März 2010

31.März 2010

Für „Urgestein“ Seguin sind drei Trainer-Nachfolger vorstellbar: Halata, Sandhowe, Rösler
Rehboldt: „Halata hat ,Stallgeruch‘ des FCM“
Von Klaus Renner


Magdeburg. Nicht, dass FCM-„Urgestein“ Wolfgang Seguin neuer FCM-Trainer werden möchte. Doch das Herz von „Paule“ (bis September vergangenen Jahres 17 Jahre lang Mitglied des Verwaltungsbzw. Aufsichtsrates des FCM) schlägt wie eh und je für seinen Verein, dem er seit 1963 angehört und mit dem er 1974 den Europapokal gewann.

Jetzt meldet er sich in der Trainerdiskussion mit drei durchaus interessanten Vorschlägen zu Wort: Damian Halata (ZFC Meuselwitz), Wolfgang Sandhowe (derzeit Trainer bei Verbandsligist Lok Stendal) und der zurzeit vereinslose, in Norwegen lebende Uwe Rösler. Seguin: „Uwe ist mein Ziehsohn. Er hat viel internationale Erfahrung und will nach Deutschland zurück.“ Über Halatas Ambitionen dürfte Seguin hin reichend Bescheid wissen, schließlich kicken beide in der FCM-Traditions-Elf. Und noch etwas gibt Seguin seinen Nachfolgern in der ihm eigenen direkten Art mit auf dem Weg: „Ich habe Kapitän Vujanovic gesagt, ihr müsst mal richtig einen trinken. Jeder Spieler geht nach Training und Spiel seiner Wege. So kommt es nie zum Zusammenhalt.“

FCM-Präsident Volker Rehboldt, der wegen einer vor län gerer Zeit angekündigten Reise am Sonntag nicht Augenzeuge des 0:1 gegen den Halleschen FC war, bestätigte „eine Menge Gespräche, aber noch keine verkündbare Entscheidung“. Die Personalie Rösler findet Rehboldt „nicht uninteressant“.

Im Fall Halata erachtet er eine Annäherung und einen Gedankenaustausch „vorstellbar“. Zudem würde für den ehemaligen FCM-Kicker dessen „Stallgeruch“ sprechen.

30.März 2010

Choreografie im Block U – einfach bundesligareif

Geyer, Zachhuber, Emmerling? – FCM auf Trainersuche / Fans machen Spielervoting zum Gespött
Choreografie im Block U – einfach bundesligareif Die letzten FCM-Punktspiele der Saison
Irgendetwas stimmte da wohl nicht: Nach Abpfiff des Sachsen-Anhalt-Derbys zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC (0:1), als die Gästespieler mit ihren Fans an der Südtribüne der MDCC-Arena feierten, tauchte auf der Anzeigetafel das Ergebnis des FCM-Spielervotings auf. Auf Platz 1 mit 47 Prozent aller abgegebenen Stimmen landete Christian Beer. Bloß, der Keeper hatte gar nicht gespielt ... Von Klaus Renner

Magdeburg. Wie in den davorliegenden 90 Spielminuten war auch hier bestimmt etwas schiefgelaufen. Oder war das eine Quittung der Fans im Stadion für die Heimelf, die sich gegen die Hallenser nie aufgab, letztlich aber trotz aller Bemühungen nur die zweitbeste Mannschaft auf dem geschundenen Rasen war?

Ein Kompliment aber an jeden der 11 234 Zuschauer, ob blau-weiß oder rot-weiß gekleidet, die Rakete und die Knaller einiger Unbelehrbarer in der Schlussphase des Spiels aus dem FCM-Block ausgenommen. Sehenswert und zu schade, nur einmal präsentiert zu werden, war die riesige, den gesamten Block U überspannende Choreografie mit dem Titel: „Stadt der Schwermaschinen“. Der Clou: Sogar aus des Esse des aufgemalten Fa brikschornsteins quoll echter Rauch. Selbst FCM-Manager Rüdiger Bartsch geriet angesichts der ausgefallenen Idee ins Schwärmen: „Das war bundesligareif.“

Nicht ganz so hochklassig war das Geschehen auf dem Spielfeld. Auch wenn das ernsthafte Bemühen der Schützlinge von Übergangstrainer Carsten Müller vor allem vor der Pause nicht zu übersehen war – erschreckend die Dominanz der Gäste nach dem Wechsel. Ein zige erwähnenswerte Tormöglichkeit des FCM war der 20-Meter-Schuss von Racanel in der 82. Minute, den HFC-Keeper Horvat wegfausten konnte.

Auf der Suche nach einem neuen Trainer, der mit Beginn der kommenden Saison als Nachfolger des vor Wochenfrist entlassenen Steffen Baumgart seine Arbeit aufnehmen soll, sind seit kurzem drei Namen im Gespräch: Stefan Emmerling (44), derzeit vereinslos, bis September 2009 Coach bei Zweitligist Rot-Weiß Ahlen, dann der erst im Februar bei Hansa Rostock entlassene Andreas Zachhuber (47) und nicht zuletzt Eduard „Ede“ Geyer. Der Vertrag des 65-jährigen Pensionärs bei Dynamo Dresden war 2008 nicht verlängert worden.

Bartsch wollte gestern Gespräche mit keinem der drei Trainer bestätigen, räumte allerdings im gleichen Atemzug ein: „Ich muss sagen, alle drei Namen haben ihren Charme …“

• Sonntag, 4. April, 13.30 Uhr: Goslarer SC (A)

• Sonntag, 11. April, 13.30 Uhr: FC St. Pauli II (H)

• Sonntag, 18. April, 13.30 Uhr: Hertha BSC II (A)

• Sonntag, 25. April, 13.30 Uhr: Chemnitzer FC (H)

• Mittwoch, 28. April, 19.00 Uhr: SV Wilhelmshaven (A)

• Sonntag, 2. Mai, 17.30 Uhr: VfL Wolfsburg II (A)

• Sonntag, 9. Mai, 13.30 Uhr: FC Oberneuland (H)

• Sonnabend, 22. Mai, 13.30 Uhr: Tennis Borussia Berlin (A)

• Sonnabend, 29. Mai, 13.30 Uhr: ZFC Meuselwitz (H)

29.März 2010

Neubert-Rakete entscheidet das Duell zugunsten des HFC
Von Klaus Renner

Der Hallesche FC entschied das 66. Sachsen-Anhalt-Derby gegen den 1. FCM gestern mit 1:0 (1:0) für sich. Vor der Saison-Rekordkulisse von 11 234 Fans in der MDCC-Arena erzielte Neubert (38.) das „goldene“ Tor für die über weite Strecken spielbestimmenden Gäste, die weiter ärgster Verfolger von Tabellenführer SV Babelsberg bleiben.

Magdeburg. Es bleibt dabei, der FCM hat nach der Winterpause noch kein Spiel gewonnen. Die Elbestädter versteckten sich keineswegs, mussten aber gestern die Überlegenheit der Hallenser anerkennen.

Ballsicherer, immer in Bewegung, durchdachter, gefälliger, effektiver und in den entscheidenden Szenen cleverer – der 18. Derby-Sieg ging zu Recht an die Saalestädter, die mehr Spielanteile und die klareren Chancen hatten. In der Nachspielzeit traf der eingewechselte Lindenhahn nur den Pfosten des FCM-Tores. „Ich freue mich, dass wir diese umkämpfte Partie gewonnen haben“, erklärte Sven Köhler. Der HFC-Trainer machte seiner Elf allerdings auch den kleinen Vorwurf, sie hätte „später aber das 2:0 machen müssen“.

Dagegen meinte FCM-Übergangs-Coach Carsten Müller: „Für uns war es wichtig, nach den turbulenten letzten Tagen Stärke zu zeigen und uns den Fans ordentlich zu präsentieren. Das ist uns grundsätzlich gelungen. Kleinigkeiten haben das Spiel entschieden. Eine dieser Kleinigkeiten hat der HFC zum Siegtor genutzt.“

Dieser Treffer hatte es in sich. Als der Ball nach einer weiten Flanke weit durch den Strafraum segelte und Neubert völlig freistand, war es geschehen (38.). FCM-Keeper Matthias Tischer, zusammen mit Instenberg bester FCM-Akteur, war chancenlos.

Bester auf dem Feld war allerdings der Mann in Gelb. Unaufgeregt und in jeder Situation souverän agierend, hatte der Berliner Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte großen Anteil an einer abwechslungsreichen und trotz Derby-Charakters erfreulich fairen Partie. Selbst die Rote Karte gegen Bankert wegen dessen völlig unnötigen „Frust-Fouls“ in der Nachspielzeit war gerechtfertigt.

Die Tormöglichkeiten für den FCM hielten sich in Grenzen. Zander mit einem Kopfball (6.) und Fuchs’ schwacher 16-m-Schuss (9.) waren zu zaghafte Versuche. Als der beste Hallenser, Aydemir, Tischer zu einer blitzschnellen Fußabwehr zwang (14.) und anschließend Zander gegen Kanitz rettete, deuteten die Gäste ihre Gefährlichkeit an. Die erste FCMGroßchance war ein 25-m-Freistoß von Vujanovic, den HFC-Keeper Horvat nur wegfausten konnte (23.).

Mit fortschreitender Spielzeit übernahm der HFC das Heft des Handelns. Gegen Lachheb, Mouaya und Schubert sah der FCMAngriff kaum einen Stich, in der spielgestaltenden Zone dominierten die Gäste. Einer der wenigen Lichtpunkte war der 20-m-Knaller von Zander, den Horvat parierte (82.).

Auch FCM-Mittelfeldmann Maximilian Watzka sprach von einem „verdienten Sieg“ des HFC, „vor allen, weil unsere Kraft in der zweiten Halbzeit nachgelassen hat“.

FCM: Tischer – Probst (71. Racanel), Bankert, Friebertshäuser (84. Glage), Neumann, Watzka, Instenberg, Zander, Tüting (60. Gaebler), Fuchs, Vujanovic.

HFC: Horvat – Mouaya, Lachheb, Schubert, Finke, Benes, Hauk (75. Hartmann), Kanitz, Aydemir (86. Müller), Hebestreit, Kanitz (69. Lindenhahn).

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin). Zuschauer: 11 234. Tor: 0:1 Neubert (38.). Gelb: Gaebler / –. Rot: Bankert / –.

27.März 2010

Autor: Klaus Renner
Verkehrte Welt: HFC ist in Magdeburg Favorit

FCM erwartet zum morgigen Regionalliga-Derby mehr als 10 000 Zuschauer

Ärmel hochkrempeln und den Abwärtstrend stoppen. Das fordern die meisten der erwarteten mehr als 10 000 Fans beim morgigen Sachsen-Anhalt-Derby (14 Uhr/MDCCArena) gegen den Halleschen FC vom FCM. Doch die Vorzeichen für die Regionalliga-Partie sind diesmal umgekehrt: Während die Hausherren im Niemandsland der Tabelle stehen, hegen die Gäste noch Aufstiegsambitionen.

Magdeburg. Blau-Weiß gegen Rot-Weiß, doch wann hat es das zum letzten Mal gegeben? Die Fußballer des Halleschen FC gastieren in Magdeburg und sind zudem auch noch der Favorit.

„Jetzt zeigt sich, wer ein wahrer Fan unseres Vereins ist“, appelliert FCM-Manager Rüdiger Bartsch. „Wir haben 34 Punkte. 40 brauchen wir, um nicht abzusteigen. Dabei zählen wir jetzt auf jeden Zuschauer, der uns vor allem gegen den HFC unterstützt, aber auch jeden Sponsor, der sich in diesen bewegten Wochen zum FCM bekennt“, weiß Bartsch um die Schwere der Aufgabe in diesem alten und immer wieder jungen Sachsen-Anhalt-Derby.

