März 2009

31.März 2009

Gestern Abend Sitzung nach 0:3-Niederlage gegen Wolfsburg II / Stellungnahme angekündigt
FCM-Pannen: Klärt Präsidium heute die Trainerfrage?

Nach der 0:3-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg II ist beim 1. FC Magdeburg das Präsidium gefragt. Die Crew um FCMPräsident Volker Rehboldt tagte gestern Abend planmäßig, war aber zunächst zu keiner
Stellungnahme bereit.
Magdeburg (kk). „Kein Statement vor Dienstag“, meinte gestern Rehboldt auf die Frage, wann man mit einer Entscheidung des Präsidiums rechnen könne. Heißt das, Trainer Linz muss dann gehen? FCM-Aufsichtsratschef Rüdiger Koch äußerte gegenüber der Volksstimme, dass er vom Präsidium eine Weichenstellung für die Zukunft erwarte. „Der Präsident hat mich am Sonntag in dieser Sache nach meiner Meinung gefragt. Ich hab’ sie ihm gesagt. Verstehen Sie bitte, dass ich mich hier nicht weiter äußern will, denn das ist Sache des Präsidiums.“
Obwohl Paul Linz – hat Vertrag bis 2010 – noch im Amt ist, wird über seine Nachfolge spekuliert. Die beiden ehemaligen FCMSpieler Heiko Bonan und Steffen Baumgart wurden als „heiße Kandidaten“ gehandelt. Beide erklärten allerdings, dass noch niemand vom FCM mit ihnen Kontakt aufgenommen habe. Auch bei den Spielern steht die Trainerfrage jetzt vornan. Sie setzen größtenteils darauf, dass Linz weiterhin ihr Coach bleibt.Ausführliche Berichte zum Thema im Innenteil.


Noch ist Paul Linz Trainer beim 1. FC Magdeburg, doch schon wird spekuliert
Gerüchteküche: Kommt Bonan oder gar Baumgart?
Von Klaus Kahmann

Das Präsidium des 1. FC Magdeburg saß am Sonntag nach der 0:3-Pleite des Regionalliga-Teams gegen den VfL Wolfsburg im Stadion noch beisammen, da f ng die Gerüchte-Küche schon an zu kochen. Spekulationen über einen neuen FCM-Trainer sprossen wie Frühlingsblumen aus dem Boden.
Magdeburg. Noch am Sonntag wurde Ex-FCM-Spieler Heiko Bonan als erster Trainer-Kandidat gehandelt. Gestern brachten dann Eingeweihte Steffen Baumgart ins Gespräch. Der ehemalige Erstligaspieler Baumgart hatte die vorhergehende Saison beim 1. FC Magdeburg gespielt. Er erhielt aber keinen neuen Vertrag.
Baumgart meinte gestern Mittag lakonisch: „Bis jetzt ist ja wohl Paul Linz noch Trainer, in Magdeburg, und mit mir hat noch niemand vom 1. FC Magdeburg darüber geredet.“ Darauf angesprochen, dass am Abend das FCM-Präsidium tage, meinte der Fußballer: „Wie ich den 1. FC Magdeburg kenne, erledigt er erst einmal das eine und dann das andere. Kann sein, dass man nach den Entscheidungen vom Montag am Dienstag dann Kontakt mit mir aufnimmt, vielleicht aber auch früher, vielleicht auch gar nicht“, legte sich Baumgart vorsichtshalber nicht fest.
Der Mann fürs defensive Mittelfeld wäre ja auch so ganz gern noch länger beim FCM geblieben. Offensichtlich war er aber für den Club zu teuer und auch sonst hatte man keinen Platz für den Mann aus dem Brandenburgischen.
Und Heiko Bonan? „Mit mir hat bis heute noch niemand vom 1. FC Magdeburg gesprochen“, erklärte gestern auch der ehemalige Mittelfeldspieler der Elbestädter, der derzeit Trainer beim Frauen-Zweitligisten FC Gütersloh ist.
P.S. Weil bei beiden Kandidaten der Gerüchteküche der Familienname mit B anfängt, hätte die Volksstimme auch noch einen Vorschlag mit B zu unterbreiten: Wie wäre es mit dem ehemaligen tschechischen Nationaltrainer Karel Brückner, zuletzt Chefcoach der österreichischen Nationalelf? Der ist zwar inzwischen 78 Jahre alt, solll aber immerhin zur Zeit frei sein.
Man wird doch mal fragen dürfen? Meinung

Stimmen nach der 0:3-Niederlage des 1. FCM gegen VfL Wolfsburg II
Trümper: Trotzdem die Flinte nicht ins Korn werfen
Von Klaus Kahmann



Magdeburg. Was ist nur mit der Regionalliga-Mannschaft des 1. FC Magdeburg los? Vor der Winterpause hatte die Truppe nach drei Niederlagen eine tolle Aufholjagd mit 16 Spielen ohne Niederlage hingelegt. Dabei fuhr die Mannschaft von FCM-Trainer Paul Linz 37 von 48 möglichen Zählern ein. Bei den Fans keimten Hoffnungen, doch die zerstoben nach den Rückrunden-Niederlagen gegen Kiel, Halle, Hertha BSC II und nun auch gegen den VfL Wolfsburg II. Die Fans fragen sich, wie konnte das nur passieren? Wo ist unser FCM der Vorwinterpause geblieben?
Diese Frage stellte sich nach der sonntäglichen 0:3-Niederlage auch Magdeburgs Oberbürgermeister und ehemaliger FCM-Präsident Lutz Trümper: „Es ist mir schleierhaft, wie vor allem seit der unglücklichen 0:1-Niederlage beim Halleschen FC der Faden bei der Mannschaft gerissen ist. Sicher war es Sonntag unglücklich, dass die Mannschaft schon nach gut zehn Minuten dezimiert war. Aber ich konnte auch schon da im Aufbau kein Spielsystem erkennen. Die Bälle wurden nur nach vorn geschlagen, mit der Hoffnung, dass der Zufall sie bei einem Braham oder Vujanovic landen. Da kam kein Spiel aus dem Mittelfeld, kam nichts über die Außenpositionen. Das, was man Fußball spielen nennt, war nicht erkennbar“, so die herbe Kritik Trümpers, der aber zugleich sagt: Das heißt jetzt aber nicht, die Flinte ins Korn werfen. Die Mannschaft muss sehen, wie sie da wieder herauskommt. Und wenn das Ziel nicht erreicht wird, muss man es erneut ansteuern.“
Ähnlich sieht es FCM-Legende Wolfgang „Paule“ Seguin. „Ich bin ja von Hause aus Optimist und hoffe für gewöhnlich auch noch nach Niederlagen. Aber bei drei Mannschaften vor uns und zehn Punkten zum Spitzenreiter ist es wohl vorbei. Das war ja am Sonntag zum Teil Arbeitsverweigerung.
Wenn ich da als Mittelfeldspieler dabei gewesen wäre, hätte ich jetzt vermutlich Halsverrenkungen. Denn der Ball wäre ja dauernd über mich hinweggef ogen. Ein richtiges Mittelfeldspiel hat es doch da nicht gegeben. Jetzt muss wirklich etwas passieren. Aber was? Der Trainer hat bis 2010 unterschrieben. Und ob wir uns das fnanziell leisten können?“, meinte „Paule“ und ergänzte: „Wenn das so weitergeht, muss man sich auch Sorgen um die Zuschauer machen. Die haben ja Sonntag trotz allem hinter unserem Team gestanden. Wenn die Leistungen aber nicht besser werden, bleibt sicher irgendwann dieses treue Publikum weg. Und das sind ja auch f nanzielle Verluste.“
Rüdiger Koch, der Vorsitzende des FCM-Aufsichtsrates, sieht das FCM-Präsidium jetzt in der Verantwortung: „Der Präsident, Herr Rehboldt, hat nach dem Spiel mit mir gesprochen, meine Meinung eingeholt. Das war vertraulich, darum möchte ich hier nicht darüber plaudern. Aber eins ist klar, wir haben am Sonntag eine Mannschaft gesehen, die mit ihrer Spielanlage nicht überzeugen konnte. Jetzt ist der Aufstieg weitestgehend unrealistisch. Nun muss das Präsidium die Weichen für die Zukunft stellen“, so Koch.

30.März 2009

Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg unterliegt daheim VfL Wolfsburg II mit 0:3 (0:2)
Enttäuschung pur – FCM so nicht reif für dritte Liga
Von Klaus Kahmann

Das war Enttäuschung pur für die 5825 Zuschauer im neuen Magdeburger Stadion. Ein 1. FC Magdeburg, der in dieser Form nicht reif ist für die dritte Liga, unterlag gestern dem VfL Wolfsburg II mit 0:3 (0:2) und liegt damit schon zehn Zähler hinter Spitzenreiter Holstein Kiel auf Rang vier der Regionalliga-Tabelle.
Magdeburg. „Blöder hätt‘s nicht laufen können, mit dem Elfmeter gleich in der Anfangsphase“, kommentierte FCM-Trainer Paul Linz den Beginn der Partie, in der die Gäste weitaus ideenreicher ihr Spiel nach vorn aufzogen. FCMDeckungsspieler Silvio Bankert hatte Wolfsburgs Mike Könnecke im Strafraum von hinten gestoppt. Schiedsrichter Markus Wingenbach (Altendiez) meinte „elfmeterreif“ und zeigte Bankert zudem Rot wegen einer „Notbremse“. „Nach meinem Empfnden habe ich erst den Ball und dann den Spieler getroffen. Deshalb war die Rote Karte besonders hart für mich“, sah Bankert selbst diese Situation. Den fälligen Strafstoß verwandelte Philipp Kreuels sicher.
Auf zehn Mann dezimiert, kämpfte der FCM zwar aufopferungsvoll, bestimmte auch zeitweise die Begegnung, aber der Gast setzte das klügere Zusammenspiel, die sichereren Pässe dagegen und kam noch vor dem Pausenpfff durch Michael Schulze zum 2:0 (31.). Mit dem 3:0 (79.) für die Wolfsburger durch Dennis Riemer war die Partie endgültig zugunsten des spielerisch besseren Teams gelaufen.
Nach dieser erneuten Niederlage brennt beim Club die Hütte. Doch noch hält man sich in der „oberen Etage“ bedeckt. Das Präsidium saß zwar anschließend im Stadion zusammen. Aber weder Präsident Volker Rehboldt noch ein anderer Präsidiums-Vertreter trat vor die Medien. Man ließ über eine Mitarbeiterin übermitteln, dass noch keine Entscheidung getroffen werde und dass das Präsidium damit den Medien nichts mitzuteilen habe. Am heutigen Montag soll es nun weitere Beratungen geben. Gestern Abend sickerte dann durch: Heute Abend ist planmäßig Präsidiumssitzung und morgen fällt eine Entscheidung über die Zukunft des Trainers.
Natürlich kocht bereits die Gerüchteküche. Ein Name, der hoch gehandelt wird: Ex-FCM-Kicker Heiko Bonan. Als Trainer wurde er im März 2008 bei RW Essen entlassen. Derzeit coacht er die Frauen des FC Gütersloh.
FCM-Trainer Linz, darauf angesprochen, wie es mit ihm weitergehe, antwortete ausweichend: „Es geht hier nicht um mich. Es geht ums Ganze. Es ist schwer, das Spiel jetzt zu analysieren. Ich weiß auch nicht, was auf mich zukommt. Aber im Moment gibt es nichts über meine Zukunft zu bereden“, so der sichtlich von der Leistung seiner Mannschaft enttäuschte Linz. Er nahm sein Team aber trotzdem in Schutz. „Nach der Niederlage bei Hertha in Berlin war meine Mannschaft die ganze Woche über nervös, auch hier im Spiel. Und nur zu zehnt agierend wurden nach und nach auch die Beine schwer.“
Magdeburg – Beer – Probst, Rosin, Bankert, Neumann (61. Brendel) – Watzka (66. Siga), Gewelke, Racanel (61. Matthias), Dragusha – Vujanovic, Braham.
Wolfsburg. Platins – Schulze, Reiche, Klamt, Karimow – Yilmaz (77. Meier), Schindzielorz, Evljuskin, Riemer – Könnecke (82. Beismann), Kreuels (86. Lumpe).
Schiedsrichter: Wingenbach (Altendiez), Zuschauer: 5825. Tore: 0:1 Kreuels (11. Foulelfmeter), 0:2 Schulze (31.), 0:3 Riemer (79.). Rot: Bankert (11. /Notbremse). Gelb: Rosin, Watzka / –


1. FC Magdeburg
Club-Reserve mit Befreiungsschlag
Von Hans-Joachim Malli



Magdeburg Der abstiegsbedrohten U-23-Mannschaft des 1. FC Magdeburg gelang im Heimspiel der NOFV-Fußball-Oberliga Süd mit dem 3:1 (2:1) gegen den Tabellenachten VfB Pößneck der erhoffte Befreiungsschlag. Zander (22. Minute) mit schönem Direktschuss nach Georgi-Eingabe und N’Dombasi (23.), Kopfball nach Vorarbeit von Zander und Siga, sorgten mit einem Doppelschlag für die 2:0-Führung.
Den nie aufsteckenden und spielfreudigen Gästen gelang durch Müller noch vor der Pause per Kopf der Anschlusstreffer. Nach Wiederbeginn drängten die Gäste, die am Ende auf 9:3 Ecken kamen, auf den Ausgleich, auf der Gegenseite traf Siga nur den Pfosten (70.). Für die Thüringer hatte Hildebrandt bei seinem Schuss an das Lattendreieck Pech (76.).
In der umkämpften Schlussphase machte dann der starke Martin Zander mit seinem zweiten Treffer zum 3:1-Endstand alles klar (87.). „Ein großes Lob an die gesamte Mannschaft“, f el FCM-Coach Andrzej Wojcik nach dem Abpfff ein Stein vom Herzen.
FCM II: Geisthardt – Weiß, Prest, Taylor, Knöfler – Göres, Loth, Zander (90. Girke), Georgi – N’Dombasi (77. Tietz), Siga.
Schiedsrichter: Oehme (Witzschdorf). Zuschauer: 350. Tore: 1:0 Zander (22.), 2:0 N’Dombasi (23.), 2:1 Müller (45.), 3:1 Zander (87.). Gelb: Prest, Taylor, Zander, N’Dombasi / Scholze, Römer


Fußball-Oberliga: U 23 des 1. FC Magdeburg bezwingt VfB Pößneck mit 3:1 / Zwei Zander-Tore
Wojcik-Elf sieht nun wieder Licht am Ende des Tunnels
Von Hans-Joachim Malli

Großes Aufatmen bei den Verantwortlichen der U 23 des 1. FC Magdeburg. Durch den 3:1 (2:1)-Heimerfolg über den wahrlich nicht schlechten VfB Pößneck ist wieder Land in Sicht, der Klassenerhalt noch möglich. Martin Zander avancierte nicht nur wegen seiner beiden Tore zum Mann des Tages.
Sudenburg. FCM-Trainer Andrzej Wojcik schien nach dem Schlusspfiff ein großer Stein vom Herzen gefallen zu sein. Glücklich riss er beide Arme in die Höhe, darauf hoffend, dass nun vielleicht die angekündigte Serie gestartet wurde. Präsidiumsmitglied Lutz Weiß herzte am Spielertunnel stehend jeden FCM-Akteur persönlich, war ebenfalls froh über den vierten Saison-Dreier, der die Club-Zweite ein Stück näher an die Nichtabstiegsplätze brachte. „Heute hat es richtig Spaß gemacht. Die Mannschaft hat gekämpft und die Routiniers Christian Prest hinten und René N‘Dombasi vorn haben die Truppe gut geführt“, erklärte Weiß.
„Mann des Tages“ war unter den Augen von Trainer Paul Linz und fast der kompletten Regionalliga-Mannschaft aber Martin Zander, der im Mittelfeld rackerte und zwei blitzsaubere Tore erzielte. Beim 1:0 zog „Zandi“ nach schöner Linksflanke von Georgi direkt ab, traf ins linke Eck (23. Minute). Beim 2:0 nur 60 Sekunden später bereitete er für Siga vor, von dessen Kopf der Ball nach einem Querschläger Richtung VfB-Tor segelte, wo N‘Dombasi clever zum 2:0 vollendete. „Ich hab gar nichts gesehen, war in dem Moment k.o.“, erinnerte sich Siga später an die Szene vor dem 2:0. Zander versuchte es vor der Pause noch einmal direkt, diesmal hatte Göres von rechts geflankt, verfehlte aber das VfB-Tor (36.).
Nach dem Anschlusstreffer mit dem Pausenpfi ff mussten die Gastgeber in der zweiten Halbzeit gegen die spielfreudigen, aber im Abschluss zu harmlosen Gäste auf der Hut sein, wurden aber durch Zanders zweiten Treffer nach Georgi-Vorarbeit zum 3:1-Endstand für ihre gute Moral und Einsatzbereitschaft belohnt.
„Das war eine klasse Leistung, kämpferisch wie auch spielerisch“, freute sich Coach Wojcik, der in seiner aktiven Laufbahn wohl selten so einen konsequenten Referee sah, denn Ohme zeigte Taylor, Zander und Römer wegen Ballwegschlagens jeweils Gelb, übersah später allerdings das mögliche Rot für Zander, der von hinten grätschte.

