Einigung mit Erfurter Wolf und klare Worte vom neuen Sportchef
Morgen tritt Michael Richter beim 1. FC Magdeburg offiziell sein Amt an
Magdeburg. Morgen tritt er offziell sein Amt an, am 3. Juli zum Trainingsauftakt wird er vorgestellt, doch aufgenommen hat er seine Tätigkeit schon vor Monaten – die Rede ist vom neuen sportlichen Leiter des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, Michael Richter, der im Rahmen einer Pressekonferenz am 19. Mai erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden war.
„Bis Ende der Woche steht der Kader. Wir verpfichten noch einen neuen Stürmer, mit dem wir uns bereits einig sind, und einen kreativen Mittelfeldspieler“, erklärte Richter, der jobmäßig von einem fließenden Übergang sprach, „weil ich ja schon lange in die Planungen mit eingebunden war.“ Welcher Stürmer kommt, verriet Richter nicht. Nur soviel: „Es wird nicht der Wilhelmshavener Storey sein (mit dem der FCM lange verhandelt hatte/d. Red.). Sowohl er als auch sein Berater wollen in die 2. oder 3. Liga. Da haben wir uns gesagt: Der Spieler ist einerseits kein Heilsbringer, der FCM andererseits so selbstbewusst, um zu sagen: Wir verzichten, wenn man das Gefühl hat, ohnehin nur zweite Adresse zu sein.“
Nach Volksstimme-Informationen ist Denis Wolf derjenige, mit dem der FCM Einigung erzielt hat. Der 26-Jährige sammelte bei Hannover 96 Erstligaerfahrung und kam dann über Fortuna Düsseldorf zu RW Erfurt, wo er vergangene
Saison 28 Spiele bestritt (drei Tore).
Zwei Akteure hat der Club bereits unter Vertrag genommen – die Innenverteidiger Andreas Gaebler (SV Wilhelmshaven) und Robert Littmann (VfB Oldenburg), deren Fähigkeiten Richter besonders hervorhob: „Beide zweikampf- und kopfballstark, beide aggressiv und beide in der Lage, fußballerisch von hinten heraus für die nötige Spiel-Eröffnung zu sorgen und die eigenen Leute mitzureißen.“
Da der 45-Jährige zuletzt in gleicher Funktion in Oldenburg aktiv war, drängt sich die Frage auf, ob weitere Kicker vom niedersächsischen Fünftligisten an die Elbe wechseln – ähnlich wie es Ex-Trainer Paul Linz mit früheren Trierern praktiziert und damit nicht den gewünschten Erfolg hatte. Richters knappe, aber klare Antwort: „Nein!“
Eine ebenso unmissverständliche Botschaft gab es in Richtung der vertraglich noch bis 2011 gebundenen, aber aussortierten Daniel Rosin und Najeh Braham. „Sollten sie keinen Verein f nden, sind sie herzlich zum Trainingsauftakt der U 23 eingeladen. Eine Rückkehr zur ersten Mannschaft wird es defnitiv nicht geben“, so der Sportchef, der einräumte, dass das weiter auf der Gehaltsliste stehende Duo zwangsläuf g Auswirkungen auf Verhandlungen mit neuen Spielern gehabt habe.
Trotz des eingeschränkten Budgets ist Richter optimistisch: „Die Arbeit macht mir viel Spaß. Ich stehe täglich in intensivem Kontakt zum Trainer und Manager. Man merkt, dass der FCM trotz Viertklassigkeit eine große Attraktivität besitzt und interessierte Spieler vor allem die begeisternde Atmosphäre hier reizt. Wir werden eine schlagkräftige Truppe präsentieren.“
Unmittelbar nach dem Trainingsauftakt fiegt der 45-Jährige mit seiner Familie erst einmal zwei Wochen in den Mallorca-Urlaub. „Bis dahin ist aber die meiste Arbeit getan“, versprach er.
Cottbus für Baumgart ein „Traumlos“
32 Paarungen in erster DFB-Pokalrunde ermittelt / Jubelstürme bei Sechstligist Neckarelz / FCM-Trainer happy
Der Titelverteidiger fährt schon wieder nach Berlin, Nobody Neckarelz empfängt Branchenführer FC Bayern, und in Magdeburg steigt ein spannendes Ostderby – die Auslosung der ersten Runde im DFBPokal (31. Juli bis 3. August) am Samstag im Rahmen der ARDSportschau mit 32 Paarungen sorgte für so manches Highlight.
Hamburg/Magdeburg (dpa/ ut). Der Club erwartet in der ersten Runde Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus. Während die FCM-Fans sich Bayern München, Schalke oder Wolfsburg als Gegner gewünscht hatten, jubelte Trainer Steffen Baumgart über den Kontrahenten.
„Cottbus ist für mich das absolute Traumlos. Unsere Anhänger können sich auf ein tolles Ostderby freuen, in dem die Lausitzer natürlich Favorit sind. Aber jedes Spiel fängt bei Null an. Ich freue mich jedenfalls auf dieses Pokalduell und werde viele Bekannte wiedersehen“, erklärte Baumgart, der dreieinhalb Jahre lang das Trikot des FC Energie trug.
„Das Spiel in Magdeburg wird sicher eine ganze Region elektrisieren“, befand Cottbus‘ Manager Steffen Heidrich. „Wir haben ein reizvolles Los gezogen, das unserem Team sportlich aber auch alles abverlangen wird.“
„Wie ein Sechser im Lotto und das Spannendste in 88 Jahren Vereinsgeschichte“, frohlockte Clubchef Thomas Ulmer vom Sechstligisten SpVgg Neckarelz am Sonntag. Der nordbadische Verbandsligist habe nach der Auslosung am Samstagabend noch „feißig bis in die Nacht hinein gefeiert“, verriet der Präsident. „Das ist ein absolutes Traumlos. Die Euphorie ist grenzenlos und nicht mehr zu bremsen“, sagte Trainer Peter Hogen. Da das Elzstadion nur 4500 Zuschauer fasst, will der klassentiefste Club im Wettbewerb gegen den Fußball-Rekordmeister und -Pokalsieger aus München nach Mannheim oder Sinsheim ausweichen.
Im Vereinsheim „Zur Arena“ im 6500-Einwohner-Ort Neckarelz hatten Bundestorwarttrainer Andreas Köpke und die zweimalige Weltmeisterin Renate Lingor beim Ziehen der Lose für die erste Pokal-Runde Partystimmung ausgelöst. Als der frühere Weltklasse-Keeper Köpke die kleine Plastikkugel öffnete und den großen Namen FC Bayern München als Gegner des Vertreters aus dem Neckar-Odenwald-Kreis verlas, sprangen die Fans auf Tische und Bierbänke – und jubelten über das „Spiel des Jahres“. Als badischer Fußball-Pokalsieger hatte sich der „Hecht im Karpfenteich“ („Fränkische Nachrichten“) qualif ziert.
„Diese Mannschaft ist natürlich eine unbekannte Größe für uns“, betonte FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger. „Aber auch wenn der Pokal bekanntlich seine eigenen Gesetze hat, müssen wir gegen diesen Gegner natürlich in die nächste Runde einziehen.“
Attraktive Kontrahenten bekamen auch die Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Union Berlin (Pokalsieger Werder Bremen) und Fortuna Düsseldorf (Hamburger SV), die Oberligisten Germania Windeck (Schalke 04) und Kickers Emden (1. FC Köln) oder der Viertliga-Verein SV Babelsberg 03 (Vorjahresf nalist Leverkusen) zugelost. Meister VfL Wolfsburg reist mit dem neuen Trainer Armin Veh zu Zweitliga-Absteiger Wehen.
„Das ist eine schwierige, aber schöne Aufgabe“, kommentierte Werder-Coach Thomas Schaaf den Ausfug in das umgebaute Stadion An der Alten Försterei.
Die brisanteste Begegnung bescherte die ehemalige Frankfurter Bundesliga-Spielerin Renate Lingor aber ihrer früheren Wahl-Heimat. 50 Jahre nach dem packenden Endspiel um die deutsche Meisterschaft 1959 zauberte die „Glücksfee“ erneut das Derby Kickers Offenbach gegen Eintracht Frankfurt aufs Tableau. „Eine bessere Saisoneröffnung hätten wir uns nicht wünschen können“, meinte Frankfurts neuer Coach Michael Skibbe. „Sensationell. Ein cooles Los“, befand Patrick Ochs. Der frühere Eintracht-Prof und heutige Kickers-Sportmanager Andreas Möller sagte: „Das ist eine riesige Herausforderung. Das wird ein Fußballfest für die gesamte Rhein-Main-Region.“
Philipp Glage trifft fünf Mal für den Gast zum Aufgalopp
Fußball-Testspiel: TSG Unseburg/Tarthun – 1. FC Magdeburg II 1:11 (0:3)
Im ersten Testspiel in Vorbereitung auf die am Mittwoch beginnende Saison in der Fußball-Verbandsliga gewann Noch-Oberligist 1. FC Magdeburg II einen freundschaftlichen Vergleich bei der TSG Unseburg/Tarthun aus Anlass der 60. Vereinsgründung des Gastgebers klar mit 11:1 (3:0). Die Treffer für die Blau-Weißen erzielten Philipp Glage 5), Sören Osterland (2), Lukas Zekas, Steven Herold, Maximilian Dentz und Robert Lösdau.
Magdeburg. Da dieses Testspiel noch vor dem off ziellen Trainingsstart am heutigen Montag lag, einige Spieler noch im Urlaub weilten, konnten in diesem Spiel mit Lukas Zekas, Hennecke, Iwtjar Mawlud und Abazaj vier Probespieler ihr Können unter Beweis stellen.
Von Beginn an kontrollierte erwartungsgemäß die Clubreserve die Partie gegen den Kreisligisten aus dem Salzlandkreis. Doch dauerte es einige Zeit, ehe sich diese Überlegenheit auch in Chancenvorteilen bzw. Toren auszahlten. Zunächst vergaben Herold (17.) und Mawlud (20). ihre guten Möglichkeiten bzw scheiterten am TSG-Keeper. Eine Minute später war dieser dann aber geschlagen. Ein Drehschuss von Zekas landete zum 1:0 im Netz des Unseburger Tores.
Bis zur Pause ergaben sich noch weitere gute Möglichkeiten für die Gäste. Doch dauerte es bis zur 40. Spielminute, ehe Herold eine Flanke von Bastian Benkel zum 2:0 vollendete. Kurz vor dem Halbzeitpfff war Glage erfolgreich, als er nach einem Zuspiel von Zekas zum 3:0-Pausenstand traf.
Zu Beginn der zweiten Hälfte dauerte es erneut einige Zeit, ehe sich die nun durch zahlreiche Wechsel umformierte Gäste-Elf fand. Doch dann traf Glage nach einem Pass von Lösdau zum 4:0 (55.). Als Glage dann nach einer Stunde sein drittes Tor erzielte, war auch bei den Gastgebern der Willen gebrochen.
So felen die weiteren Tore für die Clubzweite fast im Minutentakt. Osterland traf in der 64. Minute zum 6:0. Zwei Minuten später das 7:0 durch Dentz und wiederum nur eine Minute später das 8:0 durch Lösdau. In der 71. und 73. Minute war dann wieder Glage erfolgreich, der auf 10:0 erhöhte. Osterland blieb es dann vorbehalten, den elften Gästetreffer (80.) zu erzielen.
Den Schlusspunkt dieser Partie setzte dann der Gastgeber. In der 88. Minute kamen die Unseburger erstmals gefährlich vor das Magdeburger Gehäuse. Doch den Schuss konnte Keeper Christian Gropius halten. Eine Minute später war er aber machtlos, als Thomas Kneisel den Ehrentreffer für die TSG markierte.
„Alles in allem war es ein verdienter Sieg meiner Mannschaft. Allerdings darf man dieses Ergebnis nicht allzu hoch bewerten. Vor der Mannschaft liegt noch eine harte und lange Vorbereitungszeit“, befand FCM-II-Trainer Mario Middendorf nach dem Spiel.
1. FC Magdeburg II: Flückiger (46. Gropius) – Benkel, Abazaj, Loth, Lösdau, Girke, Dürstel (46. Osterland), Glage, Herold (46. Hennecke), Mawlud, Zekas (46. Dentz).
„So ganz freiwillig ist der Abschied nicht“
Christian Reimann verlässt nach 18 Monaten den 1. FC Magdeburg
Magdeburg. Nach nur 18 Monaten im Dienste des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg räumt Angriffsspieler Christian Reimann nun seinen Spind leer. Der 29-jährige Stürmer verlässt zum 30. Juni den Club. Dabei erinnern sich die Fans sicher noch, wie der FCM mit Sachsen Leipzig um den damaligen Torjäger der Oberliga gerungen hat.
