Mai 2010

31.Mai 2010

Autor: Uwe Tiedemann
FCM schließt Chaos-Saison mit Remis ab

Fußball-Regionalligist bleibt gegen Meuselwitz im sechsten Anlauf sieglos / Ab heute bis zu 25 Testspieler zum Probetraining

Welch eine Erlösung! Mit einem mageren 1:1 (1:1) gegen den ZFC Meuselwitz schloss Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg am Sonnabend eine mitunter chaotisch verlaufene Saison 2009/10 ab. Der Club beendet damit das Spieljahr als enttäuschender Tabellensechster – mit 26 Punkten (!) Rückstand auf Meister und Aufsteiger SV Babelsberg.

Magdeburg. Ob Spieler, Offizielle, Fans oder Sponsoren – jeder war heilfroh, dass unter das „Seuchenjahr“ endlich ein Schlussstrich gezogen werden konnte. „Wir haben unsere Ziele klar verfehlt und sind alle frustriert. Da gibt es nichts zu beschönigen“, sprach Kapitän Radoslav Vujanovic Klartext, der trotz Vertrag bis 2012 sein letztes Pflichtspiel im FCM-Trikot bestritt: „Wo ich nächste Saison spiele, weiß ich noch nicht, aber wohl kaum in Magdeburg“, sagte der 28-Jährige, der nicht mehr ins Gehaltsgefüge passt. Kontakte soll es zu RW Erfurt und Hansa Rostock geben.

FCM-Dauerbrenner Stephan Neumann (seit 1990) bleibt den Blau-Weißen dagegen weiterhin erhalten, doch auch der Linksverteidiger zeigte sich erleichtert, dass die Saison vorbei ist: „Es ist nahezu alles schiefgegangen. Da hat man mitunter die Lust am Fußballspielen verloren und sich so manches Mal gefragt: Warum bist Du heute überhaupt aufgestanden?“

Dabei gehörte Neumann noch zu den wenigen Lichtblicken in einem Team, das einfach nicht zusammenpasste und sich auch am letzten Spieltag eher von seiner schlechten Seite zeigte. So erwies sich die Innenverteidigung mit Andreas Gaebler und Martin Zander als Unsicherheitsfaktor, fiel im Mittelfeld Simon Tüting einmal mehr durch ein Fehlpass-Festival auf, zeigten im Sturm Lars Fuchs und Vujanovic zu wenig Durchschlagskraft.

Der Gast aus Meuselwitz, von Damian Halata gut eingestellt und stets gefährlich, ging durch den quirligen Gasch früh in Führung (10.). Sein Flachschuss aus spitzem Winkel nach Kopfballvorlage des langen Bocek schien dabei nicht unhaltbar. Der Ausgleich ging nach einem schönen Angriff über den rechten Flügel auf das Konto von Denis Wolf, der am langen Pfosten stehend nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte (38.).

Chancen zum Siegtreffer gab es auf beiden Seiten insgesamt zuhauf, doch erwiesen sich beide Keeper, Matthias Tischer auf der einen und der füllige Oliver Dix auf der anderen Seite, als zuver lässige Schlussleute. Nach dem Wechsel verflachte die ohnehin niveauarme Partie allerdings noch mehr, gab es nur noch wenig Höhepunkte, war der Gast am Ende mit dem 1:1 weitaus mehr zufrieden als der Club, dem damit auch im sechsten Anlauf kein Dreier gegen die „graue Maus“ aus Thüringen gelang (drei Remis, drei Niederlagen).

Interimstrainer Carsten Müller, der im März Steffen Baumgart abgelöst hatte, sprach von einer „sehr turbulenten Zeit, in der jede Menge Unruhe herrschte und kaum eine Woche verging, ohne dass äußere Einflüsse die Arbeit behinderten“. Leider, so der 38-Jährige, sei es in den entschei denden Spielen wie gegen den HFC und im Landespokal in Halberstadt (jeweils 0:1) nicht gelungen, die notwendigen Ergebnisse einzufahren. Müller, der sich künftig wieder voll seiner Aufgabe als Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums widmet, hofft für die Zukunft darauf, „dass der Club wieder gemeinsam an einem Strang zieht“.

Sein Nachfolger heißt bekanntlich Ruud Kaiser, und der Holländer geht gleich in die Vollen. Heute werden bis zu 25 (!) Testspieler, u.a. Tobias Bauer aus Koblenz, Bruder von Daniel Bauer, zum zweitägigen Probetraining erwartet. „Die meisten kommen aus Deutschland, es sind aber auch einige aus Holland, Belgien und Schweden dabei“, sagte Kaiser, der nach dem Ausscheiden von Fuchs, Vujanovic und Deniz Siga vor allem nach Stürmern Ausschau hält.

Übrigens: Torhüter Christian Beer wurde zum „Spieler des Jahrzehnts“ gewählt und dafür in der Halbzeitpause geehrt.

FCM: Tischer - Bankert, Gaebler, Zander, Neumann, Georgi (80. Bartsch), Tüting (59. Matthias), Instenberg, Wolf, Fuchs (90. Verkic), Vujanovic

Meuselwitz: Dix - Luck, Baum, Müller, Ferl, Rudolph (58. Weinert), Pikl, Oswald, Riese, Gasch (88. Blankenburg), Bocek (80. Kind)

Schiedsrichter: Bornhöft (Bad Segeberg). Zuschauer: 3526. Tore: 0:1 Gasch (10.), 1:1 Wolf (38.). Gelb: Bankert, Vujanovic, Matthias / Gasch, Ferl, Bocek

29.Mai 2010

Autor: Rudi Bartlitz & Uwe Tiedemann
Ist Großöhmichen besser als Messi?

Was hätte passieren können, wenn der 1. FC Magdeburg im Sommer 2007 aufgestiegen wäre? / Eine Fiktion

Ein einziger Moment kann im Fußball den Lauf der Dinge regelrecht auf den Kopf stellen und die Sache in eine völlig andere Richtung lenken – sei es der Stürmer, der den leeren Kasten nicht trifft, sei es der Verteidiger, der am Ball vorbeisäbelt oder sei es der Schiedsrichter, der ein klares Tor annulliert. Was wäre beispielsweise passiert, wenn an jenem denkwürdigen 2. Juni 2007 der 1. FC Magdeburg gegen St. Pauli (1:1) ein Tor mehr geschossen und den Sprung in die 2. Liga geschafft hätte? Die Volksstimme-Redakteure Rudi Bartlitz und Uwe Tiedemann haben vor dem heutigen Saisonabschluss ihrer Fantasie einmal freien Lauf gelassen.

2. Juni 2007: Frank Gerster erzielt mit einem Gewaltschuss den Siegtreffer zum 2:1 gegen den FC St. Pauli und macht damit den Durchmarsch des FCM in die 2. Liga perfekt.

4. Juni 2007: Manager Bernd Hofmann kann sich vor Angeboten von Großunternehmen für das Namenssponsoring des neuen Stadions kaum retten. Aber Mercedes, Haribo oder RedBull haben keine Chance. Am Ende bleibt die Wahl zwischen „Täves Radladen“ und dem „Nigari-Autohaus“.

17. Mai 2008: Der Fußball-Osten steht Kopf! Der FCM hat Geschichte geschrieben und mit einem erneuten Durchmarsch den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft. Christian Beer hält im entscheidenden Spiel gegen 1860 München nicht nur zwei Elfmeter (Ersatzkeeper Matthias Tischer hatte ihm zuvor einen Zettel zugesteckt, der heute im Kulturhistorischen Museum aufbewahrt wird), sondern trifft zudem in der Nachspielzeit aus 80 Metern zum 1:0 in den Winkel.

28. Mai 2008: Oberbürgermeister Lutz Trümper verleiht FCMPräsident Volker Rehboldt die Ehrenbürgerschaft.

2. Juni 2008: Halb Europa jagt Peter Otte. Der beinharte Verteidiger lehnt jedoch alle Offerten vom FC Chelsea, AC Mailand und FC Valencia ab und verlängert seinen Vertrag beim Club bis 2015. Trainer Dirk Heyne: „Ich habe immer an ihn geglaubt.“

3. Juni 2008: Am nächsten Tag die Überraschungs-Nachricht: Heyne erklärt seinen Rücktritt: „Wenn‘s am schönsten ist, sollte man gehen.“ Volksstimme erfährt: Ihm liegt eine Millionen-Offerte von Sibir Nowosibirsk vor.

27. Juni 2008: Verdiente Bundesliga-Trainer bieten sich in der Geschäftsstelle an. Bei Dettmar Cramer (85) und Rudi Gutendorf (83) ist man jedoch skeptisch: „Denen fehlt die Erfahrung.“ Der Ex-Magdeburger Horst Buhtz fällt ebenso durch wie Dragoslav Stepanovic. Dessen Kommentar: „Lebbe geht weider ...“ Peter Neururer wird schon bei jedem Training gesehen. Doch die unorthodox denkenden FCM-Chefs zaubern einen ganz anderen aus dem Hut – Paul Linz. Der ist geradezu überwältigt: „Eineinhalb Jahre habe ich auf diesen Anruf aus Magdeburg gewartet.“ Auch bei den Co-Trainern tauchen selbst bei Insidern unerwartete Namen auf: Andreas Golombek und Jürgen Görlitz.

15. August 2008: Zum Auftakt der Bundesliga-Saison 2008/09 gegen den HSV überrascht Linz („Eigentlich wollte ich nur noch Akteure einsetzen, die irgendwann mal in einer meiner Mannschaften gespielt haben oder deren Stammbaum sich in die Pfalz zurückverfolgen lässt“) mit einem Fünf-Mann-Sturm: Braham – Reimann – Vujanovic – Dzeko – Grafite. Die HSV-Abwehr wird schwindelig gespielt – 4:0.

20. Dezember 2008: Zur Winterpause ist der FCM nach drei Aufstiegen hintereinander als Fünfter bester Neuling aller Zeiten.