28.März 2009

1. FC Magdeburg: Trainer Paul Linz vor dem morgigen Spiel gegen VfL Wolfsburg II
„Erst mal den Anschluss schaffen, dann sehen wir weiter“
Von Klaus Kahmann



Magdeburg. Mannschaft und Fans des 1. FC Magdeburg wollen das schier Unmögliche noch schaffen, den Bock umstoßen, um das Ziel 3. Liga doch noch zu schaffen. Dafür soll am Sonntag (Anpf ff 13.30) im heimischen Stadion mit einem Erfolg über die Reserve des Erstligisten VfL Wolfsburg ein erster Schritt getan werden.
Das Hinspiel in Wolfsburg hatten die Elbestädter nach Treffern von Braham und Watzka mit 2:1 gewonnen. Die Zeichen stehen also gut.
Allerdings muss FCM-Trainer Paul Linz auf den verletzten Christian Reimann verzichten. Hinter dem Einsatz von Mats Wejsfelt steht zudem noch ein Fragezeichen. Dazu kommt die Tatsache, dass die Zuschauerzahl nach den Zwischenfällen beim HFC-Spiel auf 6000 beschränkt wurde, die Kulisse also spärlicher ist, als es die FCM-Kicker bisher gewohnt sind.
„Natürlich spielen wir lieber vor mehr Zuschauern, aber das ist jetzt nicht unser Hauptproblem“, so gestern Trainer Linz. „Für uns ist es wichtig, wieder die Kurve zu kriegen. Das heißt, erst einmal den Anschluss an die Spitze wieder schaffen, dann sehen wir weiter“, kommentierte Linz die Situation vor dem Spiel.
Dabei spielt es für den Trainer keine Rolle, ob seine Mannschaft favorisiert ist. „Das Spiel wird auf dem Platz entschieden. Der Tabellenstand oder die Partien gegeneinander zuvor sind am Sonntag unwichtig. Wir wollen drei Punkte. Und nur die zählen“, setzt Linz nach den weniger erfolgreichen Partien darauf, dass seine Mannschaft endlich wieder zu sich selbst fndet. Die Gespräche mit den Fans unter der Woche sollten dabei für beide Seiten doch hilfreich gewesen sein.
„Elf Spiele vor Schluss kann man nicht einfach aufgeben“, stimmt Linz in den Tenor der Gespräche zwischen seinen Spielern und den Fans ein. Und Keeper Christian Beer legt nach: „Wir kennen uns jetzt besser. Die Mannschaft ist am Sonntag gefordert. Mit einem Sieg wollen wir ein Zeichen setzen, dass wir die Fans voll verstanden haben“, meinte der FCM-Torwart gestern.
P. S.: Karten für das Spiel gibt es noch heute (10 bis 14 Uhr) und für Kurzentschlossene Sonntag (9 bis 12 Uhr) im Ticketservice Ottov.-Guerike-Straße 46a.


Wojcik: Brauchen kleine Serie
Von Hans-Joachim Malli



Magdeburg. Die U 23 des 1. FC Magdeburg empfängt am heutigen Sonnabend (14 Uhr/ Germerstadion) mit dem VfB Pößneck den Tabellenachten der NOFV-Oberliga Süd.
Nach der 0:1-Niederlage im Kellerduell vor einer Woche in Wolfen sind die Elbestädter praktisch zum Siegen verdammt, soll die Hoffnung auf den Klassenerhalt nicht vorzeitig sterben. „Wir brauchen jetzt eine kleine Serie. Fünf Zähler aufzuholen, geht bei der Drei-Punkte-Regelung ganz schnell. Allerdings wird auch Pößneck wieder ein ganz harter Brocken, weil es eine gute Mischung im Team hat“, hofft FCM-Trainer Andrzej Wojcik, den Abstand zum rettenden 13. Rang verringern zu können.
Mithelfen sollen dabei unter anderen wieder Prest, Brendel, Siga und Zander aus dem Regionalliga-Kader. Auch N’Dombasi steht nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung. Wojcik: „René hat die ganze Woche gut trainiert und soll uns mit seiner Erfahrung helfen.“

27.März 2009

1. FC Magdeburg: Mannschaftsrat und Fans in schwieriger Zeit im Gespräch
Einigkeit: Die Saison ist noch längst nicht abgehakt
Von Klaus Kahmann



Magdeburg. Die Situation zwischen FCM-Team und den Fans ist angespannt. Auf Bitten der sogenannten „Ultras“ unter den Fußballfans trafen sich am Mittwochabend – arrangiert vom Magdeburger Fanprojekt und dessen Leiter Jens Janeck – der Mannschaftsrat des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg und 30 Vertreter der Ultras zu einem klärenden Gespräch.
FCM-Kapitän Daniel Rosin, Keeper Christian Beer, Abwehrspieler Christian Prest und Teamchef Mario Kallnik bildeten auf Rat von Janeck mit den Fans einen Stuhlkreis, um sich gewissermaßen auf Augenhöhe auszutauschen. „Dadurch war die Atmosphäre schon einmal aufgelockert, saß man nicht so auf dem Präsentierteller, konnte sich gut in die Augen schauen“, fand Rosin diesen Beginn des Gesprächs schon einmal förderlich.
In diesem Kreis erzählten sich dann Mannschafts-Vertreter und Fans, wie sie sich die letzten Wochen gegenseitig erlebt haben. So wurde deutlich, dass das „Ihr-Seid-Austauschbar-Transparent“ gegen den HSV keineswegs der Auslöser dafür war, dass die Mannschaft nach dem Abpfff nicht – wie sonst üblich – in die Kurve zu den eigenen Fans ging. „Auch wenn uns das Transparent nicht gefallen hat, damit müssen wir leben können. Das gehört zur Meinungsfreiheit. Aber das Verhöhnen der Mannschaft, die Häme, bis teilweise hin zum Anspucken, hat uns spontan dazu gebracht, nicht zu unseren Fans zu gehen“, erklärte der Kapitän.
Die Fans hielten gegen: „Prof s müssen so etwas abkönnen.“ Sie zeigten aber zugleich Verständnis, als ihnen von den Mannschaftsvertretern entgegengehalten wurde: „Wir sind keine Maschinen. Wir sind Menschen mit Gefühlen wie andere auch. Und da geht so etwas nicht spurlos an einem vorüber.“
Wichtig für die Fans war zudem die Frage nach dem Ehrgeiz, nach der besonderen Einstellung, wenn es im Sachsen-Anhalt-Derby gegen den Halleschen FC geht. Ihnen schien es, als würde das Team die Derbys als Spiel wie jedes andere betrachten.
Doch für Rosin und die Mannschaft ist das Derby durchaus etwas Besonderes. „Aber vielleicht sind wir gerade deshalb in solchen Spielen manchmal übermotiviert. Übrigens nicht nur den Fans zuliebe, sondern auch aus sportlichem Ehrgeiz wollen wir natürlich gerade gegen Halle gewinnen“, so der Tenor der Mannschaftsvertreter.
Als der Mannschaftsrat darauf hinwies, dass es auf der einen Seite die Superaktionen und die tolle Unterstützung für die Mannschaft gibt und auf der anderen aber eben auch Häme und Verhöhnung, verwiesen die Fans darauf, dass dies zwei Seiten einer Medaille seien. Auch sie seien Menschen mit Gefühlen, die sie auch zum Ausdruck bringen wollen. „Wir leben nun einmal leidenschaftlich Fußball mit dem 1. FC Magdeburg, und da gibt es Reaktionen, von denen die Mannschaft begeistert ist, aber auch Aktionen, die der Mannschaft nicht so gefallen“, hieß es von Seiten der Fans.
Einig waren sich beide Seiten von Anfang an in einer Sache: Auch wenn die Chancen jetzt gesunken sind, die Saison ist für uns noch nicht abgeschlossen. „So lange noch ein ,Strohhalm‘ in Sachen Aufstieg zu greifen ist, werden wir danach greifen – auch wenn er noch so klein ist. Im Sport und speziell im Fußball ist da oft mehr möglich als es aussieht“, so Rosin.
Die Fans sehen das nicht anders. Auch für sie geht es jetzt nicht nur um die „goldene Ananas“. „Wir werden euch nach vorn puschen. Und vielleicht reicht es ja im Pokal doch noch zu einem Sieg über die von der Saale“, so die Ultras zum Abschluss der Runde.


Fußball-Oberliga: 1. FC Magdeburg II empfängt morgen VfB Pößneck
Solange es rechnerisch drin ist, wird beim Club weiter gehofft
Von Hans-Joachim Malli



Magdeburg. Bereits am morgigen Sonnabend (14 Uhr/ Heinrich-Germer-Stadion)
empfängt die U 23 des 1. FC Magdeburg den Tabellenachten der Fußball-Oberliga Süd, VfB Pößneck.
Während die Thüringer seit neun Spielen ungeschlagen sind und auch das Hinspiel deutlich mit 4:0 gewannen, befinden sich die Gastgeber nach der unglücklichen 0:1-Niederlage in Wolfen mehr denn je in Abstiegsnot, haben bei noch zwölf auszutragenden Spielen schon fünf Punkte Rückstand zum rettenden Ufer.
„Solange es rechnerisch noch drin ist, werden wir nie eine Mannschaft aufgeben. Auch in Wolfen, wo mindestens ein Unentschieden drin war, wurde unser Offensivproblem deutlich. Die Mannschaft erarbeitet sich einfach zu wenige Chancen, und mit den wenigen wird dann meist schludrig umgegangen“, sieht FCM-Präsidiumsmitglied Lutz Weiß, verantwortlichfürdenNachwuchs, das Hauptproblem der FCMZweiten.
Der Pädagoge weiß aber auch: „Für die Jungs ist die Oberliga ein Erlebnis, auch wenn einige von ihnen ins kalte Wasser geschmissen wurden.“ Aufgegeben hat man die FCMZweite jedenfalls noch nicht, auch wenn der Klassenerhalt von Spieltag zu Spieltag komplizierter wird.
Wer genau am Sonnabend aufläuft, wird erst heute Abend entschieden, wobei Weiß auf den zuletzt fehlenden N‘Dombasi setzt: „Ich hoffe, dass er spielt.“

26.März 2009

1. FC Magdeburg: Abgemildertes DFB-Urteil wird akzeptiert
Minikulisse von nur 6000 Zuschauern gegen Wolfsburg
Von Klaus Kahmann

Der Einspruch des 1. FC Magdeburg gegen die Entscheidung des DFB-Kontrollausschusses nach den Ausschreitungen beim Regionalliga-Derby in Halle hat zumindest einen Teilerfolg gehabt. Statt der ursprünglichen nur 5000 dürfen nun immerhin 6000 Zuschauer am Sonntag (Anpf ff 13.30 Uhr) das Regionalliga-Heimspiel des FCM gegen den VfL Wolfsburg II erleben.
Magdeburg. Für FCM-Präsident Volker Rehboldt ist das zwar bei weitem kein Grund zur Freude, aber immerhin ein Urteil, das weitaus eher zu akzeptieren ist. „Erfreulich ist, dass wir beim Sportgericht ein Strafmaß erreichen konnten, das den Vorkommnissen erheblich angemessener ist, als das ursprünglich vorgesehene“, lautete der erste Kommentar Rehboldts zum neuen Urteil. Und der FCM-Präsident nannte noch weitere Gründe, das Urteil in dieser Form anzunehmen. „Zum einen ist eine zweite Mannschaft eines Bundesligisten für die Fans nicht so der Renner wie zum Beispiel demnächst Sachsen Leipzig oder Wilhelmshaven, und zum anderen waren die sportlichen Leistungen unserer Mannschaft nicht so überragend, dass sie die Fans nun gleich scharenweise ins Stadion gelockt hätten. Ich hatte ohnehin gegen den VfL Wolfsburg II nur mit höchstens 8000 Zuschauern gerechnet. Das ist ein weiterer Grund, warum wir das Urteil jetzt akzeptiert haben“, meinte Rehboldt gestern.
Die 6000 Karten, die verkauft werden dürfen, gliedern sich auf in 5500 für den Gastgeber und 500 für die Gäste aus Wolfsburg. Bisher sind laut FCM-Manager Bernd Hofmann hier 4000 Karten abgesetzt worden. „Dazu hat Wolfsburg nur 150 Karten geordert. Da laut dem Urteil Karten, die nicht die Gäste abnehmen, an Zuschauer der Gastgeberseite abgegeben werden können, stehen unseren Anhängern also zurzeit insgesamt 5850 Karten zur Verfügung. Wir können damit noch weitere Karten verkaufen“, war gestern in dieser Sache von Hofmann zu erfahren.
Allerdings blieben andere Teile des ursprünglichen Urteils erhalten. So ist das Spiel unter Schließung der Stehplatzbereiche auszutragen. Tages- und Dauerkartenbesitzer der Blöcke 1 und 2 dürfen daher an diesem Sonntag auf die Blöcke 3 bis 6 der Nordtribüne.
Außerdem werden die Tageskassen am Spieltag nicht geöffnet. Karten für das Wolfsburgspiel gibt es ausschließlich im FCM-Ticketservice in der Magdeburger Otto-von-Guericke-Straße 46a bei namentlicher Registrierung unter Vorlage des Personalausweises. Die Stadiontore öffnen sich Sonntag um 12 Uhr.
„Schön, dass das Urteil gemildert wurde. So können uns noch ein paar Zuschauer mehr erleben“, meinte gestern Mannschafts-Kapitän Daniel Rosin zu der abgeänderten Entscheidung des DFB-Kontrollausschusses. Und der Deckungsspieler ergänzte: „Ich hoffe, dass wir den treuen Fans den Weg ins Stadion mit einem guten Spiel und vor allem drei Punkten verschönern können.“
Übrigens trafen sich Daniel Rosin und der gesamte Mannschaftsrat gestern Abend im Fan-Projekt von Magdeburg mit dem FCM-Fanrat, um Irritationen nach den letzten Spielen aus dem Weg zu räumen. „Wir wollten uns ohnehin das Fandomizil einmal anschauen. Jetzt passt das nach den Unstimmigkeiten umso mehr, um wieder einen gemeinsamen Weg von Fans und Mannschaft zu fnden“, so Rosin zu dem Treff.

25.März 2009

1. FC Magdeburg Die Mimik sagt alles: Najeh Braham ist sauer und enttäuscht. Foto: Popova
Fanproteste und ihre Folgen: Braham denkt an Abschied
Von Uwe Tiedemann

Seit der Derby-Niederlage beim HFC ist beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg nichts mehr so, wie es war. Drei Schwerpunkte gilt es, schnellstens in den Griff zu kriegen: Die unbefriedigende sportliche Situation, den Konfikt mit den Ultras und den tiefen Graben zwischen Fans und Mannschaft. Nach der jüngsten Niederlage in Berlin denkt jetzt sogar der erste Spieler an einen vorzeitigen Abschied – Najeh Braham.
Magdeburg. Der Deutsch-Tunesier, der im Sommer 2008 einen neuen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben und sich bis vor kurzem in Magdeburg noch pudelwohl gefühlt hatte, versteht die Welt nicht mehr. „Was sind das nur für Fans?“, fragte der Torjäger (acht Treffer), der an der Elbe sogar zum Publikumsliebling wurde, nach dem 0:1 bei Hertha BSC II fast f ehend. Und weiter: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Schon vor dem Spiel sind wir beim Warmmachen als Derby-Versager angemacht worden. In Halle war es vor zwei Wochen noch schlimmer. Da wurden wir sogar bespuckt.“
Braham schließt Konsequenzen nicht mehr aus: „Unter solchen Bedingungen macht es keinen Spaß mehr, in Magdeburg zu spielen. Und wenn ich keinen Spaß mehr am Fußball habe, muss ich wechseln. Nicht einmal bei meinem Abstieg mit Eintracht Trier gab es solche Szenen. Dabei stehen wir oben.“
Der 31-Jährige räumt zwar ein, dass die Mannschaft in Berlin enttäuscht habe, er führt die schwache Leistung aber auch auf die permanente Fan-Schelte zurück, die vergangenen Sonntag sogar in Häme und Spott gipfelte (Oh, wie ist das schön ... so spielt ein Aufsteiger). „Es ist doch klar, dass man solche Sprüche und Beleidigungen nicht so ohne weiteres wegsteckt. Im Fußball gibt‘s nicht nur Siege und Jubel, auch Enttäuschungen gehören dazu.“
Der Ex-Nationalspieler erinnerte in diesem Zusammenhang an das 1:3 gegen Kickers Emden in der Vorsaison (18. April 2008/ d. Red.), als der harte Kern der Anhänger die Mannschaft trotz des bitteren Rückschlags noch eine Stunde nach Spielende (!) anfeuerte und ihr Mut machte.
Da hatte sich die Mannschaft allerdings nach Kräften gewehrt, sich mit aller Macht gegen eine Niederlage gestemmt. Genau diesen letzten Willen sprachen die Fans den Spielern aber sowohl in Halle und auch in Berlin ab.
Allerdings muss sich kein Fußballer gefallen lassen, bespuckt zu werden. Brahams bittere Prognose: „Wenn sich das Verhalten der Fans nicht ändert, steigt Magdeburg nie auf. Dann kommen zwar andere Spieler, die sich diese Beschimpfungen aber ebenfalls nicht bieten lassen und wieder gehen werden.“
Erschwerend kommt in dieser Situation wohl hinzu, dass sich die FCM-Kicker nicht wie in einer Großstadt in der Anonymität frei bewegen können, sondern im relativ überschaubaren Magdeburg schnell erkannt und quasi an jeder Straßenecke angesprochen werden. Solange der Erfolg da ist und sie anerkennendes Schulterklopfen ernten, ist alles o.k. Aber wehe, es läuft nicht ...
Im Moment jedenfalls geht nicht viel zwischen Verein und Fans. Zumal nach den Unruhen in Halle die Ultra-Gruppierung „Next Generation“ als Hauptverursacher ausgemacht mit einem Stadionverbot bis zum Saisonende belegt wurde (Volksstimme berichtete).
Andererseits ist Fußball ein schnelllebiges Geschäft, heilen meist Siege viele Wunden. Dass sich das Flaggschiff FCM derzeit jedoch in verdammt unruhigem Fahrwasser bef ndet, steht außer Frage.

