des Stadions ist immer ein entscheidender Faktor für die Einnahmen“, sagte Hofmann, der auch Geschäftsführer der Stadion- und Sportmarketing GmbH (SSG) ist. Allein für die laufende Saison würde der Fußball-Regionalligist 1,07 Millionen Euro Miete an die SSG zahlen, zuzüglich Betriebskosten. Auch Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD hält die Darstellung des Bundes der Steuerzahler für abwegig: „Fakt ist: Durch den Fußballbetrieb des FCM gehen 1,07 Millionen Euro Einnahmen an den Pächter.“ Die sogenannte Festvergütung wird laut Pachtvertrag als Nutzungsentgelt in zwölf Raten von rund 90 000 Euro gezahlt.
Die Stadt Magdeburg hat die MDCC-Arena an die zu 100 Prozent der Stadt Magdeburg gehörenden Stadion Magdeburg GmbH & Co. KG verpachtet, die ihre Einnahmen von der das Tagesgeschäft abwickelnden SSG erhält. Erst im Fall eines Aufstiegs des FCM in die 2. Bundesliga soll das Stadion kostendeckend vermarktet werden.
Der Magdeburger Stadtrat hatte Ende Juni beschlossen, die MDCC-Arena allein zu betreiben und nach dem Aus des vorherigen Betreibers dessen Anteile an der Stadion-Betriebsgesellschaft (99 Prozent) zu übernehmen.
Die Kosten für den Betrieb und die Kreditrate des 30 Millionen Euro teuren Stadions betragen etwa zwei Millionen Euro pro Jahr. Die Stadt als Bürge hatte bereits im Vorjahr mit einem Kredit die fi nanziellen Verpfl ichtungen aufgefangen.
Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg siegt beim FC St. Pauli II mit 3:0 (2:0)
Vujanovic, Watzka und Probst lassen Fans jubeln
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Der zweite Auswärtssieg ist unter Dach und Fach: Nach einer über weite Strecken starken Leistung kam Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg gestern Abend zu einem letztlich souveränen 3:0 (2:0)-Erfolg beim FC St. Pauli II und setzte damit seine Aufholjagd in Richtung Tabellenspitze fort.
Bei typischem Hamburger „Schietwetter“ mit Nieselregen und Sturmböen erwischte der FCM einen optimalen Start. Nach Foul an Watzka an der Strafraumgrenze legte Racanel den fälligen Freistoß quer auf Vujanovic, der Keeper Borger mit einem satten Flachschuss keine Chance ließ (12.). Dieser Treffer gab sichtlich Auftrieb. Auch im weiteren Verlauf waren die Gäste die spielbestimmende Elf, wobei sich St. Pauli nicht versteckte, jederzeit versuchte mitzuspielen.
Doch das klare Chancen-Plus lag eindeutig auf Seiten des FCM, der zudem gefällig kombinierte und den Aufsteiger in so manche Verlegenheit stürzte. Konnte Borger einen Probst-Kopfball noch parieren (23.) und landete ein aussichtsreicher Racanel-Freistoß aus 17 Metern nur in der Mauer (35.), machte es Watzka wenig später besser, indem er das Leder nach schöner Vorlage von Fuchs aus 20 Metern unhaltbar ins rechte Eck hämmerte (42.). Die rund 800 mitgereisten FCM-Fans skandierten lautstark „Auswärtssieg“.
Bei konsequenterer Chancenverwertung hätte die vollauf verdiente Pausenführung sogar leicht hätte höher ausfallen können. Bis auf einige wenige Fehlpässe und Abstimmungsprobleme in der Defensive waren es bis dato überzeugende 45 Minuten am Millerntor.
Die zweite Hälfte konnte nicht mehr ganz an den fl otten ersten Abschnitt anknüpfen. Dennoch gab es weitere gute Möglichkeiten für die Gäste. So entschärfte Borger einen Ball von Fuchs zur Ecke (58.) und war auch bei einem erneuten Freistoß an der Strafraumgrenze von Vujanoviic zur Stelle (65.). Auf der Gegenseite verhinderte bei einer der wenigen zwingenden Hamburger Aktionen Club-Torhüter Tischer gegen den durchgebrochenen Zekin das 1:2 (70.). Da hätte es noch einmal eng werden können. So aber schaukelten die Blau-Weißen die Partie nicht nur sicher über die Runden, sondern erhöhten in der 79. Minute sogar auf 3:0 - Torschütze der aufgerückte Probst per Kopf.
Kommentar von FCM-Trainer Steffen Baumgart: „Das war ein gelungener Auftritt meiner Mannschaft. Wir haben vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.
Ärgernis am Rande: Ein noch unbekannter FCM-„Fan“ hatte vor Spielbeginn am Kartenhäuschen in die Kasse gegriffen und einen noch unbekannten Betrag entwendet.
St. Pauli II: Borger - Heysen, Hinzmann, Theißen, Filipovic, Krause, Kalla, Mbidzo (29. Wacker), Laban (57. Lange), Zekin, Kurczynski (46. Pichinot)
FCM: Tischer - Probst, Bankert, Prest, Neumann, Watzka, Tüting (83. Gewelke), Zander, Racanel (87. Gaebler), Fuchs (90. Siga), Vujanovic
Schiedsrichter: Wijnen (Hannover). Zuschauer: 1488. Tore: 0:1 Vujanovic (12.), 0:2 Watzka (42.), 0:3 Probst (79.). Gelb: Theißen / Zander, Neumann
Autor: Uwe Tiedemann
Bertram: „Vielleicht bin ich zu unbequem geworden“
Ex-Aufsichtsratsmitglied des 1. FC Magdeburg glaubt auch im dritten Anlauf nicht an den Aufstieg
Magdeburg. Der FCM und sein verzweifelter Kampf um die dritte Liga. Sind die Bestrebungen des Fußball-Regionalligisten – heute (17.30 Uhr) beim FC St. Pauli II zu Gast – in dieser Saison endlich von Erfolg gekrönt?