6. Mai 2009: Der FCM besiegt in der Allianz-Arena im DFB-Po kal-Halbfinale den FC Bayern sensationell mit 1:0 (Torschütze Otte) und zieht ins Endspiel ein Gegner dort: FCM II.

23. Mai 2009: Den FCM-Medi en-Direktoren Stephan Lietzow und Natascha Knipper qualmen die Köpfe: Zum letzten Spieltag haben sich TV-Teams aus Eng land, Italien und Spanien ange meldet. MDF 1 (Reporter Rolf Töpperwien) überträgt 12 Stun den live aus der seit Monaten ausverkauften Nigari-Arena Durch einen hart umkämpften 2:1-Erfolg über den VfL Wolfsburg erreichen die Blau-Weißen als Dritter die Champions-League-Qualifikationsrunde.

1. Juni 2009: Bundestrainer Joachim Löw nominiert mit Christian Beer, Marcel Probst, Christian Prest, Maximilian Watzka und Martin Zander gleich fünf Magdeburger für die WMQualifikationsspiele. Löw: „Ich könnte mir in Zukunft sogar einen richtigen FCM-Block vorstellen.“

15. Juli 2009: Spielerberater aus ganz Europa offerieren ihre Schützlinge. Totti, van Nistelrooy, Cannavaro – sie alle fallen durch den Rost. Cristiano Ronaldo ist dem FCM noch (ein bisschen) zu teuer.

20. Juli 2009: Durch Deutschland schwappt eine Riesen-FCMSympathiewelle. Der ZDF-Verwaltungsrat beschließt: Ab sofort sitzt bei jeder „Wetten, dass ...?“- Sendung ein Magdeburger Spieler auf der Star-Couch.

8. August 2009: Manager Hofmann strahlt: Sämtliche Logen sind von arabischen Scheichs gemietet. Ärger gibt es nur, weil die SWM ihre Lounge partout nicht räumen will und in keinem der Magdeburger Baumärkte goldene Wasserhähne aufzutreiben sind.

16. August 2009: Usain Bolt gewinnt bei der Leichtathletik-WM in Berlin das 100-Meter-Finale, verzichtet jedoch auf einen Start über 200 Meter, um in Magdeburg an einer FCM-Autogrammstunde teilzunehmen.

17. August 2009: Ex-SCM-Manager Bernd-Uwe Hildebrandt fragt in der FCM-Geschäftsstelle unverbindlich nach, ob denn für ihn eine Praktikantenstelle frei wäre.

12. September 2009: Mit einem Remis und drei Niederlagen hat der FCM einen Fehlstart in die neue Saison hingelegt. Es werden erste Zweifel laut, ob die Neuverpflichtungen Hendrik Großöhmichen und Simon Tüting wirklich die Kracher sind.

14. September 2009: Zwei Tage nach der 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Bochum wird das bei allen beliebte FCM-Maskottchen – ein possierliches Tierchen mit dem Namen „Luchs Trümper“ – in der Magdeburger Innenstadt von einem unbekannten Handball-Maskottchen hinterrücks verprügelt.

30. September 2009: In der Champions-League-Quali be scherte das Los ausgerechnet Heynes Klub Sibir Nowosibirsk. Mit zwei überzeugenden Siegen (7:0 und 4:1) kann der torhungrige FCM seine Formkrise überzeugend beenden.

1. Oktober 2009: Trainer Linz stellt umgehend einen neuen 10-Jahres-Plan auf. Am selben Tag wird sein Vertrag um 10 Jahre verlängert.

2. Oktober 2009: Der „Würstchenkrieg“ verschärft sich. Die UNO erwägt den Einsatz von Blauhelmen. Zwischen den verfeindeten Würst‘l-Ständen wird eine Waffenstillstandslinie gezogen.

5. Oktober 2009: Russland-Oligarch Roman Abramowitsch drängt seit Wochen, unbedingt im Magdeburger Stadion werben zu dürfen. „Am liebsten“, so lässt der Chelsea-Eigentümer ausrichten, „direkt neben dem Bestattungsunternehmen Abendfriede.“

7. Oktober 2009: Eines der FCM-Geheimnisse lautet: Lernen von anderen erfolgreichen Sport-Größen. Deshalb lädt der Club Handball-Trainer Michael Biegler („Es geht hier gar nicht so sehr um mich“) zu einem Gastvortrag ein. Thema: „Ambivalente Wechselbeziehungen zwischen Offense und Defense“.

8. Oktober 2009: In China wird der 3000. FCM-Fan-Klub gegründet. Sein Name: Fer-Lirt Ni.

12. Oktober 2009: Präsident Rehboldt dementiert, dass er das Amt des Ministerpräsidenten anstrebt.

27. Oktober 2009: Anlässlich dessen zweiten Todestages erhält das Stadion den Namen „Heinz-Krügel-Kampfbahn“. Manager Hofmann: „Das sind wir unserem Heinz schuldig. Wir pfeifen auf die Millionen für das Namenssponsoring.“

20. Dezember 2009: Hendrik Großöhmichen wird in Baden-Baden zusammen mit Steffi Nerius zu Deutschlands „Sportler des Jahres“ gewählt.

21. Dezember 2009: Die spanische Fußball-Zeitung „Marca“ fragt besorgt: „Ist Großöhmichen heute schon besser als Messi?“

1. Januar 2010: Radovan Vujanovic gewinnt das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee. Trainer Linz (lacht): „Des habbe isch immer scho g‘sagt: Meine Jungs sinn überall gutt.“

5. Januar 2010: Der Club verkauft überraschend Radovan Vujanovic für 35 Millionen Euro an Roter Stern Belgrad. Der Serbe hat Heimweh. Mit einem Teil des Geldes will der FCM den Tunnelbau am Magdeburger Bahnhof unterstützen.

8. Januar 2010: Linz lässt beim Trainingsauftakt sofort verstärkt das Tunneln üben.

20. Januar 2010: In der Winterpause wird in den Medien die Stadiondiskussion erneut losgetreten. Stadtrat Bernd Heynemann meldet sich zu Wort: „Das Ding ist viel zu klein, das habe ich doch schon immer gesagt.“ Gemeinsam mit dem Landesrechnungshof fordert er eine Verdoppelung der Zuschauerkapazitäten.

3. März 2010: Im Viertelfinale der Champions League scheitert der FCM knapp (0:2, 2:1) am FC Barcelona. Das mit Spannung erwartete Mittelfeld-Duell Messi gegen Großöhmichen entscheidet der kleine Argentinier („Was verdient man denn so hier in Magdeburg?“) noch einmal für sich. Die Bäume wachsen eben (noch) nicht in den Himmel.

15. März 2010: Inter Mailand will Michael Richter als Sportdirektor. Der lehnt ab: „Ich suche in Magdeburg eine neue Herausforderung.“

19. März 2010: Wayne Rooney wird in den frühen Morgenstunden im „M2“ gesehen. Ein Anzeigenblatt fragt erstaunt: „Was will der denn hier?“

8. Mai 2010: Der FCM wird durch ein 6:2 über Werder Bremen (Torschützen: je dreimal Braham und Vujanovic-Ersatz Eric Agyemang) vorzeitig deutscher Meister. Tausende HFCFans bilden vor dem Stadion ein Jubel-Spalier. Für das entscheidende Match lagen 250 000 Kartenbestellungen vor. Der Papst lädt die Spieler zu einer Privataudienz. Zeugwart Heiko Horner in Not: „Was ziehen wir da nur an?“

10. Mai 2010: Das neue FCMBuch mit Co-Autor Paul Linz ist da. Zwei Kapitel sind seinem noch minderjährigen Sohn gewidmet. Linz junior soll spätestens in zwei Jahren die alles überragende Spielerpersönlichkeit bei den Blau-Weißen werden.

20. Mai 2010: Als Geste der Unterstützung für den neuen Hansa-Chef Bernd Hofmann leiht der FCM Simon Tüting zum Nulltarif an Rostock aus. Präsident Rehboldt: „Wir wollen daran nicht verdienen. Der Osten muss zusammenhalten.“

28. Mai 2010: Durch die Auftritte in der Champions League hat der Club Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich. Der FCM übernimmt einen Teil der griechischen Staatsschulden. Neu-Manager Rüdiger Bartsch: „Wir haben schließlich auch eine soziale Verantwortung.“

2. Juni 2010: Genau drei Jahre nach dem phänomenalen Durchmarsch sieht der Entwurf des Bundesliga-Spielplans für die Saison 2010/11 zum Auftakt gleich einen Kracher vor: Meister FCM empfängt Aufsteiger St. Pauli. Dessen Präsident Hans-Dieter Schmidt, gerade aus Afrika zurück, kündigt an: „Der neue FCM der Liga, das sind wir!“

28.Mai 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Harter Kampf um neue Nummer eins

Magdeburg. Eine der vielen Fragen beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg lautet: Wer steht in der nächsten Saison im Tor? Einen Mangel an vielversprechenden Kandidaten gibt es nicht, doch für wen sich der neue Trainer Ruud Kaiser entscheiden wird, ist derzeit noch völlig offen.

In der noch laufenden Saison, die morgen (13.30 Uhr) gegen Meuselwitz abgeschlossen wird, hatte Matthias Tischer die eigentliche Nummer eins, Christian Beer, verdrängt. Beide sind auch 2010/11 für den FCM aktiv. Tischer hat gerade seinen Vertrag verlängert, bei Beer lief der Kontrakt ohnehin bis 2011.