24.März 2009

Welche Konsequenzen zieht Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg aus der Pleite in Berlin?
Rehboldt: „Wir dürfen nicht in blinden Aktionismus verfallen“
Von Uwe Tiedemann

Nach der 0:1-Blamage von Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bei Hertha BSC II hatte Präsident Rehboldt Konsequenzen angekündigt. „Die wird es auch geben. Wir werden in dieser Woche mit allen Beteiligten intensive Gespräche führen, gleichzeitig aber nicht in blinden Aktionismus verfallen“, betonte gestern der 40-Jährige und schloss damit Schnellschüsse aus.
Magdeburg. Die mit hohen Erwartungen als Titelanwärter gestartete Mannschaft scheint schon elf Runden vor Ultimo ihr Saisonziel aus den Augen zu verlieren. Sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Kiel, und noch fünf auf Verfolger und Erzrivale HFC – ernüchternd.
„Die Reaktionen nach der Niederlage in Berlin waren sehr gemischt. Das reichte von ,lasst euch nicht verrückt machen‘ bis ,alle Mann rauswerfen‘. Was wir tun werden, ist die weitere Strategie im sportlichen Bereich genau abzustimmen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch das Wort Aufstieg in den Mund zu nehmen, wäre reichlich größenwahnsinnig. Aber es sind noch 33 Punkte zu vergeben und, nicht zu vergessen, der Landespokal zu holen, der auch eine wesentliche wirtschaftliche Grundlage darstellt“, so Rehboldt, der das nächste Heimspiel am Sonntag (13.30) gegen den VfL Wolfsburg II als Nagelprobe bezeichnete – sowohl was die Leistung der Mannschaft als auch die Reaktionen der restlos bedienten Fans anbetrifft.
An Trainer Linz will Rehboldt nicht rütteln: „Es gibt diese Diskussion für mich nicht. Wir haben zwar reichlich Baustellen, aber ich bin kein Schwarz-Weiß-Maler. Das Gerüst des Kaders ist stark genug, um Platz eins zu spielen. Das hat die Elf in der Hinrunde mehrfach bewiesen. Außerdem ist sie 2009 gut aus den Startlöchern gekommen. Erst das 0:1 in Halle hat sie dann gewaltig runtergezogen.“
Seit der Derby-Pleite, der dritten (!) in Folge, ist in der Tat die FCM-Welt nicht mehr in Ordnung. Was viele Anhänger Linz besonders vorwerfen: Der 53-Jährige nimmt sein Team zu oft in Schutz, so wie jetzt auch in Berlin. „Wenn der Trainer aber jedes Mal sagt, er könne der Mannschaft keinen Vorwurf machen, stellt sich doch die Frage: Woran liegt es dann? Die logische Schlussfolgerung ist für mich: Entweder fehlt es an der nötigen Qualität der Spieler, oder es wurde die falsche Taktik gewählt“, fand gestern FCM-Ehrenratsmitglied Gerhard Schönberg deutliche Worte.
Diskussionen über den Kader sind nicht neu. Immer wieder gab es Zweifel, vor allem an der Besetzung im Mittelfeld. Zuletzt hatte Aufsichtsratsmitglied und Fußballexperte Heiner Bertram in der Winterpause einen kreativen Mann für diesen Mannschaftsteil empfohlen. Doch ein solcher Transfer scheiterte offenbar an den fehlenden f nanziellen Möglichkeiten. So kamen für die aussortierten Defensivkräfte Grundmann und Probst bekanntlich „nur“ Bauer und Georgi. Über einen Spielgestalter, der nicht zuletzt einen Racanel entlasten könnte, verfügt der FCM nicht.
Übrigens: Wie erwartet hat der DFB gestern die Strafe aus dem HFC-Derby bestätigt (nur 5000 Zuschauer gegen Wolfsburg II zugelassen) und der Club daraufhin Einspruch eingelegt.

Fußball-Oberliga Süd: FC Grün-Weiß Wolfen - 1. FC Magdeburg II 1:0 (1:0)
Mangelhafte Chancenverwertung
Von Mario Middendorf



Magdeburg. Mit der denkbar knappsten aller Niederlagen kehrte die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg am Sonng von ihrem Gastspiel in der Fußball-Oberliga Süd vom FC Grün-Weiß Wolfen zurück (Volksstimme berichtete). Schütze des goldenen Tores war Wolfens Neuzugang Peska (25.).
Wie so oft in dieser Saison konnten die Gäste mithalten, erspielten sich teils gar ein leichtes Übergewicht, scheiterten letztlich an ihrer eklatanten Abschlussschwäche. Im ersten Abschnitt sahen die 375 Zuschauer, auch auf Grund des starken Windes, ein über weite Strecken zerfahrenes Spiel, in dem sich beide Mannschaften nahezu neutralisierten.
Die Gäste wussten geschickt die Räume zu verengen und die beiden Neuzugänge der Wolfener Peska und Rogoli an der Leine zu halten. Auf der Gegenseite ergaben sich einige Möglichkeiten. Aber entweder fehlte die letzte Präzision oder der schwache Schiedsrichterassistent erkannte auf Abseits.
Die Heimelf konnte in dieser Phase kaum nennenswerte Situationen verzeichnen, blieb aber durch Standardsituationen stets gefährlich. Nach einem leichtfertigen Ballverlust im Mittelfeld konnten die Grün-Weißen einen dieser gefährlichen Freistöße herausschlagen. Dieser segelte erst an Freund und Feind vorbei, um im Strafraum zu Peska gespielt zu werden. Dessen Kopfballaufsetzer hätte eigentlich übers Tor hätte gehen müssen. Doch eine Windböe stoppte ihn und ließ ihn ins Tor fallen.
Auf der Gegenseite lenkte nur wenig später der ehemalige Clubkeeper Norman Becker einen Prest-Freistoß gerade noch an die Querlatte.
Nach dem Wechsel geschah zunächst nicht viel. Beide Mannschaften neutralisierten sich weiterhin, ohne echte Torraumszenen zuzulassen. Wolfen verlegte sein Spiel jetzt mehr aufs Kontern. Der Gast machte das Spiel, ohne sich aber echte Torchancen zu erspielen. Als dann der eingewechselte Tietz den Ball aus 15 Metern freistehend nicht voll traf, war die unglückliche Niederlage für die Domstädter Gewissheit.
1. FC Magdeburg II: Geisthardt – Gebauer (46. Knöfler), Prest, Taylor, Jahnel, Georgi, Weiß, Loth, Herold, Osterland (46. Göres), Krause (65. Tietz).

23.März 2009

Trostlose Vorstellung gegen Hertha BSC II / Rehboldt kündigt Konsequenzen an / Spott von den Fans
0:1 – „Schwarzer Sonntag“ in Berlin wirft FCM weit zurück
Von Uwe Tiedemann

Mit dem gestrigen 0:1 (0:1) bei Hertha BSC II verabschiedete sich Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg nicht nur aus dem Meisterschaftsrennen. Die Niederlage, die durchaus höher hätte ausfallen können, dürfte weitreichende Folgen über die trostlosen 90 Minuten im Jahnsportpark hinaus haben.
Berlin. FCM-Präsident Rehboldt kündigte bereits unmittelbar nach dem Abpf ff Konsequenzen an: „Es wird im Laufe der Woche etwas passieren. Was, kann ich noch nicht sagen.“ Trainer Linz steht auf alle Fälle nicht zur Disposition. Dazu Rehboldt: „Eine reine Phantom-Diskussion. Noch vor einer Woche war schließlich alles in Ordnung.“ Gleichwohl übte der Club-Chef harte Kritik am Team: „Was die Mannschaft abgeliefert hat, war ziemlich charakterlos ...“
Bei den Fans sind Trainer und Team jedenfalls untendurch. In Berlin spielten sich regelrecht gespenstische Szenen ab, wurden aus den Unmutsäußerungen gegen Ende der Partie Häme und Spott! „Oh, wie ist das schön ... so spielt ein Aufsteiger ... Heyne, Heyne (in Anlehnung an den Ex-Trainer/d. Red.) ...“, skandierte der FCM-Block.
Die Betroffenen, die sich nach der Partie bei den Anhängern bedanken wollten, aber gnadenlos ausgepf ffen wurden, reagierten fassungslos: „Ich spiele schon lange Fußball, die letzten zehn Jahre in Deutschland, bin aber sprachlos. So etwas habe ich noch nicht erlebt. In der Kabine herrscht eine Stimmung, als ob jemand gestorben wäre“, rang Torjäger Braham mit den Tränen.
Trainer Linz: „Das tut schon weh, so etwas zu hören, und ich bin ziemlich enttäuscht. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“
Zum Spiel: Die Gäste wurden von den Hertha-„Bubis“, bei denen der suspendierte Bundesliga-Prof Ebert eine ordentliche, aber keineswegs überragende Rolle spielte, kalt erwischt. Nach 180 Sekunden erzielte Riedel, der sich zuvor gegen den schwachen Zander durchgesetzt hatte, das schnelle 1:0. Keeper Beer, der später zweimal sensationell gegen Rommel rettete und damit die Vorentscheidung verhinderte (52./76.), hatte einen Moment gezögert, war dann weggerutscht und musste so den Ball passieren lassen.
Obwohl noch 87 Minuten Zeit blieben, das Ergebnis zu korrigieren, lief beim Club kaum einmal etwas zusammen. Die Pässe kamen zu kurz oder zu ungenau, das Spiel ohne Ball wurde vernachlässigt, in den Kopfballduellen blieben die FCM-Kicker meist nur zweiter Sieger, und schließlich kam auch noch der tiefe, holprige Boden hinzu, der kaum f üssige Kombinationen zuließ.
Nach dem Wechsel vermochten sich die Elbestädter zu steigern, doch klare Chancen gab es erst in der Endphase. So, als ein Herthaner gegen Braham auf der Linie klärte (80.), oder als der unermüdlich rackernde und neben Beer einzig überzeugende Kapitän Rosin in der Nachspielzeit mit einem Drehschuss am glänzend reagierenden Burchert scheiterte.
Ehrlicher Kommentar von Außenverteidiger Bankert: „Wir sind total verunsichert. Hertha hatte nach dem Führungstor relativ leichtes Spiel.“
Coach Linz: „So ein Spiel muss man erst einmal verdauen. Das frühe Tor kam Hertha natürlich entgegen. Danach mussten wir ständig aufpassen, keinen Konter einzufangen. Von der Einstellung her und vom kämpferischen Einsatz kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen.“
Hertha BSC II: Burchert - Benda, Schalle, von Bergen, Radjabali-Fardi, Hube, Martens, Ebert (83. Morack), Knoll (63. Traore), Rommel, Riedel (78. Bolivard)
FCM: Beer - Probst, Rosin, Zander (46. Neumann), Bankert, Watzka, Bauer, Racanel (74. Matthias), Brendel (65. Dragusha), Vujanovic, Braham
Schiedsrichter: Dingert (Thallichtenberg). Zuschauer: 1412. Tor: 1:0 Riedel (3.). Gelb: Ebert, Riedel / Bankert, Bauer, Braham


1. FC Magdeburg II verliert 0:1 in Wolfen
Elbestädter rutschen auf Rang 15



Magdeburg (rsc). Die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg unterlag in der Fußball-Oberliga Süd im Sachsen-Anhalt-Derby beim FC Grün-Weiß Wolfen mit 0:1 (0:1). Der Wolfener Peska stellte bereits nach 25 Minuten den Endstand im Duell der beiden Aufsteiger her.
Durch diese Niederlage und das gleichzeitige Unentschieden des SC Borea Dresden beim FC Rot-Weiß Erfurt II vergrößerte sich der Abstand der Magdeburger Club-Reserve, die in der Tabelle einen Platz nach unten auf den vorletzten Rang rutschte, auf einen Nichtabstiegsplatz auf fünf Zähler.
Bei böigem Wind entwickelte sich kein ansehnliches Fußballspiel. Der Gastgeber kam aber in der ersten Hälfte mit den Witterungsbedingungen etwas besser zurecht.
Im zweiten Durchgang hatte der Gast mehr Spielanteile. Trotzdem machten die teilweise orkanartigen Böen das Fußballspielen fast unmöglich. Zudem hatte der FCM II bei seinen zwei Möglichkeiten im zweiten Durchgang Pech. Zum einen scheiterte Tobias Tietz mit einem Distanzschuss, zum anderen verpassten gleich zwei FCM-Spieler eine gefährliche Eingabe von Mike Georgi.
1. FC Magdeburg II: Geisthardt – Jahnel, Gebauer (44. Göres), Prest, Taylor, Weiß, Loth, Georgi, Herold, Osterland (46. Knöfler), Krause (65. Tietz). Schiedsrichter: Jan Schröder (Jena). Zuschauer: 250. Tor: 1:0 Peska (25.).

21.März 2009

Hartes Urteil nach Vorkommnissen beim Regionalliga-Derby in Halle / Nur 5000 gegen Wolfsburg II?
DFB fordert Teilausschluss – FCM verhängt Stadionverbote
Von Uwe Tiedemann

Gestern endlich bekam Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg Nachricht vom DFB-Kontrollausschuss. Aber es war keine gute Nachricht. Für die Vorkommnisse beim Derby in Halle soll der Club für das nächste Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg II (29. März) mit einem Teilausschluss (maximal 5000 Zuschauer, Stehplatzbereich gesperrt) bestraft werden. Manager Hofmann kündigte bereits Einspruch an.
Magdeburg. Das Landesderby am 8. März in Halle war zu Beginn der zweiten Halbzeit verspätet angepfffen und in der 75. Minute noch einmal unterbrochen worden. Letztere Störung hatte allerdings ursächlich ihren Grund darin, dass ein Ordner einen FCM-Fan vom Zaun gestoßen hatte.
Doch der DFB-Kontrollausschuss behandelte den FCM als „Wiederholungstäter“ und setzte diesmal ein hohes Strafmaß an. Hofmann: „Es ist bislang nur eine Empfehlung. Aber in der Regel folgt der richterliche Entscheid, der am Montag zu erwarten ist, dieser Empfehlung, so dass dann das Urteil off ziell wird. Dagegen legen wir aber auf jeden Fall Einspruch ein.“
Der Manager bezifferte den Schaden, wenn es denn tatsächlich dabei bleiben sollte, auf etwa 30 000 Euro: „Wenn wir von rund 8000 Zuschauern ausgehen, aber nur 5000 reindürfen, kommt man auf diese Summe. Das würde uns hart treffen.“
Das Strafmaß ist das eine, die Strafverfolgung das andere. Und da hat laut Hofmann der Verein bereits reagiert: „Unsere Recherchen haben ergeben, dass in erster Linie die Gruppe der Ultras von der ,Next Generation‘ für die Unruhen verantwortlich war. Wir machen daher von unserem Hausrecht Gebrauch und verhängen für die gesamte Gruppe – es handelt sich um ca. 40 bis 50 Personen – mit sofortiger Wirkung ein Stadionverbot bis zum Saisonende. Ich hoffe sehr, dass dadurch gewisse Leute zum Nachdenken bewegt werden.“
Übrigens: Der HFC kam beim Strafmaß des DFB vergleichsweise glimpfich davon – 7500 Euro Geldstrafe. Das Präsidium akzeptierte bereits.


1. FC Magdeburg II
Weiterer Schritt in Richtung Klassenerhalt?



Magdeburg (kk). Nach dem 3:1-Heimsieg der Reserve des 1. FC Magdeburg vom Mittwoch über die zweite Mannschaft des FC Rot-Weiß Erfurt will die Truppe des Magdeburger Trainers Andrzej Wojcik am Sonntag (Anpf ff 14 Uhr) in der Fußball-Oberliga nachlegen. Im Sachsen-Anhalt-Derby treten die Wojcik-Schützlinge bei Grün-Weiß Wolfen an.
Es ist gewissermaßen das Kellerduell, denn die Gastgeber sind als 15. mit ihren zwölf Punkten ebenso Abstiegskandidat wie die Elbestädter auf Rang 14 mit ihren 13 Zählern. Beide bleiben selbst bei einem Sieg auf dem Abstiegsrang hängen.
Allerdings kann Wojcik nicht groß auf Verstärkung aus den Reihen der ersten Mannschaft rechnen, denn der Regionalligist ist zum gleichen Zeitpunkt in Berlin bei der zweiten Mannschaft des Bundesligisten Hertha BSC im Einsatz. So muss die junge Truppe, die auf den Einsatz von René N‘Dombasi hofft, auf die eigene Kraft setzen, um einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt zu tun.

