Presse News aus der Volksstimme

30.Juli 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Vermarktung soll neu belebt werden

1. FC Magdeburg / 2:1-Sieg in Hildesheim

Magdeburg. Volker Rehboldt, Präsident des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, macht seine Ankündigung wahr, sich mit Kommentaren zum sportlichen Bereich zurückzuhalten: „Wir haben seinerzeit vereinbart, dass sich in erster Linie Trainer und Manager dazu äußern. Dabei bleibt es“, so der 42-Jährige, der einräumte, nach zweieinhalb Jahren des Misserfolgs auch ein wenig „verschlissen“ zu sein.

Rehboldts Part ist künftig mehr auf das Sponsoring und die Vermarktung fixiert. Und er hat diesbezüglich Erfreuliches zu berichten: „Wir werden den Vermarktungserlös aus der vergangenen Saison nicht nur erreichen, sondern übertreffen und haben insofern sogar einen Puffer.“

Ausschlaggebend dafür ist der Vertrag mit dem neuen Hauptsponsor „Camp David“, der zumindest für die nächsten zwei Spielzeiten jährlich die stolze Summe von 300 000 Euro einbringt.

Die Verantwortlichen sehen nach Volksstimme-Informationen auf diesem Sektor allerdings noch Reserven und verstärken sich deswegen in der Vermarktungsgesellschaft ab 1. September mit Svenja Bergroth (zuletzt Hannover 96). Rehboldt: „Wir haben sie seinerzeit zum Meuselwitz-Spiel eingeladen und sind uns nach einem intensiven Gespräch schnell einig geworden. Eine energische und erfahrene Kraft, die uns voranbringen wird.“

Diese Personalie dürfte auch Manager Rüdiger Bartsch zu denken geben, der Vermarktung und Sponsoring aus den Augen verloren haben soll ...

Sportlich biegt der Club, was die Vorbereitung anbetrifft, auf die Zielgerade ein. Gestern Abend gastierte die Mannschaft beim niedersächsischen Oberligisten VfV Borussia Hildesheim, der seit 2005 vom ehemaligen FCM-Kicker Andreas Golombek trainiert wird

Am Ende sah der einen 2:1 (0:0)-Erfolg seines Ex-Teams. Für die Gäste, die zunächst einem 0:1-Rückstand hinterherliefen, trafen später noch Wolf und Becker.

Am Sonntag geht die FCMReise dann nach Lemgo, wo ein Kräftemessen mit Zweitligist Arminia Bielefeld bevorsteht.

29.Juli 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Immer ein Lächeln auf den Lippen

Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat seit dem Trainingsstart Anfang Juli wieder einen Brasilianer in seinen Reihen – Guilherme Martins dos Santos lautet der wohlklingende Name. Ob der 21-Jährige allerdings über die Rolle des Perspektivspielers hinauskommt, muss er erst noch beweisen.

Magdeburg. Nicht zuletzt mit einem Traumtor in den Winkel hatte dos Santos Ende Mai beim zweitägigen Casting mit 22 (!) Testspielern auf sich aufmerksam gemacht und schließlich einen Einjahres-Vertrag beim Club erhalten. Doch der Anfangseuphorie folgte schnell der graue Alltag.

Dabei begann sein Engagement recht verheißungsvoll. Beim Auftakttest in Ballenstedt (15:0) erzielte er die beiden ersten Tore. Doch dos Santos, der von Berater Michael Budzinski (Stendal) zum FCM gelotst wurde, ist bei Neu-Trainer Ruud Kaiser nicht erste Wahl. Zumindest nicht im Moment.

Zum einen fehlt es (noch) am nötigen Durchsetzungsvermögen, zum anderen an der Verständigung. Kaiser (spricht Deutsch, Holländisch, Englisch und Französisch) kann sich mit dem ehemaligen U-17-Nationalspieler, der nur des Portugiesischen mächtig ist, nicht unterhalten und ihm seine Fußball-Philosophie vermitteln. Der notwendige Deutsch-Unterricht ist zwar inzwischen angelaufen, aber das dauert natürlich alles seine Zeit.