Die Verantwortlichen des FCM rechnen mit mehr als 10 000 Zuschauern, darunter etwa 2500 Fans aus dem Süden Sachsen-Anhalts. Der bisherige Besucherrekord der laufenden Saison datiert vom 8. November 2009, als der FCM die Reserve von Bundesligist VfL Wolfsburg vor 9318 Zuschauern 3:1 besiegte. Bis gestern sind im Vorverkauf rund 8000 Tickets abgesetzt worden – für FCM-Trainer Carsten Müller ein zusätzlicher Motivationsschub: „Gegen den HFC zu spielen, ist immer etwas Be sonderes. Nach einer anstrengenden Trainingswoche mit dem Spiel in Hamburg und den schwierigen letzten Wochen gilt es jetzt, nach vorn zu sehen. Wir wollen unsere Fans nicht enttäuschen – keine Frage.“

HFC-Vizepräsident Jörg Sitte erläutert angesichts von nur noch sieben Punkten Rückstand (und einem Spiel weniger) auf Tabellenführer SV Babelsberg die immense Bedeutung des dritten mitteldeutschen Derbys für die Saalestädter innerhalb einer Woche (Meuselwitz, Chemnitz, Magdeburg): „Wir wissen, dass wir diesmal eine leichte Favoritenstellung haben. Jetzt gilt es, unsere Aufstiegschance mit einem Sieg zu wahren. Und dann haben wir ja noch das direkte Aufeinandertreffen mit Babelsberg …“

800 der erwarteten rund 2500 HFC-Fans werden mit einem Sonderzug anreisen, weitere rund 700 mit 15 Sonderbussen. Die hallesche Vereinsführung hat, so Sitte, beim FCM wegen der großen Nachfrage diese Woche noch Tickets nachgeordert.

Nicht mit von der Partie bei den Hallensern sind die seit längerem verletzten Daniel Sieber und René Stark sowie Pavel David, der nach einem Bruch des Handgelenkes im Spiel gegen Chemnitz ausfällt.

Möglichen Eskalationen vorbeugen sollen in der Bundesliga bei Hannover 96 bereits übliche, jedoch erstmals in der MDCC-Arena eingesetzte Konfliktmanager (Volksstimme berichtete). Die Zusammenarbeit beider Vereine im Vorfeld des Spiels bezeichnet Sitte als „sehr gut und konstruktiv. Wir verspüren nicht die geringste Häme für die Situation beim FCM. Wir haben das als Verein selbst durch“.

26.März 2010

FCM-Übergangstrainer lobt nach „unglücklichem Ausgleich“ gegen den HSV Disziplin und Ordnung
Müller motiviert sein Team mit provokantem Spruch
Von Klaus Renner


Erst Hamburg, jetzt Halle. Den Teilerfolg gegen die Reserve des Bundesligisten HSV (1:1) im Hinterkopf, steht am Sonntag (14 Uhr/MDCCArena) das ewig junge Sachsen-Anhalt-Derby gegen den Halleschen FC ins Haus. Rund 7200 Fans hatten sich bis gestern Abend bereits ihre Tickets im Vorverkauf gesichert.

Magdeburg. FCM-Coach Carsten Müller packt seine Jungs an ihrer Ehre. Am Dienstag, nur einen Tag nach seiner Amtseinführung als Übergangstrainer, hängte der 38-Jährige einen eigenhändig hergestellten Schriftzug in die Kabine. Dar auf eine Aussage des HSV-Trainers Rodolfo Esteban Cardoso, der sich in der Hinrunde das 0:1 des FCM bei Türkyemspor angesehen und dann öffentlich gelästert hatte: „Es sah aus, als ob sich eine Freizeittruppe zum Kicken trifft.“

Müller dazu: „Für mich gehört zum Fußball, dass man den Respekt vor anderen Mannschaften wahrt. Ich glaube, ich kann mit dieser Art Motivation ein oder zwei Prozent mehr Leistung aus unseren Spielern herauskitzeln.“

Als wichtigste Erkenntnis aus dem Remis bei der HSVReserve erachtet der Coach, dass alle Spieler „auf dem Platz Ordnung und Disziplin einge halten“ haben. „Die Mannschaft hat sich die gesamten 90 Minuten an das gehalten, was abgesprochen war.“ Den späten Ausgleich eine Minute vor dem Abpfiff bezeichnet Müller als „unglücklich“.

Für die Partie gegen den HFC (Müller: „Ein Spiel, das über viele Jahre seine Brisanz hat“) muss er seine Akteure nicht besonders motivieren: „Wir werden uns allein auf unsere Leistung konzentrieren und alle Probleme um uns herum für diese 90 Minuten ausblenden.“ Müller erwartet, „dass die Spieler alles abrufen werden, was in ihren Körpern steckt“.

Dass er in Hamburg Prest und Racanel auf die Bank und dafür Tüting und Instenberg von Anfang an aufgeboten hat, begründet Müller so: „Kein Denkzettel, sondern eine Einstellung auf ein U-23-Team. Ich wusste um die Stärken des HSV.“ Apropos Tüting. Der Mittelfeldspieler zog sich in Hamburg eine starke Prellung des Oberschenkel-Muskels („Pferdekuss“) zu, wird aber behandelt, so dass Müller hofft, ihn gegen Halle einsetzen zu können.

Seit gestern ist zudem klar, dass Trainer-Kandidat Dietmar Demuth ab Sommer nicht neuer FCM-Cheftrainer wird. Demuth verlängerte seinen Vertrag bei Regionalliga-Tabellenführer SV Babelsberg um zwei Jahre.

25.März 2010

Regionalliga: FCM gibt beim 1:1 gegen HSV II in letzter Minute zwei Punkte ab
Der erste Sieg 2010 war zum Greifen nahe
Von Uwe Tiedemann


Talfahrt gestoppt, aber drei Punkte verschenkt: Unter dem neuen Trainer Carsten Müller, der am Dienstag Steffen Baumgart abgelöst hatte, bot Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg gestern beim Hamburger SV II eine starke Leistung, kam aber über ein 1:1 (1:0) nicht hinaus. Nach der Führung durch Friebertshäuser (24.) sündigten die diszipliniert und kompakt auftretenden Gäste und wurden in der Schlussminute mit dem Ausgleich bestraft.

Norderstedt. Müller hatte bei seinem Debüt als Cheftrainer Prest und Racanel auf die Bank beordert. Dafür kehrte Tüting in die Anfangsformation zurück, kam Instenberg zum ersten Mal von Beginn an zum Einsatz.

Der FCM startete engagiert und aggressiv, dennoch hatte die Partie wenig Höhepunkte, weil sich beide Teams nahezu völlig neutralisierten und der ramponierte Rasen im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion so manchen Stockfehler verursachte.

Die erste nennenswerte Aktion führte dann auch sogleich zum ersten Tor. Nach der zweiten Magdeburger Ecke stand Vujanovic am langen Pfosten und seinen abgefälschten Schuss staubte Friebertshäuser zum überraschenden 1:0 ab (24.). Eine Viertelstunde später hatte der freistehende Vujanovic die große Chance zum 0:2, doch sein Kopfball landete genau in den Armen von HSV-Keeper Mickel.

Die knappe Halbzeitführung ging durchaus in Ordnung, weil der FCM vor allem in der Defensive kaum etwas anbrennen ließ.

Die zweite Halbzeit begann mit einer Schrecksekunde für den FCM, als Beisker im Nachschuss das leere Tor nicht traf (49.). Der HSV machte nun weiter Druck, drängte auf den Ausgleich. Richtig gefährlich wurde es aber nur selten für den Club, der nach 69 Minuten eigentlich mit 2:0 hätte in Führung gehen müssen. Über die Stationen Zander und Fuchs kam Vujanovic zum Schuss, scheiterte aus kurzer Distanz aber erneut an Mickel. Auch in der Schlussphase bot sich gegen die nun volles Risiko spielenden Platzherren mehrfach die Möglichkeit, den Sack zuzumachen. Doch es war vor allem Vujanovic, der reihenweise gute Chancen ausließ.

Die Strafe folgte prompt: Durch einen fulminanten 30-Meter-Volleyschuss in den Winkel (Bertram/89.) wurde der FCM doch noch um den greifbar nahen ersten Saisonsieg 2010 gebracht.

Müller: „Ärgerlich, dass wir keine drei Punkte mitgenommen haben. Aber Kompliment an die Mannschaft, die die letzten schweren Tage gut verarbeitet und sich hier präsent gezeigt hat.“

HSV II: Mickel – Detttmann, Schulz, Leschinski, Franke (79. Hahn), Lewerenz (88. Olumide), Behrens (60. Son), Groß, Bertram, Beisker, Kazior.

FCM: Tischer – Probst, Bankert, Friebertshäuser, Neumann, Watzka (88. Gaebler), Instenberg, Zander, Tüting, Fuchs (90. Siga), Vujanovic.

Schiesdrichter: Heitmann (Diepholz). Zuschauer: 310. Tore: 0:1 Friebertshäuser (24.), 1:1 Bertram (89.). Gelb: Hahn / Instenberg, Fuchs.

FCM auf der Suche nach Lösung in der Trainerfrage
Manager: „Wir setzen uns nicht unter Zeitdruck“
Von Klaus Renner


Magdeburg. Dietmar Demuth, Trainer des Regionalliga-Tabellenführers SV Babelsberg, steht auf der Liste der möglichen Nachfolger für den entlassenen Steffen Baumgart bei den FCMVerantwortlichen ganz oben. In einem Gespräch am Montag hat der FCM dem 55-jährigen Querfurter, der in der Bundesliga u. a. beim 1. FC Kaiserslautern, dem FC St. Pauli und Bayer Leverkusen kickte, ein Angebot über einen Zweijahresvertrag unterbreitet.

Demuth, dessen Vertrag in Babelsberg Ende Juni ausläuft, drängt bereits seit Dezember 2009 auf ein neues Angebot seines derzeitigen Vereins. Weder in Januar im Trainingslager in der Türkei noch in den Wochen danach kam es jedoch zu Gesprächen mit der Vereinsführung. Seit kurzem liegen dem ehemaligen Fußball profi nun die Offerten des Tabellenersten und des Fünften vor – was also tun?

Der für den ausgeschiedenen Sportlichen Leiter, Michael Richter, jetzt in Doppelfunktion mit seinem Managerposten beim FCM tätige Rüdiger Bartsch bestätigte gestern die Existenz „ei ner Liste mit Trainern, die in unser Anforderungsprofil passen“. Auf Wunschkandidaten wollte er sich allerdings nicht festlegen.

„Im Augenblick müssen wir sehen, wer in den kommenden zwei Jahren diese Aufgabe beim FCM übernehmen kann. Wir führen bereits Gespräche. Es ist aber nachvollziehbar, dass wir noch zu keinem Schluss gekommen sind.“

Nach Bartschs Worten setzt sich die FCM-Führung zwar akribisch für eine baldige Lösung der Trainerfrage ein. „Sie soll auch so schnell wie möglich geklärt sein, aber wir setzen uns dabei nicht unter Zeitdruck.“ Den Termin Ende April erachtet Bartsch als „in Ordnung, ohne uns ein Ultimatum zu stellen“. Die Qualität gehe zu 100 Prozent vor einer Personalie.

Bartsch sprach Interimstrainer Carsten Müller das Vertrauen aus und forderte mit Blick auf die Partie am Sonntag gegen den Halleschen FC die Mannschaft auf, jetzt Position zu zeigen: „Jeder spielt für seinen eigenen Marktwert. Wir werden keinen guten Spieler wegschicken.“

Auf die Frage, ob der vor fast genau einem Jahr entlassene Paul Linz, der noch bis zum 30. Juni vom FCM ein stattliches Trainersalär erhält, für den Rest der Saison eine „Einberufung zum FCM“ erhalten könnte, anwortete Bartsch süffisant: „Das halte ich im Augenblick für ausgeschlossen …“

24.März 2010

Müller löst Baumgart als Trainer ab
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat sich wie erwartet von seinem Trainer Steffen Baumgart (38) getrennt. Die Präsidiums-Entscheidung war schon am späten Montagabend gefallen, aber erst gestern offiziell bekanntgegeben worden. Als Nachfolger fungiert bis zum Saisonende Assistent Carsten Müller (38), der am Nachmittag bereits das erste Training leitete.