„So ganz freiwillig ist der Abschied nicht. Mir wurde nahegelegt, dass ich die Mannschaft verlassen kann. Trainer und Präsidium sind an mir nicht mehr interessiert“, erklärt Reimann seinen Abgang.
Natürlich hat sich Reimann inzwischen um einen neuen Verein gekümmert. „Aber das ist jetzt noch nichts Konkretes, so dass ich hier auch nichts sagen möchte“, so seine Antwort auf die Frage nach seiner sportlichen Zukunft. „Ich bin am Ende aber auch froh, dass alles so über die Bühne gegangen ist und konzentriere mich auf meine nächsten Aufgaben“, war weiter von Reimann zu hören.
Auf seine nunmehr ehemalige Mannschaft angesprochen, meint der Angreifer: „Das war eine Supertruppe. Riesig, was bei den Fans hier abgegangen ist. Das ist in dieser Liga wohl einmalig“, bedankt er sich bei all jenen auf den Tribünen, die zu ihm gehalten haben.
„Leider haben wir sportlich nicht das erreichen können, was wir uns vorgenommen hatten. Da habe auch ich meinen Anteil dran. Sicher war es nicht leicht, wenn du mal reingeschmissen wurdest, dann wieder draußen warst. Da konnte ich mich nicht so in die Mannschaft integrieren, wie ich mir das vorgenommen hatte. Die Trainer hatten wohl nicht so viel Vertrauen in meine Leistung. Aber da muss ich mir auch an die eigene Nase fassen“, geht Reimann mit dem eigenen Auftreten recht selbstkritisch um.
Zu den Grüppchenbildungen im Team in der letzten Saison meint Reimann: „Ja, die hat es durchaus gegeben. Aber ich habe mich da keiner Gruppe zugehörig gefühlt. Meine Heimat war immer die Mannschaft.“
Littmann kommt, Siga bleibt
Magdeburg (rb). Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat gestern Abwehrspieler Robert Littmann verpf ichtet. Der 23 Jahre alte gebürtige Brandenburger, der zuletzt für Oberligist VfB Oldenburg spielte, erhielt einen Zweijahresvertrag. Der 1,84 Meter große Littmann war zuvor für Babelsberg 03 und den BFC Dynamo aktiv. Cheftrainer Steffen Baumgart: „Ein kopfballstarker Mann mit hervorragenden Defensivqualitäten.“
Am selben Tag verlängerte der FCM den Vertrag mit Stürmer Deniz Siga um ein Jahr. Baumgart: „Ein junger Stürmer mit viel Potential und Qualität.“
Erst Kicken, dann Pokal-Auslosung verfolgen
2. Sommerfest der Fans des 1. FC Magdeburg am Stadion Magdeburg
Cracau (mus/rsc). Das 2. Sommerfest der FCM-Fanbetreuung, welches heute in Zusammenarbeit mit Fanprojekt-Dachverband und dem FanRat e.V. auf den Nebenplätzen des Stadion Magdeburg stattfndet, wird sicherlich zahlreiche FCM-Fans aus Nah und Fern anziehen. Von 10 bis 17 Uhr fndet zunächst ein Fußballturnier um den von „Sport Friedrich“ gestifteten Wanderpokal statt. Unter den 20 Turnierteilnehmern ist auch Titelverteidiger „Altmark Nord“.
Neben dem letztjährigen Champion haben die Fanclubs Badminton Club Burg, Blue Torpedos, Blue-White Viking`z, Blaues Blut, Blue Generation, Block 24, Commando Eastside, Dritte Halbzeit, Elbstadt-Supporter, FanRat e.V., FC Deutsch, Magdeburger Clubfans, Stadionwache, Next Generation, Socken-Wellen/Spreefeuer, Stegelitzer Jungs, Szene Sudenburg, Red Dragons Magdeburg und United Schermen zugesagt.
Gespielt wird auf Kunstrasen mit sechs Feldspielern und einem Torwart. Die Spielzeit beträgt einmal zehn Minuten. Für Umkleide- und Duschmöglichkeiten sowie Toiletten ist gesorgt. Moderiert wird das Turnier von Stadionsprecher Torsten Rohde. Die Turnierleitung liegt in den Händen von Stefan Roggenthin vom Fanprojekt. Die Siegerehrung f ndet nach der DFB-Pokal Auslosung gegen 19 Uhr statt und wird von Präsidiumsmitglied Lutz Weiß vorgenommen.
Um auch Familien anzusprechen, gibt es ab 10 Uhr eine vom Fanclub-Dachverband organisierte Kinderbetreuung mit Kinderfest (Hüpfburg, Kinderschminken, Malstraße, Spiele). Auch für die weiblichen Besucher ist mit Kaffee und hausgemachtem Kuchen zum kleinen Preis gesorgt.
An das Turnier schließt sich gegen ca. 17 Uhr eine Party im Bierzelt an. Dabei kann man gemeinsam die Auslosung zur I. Hauptrunde im DFB-Pokal verfolgen. Auch die Vorführung eines historischen FCM-Spiels ist geplant. Für musikalische Unterhaltung sorgt „DJ Appel“.
Für das leibliche Wohl steht u.a. ein Spanferkel und Gegrilltes zu fanfreundlichen Preisen bereit. Weitere Überraschungen sind geplant, u.a. eine Versteigerung von Raritäten aus der Vereinsgeschichte. Als Gäste werden Spieler der zweiten Mannschaft nach derem Testspiel gegen Unseburg/Tarthun erwartet.
Middendorf neuer FCM II-Coach
Cracau (rsc). Wie der 1. FC Magdeburg gestern mitteilte, wurde der bisherige Co-Trainer Mario Middendorf mit sofortiger Wirkung zum Trainer des Oberliga-Absteigers 1. FC Magdeburg II berufen. Als Spieler-Co-Trainer wird ihm Nico Dürstel (bisher Schönebecker SC) zur Seite stehen.
Entscheidungen zum Wochenende
Magdeburg. Noch sind beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg keine weiteren Personalentscheidungen gefallen. „Michael Richter, unser Sportlicher
Leiter, ist mit einer Reihe von Leuten im Gespräch. Dabei geht es sowohl um Neuverpf ichtungen als auch um Vertragsverlängerungen“, sagte gestern FCM-Manager Bernd Hofmann. „Es fndet ein reger Austausch statt, und ich rechne damit, dass wir zum Wochenende dann auch wieder diese oder jene Entscheidung präsentieren können“, war weiter von Hofmann zu hören.
Eins ist allerdings klar: Mit Angreifer Aleksandar Kotuljac können die FCM-Fans nicht rechnen. Der Stürmer, der in Magdeburg einst zum Publikumsliebling anvancierte, wechselt von Greuther Fürth zum Drittligisten VfL Osnabrück. Er erhält dort einen Einjahresvertrag mit Option auf zwölfmonatige Verlängerung beim Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Bisher zehn Testspiele auf dem FCM-Vorbereitungsplan
Magdeburg. Bisher zehn Testspiele stehen auf dem Plan der Vorbereitungen des 1. FC Magdeburg für die neue Saison in der Fußball-Regionalliga. Ob noch eine Partie hinzukommt, war gestern noch offen. Trainingsstart ist am 4. Juli.
Den Höhepunkt der Vorbereitungsspiele bildet am 25. Juli im neuen Magdeburger Stadion anlässlich der off ziellen Saisoneröffnung die Begegnung mit Zweitligist Hansa Rostock. Eine Woche zuvor (18. Juli/15.00 Uhr) empfängt der FCM an gleicher Stelle den Drittligisten Erzgebirge Aue.
Ansonsten stehen auf dem Plan der Blau-Weißen ausschließlich Begegnungen mit unterklassigen Teams, die meisten aus Sachsen-Anhalt.
Die einzigen beiden Begegnungen außerhalb Sachsen-Anhalts bestreiten die Schützlinge von Cheftrainer Steffen Baumgart am 11. Juli beim FC Strausberg und einen Tag darauf beim BFC Dynamo.
Unterbrochen werden die Testpartien am 1. August mit der 1. Runde des DFB-Pokals, bei der der FCM in jedem Fall ein Heimspiel hat. Der Saisonauftakt in der Regionalliga erfolgt dann am 9. August.
Die Vorbereitungsspiele im einzelnen:
11. Juli: SV Altenweddingen (A), 5. Juli: SV Barleben (A), 8. Juli: SV Ummendorf (A), 11. Juli: FC Strausberg (A), 12. Juli: BFC Dynamo (A), 18. Juli: Erzgebirge Aue (H), 21. Juli: Union Heyrothsberge (A), 23. Juli: Oschersleber SC (A), 25. Juli: Hansa Rostock (H), 5. August: TuS 1860 Neustadt (A).
Volksstimme-Interview mit dem Manager des 1. FC Magdeburg, Bernd Hofmann:
„Im sportlichen Kernbereich haben wir versagt“
Mit einem Rückstand von 14 (!) Punkten zu Platz eins ging die Saison für den Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg gründlich daneben. Über die Fehler und Konsequenzen sprach Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann mit Manager Bernd Hofmann (40).
Volksstimme: Der FCM ist mit seinen Aufstiegsplänen jämmerlich gescheitert. Woran
lag es?
Bernd Hofmann: Es hing eindeutig mit der Entwicklung der Mannschaft zusammen.
Das Team hat nicht wie Pech und Schwefel zusammengehalten,die soziale Integration
nicht so funktioniert wie wir es uns erhofft hatten. Andererseits waren wir uns des Risikos
schon bewusst, zwölf neue Spieler einzubauen. Die individuelle Qualität war dagegen
durchaus vorhanden,was die Spieler zwar nicht immer,aber häufi g auch gezeigt
haben.
„Man muss sicherlich Selbstkritik üben“
Volksstimme: War es im Nachhinein eine verfehlte Einkaufspolitik?
Hofmann: Bei 14 Punkten Rückstand zum angestrebten ersten Rang hat man wenig Argumente und muss sicherlich Selbstkritik üben. Der Erfolg von der mannschaftlichen
Geschlossenheit ab. Dafür benötigt man auch Geduld.
Volksstimme: Warum haben Sie bei den Transfers Ex-Trainer Paul Linz „blind“ vertraut?
Hofmann: Zu jedem Spieler gab es ein bestimmtes Anforderungsprofil , das gemeinsam
von allen Verantwortlichen verabschiedet wurde. Wir alle waren überzeugt, mit dieser
Mannschaft den Aufstieg zu schaffen.
Volksstimme: Präsident Rehboldt sprach kürzlich von tiefem gegenseitigem Misstrauen
im Team, sogar von Zerfallserscheinungen,
Sie dagegen reden von einer Mannschaft, die lebte und Charakter hatte. Wie passt das zusammen?
Hofmann: Das ist eine Frage der Herangehensweise. Wenn sich eine Mannschaft nach
zahlreichen Rückschlägen in einem tiefen psychologischen Loch befindet und trotzdem
wieder aufsteht, kann man darauf aufbauen.
Volksstimme: Also keine Schönfärberei?
Hofmann: Nein. Natürlich muss man sich mitunter auch schützend vor die Mannschaft
stellen, aber insgesamt sehe ich nicht nur alles negativ.
Volksstimme: Was war denn positiv?
Hofmann: Die Mannschaft ist in diesen zwölf Monaten gewachsen.
Es hat sich eine Hiercharchie entwickelt. Aus diesem Grund haben wir ja jetzt
auch nicht zwölf Spieler ausgewechselt,sondern vom Stamm nur zwei.
Volksstimme: Das waren Daniel Rosin und Najeh Braham,die aber noch Verträge bis 2011 besitzen. Wie überzeugt sind Sie, dass die beiden von der Gehaltsliste verschwinden?
Hofmann: Das sind beides Vollblutfußballer, die etwas Neues finden werden.
Volksstimme: Mit Michael Richter hat der FCM nun einen neuen sportlicher Leiter an
Land gezogen. Packt der FCM mit Bernd Hofmann als Manager den Aufstieg nicht?
Hofmann: Das hat damit nichts zu tun. Wir sind froh,dass wir einen so kompetenten
Mann mit Stallgeruch jetzt mit im Boot haben, der zu hundert Prozent zur Verfügung steht.
Als Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft habe ich auch noch andere Verpflichtungen. Im übrigen war ich es, der Michael Richter dem Präsidium vorgeschlagen hatte.
Volksstimme: Wie schwer fällt es, nicht mehr an vorderster Front zu stehen?