Seiner guten Laune tut das keinen Abbruch. Der Spieler, der nach eigener Aussage keinen Vorbildern nacheifert („Nein, ich mag eigentlich jeden, der hart an sich arbeitet und Tore macht“), hat immer ein Lächeln auf den Lippen oder einen Scherz parat. Und er weiß, was er will: „Tore schießen und vorbereiten. Die Offensive liegt mir am meisten. Da habe ich meine Stärken.“ Seine Schwächen kennt er ebenfalls: „Meine Technik verbessern und eher abspielen.“ Letzteres hat Kaiser in den vergangenen Wochen mehrfach kritisiert ...

Von Magdeburg und seinem sportlichen Umfeld ist er sehr angetan: „Die Bedingungen sind richtig klasse hier, außerdem wird professionell gearbeitet. Hinzu kommt, dass der FCM Superfans hat.“

Geboren ist der Brasilianer, der von den Kollegen nur „Dos“ gerufen wird, in Rio de Janeiro. Über die Stationen Madureira, Bonsucesso und Silva Jardim landete er schließlich in Deutschland. Während hierzulande zuletzt so mancher unter den tro pischen Temperaturen litt, fühlte sich dos Santos – wen wundert‘s – so richtig wohl. Deswegen denkt er auch schon jetzt mit Grauen an die kalten Wintermonate. Ist dann das Heimweh besonders groß? Die Antwort ist (wieder) ein Lächeln und die ehrliche Auskunft: „Ab und zu kommt mal Heimweh auf, aber Fußball ist schließlich mein Beruf. Deswegen darf ich mich damit gar nicht erst beschäftigen.“ Immerhin kann er seine beiden Geschwister, Bruder Gustavo und Schwester Gabrielle, mit seinen Fotos versorgen und weiß, dass die beiden da besonders die Homepage von Volksstimme-Fotograf Björn Possiencke ( www.sportfoto-md  . com) besuchen.

Übrigens: Heute trägt der FCM sein vorletztes Testspiel vorm Saisonstart (8. August in Lübeck) aus, ist ab 18.30 Uhr beim niedersächsischen Oberligisten VfV Hildesheim zu Gast.

27.Juli 2010

Autor: Uwe Tiedemann
FCM und die bange Frage: Reicht die Qualität im Angriff aus?

Fußball-Regionalligist beobachtet den Transfermarkt, sieht aber derzeit keine Notwendigkeit für weitere Neuverpflichtung

Magdeburg. Eine der zentralen Fragen beim Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg nach dem Trainingslager in Polen lautet : Reicht die Qualität im Sturm aus oder muss doch noch Verstärkung her ? Die Transferliste schließt am 31. August.

Bis zum Saisonstart ( 8. August beim VfB Lübeck ) kann der Club noch zweimal den Ernstfall testen : Donnerstag ( 18. 30 Uhr ) in Hildesheim und Sonntag ( 16 Uhr ) in Lemgo gegen Arminia Bielefeld.

Was auffiel in den drei jüngsten Vorbereitungsspielen : In Babelsberg ( 0 : 2 ) blieb der Club ohne jede Torchance, auch in Wisnicz ( 2 : 2 ) glich der Sturm eher einem lauen Lüftchen. Und bei Hutnik Krakau ( 2 : 0 ) war zwar ein deutlicher Fortschritt zu erkennen, dafür jedoch die Chancenverwertung unbefriedigend.