Doch beide können sich nicht sicher sein, dass nur sie auch künftig im direkten Konkurrenzkampf um die Nummer eins stehen werden. Dazu Manager Rüdiger Bartsch: „Es gibt Begehrlichkeiten anderer Vereine, unseren U-19-Nationaltorhüter Franco Flückiger zu verpflichten. Es ist zwar noch keine endgültige Entscheidung gefallen, doch wir müssen natürlich für einen solchen Fall gerüstet sein.“

So sollen Anfang kommender Woche, wenn Kaiser bis zu zwei Dutzend Probespieler eingela den hat, auch zwei Torhüter getestet werden. Einer davon ist der momentan vereinslose Adrian Horn (26/zuletzt Eintracht Braunschweig), der andere Enrico Keller (31) vom Chemnitzer FC. Und Bartsch macht beiden großgewachsenen Keepern (1,96 bzw. 1,97 m) durchaus Hoffnungen: „Wenn wir einen neuen Torhüter verpflichten, dann sicherlich nicht von vornherein als Nummer drei.“

Wenn es zu keiner Einigung kommen und Flückiger trotzdem gehen sollte, wäre auch noch eine ganz andere Variante denkbar: Christian Gropius, wie Flückiger ebenfalls erst 19 Jahre alt. Bartsch: „Christian hat zuletzt hervorragende Leistungen gezeigt.“

27.Mai 2010

Online-Voting
Der FCM sucht den „Spieler des Jahrzehnts“
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Die Fans haben gewählt: In den vergangenen Monaten konnten die Anhänger des Regionalligisten 1. FC Magdeburg per Online-Voting ihre „Elf des Jahrzehnts“ bestimmen. Nun steht das Ergebnis fest.

Im Tor setzte sich in der Gunst der Fans Christian Beer durch. Die Abwehr bilden Marcel Probst, Bodo Schmidt, Maik Franz und Stephan Neumann.

Im Mittelfeld landeten Dirk Hannemann, Mario Kallnik, Florian Müller und Frank Gerster ganz vorn. Im Angriff erhielten Adolphus Ofodile und Aleksandar Kotuljac die meisten Stimmen, bei den Trainern war es Dirk Heyne.

Den abschließenden Höhepunkt dieses Votings bildet nun noch die Wahl zum „FCM-Spieler des Jahrzehnts“. Von den genannten elf Akteuren, die zwi schen 2000 und

2009 für den Club aufliefen,können die Anhänger per Online-Voting auf der Homepage www.fc-magdeburg.de   oder per E-Mail info@fc-magdeburg.de   noch bis zum abschließenden Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz (29. Mai, 13.30 Uhr) ihren Favoriten bestimmen. Die Bekanntgabe erfolgt dann im Rahmen dieser letzten Partie.

Übrigens: Der Verein hat gestern die Verpflichtung von Manuel Stiefel vom VfB Auerbach offiziell bestätigt. Der 25-Jährige erhält einen Vertrag bis 2011 mit Option bis 2012. „Ich sehe den Wechsel als weiteren Schritt in meiner Karriere und bin überzeugt, dass wir mit dem 1. FC Magdeburg in der nächsten Saison eine gute Rolle spielen werden“, sagte Stiefel.

26.Mai 2010

„Stadionwelt“-Rangliste / Fußballer beherrschen weiterhin eindeutig die Spitze
Magdeburger fallen in Zuschauergunst zurück
Von Rudi Bartlitz


Magdeburg. Der sportliche Niedergang beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg hat sich auch anderweitig negativ ausgewirkt.

In einer Wertung der Zeitschrift „Stadionwelt“, in der diejenigen deutschen Klubs mit den höchsten Zuschaueraufkommen (Stand Anfang Mai) erfasst werden, ist der FCM mit einem Schnitt von 5799 Besuchern auf Rang 54 zurückgefallen.

Dennoch sind die Blau-Weißen hinter Rot-Weiß Essen (51./6066) zweitbester Viertligist in diesem Ranging. Auf dem Höhepunkt des Zuschauerzuspruchs nach der Eröffnung des neuen Stadions im Jahr 2007 rangierten die Magdeburger Fußballer noch auf Platz 35.

Doch nicht nur den FCM traf es. Auch die SCM-Handballer rutschten nach einer sportlich unbefriedigenden Saison auf Rang 65 zurück (2007: Platz 55).

Wie ein Blick auf die Hitliste zeigt, beherrschen die Fußbal ler in Deutschland weiterhin unangefochten die Spitze. In der Wertung belegen sie die Ränge 1 bis 28. Erst auf Position 29 erscheint der erste Nicht-Fußballklub: die Berliner Eisbären. Souveräner Spitzenreiter ist Borussia Dortmund. 77 057 Besucher kamen im Schnitt zu den Heimspielen der Westfalen. Dahinter folgen unverändert der FC Bayern München (69 000) und Schalke 04 (61 293).

Bester Ostverein sind die Fußballer von Drittligist Dynamo Dresden. Mit 14 525 Besuchern distanzierten die Sachsen auf Platz 27 sogar die Zweitligisten Union Berlin (30./13 999) und Hansa Rostock (31./13 200).

Als einziger Fünftligist überhaupt schaffte der 1. FC Lok Leipzig (80./3468) den Sprung in die Top 100.

Bei den Handballern hat der HSV Hamburg (36./10 290) erneut dem jahrelangen Zuschauer-Krösus THW Kiel (10 250) die Rolle an der Spitze abgejagt. Handicap der Kieler: Ihre permanent ausverkaufte Halle fasst eben nur 10 250 Fans.

25.Mai 2010

Autor: Uwe Tiedemann
In der Schlussphase wendet der FCM noch das Blatt – 4:3

Regionalliga-Fußballer gewinnen Pfingstsonnend bei Insolvenzverein Tennis Borussia

Wenigstens das Ergebnis stimmte: Im letzten Auswärtsspiel der verkorksten Saison 2009/10 kam Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg am Pfingstsonnabend zu einem 4:3 (1:1)-Erfolg bei Insolvenzverein und Absteiger Tennis Borussia.

Berlin. FCM-Manager Bartsch hatte Ende vergangener Woche erklärt, „dass alle Club-Spieler noch die Chance bekommen, um zu zeigen, warum wir sie behalten sollten“. Doch davon war im spärlich gefüllten Mommsen-Stadion kaum etwas zu sehen. Fragt sich nur, warum? Entweder sie haben bereits woanders unterschrieben, wollen gar nicht beim FCM bleiben oder können tatsächlich nicht mehr ...

Mit Regionalliganiveau hatte die Partie, in der es nur noch um die „goldene Ananas“ ging, je denfalls wenig zu tun. Standfußball bestimmte die Szenerie, das Spiel ohne Ball hatten die 22 Akteure anscheinend für 90 Minuten verbannt ... Wenigstens die Tore entschädigten für einen überaus müden Kick.

Zu den wenigen Lichtblicken beim FCM gehörte der A-Jugendliche Fabian Falkenberg auf der linken Außenbahn. Das Club-Talent, gerade 18 Jahre alt geworden, überzeugte bis zu seiner Auswechslung sowohl technisch als auch taktisch und erzielte bei seinem Regionalliga-Debüt sogar ein blitzsauberes Tor zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung. „Man sieht, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagte später nicht ohne Stolz Carsten Müller, noch bis zum Saisonende Interimstrainer und Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums.

Den Torreigen in Berlin hatte der wiedergenesene Vujanovic mit einem unhaltbar abgefälschten Freistoß eröffnet (13.). Dann brachte Gaebler den Berliner Özgöz im Strafraum zu Fall, wobei dieser geschickt „nachhalf“. Sei‘s drum, den fälligen Elfmeter verwandelte der Gefoulte selber zum 1:1 (32.).

Nach der Pause gingen die Elbestädter durch bereits erwähnten Falkenberg erneut in Front (55.). Doch einer der wenigen sehenswerten Angriffe auf beiden Seiten führte durch einen Flugkopfball von Beil wenig später zum Ausgleich. Keeper Tischer war zwar noch dran, die Kugel hatte aber mit vollem Umfang die Linie überschritten (62.). Und als sich die gesamte FCM-Abwehr im Tiefschlaf befand, gelang wiederum Özgöz sogar das 3:2 (70.). Wenigstens jetzt riss sich der Gast zusammen und wendete gegen die mit Landesligakickern ergänzte „Feierabend-Truppe“ noch das Blatt. Nach einer Drangperiode glich zunächst Fuchs aus kurzer Distanz aus (82.), und Zander besorgte im Anschluss an eine Ecke per Kopf noch den 4:3-Siegtreffer (86.). Kommentar von Müller: „Für die Zuschauer war es ein kurzweiliges, interessantes Spiel, als Trainer kann ich wegen teilweise katastrophaler Abwehrarbeit nur mit dem Sieg zufrieden sein.“

Übrigens: Mit Mittelfeldakteur Manuel Stiefel (25) vom VfB Auerbach steht nach Volksstimme-Informationen der dritte Neuzugang so gut wie fest.

TeBe: Langen - Austermann, Anuk, Laletin, Ahmetcik, Lange, Breitkopf, Kalkan, Jechow, Özgöz, Beil

FCM: Tischer - Bankert, Gaebler, Gewelke, Neumann, Wolf, Tüting (83. Verkic), Zander, Falkenberg (64. Löw), Fuchs, Vujanovic

Schiedsrichter: Thielert (Buchholz). Zuschauer: 602. Tore: 0:1 Vujanovic (13.), 1:1 Özgöz (32./Foulelfmeter), 1:2 Falkenberg (55.), 2:2 Beil (62.), 3:2 Özgöz (70.), 3:3 Fuchs (82.), 3:4 Zander (86.). Gelb: - / Bankert, Fuchs

22.Mai 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Tischer und Bauer haben verlängert

1. FC Magdeburg heute bei Insolvenzverein Tennis Borussia Berlin zu Gast

Magdeburg. Der Schritt war unausweichlich: Gestern Vormittag meldete Fußball-Regionalligist Tennis Borussia Berlin Insolvenz an. Der Traditionsverein wird damit auf den letzten Platz zurückgestuft und steht als Absteiger fest. Dennoch wird heute (13.30 Uhr) das Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg stattfinden.