Hofmann: Überhaupt nicht schwer, zumal ich weiterhin einen guten Draht zur Mannschaft habe. Wenn sich der FCM strukturell weiterentwickelt,nützt das allen.
Volksstimme: Als Richter seinerzeit der Öffentlichkeit präsentiert wurde, wusste die
Mannschaft gar nicht Bescheid.
Warum wurden die Spieler nicht informiert?
Hofmann: Weil er seine Arbeit offiziell erst am 1. Juli antritt und dann vorgestellt wird.
Volksstimme: Er macht es zudem ehrenamtlich. Also ein echter Glücksgriff?
Hofmann: Davon bin ich überzeugt. Und was das Geld anbetrifft: Wir wären derzeit
gar nicht in der Lage, einen hauptamtlichen Mann zu bezahlen.
Volksstimme: Apropos Finanzen: Wie hoch ist der Etat für 2009/10?
Hofmann: 2,75 Millionen Euro.
Volksstimme: Als Saisonziel hat der Club „um den Aufstieg mitspielen“ ausgegeben. In der abgelaufenen Saison hörte sich das noch ganz anders an, als man sich selber als eindeutiger Titelanwärter Nummer eins bezeichnet hatte, weil etwas anderes gar nicht zu vermitteln sei ...
Hofmann: Wir haben aus der Vergangenheit gelernt.
Volksstimme: Dabei scheint die neue Staffel ohne Drittligaabsteiger und ohne Holstein
Kiel leichter zu sein ...
Hofmann: Wir sind nicht unzufrieden.
Volksstimme: Wie sehen Sie Ihre persönliche Zukunft?
Hofmann: Ich bin seit 2005 da. In dieser Zeit ist enorm viel passiert. Wir sind
überraschend in die dritte Liga aufgestiegen, haben dann eine überragende Saison gespielt,auch wenn es am Ende dann zum Durchmarsch inLiga zwei nicht ganz gereicht
hat. Außerdem: Magdeburg verfügt inzwischen über ein Nachwuchsleistungszentrum,
eine Eliteschule des Fußballs,ein neues Stadion, hervorragende infrastrukturelle Bedingungen.
Darum beneidet uns manch Zweitligist. Es ist also etwas aufgebaut, die Marke
FCM neu entdeckt worden.
„Die Mischung
der Mannschaft
passte nicht“
Volksstimme: Aber das Aushängeschild eines Vereins ist und bleibt die erste Mannschaft,
und die spielt viertklassig
...
Hofmann: Völlig richtig. Im Kernbereich, dem Sportlichen, haben wir zuletzt versagt.
Im Qualifi kationsjahr,als Platz zehn für die neue dritte Liga gereicht hätte, war
auch ein Tick Selbstüberschätzung dabei, jetzt passte die Mischung der Mannschaft
noch nicht.
Volksstimme: Macht man sich auf Dauer nicht unglaubwürdig,wenn man stets von
großem Potenzial und dem schlafenden Riesen spricht,aber sportlich nichts passiert?
Hofmann: Genau so ist es.
Deswegen sind wir jetzt auch noch breiter aufgestellt, glauben,aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben und greifen neu an.
Nordstaffel mit vier Aufsteigern und vielen alten Bekannten
Magdeburg. Das DFB-Präsidium hat auf Antrag des Spielausschusses die Einteilung der dreiRegionalligenfür2009/2010 vorzeitig verabschiedet und dabei weitestgehend die Wünsche der Vereine berücksichtigen können. Aus FCM-Sicht kann das Fazit nur lauten: Es hätte schlimmer kommen können ...
Den Elbestädtern bleibt vor allem ein Aufeinandertreffen mit dem stark einzuschätzenden KSV Hessen Kassel, zuletzt Vize-Meister der Südstaffel, erspart.
Die regionalen Verschiebungen halten sich auch deswegen in Grenzen, weil Kickers Emden nach dem Rückzug aus der 3. Liga auch auf sein Startrecht in der Regionalliga Nord verzichtet und der DFB den frei gewordenen Platz an den eigentlichen Absteiger Türkiyemspor Berlin vergeben hatte.
So dürfte die Nordstaffel ohne Holstein Kiel und ohne Absteiger aus der dritten Liga vielleicht sogar etwas schwächer als in der Vorsaison einzuschätzen sein.
Allerdings sind dieser Tage forsche Töne aus Babelsberg zu hören. Die Potsdamer, im abgelaufenen Spieljahr immerhin Tabellendritter und darüber hinaus heimstärkstes Team, haben sich hohe Ziele gesetzt. „Platz zwei und besser“ ließ gerade Trainer Dietmar Demuth via „kicker“ verlauten.
Den letzten freien Platz im Norden hatte sich am vergangenen Sonntag der FC St. Pauli II mit einem 7:6-Erfolg im Elfmeterschießen bei Holstein Kiel II gesichert. Damit sind auch im neuen Spieljahr wieder sechs zweite Mannschaften vertreten.
Die Regionalliga Nord im Überblick:
HFC, SV Babelsberg 03, FCM, VfL Wolfsburg II, Hannover 96 II, Chemnitzer FC, VfB Lübeck, FC Oberneuland, FC Hansa Rostock II, SV Wilhelmshaven, Hertha BSC II, Hamburger SV II, VFC Plauen, Türkiyemspor Berlin, TeBe Berlin, ZFC Meuselwitz, Goslarer SC, FC St. Pauli II
Mit Rudi Zedi aus Emden taucht ein ganz neuer Name auf
Magdeburg. Zum zweiten Mal hat bekanntlich der 1. FC Magdeburg die Rückkehr in die dritte Liga verpasst. Während es vor einem Jahr denkbar knapp war (nur das bessere Torverhältnis gab den Ausschlag zugunsten von Eintracht Braunschweig), fehlten diesmal 14 Punkte bis zu Meister Holstein Kiel. Damit so etwas nicht noch einmal passiert, arbeiten die Verantwortlichen mit Hochdruck am künftigen Spielerkader, wo seit kurzem ein ganz neuer Name auftaucht – Rudolf (Rudi) Zedi von Drittliga-Zwangsabsteiger Kickers Emden.
Als der gebürtige Essener dieser Tage seinen Kumpel Radovan Vujanovic besuchte, nutzten die FCM-Macher sogleich die Chance zu einem Gespräch. Und siehe da, der Spieler zeigte durchaus Interesse. „Bislang war das kein Thema. Aber wenn es uns gelingt, aus der Trümmermasse eines anderen Vereins einen Leistungsträger günstig zu angeln, sagen wir natürlich nicht nein. Zedi ist ein absoluter Führungsspieler, der vor allem nach hinten einen Eckpfeiler darstellt. Was das Anforderungsprofl anbetrifft, würde er zu uns passen“, sagte FCM-Präsident Volker Rehboldt.
Allerdings ist Zedi nicht mehr der Jüngste – er wird im August 35 – und der FCM nicht der einzige Verein, der Interesse bekundet. So bemühen sich auch der VfL Osnabrück und RW Essen intensiv um den Defensivmann, der in der vergangenen Saison 37 von 38 Partien für die Ostfriesen bestritt und dabei immerhin sechs Tore erzielte.
Und wie sieht es bei den übrigen Kandidaten aus? Die Chancen, den Braunschweiger Kosta Rodrigues zu verpf ichten (Volksstimme berichtete), sind gesunken. Der Mittelfeldakteur befndet sich laut eigener Aussage mit mehreren Vereinen in Kontakt, kann sich mit einem Wechsel zum FCM aber nicht so recht anfreunden: „Mein Ziel ist es, in der 3. Liga zu bleiben.“
Endgültig perfekt ist dagegen der Transfer mit Andreas Gaebler. Mit Marcus Storey (beide SV Wilhelmshaven) wird dagegen weiter verhandelt.
Und Aleksandar Kotuljac? Der 27-Jährige hat sich noch nicht entschieden, sondiert weiter den Markt. Wohl auch, weil die Vereine nicht gerade Schlange stehen, um den Stürmer zu verpfichten. Sein Problem: Er bestritt in der abgelaufenen Zweitligasaison nur ein einziges Spiel über 90 Minuten für die SpVgg Greuther Fürth, die den Vertrag nicht verlängert hatte.
Übrigens: Durch den Verzicht von Kickers Emden (Neuanfang in der Oberliga) bleibt der ursprüngliche Absteiger Türkiyemspor viertklassig und damit auch 2009/10 Gegner des FCM.
„Nana“ – ein neuer Angreifer für Trainer Baumgart?
1. FC Magdeburg: Ein Mann aus der Zweiten glänzt mit neun Treffern
Magdeburg. Fünf Tore gegen das Kreisklasse-Team des SSV Groß Santersleben/Hermsdorf, eins beim Verbandsligisten Askania Bernburg und drei bei der Stadtauswahl von Hohenmölsen – das ist die Bilanz des FCM-Angriffsspielers „Nana“ in den letzten Testspielen des 1. FC Magdeburg.
Ein neues Sturmtalent für Trainer Steffen Baumgart?
Die Fans kennen „Nana“ eher unter seinem bürgerlichen Namen Gerson Aboagye. Der 20-Jährige aus Ghana kam im Frühjahr zur zweiten Mannschaft des 1. FC Magdeburg, hatte dort relativ geringe Einsatzzeiten, konnte aber auch nicht besonders überzeugen.
„Neun Tore in drei Spielen, die muss man erst einmal machen, auch wenn die Gegner mit Ausnahme von Bernburg nicht die Masse waren“, meinte Baumgart über den Torschützen. „Er hat einen guten Torriecher, ist schnell und hat Durchsetzungsvermögen“, nennt der FCM-Coach Vorzüge des Angreifers.
Aber Baumgart ist „Fuchs“ genug, um nicht gleich in Euphorie zu verfallen. „Wie gesagt, er hat einen guten Eindruck hinterlassen, aber man muss natürlich auch die Gegner sehen. Wir werden uns diese Woche mit ihm unterhalten, und dann werden wir sehen, ob wir ihn bei uns aufnehmen oder nicht. Drei Spiele allein reichen mir nicht, um da ein endgültiges Urteil abzugeben“, hält sich Baumgart erst einmal noch zurück.
Autor: Hans-Joachim Malli
Dem Wocjik-Team fehlte es an Klasse, darum musste es viel Lehrgeld zahlen
Club-Reserve muss Weg in die Verbandsliga antreten
Magdeburg. Nach nur einer Saison endete für die U 23 des 1. FC Magdeburg die Premiere in der NOFV-Oberliga Süd mit einem sportlichen Debakel. Die Blau-Weißen standen als abgeschlagenes Tabellenschlusslicht mit nur vier Saisonsiegen bereits vorzeitig als Absteiger fest, mussten wie Landesmeister Grün-Weiß Wolfen nach nur einem Jahr die fünfte Liga wieder verlassen.
Schon die Saisonvorbereitung verlief für die FCM-Zweite, die in der Saison 2003/04 noch in der Stadtliga spielte, alles andere als optimal. Zunächst wurde sechs Spieltage vor Schluss der langjährige Erfolgstrainer Frank Siersleben nach vereinsinternen Querelen durch Interimscoach Martin Hoffmann ersetzt. Der schaffte als Landesvizemeister durch den Relegationserfolg über den Berliner Vizemeister Lichtenberg 47 zwar den Aufstieg, doch stand das nachfolgende Trainerduo Andrzej Wojcik/Mario Middendorf fünf Wochen vor dem Punktspielstart mit einem neu zusammengestellten Minikader da.
Dennoch verlief der Saisonstart durchaus verheißungsvoll, wurde zum Auftakt gegen Mitaufsteiger FC Erzgebirge Aue II ein 1:1 erzielt, folgte ein 3:1-Auswärtserfolg beim 1. FC Gera. Dieser klare Sieg blendete möglicherweise den einen oder anderen FCM-Akteur. Fakt ist, in den folgenden 28 Partien gelangen nur noch ganze drei Siege, gingen die Elbestädter aber 18-mal als Verlierer vom Platz.
„Wir haben im Saisonverlauf viel Lehrgeld bezahlt. Die Abwehr wurde nur selten entlastet, im Spiel nach vorn passierte generell zu wenig. Eine ordnende Hand, so wie es Pit Grundmann in der Hinrunde zeitweilig war, fehlte uns zumeist“, meinte Co-Trainer Mario Middendorf.
Bereits nach sechs Spieltagen und der 0:3-Heimpleite gegen Wolfen sowie dem folgenden 0:4 in Pößneck stand die Wojcik-Truppe auf einem Abstiegsplatz. Aufhorchen ließen die Magdeburger beim 2:1-Heimsieg über den späteren Staffelsieger und Regionalliga-Aufsteiger ZFC Meuselwitz am vorletzten Spieltag der Hinrunde, blieben dennoch Vorletzter.