Zu denjenigen, die glauben, dass es auch im dritten Anlauf schiefgeht, gehört Ex-Aufsichtsratsmitglied Heiner Bertram: „Ich glaube nicht daran, weil die Qualität des Kaders nicht ausreicht. Wenn ich aufsteigen will, muss ich die Liga dominieren. Mit dieser Mannschaft kann ich aber allenfalls oben mitspielen. Und was nützt mir am Ende selbst ein zweiter Platz, wenn es nur der Erste schafft?“
Der gebürtige Berliner hatte den FCM jahrelang als einen Verein bezeichnet, der mit die besten Voraussetzungen im Osten Deutschlands besitzt. Zu solchen Aussagen steht er auch heute noch, sieht aber vor allem zwei Schwachstellen im Club: „Zum einen wird meiner Meinung nach im Präsidium zu amateurhaft gearbeitet. Ich kann die Leute nicht jahrelang hinhalten. Da müssen Worten auch Taten folgen. Und was die Geschäftsstelle betrifft: Die gesamte Organisation müsste professioneller gestaltet wer den. Nicht auf Quantität kommt es an, sondern auf Qualität.“ Bertram weiter: „Zum anderen fehlen in der Mannschaft zwei erfah zwei Köpfe, die spielerisch und charakterlich herausragen. Die sind zwar etwas teurer, es lohnt sich aber allemal, dieses Geld zu investieren.“
Der Unternehmer war auf der jüngsten Mitgliederversammlung Ende September abgewählt worden, legt aber Wert auf die Feststellung, dass seine Kritik nun nicht als große Abrechnung zu verstehen ist: „Ich bin nicht verärgert. Das entspricht nicht meinem Charakter. Und wenn es gewünscht wird, bin ich auch in Zukunft bereit, zu helfen.“
Dennoch hat sich der 69-Jährige, der gerne im Aufsichtsrat verblieben wäre, so seine Gedanken gemacht: „Es ist normal und legitim, wenn plötzlich Gegenkandidaten auftauchen. Aber die Wahl lief schon merkwürdig ab, war sicher nicht die feine englische Art. Ich habe im Nachhinein erfahren, dass Jugendmann schaften für die Abstimmung genau instruiert worden waren.“
Auf die Frage, ob Bertram dem Präsidium eventuell zu unbequem geworden war, antwortete dieser: „Vielleicht. Ich habe meine Aufgabe im Aufsichtsrat stets darin gesehen, das Präsidium zu fordern. Das hat eventuell einigen Herren nicht gepasst.“
Finanziell sieht er den Verein dagegen bestens aufgestellt: „Der FCM hat allein im letzten Jahr 1,8 Millionen Euro Sponsorengelder erwirtschaftet. Eine exzellente Zahl.“ Sollte jedoch der Aufstieg erneut misslingen, gehören solche Zahlen vermutlich der Vergangenheit an ...
Autor: Uwe Tiedemann
FCM will zweiten Auswärtssieg feiern
Schlechte Erinnerungen an den FC St. Pauli
Magdeburg. Beim Namen FC St. Pauli werden bei den Fans des 1. FC Magdeburg böse Erinnerungen an den legendären 2. Juni vor zwei Jahren wach, als die Club-Kicker am letzten Spieltag der Saison 2006/07 mit dem 1:1 gegen die bereits als Aufsteiger feststehenden Hamburger den greifbar nahen Durchmarsch in die 2. Liga noch verpassten. Morgen (17.30 Uhr, Millerntor-Stadion) heißt der Gegner wieder FC St. Pauli – allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass es sich nur um die U23 handelt.
Die Truppe von Trainer Jörn Großkopf, die sich nach einem Elfmeter-Krimi gegen Holstein Kiel II (7:6) Mitte Juni als letzter Verein für die Regionalliga qualifiziert hatte, konnte bislang die Erwartungen erfüllen, brachte sogar Spitzenreiter VfL Wolfsburg II die bislang einzige Niederlage bei (1:0) und belegt momentan einen achtbaren 11. Platz. Für FCM-Trainer Steffen Baumgart nicht nur deswegen allemal ein Grund, den Gegner absolut ernst zu nehmen: „Eine spiel- und laufstarke Mannschaft, die auch beim 0:0 in Hannover, wo ich selber vor Ort war, überzeugen konnte. Es wird ganz eng, aber wir wollen trotzdem die Chance nutzen, zu gewinnen und damit gegenüber der Konkurrenz vorlegen.“
Bislang gelang mit dem 4:1 in Plauen erst ein Auswärtssieg. Es wird also höchste Zeit für einen weiteren Dreier in der Fremde.
Die Tatsache, dass unterFlutlicht gekickt wird (was in der Vergangenheit meistens stimulierende Wirkung auf die Leistungen hatte) und zahlreiche Club-Anhänger die Partie vermutlich zu einem Heimspiel machen, wertet Baumgart jedoch nicht zwangsläufig als gutes Omen: „Von solchen Dingen halte ich generell nicht allzu viel, weder positiv noch ne gativ.“
Personell hat der Coach alle Mann an Deck und plant daher auch keine wesentlichen Umstellungen: „Nach unseren zuletzt gezeigten guten Auftritten besteht kein Grund, alles durcheinanderzuwirbeln.“
„Würstchenkrieg“ 30 000 Euro Strafe für den 1. FCM
Magdeburg (bk). Das Magdeburger Landgericht hat am 22. September dieses Jahres ein Ordnungsgeld in Höhe von 30 000 Euro gegen den 1. FC Magdeburg ausgesprochen. Sollte der Fußballverein nicht zahlen, muss Präsident Volker Rehboldt ersatzweise für 30 Tage in Haft. Die Sache liegt gegenwärtig beim Oberlandesgericht in Naumburg (Burgenlandkreis).
Hintergrund dieses Beschlusses, der erst gestern bekannt wurde, ist der sogenannte Würstchenkrieg, die juristische Auseinandersetzung um die Stadionversorgung bei Heimspielen des 1. FCM. Nach Meinung der Zivilkammer hat der Verein gegen die einstweilige Verfügung, die dem alten Versorger, der Catering Company Magdeburg, Zugangs- und Versorgungsfreiheit zum Stadion garantiert, verstoßen. Bei Zuwiderhandlung war dem Verein das Ordnungsgeld angedroht worden.
Eine gleichlautende Verfügung gegen den Stadion-Betreiber, die Stadion Magdeburg GmbH & Co KG, wurde eingehalten. Sachsen-Anhalt I
Autor: Bernd Kaufholz
Gericht signalisiert Entscheidung gegen alten Stadion-Versorger
Magdeburg. Im sogenannten Würstchenkrieg um die Versorgung der Fußballfans im Magdeburger Stadion neigt sich Justitias Waage in Richtung des ehemaligen Betreibers, Hochtief Facility Management GmbH, und somit gegen den Kläger, die Catering Company Magdeburg (CCM). Das teilte die Vorsitzende der 1. Kammer für Handelssachen, Christine Bolien, gestern nach Vorberatung und einer knappen Prozessstunde mit.
Es deutet vieles darauf hin, dass das Gericht somit am 24. November die Kündigung des Caterers CCM durch Hochtief für rechtmäßig erklärt und CCM – dann ohne Versorgungsvertrag – das Stadion-Areal räumen muss.
Hintergrund des Rechtsstreits auf mehreren Ebenen ist die Tatsache, dass Betreiber Hochtief mit CCM einen mehrjährigen Versorgungsvertrag geschlossen hatte. Nachdem die Stadt jedoch über die Stadion Magdeburg GmbH selbst Betreiber wurde und einen anderen Versorger beauftragt hatte, kündigte Hochtief der CCM. Das Ergebnis: Seit einigen Monaten gibt es eine Doppelversorgung, einen „Würstchenkrieg“, bei Heimspielen des 1. FC Magdeburg.
Zu Beginn des Zivilprozesses, bei dem auf der Klägerseite CCM-Geschäftsführer Thomas Reiche und seine Anwälte saßen, auf der anderen Seite die Vertreter von Hochtief und ihnen zur Seite ein Vertreter der neuen Betreibergesellschaft, der Stadion Magdeburg GmbH, war der Gütetermin geplatzt. Bolien hatte angeregt, „aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine vernünftige kaufmännische Lösung“ zu fi nden. Trotzdem war es zu keinem Vergleich gekommen.