20.März 2009

Fußball-Regionalligist am Sonntag gegen Hertha BSC II in der Pf icht
Die FCM-Hoffnungen in Berlin ruhen vor allem auf Vujanovic
Von Uwe Tiedemann

Paul Linz ist mit Leib und Seele Trainer, sein Engagement unbestritten. Dennoch hat der 53-jährige FCM-Coach momentan nicht den gewünschten Erfolg, und das macht den Job gerade in einer so fußballbegeisterten Stadt wie Magdeburg nicht einfacher. Nun muss Linz mit seinen Jungs bei den Hertha-„Bubis“ ran und weiß: Einen weiteren Ausrutscher können wir uns nicht leisten.
Magdeburg. Trotz des jüngsten Dreiers über den HSV II (2:1) ist vor dem Match im Berliner Jahnstadion (Sonntag, 13.30 Uhr) die Stimmung angespannt. Grund: Sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Kiel sind nur schwer aufholbar, vor allem, weil Holstein auch das nötige Glück zu haben scheint (siehe Cottbus und Türkiyemspor), was den Elbestädtern derzeit fehlt.
Nun also die Hertha-Reserve, die in Anlehnung an die Prof s (völlig überraschend Bundesliga-Tabellenführer) zumindest auf einer kleinen Erfolgswelle schwimmt: In der Rückrunde ist das Team von Karsten Heine noch ungeschlagen, und die letzte Niederlage resultiert immerhin vom 21. November 08 (1:3 in Babelsberg). „Darüber dürfen wir uns keine Gedanken machen. Es wird nicht einfach, aber wir wollen natürlich dranbleiben und das Spiel gewinnen“, sagte Linz, der allerdings einige Personalsorgen hat. Bei Reimann (Bauchmuskelzerrung) scheint ein Einsatz ausgeschlossen, auch Wejsfelt muss wohl erneut pausieren (neben seiner noch nicht vollständig auskurierten Angina zudem am Schienbein verletzt). Ferner klagt Torjäger Braham über Rückenbeschwerden, ist Bauer am Fuß angeschlagen.
Dafür kehrt Kapitän Rosin nach abgebrummter Gelb-Sperre in die Innenverteidigung zurück, ruhen die Hoffnungen vor allem auf Stürmer Vujanovic, der gegen den HSV ein blitzsauberes Freistoßtor erzielte und vor allem die Herthaner in guter Erinnerung haben dürfte. Denn nach wochenlanger Ladehemmung platzte im Hinspiel beim 2:0 endlich der Knoten, markierte der Serbe seine ersten beiden Tore für die Blau-Weißen überhaupt, wobei der Führungstreffer gleichzeitig das 3000. FCM-Pf ichtspieltor war. Kein Wunder, dass sich die Fans wünschen: „Rado, mach‘s noch einmal ...“
Apropos Fans: Im Laufe dieser Woche hatte es diesbezüglich jede Menge Diskussionen gegeben, das gegen Hamburg präsentierte Spruchband („Nur für den Club sind wir heute da, Spieler ihr seid austauschbar“) bei den Akteuren für Unmut gesorgt, Präsident Rehboldt die Mannschaft dennoch in die Pf icht genommen. Zwar betonte Linz gestern, dass das Thema für ihn erledigt sei, doch alle Wunden scheinen noch nicht verheilt. Auf die Frage, ob der Konfikt beigelegt sei, antwortete der Trierer: „Ich sage nichts mehr dazu. Wir müssen unser Ding machen.“

Trainer Andrzej Wojcik über Kollege Paul Linz:
„Ich bin jung, nehme gerne Tipps an“
Von Hans-Joachim Malli



Magdeburg. Teil eins der beiden Kellerduelle innerhalb von fünf Tagen haben die Oberliga-Kicker der FCM-Zweiten mit dem 3:1 am Mittwoch gegen die U 23 des FC Rot-Weiß Erfurt mit Bravour erfüllt. Nun folgt am Sonntag im Landesduell beim FC Grün-Weiß Wolfen die Fortsetzung der „Mission Klassenerhalt“.
„Da wird dann aber mit Sicherheit eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz stehen, denn noch einmal werden wir keine acht Spieler aus dem Regionalliga-Kader dazu bekommen, denn das Linz-Team ist ja am Sonntag selbst aktiv“, weiß Magdeburgs U-23-Trainer Andrzej Wojcik. Der hofft, dass Stürmer René N‘Dombasi, der sich beim Abschlusstraining am Dienstagabend an der Leiste zerrte, ebenso wieder fi t ist, wie die zuletzt fehlenden Tobias Tietz und Tim Girke. Für das Tor dürften absprachegemäß Konstatin Filatow und Martin Geisthardt bereitstehen. Verzichten muss das FCM-Trainergespann Wojcik/Middendorf noch immer auf die verletzten Nils Kauffmann (Knie) und Marcel Werner (Muskelfaserriss).
„Ich denke, das Niveau gegen Erfurt war schon besser als zuletzt gegen Gera. Gut, dass die erste Chance gleich das 1:0 brachte. Auch nach der Pause hatten wir noch gute Gelegenheiten, zitterten aber nach dem Anschlusstreffer etwas“, fasste Wojcik seine Eindrücke vom Mittwoch noch einmal zusammen.
Manche Zuschauer hatten auch da wieder den Eindruck, dass Trainerkollege Paul Linz, der ja acht Spieler aus seinem Kader auf dem Platz hatte und selbst während des Spiels zur Trainerbank eilte, das Sagen in punkto Taktik hatte. Aber damit hat Wojcik kein Problem. „Ich bin noch ein junger Trainer, nehme gern Tipps von erfahrenen Fußballexperten an. Ich kann nur lernen“, so der 45-jährige Pole mit deutschem Pass. Und Wojcik hob hervor: „In der Kabine war Paul Linz diesmal zur Halbzeitpause aber nicht.“

19.März 2009

Wie hoch fällt die Strafe nach den Vorkommnissen beim Landesderby in Halle aus?
FCM und das lange Warten auf das DFB-Urteil
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg muss nach den Vorkommnissen im Landesderby beim HFC (Volksstimme berichtete) weiter auf das Urteil des DFB-Kontrollausschusses warten. Der normalerweise für diese Spielklasse zuständige Erwin Bugar (Burg) hatte den Fall wegen Befangenheit an seinen Kollegen Norbert Weise (Koblenz) abgegeben, dieser wiederum kehrte erst jetzt aus dem Urlaub zurück bzw. muss noch widersprüchliche Aussagen zwischen dem Unparteiischen und dem DFB-Beobachter auswerten.
„Wir harren der Dinge, die da kommen, werden keinesfalls nervös“, sagte gestern Manager Bernd Hofmann, der erneut bekräftigte, dass der FCM für die zweite Spielunterbrechung nur bedingt verantwortlich gemacht werden kann: „Der Angriff des Ordners auf einen Club-Fan steht in kausalem Zusammenhang.“
Während für Hofmann in dieser Angelegenheit allerdings die Arbeit in Form einer ausführlichen Stellungnahme getan ist, gibt es für den 40-Jährigen in anderen Bereichen genügend „Baustellen“. Dabei macht die unbefriedigende sportliche Situation – weiterhin sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Holstein Kiel und damit das Saisonziel 3. Liga arg gefährdet – die Gespräche nicht gerade einfacher. Zwar hatte Hofmann erst unlängst noch betont, dass bei einem Scheitern ein neuerlicher Anlauf genommen wird und es von vornherein einen Zwei-Jahres-Plan gab, aber ob dann auch die Sponsoren wieder mitziehen, ist zumindest fraglich. So kann auch Hofmann derzeit nur hoffen, dass der FCM seine Spiele gewinnt und Kiel bzw. Halle irgendwann noch Federn lassen. Der Manager zur nächsten Aufgabe am Sonntag (13.30 Uhr/Jahnstadion) bei Hertha BSC II: „Da müssen mit einer disziplinierten und engagierten Leistung die nächsten drei Punkte her.“
Ein Dreier ist auch am 17. April daheim gegen Insolvenzklub Sachsen Leipzig fest eingeplant. Allerdings wurde diese Partie jetzt aus polizei-taktischen Erwägungen um eine Stunde auf 20 Uhr nach hinten verlegt. Hofmann ein wenig angefressen: „Damit die Zuschauerströme nicht identisch sind, denn an diesem Abend spielen auch die SCM-Handballer (gegen Balingen/d. Red). Eine generelle Verlegung hat die Toyota-Handball-Bundesliga jedoch kategorisch abgelehnt. Sie scheint in dieser Gesellschaft noch nicht angekommen zu sein ...“

FCM II gewinnt Kellerduell gegen RW Erfurt II
Siga ebnet mit zwei Toren 3:1-Heimerfolg



Magdeburg (hma). Die U 23 des 1. FC Magdeburg kann wieder auf den Klassenerhalt hoffen. Im Kellerduell der NOFV-Oberliga gelang gestern Nachmittag im Nachholspiel gegen FC RW Erfurt II ein 3:1 (1:0)-Erfolg.
Wie schon zuletzt gegen Gera (0:2) waren mit Tischer, Prest, Neumann, Georgi, Matthias, Zander, Brendel und Siga acht Akteure aus dem Regionalliga-Kader dabei. Die gaben den Blau-Weißen in einer insgesamt eher mäßigen Partie den nötigen Rückhalt. Siga brachte die Elbestädter nach einer Georgi-Eingabe früh in Führung (11.), baute den Vorsprung nach zwischenzeitlich viel Leerlauf auf Zuspiel von Matthias auf 2:0 aus (53.). Dem baumlangen Ivanov gelang per Kopf das 2:1 (73.), ehe der eingewechselte Krause nach schulbuchmäßigem Konter über Herold den Zwei-Tore-Vorsprung wiederherstellte (82.).
FCM II: Tischer - Gebauer (67. Weiß), Prest, Taylor, Neumann - Georgi, Matthias, Zander, Brendel - Osterland (63. Herold), Siga (79. Krause). Schiedsrichter: Böhmer (Gornau). Zuschauer: ca. 300. Tore: 1:0, 2:0 Siga (11., 53.), 2:1 Ivanov (73.), 3:1 Krause (82.).

18.März 2009

Beim Fußball-Regionalligisten knistert es zwischen Fans und Spielern / Doch FCM-Chef Rehboldt sagt:
Scharmützel haben „keine nachhaltige Wirkung“
Von Rudi Bartlitz



Magdeburg. Die jüngsten Scharmützel und Animositäten zwischen Spielern und einem Teil der Fans des 1. FC Magdeburg haben Beobachter irritiert aufschrecken lassen. Präsident Volker Rehboldt wiegelt jedoch ab: Die Unstimmigkeiten hätten „keine nachhaltige Wirkung“ hinterlassen. Auch seien klubintern keine Maßnahmen, gegen wen auch immer, ergriffen worden.
Worum geht es? Nachdem es beim Derby in Halle zu unschönen Attacken auf die Spieler gekommen war, stand beim Heimspiel gegen den HSV II im Fan-Block auf einem Spruchband zu lesen: „Nur für den Club sind wir heute da. Spieler ihr seid austauschbar.“ Zur Pause wurde das Team mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet. Die Spieler verzichteten ihrerseits nach dem Schlusspfff auf den obligatorischen Gang zu den Fans. Trainer Paul Linz legte via TV nach: Er könne das Verhalten der Fans in keiner Weise nachvollziehen.
„Fußball ist Emotion. Jeder hat das Recht darauf zu sagen, was ihm auf der Seele brennt“, sagte Rehboldt gestern der Volksstimme. Das müsse auch die Mannschaft respektieren. „Sie hat auch gesehen, was es für Reaktionen hervorruft, wenn man ein Derby verliert.“ Das Team müsse sich zudem vergegenwärtigen, dass es „in gewisser Weise ein Dienstleister“ ist. Das Recht der freien Meinungsäußerung im Stadion bleibe – sofern juristische Grenzen nicht überschritten werden – für die Fans unter seiner Präsidentschaft „unangetastet“, sagte Rehboldt. Was er nicht tolerieren werde, so der FCMChef, sei, wenn die Mannschaft wie in Halle vom eigenen Anhang angegriffen und bespuckt werde.
Jetzt sei es an der Zeit, das Geschehene abzuhaken. Rehboldt: „Team und Fans müssen gemeinsam in die Zukunft schauen.“
Die hält für den FCM nach den Krawallen in Halle möglicherweise noch einiges Ungemach bereit. „Wir sind bereits zweimal in der Saison, gegen Leipzig und Kiel, mit Geldstrafen bedacht worden“, merkte Rehboldt dazu an.
Jetzt harrt man beim Club nach dem „Feuerwerk“ von Halle der Maßnahmen des Verbandes. Wie die Volksstimme erfuhr, steht der FCM hart an der Grenze eines sogenannten Teilausschlusses. Das könnte im ungünstigsten Fall heißen, für ein oder mehrere Partien wäre im eigenen Stadion nur noch eine begrenzte Zuschauerzahl zugelassen.

Fußball-Oberliga
Gleich zwei Kellerduelle für Wojcik-Elf
Von Hans-Joachim Malli



Magdeburg. Im Kellerduell der NOFV-Fußball Süd treffen heute um 16 Uhr im Heinrich-Germer-Stadion die zweiten Mannschaften des 1. FC Magdeburg und des FC Rot-Weiß Erfurt aufeinander. Beide Teams haben erst je zehn Punkte auf ihrem Konto, würden nur zu gern den dritten Saisonsieg einfahren. Am kommenden Sonntag folgt dann das nächste Auswärtsderby mit einem Kellerkind, dem FC Grün-Weiß Wolfen (12 Punkte).
FCM-Coach Andrzej Wojcik weiß um die Brisanz des heutigen Heimspiels gegen die Thüringer: „Für uns zählen nur drei Punkte, alles andere wäre eine Katastrophe.“ Nach dem Ausfall der Partie in Eilenburg und der Verlegung des Erfurt-Spiels auf Bitten der Gäste auf den heutigen Spätnachmittag fehlt den Elbestädtern die nötige Spielpraxis. Die holten sich Felix Krause und René N‘Dombasi am vergangenen Samstag in der FCM-Dritten. Letzterer schoss die Club-Dritte mit seinen vier Toren beim 11:2 gegen Aufbau/Empor Ost II mit an die Tabellenspitze der 1. Stadtklasse. Während der Kongolese heute zum Kader der FCM-Zweiten zählen wird, dürfte Krause nur zugucken.
Wojcik: „Ich soll wieder sieben Spieler aus dem Regionalliga-Kader bekommen, muss aus 21 einsatzfähigen Akteuren eine schlagkräftige Mannschaft bilden.“ Derweil wird gemunkelt, dass die RWE-Zweite möglicherweise nicht anreist.

17.März 2009

„Urgestein“ bestritt sein 200. Spiel für den 1. FC Magdeburg
Nur 2002 ging Neumann mit den Gladbachern „fremd“
Von Uwe Tiedemann

Es war schon ein besonderes Jubiläum: Beim 2:1-Sieg über den Hamburger SV II absolvierte Stephan Neumann sein 200. Pfichtspiel für den 1. FC Magdeburg (Volksstimme berichtete). Von den seit der Wende eingesetzten Akteuren hat das bislang nur der jetzige Teamleiter Mario Kallnik (234) geschafft.
Magdeburg. „Eine tolle Sache, über die mich sehr freue. Ich wusste, dass ich wohl bald die 200 erreichen würde, aber genaue Zahlen kannte ich nicht“, sagte Neumann nach seinem gelungenen Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause(Meniskus-und Seitenband-Operation). „Wenn eine Verletzung bei einem Fußballer überhaupt gelegen kommen kann, dann wohl diese“, scherzte der 27-Jährige, dem natürlich die Winterpause sehr in die Karten spielte und der insgesamt nur vier Pf ichtspiele verpasste.
Seit 21 Jahren ist Neumann nun beim Club, fng in der Elbestadt mit sechs Lenzen in der F-Jugend an und ging nur einmal (2002 zu Borussia Mönchengladbach) „fremd“. Ein weiterer Wechsel scheint ausgeschlossen. „Ich fühle mich wohl in Magdeburg, habe noch einen Vertrag und viele Freunde hier. Warum sollte ich den FCM verlassen“, so der Linksverteidiger, dem nach eigenen Angaben logischerweise noch die Spielpraxis fehlt, der aber keinerlei Schmerzen mehr verspürt und nun natürlich gerne mithelfen möchte, dass die Elbestädter das große Ziel dritte Liga doch noch erreichen.
„Die Chancen sind nach dem missglückten Start zwar erheblich gesunken und sechs Punkte Rückstand eine ganze Menge, aber vielleicht haben wir am Ende das Glück, was derzeit Holstein Kiel hat. Der Last-Minute-Sieg bei Türkiyemspor war für uns ein weiterer Rückschlag, aber die Saison ist noch lang“, macht Neumann, der insgesamt sieben Tore für die Blau-Weißen erzielte, sich und allen anderen FCM-Anhängern Mut.
Vielleicht hat der erste Dreier im neuen Jahr ja Signalwirkung. „Es ist viel passiert in der vergangenen Woche bei uns. Wir haben uns auch als Mannschaft ohne Paul Linz einmal zusammengesetzt und die Situation gründlich erörtert. Ich habe den Eindruck, dass seit diesem Gespräch jeder beim Training noch einen Zahn mehr zulegt“, erzählt Neumann, dem allerdings in Kürze erneut eine Zwangspause droht. Vier Gelbe Karten stehen in seiner Statistik zu Buche – bei der fünften muss er bekanntlich einmal zuschauen.

16.März 2009

Vujanovic beschert FCM ersten Sieg 2009

Es ist geschafft! Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg feierte gestern mit dem glanzlosen 2:1 (1:1) gegen den Hamburger SV seinen ersten Pfichtspielsieg im Jahr 2009. Der Rückstand zu Spitzenreiter Holstein Kiel beträgt allerdings weiter sechs Punkte.
Von Uwe Tiedemann

Magdeburg. Alle Beteiligten waren sich nach dem Abpf ff einig: Nicht schön gespielt, aber erfolgreich. „Nach dem 0:1 in Halle, der ersten Niederlage nach 16 Spielen, wusste ich, dass uns ein ganz schweres Spiel bevorsteht. Da musste erst einmal die Handbremse gelöst werden. Die Jungs waren sichtlich nervös. Die zweite Halbzeit hat mir dann schon besser gefallen“, resümierte Trainer Linz, der zudem darauf verwies, dass mit Rosin (Gelbsperre) und Wejsfelt (krank) die komplette Innenverteidigung fehlte und die dafür aufgebotenen Prest und Gewelke nicht die nötige Sicherheit ausstrahlten.
Zwar ging der Club früh in Führung, als erwähnter Gewelke die erste Watzka-Ecke per Kopf ins gegnerische Netz beförderte und sein erstes Tor für den Club erzielte (9.), doch die Gäste spielten munter mit und brachten die Defensivabteilung des FCM mehrfach in Verlegenheit. So war trotz Feldüberlegenheit der Platzherren der Ausgleich durch den freistehenden Pressel, der sich die Ecke aussuchen konnte und fach einschob, nicht einmal unverdient (35.). Kurz vor der Pause lag bei einer FCMDrangperiode das zweite Tor in der Luft, doch Watzka und Reimann vergaben beste Chancen.
Linz, der Braham eine Denkpause verordnet und Reimann den Vorzug gegeben hatte, reagierte zur Pause, brachte Neumann für Prest. „Ich war total überrascht, weil ich ja eher in der Defensive als in der Offensive eingesetzt werde“, freute sich Neumann, der nach langer Verletzungspause ein gelungenes Comeback gab und gleichzeitig sein 200. Pf ichtspiel für den Club absolvierte.
In der 56. Minute schickte der Unparteiische den bereits verwarnten Hamburger Haas nach einem Foul an Bauer mit Gelb-Rot vom Feld. Der Club damit mehr als eine halbe Stunde in Überzahl. Doch die Platzherren taten sich weiter schwer.
Riesenjubel dann aber nach 69 Minuten: Einen 22-m-Freistoß zirkelte Vujanovic an der Mauer vorbei ins rechte Eck, unhaltbar für Keeper Sinouh. Ein Traumtor! „Da steckte all die Wut der vergangenen Freistöße drin“, befand später Präsident Rehboldt und zielte damit auf das Pech des Stürmers ab, der zuletzt mehrfach nur das Aluminium getroffen hatte.
Doch es musste weiter gezittert werden. Und um ein Haar hätten die Gastgeber wie schon in Kiel und gegen Babelsberg erneut einen späten Gegentreffer hinnehmen müssen, doch Beer parierte aus zwei (!) Metern einen Kazior-Kopfball und rettete seiner Elf damit den Dreier (88.).
„Wir haben schon bessere Spiele abgeliefert, aber gewonnen. Das war in unserer Situation das Wichtigste. Ich glaube weiter daran, dass wir aufsteigen. Dafür werde ich bis zum Schluss alles gegeben“, machte Torschütze Vujanovic deutlich. Und der zum Zuschauen verurteilte Rosin meinte: „Ein typischer Arbeitssieg. Diesmal haben wir auch das nötige Glück gehabt, wenn ich an die Hamburger Chance kurz vor Schluss denke.“
FCM: Beer - Probst, Prest (46. Neumann), Gewelke, Bankert, Watzka (73. Georgi), Bauer, Racanel, Dragusha, Reimann (65. Braham), Vujanovic
HSV II: Sinouh - Unversucht, Schulz, Leschinski, Haas, Groß (76. Schahin), Behrens, Keita, Pressel, Torun, Kazior
Schiedsrichter: Kunzmann (Bad Hersfeld). Zuschauer: 7474. Tore: 1:0 Gewelke (9.), 1:1 Pressel (35.), 2:1 Vujanovic (69.). Gelb: Prest, Racanel, Watzka / Haas, Keita, Torun, Kazior. Gelb-Rot: Haas (56.)