Auch Trainer Ruud Kaiser und Manager Rüdiger Bartsch ist natürlich die Ladehemmung nicht entgangen, doch sie halten sich ( noch ) zurück. " Zu sagen, es liegt an den Stürmern, wäre zu einfach. In Babelsberg z. B. war das Mittelfeld viel zu schwach. Wenn dann die Stürmer keine Bälle bekommen, liegt es nicht an ihnen. In Polen fehlte mitunter die Spritzigkeit und Aggressivität, was der hohen Trainingsbelastung geschuldet war ", analysierte Kaiser und fasste zusammen : " Wenn wir meinen, wir müssen noch einmal reagieren, werden wir das tun. Aber im Moment ist das kein Thema. Ich habe volles Vertrauen in diese Mannschaft, die sich stetig gesteigert hat. "

Und Bartsch : " Natürlich beobachten wir den Markt und überlegen ständig, wie man sich verbessern kann. Aber derzeit halten wir weitere Aktivitäten auf dem Transfermarkt nicht für notwendig. " Außerdem, so der Manager, dürfe man den finanziellen Aspekt nicht außer Acht lassen : " Talente wie z. B. der Wolfsburger Alexander Esswein oder Carsten Kammlott, der von Erfurt zu RB Leipzig wechselte, sind sicherlich Angreifer mit einer gewissen Torgarantie. Aber die können wir uns nicht leisten. "

Das sah in den vergangenen Jahren noch ganz anders aus, war der Club sozusagen Krösus und ein Radovan Vujanovic mit 12 000 Euro Monatsgehalt der Topverdiener, der zudem 15-mal ins Schwarze traf. Lars Fuchs brachte es gar auf 16 Tore.

Beide Stürmer hatte der Club jedoch abgegeben und auf einen Neuaufbau gesetzt. Nun ruhen die Hoffnungen im Zentrum in erster Linie auf dem verbliebenen Marko Verkic und Neuzugang Eddy Vorm. Doch ob das ausreicht, muss gegenwärtig bezweifelt werden. Verkic strahlt zu wenig Torgefahr aus, und auch Vorm muss sich steigern, ist zudem verletzt ( Zerrung ). Andere Offensivkräfte wie Marvin Wijks oder der momentan überzeugende Denis Wolf ( traf zuletzt sogar per Kopf ) sind eher etwas für die Außenpositionen bzw. müssen sich erst an die rauhe Regionalligaluft gewöhnen ( Guilherme dos Santos ). Es bleibt also spannend, zumal Bartsch die Frage, ob denn überhaupt noch finanzielle Reserven verhanden seien, mit " ja " beantwortete.

26.Juli 2010

Fußball-Regionalligist gewinnt 2:0 bei Hutnik Krakau / Stiefel und Wolf treffen / Kaiser zufrieden
FCM schließt Trainingslager mit Sieg ab
Von Uwe Tiedemann


Mit einem 2:0 (1:0)-Sieg am Sonnabend bei Hutnik Krakau beendete Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg sein einwöchiges Trainingslager in Polen. Anschließend war die Club-Delegation noch zum Bankett anlässlich des 60-jährigen Vereinsjubiläums eingeladen. Nicht zuletzt der Auftritt der Gäste-Fans machte dieses Spiel zu einem besonderen Erlebnis (siehe nebenstehender Bericht).

Krakau/Magdeburg. Nach rund zehnstündiger Fahrt und insgesamt mehr als 1700 absolvierten Kilometern im in Polen viel beachteten blau-weißen FCM-Bus setzte Detlef Later die Kicker gestern Abend wieder sicher in der Heimat ab.

Vorausgegangen war eine intensive, aber gelungene und gegen Ende auch von den Temperaturen her erträgliche Woche. „Wir sind mit den schlimmsten Erwartungen losgefahren, doch die waren sehr schnell verflogen. Unterkunft, Verpflegung, Gastfreundschaft – ich kann mich eigentlich an kein besseres Trainingslager erinnern. Ein wenig problematisch war‘s ab und zu mit der Verständigung, weil längst nicht alle Englisch sprachen“, fasste Torhüter Matthias Tischer die positiven Geschehnisse zusammen.