In der Winterpause wurden für die Ausbildungsmannschaft FCM II mit dem Amerikaner Marven Taylor, dem Kongolesen René N‘Dombasi und dem Ghanaer Gerson Aboagye drei vermeintliche Verstärkungen geholt, die das Ruder aber auch nicht mehr entscheidend herumreißen konnten. Die insgesamt recht unglückliche Personalpolitik der zuständigen FCM-Verantwortlichen konnte in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr repariert werden.
Trainer Wojcik, der vor dem letzten Spieltag entlassen wurde, aber in der abschließenden Partie beim 1:4 gegen den SSV Markranstädt noch einmal auf der Bank saß, sprach zwar von einer Trendwende in der Rückrunde, rechnete vor: „In neun der 13 Rückrundenpartien ohne Sieg spielten wir remis oder verloren mit nur einem Tor Unterschied“, fand aber auch kein Rezept, um die unerfahrene Truppe vor dem Abstieg zu retten, zumal sich längst nicht alle aus dem Regionalligakader abgestellten Akteure als Verstärkungen erwiesen.
Mit Lösdau, Benkel, Instenberg, Bartsch, Gerwien und Schmidt rücken sechs vormalige A-Junioren in die neue U 23 des 1. FCM auf, dazu der Goldbecker Köhn und Rückkehrer Glage vom VfB Sangerhausen. Abmeldungen wird es bis zum 30. Juni sicherlich noch geben. Göres und Kauffmann werden mit dem Verbandsligakonkurrenten MSV 90 Preussen in Verbindung gebracht. Offen ist auch noch die Trainerfrage. Deren Lösung ist Sache von Präsident Rehboldt.
Sogar Trainer Baumgart trifft in Hohenmölsen / Vorstellungen für neue Saison 2009/10 erläutert
FCM verabschiedet sich mit 9:1-Sieg in die Sommerpause
Von Uwe Tiedemann
Endlich Urlaub: Mit dem 9:1 (7:1)-Erfolg in Hohenmölsen gegen eine dortige Stadtauswahl verabschiedete sich Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg gestern endgültig in die Sommerpause. Trainingsauftakt zur neuen Saison 2009/10 ist am 3. Juli.
Magdeburg. Nach Abschluss der Punktrunde hatte der Club noch drei Testspiele bestritten. Dem 14:1 beim SSV Groß Santersleben folgte ein 3:0 bei Askania Bernburg und gestern das 9:1 in Hohenmölsen (Burgenlandkreis), wo sogar Trainer Baumgart per Kopf einen Treffer beisteuerte. Die übrigen Tore erzielten Gewelke, Nana (je 3) und Racanel (2).
Während die Spieler jetzt erst einmal abschalten und die „Beine hochlegen“ können, haben die Verantwortlichen noch alle Hände voll zu tun, müssen das neue Team zusammenstellen.
Aber egal, wer zum FCM stößt, Trainer Baumgart hofft, dass schon sehr bald seine Handschrift erkennbar sein wird: „Ich wünsche mir eine läuferisch, körperlich präsente und robuste Mannschaft, die sich nicht scheut, weite Wege zu gehen. Spieler, denen man nach den 90 Minuten ansieht, dass sie alles gegeben haben. Das ist die Grundlage. Danach sollen die individuellen Stärken der Einzelnen zum Tragen kommen.“
Der 37-Jährige erinnerte in der abgelaufenen Saison an Meister und Aufsteiger Holstein Kiel, der häufg erst in den letzten Minuten getroffen und dadurch noch so manchen wichtigen Punkt ergattert hatte: „Das funktioniert aber nur, wenn du als Spieler topf t bist und an dich glaubst.“ Und weiter: „Wir haben insgesamt neun Spiele verloren. Das ist viel zu viel. Wir müssen dahin kommen, auch bei schlechteren Leistungen zumindest einen Zähler mitzunehmen.“ Solche Aussagen lassen darauf schließen, dass den Akteuren ab Juli eine knüppelharte vierwöchige Vorbereitung bevorsteht.
Was die Zielsetzung anbetrifft, hielt sich der Ex-Prof bewusst zurück: „Natürlich wollen wir um den Aufstieg mitspielen. Aber ich stelle mich nicht hin und sage: Wir sind der Topfavorit. Wohin das führen kann, wurde uns im vergangenen Spieljahr deutlich vor Augen geführt.“
Und wer sind die vermeintlich größten Konkurrenten? Baumgart: „Auf alle Fälle erwarte ich den HFC und Babelsberg wieder oben. Dann darf man Aufsteiger TeBe nicht außer Acht lassen – eine unbekannte Größe. Und von den zweiten Mannschaften weiß ich, dass speziell der VfL Wolfsburg mit Macht aufsteigen will.“
Kommt fürs Mittelfeld der Braunschweiger Rodrigues?
FCM auf intensiver Spielersuche – sogar Kotuljac ein Thema
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg ist die Zahl derer, die sich um die sportlichen Belange kümmern, zwar größer, die Aufgabe freilich nicht leichter geworden: Neu im Boot sitzt bekanntlich der sportliche Leiter Michael Richter, der zusammen mit Trainer Steffen Baumgart, Manager Bernd Hofmann sowie dem Präsidium in diesen Tagen und Wochen versucht, eine schlagkräftige Mannschaft für 2009/10 auf die Beine zu stellen.
Davon, dass das gelingt, sind alle Beteiligten überzeugt. Fragt sich nur, ob die Ergebnisse auch ausreichen, endlich das anvisierte Ziel dritte Liga zu realisieren.
Von sechs Spielern hat sich der Club getrennt (Volksstimme berichtete), die alle adäquat ersetzt werden sollen. Insgesamt möchte Baumgart in der neuen Saison sogar mit 26 Leuten, darunter vier Torhüter, arbeiten.
Der erste Neue heißt Andreas Gaebler, kommt vom Liga-Konkurrenten SV Wilhelmshaven und ist für die Innenverteidigung vorgesehen, wo nach dem Abgang von Daniel Rosin und Mats Wejsfelt zwangsläuf g Veränderungen erforderlich sind.
Aber auch in den anderen Mannschaftsteilen muss sich etwas bewegen. So hat der Club nach Volksstimme-Informationen Kontakt zu Kosta Rodrigues (Eintracht Braunschweig) fürs kreative Mittelfeld aufgenommen. Der Vertrag des 29-Jährigen läuft zum 30. Juni aus, er kann also ablösefrei gehen.
Auch im Angriff besteht Handlungsbedarf. Ein heißer Kandidat ist hier Marcus Storey, ein 26-jähriger US-Boy, der zuletzt auch in Wilhelmshaven gespielt und immerhin zwölf Tore erzielt hat. Sein Kontrakt läuft ebenfalls aus.
Wie die Volksstimme darüber hinaus erfuhr, haben die Verantwortlichen sogar bei einem „alten Bekannten“ angefragt – Aleksandar Kotuljac, der nach zweijährigem Gastspiel die SpVgg Greuther Fürth (48 Zweitligaspiele, 9 Tore) wieder verlassen muss. Es ist kein Geheimnis, dass sich der 27-Jährige in Magdeburg pudelwohl gefühlt hat. Momentan sondiert er den Markt. Aber hat der FCM als Viertligist wirklich eine reelle Chance?
Baumgart: „Nicht besser als der HFC, aber erfolgreicher“
Zweieinhalb turbulente Monate als Trainer beim 1. FC Magdeburg
Seit zweieinhalb Monaten ist Steffen Baumgart jetzt Trainer beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Er erlebte während dieser Zeit schon jede Menge Turbulenzen. Dennoch möchte der 37-Jährige keine Minute missen und betont: „Mitunter ging‘s zwar zu wie beim ,FC Hollywood‘, aber es war trotzdem geil!“
Magdeburg. Am 31. März übernahm Baumgart die Nachfolge von Paul Linz und wurde fortan mit diversen Problemen konfrontiert. Doch die vielen Baustellen haben für den Ex-Prof ihren Reiz: „Es macht Riesenspaß. Wenn alles butterweich wäre, könnte ja jeder diesen Job übernehmen.“ Und: „Zum Saisonende stelle ich fest, dass wir zwar nicht besser als der HFC waren, mit dem Gewinn des Landespokals aber erfolgreicher ...“
Für reichlich Wirbel hatte zuletzt die Trennung von sechs Spielern (Daniel Rosin, Najeh Braham, Mehmet Dragusha, Mats Wejsfelt, Christian Reimann und Martin Geisthardt) gesorgt. Baumgart verteidigte noch einmal den Kurs: „Es gab sportliche, aber auch wirtschaftliche, menschliche und charakterliche Gründe. Natürlich spielt auch immer die Frage, wie eine Mannschaft zusammengewachsen ist, eine wichtige Rolle.“ Und weiter: „Wir haben seinerzeit mit jedem einzelnen der 22 Akteure offene und ehrliche Gespräche geführt. Das ist nicht selbstverständlich. Ich kenne Beispiele aus der 2. Liga, da haben die Spieler per SMS oder Anrufe von außen erfahren, dass man nicht mehr mit ihnen plant.“
Der Cheftrainer verneinte die Frage, ob die Clubführung versucht habe, ihn bei den Personalentscheidungen zu beeinf ussen. Es war ja speziell bei Rosin und Braham spekuliert worden, dass die beiden, ausgestattet mit Verträgen bis 2011, deswegen gehen mussten, weil sie zu teuer geworden waren.
Allerdings wollte Baumgart nicht gänzlich ausschließen, dass noch an den Club gebundene Spieler beim Trainingsauftakt am 3. Juli wieder auf der Matte stehen: „Daran verschwende ich zwar im Moment keinen Gedanken und glaube auch, dass sie einen anderen Arbeitgeber fnden, aber im Fußball kann viel passieren. Das aktuellste Beispiel kommt aus dem eigenen Verein – Marcel Probst. Er war schon aussortiert und ist heute Stammspieler.“
Derzeit bastelt die Clubführung an einer konkurrenzfähigen, vor allem aufstiegsreifen Mannschaft. „Wir haben in nächster Zeit noch viel Arbeit vor uns. Deswegen ist an einen längeren Urlaub auch nicht zu denken“, weiß der Trainer, der beim 14:1-Sieg am Mittwoch beim SSV Groß Santersleben/Hermsdorf den Brasilianer Danilo B. B. dos Santos testete. Der 21-Jährige soll auch heute (19 Uhr) beim Verbandsligisten Askania Bernburg wieder mitwirken. Urteil des Trainers: „Er ist technisch talentiert, müsste sich aber erst einmal akklimatisieren.“
Ferner schaut sich der Coach den baumlangen, 1,91 m großen Ex-Cottbuser Marko Verkic genauer an, der aber lange verletzt war und eher ein Kandidat für den Perspektivkader sein dürfte. Sich ein fundiertes Urteil über neue Spieler zu bilden, sei, so Baumgart, derzeit schwierig, weil die Urlaubszeit bevorstehe.
Weitere Namen nannte Baumgart nicht. Es ist aber kein Geheimnis, dass der FCM neben Andreas Gaebler noch an einem zweiten Akteur aus Wilhelmshaven Interesse bekundet – Stürmer Marcus Storey (26).
Aber egal, wie nun der Kader aussieht – mit Baumgart steht ein Mann an der Linie, der Fußball „lebt“, der sich seinen Erfolg als Spieler hart erarbeiten musste und diese Philosophie auch als Trainer fortsetzen will. Allerdings: „Ich schließe nur Ein-Jahres-Verträge ab. Danach setzt man sich zusammen und analysiert: Was hat es gebracht?“ Was nicht heißt, dass er ständig wechseln will. Im Gegenteil: „Es haben schon viele versucht, den FCM nach oben zu führen. Warum sollte ich nicht derjenige sein, der es schafft?!“
Armutszeugnis
Saisonbilanz des 1. FC Magdeburg
Wer wie der 1. FC Magdeburg mit dem Ziel „Drittliga-Aufstieg“ in die Saison geht und am Ende bei 14 (!) Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter im Niemandsland der Tabelle landet, hat versagt.
So allmählich kommt jetzt heraus: In der Mannschaft stimmte es hinten und vorne nicht, herrschte tiefes gegenseitiges Misstrauen. Das erklärt im Nachhinein so manche trostlose Vorstellung der Rückrunde. Die Verantwortlichen, allen voran Trainer und Manager, haben also bei der Zusammenstellung des (teuren) Spielerkaders gründlich danebengelegen.