Fan-Kritik ärgert Linz

Magdeburg (ut). Seit der Derby-Niederlage am vergangenen Sonntag in Halle rumort es zwischen den Anhängern des 1. FC Magdeburg und der Mannschaft. Es ist im Übrigen nicht das erste Mal, dass die Fans unzufrieden sind. Gestern war vor dem Anpf ff im Fan-Block auf einem Spruchband in Versalien zu lesen: „Nur für den Club sind wir heute da. Spieler ihr seid austauschbar.“ Zur Pause wurde das Team mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet.
Die Reaktion der Aktiven nach dem 2:1 über den HSV: Man versammelte sich am Mittelkreis und marschierte anschließend geschlossen in die Kabine. Der obligatorische Gang zu den Fans fel aus, was viele Zuschauer als arrogant empfanden und erneut mit Pf ffen quittierten.
Trainer Paul Linz, der ansonsten immer die Fußballbegeisterung in Magdeburg gelobt hatte, zeigte absolut kein Verständnis für ein solches Verhalten: „Eine Niederlage gegen Halle ist immer bitter, aber wir hatten zuvor 16 Spiele nicht verloren. Ich kann das nicht nachvollziehen. Wir haben ein großes Ziel, das ist der Aufstieg, aber das können wir nur schaffen, wenn wir alle zusammenhalten und die Sache gemeinsam angehen. Was sollen da solche Spruchbänder oder Pfffe zur Halbzeit?“

14.März 2009

FCM will endlich ersten Sieg im Jahr 2009 feiern

Fußball-Regionalligist erwartet morgen die zweite Mannschaft des Hamburger SV / Rosin fehlt

Magdeburg. Sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Holstein Kiel, erst zwei Tore erzielt und noch kein Sieg im Jahr 2009: Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg muss sich gewaltig steigern, will man noch in den Titelkampf eingreifen. Der erste Schritt: Ein Heimsieg gegen den Hamburger SV II (morgen, 13.30 Uhr) muss her – ohne Wenn und Aber.
Vom Tabellenbild her gelten die Blau-Weißen als klarer Favorit, aber wie immer sind die Bundesliga-Reserveteams nur schwer einzuschätzen. Der bekannteste bei den „Nordlichtern“ sitzt auf der Bank: Trainer ist Rodolfo Esteban Cardoso (40), langjähriger HSV-Prof , der zur Rückrunde den glücklosen Karsten Bäron ablöste.
Beim FCM muss Trainer Paul Linz seine Abwehr umbauen. Kapitän Daniel Rosin brummt eine Gelb-Sperre ab, für ihn rückt voraussichtlich Christian Prest in die Innenverteidigung.
Die Abwehr war in den vergangenen Wochen aber nie das Sorgenkind. Probleme bereitete vielmehr die Offensive. Linz erwartet zwar, dass vorne endlich der Knoten platzt, doch er relativierte auch: „Ich war früher selber Stürmer, weiß, wie es ist, wenn das Ding einfach nicht reingeht. Da muss man durch, zumal es ja nicht so ist, dass wir uns keine Chancen herausarbeiten. Was fehlt, sind die Tore.“ Vor allem Stürmer Radovan Vujanovic haderte aufgrund diverse Aluminium-Treffer zuletzt mit dem Schicksal. Wird morgen alles besser?
Übrigens: Wie der Club bekanntgab, wurde gestern der Vertrag mit Pit Grundmann (30) endgültig aufgelöst. Der gebürtige Potsdamer spielte seit 2003/2004 für den FCM und erzielte in 115 Pfichtspielen 16 Tore.

Kellerduell gegen Rot-Weiß Erfurt II Mittwoch, 16 Uhr

Magdeburg (hma). Mit ihren Testspielgegnern hat die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg offenbar wenig Glück. Gestern Abend wollte der Fußball-Oberligist eigentlich gegen den Landesliga-Zweiten Oscherslebener SC testen. Doch die Partie fiel aufgrund der Absage der Gäste ins Wasser.
Nun konzentriert sich alles auf das Punktspiel gegen die U 23 des FC Rot-Weiß Erfurt. Das Kellerduell „Letzter gegen Vorletzter“ sollte zunächst an diesem Wochenende stattfi nden, wurde auf Wunsch der Thüringer aber auf kommenden Mittwoch (16 Uhr/Germerstadion) verlegt. Nun wollen die Erfurter erneut verlegen, weil deren erste Mannschaft am 18. März um 19 Uhr gegen den VfR Aalen nachholt. Doch da macht der FCM nicht mit. Geschäftsstellenleiter Bernd Tiedge: „Irgendwann ist Schluss mit den Spielverlegungen. Unsere Zweite muss auch mal wieder in ihren Rhythmus fi nden.“

13.März 2009

Teamleiter Kallnik überzeugt: „Wir kriegen noch die Kurve“
Von Uwe Tiedemann

Kann Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg angesichts des Sechs-Punkte-Rückstandes auf Spitzenreiter Holstein Kiel doch noch in den Aufstiegskampf eingreifen? Das ist vor dem Heimspiel gegen den HSV II (Sonntag 13.30 Uhr) die am häufgsten diskutierte Frage. Einer, der schon lange dabei ist und viele Höhen und Tiefen beim Club miterlebt hat, sagt „Ja“ – Mario Kallnik.
Magdeburg. Ex-Kapitän Kallnik, der 2001 vom BFC Dynamo kam, hatte im vergangenen Spieljahr seine Karriere beendet und ist nun seit 2008/09 in seiner neuen Funktion als Teamleiter tätig. Da liegt es auf der Hand, dass der 34-Jährige einen guten Draht zur Mannschaft besitzt: „Natürlich ist die Situation angespannt. Und es ist auch völlig logisch, dass nach der Derby-Niederlage beim HFC alle tief enttäuscht waren. Doch die Sache ist noch lange nicht erledigt. Ich bin überzeugt davon, dass die Truppe noch die Kurve kriegt.“
Sein Optimismus rührt auch daher, weil der Trainer Paul Linz heißt. Kallnik: „Es ist schon beeindruckend, wie er vorangeht, die Spieler bei der Ehre packt. Paul ist ein absoluter Motivator. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin bei vielen Besprechungen mit dabei.“
Allerdings weist Kallnik auch darauf hin, dass jetzt die Akteure gefordert sind, diese positive Grundeinstellung auch umzusetzen: „Sie müssen einfach diese Angst vorm Versagen ablegen. Natürlich haben auch die Neuen inzwischen mitbekommen, dass der Verein fast immer dann, wenn es um etwas ging, sein Ziel verfehlt hat. Gerade diese Spieler müssen jetzt in die Bresche springen und sich sagen: Mit mir nicht!“
Den bisherigen Saisonverlauf bezeichnete Kallnik fast als normal – mit Ausnahme der Ergebnisse im Jahr 2009: „Mir war von Anfang an klar, dass es Zeit braucht, bis sich die Mannschaft mit den vielen Neuzugängen gefunden hat. Als wir dann diese Serie von 14 ungeschlagenen Spielen in Folge hingelegt haben, war ich für das neue Jahr eigentlich sehr zuversichtlich. Und die Leistungen konnten sich ja auch weitgehend sehen lassen. Nur die Tore fehlten. Das darf aber nun nicht dazu führen, dass sich jeder zu sehr unter Druck setzt und zu lange überlegt.“
Der Teamleiter weiter: „Die Mannschaft hat die nötige Qualität. Und diese Qualität wird sich auch durchsetzen. Jetzt sind einfach Typen gefragt, die diese gewisse Ängstlichkeit abstreifen, auf den Platz marschieren und sich sagen: Das Ding ziehen wir durch.“
Zudem macht der AOK-Regionalleiter darauf aufmerksam, dass noch 13 Runden zu spielen, also noch 39 Punkte zu vergeben sind: „Es wird schwer, aber ich bin sicher, dass wir noch in den Titelkampf eingreifen können.“
Kallnik ging auch auf die „Kopfwäsche“ von Präsident Volker Rehboldt am vergangenen Montag ein (Volksstimme berichtete): „Er hat die Drucksituation sachlich, aber mit großem Nachdruck rübergebracht. Und ich denke, dass es die Spieler auch verstanden haben. Ohnehin hat er als Präsident absolut das Recht dazu.“
Vielleicht wird ja die bevorstehende Partie gegen den Hamburger SV II tatsächlich wieder zum Wendepunkt. In der Hinrunde bedeutete der 1:0-Auswärtssieg am 20. September 2008 das Sig-nal zur Aufholjagd. Kallnik: „Da haben sich die Spieler selbst aus dem Sumpf wieder herausgezogen. Ich glaube daran, dass das jetzt wieder der Fall sein wird.“


Fußball-Oberliga: Punktspiel der FCM-Zweiten gegen Erfurter Reserve auf Mittwoch verlegt
Heute Abend Testspiel gegen Oschersleben



Cracau (rsc). In der Fußball-Oberliga Süd bleibt die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg auch an diesem Wochenende spielfrei. Gegner FC Rot-Weiß Erfurt II stellte den Antrag, das Spiel auf kommende Woche Mittwoch zu verlegen. Dem gab der FCM seine Zustimmung.
„Wir haben einen sehr kleinen Kader. Und in der Oberliga Süd gibt es eine Übereinkunft, dass die zweiten Mannschaften nicht spielen, wenn die ersten Mannschaften aktiv sind“, war zu den Beweggründen von Erfurt-II-Coach Albert Krebs zu erfahren.
Der FCM-Präsidiumsverantwortliche Lutz Weiß konnte jedoch diese Vereinbarung so nicht bestätigen. „Das ist Blödsinn. Dem hat auf dem Staffeltag keiner zugestimmt. Trotzdem haben wir einer Verlegung auf Mittwoch stattgegeben. Allerdings, als Erfurt auch dieses Spiel jetzt verlegen wollte, war die Schmerzgrenze erreicht“, so Weiß. „Wir müssen ja jetzt langsam sehen, dass wir mit unseren Spielen über die Runden kommen.“
Statt um Punkte testet also die Clubzweite an diesem Wochenende wieder. Gegner ist bereits heute Abend ab 19 Uhr auf Kunstrasen hinter dem Stadion der an diesem Wochenende ebenfalls spielfreie Landesliga-Zweite Oscherslebener SC aus der Nordstaffel.

Randale beim Fußball
Verantwortung liegt bei allen, die ins Stadion gehen

Zu „Warum werden Fanprojekte nicht zu Beratungen
geladen?“, Volksstimme vom 12. März:
Der Leserbrief versucht zu suggerieren, dass Gewalt zur Fankultur gehört. Nichts anderes ist es, wenn Knallkörper und bengalische Feuer eine Tradition und „Lebensfreude“ ausdrücken sollen. Pyrotechnik birgt Gefahren nicht nur für den Anwender, sondern auch den Nichtbeteiligten.
Wenn der Leser behauptet, in den südlichen Ländern gehöre dieses Szenario dazu, so kann man meinen, beim Betrachten der Bilder, dass dies so ist. Aber weit gefehlt.
Die internationalen Fußballorganisationen FIFA und UEFA haben gemeinsam mit ihren angeschlossenen Nationalverbänden dieser Unsitte im Stadion den Kampf angesagt. Es ist ein großes Gefahrenpotenzial und keine Belustigung, wenn Zuschauer, Ordnungskräfte und Spieler dadurch gefährdet werden.
So war es nicht nur in Halle, sondern auch zwei Tage vorher beim Spiel St. Pauli gegen Hansa Rostock. Gewalt ist aber kein Ostproblem und schon gar nicht ein Thema, das ohne die Fangruppen diskutiert bzw. versucht wird zu lösen. Vielfältige Initiativen des DFB, der Landesverbände und der Klubs (so auch der Stadt Magdeburg) versuchen, die Fans miteinzubeziehen in die Arbeit des Klubs und damit auch beim „Erscheinungsbild“ im Stadion. Es wird keine hundertprozentige Sicherheit geben, Spiele ohne Randale und Pyrotechnik durchzuführen.
Die Verantwortung liegt letztendlich bei allen, die ins Stadion gehen und Fußball mit Emotion sehen wollen. Dies hat aber nichts mit Ausschreitungen, Provokationen oder Feuerwerkskörpern zu tun. Wer möchte schon als Spieler bei der Eckstoßausführung neben sich einen Knaller detonieren hören? Ich glaube keiner, kein Spieler, kein Fan, kein Ordner.
Hier darf es keine Toleranz geben, sonst haben wir Verhältnisse wie in Italien, wo weit vor dem Spiel sich Hooligan-Gruppen mit „Munition“ im Stadion eindecken und das Spiel selbst zur Nebensache degradiert ist. „Fankultur“ kann und soll anders gelebt werden. Wenn sie sich verselbständigt, ist der Fußball am Ende. Aber wer will das wirklich?
Bernd Heynemann,
Mitglied des
Sportausschusses des
Deutschen Bundestages

12.März 2009

Das Regionalliga-Derby und die Folgen
Kommt der FCM diesmal nicht mit einer Geldstrafe davon?
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Das Derby und die Folgen ... Heute schickt Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg anlässlich der Ausschreitungen am vergangenen Sonntag in Halle die vom DFB geforderte Stellungnahme nach Frankfurt/ Main.
„Wir haben uns intensiv beraten und umfangreiche Unterlagen zusammengetragen“, sagte gestern Manager Bernd Hofmann, der auch auf entlastendes Material verweist. So zeigt eine Videoaufnahme ganz deutlich, wie ein Security-Mitarbeiter aus Leipzig, gegen den von der Polizei inzwischen Anzeige wegen Körperverletzung erstattet wurde, den FCM-Anhänger gezielt vom Zaun stößt. Daraufhin war die Lage eskaliert und die Partie zum zweiten Mal unterbrochen worden.
Dennoch geht beim Club die Angst um, diesmal nicht mit einer Geldstrafe davonzukommen. Denn das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und Rauchbomben zu Beginn der zweiten Halbzeit muss der FCM klar auf seine Kappe nehmen. „Es ist anzunehmen“, so Hofmann, „dass aufgrund der Verspätung des Sonderzuges die immerhin 1700 FCM-Anhänger, die dann erst kurz vor Spielbeginn am Wabbelstadion eintrafen, nicht mehr ausreichend kontrolliert worden waren.“
Nochmals der Manager: „Wir haben im Vorfeld wirklich alles getan, um Unruhen zu vermeiden. Aber es kann natürlich passieren, dass nach einer Ermahnung und zwei Geldstrafen in Höhe von 2000 und 5000 Euro der DFB diesmal ein Exempel am FCM statuieren will.“
Der nächste Schritt wäre demnach ein Heimspiel mit reduzierter Zuschauerzahl und gerade für die Elbestädter ein solches Strafmaß natürlich besonders bitter, liegt doch der Schnitt bei über 9500. „Und dass der DFB so schnell wie bei Bundesligaspielen reagiert und uns zu einer Stellungnahme aufgefordert hat, steigert nicht gerade die Chancen, dass wir glimpf ich davonkommen“, schwant Hofmann Böses.
Da die Urteilsverkündung Anfang nächster Woche zu erwarten ist, könnte das übernächste Heimspiel am 29. März gegen den VfL Wolfsburg II von Sanktionen betroffen sein.
Apropos Termine: Nach dem Landespokal-Chaos – dreimal fel bekanntlich das Achtelf nale bei Germania Halberstadt II aus – steht nun fest, dass die Partie am 5. April nachgeholt wird. Das wiederum bedeutet, dass das Regionalliga-Auswärtsspiel beim VFC Plauen, ursprünglich für den 4. April angesetzt, verlegt werden muss. Dieses Match fndet nun am Ostersonnabend, 11. April, statt.

Dirk Stahmann neues Ehrenmitglied
„FCM nie verlassen“



Magdeburg (ut). Der 1. FC Magdeburg hat mit Dirk Stahmann sein 29. Ehrenmitglied. Der 50-Jährige war im Rahmen des jüngsten Heimspiels gegen den SV Babelsberg ausgezeichnet worden.
Stahmann, von 1985 bis 1994 Kapitän, absolvierte 411 Pf ichtspiele für den Club (61 Tore), war u.a. einmal DDR-Vizemeister (1978) und dreimal FDGB-Pokalsieger (1978, 1979, 1983). Als Nationalspieler kam er auf 46 Einsätze (zwei Tore).
Der Ehrenrats-Vorsitzende Klaus-Dieter Runge hob vor allem dessen Vereinstreue hervor: „Dirk hat trotz vieler Angebote unseren FCM nie verlassen.“

Leserbrief

Randale beim Fußballspiel FCM gegen HFC
Warum werden Fanprojekte nicht zu Beratungen geladen?