Die Vorstellungen lagen zu weit auseinander. Reiche fordert im Falle einer vorzeitigen Vertragsaufl ösung 375 000 Euro Schadenersatz, Hochtief meinte hingegen, dass das nicht in Betracht komme, weil man kein Betreiber mehr sei und durch Reiche noch 84 000 Euro Umsatzpacht ausstünden. Der Hochtief-Vertreter verwies auf neunmalige Mahnungen. Allerdings bot Hochtief an, darauf zu verzichten, wenn die Klage zurückgezogen werden sollte. Für Alt-Caterer Reiche indiskutabel. Sein Anwalt zur Umsatzpacht: „Wir bestreiten jeden Cent.“
Die Wellen schlugen zeitweilig dermaßen hoch, dass die Kammervorsitzende mehrfach eingreifen musste, anmahnte „Schärfe herauszunehmen“ und von den Anwälten „professionelles Verhalten mit Blick auf die Sache“ forderte.
Sollte das Urteil am 24. November wirklich zugunsten des ehemaligen Betreibers ausfallen, muss CCM das Areal räumen.
Reiche hatte gegen die Behinderung seiner Arbeit vor der 9. Zivilkammer des Magdeburger Landgerichts einstweilige Verfügungen erwirkt. Sie haben solange Gültigkeit, bis die vertragsrechtliche Auseinandersetzung vor der Kammer für Handelsrecht rechtskräftig entschieden ist.
Autor: Uwe Tiedemann
Sportchef: Qualität in der Defensive fehlt noch
1. FC Magdeburg am Freitag beim FC St. Pauli II zu Gast
Magdeburg. „Gerade in den Heimspielen hat sich die Mannschaft mittlerweile stabilisiert. Jetzt wird es Zeit, dass sie diesen positiven Trend auch auswärts untermauert.“ Michael Richter, sportlicher Leiter des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, legte vor der Partie beim FC St. Pauli II (Freitag, 17.30 Uhr, Millerntor-Stadion) die Messlatte hoch: „Ziel gegen den Aufsteiger muss es sein, drei Punkte einzufahren, eine Serie zu starten und damit den Rückstand zur Spitze weiter zu verringern.“
Die Statistik gibt dem 45-Jährigen Recht. In der Fremde tat sich der Club bislang recht schwer. So verbuchten die Elbestädter erst einen Sieg (4:1 in Plauen), sorgten aber dafür schon für so manche Enttäuschung wie das blamable 0:1 bei Türkiyemspor oder das 2:3 in Babelsberg.
Doch der Sportchef glaubt, dass solche Pleiten der Vergangenheit angehören: „Wir haben unsere Krise schon hinter uns, andere noch vor sich. Die Truppe hat sich nach schwierigem Start und Ergebnissen, die zu wünschen übrig ließen, gefangen, befindet sich auf dem richtigen Weg.“ Und: „Nachdem es zwischenzeitlich so aussah, als würde der Abstand zum ersten Platz immer mehr anwachsen, bin ich nun sehr zuversichtlich, dass wir die vorhandenen fünf Punkte nach und nach reduzieren und uns bis zur Winterpause zu den Top-Mannschaften der Liga zählen können.“
Defizite sieht Richter nach wie vor in der Defensive: „Die Qualität, die wir vorne besitzen, fehlt hinten. Das reicht sicher nicht, um ganz vorn zu landen. Ich bin aber überzeugt davon, dass unser Trainer Steffen Baumgart die Probleme in den Griff bekommt.“
Häufig wechselnde Formationen in der Innenverteidigung und viel zu viele Gegentore (insgesamt schon 14) haben den Club bislang um ein besseres Abschneiden als Rang sechs gebracht.
Dabei war es Richter, der einen Robert Littmann vom VfB Oldenburg geholt und auch den Wechsel von Andreas Gaebler (SV Wilhelmshaven) unterstützt hatte. Beide sitzen mittlerweile aber nur noch auf der Bank. Eine solche Entwicklung kann einem Sportdirektor nicht gefallen ... „Ich habe da keine persönlichen Befindlichkeiten“, betonte der 45-Jährige und ergänzte: „Das ist auch ein Zeichen der Leistungsdichte im Kader und des Konkurrenzkampfes. Dafür erfüllt es mich mit Stolz, dass ein Lars Fuchs so super eingeschlagen hat.“
FCM-Trainer Baumgart ließ im Pokal Stammspieler zuschauen / Tischer bleibt erste Wahl
„Bei uns gibt es keinen ,zweiten Anzug‘“
Von Klaus Renner und Klaus Kahmann
Magdeburg. Verkic, Beer, Littmann, Gaebler, Siga, Zander, Brendel, Matthias – FCM-Trainer Steffen Baumgart war am Wochenende beim Pokalspiel gegen den VfB Klötze in der glücklichen Lage, viele jener Akteure von Beginn an einsetzen bzw. einwechseln zu können, die zuletzt in den Regionalliga-Punktspielen nicht unbedingt durchgängig „erste Wahl“ waren. Matthias (2), Verkic, Siga, Zander und Brendel bedankten sich beim 11:0 gegen die Elf aus der Landesklasse dafür mit Toren.
Viel bedeutsamer als die Zahl der Treffer war aber für den Coach etwas anderes: „Das Weiterkommen war Pfl icht. Mich hat aber gefreut – und das ist das Ausschlaggebende – dass ich mit unserer Spielweise zufrieden sein konnte. Alle Spieler haben großes Engagement gezeigt.“
Baumgart, der während des Spiels in der Altmark launig auf Frotzeleien der Zuschauer eingegangen war, ein 1:0 würde dem FCM für den Einzug in die 2. Hauptrunde genügen, hatte nach dem 5:0 geantwortet: „Wenn schon mehr als ein Tor drin ist, dann will ich auch mehr sehen.“ Er wollte sich aber nicht mit der Formulierung anfreunden, auch der „zweite Anzug“ des FCM hätte in Klötze keinesfalls enttäuscht.
Baumgart schlug stattdessen eine Bresche für den gesamten Kader: „Es gibt bei uns keinen ,zweiten Anzug‘. Ich habe 25 Spieler in meinem Kader, und da ist es gleich, ob ich Gaebler, Beer oder Littmann nehme – niemand ist beim FCM ,zweite Garnitur‘.“
Eine von „den Medien herbeigeredete Torwartfrage“ gebe es für ihn ohnehin nicht. Für ihn sei klar, dass Matthias Tischer in Gehäuse aktuell die Nummer eins ist: „Wenn er sich nicht verletzt, wird er am Freitag gegen die Zweite des FC St. Pauli stehen.“ Christian Beer, in der vergangenen Saison noch FCM-Stammtorwart, durfte in Klötze zwar durchspielen, hatte da aber kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen.
1. Hauptrunde des Fußball-Landespokals: 1. FC Magdeburg besiegt VfB mit 11:0 (7:0)
Standesgemäßer Erfolg der Baumgart-Elf in Klötze
Von Klaus Kahmann und Thomas Koepke
Standesgemäß mit 11:0 (7:0) haben die Regionalliga-Kicker des 1. FC Magdeburg am Sonnabend vor rund 1400 Zuschauern bei Dauerregen in der 1. Hauptrunde des Landespokals das gastgebende Landesklasse-Team des VfB Klötze bezwungen.