Insofern war es richtig, jetzt einen personellen Schnitt zu vollziehen – wenngleich dieser auch aus f nanziellen Gründen erfolgte. Was dem FCM-Fan bleibt, ist die Gewissheit, dass wieder ein Jahr verloren ist und die vage Hoffnung, dass die Führungsetage aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat.
„Braham und Wejsfelt die größten Störenfriede“
Präsident Rehboldt rechnet mit der Mannschaft ab
Magdeburg. War Volker Rehboldt zu Beginn des Spieljahres noch voller Euphorie und fest vom Aufstieg überzeugt, so rechnete der FCM-Präsident nach dem Ende einer maßlos enttäuschenden Saison mit der Mannschaft knallhart ab.
„Individuell hatten wir zusammen mit Holstein Kiel die besten Spieler. Aber die Mischung stimmte nicht, die Mannschaft hat als Team nicht funktioniert. Deswegen stand selbst der HFC, der sich als verschworener Haufen präsentierte, noch vor uns“, bilanzierte der 41-Jährige (am Ende sogar elf Punkte/ d. Red.) und warf sogleich einen (bedenklichen) Blick nach vorn: „Wenn es uns nicht gelingt, die Gräben zuzukippen und die Brandherde zu löschen, werden wir im neuen Spieljahr die gleichen Probleme bekommen.“
Solche Aussagen werfen im Nachhinein natürlich ein schlechtes Licht auf Ex-Trainer Paul Linz, den der FCM voller Vertrauen noch zu Beginn der Saison mit einem üppigen Zwei-Jahresvertrag ausgestattet und ihm den Sprung in die dritte Liga zugetraut hatte ...
Als Rehboldt dem Team Anfang Februar im türkischen Trainingslager in Antalya einen Besuch abstattete, um sich ein genaues Bild zu verschaffen, habe er erstmals gemerkt, dass gleich mehrere Risse durch die Mannschaft gehen: „Es entstand für mich recht schnell der Eindruck, dass die gruppenübergreifende Kommunikation fehlte. Es war kein Mannschaftsgeist erkennbar, herrschte ein tiefes gegenseitiges Misstrauen. Das konnte man schon allein an der Sitzordnung ablesen. Zum Ausbruch sind die Disharmonien dann so richtig nach dem 0:1 in Halle Anfang März gekommen.“
Bei den Niederlagen gegen Hertha BSC II und VfL Wolfsburg II sprach der Club-Chef sogar von Zerfallserscheinungen und betonte: „Wenn wir da nicht gehandelt hätten (Linz musste gehen, Steffen Baumgart kam/ d. Red.), hätten wir uns die Buskosten nach Halberstadt sparen können.“ Dort gewann der Club unter Baumgart anschließend sein Pokalspiel bei Germania II mit 2:0, wurde am Ende sogar Cupsieger.
Mit dem Wechsel auf der Kommandobrücke habe sich, so Rehboldt, auch der Fitnesszustand und die taktische Grundordnung der Spieler verbessert. „Ein Felix Magath sagt nicht zu Unrecht: Qualität kommt von Qual! Auch Steffen Baumgart legt großen Wert auf Disziplin. Außerdem: Ich kann mich an keinen Trainer erinnern, der mit so viel Akribie an die Aufgabe herangeht.“
All die negativen Vorkommnisse in der Rückrunde führten dazu, einen rigorosen Schnitt zu machen. Sechs Akteure mussten bekanntlich gehen, unter ihnen der ehemalige Publikumsliebling Najeh Braham und der Langzeit-Verletzte Mats Wejsfelt, die Rehboldt „als die beiden größten Störenfriede in der Mannschaft“ bezeichnete.
Ob es der Club angesichts dieser Probleme nun 2009/10 packt? Auf alle Fälle hat sich der Präsident vom „schönen Fußball“ verabschiedet: „Spiele in dieser Liga gewinnt man zuallererst über den Kampf und dann übers Spiel – nicht umgekehrt.“
Bei seiner kritischen Auswertung kam der Jurist auch auf die zweite Mannschaft zu sprechen: „Es herrschte zwischen der U 23 und unserer ersten Mannschaft keine Zusammenarbeit. Die ,Zweite‘ hatte sich zu einem Staat im Staate entwickelt. Der Abstieg hätte vermieden werden können, war überfüssig wie ein Kropf.“
Was die Finanzen anbetrifft, so gab sich Rehboldt vorsichtig optimistisch: „Wir hatten den negativen Effekt der Wirtschaftskrise stärker befürchtet. Die meisten Geldgeber halten weiter zur Stange. Die Vertragsverlängerung von Hauptsponsor Wernesgrüner für drei Jahre war hier ein wichtiges Signal.“ Und: „Solange ich Präsident dieses Vereins bin, steht auch in Zukunft die schwarze Null im Vordergrund.“
Nach dem 0:1 in Halle brachen alle Dämme
Nur 20 Punkte und 21 Tore in der Rückrunde / Landespokal als Trostpflaster
In den vergangenen beiden Spielzeiten erst auf der Zielgeraden abgefangen, strauchelte der selbst ernannte Titelanwärter FCM diesmal schon Monate vorher. Nachdem der Club zur Winterpause noch auf Tuchfühlung zu Holstein Kiel lag (ein Punkt Rückstand), ging es von Anfang März an richtig bergab.
Magdeburg. Ausschlaggebend dürfte am 8. März das zweifellos unglückliche 0:1 beim HFC gewesen sein. Zum einen waren die Fans nach der dritten Niederlage in Folge gegen den Erzrivalen stocksauer, kam es noch im Wabbelstadion zu üblen Szenen, zum anderen wuchs bei den Spielern die Erkenntnis, dass es wohl nicht reichen würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte Kiel schon sechs Zähler Vorsprung.
Die Mannschaft, die offenbar keine war, sondern eher eine Zweckgemeinschaft mit Individualisten, riss sich zwar noch einmal zusammen und schlug den HSV II mit 2:1, doch es war nur ein Strohfeuer. Es folgten zwei peinliche Auftritte bei Hertha BSC II (0:1) und gegen den VfL Wolfsburg II (0:3) – das endgültige vorzeitige Aus nicht nur im Aufstiegsrennen, sondern auch für Trainer Paul Linz, der am 31. März Platz machen musste für Steffen Baumgart.
In der Folgezeit wurden immerhin Pfichtsiege im Landespokal eingefahren und im Finale die ungeliebten Hallenser sogar mit 1:0 geschlagen, was für einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss sorgte. In der Liga lief der FCM dagegen seiner Form meistens hinterher. Selbst die allergrößten Optimisten wussten nach dem enttäuschenden 0:0 Mitte April gegen Absteiger FC Sachsen Leipzig – das war‘s jetzt endgültig.
Es fehlte vor allem an der nötigen Konzentration und den zündenden Ideen im Mittelfeld. Das Angriffsspiel war meistens viel zu einfallslos, um biederen Gegnern den eigenen Stempel aufzudrücken. In Zahlen sah das am Ende so aus: Von 48 möglichen Punkten holten die Blau-Weißen magere 20, erzielten dabei auch nur 21 Tore.
Von Spielern wie Braham (war zwischenzeitlich sogar suspendiert), Reimann (nur zwei Tore), Dragusha (erst gegen Saisonende stark), Watzka (baute in der Rückrunde ab) oder auch den neu verpf ichteten Bauer und Georgi hatte sich der FCM nach der Winterpause mehr versprochen.
Zusätzliche Unruhe kam auf, als das Präsidium die Akteure zur Verantwortung zog und Gehaltskürzungen ankündigte.
Gleichzeitig musste die schwierige Entscheidung getroffen werden, ob man nun mit oder ohne Baumgart in die neue Saison gehen sollte. Der 37-Jährige erhielt das Vertrauen, weil sein vorgelegtes Konzept das Präsidium überzeugte.
Die Spiele selbst waren am Ende mehr oder weniger „Schaulaufen“, wobei völlig zu Recht immer wieder auf die tolle und auch zahlenmäßig beeindruckende Unterstützung der Fans hingewiesen wurde. So gab es nur einmal weniger als 5000 Zuschauer (4497 gegen Altona), strömten im Schnitt mehr als 8600 ins Stadion.
FCM-Kapitän äußert sich zur Trennung und pocht auf seinen noch bis 2011 laufenden Vertrag
Rosin: „Konnte nach jedem Spiel in den Spiegel schauen“
Von Uwe Tiedemann
Unter den sechs Spielern, von denen sich Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg getrennt hat, befndet sich auch Daniel Rosin. Doch so leicht „abschieben“ lässt sich der 29-Jährige nicht und pocht dabei auf seinen noch bis 2011 laufenden Vertrag.
Magdeburg. Rosin gehört nicht gerade zu den „Wandervögeln“ im Fußball, gilt eher als bodenständig und hatte sich auch in Magdeburg auf einen längeren Aufenthalt eingerichtet. „Der Verein hat mir vor Saisonbeginn seine Aufstiegspläne erläutert und versichert, das Geld für drei Jahre ist da. Sonst wäre ich gar nicht in die vierte Liga gewechselt“, blickte der Defensiv-Allrounder zurück, der „im Moment leer und enttäuscht ist“.
Wie geht‘s weiter? In Kürze macht er mit seiner Familie erst einmal Urlaub an der Ostsee. Auf die Frage, ob er denn überhaupt abschalten könne, antwortete Rosin: „Das ist sicherlich schwierig, aber ich bin ja nicht arbeitslos.“ Soll heißen: Der Ex-Burghauser pocht auf seinen Vertrag und kündigte an: „Mein Spielervermittler kümmert sich um Angebote. Ich habe ihm allerdings erklärt, dass ich nur zu ganz bestimmten Vereinen wechseln werde, also zu keinem Klub, wo sich abzeichnet, dass ich nach einem Jahr schon wieder umziehen muss.“ Und weiter: „Wenn er nichts Passendes f ndet, stelle ich mich darauf ein, am 3. Juli beim Trainingsauftakt in Magdeburg dabei zu sein. Ich bin Berufsfußballer. In diesem Geschäft ist alles möglich.wie schnell rückt man wieder ins Team, wenn sich jemand verletzt oder andere Dinge passieren. Das beste Beispiel ist Marcel Probst. Der war doch auch schon aussortiert.“
Über die Gründe, warum er gehen soll, kann Rosin nur spekulieren: „Ich weiß es nicht. Präsident Rehboldt hat mir nie persönlich gesagt, dass der Verein mit meinen Leistungen nicht zufrieden ist. Wenn dem so wäre, hätte ich wohl kaum so viele Spiele bestritten. Ich konnte nach jeder Partie in den Spiegel schauen, habe immer das Beste aus meinem Körper herausgeholt.“
Rosin will nicht ausschließen, dass f nanzielle Überlegungen seitens des FCM dazu geführt haben, ihn aufs Abstellgleis zu stellen. Und zu Rehboldts Kritik, ihm sei es als Kapitän nicht gelungen, die vielen Probleme innerhalb des Teams zu lösen, sagte der gebürtige Freitaler: „Ich habe nun einmal eine ruhige Art, aber stets versucht, Einfuss zu nehmen.“
Zu den konkreten Zwistigkeiten innerhalb der Mannschaft und den Ursachen für die völlig verkorkste Rückrunde wollte sich der 29-Jährige nicht äußern: „Es gibt sicherlich Ursachen, die ich aber in der Öffentlichkeit nicht nennen werde.“
Trotz der abrupten Trennung zog Rosin insgesamt ein durchaus positives Fazit: „Es hat trotz so mancher sportlicher Misserfolge Spaß gemacht und immerhin zum Gewinn des Landespokals gereicht. Ich habe mich wohlgefühlt in Magdeburg und viele nette Menschen kennengelernt. Deswegen wäre ich traurig, wenn es zu Ende gehen sollte.“
Noch drei Testspiele
FCM heute in Groß Santersleben
Magdeburg (ut). Die Spieler des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg müssen auf ihren Urlaub noch ein paar Tage warten. Zum Abschluss der Saison 2008/09 trägt der Club noch drei Freundschaftsspiele aus.
Den Auftakt bildet heute Abend (19 Uhr) die Partie beim SSV Groß Santersleben/Hermsdorf (Kreisklasse Börde), wo derzeit eine Sportwoche stattfndet und der Auftritt des FCM der krönende Abschluss sein soll. Weiter geht es am Freitag (Anstoß ebenfalls um 19 Uhr) bei Askania Bernburg. Anlass ist das 130-jährige Vereinsjubiläum des Verbandsligisten. Am Sonntag (15 Uhr) gastiert der Club dann beim SV Hohenmölsen, der 90 Jahre besteht und aus diesem Grunde ebenfalls eine Sportwoche veranstaltet.