Dennoch gab‘s einen kleinen negativen Beigeschmack: Die Gastgeber zeigten sich verstimmt darüber, dass FCM-Manager Rüdiger Bartsch nachverhandelt und die Gesamtsumme für den Aufenthalt auf deutlich unter 7000 Euro gedrückt hatte. Hutnik-Vize-Präsident Adam Gliksman bestätigte die Auseinandersetzung, wollte jedoch kein wei teres Öl ins Feuer gießen ...

Der zweite Auftritt des FCM gegen Hutnik, das gerade dabei ist, nach zahlreichen Tiefschlägen eine neue Mannschaft aufzubauen und an frühere glorreiche (Erstliga-)Zeiten anzuknüpfen, war geprägt von einer kom pakten Spielweise, die am Ende ein ungefährdetes 2:0 zur Folge hatte – der erste Sieg nach zuletzt zwei Remis und einer Niederlage. „Es war wichtig, mit einem guten Gefühl und einem Erfolgserlebnis nach Hause zu fahren, noch dazu ohne Gegentor. Die Jungs waren bissig, haben viele Möglichkeiten kreiert. Das hat mir gefallen“, lobte Trainer Ruud Kaiser, der lediglich die Chancenverwertung bemängelte.

In der Tat hätte das Ergebnis gegen harmlose Platzherren höher ausfallen müssen. Vielleicht wäre es mit Eddy Vorm vorn besser gelaufen, doch der holländische Neuzugang kam nicht zum Einsatz: „Ich habe am Donnerstag (2:2 in Wisnicz/d. Red.) bei einem Schussversuch in der ersten Halbzeit ein Ziehen im Oberschenkel gespürt. Es ist nicht Ernstes, aber wir wollten nichts riskieren“, so der 21-jährige Stürmer.

Darüber hinaus leistete sich der FCM noch zu viele Missverständnisse und Ungenauigkeiten. In der Anfangsphase gab es nur eine nennenswerte Szene, als Maik Georgi aus der Drehung abzog und am Krakauer Keeper scheiterte (8.). Absolut sehenswert das 0:1 durch einen direkten verwandelten, un haltbaren 22-m-Freistoß von Manuel Stiefel in den Winkel (40.).

Nach dem Wechsel nahm die Dominanz der Elbestädter weiter zu, die es aber versäumten, frühzeitig den Sack zuzumachen. Marko Verkic scheiterte „knochenfrei“ per Kopf (48.), dann hatte Tobias Becker den Torhüter schon ausgespielt, schloss aber zu lässig ab, so dass ein Verteidiger noch auf der Linie klären konnte (61.).

Für die Entscheidung sorgte kurz vor dem Abpfiff Denis Wolf, der eine gut getimte Scharlau-Flanke per Kopf in die Maschen wuchtete (87.). „Wir müssen sicherlich noch zulegen, aber vieles klappt schon recht gut, vor allem unser Pressing“, befand Vize-Kapitän Stephan Neumann und resümierte: „Es war eine harte Woche. Wir sind alle müde und müssen erst einmal wieder Kraft tanken.“

Seinen nächsten Auftritt hat der Club am kommenden Donnerstag beim niedersächischen Oberligisten VfV Hildesheim.

FCM: Tischer - Müller, Halke (54. Sumelka), Friebertshäuser, Neumann, Bauer (76. Instenberg), Wijks (71. Wolf), Stiefel (46. Saalbach), Becker, Georgi (82. Scharlau), Verkic (82. dos Santos)

Schiedsrichter: Pirog (KS Krakau). Zuschauer: 1500. Tore: 0:1 Stiefel (40.), 0:2 Wolf (87.)

Tolle Geste zum 60-jährigen Hutnik-Jubiläum
300 Club-Fans sorgen für Gänsehaut-Feeling
Von Uwe Tiedemann


Krakau/Magdeburg. So etwas nennt man wohl Fankultur pur: Knapp 300 Anhänger des 1. FC Magdeburg hatten sich auf den von den Ultras prima organisierten Trip nach Krakau gemacht und trugen so maßgeblich zum gelungenen 60-jährigen Vereinsbestehen von Hutnik Krakau bei, das sich seit kurzer Zeit Nowy Hutnik nennt und eigentlich schon immer im Schatten der beiden führenden Clubs von Wisla und Cracovia im 750 000 Einwohner zählenden Krakau stand.