Klötze. „Das war ein verdienter Sieg. Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit guten Offensiv-Fußball gespielt. In den zweiten 45 Minuten haben wir uns dann etwas zurückgezogen“, schätzte FCM-Trainer Steffen Baumgart ein und ergänzte, „diesmal haben alle konzentriert gespielt und nichts anbrennen lassen“.
VfB-Coach Dirk Reichelt meinte: „Man hat klar gesehen, dass die Magdeburger Jungs schon einen guten Ball spielen können. Wir hatten uns zwar vorgenommen, nicht zweistellig zu verlieren, aber ich denke, dass wir mit dem 0:11 gut leben können.“
Baumgart schonte Kapitän Vujanovic, Keeper Tischer sowie die Deckungsspieler Bankert und Probst (Rückenprobleme). Verkic, Beer bzw. Littmann und Gaebler rückten dafür ins Anfangsteam. Das legte dann auch gleich furios los.
Verkic (5.) traf mit einem Fernschuss ins lange Eck. Eine Viertelstunde lang war der FCM danach zwar am Drücker, doch es fehlte die Präzision im Abschluss. So dauerte es bis zur 19. Minute, ehe Fuchs nach einer Verkic-Flanke per Kopf zum 2:0 für die Elbestädter traf. Nun war der Bann gebrochen.
Racanel (24.) aus der Bedrängung und Fuchs (27.) nach einem Solo sorgten für das 4:0. Fünf Minuten später war es Racanel, der nach einem Foul im Strafraum an Matthias den Elfer zum 5:0 (32.) verwandelte. Den Halbzeitstand von 7:0 stellten Matthias (37.) und Neumann (45.) her.
Nach der Pause brachte Baumgart Siga für Fuchs und Zander für Bauer. Beide bedankten sich dann auch mit Treffern. Siga markierte das 8:0 (48.) und Zander – nachdem Matthias zuvor per Kopf zum 9:0 (69.) getroffen hatte – nach einer Hacke-Ablage von Prest das 10:0 (75.). Für den Endstand sorgte der eingewechselte Brendel (88.). Kurz vor dem Abpfi ff rettete Neumann per Brust gegen René Mangrapps Schuss auf der Torlinie den Zu-Null-Sieg.
VfB-Keeper Beneke, der mit guten Paraden eine höhere Niederlage verhinderte: „Für mich war das eine große Sache, zumal ich erst kurz vor der Saison zum VfB gekommen bin.“
Der FCM trifft nun am 14. November auf die TSG Calbe.
Klötze: Beneke – Jürges, Horn, Brune (63. Kretzschmann), Wisswedel (71. Sprycha), Kausch, Gose (59. Neuschulz), Lenz, S. Mangrapp, Riecke, R. Mangrapp
Magdeburg: Beer – Neumann, Prest, Gaebler, Littmann – Bauer (46. Zander), Racanel (62. Brendel), Matthias, Watzka – Verkic, Fuchs (46. Siga).
Schiedsrichter: Schramm (Zielitz). Zuschauer: 1400. Tore: 0:1 Verkic (5.), 0:2 Fuchs (19.), 0:3 Racanel (24.), 0:4 Fuchs 27.), 0:5 Racanel (32. Foulelfmeter), 0:6 Matthias (37.), 0:7 Neumann (45.), 0:8 Siga 48.), 0:9 Matthias (69.), 0:10 Zander (75.), 0:11 Brendel (88.). Gelb: Riecke / Watzka
Fußball-Landespokal: 1. FC Magdeburg morgen beim VfB Klötze
Trainer Baumgart hält wenig von großen Experimenten
Von Klaus Kahmann
Während die meisten Teams in der Fußball-Pokalrunde Sachsen-Anhalts am Wochenende in der zweiten Hauptrunde spielen, holen die beiden Regionalligisten 1. FC Magdeburg und Hallescher FC ihre Partien der 1. Hauptrunde nach. Dabei muss der 1. FCM am Sonnabend (Anpfiff 15 Uhr) im Geschwister-Scholl-Stadion bei der Landesklasse-Mannschaft des VfB Klötze ran.
Magdeburg. Alles andere als ein klarer Sieg über den Aufsteiger in Deutschlands achthöchste Spielklasse – vier unter der der Magdeburger – käme für den FCM schon in der Nähe einer Schmach.
Aber davon will FCM-Trainer Steffen Baumgart nichts wissen: „Das ist ein Pokalspiel. Da muss man gewinnen, um weiterzukommen. Doch es ist völlig egal, ob das nun mit 1:0 oder mit 15:0 ist“, fordert Baumgart von seinem Team zwar ein gutes Spiel, aber nicht unbedingt den großen Kantersieg.
„Wir wollen in die nächste Runde, in der für uns mit Calbe ja schon der Gegner feststeht. Da müssen wir gewinnen. Wir diskutieren da auch nicht drüber, das ist ein Pflichterfolg“, so der Trainer weiter.
Bis auf zwei, drei Akteure, die noch leichte Blessuren auskurieren müssen, hat Baumgart alles an Bord. „Wenn es diesen oder jenen Ausfall gibt, dann ist das nicht dramatisch. Wir haben immer die Möglichkeit, ausfallende Spieler durch andere gute Akteure zu ersetzen“, macht der FCM-Trainer deutlich, dass er hier eher die Qual der Wahl hat.
Baumgart könnte also auch experimentieren, Spielern Einsatzzeiten einräumen, die sie in Punktspielen nicht bekommen. „Das ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen ist es natürlich nicht falsch, Spieler zu testen, die sonst eher in der sogenannten zweiten Reihe stehen. Zum anderen will ich aber auch die Mannschaft als Ganzes nicht aus dem Rhythmus bringen. Darum ist es durchaus möglich, dass wir in Klötze mit einer fast gleichen Aufstellung beginnen, wie auch bei den letzten Punktspielen“, legt sich Baumgart hier nicht fest.
Da es sich nicht um ein Punktspiel handelt, könnte zum Beispiel auch der noch für eine Partie gesperrte Daniel Bauer wieder mit dabei sein. Auch da lässt sich Baumgart nicht in die Karten schauen, fällt er seine Entscheidung erst am Tag des Spieles.
„Natürlich haben wir uns Informationen über unseren Gegner geholt, wird die Mannschaft darauf eingestellt. Aber packen muss es die Truppe im Spiel schon selbst. Und da bin ich zuversichtlich“, so Baumgart.
Ansetzungen 2. Hauptrunde:
Arnstedt – Germ. Halberstadt Sa 15.00 Edderitz – Herrengosserstedt Sa 15.00 Post Stendal – TSV Völpke Sa 15.00 Dessau 05 – Einh. Wernigerode Sa 15.00 Eintr. Elster – MSV Eisleben Sa 15.00 BW Brachstedt – Rom. Amsdorf So 14.00 Preussen MD II – FSV Bennstedt Sa 14.00 SW Bismark – Naumburger SV Sa 15.00 1. FC Weißenfels – Ask. Benrburg Sa 15.00 Union Sandersd. – Preussen MD I Fr 19.30 BW Gerwisch – BSV Amsmend. Sa 15.00 Schönebecker SV – VfL Halle Sa 15.00 1. FC Zeitz – GW Wolfen Sa 15.00
1. Hauptrunde
VfB Klötze – 1. FC Magdeburg Sa 15.00 Braunsbedra – Hallescher FC So 13.30
FCM-Präsident Rehboldt: „Dinge entwickeln sich in gewünschte Richtung“
Magdeburg. Mit einem positiven Zwischenfazit hat sich gestern Volker Rehboldt, Präsident des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, in seinen einwöchigen Türkei-Urlaub verabschiedet. „Die Dinge entwickeln sich langsam in die gewünschte Richtung“, erklärte der 41-Jährige.