Zu „HFC glücklicher Sieger im Regionalliga-Duell / Emotionsgeladene Partie zweimal unterbrochen / FCM verliert Derby mit 0:1 und den Anschluss an die Spitze“, Volksstimme vom 9. März, und zum Leserbrief „Karte für Risikospiele nur im Vorverkauf?“, Volksstimme vom 11. März:
Wieder einmal schlägt das Derby zwischen Halle und Magdeburg große Wellen. Wieder einmal sprechen Medien und Funktionäre davon, dass einige wenige Chaoten ein Fußballfest zerstört hätten und somit dem Ruf der Vereine schaden würden. Präsident und Manager des 1. FC Magdeburg fordern ein „konsequentes Vorgehen gegen die Rowdys“. Der Präsident des Fußballverbands Sachsen-Anhalt (FSA), Werner Georg, macht sich sogar für eine rechtliche Grundlage zum „Wegsperren solcher Leute“ stark. Starker Tobak, dem ich widersprechen möchte. In den Fankurven dieser Welt war der Einsatz „pyrotechnischer Erzeugnisse“ stets ein beliebtes Mittel. Gute Stimmung, der letzte Kick für die Mannschaft vor dem Spiel – Dinge, die man einst mit leuchtenden Kurven verbunden hat. Dinge, die man heute noch im Ausland mit einer lebendigen Fankultur verbindet. Dinge, die auch im Fernsehen zur Schau gestellt werden, wenn Bremen oder München in den Hexenkesseln dieser Welt zu Gast sind. In Welten, die fernab des deutschen Fußballs liegen.
In Deutschland sind Rauchbomben und Nebelgranaten verteufelt – zumindest von denen, die Schlagzeilen brauchen und den deutschen Fußball so gut es geht vermarkten. „Rauchbombe“, das klingt schon nach Zerstörung. Ein schönes Wort, wenn man dem Otto Normalverbraucher die Gefährlichkeit deutlich machen will. „Rauchtopf“ klingt schließlich nur halb so wild. Letztlich ist die Wortwahl nur eine Kleinigkeit – doch mit Kleinigkeiten fängt alles erst richtig an.
Warum werden die Fanprojekte aus Halle und Magdeburg nicht zu den Sicherheitsberatungen geladen? Vielleicht, weil sie nicht zu den bequemen Ja-Sagern zählen, sondern Paroli bieten und Dinge klarstellen könnten, die nicht in die Sicherheitskonzepte passen? Alles schreit nach Konsequenzen gegen die sogenannten Fans – aber die, die wirklich einen heißen Draht haben zum Lager der Chaoten, werden außen vor gelassen. Der Allgemeinheit werden die ostdeutschen Fußballfans als die Verlierer der Wende verkauft – Jugendliche ohne Perspektiven. Sie haben keine Ahnung davon, wie viele Berufstätige und Studenten in den Fankurven zu Hause sind. Dort tummelt sich kein Pack – sondern Menschen, die ein Fußballspiel anders leben als die Herrschaften auf der Haupttribüne. Ein Faible für Pyrotechnik zeugt nicht von einem geringen Bildungsgrad, sondern von Emotion und Lust auf gute Stimmung!
Aber anstatt die Welt weniger engstirnig zu betrachten, muss ein Strick gedreht werden. Ein Strick, an dessen Ende irgendwann der Begriff „Fankultur“ zu Grunde gehen wird. Und die Gesellschaft wird Hand in Hand mit den Funktionären dieser Fußballwelt rufen: „Das hat doch nichts mit Fansein zu tun!“ Und ob es das hat.
Ronald Bienenstock,
39114 Magdeburg

11.März 2009

Club-Chef übt scharfe Kritik und faltet die Spieler des Fußball-Regionalligisten richtig zusammen
FCM-Krise: Präsident Rehboldt holt zum Rundumschlag aus
Von Uwe Tiedemann

Beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg brennt seit der Derby-Niederlage in Halle (0:1) der Baum. Präsident Volker Rehboldt platzte nach der dritten Niederlage gegen den Erzrivalen in Folge der Kragen.
Magdeburg. Der FCM hatte schon das Hinspiel 1:2 verloren und zuvor auch im Landespokalfnale der Saison 2007/08 den Kürzeren gezogen (3:4 nach Elfmeterschießen). Nun die neuerliche Pleite. „Da soll mir keiner erzählen, das sei dumm gelaufen“, wettert Rehboldt.
Damit nicht genug. Aus den sechs Spitzenspielen gegen Holstein Kiel (0:1, 1:1), HFC (1:2, 0:1) und Babelsberg (0:2, 1:1) sprangen lediglich zwei von 18 möglichen Punkten heraus.
„Fakt ist: In den vergangenen 12, 13 Monaten hat die Mannschaft in den entscheidenden Situationen jedes Mal versagt! Mit den gezeigten Leistungen hätte man weiterkommen können, ist man aber nicht. Ich kann die Ausreden nicht mehr hören. Mal ist es unverdient, mal der Gegenwind, mal der Platz, mal der Schiedsrichter. Die Spieler sollten sich lieber an ihre eigene Nase fassen“, machte der Club-Chef seinem Ärger gegenüber der Volksstimme Luft.
Rehboldt weiter: „Mit sechs Punkten Rückstand zur Spitze sind wir jetzt nicht mehr der große Aufstiegsfavorit. Aber wir können schlecht die Saison für beendet erklären. Andererseits sind noch 39 Punkte zu vergeben. Wir müssen jetzt Schritt für Schritt nach vorne kommen. Die Mannschaft steht mehr denn je in der Pf icht.“
Wie die Volksstimme aus zuverlässiger Quelle erfuhr, soll der Präsident die Spieler am Montagabend im Stadion zum Rapport bestellt und ihr ordentlich den Kopf gewaschen haben. Eine Vorgehensweise, die der 40-Jährige nur dann anwendet, wenn richtig Feuer unterm Dach ist. Und das scheint momentan der Fall zu sein. Äußern wollte sich Rehboldt jedoch nicht: „Zu internen Dingen gebe ich keine Statements ab.“
Zur sportlichen Krise kommt bekanntlich noch die zu erwartende saftige Strafe durch den DFB, der nach den beiden Spielunterbrechungen am vergangenen Sonntag im Wabbelstadion bereits die Ermittlungen aufgenommen hat. „Es handelt sich zwar nur um ganz wenige Rowdys, aber der gute Ruf des gesamten 1. FC Magdeburg steht auf dem Spiel. Ich bin stocksauer“, so Rehboldt.
Wie geht es jetzt weiter? Am Sonntag kommt der HSV mit seiner zweiten Mannschaft nach Magdeburg. Hier zählt nur eins, nämlich ein Dreier. In der Hinrunde war bekanntlich Hamburg der Wendepunkt. Die Blau-Weißen gewannen seinerzeit die Partie Mitte September 2008 mit 1:0 und starteten dann nach den drei Auftaktpleiten richtig durch (14 Spiele ohne Niederlage). Und jetzt? Nochmals Rehboldt: „Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass Kiel noch sechs Punkte verliert und auch der HFC mehr als vier abgibt. Die Frage ist nur: Wieviel Zähler lassen wir noch liegen?“
Die FCM-Fangemeinde fragt sich jedenfalls besorgt: „Verliert ihr Team das erklärte Ziel 3. Profliga diesmal vorzeitig aus den Augen, nachdem in der vergangenen Saison der für die Qualifkation notwendige 10. Platz bekanntlich erst am letzten Spieltag verpasst wurde?

10. März 2009

DFB nimmt Derby-Ausschreitungen in Halle sehr ernst
1. FC Magdeburg droht saftige Strafe
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Was kommt da auf den 1. FC Magdeburg zu? Nach den Krawallen mit zwei Spielunterbrechungen beim Fußball-Regionalliga-Derby am Sonntag in Halle (Volksstimme berichtete) liegt die Aufforderung des DFB zur Stellungnahme bereits vor. „Dass es so schnell geht, zeigt, wie hoch angebunden das Thema ist“, sagte gestern Manager Bernd Hofmann.
Bis Donnerstag muss der Verein antworten, und dann, so Hofmann, dürfte innerhalb einer Woche das Urteil feststehen. Ein Urteil, das schmerzhaft werden könnte, denn der FCM ist „Wiederholungstäter“.
Für den niedergeschlagenen Manager war es einer seiner schwärzesten Stunden beim FCM, denn auch sportlich mussten die Elbestädter durch die 0:1-Niederlage einen schweren Dämpfer im Kampf um den Drittliga-Aufstieg hinnehmen.
Hofmann betonte allerdings auch: „Es gab im Vorfeld nicht nur Sicherheitsbesprechungen, sondern öffentliche Bekanntmachungen, Gespräche mit Fangruppen und rund 50 eigene Ordner für das Spiel. Mehr kann man als Verein nicht machen.“
Dennoch kündigten sowohl Hofmann als auch Präsident Volker Rehboldt ein konsequentes Vorgehen gegen die Rowdys an. „Man muss aber die beiden Vorkommnisse deutlich trennen. Für das Zünden der Feuerwerkskörper zur zweiten Halbzeit stehen wir gerade, wobei ich auch betone: Die Grenzen sind erreicht“, schimpfte Rehboldt.
Die zweite Unterbrechung hatte es gegeben, als ein Leipziger Sicherheitsmitarbeiter einen FCM-Fan vom Zaun gestoßen und dieser sich verletzt hatte. Hofmann: „Was da beim Sturz aus fast vier Meter Höhe hätte passieren können. Mir fehlen die Worte. Das war der i-Punkt.“ Sport

Bittere 0:1-Derby-Niederlage in Halle hat Spuren hinterlassen
FCM und die bange Frage: Reicht es wieder nicht?
Von Uwe Tiedemann

Im Lager des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg hat sich nach der unglücklichen 0:1-Niederlage im Derby beim Halleschen FC Ernüchterung breitgemacht. Die Elbestädter laufen Gefahr, ihr Saisonziel zu verfehlen. Wieder einmal.
Halle/Magdeburg. Trotz ansprechender Leistungen gegen die Spitzenteams Kiel, HFC und Babelsberg sprang 2009 noch kein Sieg heraus. Zweimal 1:1, einmal 0:1, also nur zwei von neun möglichen Punkten, was zur Folge hatte, dass die Elbestädter nun schon sechs Zähler hinter Tabellenführer Holstein Kiel zurückgefallen sind.
In der Hinrunde hatte der Club noch alle drei Partien verloren, doch waren alle Beteiligten davon ausgegangen, dass ein wesentlich besserer Rückrundenstart gelingt. Es kam anders.
„Sechs Punkte sind enorm viel, aber aufholbar. Wir müssen dranbleiben und jetzt eine Serie starten“, sagte Kapitän Daniel Rosin nach dem bitteren 0:1 im Wabbelstadion. Eine Serie so wie in der Hinrunde, als der Club schon neun Punkte hinten lag, dann 14mal in Folge (!) ungeschlagen blieb und bis auf einen Zähler wieder herankam.
Aber mit der Aufholjagd ist das so eine Sache. 2007/08 hechelten die Elbestädter ebenso ständig hinterher, um am Ende ihr Ziel 3. Liga um drei Tore zu verfehlen. Und wiederum nur ein Jahr zuvor waren drei Spieltage vor Ultimo fünf Zähler Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz zu wenig, um den Durchmarsch in Liga zwei zu packen.
Kein Wunder also, dass bei vielen Anhängern die Angst umgeht, erneut zu scheitern. „Es ist weiter alles möglich, zumal unsere direkten Konkurrenten sich noch gegenseitig die Punkte wegnehmen, aber wir selbst dürfen uns in den nächsten Spielen keine Patzer mehr leisten. Gegen den HSV muss jetzt am kommenden Sonntag ohne Wenn und Aber ein Dreier her“, forderte Stürmer Radovan Vujanovic, dem momentan das Pech an den Stiefeln klebt und der zudem mit den Schiedsrichterentscheidungen hadert.
In der Tat war es speziell gegen Babelsberg und Halle auffällig, wie unterschiedlich manche Referees bei strittigen Szenen im Strafraum urteilen. Wenn dann wie zuletzt meistens zum Nachteil des FCM gepf ffen wird, sitzt der Frust besonders tief.
Innenverteidiger Mats Wejsfelt, für den es persönlich die erste Saisonniederlage war (bei den Pleiten im August und September war er verletzt/d. Red.) machte noch auf einen anderen Aspekt aufmerksam: „Selbst ein Unentschieden hätte uns doch nicht wesentlich weitergebracht. Bei der Drei-Punkte-Regelung müssen Siege her. Dann schaffen wir es auch noch.“
Trainer Paul Linz äußerte sich besonders kämpferisch: „Wenn ich merke, dass jemand aufgibt, bekommt er Streit mit mir. Ich glaube weiter an meine Mannschaft, die gut ist und die Charakter zeigt.“ Und als deutliche Warnung an die Konkurrenz: „Der FCM ist noch lange nicht weg vom Fenster. Darauf müssen sich alle einstellen.“ Dennoch herrscht Katerstimmung bei Verantwortlichen und Spielern, von denen sich am Sonntag abend einige anstatt nach Hause zu fahren spontan zum Kinobesuch entschlossen, um abzuschalten.


FCM und HFC erwarten nach Randale beim Landesderby harte Strafen
Fußball-Chef Georg: „Diese Leute müssen weggesperrt werden“
Von Uwe Tiedemann



Halle/Magdeburg. Nach den zwei Spielunterbrechungen beim jüngsten Regionalliga-Derby zwischen dem HFC und FCM (1:0) am vergangenen Sonntag (Volksstimme berichtete) müssen die beiden Vereine mit empf ndlichen Strafen rechnen. Zumal sie „Wiederholungstäter“ sind.
Für Werner Georg, Präsident des hiesigen Fußballverbandes (FSA) waren die Vorkommnisse „wieder einmal eine traurige Angelegenheit“. Der FSA-Chef erklärte aber zugleich: „Von beiden Vereinen ist im Vorfeld wirklich alles getan worden, damit ein friedliches Fußballfest stattf ndet. Mehr geht einfach nicht. Wenn eine Handvoll Chaoten alles kaputtmachen, sollten rechtliche Grundlagen geschaffen werden, um solche Leute wegzusperren. Das sind keine Fans, sondern Personen, die das ganze Gerüst ins Wanken bringen.“ Und weiter: „Ich stimme nicht mit dem Vorschlag der Polizeigewerkschaften überein, die Spiele ganz ohne Zuschauer fordern. Das ist reiner Populismus.“
Wie hoch das Strafmaß ausfällt, vermag auch Georg nicht einzuschätzen: „Das kann im günstigsten Fall nochmals eine Geldbuße sein. Möglich sind aber auch Spiele mit reduzierter Zuschauerzahl oder eben komplett leeren Rängen.“
Georg, der ausdrücklich die Besonnenheit des Unparteiischen Markus Schmidt (Stuttgart) lobte, ging auch auf die zahlreich ins Stadion geschmuggelte Pyro-Technik ein: „Ich will niemandem zu nahe treten, aber vielleicht sollte man in Zukunft darüber nachdenken, auch den VIP-Bereich zu kontrollieren. Wer sagt denn, dass da nichts weitergegeben wird ...“
Übrigens: Der im Stadion verletzte FCM-Anhänger hat laut Fanbetreuer Ralf Dobberitz das Krankenhaus wieder verlassen können. Die Situation war eskaliert und das Spiel in der 75. Minute erneut unterbrochen worden, nachdem ein Mitarbeiter einer Leipziger Security-Firma den Jugendlichen vom Zaun gestoßen hatte. „Er hatte zwar nichts auf dem Zaun zu suchen, aber wir wollten ihn uns erst nach dem Spiel greifen, um nicht noch mehr für Unruhe zu sorgen“, sagte Dobberitz, der insgesamt von einer „entspannten Anund Abreise“ der Magdeburger Fans sprach.