Innerhalb der nächsten vier Wochen soll der neue Mann für die Saison 2010/11 präsentiert werden. Die Club-Spitze führt derzeit Gespräche mit verschiedenen Kandidaten, darunter Dietmar Demuth vom SV Babelsberg.

„Wir haben uns schweren Herzens von Steffen Baumgart getrennt, wissen, dass die Hauptverantwortung bei der Mannschaft liegt. Aber im Zuge eines notwendigen kompletten Neuaufbaus wäre die Hypothek zu schwer gewesen. Vor allem dann, wenn wir keinen Erfolg haben“, sagte Präsident Volker Rehboldt, für den immer feststand, dass es nur eine interne Lösung geben konnte. Der ebenfalls in der engeren Auswahl stehende A-Juniorencoach Martin Hoffmann hatte ein vorübergehendes Engagement bis zum 30. Juni kategorisch abgelehnt.

Doch nicht nur für Baumgart schloss sich der Kreis. Auch Sportdirektor Michael Richter ist laut Rehboldt mit sofortiger Wirkung ausgeschieden. Seine Aufgaben übernimmt fortan Manager Rüdiger Bartsch.

Carsten Müller Interimstrainer beim Fußball-Regionalligisten
Baumgart: „Hatte eine schöne Zeit beim FCM“
Von Uwe Tiedemann


Gestern vormittag gegen 9.30 Uhr wusste Steffen Baumgart Bescheid: Soeben hatte ihn Präsident Volker Rehboldt von seinen Aufgaben als Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg entbunden. Die Club-Krise erreichte damit ihren vorläufigen Höhepunkt.

Magdeburg. Der mit hohen Erwartungen in die Saison gestartete FCM zog gestern erwartungsgemäß die Notbremse, nachdem die Rückrundenbilanz (nur ein Punkt aus den ersten fünf Spielen) katastrophal ausgefallen und die Mannschaft schon frühzeitig aus dem Aufstiegsrennen ausgeschieden war.

Der neue Mann an der Seitenlinie heißt vorübergehend Carsten Müller. Der bisherige Baumgart-Assistent und Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums leitete gestern bereits das erste Training und sitzt heute (16 Uhr, Edmund-Plambeck-Stadion in Norderstedt) beim fälligen Nachholspiel gegen den Hamburger SV II auf der Bank.

Wann der neue Mann beim FCM seinen Dienst antritt, ließ Präsident Volker Rehboldt offen. Der Club will verständlicherweise eine zeitnahe Lösung. „Kein Spieler unterschreibt hier, wenn nicht klar ist, wer neuer Trainer wird“, weiß Rehboldt, der noch einmal bekräftigte, dass er von der Mannschaft maßlos enttäuscht sei und nicht ausschloss, sich von „bis zu zehn Akteuren zu trennen“.

Konkrete Verhandlungen gab es nach Volksstimme-Informationen bereits mit Dietmar Demuth vom SV Babelsberg. Doch auch der momentan beschäftigungslose Andreas Zachhuber (zuletzt Hansa Rostock) wurde in Magdeburg gesehen. Auf Kandidaten angesprochen, erklärte der Präsident: „Kein Kommentar.“

Baumgart selbst verhielt sich auch in seiner schwersten Stunde absolut professionell, hatte sich von der Mannschaft verabschiedet und stand auch den Medien Rede und Antwort. „Ich danke dem FCM, dass ich hier ein Jahr lang Trainer sein durfte. Es war trotz der momentanen Enttäuschung eine schöne Zeit, und ich wünsche dem Verein alles Gute.“ Der 38-Jährige zu seiner Entlassung: „Gerechnet hatte ich damit innerlich schon, aber man hofft natürlich, dass es doch anders kommt.“

Und auf die Frage, ob er sich von seinen Spielern im Stich gelassen fühlt, antwortete der Ex-Profi: „Ich sage zur Mannschaft nichts mehr. Das Thema ist erledigt. Sicherlich würde ich heute einige Dinge anders machen, aber auch das ist Vergangenheit.“ Baumgart will jetzt erst einmal Abstand gewinnen, aber so bald wie möglich wieder ins Trainergeschäft einsteigen.

Dass Baumgart gehen musste, lag vor allem an der miserablen Rückrundenbilanz. Eine Erklärung dafür hat aber niemand parat. Ex-Sportdirektor Michael Richter, dessen Aufgaben ab sofort Manager Rüdiger Bartsch („Wir stehen vor einem kompletten Neuaufbau. Ich stelle mich aber dieser Herausforderung“) überahm, machte deutlich: „Im Trainingslager in Portugal war die Mannschaft noch motiviert, bissig und voller Ziele. Und ich hatte nicht den Eindruck, dass es zwischen Trainer und Mannschaft einen Keil gibt. Das Dilemma begann mit dem ersten Spiel gegen Türkiyemspor (1:1) und bekam dann eine gewisse Negativ-Eigendynamik. Am Ende tritt dann häufig das Phänomen in Kraft, dass jeder Spieler nur noch an sich denkt, kommen auch längst vergessen geglaubte Disharmonien wieder hoch.“ Insgesamt bedauerte Richter die Entwicklung außerordentlich, befand, „dass Baumgart sehr gut zum FCM gepasst hat“.

Der Ehrenrats-Vorsitzende Klaus-Dieter Runge sagte, „nach dem Debakel musste der Club reagieren“, sprach von einer logischen Konsequenz, auch weil der Trainer seit Wochen einen „hilflosen Eindruck“ gemacht habe. Die derzeitige Gesamtsituation des FCM bezeichnete Runge als „absoluten Tiefpunkt, fast gleichzusetzen mit der Insolvenz im Jahr 2002“.

23.März 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Uhr für Trainer Baumgart scheint endgültig abgelaufen

Krise des 1. FC Magdeburg

Eine offizielle Bestätigung, dass Steffen Baumgart als Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg seinen Stuhl räumen muss, gab es seitens des Präsidiums gestern Abend noch nicht. Vieles spricht jedoch dafür.

Magdeburg. Nach der verheerenden Rückrundenbilanz (nur ein Punkt aus fünf Spielen) und dem damit verbundenen frühzeitigen Scheitern im Aufstiegsrennen hatte sich das Präsidium zu einer Krisensitzung, deren Tagungsort Club-Chef Volker Rehboldt geheim hielt, zusammengefunden. Thema war die Trainerfrage, nachdem der Club am vergangenen Sonnabend bei Hannover 96 II 1:4 verloren und, so Rehboldt, den absoluten Tiefpunkt erreicht hatte.

Um erst mit den Betroffenen persönlich zu reden, wollte sich der Verein laut Rehboldt aus Fairnessgründen gestern Abend nicht mehr offiziell äußern. Ein solches Vorgehen lässt im Umkehrschluss aber eigentlich nur ein Ergebnis zu: Baumgart muss gehen.

Nachfolger ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der bisherige Co-Trainer Carsten Müller, der allerdings nur als Interimslösung vorgesehen sein dürfte. Der 38-Jährige soll Leiter des eigenen Nachwuchs-Leistungszentrums bleiben.

Baumgart hatte bis zuletzt alles versucht, die Wende herbeizuführen, sich immer wieder vor seine Truppe und sie nie öffentlich an den Pranger gestellt. Im Nachhinein ein Fehler?

Wer die jüngsten Auftritte des FCM verfolgt hatte, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, die Mannschaft spiele gegen den Trainer. Zumal kein Aufwärtstrend erkennbar war, sondern eher das Gegenteil. Die schwachen Auftritte gegen Plauen und jetzt in Hannover glichen einer Bankrotterklärung. Rehboldt sprach nach der Pleite vom Sonnabend sogar von einer charakterlosen Mannschaft.

Mit welchem neuen Trainer der FCM in die Saison 2010/11 geht, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Es kursieren jede Menge Namen in der Öffentlichkeit. Nach Volksstimme-Informationen steht Dietmar Demuth, derzeit mit dem SV Babelsberg Spitzenreiter der Regionalliga, ganz oben auf der Wunschliste. Es hat offensichtlich auch schon Verhandlungen gegeben, die aber von Rehboldt nicht bestätigt wurden.

22.März 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Zieht der FCM heute die Notbremse?

Nach 1:4-Pleite des Fußball-Regionalligisten bei Hannover 96 II kündigt Präsident Rehboldt Entscheidung an

Die Talfahrt des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg geht weiter. Das 1:4 (1:3) am Sonnabend bei Hannover 96 II bedeutete sogar die höchste Saisonniederlage. Doch wie es aussieht, ziehen die Verantwortlichen heute die Notbremse.

Hannover. Der geschockte Präsident Rehboldt rang unmittelbar nach dem Abpfiff im weiten Rund der AWD-Arena lange nach Worten und sagte dann: Das war der absolute Tiefpunkt. Ich habe nur zwei Spieler gesehen, die sich gewehrt haben. Neumann und Fuchs. Am Montag fällt eine Entscheidung, die Trainerfrage eingeschlossen.“

Das kann eigentlich nur heißen, dass sich der Club nach der katastrophalen Rückrundenbilanz (nur ein Punkt aus fünf Spielen) von Coach Steffen Baumgart trennen wird. Der Betroffene selbst ahnte vielleicht schon am Sonnabend, was auf ihn zukommt: „Wir sind ganz klar auf einem absteigenden Ast. Irgendwann hat man als Trainer keine Argumente
mehr ...“

Der 38-Jährige war zu Beginn der zweiten Halbzeit viel eher als seine Spieler aus der Kabine gekommen und saß minutenlang gedankenversunken auf der Bank. Auf die Frage, was sich zur Pause abgespielt habe, sagte Baumgart: „Ich bin nicht rumgelaufen wie ein Rumpelstilzchen, habe aber den Jungs zu verstehen gegeben, dass sie ihr Gesicht wahren und sich so wehren sollen, dass ich auch nach dem Spiel sagen kann: Das ist meine Mannschaft!“

Doch mit der geforderten Gegenwehr war es spätestens nach dem 4:1 durch den überragenden Schlaudraff vorbei. Der FCM ergab sich seinem Schicksal, reagierte nur noch statt zu agieren. Stürmer Fuchs, noch einer der wenigen Lichtblicke, meinte: „Nach dem vierten Gegentreffer wusste jeder: Gegen eine solche Topmannschaft wie Hannover 96 mit drei Profis, allen voran Schlaudraff, ist nicht mehr viel zu machen. Trotzdem: So schlecht, wie es das Ergebnis vermuten lässt, waren wir nicht. Wir hatten selber genug Chancen.“

Stimmt. Hätte der Lattenkracher von Watzka gesessen (36.) oder Racanel einen an Zander verursachten Foulelfmeter nicht über, sondern ins Tor geschossen (68.), wäre es vielleicht noch einmal eng geworden. So aber ging der Club als klarer Verlierer vom Platz. Ein Doppelschlag hatte für eine beruhigende Führung
der 96er gesorgt – Ghasemi-Nobakht traf zunächst mit einem nicht unhaltbar erscheinenden Flachschuss (22.) und erhöhte dann per Foulelfmeter (Bankert an Schlaudraff/23.) auf 2:0. Noch vor dem Wechsel gelang Gaudian nach Schlaudraff-Solo das 3:0 (37.), bevor Fuchs auf 3:1 verkürzte (43.). Doch mit dem 4:1 – ein sehenswerter direkter 22-m-Freistoß von Schlaudraff – waren frühzeitig alle Messen gesungen (61.). Der Rest der rund 400 mitgereisten FCM-Anhänger – etwa die Hälfte hatte schon zur Pause das Stadion verlassen – quittierte den leidenschafts- und leblosen Kick mit „Ihr macht unseren Club kaputt“ und „Baumgart-raus“-Rufen.