Club-Interimstrainer Carsten Müller glaubt ohnehin nicht, dass die Insolvenz irgendeinen Einfluss auf die Partie hat: „Die Spieler wussten seit Wochen, was auf sie zukommen könnte. Außerdem lässt sich keiner hängen, weil er sich für andere Vereine empfehlen will. Wir müssen uns auf einen kampfstarken Gegner einstellen.“

Unruhig, wenn auch nicht so krass wie bei den Berlinern, die den Spielern seit Oktober 2009 nur noch kleine Abschläge der zugesicherten Gehälter überwiesen haben, geht es auch beim FCM zu. Immerhin konnte der Verein gestern zwei Vertragsverlängerungen vermelden. Torhüter Matthias Tischer bleibt ebenso bis 2011 wie Daniel Bauer (sogar mit Option bis 2012). Der neue Trainer Ruud Kaiser reagierte speziell in Bezug auf Bauer mit Erleichterung: „Er ist eine zentrale Figur in unserem sportlichen Konzept. Seine Art Fußball zu spielen und eine Mannschaft zu führen, kann für uns in der nächsten Saison sehr wichtig sein. Ich bezeichne ihn als meinen verlängerten Arm.“

Dennoch wird es einen gewaltigen Schnitt geben, das Gros der Spieler den FCM verlassen. So auch Stürmer Lars Fuchs, der einen Drei-Jahresvertrag bei Hannover 96 unterzeichnete.

Für die verbleibenden Spiele ist Müller derweil darum bemüht, einerseits jungen Talenten Bewährungschancen in der Regionalliga zu geben, ohne sie zu verheizen, und andererseits die eigene U 23 so zu stärken, dass sie den Aufstieg in die Oberliga schafft. Der 38-Jährige sieht sich auf dem richtigen Weg: „Die Zusammenarbeit, übergreifend mit dem Nachwuchsleistungszentrum, ist so gut wie lange nicht mehr.“

21.Mai 2010

Verkic und Girke vergeben größte Sieg-Chance

Magdeburg (lpa/rsc). In einer vorgezogenen Begegnung des 31. Spieltages der Fußball-Verbandsliga trennten sich gestern Abend der VfB Sangerhausen und der 1. FC Magdeburg II 0:0. Der Tabellenführer bot in der erste Hälfte das gefälligere Spiel. und hatte besonders nach drei Vorstößen von Maik Georgi gute Einschussmöglichkeiten. Zwar wurde der Mittelfeldspieler stets mit unfairen Mitteln zu Fall gebracht, doch sorgte Pasqual Matthias mit zwei Freistößen für Gefahr vor dem VfB-Gehäuse. Beim dritten Mal drang Georgi gar in den Strafraum ein, ehe er gelegt wurde. Doch der sehr kleinlich leitende Schiedsrichter Matthias Nitsche versagte ihm den Strafstoß. In Durchgang zwei hatte der Gastgeber, der jetzt gegen die anrennende Clubreserve verstärkt auf Konter setzte, die erste große Chance. Doch Steven Ebert traf nur den Pfosten. Die größte Chance für den Gast besaßen Marko Verkic und Tim Girke in der 69. Minute. Zunächst setzte sich Verkic klug durch und setzte seinen Schuss aufs Tor. VfB-Keeper Maik Bemann konnte abwehren. Und auch den Abpraller von Girke entschärfte der Torwächter des VfB Sangerhausen. Die Magdeburger haben jetzt zwei Tage frei, ehe sie bereits am Pfingstmontag erneut antreten müssen. Dann steht ab 15 Uhr die Nachholbegegnung gegen den 1. FC Lok Stendal an. Das Spiel wurde aus sicherheitsrelevanten Gründen ins Heinrich-Germer-Stadion verlegt. 1. FC Magdeburg II: Gropius – Loth, Weiß, Gebauer, Jahnel, Friebertshäuser (85. Gelb-Rot), Instenberg (46. Girke), Georgi (66. Tietz), Glage (75. Gerwien), Matthias, Verkic.

20.Mai 2010

Mit Saalbach und Wijks stehen die ersten beiden Neuzugänge fest

Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg vermeldet die ersten beiden Neuzugänge für die Saison 2010/11. Von Germania Halberstadt kommt für zwei Jahre Defensiv-Allrounder Philip Saalbach (21), vom niederländischen Zweitligisten HFC Haarlem Stürmer Marvin Wijks (26). Der künftige Trainer Ruud Kaiser über Saalbach, der sich in Halberstadt zum Leistungsträger und Führungsspieler gemausert hatte: „Wir haben ihn über mehrere Wochen intensiv beobachtet. Er ist ein junger entwicklungsfähiger Spieler, der in Hoffenheim eine sehr gute Ausbildung genossen hat und flexibel im Defensivverbund einsetzbar ist.“ Germania-Coach Andreas Petersen äußerte sich wie folgt: „Als Trainer macht mich das auch ein bisschen stolz, dass ,Saale‘ den Sprung geschafft hat.“ Wijks ist laut Manager Rüdiger Bartsch der erste Hollän der im Team des FCM. „Einen solchen Spielertypen hatten wir noch nicht. Ich bin sicher, dass Marvin, der bei Sparta Rotterdam ausgebildet wurde, den Kader mit seiner enormen Schnelligkeit bereichern wird.“ Wijks hatte vor kurzem ein Pro betraining beim FCM absolviert und dabei Kaiser mit seinen Qualitäten überzeugt. Weitere Gespräche mit Spielern laufen, ohne dass bislang eine Entscheidung gefallen ist. Bartsch bat dabei um Geduld: „Der Etat für 2010/11 wird um ein Drittel gekürzt. Deswegen treffen wir jetzt keine übereilten Entscheidungen. Jeder Fehlgriff kann uns teuer zu stehen kommen. Außerdem hat es gedauert, bis die Spieler endlich begriffen haben, dass die glorreichen Zeiten in Magdeburg vorbei sind. Wir schließen nur noch stark leistungsbezogene Verträge ab, und die Gehaltsgruppen I und II werden gestrichen.“ Bartsch machte aber auch deutlich, „dass alle Akteure die Chance bekommen, um zu zeigen, warum wir sie behalten sollten“. Noch stehen zwei Partien auf dem Programm – am Sonnabend (13.30 Uhr) bei Tennis Borussia Berlin und zum Abschluss daheim gegen Meuselwitz (29. Mai).

Club-Zweite beim VfB

Magdeburg (rsc). In einem vorgezogenen Spiel des 31. Spieltages der Fußball-Verbandsliga muss Spitzenreiter 1. FC Magdeburg II heute Abend beim VfB 1906 Sangerhausen antreten. Anstoß im dortigen Friesenstadion ist um 19 Uhr. „Wir gehen davon aus, das wir spielen. Zumal der VfB ja über einen Kunstrasenplatz verfügt“, war von FCMII-Teammanger Lutz Pape zu erfahren. „Personell kann Trainer Mario Middendorf aus dem Vollen schöpfen. Es fehlt nur der langzeitverletzte Christof Köhne!“

19.Mai 2010

Sechs Staffeln stoßen beim FCM auf Ablehnung

Die Diskussion über die Zukunft der Fußball-Regionalligen ist spätestens seit den Aussagen von DFB-Vize-Präsident Hermann Korfmacher, der kürzlich eine grundlegende Reform in Aussicht gestellt hat (Volksstimme berichtete), in vollem Gange. Eine Lösung mit bis zu sechs Staffeln stößt allerdings beim 1. FC Magdeburg nur auf wenig Gegenliebe. „Ich hoffe, dass das nicht der letzte Diskussionsstand sein wird“, sagte Präsident Volker Rehboldt, der vor allem zwei Gegenargumente nennt: „Zum einen würde sich die Kluft zwischen dritter und vierter Liga eher vergrößern, zum anderen eine Regelung mit sechs Staffeln den Interessen der Vereine mit Ausnahme der Zweitvertretungen nicht gerecht.“ Der FCM-Boss weiter: „In diesem Fall hätte man sozusagen noch ein Stopsignal mehr, was die Aufstiegschancen anbetrifft. Dann würde ein erster Platz nicht automatisch den Sprung in die dritte Liga bedeuten, sondern man müsste noch Entscheidungsspiele bestreiten und stünde, wenn es schief läuft, am Ende mit leeren Händen da.“ Der Club- Chef begrüßt zwar generell Überlegungen und Initiativen einer Modifizierung („Man hat eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann“), schließt sich aber dann doch eher einem Vorstoß einer Regionalliga-In teressensgemeinschaft mit Vereinen aus Darmstadt, Elversberg, Kassel u.a. an: „Dieser Reformansatz sieht weiter drei Staffeln vor, aber mit dem Unterschied, dass die dritte ausschließlich von den zweiten Mannschaften gebildet wird.“ Korfmacher hatte eine Reform, die nur vom höchsten Organ, dem DFB-Bundestag, beschlossen und frühestens für 2011/12 umgesetzt werden könnte, mit kleineren Einzugsgebieten, mehr Publikumsinteresse und geringeren Kosten begründet.

17.Mai 2010

Fußball-Verbandsliga: U 23 des 1. FC Magdeburg festigt durch 4:2 in Wolfen ihre Tabellenführung

Nach knapper halben Stunde alles in Sack und Tüten
Von Sebastian Günther


Wolfen/Magdeburg. Im Nachholspiel des 20. Spieltages der Fußball-Verbandsliga festigte die U 23 des 1. FC Magdeburg mit einem 4:2 (3:0) beim FC Grün-Weiß Wolfen ihre Tabellenführung. Pascal Matthias, Hendrik Großöhmichen und Moritz Instenberg hatten die Club-Zweite nach nicht einmal einer halben Stunde mit 3:0 in Führung geschossen.