Rehboldt hofft, dass die Mannschaft den Schwung aus den letzten Punktspielen mitnimmt, jetzt am kommenden Sonnabend die Landespokalhürde beim VfB Klötze nimmt und anschließend in der Meisterschaftsrunde den Abstand zur Spitze weiter verkürzen kann. Und dann, ist der Club-Chef überzeugt, steigt auch wieder das Besucherinteresse: „Die Zuschauerzahlen klettern sukzessive nach oben. Ein Auswärtssieg am 16. Oktober beim FC St. Pauli II wäre da natürlich besonders hilfreich.“
Doch soweit will Rehboldt noch nicht denken. Zunächst soll die Landespokalaufgabe gelöst werden: „Wir haben ja gegen Goslar gesehen, was passiert, wenn die Mannschaft nicht ihr volles Potenzial abruft. Deshalb erwarte ich, dass die Spieler am Sonnabend mit der notwenigen Konzentration an die Sache herangehen.“
Rehboldt bekräftigte, dass der „Pott“ auf jeden Fall in Magdeburg bleiben und dann in der 1. DFB-Pokalrunde wieder für eine ordentliche Einnahme sorgen soll: „Nur da gibt‘s den berühmten kräftigen Schluck aus der Pulle. Im Landespokal selbst lässt sich kaum Geld verdienen. Viel mehr als 15 000 Euro springen da nicht heraus. Auch weil davon auszugehen ist, dass wir ja permanent auswärts antreten müssen.“
Was die Vorkommnisse nach dem Derby in Halle anbetrifft, als eine Spezialeinheit aus Blumberg-Ahrensfelde auf FCM-Anhänger losgegangen war (Volksstimme berichtete), sagte Rehboldt: „Wenn wir einerseits verlangen, dass sich die Anhänger vernünftig benehmen, müssen wir uns andererseits auch zu ihrem Anwalt machen. Da wurde klar übers Ziel hinausgeschossen. Ein solch unverhältnismäßiges Eingreifen darf nicht ohne Folgen bleiben. Derzeit ist unsere Fanbetreuung noch dabei, die Details zusammenzutragen. Danach schreiben wir einen Brief an den Innenminister.“
Fußball-Landespokal: FCM reist am Sonnabend zum VfB Klötze
Reichelt: „Wollen achtbares Ergebnis“
Von Klaus Kahmann
Magdeburg. Im altmärkischen Klötze fiebert man dem Fußball-Landespokalspiel des heimischen VfB 07 gegen den Regionalligisten 1. FC Magdeburg (Sonnabend 15.00 Uhr) entgegen. Der traditionsreiche VfB – gegründet am 29. Juni 1907 – kam nach der Wende lange nicht über das Kreisniveau hinaus. Erst in der vergangenen Saison stiegen die Altmark-Kicker in die Landesklasse Sachsen-Anhalts auf.
Für den Fußball in Klötze ist dieses Pokalspiel das größte Ereignis nach der Wende. „Wir konnten uns nun lange genug auf das Spiel gegen den Regionalligisten freuen und vorbereiten. Es wird Zeit, dass das Spiel endlich stattfindet“, so Dirk Reichelt, der Trainer der Landesklasse-Mannschaft. Immerhin „hinkt“ die Partie – wie auch die des anderen Regionalligisten Hallescher FC – hinter den anderen Landespokalspielen dieses Wochenendes hinterher. Da wird schon die 2. Hauptrunde ausgetragen.
„Wir wollen ein achtbares Ergebnis erreichen. Die Niederlage soll nicht zweistellig ausfallen“, wünscht sich Reichelt. Ein 0:2, wie es der VfB-Vorgänger Traktor Klötze 1966 im FDGBPokal gegen die Magdeburger erreichte, scheint ihm aber doch ein wenig zu hoch gegriffen. „Wir träumen nicht davon, das wiederholen zu können, erst recht nicht davon, den großen Favoriten rauszuschmeißen. Dafür sind wir zu realistisch. Aber wir geben uns nicht kampflos geschlagen“, erklärt Reichelt.
Personell hat er keine Sorgen: „Auf Spieler, die derzeit nur leicht angeschlagen sind, kann ich aber nicht zurückgreifen. Sie müssen die Punktspielpause zur Erholung nutzen. Bei allem Respekt vor dem Pokal steht für uns der Klassenerhalt im Vordergrund. Trotzdem sehe ich keine personellen Probleme“, erklärte der Coach des gegenwärtigen Tabellenvierzehnten der Landesklassen-Staffel 1.
Der VfB-Trainer rechnet mit einer ansprechenden Kulisse im heimischen „Geschwister-Scholl-Stadion“. „In der Altmark gibt es recht viele Club-Fans. Zudem ruht in der Region ja wegen der Pokalspiele der Punktspielbetrieb. Ich denke, dass aus diesen Gründen so 1000 bis 1500 das Spiel hier im Stadion verfolgen werden“, so der Tipp von Reichelt in Sachen Zuschauerzahl.
Neuzugang von Carl Zeiss Jena fühlt sich beim FCM Pudelwohl
Fuchs: „Wir haben in der Liga das größte Potenzial“
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Was die Neuzugänge des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg anbetrifft, so fällt die Zwischenbilanz eher durchwachsen aus. Zumindest einer hat die Erwartungen bislang voll erfüllt: Lars Fuchs von Carl Zeiss Jena.
Während sich vor Saisonbeginn so hochgelobte Akteure wie Robert Littmann (VfB Oldenburg) und Robert Gaebler (Wilhelmshaven) mittlerweile auf der Bank wiederfinden, ein Marko Verkic (Energie Cottbus) über Kurzeinsätze nicht hinauskommt, und ein Denis Wolf (RW Erfurt) verletzungsbedingt lange ausfällt, schlug Fuchs auf Anhieb ein. Mittlerweile sechs Treffer hat der 27-jährige Offensiv-Allrounder nun erzielt, zuletzt gegen Goslar (2:1) mit dem Führungstreffer den Grundstein zum vierten Dreier in dieser Saison gelegt.