Da überraschte es dann schon, dass 96-Coach Thomas Flath dem Gegner sogar ein Kompliment machte: „Magdeburg hat sich hier gut präsentiert und offensiv mitgespielt. Der spielentscheidende Mann war heute Schlaudraff.“ 96-Profi-Coach Mirko Slomka hatte den Ex-Nationalspieler zu den Amateuren verbannt, was die Hannoversche Boulevard-Presse dahingehend ausschlachtete, dass Schlaudraff (125 000 Euro Monatsgehalt) der derzeit bestbezahlteste Regionalligaspieler sei. Er kassiert 4000 Euro – täglich ...

96 II: Jensen - Otto, Balogun, Hofmann, Chahed, Rama (83. Büchler), Schlaudraff,
Karow, Ernst, Ghasemi-Nobakht (75. Aycicek), Gaudian (56. Bopp)
FCM: Tischer - Bankert, Friebertshäuser, Prest, Neumann, Watzka, Zander, Großöhmichen (46. Tüting), Racanel (75. Bartsch), Fuchs, Vujanovic
Schiedsrichter: Hösel (Rövershagen).
Zuschauer: 750. Tore: 1:0 Ghasemi (22.), 2:0 Ghasemi (23./Foulelfmeter), 3:0 Gaudian (37.), 3:1 Fuchs (43.), 4:1 Schlaudraff (61.). Gelb: Balogun, Bopp /Bankert, Neumann, Friebertshäuser

20.März 2010

Autor: Klaus Kahmann
Elbestädter wieder mit Vujanovic und Fuchs im Angriff

Der 1. FC Magdeburg läuft heute bei Hannover 96 II auf

Magdeburg. In der Fußball-Regionalliga laufen die Kicker des 1. FC Magdeburg heute in Hannover (Anpfiff 13.30 Uhr) bei der zweiten Mannschaft des Bundesligisten Hannover 96 auf. FCM-Trainer Steffen Baumgart kann dabei wieder auf den Standard-Angriff mit Lars Fuchs und Radovan Vujanovic zurückgreifen, die zur Partie gegen Babels berg gesperrt waren.

„Silvio wird gleich in der Stammformation auflaufen“, macht Baumgart klar, dass auch Deckungsspieler Silvio Bankert seine Verletzung überwunden hat. „Allerdings müssen wir darauf achten, dass wir Spieler, die – wie Silvio – nach einer Verletzung zurückkehren, nicht gleich überbelasten. Sonst passiert es uns wie bei Denis Wolf, dass sie gleich wieder von Verletzungen heimgesucht werden“, deutet Baumgart an, dass er Bankert voraussichtlich nicht über 90 Minuten einsetzen wird.

In der Deckung kann ja auch wieder Christian Prest seiner Arbeit nachgehen, der ja ebenfalls im letzten Match eine Sperre abzusitzen hatte.

Baumgart warnt davor, die Männer aus Niedersachsens Landeshauptstadt zu unterschätzen. „Die stehen nicht umsonst auf Platz sieben. Sie haben zuletzt verstärkt durch Spieler aus dem Bundesligateam – wie Schlaudraff – stark aufgespielt“, ist der FCMCoach davon überzeugt, dass ein schwerer Brocken vor den Magdeburgern liegt. „Auch bei uns waren die Hannoveraner (4:2-Erfolg des FCM mit Treffern von Racanel, Fuchs/2 und Watzka) zwar nicht überlegen, haben uns aber mit ihren zwei Treffern alles abverlangt. Und wir haben ja zurzeit nicht gerade einen positiven Lauf. Da sehe ich allerdings in Hannover eine Chance, uns durch viel Arbeit wieder dahin zurückzubringen.“

Das mehrfach ausgefallene Landespokalspiel des 1. FC Magdeburg wurde gegen Wolfen nun für den 7. April, 17.30 Uhr im Wolfener Jahnstadion terminiert.

19.März 2010

Mitglieder machen ihrem Ärger Luft

Magdeburg (ut). Die gestrige Mitgliederversammlung des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg hatte es wie zu erwarten in sich: Bei der offenen Aussprache machte so mancher der 260 Anwesenden seinem Ärger über den sportlichen Misserfolg Luft. Allerdings soll die Verantwortung weiter in den Händen des zuletzt in die Kritik geratenen Präsidenten Volker Rehboldt bleiben, der für das laufende Spieljahr bis 30. Juni 2010 einen finanziellen Gewinn von 137 000 Euro prognostizierte.

Bemerkeswert war, dass sich im Konferenzzentrum der AOK Sachsen-Anhalt die komplette erste Mannschaft einschließlich Trainer Steffen Baumgart eingefunden hatte. Der Chef coach bekräftigte noch einmal seinen Wunsch, Trainer zu bleiben: „Ich halte mich für kompetent genug, eine neue Mannschaft aufzubauen.“ Rund eine Million Euro steht im Spieljahr 2010/11 für das Regionalliga-Team zur Verfügung.

18.März 2010

Heute Mitgliederversammlung des 1. FCM
Chef Rehboldt erwartet unruhigen Abend
Von Uwe Tiedemann

Magdeburg. Heute wird vermutlich Tacheles geredet: Nachdem Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg einen blamablen Rückrundenstart (nur ein Punkt aus vier Spielen) hingelegt und erneut frühzeitig den Drittliga-Aufstieg verpasst hat, ist bei der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung im Jahr 2010 (18.30 Uhr, Konferenzzentrum der AOK Sachsen-Anhalt) jede Menge Zündstoff zu erwarten – auch wenn keine Neuwahlen auf der Tagesordnung stehen.

Präsident Volker Rehboldt stellt sich auf einen möglicherweise unruhigen Abend ein: „Es ist das Recht eines jeden Mitglieds, Fragen zu stellen oder Kritik zu üben. Und nach dem enttäuschenden Saisonverlauf kann ich das sogar nachvollziehen.“ Allerdings will Rehboldt darauf achten, dass konstruktiv diskutiert wird, aber eben niemand aus der Rolle fällt.

Der FCM ist diesbezüglich ein gebranntes Kind. In früheren Jahren gab es des Öfteren Mitgliederversammlungen, die in aufgeheizter Atmosphäre äußerst turbulent verliefen ...

Zu denjenigen, die sich heute Abend zu Wort melden wollen, gehört Ex-Aufsichtsratsmitglied Heiner Bertram. Der selbständige Unternehmer ist nach wie vor davon überzeugt, „dass der FCM mit großem Abstand die besten Voraussetzungen für einen Platz in der 2. oder zumindest 3. Liga hat“. Aber, so mahnt Bertram, es müssen endlich die notwendigen Strukturen geschaffen werden, damit vollmundige Ankündigungen auch durch- bzw. umgesetzt werden können.

Eigenwerbung will Bertram allerdings mit seinem Vorstoß nicht betreiben: „Ich habe drei Jahre meinen Beitrag im Aufsichtsrat geleistet, bin dann auf unfeine Art und Weise zusammen mit Wolfgang ,Paule‘ Seguin rausgedrängt worden. Ich habe keinerlei Ambitionen mehr.“

Rehboldt ging derweil auf Gerüchte im Umfeld des FCM ein, wonach der Verein (hoch) verschuldet sei oder Spielergehälter nicht pünktlich gezahlt habe: „Alles kompletter Blöd sinn! Hier soll bewusst Unruhe gestiftet werden. Der FCM ist solide aufgestellt und wird auch bei der Lizenzierung für 2010/11 keinerlei Probleme bekommen.

17.März 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Die Zeichen stehen auf Trennung

Schwierige Verhandlungen zwischen Mittelfeldspieler Maximilian Watzka und FCM

Magdeburg. Er gilt, sofern er denn fit ist, auf der rechten Außenbahn als gesetzt, hat immerhin schon sieben Tore erzielt und gehörte auch am Sonntag beim 0:1 gegen Spitzenreiter SV Babelsberg 03 wieder zu den besten – Maximilian Watzka vom Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Doch die Zeichen stehen auf Trennung.

2008 war Watzka das Wagnis eingegangen, die Zelte bei Zweitliga-Absteiger Kickers Offenbach abzubrechen und sich zwei Klassen tiefer dem FCM anzuschließen. Seine Begründung damals: „Manchmal ist es besser, einen Schritt zurückzugehen, um dann später davon zu profitieren. Ich denke langfristig. Magdeburg ist ein ambitionierter Verein, der hohe Ziele verfolgt und das Zeug hat, schon bald mindestens dritte Liga zu spielen.“

Daraus ist bekanntlich nichts geworden, der Club weiter viertklassig und Watzka, dessen Vertrag ausläuft, dementsprechend frustriert: „Natürlich hatte ich mir weitaus mehr ausgerechnet. Dennoch bleibt Magdeburg mein erster Ansprechpartner. Allerdings müssen die Perspektiven stimmen.“ Konkret bedeutet das: „Ich habe keine Lust, in der nächsten Saison ohne reelle Aufstiegschance mit überwiegend 19-jährigen Youngsters in einer Mannschaft zu spielen. Das wer de ich der Vereinsführung bei den Vertragsgesprächen auch klar zu verstehen geben. Ich bin in Kürze 24, habe noch viel vor und will natürlich so hoch wie möglich spielen.“

Wie der Kader für die neue Serie aussieht, ist derzeit noch völlig offen. Allerdings hatte Präsident Volker Rehboldt durchblicken lassen, dass der FCM 2010/11 wohl kaum zu den Favoriten zählen dürfte.

Warum der Club zweimal in Folge so kläglich gescheitert und zu Beginn der Winterpause jeweils so massiv eingebrochen ist, bleibt auch für Watzka rätselhaft: „Die Parallelen zur Vorsaison sind in der Tat unverkennbar, aber wenn wir wüssten, woran es liegt, hätten wir es abgestellt.“

Den Rest der laufenden Serie hakt der Ex-Leipziger dennoch nicht ab: „Wir sind es Trainer, Fans und Sponsoren schuldig, uns nicht hängenzulassen. Außerdem geht es für viele um ihre Zukunft. Und dann ist da noch der Landespokal, den wir zu verteidigen haben.“

Mit einem gesunden Watzka auf der rechten Seite würden die Chancen auf den Pott zweifellos steigen. Und der 23-Jährige, der zuletzt häufiger gefehlt und sogar Trainingsverbot hatte, gibt Entwarnung: „Nach der Knie-Operation hatte sich zu wenig Muskelmasse aufgebaut und ich mit einer Schleimbeutelentzündung zu kämpfen. Mittlerweile ist aber wieder alles in Ordnung.“

16.März 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Rehboldt übt erneut Druck aus

FCM-Präsident will drei Punkte in Hannover / Sportchef Richter hört auf

Magdeburg. Die neuerliche Niederlage gegen Spitzenreiter Babelsberg (0:1) führt beim kriselnden Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg zumindest bis zum nächsten Auswärtsauftritt zu keinen Konsequenzen.

„Es gibt nach diesem Spiel keinen Erkenntnisgewinn, aber auch keinen Erkenntnisverlust. Es ist eigentlich nur das eingetreten, was viele vorher erwartet haben“, sagte Präsident Volker Rehboldt und fügte hinzu: „Die stark ersatzgeschwächte Truppe ist ja nicht etwa auseinandergefallen, sondern hat sich ganz im Gegenteil im Rahmen ihrer Möglichkeiten vernünftig aus der Affäre gezogen.“

Rehboldt selbst war zwar am Sonntag privat verhindert, hatte sich aber auf breiter Ebene informiert und stets die gleiche Auskunft erhalten.