Die Kontakte beider Fangemeinden, die am Nachmittag noch ein Freundschaftsspiel ausgetragen hatten (4:2 für die Polen), begannen vor fünf Jahren eher zufällig übers Internet. Schon bald folgten gegenseitige Besuche und dann der ausdrückliche Wunsch von polnischer Fan-Seite, zum Jubiläumstag am 24. Juli 2010 den FCM einzuladen.

Der Großteil reiste am Sonnabend in Bussen an; wegen der großen Nachfrage war sogar ein fünftes Gefährt nachgeordert worden. Im moderaten Gesamtpreis von 50 Euro waren die Fahrt, die Eintrittskarte, ein TShirt und ein Lunchpaket enthalten. Und auch der eindringliche Appell, auf der Hintour auf Alkohol zu verzichten und so einen positiven Eindruck zu hinterlassen, wurde befolgt.

Das Spiel selber, das wegen der dichten Rauchschwaden zweimal kurz unterbrochen war, nutzten dann beide Fangruppen, um sich in Bezug auf Pyrotechnik einmal richtig „auszutoben“. Jede Aktion wurde von der Gegenseite anschließend

stürmisch bejubelt. Immer wieder hallten „Hutnik Magdeburg schalalalala-Schlachtgesänge“ durch das baufällige Stadion „Suche Stawy“. Für ein absolut friedliches Miteinander hatten nicht zuletzt Ordner (die offensichtlich auf Kontrollen weitgehend verzichtet hatten) und Polizei (die sich absolut zurückhielt) gesorgt.

Die beiden Mannschaften auf dem Rasen waren jedenfalls schwer beeindruckt: „Ein Riesendank an unsere Fans. So etwas ist wohl einmalig. Das macht uns Mut und stolz zugleich“, hob FCMVize-Kapitän Stephan Neumann hervor. Trainer Ruud Kaiser nannte den Auftritt einfach nur „überragend“.

Erwähnenswert auch das extra für dieses Spiel hergestellte 54-seitige (!) zweisprachige Programmheft mit Geschichten aus der Historie beider Vereine, unvergesslichen Begegnungen, über Eintrittskarten oder eben aktuelle Themen.

24.Juli 2010

Trainingslager des 1. FC Magdeburg im polnischen Myslenice neigt sich dem Ende entgegen
Kaiser-Fazit: „Auf alle Fälle wieder einen Schritt weiter“
Von Uwe Tiedemann

Das Trainingslager des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg in Polen neigt sich dem Ende entgegen. Heute zieht die Mannschaft von Myslenice ins 35 km entfernte Krakau um, wo um 18 Uhr das zweite Testspiel gegen den dortigen Viertligisten Hutnik stattfindet, der sein 60-jähriges Vereinsjubiläum feiert. Für morgen Vormittag ist dann die Rückreise geplant.

Myslenice/Polen. Am vorletzten Tag kannte die Sonne kein Erbarmen. Schon um 10 Uhr war es 33 Grad heiß. Dennoch wertete Chefcoach Ruud Kaiser das 2:2 vom Vorabend gegen den Drittligisten Szreniawa Nowy Wisnicz lange aus und war am Ende selber überrascht, dass es eine halbe Stunde dauerte. „Die Besprechung war absolut o.k., weil ich nicht nur Vorgaben mache, sondern auch Fragen stelle, die die Spieler be antworten müssen. Sie sollen mitdenken, und das tun sie“, betonte der Holländer, der insgesamt von einer gelungenen Woche sprach: „Ich bin sehr zufrieden und habe mein Programm voll durchziehen können. Es waren sehr intensive Einheiten dabei, wir sind auf alle Fälle wieder einen Schritt weiter. Und auch, wenn wir im Testspiel streckenweise zu lässig und nicht aggressiv genug waren, so bringen uns gerade solche Partien gegen unterklassige Gegner wertvolle Erkenntnisse.“ Und: „Besser, wenn jetzt die Fehler passieren als während der Saison.“