Ein erstes Achtungszeichen setzte aber Wolfens Petr Dragun mit einem Kopfball, der aber über das Tor ging. Im Gegenzug der erste gut vorgetra gene Angriff der U 23. Nach einer Kombination über Fabian Jahnel und Instenberg landete der Ball bei Matthias, der Robert Hahn im Wolfener Tor keine Abwehrchance ließ – 0:1 (8. Minute). Dieses frühe Tor gab der jungen Club-Reserve Auftrieb. Nur fünf Minuten später erzielte Großöhmichen mit einem satten Linksschuss sein erstes Tor für den 1. FC Magdeburg – 0:2 (13.). Das war ein Start nach Maß für die U 23, die weitere Möglichkeiten durch Matthias, Verkic und Weiß hatte, die Führung auszubauen. In der 26. Minute war es dann soweit. Einer der weni gen Wolfener Angriffe wurde abgefangen und es folgte ein schneller Konter über Maik Georgi und Marko Verkic. Letzterer spielte den Ball mustergültig Instenberg in den Lauf und dieser vollendete zum 3:0 für die Magdeburger (26.).

Nach dem Wechsel sah man eine andere Wolfener Mannschaft. Die kam mit einer gehörigen Portion Wut aus der Kabine und erzielte auch prompt den Anschlusstreffer. Christoph Römling setzte zu einem Solo an und traf mit einem Schuss aus 18 Metern zum 3:1 (47.) Nun drängten die Gastgeber die Magdeburger in ihre Hälfte zurück und hatten weitere Möglichkeiten. Einen der folgenden FCM-Konter schloss Philipp Glage nach einem Pass von Pascal Matthias zum 1:4 ab (63.). Obwohl dieser Treffer gerade in der Drangphase der Gastgeber fiel, steckten diese nicht auf und hatten durch einen Schuss von Andreas Mieth die nächste Möglichkeit.

Die Gastgeber sorgten durch ihre Distanzschüsse immer wieder für Gefahr. Einen dieser Distanzschüsse von Tim Hebsacker fälschte Christian Weiß unglücklich in das eigene Tor ab – 2:4 (75.). Aber die gut organisierte Abwehr um Kapi tän Christian Loth ließ in der Schlussviertelstunde nichts mehr anbrennen.

„In der ersten Hälfte hat meine Mannschaft wie entfesselt gespielt und sich eine verdiente Führung herausgespielt. Im zweiten Abschnitt waren dann die Wolfener auf Augenhöhe mit uns. Dann war es das Spiel, mit dem ich eigentlich von Beginn an gerechnet habe. Ausschlaggebend für diesen Sieg war, dass wir zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht haben“, war nach dem Auslaufen am gestrigen Sonntag von FCM-Trainer Mario Middendorf zu hören.

15.Mai 2010

Autor: Klaus Renner
FCM streicht höchste Gehaltsstufen

Bankert vor Wechsel zum Chemnitzer FC?

Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg fährt einen strengen Sparkurs. Nach dem erneuten Nicht-Aufstieg in die 3. Liga müssen sich alle Spieler auf eine deutliche Kürzung ihrer Bezüge einstellen. Laut Angaben von Rüdiger Bartsch liegt der Etat für die erste Mannschaft ein Drittel unter dem der laufenden Saison.

„Die bisherigen Gehaltsstufen I und II für Führungsspieler werden ersatzlos gestrichen. Dafür wird es leistungsorientierte Verträge geben“, verspricht der FCM-Manager, der im gleichen Atemzug aber zu bedenken gibt: „Das müssen wir jetzt den Spielern, ihren Beratern und Juristen klarmachen.“ Schließlich habe der FCM in der Vergangenheit große Summen mit mäßigem Erfolg in sogenannte Führungsspieler investiert. Man müsse „mit Augenmaß vorgehen“, schließlich baue man beim FCM eine neue Mannschaft auf, so Bartsch, für den Aufsteiger RasenBallSport Leipzig und Drittliga-Absteiger Holstein Kiel die Favoriten sind: „Wir wollen in der kommenden Saison unter die ersten sechs der Regionalliga kommen. Das heißt, wir werden nicht zu den Favoriten zählen. Mit den Etats von RB Leipzig und Kiel können wir ohnehin nicht mithalten.“ Trotz aller Sparmaßnahmen ist der FCM-Manager überzeugt: „Wir haben ausreichend Geld, eine gute Mannschaft zusammenzukaufen.“

Unterdessen wird wohl ein FCM-Wunschkandidat den Verein verlassen. Nach Informationen der Volksstimme soll Silvio Bankert, der bereits seit längerem mit den Sachsen in Verbindung gebracht wird, beim Chemnitzer FC unterschrieben haben.


FCM-Zweite gefordert

Magdeburg (hma). Zweimal auswärts ran muss die U 23 des 1. FCM in der Verbandsliga. Heute holt der Tabellenführer bei Grün-Weiß Wolfen nach, spielt am Donnerstag beim VfB Sangerhausen. „Wir machen nach dem Ausrutscher der HFC-Zweiten jetzt kein Fass auf, schauen lieber auf uns und wollen unsere Spiele erfolgreich gestalten“, so Trainer Mario Middendorf.

Auch der MSV Preussen sitzt nach, empfängt am Dienstag um 19 Uhr Union Sandersdorf.

14.Mai 2010

Fußball-Verbandsliga: Club-Zweite morgen bei Grün-Weiß Wolfen
FCM-Trainer Middendorf vertraut auf Stärken seiner jungen Elf
Von Roland Schulz


Magdeburg. In einem Nachholspiel des 20. Spieltages der Fußball-Verbandsliga muss Spitzenreiter 1. FC Magdeburg II am morgigen Sonnabend beim FC Grün-Weiß Wolfen antreten. Anstoß im Jahnstadion der alten Filmstadt ist um 14 Uhr.

Beide Mannschaften eint, dass sie nach der Saison 2007/08 in die Oberliga Süd aufstiegen. Wolfen als Landesmeister, die Club-Reserve als Meisterschaftszweiter. Allerdings konnten sich beide nur eine Saison in dieser Spielklasse halten. Beide Teams wurden gewogen und für zu leicht befunden und mussten schweren Herzens wieder den Gang in die Verbandsliga antreten.

Während aber die Magdeburger Regionalliga-Reserve in der aktuellen Saison einen ungeahnten Höhenflug hinlegt und das Klassement anführt, sind die Wolfener im Mittelfeld der Tabelle zu finden. Eine Platzierung, welche die Grün-Weißen mit vielen Oberliga-Absteigern aus Sachsen-Anhalt im ersten Jahr nach dem Abstieg verbindet.

Eigentlich könnten die Club-Verant wortlichen die zweite Mannschaft am Sonnabend auf Teufel komm raus verstärken, da die erste Mannschaft pflichtspielfrei ist. Doch Trainer Mario Middendorf widerspricht dem vehement. „Wir haben uns im Trainerkreis zwar darüber unterhalten, sind aber einhellig zu dem Entschluss gekommen, dass die Mannschaft der erfolgreichen letzten Wochen auch in Wolfen unser Vertrauen genießt“, so der Coach.

Middendorf sieht die Stärken der Wolfener in deren Erfahrung. „Das ist eine gewach sene Mannschaft, in deren Reihen einige starke Individualisten stehen. Die Saison hat gezeigt, dass wir uns gegen solch alte Hasen immer schwer tun.“

Allerdings ist der Coach optimistisch, dass seine Mannschaft in Wolfen erfolgreich den Rasen den Jahnstadions verlassen wird. „Unser Vorteil wird unsere Jugend und unsere konditionelle und spielerische Stärke gegen Ende des Spieles sein. Die Mannschaft ist so stark, dass sie 90 Minuten Tempofußball spielen kann. Wir müssen also geduldig sein, auf unsere Chancen lauern und diese dann wie zuletzt eiskalt nutzen.“ Dieser Vorteil fiel zuletzt auch beim 7:0-Kantersieg gegen den FC Einheit Wernigerode ins Gewicht, als es zur Pause noch torlos 0:0 stand und die Club-Reserve mit fortlaufender Spielzeit immer stärker wurde.

Der TSV Völpke knöpfte übrigens gestern Verfolger HFC II beim 2:0 drei Punkte ab.

12.Mai 2010

Rehboldt stellt potenten Geldgeber in Aussicht / Keine Verhandlungen mit der „ISP“
FCM präsentiert in Kürze neuen Großsponsor
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Trotz der sportlichen Turbulenzen bleibt der 1. FC Magdeburg für Geldgeber offenbar eine gute Adresse. Der Club steht kurz vor der Präsentation eines neuen Großsponsors.

Präsident Volker Rehboldt meinte diesbezüglich: „Es ist noch nichts unter Dach und Fach, aber es sieht sehr gut aus.“ Auf die Frage, ob der Verein möglicherweise sogar einen neuen Hauptsponsor an Land gezogen hat, antwortete der Club-Chef vielsagend: „Schau’n wir mal ...“ Derzeitiger Trikot-Hauptsponsor ist die Wernesgrüner Brauerei mit Hauptsitz im thüringischen Wernesgrün, die die Elbestädter seit 2006/07 mit jährlich rund 200 000 Euro unterstützt.

Zuletzt wurde der FCM von Berliner Medien auch mit dem ehemaligen Sponsor von Union Berlin, der „International Sport Promotion“ (ISP), in Verbindung gebracht. Doch konkrete Verhandlungen hat es laut Rehboldt nie gegeben: „Man kann nicht einmal sagen, dass das Thema vom Tisch ist, denn es war nie auf dem Tisch. Ich würde das Gespräch mit Herrn Fietz (ISP-Geschäftsführer/d. Red.) eher als Zufallsbe kanntschaft bezeichnen.“

Union hatte die Zusammenarbeit im August 2009 wegen der Stasi-Vergangenheit von Ex-ISPAufsichtsrat Jürgen Czilinsky sowie offener Zahlungen beendet, auf Schadenersatz gepocht und sich kürzlich mit der ISP vor dem Berliner Landgericht auf einen Vergleich auf Widerruf geeinigt. Ursprünglich wollte die ISP zehn Millionen Euro in fünf Jahren in den Klub pumpen und hat laut Dieter Fietz weiterhin die Absicht, in einen deutschen Fußballverein zu investieren.