Damit rückt die kommende Auswärtspartie bei Hannover 96 II (Sonnabend, 13.30 Uhr, AWDArena) in den Fokus. „Von einer Nagelprobe möchte ich nicht sprechen, denn das klingt wie ein Ultimatum. Aber angesichts der Tatsache, dass die gesperrten Spieler wieder zur Verfügung stehen und es auch bei den Verletzten aufwärtsgeht, kann die Devise nur lauten: Wir wollen dort drei Punkte holen“, setzt der Club-Chef wie schon vor der (abgesagten) Partie in Wilhelms-haven Trainer und Mannschaft erneut unter Druck.

Dem Präsidium ist verständlicherweise daran gelegen, die Personalien in der sportlichen Leitung so schnell wie möglich zu klären – und seit kurzem zumindest in einem Punkt schlauer. Sportchef Michael Richter zieht sich zum Saisonende zurück: Rehboldt: „Er hat mir mitgeteilt, dass er aufhört, und ich respektiere das. Man darf nicht vergessen, dass Michael Richter die Position ehrenamtlich ausgeübt, sich aber gezeigt hat, dass in solch exponierter Stellung ein noch engerer Draht zur Mannschaft notwendig ist. Das konnte er einfach nicht leisten.“

Was die Trainerfrage anbetrifft, bekräftigte Rehboldt noch einmal, dass Baumgart erster Ansprechpartner sei und man sich noch im Winter-Trainingslager in Portugal intensiv ausgetauscht habe. Dann aber folgte der blamable Fehlstart in die Rückrunde. Und nur ein Punkt aus vier Spielen sind nun einmal keine guten Argumente für eine Vertragsverlängerung ...

15.März 2010

Stark ersatzgeschwächter Club unterliegt Regionalliga-Spitzenreiter Babelsberg / Baumgart bleibt Trainer
FCM 0:1 – Frahn macht den Unterschied


Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg kassierte gestern die dritte 0:1-Niederlage in Folge. Der Unterschied zu den beiden Pleiten gegen Hansa Rostock II und Plauen: Gegen Spitzenreiter SV Babelsberg kam, noch dazu mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft, der erneute Misserfolg nicht unerwartet. Das Tor des Tages vor knapp 5000 Zuschauern in der MDCC-Arena fiel bereits nach einer Viertelstunde durch Frahn.

Von Uwe Tiedemann

Magdeburg. Die Gastgeber mussten auf zahlreiche Stammkräfte verzichten. Bauer und Wolf waren verletzt, Prest, Vujanovic und Fuchs gesperrt. So stand ein junges Team auf dem Platz, das in dieser Formation noch nie zusammengespielt hatte und vor allem zu Beginn reichlich nervös wirkte. Allerdings blieb auch Babelsberg den Nachweis einer Spitzenmannschaft schuldig, so dass über weite Strecken eine eher zerfahrene Partie ohne klare Linie zu beobachten war.

Zu den wenigen Höhepunkten in der ersten Halbzeit gehörte die Szene in der 15. Minute, als nach Flanke von Ergirdi der Top-Torjäger der Liga, Frahn, sträflich ungedeckt zum 0:1 einköpfen und damit seinen 18. (!) Saisontreffer erzielen konnte. FCM-Keeper Tischer, der gestern die Kapitänsbinde trug, hatte keine Abwehrchance.

„Es ist immer ein schönes Gefühl, in Magdeburg vor vielen Zuschauern einen Treffer zu erzielen. Ich habe im Übrigen gegen den FCM noch nie verloren und stets ein Tor geschossen oder eins vorbereitet“, freute sich Frahn, der nach knapp einer halben Stunde in aussichtsreicher Position das 0:2 auf dem Fuß, dabei jedoch überhastet verzogen hatte.

Auf der anderen Seite waren klare Gelegenheiten für den FCM Mangelware. Vor allem der Angriff erwies sich als laues Lüftchen, Verkic und Ujazdowski wirkten überfordert.

Nach der Pause baute Babelsberg noch weiter ab, und der FCM, der nun auch mutiger zu Werke ging, bekam immer mehr Oberwasser. Doch keine von zahlreichen Flanken, die in den Gäste-Strafraum segelten, konnte verwertet werden. Vor allem dem eingewechselten Siga klebte das Pech an den Stiefeln, kam er doch mehrfach einen Schritt zu spät. So blieb es beim 1:0 für die Potsdamer.

„Wir wussten nicht, auf welchen Gegner wir stoßen. Wenn viele junge Spieler dabei sind, die sich anbieten wollen und Gas geben, ist das immer schwerer, als wenn man auf die Altbekannten trifft“, sagte Gäste-Coach Dietmar Demuth, der vor allem die vielen Ballverluste seiner Elf bemängelte.

FCM-Cheftrainer Steffen Baumgart meinte: „Ich bin nicht zufrieden, aber auch nicht unzufrieden. Wir haben das gespielt, was wir können, sicherlich auch Fehler gemacht, diese aber wieder ausgebügelt. Letztlich zählt das nackte Ergebnis, und hier stehen wir wieder einmal mit leeren Händen da.“

Und wie geht es jetzt mit dem in die Kritik geratenen Baumgart weiter? Sportchef Michael Richter dazu: „Wir haben mit einer schlagkräftigen Truppe gespielt, waren mindestens auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer. Nur Frahn machte den Unterschied. Nach solch einer Vorstellung über die Zukunft des Trainers zu sprechen, halte ich für nicht nachvollziehbar.“

FCM: Tischer - Probst (85. Bartsch), Friebertshäuser, Gewelke, Neumann, Watzka, Zander, Matthias (59. Tüting), Racanel, Verkic, Ujazdowski (59. Siga)

Babelsberg: Unger - Civa, Surma, Laars, Rudolph, Weidlich, Müller, Prochnow (61. Hartwig), Kocer (54. Moritz), Ergirdi (75. Kutschke), Frahn

Schiedsrichter: Schriever (Dorum). Zuschauer: 4955. Tor: 0:1 Frahn (15.). Gelb: Tüting / –


Fußball-Verbandsliga: 1. FC Magdeburg II – Haldensleber SC 3:1 (1:0)
Gastgeber in einem Spiel auf Augenhöhe effektiver
Von Sebastian Günther


Am 23. Spieltag der Fußball-Verbandsliga setzte sich Gastgeber 1. FC Magdeburg II gegen den Haldensleber SC mit 3:1 (1:0) durch. Sommermeyer brachte den Gastgeber mit einem Eigentor (40.) 1:0 in Front. Nach dem Wechsel erhöhten Instenberg (52.) und Köhne (66.) auf 3:0, ehe Pientak per Foulelfmeter (78.) den Endstand herstellte.

Cracau. Die Anfangsphase in diesem Spiel gehörte den Gästen. Sie wirkten präsenter und hatten mehr vom Spiel. Doch bis auf eine Möglichkeit von Grimm waren die Gäste vor dem Tor der Magdeburger zu harmlos.

Mit zunehmender Spieldauer kam der FCM II besser in das Spiel. Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld. Die erste Möglichkeit auf Seiten der Gastgeber hatte Maik Georgi (30.), doch sein Schuss ging über das Gehäuse des HSC. Kurze Zeit später hatte Christof Köhne (37.) eine Chance, doch sein Kopfball über den Gästetorhüter hinweg wurde noch vor der Linie geklärt.

Kurz vor der Pause dann die Führung für den Gastgeber. Eine scharfe Hereingabe von Georgi bekam der Haldensleber Sommermeyer an das Schienbein, von wo der Ball dann in das eigene Tor trudelte (40.). Im Gegenzug hatten die Gäste durch einen Freistoß von Binsker die Chance zum Ausgleich, doch Routinier Christian Beer im Magdeburger Tor konnte diesen entschärfen.

Zu Beginn des zweiten Abschnittes hatten die Gäste wiederum durch einen Freistoß die erste nennenswerte Aktion. Doch diesmal scheiterte Kreibich (46.) am Magdeburger Tor hüter. Kurz darauf brachte sich die Haldensleber Hintermannschaft selbst in Bedrängnis. Ein Rückpass geriet zu kurz, der Ball landete bei Moritz Instenberg und dieser nutzte die Möglichkeit zum 2:0 (52.).

Danach versuchten die Gäste das Spiel noch zu drehen. Aber die Abwehr der Magdeburger stand sicher. So versuchte sich Kreibich (60.) mit einem Distanzschuss. Die Magdeburger hatten ebenfalls Möglichkeiten, das Ergebnis noch höher zu gestalten. Eine Direktabnahme von Patrick Bartsch (63.) nach einer Köhne-Flanke ging am Tor vorbei. Kurz darauf dann die Entscheidung. Bei einem Freistoß von Bartsch stand Köhne völlig frei im Strafraum der Gäste und köpfte zum 3:0 ein (66.).

Eine Viertelstunde vor dem Ende bekam Haldensleben nach einem Foul an Krause einen Elfmeter zugesprochen. Diese Chance ließ sich Pientak nicht nehmen und verkürzte auf 3:1. Dieses sollte aber die letzte gefährliche Aktion für das Magdeburger Tor bleiben, denn bis zum Schlusspfiff ließ die gut stehende Abwehr um Christian Loth keine weiteren zu.

„Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe, wobei der HSC durch seine vielen Individualisten stets gefährlich war. Wir haben durch unsere mannschaftliche Geschlossenheit versucht, Fußball zu spielen, waren dabei aber in unseren Offensivaktionen zu leichtfertig. Ich muss meiner Mannschaft ein Lob aussprechen, denn gegen diese robuste und gut spielende Haldensleber Mannschaft hat sie ein ordentliches Spiel abgeliefert und verdient gewonnen“, war nach dem Spiel von FCM IITrainer Mario Middendorf zu erfahren.

13.März 2010

Babelsberg auswärts bärenstark
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Die Serie ist allemal beeindruckend: Seit dem 15. August 2009 (1:2 in Chemnitz) hat Regionalliga-Tabellenführer SV Babelsberg, morgen (13.30 Uhr) in der MDCC-Arena beim 1. FC Magdeburg zu Gast, kein Auswärtsspiel verloren. Mehr noch: Das 1:1 am vergangenen Dienstag bei TeBe Berlin war das erste Remis, zuvor gab es neun (!) Siege in Folge, darunter ein 6:1 beim Hamburger SV II, ein 3:0 in Meuselwitz und ein 1:0 beim HFC.

Hat da der Club, der einen klassischen Rückrunden-Fehlstart hinlegte, überhaupt eine Chance? Trainer Steffen Baumgart sagt ja. Voraussetzung ist allerdings eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber den letzten Partien.

Doch welche Elf soll dem Spitzenreiter, der in Daniel Frahn (17 Treffer) zudem den Top-Torjäger der Liga stellt, Paroli bieten? Baumgart hat seine Anfangsformation im Kopf, sich auf einigen Positionen aber noch nicht endgültig festgelegt.

Spannend dürfte es vor allem im Angriff werden, nachdem sowohl Radovan Vujanovic (13 Tore) als auch Lars Fuchs (11) gesperrt sind. „Was ich sagen kann, ist, dass Marko Verkic von Beginn an spielt“, verriet Baumgart. Neben Verkic könnte Deniz Siga stürmen oder aber der Trainer eine bewusst defensive Taktik mit nur einer Spitze wählen. Nicht bewährt hat sich die Variante mit Simon Tüting, der beim peinlichen 0:1 gegen Plauen als zweiter hängender Angreifer doch arg enttäuschte.