Gestern musste Neuzugang Eddy Vorm pausieren, nachdem er sich in Wisnicz eine Zerrung zugezogen hatte, die aber nicht so schwerwiegend sein dürfte, dass er länger ausfällt. Viel Freude bereitete dem Team nach dem Stabilisations- und Kraftaufbauübungen ein Fußballtennisturnier, das das Trio Rainer Müller, Denis Wolf und Manuel Stiefel gewann und zur Belohnung als erste zum Duschen durfte. Aber auch Kaiser gewann dieser Übungsform Positives ab: „Ob Koordination, Technik oder Kopfball – da ist fast alles drin. Man sieht, was die Jungs draufhaben und was nicht.“

Von der Belastung her hat Kaiser das Pensum etwas zurückgeschraubt, denn die Woche schlauchte ganz schön. Neu-Kapitän Daniel Bauer stellvertretend für alle: „Man merkt, dass die Kräfte langsam nachlassen.“

Besonders wichtig ist in solchen Fällen die Ernährung, und da fand Manager Rüdiger Bartsch für die Gastgeber nur lobende Worte: „Hutnik Krakau hat uns hervorragend unterstützt. Was wir im Vorfeld besprochen hatten, nämlich vitamin- und kohlehydratreiche Kost zu erhalten, wurde umgesetzt.“ Für die Getränke sorgte Zeugwart Heiko Horner. Die Spieler hatten sogar die Wahl zwischen den Geschmacksrichtungen Sauerkirsch, Waldmeister, Himbeere und Grapefruit.

Bartsch nannte einen weiteren Grund, warum das Trainingslager als voller Erfolg zu werten ist: „In Bezug auf den Teambildungsprozess sind wir ein deutliches Stück vorangekommen. Es macht eine Menge aus, wenn eine Mannschaft eine Woche lang auf engstem Raum zusammenlebt, sich nicht aus dem Weg gehen kann.“ Wie hoch letztlich die Kosten waren, wollte der Manager allerdings nicht verraten. Nur so viel: „Billiger als beispielsweise in der Türkei.“

Heute nun steigt gegen Hutnik Krakau das zweite und letzte Testspiel. Da die beiden Fangruppen eine langjährige, tiefe Freundschaft verbindet, ist damit zu rechnen, dass sich zahlreiche FCM-Anhänger - die Rede war von mehreren Bussen - auf den beschwerlichen Weg nach Polen machen, um gemeinsam zu feiern, unter anderem soll auch ein Fan-Freundschaftsspiel stattfinden.

... Kapitän Daniel Bauer:
„Es ist schon eine besondere Ehre“


Daniel Bauer wurde von Trainer Ruud Kaiser zum neuen FCM-Kapitän bestimmt. Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann sprach mit dem 27-Jährigen über sein Amt.

Volksstimme: Eine Überraschung war es ja nicht mehr, denn Ruud Kaiser hatte sich schon frühzeitig für Sie ausgesprochen. Sind Sie dennoch ein wenig stolz über die Berufung?

Daniel Bauer: Absolut. Es ist schon eine besondere Ehre für mich, gerade bei solch einem Verein wie den 1. FC Magdeburg. Und das nach relativ kurzer Zeit, die ich jetzt hier bin. Ich werde mein Bestes tun und mich dahingehend voll einbringen, dass wir uns stets als Mannschaft präsentieren. Volksstimme: Ist das Kapitänsamt eine ganz neue Erfahrung für Sie?

Bauer: Nein. Schon im Jugendbereich war ich Mann schaftsführer, und auch später bei den Herren Vize oder zumindest im Mannschaftsrat vertreten. Ich bin jemand, der gelernt hat, frühzeitig Verantwortung zu übernehmen und jüngeren Spielern zu helfen.