Rehboldt: „Wenn jemand kommt, um uns zu helfen, werden wir ihn nicht wegschicken. Aber ohne ein festes Notarkonto, wo das Geld dann nachweislich auch eingezahlt ist, läuft gar nichts.“

Vorsicht bei der ISP wäre allemal geboten, denn die erst im Januar 2009 gegründete und in Dubai eingetragene Firma, die u.a. mit Abfallbeseitigung in Brazzaville (Kongo) und Addis Abeba (Äthiopien) zu tun hat und neben Czilinsky Karl-Heinz Rauball (Bruder von DFL-Chef Reinhard Rauball) gehört, hüllt sich hinsichtlich ihrer Geschäftspraktiken in Schweigen.

Übrigens: Denis Wolf (27) verlängerte gestern seinen Vertrag bis 2011 plus Option bis 2012.

11.Mai 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Wolf bleibt, Vujanovic und Fuchs gehen

Personalkarussell beim 1. FC Magdeburg dreht sich

Es wird spannend beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Hinsichtlich der Personalplanungen für die kommende Saison sagte gestern Präsident Volker Rehboldt: „Ich gehe davon aus, dass wir noch in dieser Woche die ersten Namen präsentieren können.“

Magdeburg. Nach einem wahren Seuchenjahr wird sich der Club von den meisten Spielern trennen und hat dabei den Vorteil, dass fast alle Verträge auslaufen. Einen Kontrakt über 2010 hinaus besitzen nur Stephan Neumann, Marko Verkic, Christian Beer und Radovan Vujanovic (sogar bis 2012). Doch bei Letzerem stehen die Zeichen ganz offensichtlich auf Trennung.

Die Fronten sind auf beiden Seiten verhärtet. Der Stürmer hatte sich kürzlich via Boulevardpresse heftig über Rehboldt beschwert. Inzwischen lehnt der Stürmer eine weitere Stellungnahme ab. Aber auch der Club-Chef will sich zu der Personalie öffentlich nicht äußern.

Nach Volksstimme-Informationen beabsichtigt der Club, den (zu) teuren Spieler – ähnlich wie in der vergangenen Saison Najeh Braham – mit aller Macht loszuwerden. In ers ter Linie wegen seines üppigen Gehalts, das bei einem Monatssalär von 12 000 Euro in vier Jahren immerhin 576 000 (!) Euro ausmachen würde. 2008 waren die Verantwortlichen bei dessen Verpflichtung ein hohes Risiko eingegangen, aber eben auch fest vom Aufstieg überzeugt. Mittlerweile hat der Verein seine Ambitionen notgedrungen zurückgeschraubt, und da passt ein Großverdiener nicht mehr ins Budget.

Vujanovic, der gerne höherklassig spielen möchte, werden derweil intensive Kontakte zu RW Erfurt nachgesagt, wo mit Stefan Emmerling sein ehemaliger Trainer (Kickers Emden) arbeitet.

Der zweite „Knipser“ im Team heißt Lars Fuchs, der mit seinem 15. Saisontreffer gegen den FC Oberneuland (Endstand 5:0) Vujanovic in der internen Torjägerliste sogar überholt hat und gehalten werden soll. Doch daraus wird wohl nichts. Dem in Braunschweig wohnhaften Fuchs liegt nach Volksstimme-Informationen ein interessantes Angebot von Hannover 96 vor, das nicht nur den Einsatz in der Regionalligamannschaft beinhaltet.

Denis Wolf bleibt dem FCM dagegen mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten. Der lange verletzte Flügelflitzer, der jetzt gegen Oberneuland voll zu überzeugen vermochte und sein erstes Saisontor erzielte, steht kurz vor einer Vertragsverlängerung.

Auch die beiden Holländer Marvin Wijks und Rowin van Zaanen, die beim Probetraining einen guten Eindruck hinterließen, sollen vertraglich an den FCM gebunden werden. Gleiches gilt für Abwehrspieler Silvio Bankert.

Auf alle Fälle dreht sich das Personalkarussell gewaltig. Und der FCM besitzt bei möglichen Neuverpflichtungen keine schlechten Karten. Rehboldt: „Unser Vorteil ist, dass der Markt relativ viel hergibt. Das kam auch für uns einigermaßen überraschend, dürfte aber die logische Folge davon sein, dass so mancher Klub in finanziellen Schwierigkeiten steckt.“ Der Präsident nannte als Beispiele Eintracht Braunschweig, wo die Zeiten von hohen Gehältern längst vorbei sind, Tennis Borussia, Türkiyemspor oder den FC Oberneuland und betonte: „Die Fülle tauglicher Drittund Viertligaspieler ist deutlich größer geworden.“ Nun müssen der neue Trainer Ruud Kaiser und Manager Rüdiger Bartsch „nur“ noch die richtige Mischung finden ...

10.Mai 2010

Fußball-Regionalligist lässt Oberneuland keine Chance / Neuer Zuschauer-Negativrekord
Verkic trifft bei 5:0-Kantersieg des FCM gleich dreimal
Von Uwe Tiedemann


Mit einem 5:0 (1:0)-Kantersieg über den FC Oberneuland setzte gestern Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg nach langer Zeit wieder ein Achtungszeichen. Besonders der dreifache Torschütze Marko Verkic, der schon tags zuvor drei Treffer in der U 23 erzielt hatte, wurde gefeiert.

Magdeburg. Der nach dem 7:0 über Tennis Borussia zweithöchste Heimsieg war allerdings nicht Folge eines wahren FCM-Sturmlaufes oder Feuerwerks, sondern der Tatsache geschuldet, dass sich die stark abstiegsgefährdeten Bremer in erschreckend schwacher Form präsentierten. So traf dann auch ein ratloser Gäste-Trainer Mike Barten bei seinem Statement den Nagel auf den Kopf: „Das war für Magdeburg ein Trainingsspiel.“

In den ersten 20 Minuten passierte vor der neuen Negativkulisse von 2827 Zuschauern so gut wie gar nichts. Es herrschte gähnende Langeweile. Erst nach einem bösen Schnitzer von Bremens Keeper Ceglarek, der „mustergültig“ Wolf bediente und Fuchs sich dann beim 1:0 quasi die Ecke aussuchen konnte (29.), wurde es munterer. Es war zugleich das 100. Pflichtspieltor des FCM in der MDCC-Arena.

Die mut-, harm- und ideenlosen Gäste besaßen im ersten Abschnitt nur eine einzige Chance, bei der Bankert souverän gegen Cornelius klärte (40.).

In der zweiten Hälfte folgte dann der große Auftritt von Verkic. Der erst in der 57. Minute eingewechselte Stürmer mit der Nummer 9 traf zunächst mit zwei sehenswerten Kopfbällen (60./67.) und nach einem weiteren Treffer in der 70. Minute von Wolf – sein erster für den Club überhaupt – mit dem Fuß zum 5:0-Endstand (79.).

Die Bremer zeigten nach der Pause eine indiskutable Leistung, gestatteten dem FCM eine ganze Reihe von flüssigen Kombinationen, die durchaus zu weiteren Treffern hätten führen können.

Dementsprechend zufrieden zeigte sich FCM-Interimstrainer Carsten Müller: „Glückwunsch an meine Mannschaft, wobei man den Sieg sicherlich nicht überbewerten sollte.“ Auf die Frage, ob er mehr Gegenwehr erwartet habe, antwortete Müller: „Zu Oberneuland möchte ich mich nicht weiter äußern. Aber man muss gegen eine Mannschaft, die ums Überleben kämpft, auch von der ersten Minute an absolut bereit sein.“

Club-Chef Volker Rehboldt, der den von Präsidium, Manager und Spielern selbst auferlegten „Maulkorberlass“ für beendet erklärt hat, meinte: „Einen solch schwachen Gegner habe ich hier überhaupt noch nicht gesehen. Es ist im Nachhinein unerklärlich, wie wir das Hinspiel mit 0:1 verlieren konnten.“

FCM: Tischer - Gerwien (46. Gewelke), Bankert, Gaebler, Neumann, Wolf (74. Gallien), Zander, Instenberg, Matthias, Watzka (57. Verkic), Fuchs

Oberneuland: Ceglarek - Titz, Mandic, Dreyer, Rose, Behrens (63. Belleri), Matiasovits, Beck, Cornelius, Muzzicato (63. Karapetyan), Laabs

Schiedsrichter: Athanassiadis (Frechen). Zuschauer: 2827. Tore: 1:0 Fuchs (29.), 2:0 Verkic (60.), 3:0 Verkic (67.), 4:0 Wolf (70.), 5:0 Verkic (79.). Gelb: Bankert / Matiasovits, Dreyer, Cornelius

Fußball-Verbandsliga: 1. FC Magdeburg II – FC Einheit Wernigerode 7:0 (0:0)
Junge Clubelf überrennt die Gäste im zweiten Durchgang
Von Sebastian Günther


Am 30. Spieltag der Fußball-Verbandsliga setzte sich Spitzenreiter 1. FC Magdeburg II gegen den Abstiegskandidaten FC Einheit Wernigerode klar und deutlich mit 7:0 (0:0) durch und verteidigte damit eindrucksvoll die Tabellenführung. Die Treffer für die Blau-Weißen erzielten Mike Georgi (51.), Tobias Tietz (67.), Marko Verkic (70., 74., 89.) und Philipp Glage (80., 82.).

Cracau. Die junge Club-Elf war von Beginn an bemüht, spielbestimmend zu sein. Mit Angriffen über die schnellen Außenpositionen versuchte man die tief stehende Gäste-Abwehr auszuhebeln. Die erste gute Möglichkeit hatte Verkic, der jedoch die flache Hereingabe von Deniz Siga knapp verpasste (12.).