12.März 2010

Autor: Uwe Tiedemann
FCM will gegen Babelsberg Achtungszeichen setzen

Regionalliga-Tabellenführer in MDCC-Arena zu Gast / Baumgart: Kein Schicksalsspiel

Magdeburg. FCM kontra Babelsberg – noch vor ein paar Wochen wäre diese Paarung ein echtes Regionalliga-Spitzenspiel und die Hütte vermutlich rappelvoll gewesen. Doch nach dem Katastrophen-Start in die Rückrunde haben sich die Elbestädter vorzeitig aus dem Titelrennen verabschiedet. Für den Rest der Saison geht es daher nur noch um Schadensbegrenzung.

Mit einer guten Leistung kann der Club am Sonntag (13.30 Uhr, MDCC-Arena) aber zumindest wieder ein Achtungszeichen set zen. Das Wort Wiedergutmachung will Trainer Steffen Baumgart dagegen nicht hören: „Im Sport gibt es keine Wiedergutmachung, denn verschenkte Punkte sind weg und nicht wieder rückholbar.“

Auch die Diskussionen um seine Person ist der 38-Jährige leid: „Seit zwei Wochen geht das jetzt so. Es handelt sich aber doch nicht um mein Schicksalsspiel, sondern um ein Fußballspiel.“ Und weiter: „Ich habe einen schönen Job und möchte Trainer in Magdeburg bleiben. Wenn das hier aber nicht möglich sein sollte, dann eben woanders.“

Zur Erinnerung: Präsident Volker Rehboldt hatte nach der Pleitenserie eine „klare Reaktion“ der Mannschaft gefordert und bei weiteren Misserfolgen mit Konsequenzen gedroht. Nach dem ärgerlichen Spielausfall am vergangenen Sonntag in Wilhelmshaven fokussiert sich nun zwangsläufig alles auf die Partie gegen Babelsberg.

Baumgart hat vor dem Tabel lenführer eine Menge Respekt („Babelsberg spielt kompakt und diszipliniert, hat zudem starke Einzelkönner und auswärts nicht umsonst 28 Punkte geholt“), gibt sich dennoch kämpferisch: „Wir werden versuchen, die Partie mit aller Macht zu gewinnen.“

Personell hat sich die Situation ein wenig entspannt. Die bislang angeschlagenen Maximilian Watzka und René Gewelke stehen wieder zur Verfügung und sollen auch spielen. Der lange verletzte Silvio Bankert trainiert ebenfalls wieder mit, ein Einsatz am Sonntag ist aber noch nicht zu erwarten.



Club-Reserve freut sich auf Spiel gegen starke Ohrestädter
Von Roland Schulz


Am 23. Spieltag der Fußball-Verbandsliga empfängt die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg am Sonnabend ab 15 Uhr den Haldensleber SC an der MDCC-Arena. Dagegen muss der MSV 90 Preussen zur gleichen Zeit beim FC Grün-Weiß Piesteritz antreten.

Magdeburg. Die Haldensleber, die in der Rückrunde erst eine Begegnung ausgetragen haben, sind in der Winterpause noch einmal sehr aktiv gewesen und haben auf dem Transfermarkt nochmal kräftig zugeschlagen. So wechselten mit Felix Binsker und Oliver Grimm (beide VfB Germania Halberstadt) zwei Oberligaerfahrene Akteure an die Ohre. Mit Andrevason Mendes Goncalves und Steven Herold von den Ligakontrahenten 1. FC Lok Stendal und 1. FC Magdeburg II sowie Lars Hering von der SG Klinze/Ribbensdorf heuerten drei weitere technisch gut ausgebildete Kicker beim HSC an. Mit Marcel Helmecke, der zum SV Fortuna nach Magdeburg wechselte, hatte der HSC nur einen Abgang im Winter zu verzeichnen.

Gegen die mit zahlreichen ehemaligen FCM-Kickern bestückten Ohrestädter will der Tabellenführer aus Cracau die Spitzenposition in der Liga behaupten. „Das wird ein sehr interessantes Spiel werden“, freut sich auch FCM-II-Teammanager Lutz Pape auf die samstägliche Begegnung. Zumal die Magdeburger das Hinspiel mit 0:2 verloren und auf Wiedergutmachung aus sind.

Wer allerdings den Dress der Club-Reserve tragen wird, konnte Pape noch nicht sagen. „Die Situation hat sich gegenüber der vergangenen Woche nicht geändert. Wer wo aufläuft, entscheidet sich heute früh nach dem Abschlusstraining. Man kann aber davon ausgehen, dass wir eine spielstarke Mannschaft auf das Feld schicken werden.“

Die Sudenburger Preussen dagegen treten beim mit großen Zielstellungen in die Saison ge starteten FC Grün-Weiß Piesteritz an. Gegenwärtig hat die Elf von Trainer Dirk Hannemann sieben Punkte weniger auf dem Konto wie die Grün-Weißen. Allerdings haben diese schon drei Spiele mehr ausgetragen.

Dabei offenbarten die Piesteritzer eine gewisse Heimschwäche, unterlagen Sangerhausen mit 1:2, trennten sich von Ammendorf 0:0. Ein gutes Omen für die Preussen?

„Das sehe ich nicht so, zumal man keine Überkreuzvergleiche anstellen sollte“, sieht Hannemann die Situation. „Sicherlich hat Piesteritz einen kleinen Vorteil, weil es bereits ihr viertes Spiel in der Rückrunde ist. Doch unsere Jungs sind heiß, brennen nach drei Monaten Pflichtspielpause und einer nicht gerade berauschenden Vorbereitungsphase mit wenigen Testspielen auf die Begegnung in Piesteritz.

11.März 2010

Erste Vertragsverhandlungen für 2010/11 laufen
Von Uwe Tiedemann

Magdeburg. Der Rückrunden-Fehlstart des 1. FC Magdeburg (nur ein Punkt aus drei Spielen) hat zumindest den Vorteil, dass die Vereinsführung frühzeitig Planungssicherheit für die neue Fußball-Regionalliga-Saison 2010/11 besitzt. Da auch das Budget – der Etat dürfte um 500 000 Euro gekürzt werden und bei rund 2,3 Millionen Euro liegen – weitgehend feststeht, können die Verantwortlichen in konkrete Verhandlungen mit den Spielern eintreten. Genau das geschieht momentan.

Einen kompletten Neuaufbau soll es, wie Präsident Volker Rehboldt im Volksstimme-Interview kürzlich noch betont hatte, nicht geben, sondern ein bestimmter Spielerstamm gehalten und mit jüngeren Akteuren ergänzt werden.

Sportchef Michael Richter: „Die ersten Angebote unsererseits sind inzwischen rausgegangen. Allerdings gibt es noch keine konkreten Abschlüsse.“ Der 46- Jährige bestätigte, dass man „Säulen wie Daniel Bauer, Lars Fuchs oder auch Torhüter Matthias Tischer und jüngere Spieler wie Tobias Friebertshäuser oder René Gewelke halten möchte“. Richter weiter: „Hinzu kommen natürlich diejenigen, die noch vertraglich an uns gebunden sind. Dabei handelt es sich um Christian Beer, Marko Verkic, Radovan Vujanovic und auch Stephan Neumann, dessen Kontrakt sich nach 20 Einsätzen automatisch um eine weitere Saison verlängert hat.“

Zum künftigen Gehaltsgefüge wollte sich Richter nicht näher äußern, deutete aber zumindest an, dass auch hier gespart werden muss. Allerdings sollen die „Leistungsträger auch weiterhin leistungsgerecht bezahlt werden“.

Noch einfacher würden sich die Gespräche gestalten, wenn feststeht, wer künftig die sportliche Verantwortung mit der Mannschaft trägt (Richter: „Die Meinung des Trainers ist natürlich maßgebend“). Doch diesbezüglich hält sich die Clubführung noch alle Optionen offen.

10.März 2010

Dem 1. FC Magdeburg fehlen gegen Babelsberg Fuchs und Vujanovic
Nun müssen Siga und Verkic alles zeigen
Von Klaus Kahmann


Magdeburg. Die ausgefallene Regionalliga-Partie des 1. FC Magdeburg bei den abstiegsgefährdeten Wilhelmshavenern hat eine bittere Konsequenz: Ausgerechnet im Spitzenspiel am kommenden Sonntag gegen den Tabellenführer SV Babelsberg 03 fehlen Lars Fuchs, Christian Prest und Kapitän Radovan Vujanovic wegen ihrer Sperren.

„Egal, gegen wen wir spielen, für mich ist es immer ärgerlich, wenn ich wegen einer Sperre zuschauen muss“, meint Angreifer Lars Fuchs zu der recht komplizierten Situation. „Eigentlich müsste ich ja längst wieder dabei sein, aber durch die Spielausfälle zieht sich das Ganze so hin. Schlimm ist es für mich besonders, wenn man sieht, wie diese Sperre entstan den ist“, war von dem FCMTorjäger weiter zu hören.

„Es trifft uns natürlich besonders hart, dass ,Vujo‘ und ich gleichzeitig ausfallen. Aber da können Deniz und Marko (Siga und Verkic – d. Red.) alles zeigen, was sie können. Das sind junge Spieler, die zwar bisher wenig Einsatzzeiten hatten. Aber gegen eine Top-Mannschaft 90 Minuten spielen zu dürfen, sollte für beide eine große Herausforderung sein“, motiviert er seine Mitspieler im Angriff.

Schlimm ist, dass neben den drei gesperrten Stammspielern ja auch weitere Stützen des FCM verletzt ausfallen. „Aber wir haben einen recht großen Kader. Da sind genug Leute, die in die Bresche springen können“, sieht Fuchs seine Mannschaft gegen den Spitzenreiter keineswegs von vornherein auf verlorenem Posten. „Mit der richtigen Kulisse sollten wir das daheim trotzdem reißen können“, ist Fuchs optimistisch.

Ähnlich denkt Christian Prest: „Wir müssen als Mannschaft kompakt stehen, dann haben wir auch unsere Chance.“ Gefragt, wer denn seinen Posten einnehmen wird, meinte der „Lange“: „Da wird der Trainer schon die richtigen Schlüsse ziehen und die richtige Entscheidung treffen. Da bin ich mir ganz sicher.“ Auch Prest hatte gehofft, mit dem Wilhelms-havenspiel seine Strafe „Abzusitzen“. Wie es nun gekommen ist, ist nicht schön, aber da müssen wir durch“, so Prest weiter.

9.März 2010

Autor: Uwe Tiedemann
FCM steht vor zahlreichen „englischen Wochen“

Fußball-Landespokaltermine neu angesetzt

Magdeburg. Die Terminnot macht auch vor Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg keinen Bogen und „englische Wochen“ in nächster Zeit unvermeidbar. Vor allem im Landespokal hinkt der Club hinterher.

Das mehrfach ausgefallene Achtelfinale bei GW Wolfen hat der Fußball-Landesverband (FSA) nun vorläufig auf den 7. April neu angesetzt. Sollte der FCM gewinnen, muss er eine Woche später im Viertelfinale bei Union Sandersdorf antreten und im Erfolgsfall wiederum nur einen Mittwoch darauf im Halbfinale ran.

Nach dem peinlichen Rückrunden-Fehlstart in der Regionalliga und dem vorzeitigen Aus im Titelkampf gilt das Hauptaugenmerk voll und ganz diesem Wettbewerb. „Um die Saison noch einigermaßen zu retten, muss jetzt der Pokal her“, nimmt Präsident Volker Rehboldt die Spieler in die Pflicht, wohl wissend, dass mit dem HFC und Germania Halberstadt noch zwei Topteams im Rennen sind.

Die Terminhatz bezeichnete FSA-Pokalspielleiter Klaus Ebeling zwar als unangenehm, aber lösbar: „Wir hatten im Jahr 2002 nach der großen Flut mit knapp 300 Nachholspielen eine ähnliche Situation. Was in dieser Saison erschwerend hinzukommt, ist jedoch die Tatsache, dass es in Regional- und Oberliga die gleichen Probleme gibt und dies natürlich auf die Verbände voll durchschlägt.“

Das ausgefallene Auswärtsspiel des FCM in Wilhelmshaven muss ebenfalls unter der Woche nachgeholt werden. Wann, ist noch offen. Der Club favorisiert den 31. März.