„Die Tore sind natürlich eine schöne Sache, aber eigentlich gar nicht so wichtig für mich. Ich habe mir diesbezüglich auch nichts vorgenommen. Hauptsache, wir gewinnen als Team“, erklärte Fuchs, der heilfroh war, dass es gegen den Tabellenletzten überhaupt zum Pfl ichtsieg gereicht hatte: „Vielleicht ging es beim ein oder anderen Fan nur um die Höhe des Erfolges. Innerhalb der Mannschaft war das aber nie ein Thema. Als Spieler hat man immer Respekt vorm Gegner.“
Dabei sieht Fuchs sein eigenes Leistungsvermögen noch gar nicht ausgeschöpft: „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, vielleicht bei 90 bis 95. Es fehlt immer noch ein wenig die Spritzigkeit.“ Dafür hat er sich mittlerweile bestens eingelebt in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt: „Es macht Riesenspaß in dieser Truppe. Und das ist für mich als Fußballer immer besonders wichtig.“
Auf die derzeitige Situation des FCM angesprochen, der momentan fünf Punkte Rückstand gegenüber Spitzenreiter VfL Wolfsburg II aufweist, meinte Fuchs: „Das Potenzial ist da. Ich denke sogar, wir verfügen über das größte in dieser Liga. Wir müssen uns natürlich jedes Mal neu beweisen.“ Und weiter: „Es gibt bis zu acht Top-Mannschaften in dieser Liga, die sich gegenseitig die Punkte wegnehmen. Da sind fünf Zähler durchaus aufholbar.“
Allerdings muss sich der FCM diesbezüglich erst einmal gedulden. Das nächste Auswärtsspiel findet erst am 16. Oktober beim FC St. Pauli II statt. Das kommende Wochenende steht zunächst ganz im Zeichen des Landespokals. Und da gastiert der Club am Sonnabend beim VfB Klötze.
Fuchs und Zander bescheren Club Pflichtsieg gegen Goslar
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg feiert glanzloses 2:1 und rückt auf Platz fünf vor
Alles andere als mit Ruhm bekleckert, aber gewonnen: Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg feierte gestern gegen Schlusslicht Goslarer SC einen 2:1 (2:1)-Pfl ichtsieg und verbesserte sich damit auf den fünften Tabellenplatz.
Magdeburg. Während so mancher Club-Fan vor der Partie nur über die Höhe des Sieges diskutierte, warnte Trainer Baumgart: „Ich wäre schon froh, wenn wir 1:0 gewinnen.“
Er sollte Recht behalten. Seine Elf tat sich von Beginn an schwer, fand kaum einmal eine Lücke im dichten Goslarer Abwehrbollwerk und ließ vor allem die nötige Leidenschaft vermissen. Mitte der ersten Hälfte nahm der Druck dann zu, und folgerichtig erzielte Fuchs nach Vorlage von Vujanovic mit einem beherzten Schuss ins lange Eck die 1:0- Führung (30.). Doch die Freude währte nur kurz. Nach einem Endres-Freistoß traf der aufgerückte Scheinpflug per Kopf unbedrängt zum überraschenden 1:1 (33.). Vor allem Tüting sah hier schlecht aus.
Doch dann kam der große Auftritt von Zander. Der Mittelfeldakteur, dessen Schwächen gerade im Offensivbereich liegen, lief in eine Vujanovic-Ecke hinein und hatte dann sicherlich auch das nötige Glück, dass sein Kopfball immer länger wurde und schließlich hinter Gäste-Keeper Lauenstein einschlug (43.). Ein tolles Tor!
Nach dem Wechsel ließ der FCM bis auf einen Binder-Kopfball, den Tischer reaktionsschnell entschärfte, nichts mehr zu (51.), doch ebenso wenig gelang es, vorne den Sack zuzumachen. Es gab jede Menge Leerlauf, Fehlpässe oder zu eigensinnige Aktionen. Und die wenigen guten Möglichkeiten wie eine Fuchs-Direktabnahme (57.), ein Prest-Schlenzer (61.) oder ein Vujanovic-Drehschuss (63.) verfehlten ihr Ziel bzw. wurden eine Beute von Lauenstein (Vujanovic/65.).
So blieb es schließlich beim 2:1, was zahlreiche Fans am Ende mit Unmutsäußerungen quittierten. Innenverteidiger Prest dazu: „Auch wenn einige gepfi ffen haben: Das Wichtigste sind die drei Punkte und die Tatsache, dass wir als Mannschaft zusammenhalten und uns immer wieder gepuscht haben.“
Mittelfeldakteur Tüting räumte immerhin ein, dass „es kein schönes Spiel und so mancher Zuschauer unzufrieden war“, betonte aber auch: „In erster Linie kommt es auf die drei Punkte an. Nur das zählt. Was hilft es uns, wenn wir schön spielen, aber 0:2 verlieren?“
Baumgart sprach hinterher von einem „Drecksspiel, das aber drei Punkte eingebracht hat. Ich ärgere mich besonders darüber, dass wir immer wieder die gleichen Fehler machen.“
Übrigens: Am Rande der Begegnung wurde bekannt, dass die Club-Führung rechtlich gegen eine Eliteeinheit aus Blumberg-Ahrensfelde vorgehen will, die am vergangenen Sonnabend beim HFC-Derby auf dem Hallenser Bahnhof, so Manager Hofmann, „völlig unangemessen und grundlos“ zahlreiche Magdeburger Anhänger geschlagen und verletzt habe.
FCM: Tischer - Probst, Prest, Bankert, Neumann, Watzka, Tüting (76. Verkic), Zander, Racanel (89. Brendel), Fuchs, Vujanovic
Goslar: Lauenstein - Wilking, Kolm (60. Ndjock), Scheinpflug, Endres, Vranic, Halstenberg, Uluisik, Szweda (74. Markaj), Fischer, Binder (54. Magalhaes)
Schiedsrichter: Stein (Homburg). Zuschauer: 5985. Tore: 1:0 Fuchs (30.), 1:1 Scheinpflug (33.), 2:1 Zander (43.). Gelb: Watzka, Neumann / Wilking
Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg empfängt am Sonntag den Goslarer SC
Vujanovic: „Mit den Fans am Ende drei Punkte feiern“
Von Klaus Kahmann
Magdeburg. „Die nächsten drei Spiele – daheim gegen Goslar, beim FC St. Pauli II und daheim gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC – sind für uns so etwas wie Schlüsselspiele. Da haben wir die große Chance, Boden gegenüber der Spitze gutzumachen. Damit müssen wir am Sonntag gegen Goslar anfangen“, so Radovan Vujanovic, der Mannschaftskapitän des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, mit Blick auf das Heimspiel gegen den Goslarer SC. Doch der FCM-Torjäger weiß auch, dass das ab 13.30 Uhr in der heimischen MDCC-Arena keine leichte Sache wird. „Die Goslarer kommen hierher und haben nichts zu verlieren. Die können frei aufspielen, weil wir klar in der Favoritenrolle sind“, meint „Vujo“.
Vujanovic sieht, dass seine Mannschaft in den letzten Partien wieder besser zu sich gefunden hat, zum guten Spiel endlich auch wieder die Punkte kamen. „Gegen Halle haben wir mit nur zehn Mann nach der Herausstellung von Daniel Bauer besser gespielt als die Gastgeber. So wie wir uns alle da hineingekniet haben, muss das auch gegen Goslar der Fall sein – und das von der ersten Minute an“, fordert Vujanovic.
„Ich bin fest überzeugt, dass alle in der Mannschaft hochmotiviert sind. Wenn uns dann unsere Fans wieder so toll unterstützen wie das zuletzt im eigenen Stadion gegen Hannover 96 II und in Halle der Fall war, dann sollten wir am Ende gemeinsam drei Punkte feiern können“, ist der FCM-Kapitän zuversichtlich.