In der 25. Minute wurde Verkic im Strafraum gefoult und Schiedsrichter Weiß (Sülzetal) zeigte auf den Punkt. Siga trat an, scheiterte jedoch am Wernigeröder Keeper Helmstedt. Nun drückte der Gastgeber noch mehr auf die Führung. Einen Schuss von Georgi konnte ein Gästeverteidiger im letzten Moment noch zur Ecke klären (29.). In der 41. Minute setzte Siga einen Freistoß aus 18 Meter an den Pfosten. So ging es torlos in die Pause.

Es dauerte bis zur 51. Minute, ehe Georgi aus dem Gewühl heraus das 1:0 markierte. Jetzt mussten die Gäste offensiver werden, hatten auch prompt ihre erste Möglichkeit. Eine Hereingabe in den Strafraum landete beim am hinteren Pfosten lauerte Pape. Doch Christian Gropius im Tor der Magdeburger blieb Sieger (58.).

In der 67. Minute bediente Verkic den mitlaufenden Tietz und dieser vollendete zum 2:0. Nur drei Minuten später war es diesmal Verkic, der nach einem Pass von Glage auf 3:0 erhöhte (70.).

Nun war der Bann gebrochen und der FCM II erspielte sich Chancen im Minutentakt. Wie derum nur vier Minuten später war es erneut Verkic, der mit einem satten Schuss in den Winkel auf 4:0 erhöhte (74.).

Dann durfte sich der eingewechselte Glage in die Torschützenliste eintragen, als er nach einer Vorlage von Verkic zum 5:0 traf (80.). Nur zwei Minuten später war es erneut Glage, der mit einem Schuss aus 16 Metern auf 6:0 erhöhte (82.). Den Schluss punkt unter diese Partie setzte mit seinem dritten Treffer Verkic, als er nach einem Pass von Fabian Jahnel zum 7:0 traf (89.).

„Wir haben gerade in der ersten Halbzeit zu unkonzentriert und überhastet gespielt. Gegen solche tief stehenden Gegner musst du ruhig weiterspielen, dann bekommst du auch deine Chancen. Im zweiten Abschnitt haben wir das besser gemacht und wurden durch die Tore belohnt. Am Ende hat sich Wernigerode dann aufgegeben und dadurch fiel der Sieg vielleicht etwas zu hoch aus“, lautete die Einschätzung von FCM-Trainer Mario Middendorf.

1. FC Magdeburg II: Gropius – Gebauer, Weiß, Gewelke (70. Hennecke), Jahnel, Großöhmichen (75. Benkel), Girke, Tietz, Georgi, Siga (67. Glage), Verkic.

8.Mai 2010

1. FC Magdeburg erwartet den abstiegsbedrohten FC Oberneuland
Morgen 100. Pflichtspieltor in der MDCC-Arena?
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Wie die Zeit vergeht ... Ende 2006 wurde das neue Stadion in Magdeburg eingeweiht, das seit Juli 2009 MDCC-Arena heißt. Mittlerweile fanden dort 63 Pflichtspiele statt, und bislang trafen die Kicker des Regionalligisten 1. FC Magdeburg 99 Mal ins gegnerische Tor. Morgen (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen den FC Oberneuland könnten die Elbestädter mit dem 100. Treffer also ein kleines Jubiläum feiern.

Unvergessen bleiben Highlights wie das 1:1 am 2. Juni 2007 vor 25 300 Zuschauern gegen den FC St. Pauli, das damals nicht für den Durchmarsch in die 2. Liga reichte, das 1:4 zwei Monate später vor ähnlich großer Kulisse im DFB-Pokal gegen Borussia Dort mund, oder das bittere 0:1 gegen RW Essen am 24. Mai 2008 (21 000 Zuschauer), das den Club den Sprung in die 3. Liga kostete.

Auffällig: Das Interesse am FCM hat spürbar nachgelassen, Besucherzahlen unter 3500 sind keine Seltenheit mehr. Und morgen gegen Oberneuland droht sogar ein neuer Minusrekord, zumal es für die Blau-Weißen um nichts mehr geht.

Für den Gast aus Bremen hängt dagegen der Klassenerhalt am seidenen Faden, und so erwartet Interimstrainer Carsten Müller eine „Mannschaft, die ums Überleben kämpft und die wir mit einer offensiven Ausrichtung von Beginn an zu Fehlern zwingen wollen“. Eine frühe Führung und damit das 100. Tor wäre eine gute Grundlage für den angestrebten Heimsieg.

7.Mai 2010

Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg macht ganz bewusst die U 23 stark
Fuchs kehrt zurück, eventuell auch Vujanovic
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Die außergewöhnliche Konstellation, dass beim jüngsten Auswärtsspiel des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg in Wolfsburg (0:1) nur vier „Nobodies“ auf der Bank saßen, wird wohl keine Eintagsfliege bleiben. Ähnlich plant der Club auch für das vorletzte Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den FC Oberneuland.

Grund sind Personalsorgen und das unerwartet gute Abschneiden der U 23 in der Verbandsliga. „Die Zielstellung war ursprünglich eine andere, nämlich sich zu konsolidieren und oben mitzuspielen. Nun steht die Mannschaft aber ganz oben, und wir werden als Verein versuchen, sie dahingehend zu unterstützen, dass der Aufstieg gelingt“, sagte Interimstrainer Carsten Müller und schob hinterher: „Es gibt sicher nicht viele Regionalligatrainer, die so denken wie ich.“

Entgegen kommt dem FCM an diesem Wochenende die Tatsache, dass sowohl die U 23 als auch die A-Junioren bereits am Samstag spielen.

Zurück zur ersten Mannschaft: Zwar kehrt Lars Fuchs nach abgebrummter Gelb-Sperre ins Team zurück, doch dafür müssen nach fünf Verwarnungen jetzt Tobias Friebertshäuser und Simon Tüting pausieren. Patrick Bartsch fehlt nach seiner Roten Karte in Wolfsburg sogar drei Spiele. Verletzungsbedingt sind weiterhin Marcel Probst, Daniel Bauer, Catalin Racanel und Christian Beer nicht dabei. Immerhin steigt Radovan Vujanovic heute wieder ins Mannschaftstraining ein.

Müller gewinnt dem Einsatz junger, unerfahrener Spieler in der Regionalliga aber auch etwas Positives ab: „Es ist für sie eine wertvolle Erfahrung, und man verzeiht ihnen Fehler, die sie unwillkürlich machen und hoffentlich daraus lernen, eher jetzt als in der nächsten Saison. Ein Beispiel ist Daniel Ujazdowski, dessen Schnitzer zum 0:1 in Wolfsburg geführt hat.“

Übrigens: Das für Samstag, 15. Mai (18 Uhr), vereinbarte Testspiel in Schwerin steht auf der Kippe. Grund sind zu befürchtende Ausschreitungen. Müller: „Anfang nächster Woche findet eine Sicherheitsberatung statt. Danach fällt die Entscheidung, ob tatsächlich gespielt wird.“

6.Mai 2010

Künftiger FCM-Trainer nimmt erste Bewerber unter die Lupe
Kaiser lässt zwei Holländer testen
Von Klaus Renner


Magdeburg. Noch drei Punktspiele, dann ist für Regionalligist 1. FC Magdeburg eine weitere „Saison der Leiden“ vorüber. In der Geschäftsstelle wird unterdessen am Team der Zukunft „gebastelt“. Der Holländer Ruud Kaiser, der am 1. Juli offiziell das Traineramt bei den Blau-Weißen übernehmen wird, und Manager Rüdiger Bartsch haben eine 40 Namen umfassende Liste von Spielern erstellt, die in den kommenden Wochen zum Probetraining oder zu Testspielen eingeladen werden sollen.

Gestern absolvierten als erste zwei Holländer die Trainingseinheiten mit der Regionalliga-Mannschaft unter Leitung von Interimstrainer Carsten Müller: die 25-Jährigen Rowin van Zaanen und Marvin Wijks. Kaiser und Bartsch registrierten am Spielfeldrand jede Bewegung. Van Zaanen spielt zweitklassig beim niederländischen Ehrendivision-Absteiger FC Volendam. Wijks, vor acht Jahren in der holländischen U-17-Auswahl von Kaiser zusammen mit Arjen Robben (Bayern München) und Wesley Sneijder (Inter Mailand) trainiert, war zuletzt beim im Januar in Insolvenz gegangenen HFC Haarlem (2. Liga) unter Vertrag. Van Zaanen wie Wijks bringen Erfahrung aus der hol ländischen Ehrendivision mit. Bartsch und Kaiser hatten die Testkandidaten, die auf Vorschlag des neuen FCM-Trainers eingeladen wurden, am Dienstag Abend in Empfang genommen. Gestern Abend traten beide Kandidaten wieder die Heimreise an.

„Wir sind nicht blauäugig und wollen Fehleinkäufe vermeiden. Deshalb werden wir alle Spieler, die wir ins Auge gefasst haben, entweder zu Spielen oder zum Probetraining einladen“, erklärt Bartsch mit Hinweis auf Kaisers nach wie vor erstklassige Kontakte in seine Heimat.

Die von Manager und künftigem Coach erstellte Spielerliste umfasst etwa 20 Kicker, die nach Bartschs Aussagen „unter Beobachtung stehen. Weitere 20, die darüber hinaus von Interesse sind, stehen dahinter“, so Bartsch weiter. Gespräche mit möglichen künftigen FCM-Akteuren sollen erst nach Abschluss der Testphase stattfinden.

5.Mai 2010

FCM dementiert Wuttke-Vorstoß
Von Klaus Renner


Magdeburg. Wolfram Wuttke, Ende der 80er Jahre genialer Spielmacher und Vollstrecker bei Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern, will Sportdirektor des Regionalligisten 1. FC Magdeburg werden. In einem Interview mit dem WDR erklärte der 48-Jährige, der vor 20 Monaten bei Oberligist TSV Crailsheim als Sportdirektor und Trainer entlassen worden war, er sei mit dem FCM „im Kontakt“, wo er nach eigener Aussage „möglicherweise ab 30. Juni Sportdirektor“ werden will.