FCM-Trainer Steffen Baumgart: „Bei der ersten Partie sind alle dabei, danach könnte der ein oder andere fehlen. Wir wollen uns zum Abschluss noch einmal als Verein präsentieren. Die Spiele sind zudem ein Dankeschön für die tolle Unterstützung während der Saison.“
Wechselspiele in den Fußball-Regionalligen / Club bestreitet noch drei Freundschaftsspiele
Wird Hessen Kassel für FCM zum Hauptkonkurrenten?
Nachdem am vergangenen Sonntag mit dem 34. und letzten Spieltag alle Entscheidungen in der Fußball-Regionalliga gefallen sind, darf spekuliert werden: Wie sieht in der neuen Saison 2009/10 die Staffeleinteilung im Norden aus? Und: Welche Vereine sind die vermeintlich härtesten Konkurrenten für den 1. FC Magdeburg bei seinem erneuten Anlauf in Liga drei? Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Fakt ist: Aus der 3. Liga sind mit Wacker Burghausen, dem VfR Aalen und Stuttgarter Kickers drei Teams abgestiegen, die alle dem Süden zugeordnet werden. Weil andererseits an der Regelzahl von 18 Mannschaften pro Staffel nicht gerüttelt wird, sind regionale Verschiebungen unausweichlich.
Was bedeutet das für den 1. FC Magdeburg? Vereine wie Carl Zeiss Jena und Werder Bremen II – beide schafften im letzten Moment den Klassenerhalt – bleiben den Elbestädtern zwar erspart, dafür könnte es zum Aufeinandertreffen mit dem starken KSV Hessen Kassel, Vizemeister der Weststaffel, kommen, der möglicherweise der Nordgruppe zugeordnet wird.
Das bestätigte jetzt Hans Scheuerer, Geschäftsführer des süddeutschen Fußballverbandes und Mitglied des DFBSpielausschusses: „Kassel ist eine Mannschaft, die geografsch in jeder Staffel antreten könnte.“
Auch ein Wechsel der Sportfreunde Lotte (bei Osnabrück) vom Westen in den Norden ist denkbar – was wohl für den FCM die bessere Variante wäre.
Neu dazu kommen auf alle Fälle die Aufsteiger Tennis Borussia (NOFV-Oberliga Nord), ZFC Meuselwitz (NOFV-Oberliga Süd), der Goslarer SC (Sieger aus den Relegationsspielen der Oberligameister Ost und West in Niedersachsen gegen den VfB Oldenburg) und der Gewinner der Aufstiegsrunde des norddeutschen Fußballverbandes. Nachdem hier alle Bremer Vereine wegen zu hoher DFB-Auf agen verzichtet haben, machen das Rennen nunmehr Holstein Kiel II (Oberliga-Meister Schleswig-Holstein) und Hamburg-Vertreter FC St. Pauli II unter sich aus. Die endgültige Entscheidung über die neue Staffeleinteilung fällt das DFB-Präsidium am 2. Juli.
Bevor sich der FCM, der gestern Einigung mit Andreas Gaebler (SV Wilhelmshaven) erzielte und damit den ersten Neuzugang vermelden kann, in die Sommerpause verabschiedet, bestreitet das Team noch drei Tests in näherer Umgebung – beim SSV Groß Santersleben (Mi., 19 Uhr), bei Askania Bernburg (Fr., 19 Uhr) und in Höhenmölsen (So., 15 Uhr).
Vujanovic rettet Punkt in Chemnitz
Fußball-Regionalliga: FCM mit Remis zum Saisonabschluss
FCM-Trainer Baumgart brachte es zur Pressekonferenz auf eine einfache Formel, wie er den letzten Saisonauftritt seiner Elf in der Regionalliga beim Chemnitzer FC (1:1) einordnete: „Man hat gemerkt, dass es für beide Teams um nichts mehr ging. In zwei Jahren wird niemand mehr über diese 90 Minuten sprechen.“
Chemnitz. Die Partie im Stadion an der Gellertstraße sei, so Baumgart, ein Spiegelbild der letzten Monate gewesen: „Es gab Licht und Schatten.“
Das 1:1 bezeichnete der Coach als ein gerechtes Ergebnis. Er habe sich gefreut, dass seine Truppe nach dem Rückstand noch einmal Druck entwickelt und es so zum Ausgleich gelangt habe.
Vor 3632 Zuschauern passierte zunächst nicht viel. Beide Seiten übten sich in vornehmer Zurückhaltung. Ein erstes Achtungszeichen setzten die Chemnitzer, doch Prest holte einen Schuss von Löwe von der Linie. Danach überließ der FCM den Sachsen die Regie, die folgerichtig durch Reinhardt zum verdienten 1:0 kamen.
Bis zur Pause war in der Offensive von der Baumgart-Elf kaum etwas zu sehen. Das sollte sich nach dem Pausentee ändern. Zunächst hatte Braham den Ausgleich auf dem Fuß, danach verfehlte Vujanovic das Chemnitzer Gehäuse.
Nach einer knappen Stunde nahm Baumgart den verwarnten Bauer vom Platz. Der Mittelfeldmann hatte beim Schiedsrichter erhöhten Gesprächsbedarf angemeldet und lief Gefahr, sich den roten Karton einzuhandeln. Magdeburg setzte die Gastgeber weiter unter Druck und wurde belohnt. Fünf Minuten vor Ultimo verwandelte Vujanovic eine Vorlage von Racanel zum 1:1. Leider setzte der Ausgleich im gut gefüllten Gäste-Fanblock zu viele Kräfte frei, so dass die Polizei für Ordnung sorgen musste.
„Wir haben den Punkt verdient, weil wir uns im zweiten Durchgang gesteigert haben. Vor dem Wechsel passte unser Zweikampfverhalten nicht, außerdem standen alle zu weit vom Ball weg“, schätzte Rosin ein und ergänzte: „Das klappte später dann viel besser, zumal wir die Chemnitzer Mannschaft kannten.“ Der 29-Jährige ließ es über 90 Minuten nicht an Einsatzwille und Engagement fehlen, wenngleich er zum Saisonende gehen soll.
Chemnitzer FC: Keller (46. S. Schmidt) - Reinhardt, Emmerich, Nowak, Liebers (86. Sieber) - Wilke, T. Becker - Boltze, A. Müller, Löwe - Hampf (89. Bachmann) FCM: Beer - Bankert, Rosin, Prest, Dragusha - Watzka (63. Georgi), Zander (72. Matthias), Bauer (59. Gewelke), Racanel - Braham, Vujanovic
Schiedsrichter: Bärmann (Guben). Zuschauer: 3632. Tore: 1:0 Reinhardt (30.), 1:1 Vujanovic (85.). Gelb: Nowak, T. Becker, A. Müller / Bauer, Gewelke
Im Gespräch: Moritz Instenberg
Sein zweites Spiel in der U 23 des 1. FC Magdeburg bestritt gestern der Kapitän der A-Junioren, Moritz Instenberg. Insgesamt neun Gegentore waren da zwar nicht so angenehm, doch gehört der gebürtige Stendaler, der vor sechs Jahren zum FCM kam, zu den größten Talenten. Der 19-Jährige machte am Sportgymnasium sein Abitur, absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr. In der Winterpause trainierte er bereits bei den Regionalliga-Männern mit, wäre wohl auch ins Trainingslager mitgefahren, erkrankte dann aber.
Autor: Hans-Joachim Malli
Das alte Lied: Individuelle Fehler verwischen guten Gesamteindruck
Fußball-Oberliga: U 23 des 1. FCM unterliegt dem SSV Markranstädt 1:4
Sudenburg. Als wollten sie im letzten Saisonspiel noch einmal allen demonstrieren, woran es lag, dass der Klassenerhalt nicht geschafft wurde, so zeigten sich gestern die U-23-Kicker des 1. FC Magdeburg in ihrem vorerst letzten Oberligaspiel beim 1:4 (0:2) gegen den SSV Markranstädt.
Durchaus gefällig mitspielend, besonders nach dem Seitenwechsel und einigen Umstellungen, und auch Chancen erarbeitend verpassten die FCM-Talente durch individuelle Abwehrfehler ein besseres Resultat, gaben bei drei der vier Gegentore unfreiwillige Schützenhilfe. So geriet vor dem 0:1 durch Toni Juraschek Moritz Instenbergs Abwehrversuch zu kurz, spielte der wiedergenesene Marcel Werner dem Torschützen zum 1:3, Christian Mittenzwei, den Ball direkt in die Füße, verlängerte Maximilian Dentz vor dem abschließenden 1:4 durch Marcus Saalbach den Ball unfreiwillig mit dem Kopf.
Während Konstatin Filatow sich vor allem vor der Halbzeitpause mehrfach in höchster Not auszeichnen konnte, waren die Magdeburger nach dem Seitenwechsel gegen nachlassende Gäste im Feldspiel zumindest ebenbürtig, im Abschluss aber mal wieder zu harmlos. Das alte Leid also. Nicht ganz untypisch für die insgesamt verkorkste Saison: als Felix Krause in der Schlussviertelstunde als dritter, frischer Mann für den einmal mehr enttäuschenden Aboagye eingewechselt werden sollte, musste Mannschaftsbetreuer Wolfgang Schütz erst einmal dessen Trikot aus der Kabine holen. Gab es auch schon in der Bundesliga, aber da wurde es für den Betreffenden richtig teuer.
Andrzej Wojcik war nach seinem letzten Spiel als FCMTrainer wieder einmal bedient: „Diese Fehler im Abwehrverhalten, wie gehabt.“ Einen Lichtblick machte der vor drei Tagen entlassene Coach denn aber doch in der Rückrunde aus: „In neun der 13 Partien ohne Sieg spielten wir remis oder verloren mit nur einem Tor Unterschied.“ Deftig wurde es zuletzt nur beim 0:5 in Meuselwitz (Hinrunde 2:1!) und gestern gegen Markranstädt.
Baumgart verteidigt Strategie: Wir mussten etwas verändern
1. FC Magdeburg zum Saisonabschluss morgen beim Chemnitzer FC zu Gast
Mit dem Auswärtsspiel beim Chemnitzer FC schließt Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg (morgen 13.30 Uhr) eine enttäuschend verlaufene Saison 2008/09 ab. Derweil laufen die Vorbereitungen fürs kommende Spieljahr auf Hochtouren, verteidigte Trainer Steffen Baumgart die Trennung von sechs Spielern.
Magdeburg. Eigentlich sollte am 7. Juni eine große Sause in Magdeburg steigen, wollte der Club den Drittliga-Wiederaufstieg feiern. Stattdessen sind nach einer äußerst schwachen Rückrunde mit nur 19 von 45 möglichen Punkten alle Beteiligten froh, wenn die Saison zu Ende ist.
Abschenken will der FCM das Match an der Gellertstraße aber natürlich nicht und denkt dabei auch an seine zahlreichen Fans. „Wir wollen für einen positiven Abschluss sorgen. Es wird aufgrund der letzten Tage sicherlich personelle Veränderungen geben, aber ich glaube nicht, dass sich jemand hängenlässt“, sagte Baumgart, der zusammen mit der sportlichen Leitung beschlossen hatte, sich von sechs Spielern zu trennen – Najeh Braham, Mats Wejsfelt, Daniel Rosin, Mehmet Dragusha, Christian Reimann und Martin Geisthardt (Volksstimme berichtete).
Der Coach: „Wir haben das Saisonziel ja nicht nur knapp, sondern deutlich verfehlt. Insofern mussten wir etwas verändern. Ob es die richtigen Entscheidungen waren, werden wir nächste Saison sehen.“
Der 37-Jährige weiter: „Es waren für mich alles andere als einfache Gespräche. Jeder weiß ja, dass ich mit dem einen oder anderen noch zusammengespielt und speziell zu Najeh ein besonderes Verhältnis habe. Andererseits ist Fußball manchmal auch ein Geschäft mit unangenehmen Auswirkungen. Heute wirst du bejubelt, morgen mit Eiern beworfen. Es geht nicht darum, der beliebteste Verein oder Trainer zu sein, sondern allein darum, Erfolg zu haben.“
Hinsichtlich der konkreten Beweggründe, die zur Trennung der Akteure führten, hielt sich Baumgart eher bedeckt: „Wir waren mit vielen Leistungen nicht hundertprozentig zufrieden.“ Nur bei Reimann wurde er etwas deutlicher: „Bei aller Sympathie – seine Quote nach eineinhalb Jahren stimmte einfach nicht.“ Von einem kompletten Neuanfang könne aber keine Rede sein, lediglich zwei, nämlich Braham und Rosin, hätten zum absoluten Stamm gehört.