Zuversicht auch bei FCM-Präsident Volker Rehboldt: „Ich sehe dem Spiel mit Optimismus entgegen und denke, dass wir den nächsten wichtigen Schritt machen. Hoffentlich mit einem Zu-Null-Sieg, weil die Deckung zuletzt sehr konzentriert spielte.“
Wer für den für zwei Spiele gesperrten Daniel Bauer in die Anfangsaufstellung aufrückt, steht für FCM-Trainer Steffen Baumgart noch nicht fest: „Durch das Spiel unserer zweiten Mannschaft am Mittwoch, trainierte das Regionalliga-Team ja erst am Donnerstag komplett. Jetzt haben Martin Zander und René Gewelke ihre Chance, aber auch Andreas Gaebler. Doch die Entscheidung fällt erst nach dem letzten Training“, so Baumgart.
Spitzenreiter FCM III wird vom Absteiger FSV 1895 gewogen
Von Roland Schulz
Magdeburg. Nach etwas mehr als einem Drittel der ersten Halbserie in der Saison 2009/10 in der Fußball-Stadtliga deutet sich ein sehr spannender Verlauf im Kampf um die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Fußball-Landesklasse an. Gegenwärtig können sich bis zum BSV 79 noch sieben Mannschaften berechtigte Hoffnungen darauf machen.
Am Sonnabend nun steht bereits der 6. Spieltag ins Haus. Dabei eröffnen der TuS 1860 Neustadt II (13.) und der nach der deutlichen Heimniederlage vom vergangenen Sonnabend von Rang eins auf Platz vier abgestürzte Ex-Spitzenreiter ESV Lok Südost (Schiedsrichter: Frank Köhler) um 12.30 Uhr den Spieltag.
Dem schließen sich ab 15 Uhr sechs weitere Begegnungen an. Schön, dass es diesmal keine Sonntagsspiele gibt. Somit haben viele Magdeburger Fußballfreunde die Möglichkeit, am Sonntag den Regionalligisten 1. FC Magdeburg bei seinem Spiel gegen Goslar zu unterstützen.
Doch zurück zur Stadtliga. Am 6. Spieltag kommt es z. B. am Umfassungsweg zum immer wieder reizvollen Nordderby zwischen den zweiten Mannschaften der SG Handwerk (6.) und des SV Fortuna (11., Schiedsrichter: Werner Gravert).
Ebenso reizvoll ist das Duell zwischen dem FC Zukunft (5.) und der zweiten Mannschaft des VfB Ottersleben (12.). Trugen doch etliche jetzige Kicker des FCZ einst stolz den Dress des VfB.
Der Überraschungssieger vom vergangenen Spieltag, der SV Aufbau/Empor Ost (9.), kann ebenfalls um 15 Uhr seine Meisterschaftsbilanz weiter aufbessern, wenn man den zuletzt ebenfalls siegreichen Tabellendritten BSV 93 (Schiedsrichter: Roland Müller) am Gübser Weg empfängt.
Absteiger gegen Neuling und aktuellen Spitzenreiter, so lautete die Partie zwischen dem letztjährigen Landesklasse-Vertreter Fermersleber SV und der dritten Mannschaft des 1. FC Magdeburg (Schiedsrichter: Stefan Salewski), die um 15 Uhr auf dem Platz der Freundschaft angepfi ffen wird.
Klarer Favorit sollte der gegenwärtige Meisterschaftszweite Roter Stern Sudenburg beim Schlusslicht Post SV (Schiedsrichter: David Siegel) an der Spielhagenstraße sein. Doch gerade die Sterne taten sich in der Vergangenheit mit der Favoritenrolle oft sehr schwer.
Den Spieltagesabschluss vollziehen an der Jahnstraße Germania Olvenstedt II (10.) und der BSV 79 (7., Schiedsrichter: Harald Gensch).
Angriff auf Polizei Thema im Landtag
Magdeburg (dpa). Mit den Angriffen auf Polizisten nach dem Fußball-Regionalligaspiel befasst sich nächste Woche der Landtagsinnenausschuss in einer Sondersitzung auf Antrag von FDP und Linkspartei. Gewalttäter hatten die Polizei in einen Hinterhalt gelockt, angegriffen und 16 Beamte verletzt.
16 Polizisten nach Regionalligaspiel HFC-1. FCM verletzt / Beamte in Falle gelockt
Nach Hooligan-Angriff gibt Ministerium Reizgas frei
Von Bernd Kaufholz
Nach den gezielten und geplanten Angriffen gegen Polizisten beim Fußballregionalligaspiel am Wochenende zwischen Halle und Magdeburg wird die Polizei ihre taktischen Maßnahmen überdenken. Das teilte das Innenministerium gestern der Volksstimme mit. Zudem wird die Polizei mit dem Reizgas RFG 8 ausgerüstet.
Magdeburg. Der Ruf nach sogenannten Distanzwaffen, um sich gegen gewaltbereite Angreifer, zum Beispiel im Zusammenhang mit Fußballspielen, zur Wehr setzen zu können, wird bei der Polizei immer lauter. Hintergrund des neuerlichen Aufflammens der Forderungen sind die Vorkommnisse beim Regionalligaspiel zwischen dem Fußballclub Halle und dem 1. FC Magdeburg am Wochenende.
Etwa 50 HFC-„Fans“ waren gezielt gegen Einsatzkräfte der Polizei vorgegangen. „Eine geplante Sache“, meinte gestern Ralf Karlstedt vom zuständigen Polizeirevier Halle. Nach Spielende gegen 15.30 Uhr im Kurt-Wabbel-Stadion hatten sich unweit der Sportanlage vermeintlich rivalisierende Fangruppen, etwa 50 Mann, eine ebenso vermeintliche Straßenschlacht geliefert. Eine der beiden Truppen hatte blauweiße Fanschals um und -mützen auf.
Als 20 hinzugeeilte Bereitschaftspolizisten die Gewalt stoppen wollten, hatten sich die Hooligans aus verschiedenen Richtungen gegen die Beamten gewandt, sie mit Raketen sowie Reizgas beschossen und mit Steinen und Flaschen beworfen. 16 Polizisten waren verletzt worden: Hämatome und Augenreizungen.
Innenministeriumssprecher Martin Krems sprach gestern von einem „kalkulierten Angriff, mit dem Ziel, Polizisten zu verletzen“. Die Bereitschaftspolizisten seien in eine Falle gelockt worden. Diese neue Dimension von Hooligan-Attacken bei Fußballspielen in Sachsen-Anhalt werde „mit großer Sorge“ registriert.
Wie die Volksstimme erfuhr, will das Innenressort die „taktischen Maßnahmen der Polizei bei „Problemspielen überdenken“. So sollen Hubschrauber eingesetzt und Müllcontainer durchsucht werden, in denen häufig Raketen und Wurfgeschosse versteckt werden.
Es komme nun darauf an, die Täter ausfindig zu machen. Krems: „Gegenwärtig wird Videomaterial ausgewertet.“
Den Einsatz von Distanzwaffen wie Gummigeschosse lehne man allerdings ab. Für eine Ausrüstung mit dem Langreichweiten-Reizgas RFG 8, das bereits in Berlin und Baden-Württemberg eingesetzt wird, hat das Innenministerium jedoch grünes Licht gegeben. „Es ist getestet worden und auf Grund der neuen Risikolage wurde die Sache positiv entschieden“, so Krems.