Der FCM antwortet indes mit einem klaren Dementi. Präsident Volker Rehboldt sagte gestern auf Nachfrage der Volksstimme: „Das ist definitiv Quatsch. Niemand von uns hat mit Herrn Wuttke geredet. Die sportliche Verantwortung wird kommende Saison bei Rüdiger Bartsch und Trainer Ruud Kaiser liegen.“ Daraus ergibt sich, dass der FCM offenbar ohne einen eigenen Sportdirektor in die neue Saison geht.

Bartsch, der gestern mit Kaiser die Kaderplanung für die neue Saison beriet, konnte sich ein Lachen nicht verkneifen: „Davon weiß ich nichts. Ich habe zurzeit ein großes Arbeitspensum und ein Ziel vor den Augen: eine vernünftige Mannschaft zusammenzustellen.“ Selbst bei der Sitzung des FCM-Präsidiums am Montag sei über das Thema Wuttke nicht gesprochen worden.

4.Mai 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Rehboldt-Kritiker fast allein auf weiter Flur

Magdeburg. Es brodelt an der Basis beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Ein vehementer Kritiker von Präsident Volker Rehboldt ist der Sülzetaler Gerd Dorn, der den Club-Chef bereits bei der jüngsten Mitgliederversammlung zum Rücktritt aufgefordert hatte und nun mit der Aktion „Neuanfang jetzt – aber richtig“ nachlegt. Dorn will Mitglieder bewegen, ein von ihm entworfenes Schreiben an den Aufsichtsrat zu unterzeichnen, der dann Rehboldt von seinen Aufgaben entbinden soll.

Ein wenig irritierend wirkt dabei der Hinweis, dass sich die Unterzeichner auch „vertrauensvoll“ an Aufsichtsratsmitglied Ingolf Nitschke wenden können.

Der Autohaus-Geschäftsführer war seit Ende Mai 2003 selber Präsident, Anfang Oktober 2004 nach heftigen Turbulenzen zurückgetreten und gehört seit September 2009 dem Aufsichtsrat an.

Könnte nun eventuell der Eindruck entstehen, Nitschke würde den Vorstoß sogar unterstützen? Der Betroffene weist das weit von sich: „Ich habe mich damit in keiner Weise po sitioniert, sondern lediglich bereit erklärt, das Thema bei der nächsten Aufsichtsratssitzung vorzutragen. Ich denke, solche Dinge, also mit Fans zu reden und auch einen Brief entgegenzunehmen, gehören sogar zu meinen Aufgaben. Ich bin schließlich von den Mitgliedern gewählt worden.“ Dass nun gerade er angesprochen wurde, bezeichnete er eher als Zufall oder als Zeichen dafür, dass er eben viele Kontakte zu FCMAnhängern habe.

Eine persönliche Stellungnahme zu der geplanten Aktion lehnte Nitschke ab: „Ich möchte das nicht werten.“

Wie geht es jetzt weiter? Nitschke: „In Kürze findet turnusgemäß die nächste Aufsichtsratssitzung statt. Dort werden wir uns dann mit dieser Angelegenheit beschäftigen.“ Allerdings dürfte der Tagesordnungspunkt wohl schnell vom Tisch sein. Denn auf die Frage, wieviel Unterschriften bei ihm bislang eingegangen seien, antwortete Nitschke: „Eine einzige, datiert vom 26. April.“

Dazu passt: Erst kürzlich hatte der Aufsichtsrat auf einer Sondersitzung dem Präsidium ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen.

3.Mai 2010

Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg unterliegt beim VfL Wolfsburg II 0:1
Magdeburgs Abwehrbollwerk am Ende noch geknackt
Von Uwe Tiedemann


Das Abwehr-Bollwerk hielt bis zur 86. Minute: Der stark ersatzgeschwächte und in der Defensive aufopferungsvoll kämpfende Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg verlor gestern Abend beim Tabellenzweiten VfL Wolfsburg II unglücklich, aber verdient durch ein Tor von Yilmaz mit 0:1 und bezog damit seine siebte Rückrundenniederlage.

Wolfsburg. Der buchstäblich mit dem letzten Aufgebot angereiste FCM – auf der Bank saßen lediglich die vier „Nobodies“ Christian Gropius (Ersatztorwart), Philipp Hennecke, Henrik Gallien und Hannes Schock – geriet zwar von Beginn an unter Druck, überstand aber die Anfangsphase unbeschadet und prä sentierte sich auch im weiteren Verlauf recht kompakt.

Und wenn es wirklich einmal gefährlich wurde, konnten sich die Gäste wieder einmal auf ihren Keeper Tischer verlassen. Eigene Chancen gab es dagegen keine; dafür kam zu wenig aus dem Mittelfeld bzw. konnten sich die Stürmer gegen die Wolfsburger nicht durchsetzen.

Mitte der ersten Halbzeit lag dann allerdings mehrfach die Führung der Gastgeber in der Luft, belagerte der VfL förmlich das Tor des FCM, der Glück hatte, dass die quirligen Platzherren im Abschluss sündigten oder sich oftmals zu spät vom Ball trennten. So ging es mit einem für den Club eher schmeichelhaften 0:0 in die Pause. Nach dem Wechsel das gleiche Bild: Wolfsburg zumeist drückend überlegen und vielen Möglichkeiten, Magdeburg ganz auf Torsicherung bedacht und erschreckend harmlos im Angriff. Die Frage lautete: Wie lange würde das Abwehr-Bollwerk halten? Den Niedersachsen, die sich noch geringe Hoffnungen auf den Sprung in die dritte Liga machen, lief natürlich so langsam auch die Zeit davon.

In der 71. Minute wäre der Spielverlauf beinahe auf den Kopf gestellt worden, als Ujazdowski plötzlich vorm VfLGehäuse auftauchte und Hitz das 0:1 verhinderte.

In der Schlussphase verstärkte der VfL noch einmal seine Offensivbemühungen und wurde durch ein spätes Tor von Yilmaz, der im Nachsetzen Tischer mit einem Flachschuss ins lange Eck überwand, noch belohnt.

Kommentar von FCM-Trainer Carsten Müller: „Die taktische Grundordnung, sehr tief zu stehen, war ganz bewusst gewählt. Schade, dass uns am Ende vier Minuten gefehlt haben, um doch noch einen Punkt einzufahren. Am verdienten Sieg der Wolfsburger gibt es allerdings nichts zu deuteln.“

VfL Wolfsburg II: Hitz - Ahlschwede, Reiche, Karimow, Wolze (54. Esswein), Yilmaz, Schindzielorz, Kreuels, Riemer, Klos, Könnecke (90. Altiparmak)

FCM: Tischer - Bankert, Prest, Gaebler, Neumann, Wolf, Tüting, Friebertshäuser (89. Gallien), Watzka, Siga (74. Schock), Ujazdowski

Schiedsrichter: Brand (Gerolzhofen). Zuschauer: 675. Tor: 1:0 Yilmaz (86.). Gelb: -- / Siga, Friebertshäuser, Tüting

Fußball-Verbandsliga: FCM-Zweite klarer 3:0-Sieger im Derby gegen den MSV Preussen
Au Backe! Kapitän Mensch verursacht zwei „Elfer“
Von Hans-Joachim Malli


Die U 23 des 1. FC Magdeburg bleibt weiter auf Meisterschaftskurs. Gestern Nachmittag setzte sich die Middendorf-Elf im Verbandsliga-Derby gegen den MSV Preussen mit 3:0 (1:0) durch.

Cracau. Das Spiel fand in der ersten Halbzeit über weite Phasen nur zwischen den Strafräumen statt, nahm erst kurz vor der Pause Fahrt auf. Als Preussen-Kapitän Mensch den starken Pascal Matthias im Strafraum umstieß, zeigte Schiedsrichter Plaue sofort auf den Punkt und der Gefoulte ließ sich die Chance nicht ent gehen - 1:0 (41. Minute). Auch nach dem Seitenwechsel erwies sich die Offensive der Preussen als nicht durchschlagskräftig. Den Sudenburgern steckte offensichtlich noch das Freitagspiel gegen Naumburg in den Knochen.

Die beste Gelegenheit hatte noch Siemke, gegen den Loth auf der Linie rettete (60.). Meran sollte bei den Gästen für mehr Druck sorgen, musste aber neun Minuten nach seiner Einwechslung verletzt wieder raus. Gerade als die Sudenburger dennoch etwas mehr Zug zum Tor entwickelten, folgte die nächste kalte Dusche. Mensch foulte ungestüm Instenberg. Matthias scheiterte zwar anschließend vom Elfmeterpunkt an Preussen-Keeper Juckelandt, doch im Nachschuss traf Glage zum 2:0 (77.).

Den Schlusspunkt unter die ziemlich einseitige Partie setzte nur eine Minute später Tietz, der, mustergültig vom Matthias per Seitenwechsel bedient, freie Bahn hatte und zum 3:0-Endstand einschoss (78.). Flückiger musste in der Schlussminute einer insgesamt fairen Partie bei einem Siemke-Freistoß noch einmal nachfassen, dann stand der jederzeit verdiente Erfolg der Blau-Weißen fest.

„Ich denke, wir haben verdient gewonnen. Die erste Halbzeit haben wir klar domi niert, in der zweiten das Spiel etwas aus der Hand gegeben“, so FCM-Trainer Mario Middendorf, der sich ausdrücklich bei Nachwuchsleiter Carsten Müller dafür bedankte, dass trotz des Spiels der Ersten in Wolfsburg mit Instenberg, Matthias, Gewelke und Verkic vier Regionalliga-Akteure in der Anfangsformation standen. Preussen-Coach Dirk Hannemann redete nicht lange um den heißen Brei herum: „Die Kraft reichte offensichtlich nicht für zwei Spiele aus. Der FCM war in der ersten Halbzeit klar überlegen, beim Elfer stellen wir uns zu glatt an. Der zweite Strafstoß hat uns dann das Genick gebrochen.“