Aber genau diese beiden besaßen einen Vertrag bis 2011. Wurden sie dem Club jetzt zu teuer? Schließlich gibt‘s ab 2009/10 weniger TV-Gelder, kalkuliert der Verein auch mit geringeren Zuschauereinnahmen.
Laut Baumgart soll es bei diesen sechs Akteuren bleiben. Doch es könnte durchaus weitere Abgänge geben. So wird z. B. Martin Zander mit Werder Bremen II in Verbindung gebracht.
U 23 des FCM verabschiedet sich aus der Liga und Club von Wojcik
Fußball-Oberliga: Morgen Saisonabschluss gegen SSV Markranstädt
Magdeburg. Nach nicht einmal einem Jahr gehen morgen sowohl das Oberliga-Gastspiel der U 23 des 1. FC Magdeburg als auch das Trainerengagement von Andrzej Wojcik beim Club zu Ende. Der 46-Jährige erhielt gestern am späten Nachmittag in einem Gespräch mit Präsident Volker Rehboldt, FCM-Präsidiumsmitglied Lutz Weiß und Nachwuchsleiter Carsten Müller die Mitteilung, dass sein Trainerengagement beim FCM zum Saisonschluss endet.
Damit sitzen Coach Wojcik, Co-Trainer Mario Mittendorf und Betreuer Wolfgang Schütz, bei dem Wojcik praktisch angestellt ist, im morgigen Heimspiel gegen den SSV Markranstädt (Anstoß 13.30 Uhr/ Heinrich-Germer-Stadion) das letzte Mal auf der Bank der U 23 des 1. FCM. Während Weiß („Es tut mir Leid für Andrzej“) bis zuletzt seine schützende Hand über Wojcik hielt, war Rehboldt mit der Arbeit des früheren FCM-Verteidigers überhaupt nicht zufrieden: „Der Abstieg ist unnötig wie ein Kropf. Erste und zweite Mannschaft wurden zu oft gegeneinander ausgespielt, anstatt voneinander zu profi tieren.“
Noch-FCM-Trainer Wojcik sah die Entwicklung bereits voraus: „Der Trainer ist bei Misserfolg immer als erstes gefragt“, erklärte nach der 0:5-Klatsche vor einer Woche in Meuselwitz: „So darf man nicht verlieren, auch nicht beim Spitzenreiter. Vor allem die erfahrenen Leute haben da enttäuscht, die jungen in Stich gelassen.“
Da gegen Markranstädt keine Verstärkung von der zeitgleich in Chemnitz spielenden Ersten kommen kann, Girke (Fuß), Göres (Sprunggelenk), N‘Dombasi (Leiste) und Weiß (Zerrung) fehlen, werden die A-Junioren Bartsch, Instenberg und Schmidt in den Kader rücken. Während Instenberg gestern als letzter der fünf herauswachsenden A-Junioren gebunden wurde, dazu Christoph Köhne (Goldbeck) und Philipp Glage (VfB Sangerhausen), werden Göres, Herold und Kauffmann, dazu wohl Taylor den FCM verlassen. Verbandsligist MSV Preussen soll bereits Interesse signalisiert haben.
FCM räumt weiter auf: Auch Kapitän Rosin muss gehen
Fußball-Regionalligist zieht personelle Konsequenzen / Gaebler aus Wilhelmshaven erster Neuer
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg räumt in seinem Spielerkader richtig auf. Nach Najeh Braham und Mats Wejsfelt (Volksstimme berichtete) trennt sich der Club auch von Kapitän Daniel Rosin. Und es sollen weitere Streichkandidaten folgen.
Magdeburg. Die verkorkste Saison – statt Drittliga-Aufstieg rangiert der Club auf einem enttäuschenden vierten Platz mit zwölf Punkten Rückstand zu Spitzenreiter Holstein Kiel – bleibt für die Mannschaft in zweierlei Hinsicht nicht ohne Folgen. Zum einen, so Präsident Volker Rehboldt, hat die Club-Führung die Nettolöhne der Spieler gekürzt, zum anderen rigorose personelle Konsequenzen gezogen, dem jetzt auch Kapitän Rosin zum Opfer fällt.
„Es kommt vielleicht ein wenig überraschend, aber der FCM und Daniel Rosin gehen künftig getrennte Wege. Wir hatten von ihm sowohl sportlich als auch in seiner Führungsrolle als Kapitän mehr erwartet“, erläuterte Rehboldt, der sich zusammen mit Trainer Steffen Baumgart, dem neuen sportlichen Leiter Michael Richter und Manager Bernd Hofmann ein genaues Bild vom Team verschafft und dabei viele Probleme wie gegenseitiges Misstrauen und Grüppchenbildung ausgemacht hat. Rehboldt: „Es sind mehrere Risse durch die Mannschaft gegangen. So konnte es nicht weitergehen. Wir mussten reagieren.“
Pikant: Wie Braham besitzt auch Rosin einen Drei-Jahresvertrag bis 2011, war erst zu Saisonbeginn von Wacker Burghausen gekommen.
Wen trifft es noch? Der Präsident bestätigte darüber hinaus nur den Weggang von Ersatztorhüter Martin Geisthardt. Nach Volksstimme-Informationen sollen aber auch Mehmet Dragusha (Kontrakt läuft ohnehin aus) und Christian Reimann (normalerweise noch bis 2010 an den Club gebunden) gehen.
Dragusha konnte erst in der Endphase der Saison überzeugen, Reimann eigentlich nie richtig Fuß beim FCM fassen.
Mindestens ein halbes Dutzend Spieler soll den Club also verlassen. Da stellt sich natürlich die Frage nach adäquatem Ersatz. Rehboldt hielt sich diesbezüglich bedeckt, machte aber deutlich, dass man im Defensivbereich wohl schon den ersten Neuzugang vermelden könne: „Wir sind mit Andreas Gaebler vom SV Wilhelmshaven einer Lösung sehr nahe und gehen davon aus, dass er kommt.“ Der Innenverteidiger ist 25 Jahre alt, 1,83 m groß und könnte Rosins Rolle übernehmen.
Die Defensive war in den letzten Jahren aber nie das Sorgenkind beim FCM, eher das Mittelfeld bzw. der Angriff. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, vor allem nach dem Weggang von Reimann und Braham. Die Trennung vom Deutsch-Tunesier begründete Rehboldt auch damit, dass er und Sturmpartner Radovan Vujanovic sich von der Spielweise her zu sehr ähneln und Letzterer einfach der effektivere Stürmer sei. Damit ist klar, was der Verein sucht – einen besonders schnellen Stürmer. Was das Mittelfeld anbetrifft, teilte Rehboldt nur mit, dass der Ex-Magdeburger Christian Lenze (Eintracht Braunschweig) aus f nanziellen Gründen kein Thema mehr sei.
1. FC Magdeburg räumt auf: Braham und Wejsfelt müssen gehen
Magdeburg. Der abermals verpasste Drittliga-Aufstieg führt beim 1. FC Magdeburg zu weitreichenden Konsequenzen. Mindestens ein halbes Dutzend Spieler, darunter Najeh Braham und Mats Wejsfelt, will der Regionalligist loswerden. Derzeit prominentestes „Opfer“ ist Braham. „Der Verein hat mir am Dienstag mitgeteilt, dass er nicht mehr mit mir plant. Das ist ein Schlag ins Gesicht“, zeigte sich der Deutsch-Tunesier arg enttäuscht.
FCM-Präsident Volker Rehboldt bestätigte die vorzeitige Trennung von dem Stürmer, der immerhin noch einen Vertrag bis 2011 besitzt: „Trainer, sportlicher Leiter, Manager und Präsidium haben ein Gesamtkonzept gebildet und entschieden, welche Spieler den FCM zum Saisonende verlassen. Insgesamt sind es sechs, Braham und Mats Wejsfelt zwei davon.“
Um welche anderen Akteure es sich handelt, wollte Rehboldt noch nicht sagen. Es wird aber ganz offensichtlich das große Stühlerücken geben und keine Rücksicht darauf genommen, wer noch einen Vertrag hat. Bei Wejsfelt lief der Kontrakt aus, bei Braham eben nicht.
Der 32-Jährige fühlt sich wie vor den Kopf gestoßen: „Ich bin traurig und überrascht. Man hat mir gesagt: Du hast für den Club eineinhalb Jahre gute Arbeit geleistet und alles gegeben, aber zur neuen Saison spielst du in unseren Überlegungen keine Rolle mehr. Eine richtige Begründung gab es nicht.“
Die Entscheidung kommt insofern unerwartet, war Braham doch in der vergangenen Saison noch eine Art „Lebensversicherung“ für den Club, erzielte der Angreifer auch im laufenden Spieljahr immerhin zehn Treffer. Allerdings gab es in den vergangenen Monaten mehrfach Ärger, wurde Braham zwischenzeitlich sogar suspendiert. Und der neue Chefcoach Steffen Baumgart ist bekannt dafür, dass er Wert auf Disziplin legt.
Davon, dass Braham künftig nur auf der Tribüne sitzt und sein Geld kassiert, geht Rehboldt nicht aus: „Er selber hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass ihm Angebote vorliegen.“ Und auch der Betroffene glaubt, bald einen neuen Arbeitgeber zu f nden, gibt aber gleichzeitig zu bedenken: „Je älter man wird, desto weniger Vereine melden sich ...“
Dragusha möchte dem Club gern die Treue halten
Magdeburg. Mehmet Dragusha (31 Jahre) erwies sich im letzten Heimspiel der Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg gegen den FC Oberneuland (3:3) als Wachrüttler für alle. Sein „Sonntagsschuss“ setzte bei den Mannschaftskameraden noch einmal alle Reserven frei. Und in der letzten halben Stunde kämpften die Magdeburger dann wie die Löwen, waren die zwei schweren Spiele im Pokal gegen den HFC am Mittwoch und gegen den FC Bayern am Freitag zeitweise vergessen.
Nun werfen alle den Blick voraus, schließlich soll es nach einer verkorksten Saison am Sonntag (Anpfff 13.30 Uhr) in Chemnitz einen versöhnlichen Abschluss geben. Wenn dann aus einer starken halben Stunde ein starkes Spiel werden sollte, dürfte die Freude bei den Fans, die weiter voll hinter ihrem Team stehen, umso größer sein.
Die Mannschaftskameraden lobten durch die Bank Dragusha, der nicht nur mit dem Sonntagsschuss glänzte. Auch Trainer Steffen Baumgart stieß in das gleiche Horn: „Mehmet hatte es in den Spielen hier bisher nicht immer leicht. Deshalb freue ich mich umso mehr über seinen Treffer“, machte der Coach seinem Mittelfeld- und Abwehrmann Mut.
Oft hatte Dragusha – dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, der gern bleiben würde, mit dem jedoch noch niemand über eine Verlängerung gesprochen hat – glücklos gerackert, fehlte ihm das Quentchen Glück, um auch den verdienten Lohn für seine Arbeit zu bekommen. Pf ngstsonnabend war es endlich wieder einmal so weit. Das sollte Auftrieb geben.
Gleiches gilt für Deniz Siga, der nach seinem 2:3 auch den Siegtreffer auf dem Fuß hatte. Auch Siga konnte bei seinen wenigen Einsätzen in der ersten Mannschaft nicht unbedingt glänzen. Jetzt aber zeigte der junge Angreifer Qualitäten, die man bisher bei ihm kaum erkennen konnte.
So langsam scheint die gesamte Mannschaft wieder zu ihren Stärken zurückzufinden.
Mit Dragusha-Knaller kommt Wende
Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg erreicht im letzten Heimspiel 2008/09 ein 3:3 gegen den FC Oberneuland
Dragushas Gewaltschuss aus 35 bis 40 Metern ins obere rechte Dreiangel zum 1:3 (61.) leitete die Wende zum Positiven im Regionalliga-Heimspiel des 1. FC Magdeburg gegen Aufsteiger FC Oberneuland ein. Das Aufbäumen in der letzten halben Stunde führte am Sonnabend noch zum 3:3-Ausgleich.
Magdeburg. Die Gäste waren durch Wemmer (6.), Yücel (46.) und Kilicasian (56.) mit 3:0 in Führung gegangen, ehe Dragusha, Siga (82.) und Vujanovic (84.) noch für den versöhnlichen Ausgleich sorgten. Drei Spiele in vier Tagen hatten doch an der Substanz gezehrt.
Die Gäste übernahmen schnell das Kommando und hatten mehr vom Spiel. Sie schalteten schneller und erarbeiteten sich die besseren Chancen. Dabei gab ihnen das frühe Tor Auftrieb. Einziger „Grund“ zum Jubel für die FCMFans war da die Führung für Kiel in Leipzig (Endstand 0:3) auf der Anzeigetafel.