9.März 2009

HFC glücklicher Sieger im Regionalliga-Duell / Emotionsgeladene Partie zweimal unterbrochen
FCM verliert Derby mit 0:1 und den Anschluss zur Spitze
Von Uwe Tiedemann

Das tat richtig weh! Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg verlor gestern das emotionsgeladene und zweimal unterbrochene Landesderby beim Halleschen FC höchst unglücklich mit 0:1 (0:1) und hat jetzt schon sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Holstein Kiel.
Halle. Das Duell der Erzrivalen, das wegen Zug-Verspätung und massiver Kontrollen vor knapp 11 000 Zuschauern erst um 14.15 Uhr begann, war von der ersten Minute an vom Einsatz geprägt. Das spielerische Element kam auf dem tiefen, holprigen Boden zwangsläuf g zu kurz. Wenn überhaupt, setzten die Gäste die Akzente. Doch das Tor fel auf der anderen Seite. 26. Minute: Nach der ersten Ecke brachte der starke Lachheb das Leder per Kopf vors FCM-Tor, und Müller verlängerte ebenfalls per Kopf zur Führung.
Dieser Treffer spielte dem HFC natürlich voll in die Karten. Der Club biss sich an den Defensivkünstlern aus der Saalestadt immer wieder die Zähne aus. Klare Chancen blieben Mangelware. Das sollte sich jedoch nach der Pause ändern.
Doch auch die zweite Hälfte begann später. Im FCM-Fan-Block waren zahlreiche Rauchbomben und Feuerwerkskörper gezündet worden. Allerdings mischten auch die HFC-Anhänger auf ihrer Seite munter mit.
Mit zunehmender Dauer entwickelte sich praktisch ein Spiel auf ein Tor, auf das des HFC, der aber mit Glück, Geschick und einem überragenden Keeper Horvat den knappen Vorsprung über die Zeit rettete. Kurz vor Spielbeginn hatte der HFC unter tosendem Beifall bekanntgegeben, dass der Kroate seinen Vertrag verlängert hat.
Horvat zeigte nicht nur eine hervorragende Strafraumbeherrschung, sondern war in der turbulenten Schlussphase auch gegen Vujanovic zweimal in höchster Not zur Stelle (84./88.). Und in der Nachspielzeit bewahrte bei einem gut getimten Vujanovic-Freistoß der Innenpfosten die Hallenser, die in der 81. Minute David mit Gelb-Rot verloren hatten, vor dem längst fälligen und verdienten Ausgleich.
Dies war zugleich die letzte Aktion in einer denkwürdigen Partie, die im zweiten Abschnitt sogar ein zweites Mal unterbrochen werden musste. Laut Augenzeugen hatte ein Mitarbeiter einer Leipziger Security-Firma einen FCM-Fan mit Gewalt vom Zaun gestoßen. Dieser f el beim Sturz auf den Rücken und verletzte sich. Daraufhin mussten Polizeikräfte die aufgebrachten Anhänger zurückhalten.
FCM-Trainer Paul Linz war nach der dritten Auswärtsniederlage unter seiner Regie (zuvor in der Saison 2008/09 0:1 bei Dynamo Dresden und in der laufenden Saison 0:2 in Babelsberg) tief enttäuscht, sagte aber auch: „Ich kann den Jungs‘ keinen Vorwurf machen. Es war viel Pech dabei und Horvat wirklich klasse. Das Ding wollte einfach nicht rein. Wir waren in keinem der drei Spitzenspiele schlechter, haben aber natürlich zu wenig Punkte geholt.“ Und mit Blick nach vorn: „Es klingt zwar wie eine Phrase, aber wer aufgibt, hat schon verloren. Wir tun es jedenfalls nicht. Ich glaube an mein Team.“ Kollege Sven Köhler: „Wir haben uns mit allem, was wir hatten, dagegengestemmt. Unser Sieg war am Ende allerdings glücklich.“

Stimmen
Daniel Rosin (FCM-Kapitän):
„Wirklich bitter! Wir haben Halle vor allem in der zweiten Halbzeit klar beherrscht, aber das Ding will derzeit einfach nicht rein. Wir stecken trotzdem nicht den Kopf in den Sand.“
Mats Wejsfelt (FCM): „Wir haben Halle quasi an die Wand gespielt. Von denen kam nicht ein vernünftiger Torschuss. Aber solche Spiele gibt es.“
Maximilian Watzka (FCM): „Wir haben alles gegeben, aber momentan kein Glück im Abschluss. Andererseits hatte der HFC wieder reichlich Dusel. Ich glaube aber einfach nicht, dass das bis zum Saisonende so weitergeht.“ Radovan Vujanovic (FCM): „Ich weiß nicht, was ich noch machen soll? Schon letzte Woche treffe ich zweimal den Pfosten, jetzt den Innenpfosten. Ich verstehe aber auch die Schiedsrichter nicht. Gegen Babelsberg pfeift er gegen uns zwei Elfmeter, heute hätte er mindestens zwei Elfer für uns geben müssen.“
Rene Stark (HFC-Kapitän): „Das Spiel wollte ja gar kein Ende nehmen ... Da war es schwer, immer wieder den Rhythmus zu fnden. Wir haben heute alles in die Waagschale geworfen und sicherlich am Ende mit dem nötigen Glück gewonnen.“
Lutz Trümper (Magdeburgs Oberbürgermeister): „Das Problem zurzeit ist, dass die Mannschaft ordentlich spielt, aber eben keine Tore schießt. So wird‘s eng mit dem Aufstieg.“
HFC: Horvat - Schubert, Lachheb, Kamalla, Finke, David, Benes, Kittler, Stark (86. Lindenhahn), Müller (66. Kunze), Neubert
FCM: Beer - Probst, Wejsfelt, Rosin, Bankert, Watzka (83. Matthias), Gewelke (66. Reimann), Bauer, Racanel, Vujanovic, Braham
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart). Zuschauer: 10 851. Tor: 1:0 Müller (26.). Gelb: Kittler, Benes, David, Lachheb / Rosin, Gewelke, Vujanovic, Braham. Gelb-Rot: David (81./wiederholtes Foulspiel)

HFC siegt 1:0 im Derby
Rückschlag für FCM im Kampf um den Aufstieg



Halle (ut/dpa). Der 1. FC Magdeburg verlor gestern das Verfolgerduell in der Fußball-Regionalliga beim Halleschen FC mit 0:1 (0:1). Das „goldene Tor“ fel nach 26 Minuten durch Müller. Danach hatten die Gäste, deren Rückstand auf Spitzenreiter Holstein Kiel nun schon sechs Punkte beträgt, noch genügend Chancen zum Ausgleich, scheiterten aber immer wieder an Torhüter Horvat oder hatten Pech im Abschluss.
Beim prestigeträchtigen Sachsen-Anhalt-Derby gab es auch diesmal wieder Tumulte. Auf dem Weg der Fans zum Stadion seien Autos und Einrichtungen beschädigt worden, sagte Halles Polizeisprecher Siegfried Koch. In der Halbzeitpause zündeten Fans beider Vereine Feuerwerkskörper und Rauchbomben.
Insgesamt seien knapp 900 Polizisten im Einsatz gewesen und hätten mehrere Krawall-Versuche unterbunden, sagte Koch weiter

7.März 2009

Fußball-Landes-Derby
Trümper sagt 2:1-Sieg für den FCM voraus



Magdeburg (ut). Derbyzeit in Sachsen-Anhalt: Morgen um 14 Uhr treffen im Hallenser Kurt-Wabbel-Stadion der Tabellenzweite der Fußball-Regionalliga, der Hallesche FC, und der Drittplatzierte 1. FC Magdeburg aufeinander. Vor allem die Elbestädter, die mit aller Macht die Rückkehr in die 3. Liga anstreben, stehen gehörig unter Druck.
Ein großes Polizeiaufgebot und massive Personenkontrollen sollen dafür sorgen, dass sich die Eskalation unter den gegnerischen Fangruppen in Grenzen hält.
Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD), der kurzfristig entscheiden will, ob er nach Halle fährt, ist optimistisch: „Wir haben das Hinspiel und vor einem Jahr auch das Landespokalfnale mit viel Pech verloren. Ein drittes Mal passiert das nicht. Deswegen glaube ich auch an einen 2:1-Auswärtssieg.ZumaldieMannschaft zuletzt gegen Babelsberg (1:1/d. Red.) toll gespielt hat.

1. FC Magdeburg II
Weiter vom Klassenerhalt träumen
Von Roland Schulz



Magdeburg. Für die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg steht am Sonntag ab 14 Uhr beim FC Eilenburg eine vorentscheidende Oberliga-Partie in Haus.
Die Magdeburger, gegenwärtig mit zehn Zählern Vorletzter des 16 Teams starken Feldes, müssen beim mit 14 Punkten auf Platz 13 rangierenden Gastgeber punkten, wenn nicht schon frühzeitig alle Träume vom Klassenerhalt wie Seifenblasen zerplatzen sollen. Allerdings fehlt vielen Anhängern, vor allem nach der desaströsen Leistung im vergangenen Heimspiel gegen Gera (0:2), jetzt der Glaube.
„Wenn die Mannschaft aber ihre Trainingsleistungen umsetzen kann, klappt es auch mit dem Punkten“, ist sich dagegen Trainer Andrzej Wojcik sicher. Verzichten muss der Coach u. a. auf den verletzten Marcel Werner, der jedoch nach seiner vorrübergehenden Suspendierung in die dritte Mannschaft wieder in den Kader der Reserve aufgenommen wurde.

Morgen Fußball-Regionalliga-Hit zwischen HFC und FCM / Fußball-Präsident sauer auf Staatssekretär
Mit „massivsten Personenkontrollen“ Randale im Landes-Derby vermeiden
Von Uwe Tiedemann

Neben der sportlichen Herausforderung beim Landes-Derby zwischen dem 1. FC Magdeburg und HFC ist jedes Mal der Sicherheitsgedanke ein ebenso beherrschendes Thema. Diesmal ganz besonders, denn schon vor dem Regionalliga-Showdown 2009 (morgen 14 Uhr/Wabbel-Stadion) gabs Zoff hinter den Kulissen. Dabei waren die Vereine gar nicht beteiligt ...
Magdeburg/Halle. In einem Gespräch mit der „Mitteldeutschen Zeitung“ in Halle hatte Sachsen-Anhalts Innenstaatssekretär Rüdiger Erben (SPD) den „größten Einsatz der Polizei in dieser Spielzeit“ angekündigt, betont, dass „aggressiv die Auseinandersetzung gesucht wird“ und die Fans beider Vereine so charakterisiert: „Die vom FCM sind unmittelbar auf Randale aus, die des HFC provozieren erst einmal durch Transparente und Sprüche“.
Anmerkungen, die Werner Georg, Präsident des Fußballverbandes Sachsen-Anhalts, auf die Palme brachten: „Solche Aussagen sind ungesund und deplatziert. Diejenigen Zuschauer, die vielleicht das Spiel besuchen wollen, bleiben daraufhin weg, andererseits werden die Randalierer geradezu ermuntert, noch mehr loszuschlagen. Dabei hoffen alle auf ein friedliches Fußballfest.“
Wie hoch das Aufgebot der Sicherheitskräfte tatsächlich ist, darüber gibt es aus polizeitaktischen Gründen keine off - ziellen Angaben. Zumindest muss sich der Zuschauer, so HFC-Vizepräsident Jörg Sitte, „auf massivste Personenkontrollen einstellen“.
Dass es sich um ein ganz besonderes Spiel handelt, erläutert Sitte auch an diesem Beispiel: „Choreographien und Banner sind selbstverständlich erlaubt, allerdings müssen diese eine Stunde vor Spielbeginn auf ihre Inhalte genehmigt werden. Beleidigendes oder Diffamierendes wird nicht zugelassen.“
Ferner wollen die Verantwortlichen mit strikter Blocktrennung im Stadion und auf den Anmarschwegen mögliche Konfikte im Keim ersticken. „Trotz der schlechten infrastrukturellen Voraussetzungen im Kurt-Wabbel-Stadion wollen wir alles tun, um die Sicherheit der Zuschauer zu gewährleisten“, fasste Sitte zusammen, der von einer Besucherzahl „um die 10 000, davon mindestens 3000 aus Magdeburg“ ausgeht. Mit einem ausverkauften Haus (13 000 passen rein) rechnet er nicht.
Sportlich hält sich der HFC vornehm zurück. „Wir wollen gewinnen, müssen aber nicht. Favoritenrolle und Aufstiegsdruck liegen bei Magdeburg“, so Sitte. Die Gastgeber sind in dieser Saison noch ungeschlagen, aber auch der Club hat seit 16 Spielen nicht mehr verloren. Welche Serie reißt morgen, oder gibts ein Remis, das nur Spitzenreiter Holstein Kiel hilft?

6.März 2009

Fußball-Regionalliga-Spitzenspiel beim Halleschen FC am Sonntag von besonderer Bedeutung
Im Derby kann der FCM vieles wieder geraderücken
Von Uwe Tiedemann

Es ist kein Spiel wie jedes andere. Und in der gegenwärtigen Situation schon gar nicht. Wenn am Sonntag (14 Uhr) Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg im Landesderby beim Halleschen FC antritt, geht es emotional mit Sicherheit wieder hoch her.
Magdeburg. Der größere Druck liegt eindeutig auf Seiten des FCM. Die Elbestädter sind selbst ernannter Titelanwärter, wollen mit Macht zurück in die 3. Liga, doch die Gefahr ist groß, dass es schiefgeht. Seit dem vergangenen Wochenende hat sich sogar der HFC, der bislang eine sensationelle Saison spielt, in 20 Partien erst acht Gegentreffer hinnehmen musste und als einziger (!) aller 54 Viertligisten in Deutschland noch ungeschlagen ist, als neuer Zweiter an den Blau-Weißen „vorbeigemogelt“.
Mit einem Dreier könnte der Club also vieles wieder geraderücken, mit einer Niederlage aber auch bis auf sechs Punkte hinter Spitzenreiter Kiel zurückfallen. Es steht also eine Menge auf dem Spiel.
„Wir nehmen die Herausforderung an und wollen dem HFC die erste Saisonniederlage beibringen“, gab sich gestern FCM-Coach Paul Linz angriffslustig und erklärte hinsichtlich des Derby-Charakters: „Man merkt schon, dass die Jungs recht angespannt sind. Da muss zumindest der Trainer einen klaren Kopf bewahren. Einfach ist das sicherlich auch für mich nicht, aber ich versuche, mich nicht anstecken zu lassen.“ Und mit einem Schmunzeln fügte der 53-Jährige hinzu: „Ich weiß, dass unsere vielen Fans am Montag viel lieber zur Arbeit gehen, wenn sie tags zuvor in Halle gewonnen haben. Diesen Gefallen wollen wir ihnen gerne tun ...“
Verzichten muss Linz weiterhin auf Mittelfeldmann Mehmet Dragusha (Stirnhöhlenentzündung). Auch der Einsatz von Innenverteidiger Mats Wejsfelt (Schienbeinverletzung) steht arg auf der Kippe. Gerade ein Ausfall des Schweden würde schwerwiegen, denn der 28-Jährige ist so etwas wie ein „Glücksbringer“, denn mit ihm hat der FCM in der laufenden Saison noch nie verloren.
Dafür steht Rene Gewelke nach seiner Gelb-Sperre wieder zur Verfügung, und auch der lange verletzte Stephan Neumann hat sich f t gemeldet.
Was Linz konkret vorhat, wollte er nicht verraten. Es spricht aber einiges dafür, nach der guten Vorstellung vom Babelsberg-Spiel nicht allzu viele Veränderungen vorzunehmen. Damit könnte auch Marcel Brendel wieder erste Wahl sein, dessen Führungstreffer vom vergangenen Sonnabend mit der Nominierung zum „Tor des Monats Februar“ in der ARDSportschau belohnt wurde (Volksstimme berichtete). Bis morgen können die Fans unter „http://www.sportschau.de/sp/ sportschau/fussball/tdm/“ für ihre „Nummer 18“ noch abstimmen.
Die Ehre „Torschütze des Monats“ wurde als letztem FCM-Kicker dem Tschechen Petr Maslej zuteil, der im November 2000 mit seinem spektakulären Fallrückzieher im damaligen DFB-Pokal-Achtelfnale gegen den Karlsruher SC zum zwischenzeitlichen 2:2 (Endstand 5:3 n.V.) getroffen hatte.
Zurück zum HFC-Match: Teamleiter und Ex-Kapitän Mario Kallnik, der mit dem Club so manche Derby-Schlacht geschlagen hat, befand: „Die Spieler müssen sich vor Augen halten, dass die Leistungen gegen Kiel und Babelsberg besser waren als die Ergebnisse (jeweils 1:1/d. Red.) und daran anknüpfen. Alle sind total heiß auf das Derby, sie dürfen aber natürlich nicht überdrehen. Und wenn wir tatsächlich gewinnen sollten, dann hätten wir aus den drei Kracher-Spielen fünf Punkte geholt. In der Hinrunde waren es bekanntlich null.“
Kallnik machte jedoch auch darauf aufmerksamn, dass es bei aller Leidenschaft aber bitteschön auch fair zugehen möge – so wie im Trainingslager in der Türkei, als beide Teams im gleichen Hotel wohnten.


Fußball-Oberliga
Für die Zweite des FCM gilt nur: Hop oder Top!



Magdeburg (rsc). Am 18. Spieltag der Fußball-Oberliga Süd steht Aufsteiger 1. FC Magdeburg II wahrlich vor einem entscheidenden Spiel. Am Sonnabend ab 14 Uhr sind die Blau-Weißen, die gegenwärtigen auf Rang 15 der 16er-Staffel platziert sind, beim TabellendreizehntenFCEilenburg zu Gast.
Beide trennen in der Tabelle vier Punkte. Sollte also der Gastgeber gewinnen, hätte die Club-Reserve auf die Eilenburger bereits sieben Punkte Rückstand. „Wir müssen zumindest punkten. Alles andere wäre fatal“, sieht Trainer Andrzej Wojcik die gegenwärtige Situation.
Dabei hofft der Trainer auch auf eine Art Trotzreaktion der Spieler, die im vergangenen letzten Heimspiel gegen Gera keine Berücksichtigung fanden. Gegen die Thüringer standen ja acht Akteure aus dem Trainingskader der ersten Mannschaft in der Anfangsformation, so dass etliche Spieler der zweiten Mannschaft zum Zuschauen verurteilt waren. „Das ist nun mal das Los einer zweiten Mannschaft, das weiß ja eigentlich auch jeder unserer Spieler“, Wojcik zu diesem Thema. Da in Eilenburg nicht mit einer derartig starken Delegation der Regionalligaelf zu rechnen ist, muss eben die eigentliche Formation wieder ran. Das positive daran: Die Spieler können jetzt zeigen, dass sie es besser können.