Landespokal-Achtelfinale: GW Wolfen – FCM 07.04. (17.30) Eintr. Elster – HFC 14.03. (14.00)
Viertelfinale: Sandersdorf – Wolfen/FCM 14.04. (18.00) Elster/HFC – BSV Ammend. 05.04. (14.00) Lok Stendal – VfL Halle 05.04. (14.00) Rom. Amsdorf – G. Halberst. 05.04. (14.00)
Halbfinale: Mittwoch, 21. April
Finale: Sonntag, 16. Mai

8.März 2010

Auswärtspartie des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg kurzfristig abgesagt
Spielausfall in Wilhelmshaven sorgt auf beiden Seiten für reichlich Ärger
Von Uwe Tiedemann


Es scheint, als bliebe dem kriselnden Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg derzeit nichts erspart: Das Auswärtsspiel beim Tabellenvorletzten SV Wilhelmshaven wurde gestern vormittag vom Unparteiischen kurzfristig abgesagt. Sportchef Michael Richter sprach von einem „äußerst ärgerlichen Vorfall“.

Wilhelmshaven/Magdeburg.

Der FCM-Tross hatte sich am Samstag mit einem mulmigen Gefühl auf den Weg nach Wilhelmshaven gemacht. Richter, in Oldenburg wohnhaft und daher mit den Gegebenheiten bestens vertraut, sagte: „Im Norden waren sämtliche Spiele abgesagt worden, nur in Wilhelmshaven nicht. Wir hatten den Eindruck, dass sie die Partie unbedingt durchziehen wollten, auch aufgrund unserer akuten Personalprobleme.“

Doch daraus wurde nichts. Schiedsrichter Waschitzki (Essen) begründete sein „Nein“ bei der Platzbegehung am gestrigen Vormittag mit einer gefrorenen Schneedecke, die auch bis zum Nachmittag nicht ausreichend abgetaut wäre und somit zu einer zu großen Verletzungsgefahr geführt hätte. Dieser Argumentation konnte Richter durchaus folgen („Der Untergrund wäre hart geblieben“); er bemängelte allerdings „fehlendes Augenmaß“ im Vorfeld: „Die Chancen, dass überhaupt gespielt werden kann, waren von Beginn an sehr gering. Man hätte die Partie schon am Samstag absagen sollen. Denn auch der Sicherheitsaspekt ist ja nicht von der Hand zu weisen. Man hat uns bei teilweise dramatischer Eisglätte Richtung Wilhelmshaven fahren lassen. Das alles wäre vermeidbar gewesen.“

Den finanziellen Schaden mit Transport- und Übernachtungskosten bezifferte der Sportchef auf rund 4000 Euro.

Doch auch Gastgeber Wilhelmshaven war sauer: „Aus unserer Sicht hätte gespielt werden können. Der Schnee war nicht gefroren, allenfalls verharscht. Wir hatten uns im Vorfeld alle Mühe gegeben, auch die Tribünen geräumt. Jetzt ist alles umsonst“, klagte Wilhelmshavens Geschäftsstellenleiter Bernd Kirchner.

Lachender Dritter bei dem Hin und Her dürfte der SV Babelsberg gewesen sein, denn der gestrige Ausfall bedeutet für den FCM, dass die gesperrten Christian Prest, Lars Fuchs und Radovan Vujanovic nun kommenden Sonntag gegen den Spitzenreiter fehlen.

Ganz so negativ sieht es Richter allerdings nicht: „Einerseits ist es natürlich bitter, dass uns die drei nicht zur Verfügung stehen. Andererseits haben wir jetzt eine Woche mehr Zeit und können darauf hoffen, dass die angeschlagenen Maximilian Watzka, René Gewelke und Andreas Gaebler ihre Verletzungen auskuriert haben.“

Gestern nachmittag kehrte der FCM nach rund fünfstündiger Busfahrt nach Magdeburg zurück und absolvierte anschließend noch eine Trainingseinheit. Wann das Spiel in Wilhelmshaven nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

6.März 2010

Wolfgang Steinbach sieht für FCM schwarz / Mit Wilhelmshaven morgen nur Außenseiter
„Auf ewige Zeiten aus großem Geschäft raus“

Von Hans-Joachim Malli
Wilhelmshaven/Magdeburg.

Spiel eins nach der vernichtenden Zwischenbilanz angesichts des total verpatzten Rückrundenstarts bestreitet Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg am morgigen Sonntag (13.30 Uhr/Jadestadion) beim Tabellenvorletzten SV Wilhelmshaven. Während es für die Elbestädter bereits das vierte Punktspiel nach der Winterpause ist, dürfen die vom früheren Magdeburger Wolfgang „Maxe“ Steinbach trainierten Jadestädter das erste Mal im neuen Jahr ran.

„Ich bin froh, dass das Spiel überhaupt stattfinden soll, denn wir waren im Winter zwar zweimal zum Trainingslager in der Türkei, konnten zu Hause aber bis zum vergangenen Wochenende nicht einmal auf den Platz, weil noch zehn Zentimeter Schnee la gen“, beschreibt Steinbach die „unglaubliche“ Rückrundenvorbereitung der Norddeutschen. Die stehen als Tabellensiebzehnter tief im Abstiegs kampf und verstehen sich laut Trainer eigentlich als besserer Oberligist. „Wir haben eine junge, neuformierte Mannschaft, sind am Sonntag Außenseiter, auch wenn wir Heimrecht genießen. Bei allen Problemen – Magdeburg hat doch ganz andere Ambitionen als wir“, so der 55-Jährige.

An das Hinspiel und die 2:5-Niederlage in der MDCC-Arena erinnert sich das frühere FCM-Idol (28 A-Länderspiele, 337 DDR-Oberligaeinsätze/75 Tore) nur ungern: „Das war eine bittere Niederlage. Klar hatte der FCM den Sieg verdient, aber nicht unbedingt in dieser Höhe, weil doch einige umstrittene Szenen dabei waren. Aber das ist alles Schnee von gestern.“

Genauso wie die Trainerambitionen („Nach Magdeburg würde ich sogar zu Fuß zurückkommen“) des von den Fans zum „beliebtesten FCMSpieler aller Zeiten“ gewählten Steinbach beim Club. „Die Frage steht nicht mehr, weil ich auch gar keine Ansprechpartner mehr habe. Bis auf Martin Hoffmann sind alle früheren Mitspieler weg. Es scheint ja auch nicht gewünscht, solche Leute wie Streich, Seguin oder Zapf zu integrieren“, macht sich Steinbach Gedanken um seinen früheren Stammverein.

Obwohl das frühere Mittelfeld-Ass seit Anfang der 1990er Jahre in Norddeutschland lebt und arbeitet und in Bad Neuenahr ein Haus gebaut hat, schlägt sein Herz immer noch blau-weiß. Deshalb schmerzt „Maxe“ auch die aktuelle Entwicklung an der Elbe: „Magdeburg und der FCM sind nicht mehr mit dem zu vergleichen, was zu meiner Zeit war. In den letzten 20 Jahren wurde mehr oder weniger krampfhaft versucht, etwas aufzubauen. Leider ist der Club auf ewige Zeiten aus dem großen Geschäft heraus.“

Als Aufbauhelfer will sich der Trainer mit seinem SV Wilhelmshaven morgen allerdings nicht für den FCM betätigen, macht aber bezüglich des im vergangenen Sommer von der Jade an die Elbe gewechselten Andreas Gaebler, der beim FCM nur in der zweiten Reihe steht, deutlich: „Den würde ich sofort zurücknehmen, hier wäre er Stammspieler.“

5.März 2010

Volksstimme vom 05.03.2010
Autor: Uwe Tiedemann

Schlägt Sonntag die Stunde der „jungen Wilden“?

1. FC Magdeburg stark ersatzgeschwächt nach Wilhelmshaven / Derby gegen HFC am 28. März

Magdeburg. Der Aufstieg ist zwar kein Thema mehr, das Interesse am kriselnden Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg aber weiter ungebrochen. Wie, so fragt sich die Fangemeinde, verkauft sich der Club am Sonntag (13.30 Uhr) in Wilhelmshaven? Zumal zahlreiche Stammspieler fehlen.

Silvio Bankert, Daniel Bauer und Denis Wolf sind verletzt, Marcel Probst, Rene Gewelke, Maximilian Watzka und An dreas Gaebler angeschlagen, Christian Prest, Lars Fuchs und Radovan Vujanovic gesperrt. Schlägt damit die Stunde der „jungen Wilden“? Auf alle Fälle dürfen sich Talente wie Moritz Instenberg, Patrick Bartsch, Christian Loth, Fabian Jahnel oder Philipp Glage, die in dieser Woche bei der „Ersten“ mittrainiert haben, berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz im hohen Norden machen.

Trainer Steffen Baumgart spricht von einer schwierigen Situation, klagt aber nicht und tritt möglicherweise sogar die Flucht nach vorn an. Auf die Frage, ob seine Elf mit ein oder zwei Spitzen agieren werde, antwortete der Coach: „Eventuell sogar mit drei, wenn wir mit einem 4-3-3-System spielen.“ Vier Stürmer stehen zur Auswahl: Deniz Siga, Marko Verkic, Daniel Ujazdowski und Glage.

Kaum verzichten kann Baumgart auf Neuzugang Hendrik Großöhmichen, „obwohl“, so der Coach, „ihm natürlich noch die Spielpraxis fehlt“.

Was die Ausgangsposition anbetrifft, hat Baumgart klare Vorstellungen: „Das wird ein Kampfspiel, noch dazu auf tiefem Boden. Wilhelmshaven steht mit dem Rücken zur Wand und wird bedingungslos fighten. Wenn wir nicht von Beginn an voll dagegenhalten, gibt‘s die nächste böse Überraschung.“

Übrigens: Der DFB hat die nächsten Spiele fest terminiert. Der FCM gastiert am 24. März (16 Uhr) beim HSV II, erwartet am 28. März (14 Uhr) den HFC zum Landesderby und reist am 4. April (14 Uhr) nach Goslar.

4.März 2010

Volksstimme-Interview mit FCM-Präsident Volker Rehboldt:
„Kern allen Übels: Team hat als Einheit nicht funktioniert“


Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg steckt in der Krise. Der Aufstieg ist schon jetzt abgehakt, der Zwei-Jahresplan kläglich gescheitert. Präsident Volker Rehboldt (41) stand den Volksstimme-Redakteuren Rudi Bartlitz und Uwe Tiedemann Rede und Antwort.

Volksstimme: Es gibt derzeit in und um Magdeburg fast nur ein beherrschendes Thema, das ist die Krise des FCM. Für Sie so etwas wie ein Spießrutenlaufen?

Volker Rehboldt: Nicht nur für mich, für alle Beteiligten. Unsere Rechnung, innerhalb von zwei Jahren mit einer relativ routinierten und nicht ganz billigen Mannschaft aufzusteigen, ist nicht aufgegangen. Das muss man offen einräumen. Jetzt kann die Zielstellung nur lauten: Landespokalsieg und den Rest der Saison einigermaßen vernünftig über die Runden zu bringen, um nicht nachhaltig Sponsoren und Fans zu vergrätzen.

„Parallelen zur Vorsaison irritieren“

Volksstimme: Wo sehen Sie die Hauptursachen für den Misserfolg? Rehboldt: Wir haben es mit zwei höchst unterschiedlichen Trainern versucht. Mit Paul Linz als routinierten, erfahrenen Coach und mit Steffen Baumgart als jungen, heißen Mann. Beide haben es nicht geschafft. Die Mannschaft hat als Einheit, als Kollektiv nicht funktioniert. Das ist der Kern allen Übels.