Der Schock dann zu Beginn der zweiten 45 Minuten, als der Freistoß von Yücel ins FCM-Tor abgefälscht wurde. Nach dem 0:3 sank die Stimmung gar auf den Tiefpunkt. Vereinzelt waren Pf ffe zu hören. „Ich möchte mich ausdrücklich bei den Fans bedanken, die nach anfänglichen Pf ffen dann wieder voll zu ihrer Mannschaft standen“, freute sich FCMTrainer Steffen Baumgart, dass der FCM-Anhang zu seiner Mannschaft hielt.
Dragushas Gewaltschuss zum 1:3 – da kam auch der ganze Frust zum Ausdruck – war dann so etwas wie ein Weckruf für die Gastgeber. Jetzt drängten sie die Rand-Bremer in deren Hälfte zurück. Die Fans trieben ihre Elf nach vorn. Der Lohn: Nach schöner Vorarbeit des zur zweiten Halbzeit gekommenen Brendel nahm der ebenfalls eingewechselte Siga den Ball direkt mit links zum 2:3 (82.).
Jetzt wollten die Massen den Ausgleich, möglichst gar den Sieg. Die Gäste verlegten sich mehr und mehr auf Schauspielereien, versuchten, mit Mätzchen das Spiel noch über die Runden zu bekommen. Aber FCM-Torjäger Vujanovic machte ihnen mit dem 3:3 einen Strich durch die Rechnung. Fast wäre Siga in der Nachspielzeit noch die Führung gelungen, doch der überzeugende Fagiryar im FCO-Tor hielt.
Es war übrigens erst das vierte Mal, dass der FCM nach einem 0:3 noch zum Ausgleich kam (30. August ‘67 gegen ASK Berlin, 13. Oktober ‘73 gegen BFC Dynamo, 7. März ‘98 gegen Chemnitzer FC).
„Wer mit solcher Ausdauer und Kampfbereitschaft wieder ins Spiel zurückfndet, fast noch gewinnt, der verdient Respekt“, war FCM-Präsident Volker Rehboldt über die letzte halbe Stunde im Spiel erfreut.
„Wir hatten uns für das Spiel etwas ausgerechnet, wollten unbedingt punkten, um den Klassenerhalt zu sichern, aber die Magdeburger haben uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht“, so FCO-Trainer Mohamed Amiq. Sein FCM-Kollege Steffen Baumgart erklärte: „Entscheidend war, dass die ganze Mannschaft nach dem Rückstand Charakter gezeigt hat.“
Magdeburg: Beer – Dragusha, Prest, Rosin, Bankert – Matthias (63. Bauer), Racanel (46. Brendel), Gewelke, Watzka – Braham (55. Siga), Vujanovic.
Oberneuland: Fagiryar – Pekrul, F. Muzzicato, Yücel, Mouaya – Wemmer, B. Muzzicato, Bobrowski, Cornelius (62. Laabs) – Kilicaslan, Sembolo.
Schiedsrichter: Dietz (Kornach), Zuschauer: 8672. Tore: 0:1 Wemmer (6.), 0:2 Yücel (46.), 0:3 Kilicaslan (56.), 1:3 Dragusha (61.), 2:3 Siga (82.), 3:3 Vujanoivic (84.). Gelb: Rosin, Vujanovic, Siga / Wemmer
„Sieri“ mit Schützenhilfe beim Ausgleich für Prominentenelf
3:3 im Spiel der Traditionself des 1. FC Magdeburg
Magdeburg. Anlässlich des 35. Jahrestages des Europapokalsieges der Fußballer des 1. FC Magdeburg trennte sich am Pfngstsonnabend eine verstärkte Mannschaft des Europapokalsiegers von einer Prominenten-Mannschaft mit 3:3 (2:0).
Wolfgang „Paule“ Seguin, Guido Krause und Axel Tyll hatten die Gastgeber in den zweimal 30 Minuten mit 3:0 in Führung gebracht. Handball- Olympiasieger Hartmut Krüger – nach Traumpass von Peter Ducke – Henning Frenzel und Bernd Wunderlich sorgten für den gerechten Ausgleich.
Dabei leistete Frank „Sieri“ Siersleben noch Schützenhilfe. Er lenkte den Ball von Wunderlich unhaltbar für den sonst bravourösen Ulli Schulze ins eigene Tor. „In der zweiten Halbzeit haben wir überhaupt nicht mehr Fußball gespielt. Da haben wir alles verschenkt. Wenn ich Fußball spiele, dann will ich auch gewinnen“, so Schulzes Kommentar hinterher.
„Sei ehrlich, Sieri, du wolltest auch mal ein Tor schießen“, lästerten die Mannschaftskameraden nach dem Ausgleich Sekunden vor dem Abpf ff. „Genau“, kommentierte Siersleben.
Überhaupt „blühte der Flachs“ bei den Kommentaren während des Spiels mächtig. „Der ist ja sicherer als früher“, meinte Manfred Zapf, der die 74er als Trainer betreute, mit Blick auf Keeper Schulze. „Kein Wunder, der hatte damals ja auch so einen unsicheren Libero vor sich“, so die prompte Antwort von der Bank. „Zappel“ Zapf war damals Libero bei den Elbestädtern.
Oder „Zappel“ forderte: „Spari, geh doch mal in die Spitze!“ „Ich kann doch nicht überall sein“, so die Retourkutsche.
Erstaunlich, was die „alten Männer“ noch zauberten. Und ob nun ein Peter Ducke, ein Henning Frenzel, Frank Schöbel oder Hartmut Krüger – alle sprachen sie davon, dass es für sie eine Ehre sei, da mitzuspielen.
Jürgen Sparwasser erinnerte daran, dass die FCM-Fußballer früher ja schon immer mit den SCM-Handballern einen Kick in der Halle gewagt hatten. „Darum wollten wir Leute wie Krüger, Dreibrodt oder Schimrock auch dabei haben.“ Und Krüger ergänzte: „Der FCM und der SCM waren die erfolgreichten Clubs der DDR. Beide Mannschaften haben Europapokale geholt.“
Wojcik-Elf beim Aufsteiger ohne reelle Punkte-Chance
Fußball-Oberliga Süd: ZFC Meuselwitz – 1. FC Magdeburg II 5:0 (3:0)
Magdeburg (mmi/rsc). Eine herbe wie auch in dieser Höhe verdiente 0:5 (0:3)-Niederlage musste die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg am Sonntag in der Fußball-Oberliga Süd beim Tabellenkrösus und nunmehr als Regionalliga-Aufsteiger feststehenden ZFC Meuselwitz einstecken. Gasch (17., 56.), Bocek (42., 45.) und Graf (84.) erzielten vor 1500 Zuschauern die Treffer für die Mannschaft von Ex-FCM-Mittelfeldspieler Damian Halata.
Von Beginn an dominierte der Tabellenführer diese Partie und schnürte die Gäste in deren Hälfte ein. Diese hatten sich vor dem Spiel viel vorgenommen, konnten aber zu keinem Zeitpunkt nur ansatzweise Paroli bieten. Zu deutlich war der Unterschied. Besonders in puncto Zweikampfverhalten konnte man den Gastgebern nicht das Wasser reichen und ging sangund klanglos unter. Allein Keeper Filatow ist es zu verdanken, dass die Wojcik-Elf nicht höher unterging. Für die Halata-Truppe dagegen steht nach diesem Spieltag der Aufstieg in die 4. Liga fest.
In ihrem vorerst letzten Oberliga-Auswärtsspiel konnten die Gäste nur nach dem 0:1 phasenweise Offensivaktionen verzeichnen. So scheiterte Martin Gebauer zweimal mit einem Distanzschuss. Der Doppelschlag kurz vor der Pause allerdings besiegelte die Niederlage des Aufsteigers. Nach der Pause gelang den Domstädtern offensiv gar nichts mehr. Die Hausherren taten nicht mehr als nötig und erzielten durch Gasch und Graf noch die Treffer zum 5:0-Endstand für den ZFC, bei dem Karsten Oswald jederzeit hervorragend das Zepter in der Hand hielt. So blieb es bis zum Ende bei einer einseitigen Oberligapartie, bei welcher die Gäste trauriger Zuschauer einer Aufstiegsparty wurden.
Für den 1. FC Magdeburg II gilt es nun, sich mit Anstand aus der Oberliga zu verabschieden und sich im letzten Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Markranstädt bei den treuen Zuschauern, Förderern und Sponsoren mit einem ordentlichen Spiel für die tolle Unterstützung in der nun abgelaufenen Saison zu bedanken.
Jupp Heynckes kehrt in Fußball-Rente zurück
Zufriedenes FCM-Fazit nach Bayern-Auftritt
Magdeburg. Magdeburg war am vergangenen Freitag beim 3:2 seine vorletzte, Fortuna Sittard in Holland (2:0) am Sonntag seine letzte Partie: Nach fünf Liga- und vier Freundschafts-Spielen kehrte Jupp Heynckes am Pf ngstwochenende „ohne Wehmut“ in die Fußball-Rente und zu seinem Schäferhund Cando zurück.
„Ich hoffe, er wird mir verzeihen, dass ich so lange weg war“, scherzte der 64-Jährige, der Platz macht für seinen Nachfolger Louis van Gaal. „Ich traue ihm zu, dass er den FC Bayern wieder zu Titeln führen wird. Ich habe Uli Hoeneß van Gaal empfohlen, und ich denke, es ist wichtig für den FC Bayern, dass man wieder einen Fußball-Lehrer hat“, sagte Heynckes zum Abschied.
Am Freitagabend hatte der FC Bayern Station in Magdeburg gemacht und immerhin fast 16 000 Zuschauer ins Stadion gelockt. „Unterm Strich sind wir zufrieden, hätten uns natürlich mehr als nur fünf Stars gewünscht“, bilanzierte FCM-Präsident Volker Rehboldt, der erfreut war, „was unsere Youngster wie Georgi oder Siga so veranstaltet haben.“
Dass beim Aufgebot der Münchner mit vielen Namenlosen keine Pfffe zu hören waren, führte Rehboldt darauf zurück, „dass sich wohl viele schon im Vorfeld erkundigt hatten, wer dabei ist. Zuvor gegen Kaufbeuren und Eichstätt lief praktisch die gleiche Bayern-Elf auf.“ Kurzfristig war auch Ex-Kapitän Mark van Bommel ausgefallen (Muskelverhärtung).
Immerhin war Nationalstürmer Miroslav Klose dabei, der nach langer Verletzungspause Spielpraxis sammeln sollte, das auch 90 Minuten lang tat und dabei seine Gefährlichkeit mit allen drei Toren eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Und welchen f nanziellen Gewinn konnten die Elbestädter unterm Strich verbuchen? Rehboldt: „Wir hatten uns darauf geeinigt, den Gewinn nach einem bestimmten Schlüssel aufzuteilen. Das war die risikoärmere Variante. Wenn man die Betriebskosten noch abzieht, bleibt für uns eine Summe von 50 000 Euro plus x übrig.“
Am Rande der Partie wurde darüber gefachst, dass man den FC Bayern vielleicht schon am ersten August-Wochenende im DFB-Pokal wiedersehen könnte. Rehboldt: „Ich rechne mit dem FSV Frankfurt und kann mich dann über jeden attraktiveren Gegner umso mehr freuen ...“
Denis Wolf 3
Stiefel 2
Daniel Bauer 1
1.Lübeck - FCM 0:2
2.FCM - HSV II 1: 1
3.Wilhelmshaven - FCM 0:3
4.FCM - Oberneuland 1:0
5.RB Leipzig - FCM
6.FCM - VfL Wolfsburg II
7.VFC Plauen - FCM
8.FCM - Hertha BSC II
9.Cottbus II - FCM
10. FCM - Meuselwitz
11.HFC - FCM
12. FCM - CFC
13.TSV Havelse - FCM
14.FCM -Türkiyemspor
15.Braunschweig II - FCM
16.FCM- H96 II
17.Kiel - FCM
1.1. FC Magdeburg 10
2.Chemnitzer FC 10
3.VfL Wolfsburg II 9
4.Holstein Kiel 9
5.Hallescher FC 8
6.VfB Lübeck 7
7.VFC Plauen 7
8.Hannover 96 II 7
9.RB Leipzig 6
10.TSV Havelse 6
11.E. Braunschweig II 4
12.Hertha BSC II 4
13.SV Wilhelmshaven 4
14.ZFC Meuselwitz 3
15.Hamburger SV II 2
16.Türkiyemspor Berlin 1
17.Energie Cottbus II 0
18.FC Oberneuland 0