Wolfgang Ladebeck, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, hatte die Freigabe mehrfach angemahnt. „Es scheint immer mehr zum Hobby zu werden, Polizisten in der Öffentlichkeit anzugreifen.“ Das sei kein Wunder, die Bestrafung sei zu gering. „Für die Beschädigung eines Blaulichtfahrzeuges drohen bis zu fünf Jahre, bei Widerstand gegen Vollzugsbeamte lediglich zwei Jahre Haft“, so der Gewerkschafter. Meinung I
Regionalliga: 1. FC Magdeburg empfängt am Sonntag Aufsteiger Goslarer SC
Baumgart: „Wir müssen und wollen gewinnen“
Von Klaus Kahmann
Magdeburg. Erstmals in der Club-Geschichte treffen die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg auf das Team des Aufsteigers Goslarer SC. Der Tabellenletzte ist am Sonntag (Anpfiff 13.30 Uhr) in der MDCCArena zu Gast. Ganze drei Punkte haben die Männer aus der Kaiserstadt aufzuweisen. Am 22. August war ihnen ein 3:2-Heimerfolg gegen den FC St. Pauli II gelungen. Seitdem gab es nur noch Niederlagen.
Auf Mittelfeldspieler Daniel Bauer muss FCM-Trainer Steffen Baumgart am Sonntag verzichten. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er wohl nach seiner Roten Karte vom Spiel in Halle zwei Spiele gesperrt werden“, meinte der FCM-Coach gestern. Am Nachmittag bestätigte der Nordostdeutsche Fußballverband dann Baumgarts Auffassung. Bis auf Maik Georgi und den langzeitverletzten Denis Wolf hat er sonst alles an Deck.
Baumgart sieht seine Mannschaft gegen die Randharzer klar als Favorit: „Alles andere als ein Sieg wäre für die Mannschaft, die Fans und auch für mich eine Enttäuschung“, setzt der Trainer darauf, dass seine Truppe auf die recht guten Leistungen der letzten beiden Spiele noch eins draufsetzen kann.
„Allerdings ist bei Spielen gegen solch einen Gegner alles drin. Normal wäre ein Sieg. Aber man erlebt gerade gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller hin und wieder auch grottenschlechte Partien der vermeintlichen Favoriten. Das soll uns aber nicht passieren. Deshalb wird auch ein Team aus der unteren Tabellenhälfte von meiner Mannschaft ernst genommen“, erwartet Baumgart, dass die Mannschaft im Kopf klar ist, weil auch gegen Goslar der Erfolg nicht von allein kommt.
Trainer und Co-Trainer Carsten Müller haben die Truppe aus Goslar beobachtet. „Oft haben sie mit ihren Gegnern lange auf gleichem Niveau gespielt und erst zum Schluss die Niederlage einstecken müssen. Goslar hat drei, vier gute Einzelkönner und kann kompakt in der Deckung spielen, wird möglicherweise im Konterspiel den Erfolg suchen“, so Baumgart.
Und weiter: „Aber egal, wie der Gegner den Erfolg sucht – wir müssen und wollen gewinnen. Nur so können wir wieder Anschluss zur Spitze fi nden, und das ist unser Ziel.“
Fußball-Verbandsliga: 1. FC Magdeburg II – Hallescher FC II 3:1 (1:1)
Brendel trifft doppelt gegen Saalestädter
Von Hans-Joachim Malli
Sudenburg. Die U 23 des 1. FC Magdeburg setzte sich gestern in der vorgezogenen Partie des 9. Verbandsliga-Spieltages mit 3:1 (1:1) gegen ihre Altersgenossen vom Halleschen FC durch, verbesserte sich mit jetzt 17 Zählern vorerst auf den zweiten Tabellenrang hinter Spitzenreiter Sandersdorf (18). Das wohl Wichtigste vorweg: im Gegensatz zu vor zwei Jahren, als die gleiche Paarung kurz vor dem Abbruch stand, blieb es diesmal ruhig, war von den trotz ungewöhnlicher Anstoßzeit (werktags, 14 Uhr) mitgereisten zwölf HFCFans nichts zu hören.
Zum Spiel: René Beßler nutzte einen Ballverlust des sich später stark steigernden René Gewelke, traf zum 0:1 in den Winkel (18. Minute). Eine schöne Kombination über Marko Verkic und Patrick Bartsch vollendete der knochenfreie Marcel Brendel zum 1:1-Pausenstand (29.). Nach Wiederbeginn wirkte die FCMZweite unter den Augen des fast kompletten Regionalliga-Kaders, einschließlich Trainer, bissiger, zweikampfstärker, hatte die technisch starken Saalestädter im Griff. Der lautstark dirigierende Christian Beer musste nur zweimal ernsthaft gegen den eingewechselten Christoph Schulz eingreifen (72., 88.).
Drosch Verkic zunächst noch hoch über den HFC-Kasten (47.), machte er es fünf Minuten später beim 2:1 nach Brendel-Zuspiel besser. Kurz vor Schluss erhöhte der diesmal effektive Brendel gar noch auf 3:1 (83.). „Das war ein gutes Verbandsligaspiel, das zunächst stark von der Taktik geprägt war, weshalb es in der ersten Halbzeit zumeist zwischen den Strafräumen hin und her ging. Nach der Pause haben wir durch die Mitte nichts mehr zugelassen,“, so FCM-Coach Mario Middendorf.
FCM II: Beer – Weiß, Loth, Littmann, Jahnel, Matthias, Gewelke (78. Tietz), Instenberg, Brendel (83. Glage), Bartsch (75. Herold), Verkic. Schiedsrichter: Plaue (Stendal). Zuschauer: 131 zahlende. Tore: 0:1 Beßler (18.), 1:1 Brendel (29.), 2:1 Verkic (52.), 3:1 Brendel (83.).
Denis Wolf 3
Stiefel 2
Daniel Bauer 1
1.Lübeck - FCM 0:2
2.FCM - HSV II 1: 1
3.Wilhelmshaven - FCM 0:3
4.FCM - Oberneuland 1:0
5.RB Leipzig - FCM
6.FCM - VfL Wolfsburg II
7.VFC Plauen - FCM
8.FCM - Hertha BSC II
9.Cottbus II - FCM
10. FCM - Meuselwitz
11.HFC - FCM
12. FCM - CFC
13.TSV Havelse - FCM
14.FCM -Türkiyemspor
15.Braunschweig II - FCM
16.FCM- H96 II
17.Kiel - FCM
1.1. FC Magdeburg 10
2.Chemnitzer FC 10
3.VfL Wolfsburg II 9
4.Holstein Kiel 9
5.Hallescher FC 8
6.VfB Lübeck 7
7.VFC Plauen 7
8.Hannover 96 II 7
9.RB Leipzig 6
10.TSV Havelse 6
11.E. Braunschweig II 4
12.Hertha BSC II 4
13.SV Wilhelmshaven 4
14.ZFC Meuselwitz 3
15.Hamburger SV II 2
16.Türkiyemspor Berlin 1
17.Energie Cottbus II 0
18.FC Oberneuland 0