Volksstimme: Ist der FCM also untrainierbar? Rehboldt: Soweit würde ich nicht gehen.

Volksstimme: Parallelen zur Vorsaison, als es nach der Winterpause ebenfalls einen Einbruch gab, sind unverkennbar.

Rehboldt: Genau das ist es, was auch uns irritiert. Die Symptome sind in der Tat die gleichen.

Volksstimme: Es gäbe die Möglichkeit, sich von fast allen Spielern zu trennen, denn bis auf Beer und Verkic laufen alle Verträge zum 30. Juni aus.

Rehboldt: Wir wollen keinen totalen Umbruch, sondern aus einem Gerüst eine neue Mannschaft zusammenstellen, die in der Lage ist, die Schwäche der fehlenden Einheit zu überwinden. Eigentlich hatten wir geglaubt, bereits im vergangenen Sommer Unwuchten beseitigt zu haben. Wir müssen aber konstatieren, dass wir zwar ganz gute Einzelspieler, aber keine entsprechende Mannschaft haben.

Volksstimme: Ein Team, das in der neuen Saison wohl kaum um den Aufstieg mitspielen kann, oder?

Rehboldt: Die Ausgangsposition ändert sich in der Tat. Wir waren jetzt zweimal in Folge der klare Favorit. Diese Rolle bleibt uns künftig erspart.

Volksstimme: Bedeutet das gleichzeitig, dass der Etat, der für das laufende Spieljahr 2,75 Millionen Euro beträgt, deutlich zurückgefahren wird?

Rehboldt: Genaue Zahlen gibt es erst auf der Mitgliederversammlung am 18. März. Aber es ist davon auszugehen, dass wir mit rund 500 000 Euro weniger kalkulieren.

Volksstimme: Auch bei den Zuschauerzahlen wird man Abstriche machen müssen.

Rehboldt: Wie bisher geplant 8 000 im Schnitt sind unrealistisch. Der neue Wert bewegt sich um die 5 000.

Volksstimme: Und wie könnte das Saisonziel aussehen?

Rehboldt: Wir wollen eine Mannschaft aufbauen, die sich im ersten Jahr im oberen Tabellendrittel platziert und dann im zweiten in der Lage ist, wieder um den Aufstieg mitzuspielen. Wenn ich von einem jungen Team rede, meine ich damit nicht lauter 17-und 18-Jährige aus den eigenen Reihen, sondern auch talentierte Spieler aus der Region.

Volksstimme: Das klingt alles schon recht konkret ...

Rehboldt: Wir haben uns innerhalb der Führungsgremien bereits abgestimmt. Der Weg ist alternativlos.

„Wettrüsten würde den Club ruinieren“

Volksstimme: Einer der Kernvorwürfe gegenüber dem Präsidium lautet immer wieder, man sei zu risikoscheu.

Rehboldt: Das ist mir bekannt. Aber es gibt nun einmal keine großen Sponsoren, die das Füllhorn über uns ausschütten. Wobei es weitaus hätte schlimmer kommen können. Die Wirtschaftskrise ist an uns quasi vorbeigegangen. Aber es wäre ein absoluter Irrweg, wenn wir Kredite aufgenommen hätten. Ein Wettrüsten beispielsweise mit RB Leipzig würde den Verein ruinieren.

Volksstimme: Wie groß ist die Gefahr, dass angesichts der gegenwärtigen Situation demnächst Geldgeber abspringen?

Rehboldt: Signale, dass wir wichtige Sponsoren verlieren, haben wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht empfangen. Ich denke, unsere Unterstützer erwarten gerade in der jetzigen schwierigen Phase ein deutliches Bekenntnis zur wirtschaftlichen Stabilität und eine klare Strategie, wie es weitergehen soll.

Volksstimme: Dennoch sind Unmutsäußerungen und Rücktrittsforderungen unter den Anhängern und Sponsoren inzwischen unüberhörbar.

Rehboldt: Ich habe in letzter Zeit eine Menge E-Mails mit dem Inhalt erhalten, unter denen auch einige deutliche Rücktrittsforderungen waren. Andere haben uns ermutigt, den Weg weiterzugehen. Letztlich geht es aber nicht um Personen, weder um mich noch um Spieler oder Trainer, sondern den Verein. Insoweit ist jeder Einzelne ersetzbar. Kommt jemand, der ein klares und schlüssiges Konzept vorlegt, werden wir uns dem nicht verschließen. Wir alle stimmen aber auch darin überein, dass sich niemand aus seiner Verantwortung stehlen wird.

Volksstimme: Das bedeutet, der Präsident ist nicht amtsmüde.

Rehboldt: Richtig. Wenngleich ich nicht verhehlen möchte, dass ich inzwischen die Nase voll habe, mich ständig vor diese Mannschaft zu stellen, sie aber nicht zeigt, was sie kann. Das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen ist unausgewogen.

Volksstimme: Haben Sie sich selber auch etwas vorzuwerfen? Rehboldt: Klar habe ich das. Aus heutiger Sicht würde ich einige Personalentscheidungen – Namen möchte ich hier nicht nennen – anders treffen. Insoweit schiebe ich meine Verantwortung nicht weg.

Volksstimme: Verantwortung trägt auch immer der Trainer. Wie bewerten Sie die Arbeit von Steffen Baumgart?

Rehboldt: Er ist ein unheimlich akribischer und analytischer Trainer, der aber vielleicht das Problem hat, dass er in seinem ersten Jahr für einen Verein verantwortlich ist, für den er zuvor noch gespielt hat.

Volksstimme: Sie haben anklingen lassen, dass es bei einer weiteren enttäuschenden Vorstellung am Sonntag in Wilhelmshaven sogar zur vorzeitigen Trennung kommen könnte.

Rehboldt: In der Tat könnte es passieren, dass gewisse Schritte vorgezogen werden. Das betrifft aber nicht nur den Trainer, sondern auch die Spieler, von denen sich vielleicht der eine oder andere den Rest der Saison aus luftiger Perspektive von Block 22 anschauen kann.

Volksstimme: Was spricht für, was gegen Baumgart?

Rehboldt: Es gibt an seiner Trainingsattraktivität und -intensität nichts auszusetzen. Im Fußball spielt aber auch Psychologie immer eine besondere Rolle. Wir brauchen einen passenden Trainer, der in der Lage ist, eine Mannschaft aufzubauen und zu entwickeln. Da ist Steffen Baumgart aus heutiger Sicht unser erster Ansprechpartner für die neue Saison. Ich sage aber auch: Wir sind dabei, den Markt zu beobachten und zu sondieren.

Volksstimme: Können Sie Namen nennen?

Rehboldt: Könnte ich, tue ich aber nicht. Die Namen jedenfalls, die gegenwärtig öffentlich diskutiert werden, sind nicht dabei.

„Um die Lizenz sieht

es sehr gut aus“

Volksstimme: Stichwort neue Saison: Wie ist es um die Lizenz für 2010/11 bestellt?

Rehboldt: Da sieht es sehr gut aus. Der Antrag lag beim DFB überpünktlich vor, zuvor hat uns der Wirtschaftsprüfer sowohl für die vierte als auch dritte Liga ein uneingeschränktes Testat ausgestellt. Es wird keine tiefgreifenden Probleme geben.

Volksstimme: Das bedeutet, der FCM ist trotz der sportlichen Pleite im Soll?

Rehboldt: Ohne genaue Zahlen vorwegzunehmen, die wir im Rahmen der Mitgliederversammlung präsentieren werden: Der FCM wird über die Spielzeiten 2008/2009 und 2009/2010 in der Summe einen Gewinn ausweisen. Dies war allerdings aufgrund der sportlichen Situation nur im engen Zusammenwirken mit dem Aufsichtsrat und unter Mithilfe einiger Sponsoren möglich. Hier haben wenige Partner sehr viel geleistet. Letztlich hat sich damit die Gremienstruktur bewährt. Ohne dieses Zusammenwirken wären wir in deutlich größere Probleme gekommen. Und noch etwas: Wir haben die Gehälter stets pünktlich gezahlt.

Volksstimme: Wie hoch ist der Gewinn für 08/09 und 09/10?

Rehboldt: Konkrete Zahlen nenne ich erst auf der Mitgliederversammlung.

Volksstimme: Bei der es turbulent zugehen könnte ...

Rehboldt: Darauf stellen wir uns ein. Es wird zu Recht intensive Nachfragen und kritische Diskussionen geben und Tacheles geredet – aber ich erwarte nicht, dass an diesem Abend das Faustrecht regiert. Und ich werde ganz bestimmt auch nicht krankheitsbedingt fehlen ...

3.März 2010

1. FC Magdeburg: Auswärtspartie am Sonntag in Wilhelmshaven scheint nicht gefährdet

Baumgart stellt sich auch in der Krise vor seine Spieler
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Nur ein Punkt aus den ersten drei Spielen nach der Winterpause, das damit verbundene vorzeitige Aus im Aufstiegsrennen und jede Menge Kritik – Steffen Baumgart, Trainer des arg gebeutelten Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, ist in diesen Tagen und Wochen nicht zu beneiden. Doch der 38-Jährige verkriecht sich nicht etwa im stillen Kämmerlein, spielt auch nicht die beleidigte Leberwurst oder prügelt auf seine Mannschaft ein, sondern stellt sich der Verantwortung.

„Es ist zweifellos eine schwierige Situation, in die wir uns aber selber hineinmanövriert haben. Im Fußball kann so etwas immer passieren. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht“, sagt Baumgart und erinnert daran, „dass er nichts Unmögliches von seinen Spielern verlangt, sondern nur das, was sie bereits gezeigt haben“.

Doch grundlegende Tugenden wie Einsatzwillen, Aggressivität und Laufbereitschaft ließen zuletzt mehr als zu wünschen übrig, die grottenschlechten Leistungen gegen Türkiyemspor (1:1), Hansa Rostock II und VFC Plauen (jeweils 0:1) sorgten für blankes Entsetzen und Rätselraten, wie ein solch krasser Abfall nach der ordentlich verlaufenen Vorberei tung zu erklären ist. Baumgart glaubt an ein „Kopfproblem“. Der Coach: „Die Mannschaft hat sich von negativen Dingen zu sehr beeinflussen lassen. Außerdem sieht man deutlich, wenn Spieler wie Bankert oder Bauer fehlen, die die Arbeit auf dem Platz verrichten und auch charakterlich wichtig sind.“

Dass Baumgart mittlerweile selber in der Schusslinie steht, hält er bei diesen Ergebnissen nicht für ungewöhnlich: „Dass ich in einer solchen Situation hinterfragt werde, ist normal.“ Er betont jedoch: „Mit der Trainerfrage beschäftige ich mich dennoch nicht. Wenn ich daran denken würde, was nach einer möglichen Niederlage am Sonntag in Wilhelmshaven am nächsten Tag passieren könnte, hätte ich schon verloren. Was ich tun kann, ist konzentriert und professionell meinen Job zu machen und die Mannschaft entsprechend vorzubereiten.“

Auch in der bislang größten Krise stellt sich der Trainer vor sein Team und es keineswegs an den Pranger: „Es wird von mir keine öffentliche Kritik geben. Das sind meine Jungs, mit denen ich täglich zusammenarbeite, ich habe Vertrauen in sie.“ Er sagt aber gleichzeitig: „Ich hoffe natürlich, dass sie sich jetzt auch für den Trainer ein bisschen den A ... aufreißen.“

Baumgart geht fest davon aus, dass am Sonntag gespielt wird: „Derart geschwächt ist der FCM so schnell nicht wieder. An Wilhelmshavener Stelle würde ich alles daransetzen, die Partie durchzuführen.“ Danach sieht es auch aus. Auf Nachfrage erklärte Bernd Kirchner von SV Wilhelmshaven: „Der Platz ist gewalzt und trocken. Zu 99,9 % findet das Spiel statt.“