5.März 2009

Fußball-Regionalliga: Der 1. FC Magdeburg reist am Sonntag zum Sachsen-Anhalt-Derby nach Halle


HFC-Trainer Köhler: Sehen, was der Gegner zulässt
Von Klaus Kahmann



Magdeburg. Im Sachsen-Anhalt-Derby der Fußball-Regionalliga empfängt der Hallesche FC am Sonntag (Anpfff 14 Uhr) als Tabellenzweiter den Dritten, den 1. FC Magdeburg. Beide Mannschaften haben beachtliche Serien vorzuweisen. Während die Elbestädter nunmehr in 16 Spielen ungeschlagen sind, haben die Männer von der Saale gar alle 20 Spiele bisher ohne Niederlage überstanden.
Sven Köhler, der einst beim Chemnitzer FC dem runden Leder hinterherjagte, hat als Trainer in Halle eine schlagstarke Mannschaft geformt, die dem 1. FC Magdeburg eine seiner drei Niederlagen (1:2) beibrachte. Und das auch noch im heimischen neuen Stadion.
Nach der Besetzung seiner Mannschaft gefragt, sieht es bei Köhler ähnlich aus wie in Magdeburg: „Bis auf die Langzeitverletzten, die nun schon wochenlang fehlen, ist bei uns alles dabei. So kann jene Mannschaft aufaufen, die bis jetzt unsere Erfolge eingefahren hat“, meint Köhler.
Brisanz im Derby sieht der HFC-Trainer eher bei den Fans: „Da ist das stärker ausgeprägt. Die Spieler kennen sich ja zum Teil auch aus anderen Mannschaften, in denen sie zuvor aktiv waren. Da ist die Brisanz nicht ganz so hoch. Außerdem waren wir ja auch im Trainingslager zusammen, und da hat alles wunderbar geklappt.“
Ob er vor heimischer Kulisse voll auf Angriff setzt, wollte Köhler gestern noch nicht sagen. „Da muss man ja auch sehen, was der Gegner zulässt. Und Magdeburg ist bei weitem keine Mannschaft, die man leicht beherrscht. Wir haben ja im Spiel gegen Babelsberg gesehen, wie die Elbestädter Druck machen können. Das war ja schon unheimlich. Und eigentlich war ja auch mehr als nur das eine Tor drin“, verteilt der HFC-Trainer schon einmal Vorschuss-Lorbeeren.
Von einer Favoritenrolle seines Teams wegen des Heimvorteils wollte er nichts wissen. „Da stehen sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenüber, die beide gewinnen wollen. Ich hoffe, dass unser Wunsch dabei am Ende in Erfüllung geht“, war weiter von Köhler zu hören.

4.März 2009

Schon aussortierter Probst beim FCM plötzlich wieder erste Wahl

Trainer Linz belohnt Leistungssteigerung des Abwehrspielers

Magdeburg. Nicht wenige wunderten sich: Da hatte Trainer Paul Linz vom Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg seinen Abwehrspieler Marcel Probst zur Winterpause aussortiert, wechselte ihn aber zum Rückrunden-Start in Kiel ein und brachte ihn bei der Heimspiel-Premiere 2009 gegen Babelsberg sogar von Beginn an. Hoppla – was ist denn nun los?
Linz‘ Sinneswandel ist jedoch einfach zu erklären. Der Trainer hatte den FCM-Dauerbrenner (seit 1997 bei den Blau-Weißen) in der Hinrunde wiederholt aufgefordert, mehr Gas zu geben, war letztlich aber nicht zufrieden und schickte ihn in die „Zweite“. Allerdings mit dem Hinweis, ihn weiterhin zu beobachten. Die Tür sei nicht gänzlich verschlossen. Genauso kam es dann auch. „Ich habe in der zweiten Mannschaft f eißig trainiert, zwei gute Testspiele gemacht und mich dann sehr gefreut, dass ich mit ins Trainingslager in die Türkei durfte, wo wir viel miteinander geredet haben“, berichtete Probst rückblickend und ergänzte mit einem kleinen Schmunzeln im Gesicht: „Ich habe mich nie hängenlassen in der Hinserie, aber vielleicht hat tatsächlich ab und zu das letzte i-Tüpfelchen im Training gefehlt.“
Ein Vereinswechsel wie beispielsweise bei Christopher Kullmann, dessen Leistungen zuletzt auch stagnierten und der jetzt bei Borussia Dortmund sogar den Sprung in den Prof - Kader geschafft hat, kam für Probst allerdings nie in Frage: „Ich habe mich immer wohl gefühlt in Magdeburg und möchte hierbleiben. Außerdem kann man die beiden Fälle nicht miteinander vergleichen“, betonte der 26-Jährige.
Linz hat jedenfalls alles richtig gemacht. Zeigte der Verteidiger in Kiel noch einige Schwächen, so gehörte er jetzt gegen Babelsberg bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden mit zu den Besten und scheint gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommen zu haben.
Abschluss-Kommentar des Coaches, der gut damit leben kann, seine Entscheidung zurückgenommen zu haben: „Das war ein Schuss vor den Bug für ,Probster‘, aber er hat kapiert, was ich meine. Bei mir kann sich kein Spieler erlauben, nur 80 Prozent zu geben. Ich fordere immer 100 Prozent. Und ich lasse es auch nicht zu, dass jemand denkt: Es ist nicht so schlimm, wenn ich nur auf der Bank sitze.“
So kann sich Probst berechtigte Hoffnungen machen, auch im Derby beim HFC (Sonntag 14 Uhr) in der Startelf zu stehen.

3.März 2009

Magdeburg
Stadt übernimmt die Fußballarena




Magdeburg (kt). Der Stadtrat hat Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) beauftragt, den Betrieb des 2006 errichteten Fußballstadions neu zu ordnen. Ziel ist die Übernahme in städtische Trägerschaft ab Juli in der Hoffnung auf Mehreinnahmen. Der Beschluss erging gestern Abend in nicht öffentlicher Sitzung einstimmig bei zwei Enthaltungen.
Trümper hatte den Schritt selbst vorgeschlagen, weil der Baukonzern Hochtief und die GTE Gebäudetechnik ihre Beteiligung am bisher nicht einträglichen Unternehmen gekündigt haben. Auf dem Stadion lastet noch ein Kredit in Höhe von 15 Millionen Euro, für den die Stadt als Bürge eintritt. Bereits die 2008 fällige Millionenrate musste Magdeburg fast komplett aus der Stadtkasse bezahlen.


Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hadert mit seiner Chancenverwertung
Frust nur von kurzer Dauer – nun mit Volldampf zum HFC
Von Uwe Tiedemann

Nach dem 1:1 in Kiel musste Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg auch zur Heimpremiere 2009 gegen den SV Babelsberg wieder ein spätes Gegentor hinnehmen und letztlich mit einem Punkt zufrieden sein. Der Tenor nach dem allemal ärgerlichen Unentschieden in einem rassigen Spitzenspiel vor den mehr als 12 000 hin- und hergerissenen Zuschauern lautete: Was nützen die ansprechenden Leistungen, wenn die Tore ausbleiben und demnach die Ergebnisse nicht stimmen?
Magdeburg. Die FCM-Fans erlebten am vergangenen Sonnabend ein Wechselbad der GefühleimgutgefülltenMagdeburger Stadion. Zehn Minuten vor Schluss waren die Blau-Weißen noch neuer Spitzenreiter (eigene Führung gegen Babelsberg, Kiel in Cottbus im Rückstand), am Ende jedoch maßlos enttäuscht. Auch den Akteuren erging es nicht anders. „Solch ein Spiel muss man erst einmal verdauen. Ich bin jedenfalls ziemlich down“, bekannte FCM-Kapitän Rosin, gab sich aber sogleich kämpferisch: „Das stecken wir weg. Jetzt gehts mit Volldampf nach Halle. Und drei Punkte Rückstand zur Spitze sind bei 14 noch ausstehenden Spielen gar nichts.“
Torhüter Beer, der wieder eine überzeugende Vorstellung ablieferte und sogar einen Elfmeter parierte, schlug in die gleiche Kerbe: „Es gibt überhaupt keinen Grund, jetzt nervös zu werden. Und dass Kiel, wenn auch spät, in Cottbus gewinnt, war ja wirklich keine Überraschung.“
Der Keeper mahnte allerdings an: „Was wir in der Schlussphase geboten haben, war zu wenig. Da kamen wir kaum noch hinten raus, haben auch die zweiten Bälle nicht mehr bekommen. Daran müssen wir arbeiten.“ Dennoch gewann der Schlussmann den beiden Auftakt-Remis im Jahr 2009 auch etwas Positives ab: „Verglichen mit der Hinrunde haben wir jetzt zwei Punkte mehr ...“ Da hatten die Elbestädter bekanntlich beide Partien verloren (0:1, 0:2).
Doch das ist Schnee von gestern, der FCM nicht mehr mit dem Team von Mitte 2008 zu vergleichen. Über weite Strecken präsentierte sich der FCM als echte Einheit, vermochte sowohl spielerisch als auch kämpferisch Akzente zu setzen. Präsident Rehboldt sprach nach der Sonnabend-Partie sogar von der bislang besten Heimvorstellung und Gäste-Coach Demuth von „einem sehr glücklichen Unentschieden“. Doch trotz Chance um Chance fel außer dem Sonntagsschuss zum 1:0 durch Brendel eben kein weiterer Treffer mehr. Vor allem Vujanovic haderte mit dem Schicksal, scheiterte er doch zweimal am Gebälk. Und was dann noch auf den Babelsberger Kasten kam, wurde eine sichere Beute des besten Babelsbergers, Ex-FCM-Keeper Unger. „Hut ab! Was er gehalten hat, war schon übermenschlich“, befand Rehboldt, der aufgrund der „spielerisch überzeugenden Leistung“ weiterhin unverminderte Zuversicht ausstrahlt, was das erklärte Ziel Drittliga-Aufstieg anbetrifft.
Das gilt auch für Trainer Linz, der wie so oft nach den 90 Minuten die Ruhe in Person blieb: „Natürlich ist im ersten Moment die Enttäuschung und der Ärger über das nicht gegebene Tor in der Anfangsphase groß. Aber wir haben 60, 70 Minuten lang sehr gut gespielt, ein hohes Tempo vorgelegt und es nur versäumt, das zweite Tor nachzulegen. Zum Schluss hat ein wenig die Kraft gefehlt. Dennoch bin ich insgesamt zufrieden.“
Mit Kritik an FIFA-Referee Stark, der sich mit seinen Entscheidungen mehrfach den Unwillen vieler FCM-Fans zugezogen hatte, hielt sich der 53-Jährige gänzlich zurück: „Was soll ich dazu sagen? Der Schiri hat so entschieden. Damit ist die Sache für mich erledigt.“
Nun bereitet Linz sein Team mit Hochdruck auf den dritten Kracher in Folge vor. Am kommenden Sonntag gehts zum Erzrivalen nach Halle. Und nachdem der HFC seit Sonntag am FCM vorbeigezogen ist, dürfte das Derby von noch mehr Zündstoff geprägt sein ...

2.März 2009

Fußball-Regionalligist nur 1:1 gegen SV Babelsberg
Traumtor von Brendel, aber der Frust beim FCM überwiegt
Von Uwe Tiedemann

Dieses Unentschieden ist wie eine gefühlte Niederlage ... Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg kam am Sonnabend trotz einer Reihe hochkarätiger Chancen nicht über ein 1:1 (0:0) gegen den SV Babelsberg hinaus und haderte zudem mit Schiedsrichter Stark (siehe nebenstehender Bericht).
Magdeburg. Dieses Verfolgerduell vor mehr als 12 000 (!) Zuschauern werden die Beteiligten so schnell nicht vergessen. Und das aus mehreren Gründen.
Der Reihe nach. Noch am Vormittag hatte der Aufsichtsrat „grünes Licht“ für den Etat 2009/10 gegeben, der im Aufstiegsfall 4,7 Millionen Euro beträgt. Doch mit der Harmonie war es dann schnell vorbei.
Der Club machte zwar von Beginn an viel Druck, schaffte aber die Führung nicht. So pf ff Schiri Stark ein klares Watzka-Tor weg (8.), hielt Unger im Babelsberger Kasten überragend, hatten die Platzherren viel Pech im Abschluss. So schlenzte Vujanovic einen Freistoß an den Pfosten (11.) und „klärte“ nach Flanke von Probst am Boden liegend unfreiwillig für den schon geschlagenen Unger (35.).
Die Gäste aus Potsdam versteckten sich zwar nicht, spielten gefällig mit, blieben vorne aber weitgehend harmlos. So wäre die FCM-Führung zur Pause hochverdient gewesen.
Auch im zweiten Abschnitt zeigte sich der Club, jetzt mit Zander für Probst (Gehirnerschütterung nach einem Zweikampf) im rechten Abwehrverbund, angriffslustig. Und nach 51 Minuten war es endlich soweit: Brendel jagte das Leder aus vollem Lauf per Dropkick in den linken Winkel – ein Traumtor!
„Das war schon ein geiles Gefühl und macht Lust auf mehr. Aber ich hätte lieber kein Tor geschossen und dafür gewonnen“, so der Ex-Schalker zerknirscht.
„Kompliment für diesen Schuss. Ich habe gedacht, heute ist doch Samstag, nicht Sonntag ...“, meinte hinterher Unger, der sich aber kein zweites Mal überwinden ließ: „Schön, dass ich wieder solch einen Tag erwischt habe. Wenn man aber ehrlich ist, muss man zugeben, dass Magdeburg den Sieg verdient gehabt hätte. Speziell den zweiten Elfer pfeift nicht jeder Schiri ...“
Apropos Elfmeter: Nachdem es die Elbestädter versäumten, mit dem zweiten Tor den Sack zuzumachen und sich dann zu weit zurückzogen, witterte Babelsberg Morgenluft. Und selbst der gehaltene Wiederholungs-Strafstoß von Beer setzte keine neuen Kräfte mehr frei. So kamen die Gäste doch noch zum, wenn auch glücklichen, Ausgleich, den Frahn per Foulelfmeter besorgte (82.).
„Da hat die Ruhe und Ordnung gefehlt. Trotzdem Kompliment an meine Mannschaft“, sagte später Trainer Linz, der in der Schlussphase Stürmer Reimann einwechseln wollte, dann aber zögerte, letztlich ganz auf ihn verzichtete und damit bei so manchem FCM-Anhänger für Unverständnis sorgte.
Selbst in der 90. Minute besaß der FCM noch die Chance zum Sieg, aber Vujanovic traf aus spitzem Winkel nur den Pfosten.
Das Unglück machte dann die Nachricht aus Cottbus perfekt, als Spitzenreiter Kiel die Partie nach 0:1 durch zweite späte Tore doch noch 2:1 gewann. Und gestern zog auch noch Erzrivale HFC am FCM vorbei ...
FCM: Beer - Probst (46. Zander), Rosin, Wejsfelt, Bankert - Watzka, Bauer, Racanel, Brendel (79. Matthias) - Vujanovic, Braham Babelsberg: Unger - Weidlich, Surma (52. Oumari), Laars, Müller - Prochnow (61. Lange), Frahn, Civa, Erdirgi (61. Hartwig), Moritz - N‘Diaye
Schiedsrichter: Stark (Ergolding). Zuschauer: 12 042. Tore: 1:0 Brendel (51.), 1:1 Frahn (82./Foulelfmeter). Gelb: Wejsfelt, Braham / Ergirdi, N‘Diaye


FCM und die Referees
„Ich habe keine Zeit, ich muss zum Flieger ...“



Magdeburg (ut). Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass sich der FCM durch Schiedsrichterentscheidungen um den verdienten Lohn gebracht fühlte. Am Sonnabend nach dem 1:1 gegen Babelsberg herrschte allerdings Frust pur im Lager der Blau-Weißen. Im Kreuzfeuer der Kritik: Referee Wolfgang Stark (39) aus Ergolding (Bayern).
Den schlimmsten Patzer leistete sich der Unparteiische gleich zu Beginn (8.). Nach Flanke von Racanel verlängerte der Babelsberger N‘Diaye den Ball Richtung eigenes Tor, und Watzka hämmerte das Leder unter die Latte. Ein regulärer Treffer, weil der Ball vom Gegner kam. Der Schiri-Assistent hatte jedoch fälschlicherweise Abseits angezeigt.
Auch bei den beiden Elfmetern für die Gäste haderte der Club mit Stark. Beim ersten Strafstoß ging zwar Rosin, wie er später einräumte, gegen Moritz etwas zu ungestüm zur Sache, doch der FCM-Kapitän betonte auch: „Er hat ganz bewusst eingefädelt. Ein fairer Spieler wäre drübergesprungen.“ Und beim zweiten Elfer, verursacht von Racanel, der beim Versuch des Ballwegschlagens N‘Diaye am Bein traf, vermuteten nicht wenige eine Konzessionsentscheidung. Beer hatte bei der Wiederholung des ersten Strafstoßes – u.a. war N‘Diaye zu früh in den 16-er gelaufen – bravourös gegen Moritz gehalten.
„Das ist schon alles sehr, sehr ärgerlich. Herr Stark hat in den entscheidenden Szenen danebengelegen. Schon in der Hinrunde, als uns gegen den HFC ein klares Tor zum 2:0 verweigert wurde (Endstand 1:2/d. Red.), hat uns mit Herrn Kempter ein Bundesliga-Schiedsrichter klar benachteiligt“, zürnte FCM-Präsident Rehboldt.
Stark war im Übrigen nach Spielende zu keiner Stellungnahme bereit: „Ich habe keine Zeit. Ich muss zum Flieger“, erklärte der deutsche FIFA-Referee gleich mehrfach.


1. FC Magdeburg II
0:2 – zuviel Stückwerk gegen Gera
Von Hans-Joachim Malli



Magdeburg Der 1. FC Magdeburg II startete nach dem Spielausfall vor einer Woche mit einem 0:2 (0:0) gegen den 1. FC Gera in die Rückrunde der Oberliga, verbleibt auf dem 15. Tabellenplatz.
Trotz namhafter Verstärkung, immerhin standen acht Akteure aus dem Regionalliga-Kader auf dem Platz, blieb vieles Stückwerk, ließen sich die Blau-Weißen bei den beiden Gegentoren anfängerhaft ausspielen.
„Der notwendige Pfeffer hat gefehlt“, kritisierte Trainer Andrzej Wojcik nach dem Schlusspfff des insgesamt guten Schiedsrichters Andy Stolz aus Pritzwalk. Der Gastgeber bemühte sich gegen die zweikampfstarken Thüringer, konnte sich aber nur selten zwingend in Szene setzen, so dass Torchancen Mangelware bzw. ungenutzt blieben. Anders die Gäste mit dem Ex-Magdeburger Ronny Scholze, die nach einem schönen Angriff durch ein Kopfballtor von Neumann in Führung gingen und in der Nachspielzeit zum 0:2 ins verwaiste Tor trafen.
FCM II: Tischer - Gebauer, Prest, Zander, Taylor - Georgi (78. Görges), Gewelke, Matthias, Herold - Siga (63. N’Dombasi/81. Osterland), Reimann.
Schiedsrichter: Stolz (Pritzwalk). Zuschauer: 250. Tore: 0:1 Neumann (69.), 0:2 Janke (90.). Gelb: Reimann, Gewelke, Taylor / Fuhrmann, Strobel