Volksstimme: Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit Kaiser vorstellen?

Bauer: Natürlich müssen wir uns noch besser kennenlernen. Aber seine Fußball-Philosophie mit Training und Taktik deckt sich mit meiner. Er ist ein akribischer Arbeiter, achtet genau wie ich auf Details. Im Fußball ist es ja oft so, dass Kleinigkeiten entscheiden. Außerdem sehe ich meine Aufgabe darin, ihm das nötige Feedback aus der Mannschaft zu geben.

FCM-Keeper Christian Beer
Mit Heilungsprozess sehr zufrieden
Von Uwe Tiedemann


Myslenice/Polen. Kreuzbandriss - für einen Fußballer die schlimmste Verletzung, die es gibt. Keeper Christian Beer hatte sie sich in der vergangenen Saison beim Landespokalspiel des 1. FC Magdeburg in Sandersdorf (14. April) im linken Knie zugezogen. Das Trainingslager im polnischen Myslenice nutzt der FCM-„Oldie“ als eine weitere Möglichkeit, sich Schritt für Schritt wieder heranzukämpfen.

„Als Trainer Ruud Kaiser mir sagte, im Bus ist noch ein Platz frei, und ich möchte, dass du mitfährst, habe ich nicht lange überlegt. Zum einen sind hier beide Physiotherapeuten vor Ort (Mirko und Jana Müller/d. Red.), zum anderen bin ich näher an der Mannschaft dran. Gerade bei so vielen Neuzugängen ist es für mich wichtig zu wissen, wie der ein oder andere tickt. Man kommt sich einfach näher“, ist der mit 30 Jahren älteste FCM-Akteur überzeugt, sich richtig entschieden zu haben.

Über die Vergangenheit will Beer nicht mehr reden, auch wenn es bei der Diagnose einige Irritationen gab bzw. er sich fragt, ob es seinerzeit in Sandersdorf trotz erschöpften Auswechselkontingents nicht besser gewesen wäre, nach dem Zusammenprall mit einem Gegenspieler sofort vom Platz zu gehen, anstatt noch die zehn Minuten bis zum Abpfiff weiterzuspielen.

Abgehakt. Beer blickt nach vorn, hat am kommenden Montag einen wichtigen Termin bei seinem Arzt Dr. Detlef Meier in Berlin, wo die weiteren Schritte durchgesprochen werden sollen. Wann der Keeper wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, darüber macht er sich noch keinerlei Gedanken, weiß, dass „bei zu viel Ungeduld schnell Rückschläge möglich sind“. In der Regel hat ein Kreuzbandriss bekanntlich ein halbes Jahr Pause zur Folge.

Und wie sieht der Tagesablauf des Torhüters aus, der in seiner Karriere schon viele Verletzungen hinnehmen musste, den es aber nun so richtig erwischt hat?

„Ich nehme wie alle anderen an den Mahlzeiten teil und mache dann mein individuelles Training - entweder im Kraftraum, auf einer speziellen vibrierenden Matte oder mit Mirko Müller auch schon auf dem Platz, um einfach das Gefühl wieder reinzukriegen“, sagt Beer.

„Im Moment kann ich die Schiene zu 90 Grad durchbiegen, demnächst dann komplett, und irgendwann kommt sie ganz ab. Dann beginnt der Muskelaufbau. Aber wie gesagt - alles peu a peu, nichts überstürzen“, erzählt Beer in seiner gewohnt unaufgeregten ruhigen Art, macht aber deutlich, dass er mit dem Heilungsprozess zumindest bislang „sehr zufrieden“ ist.

23.Juli 2010

Autor: Uwe Tiedemann
2:2 im ersten Testspiel – Bauer nun auch offiziell Kapitän

1. FC Magdeburg im polnischen Trainingslager

Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg trennte sich gestern Abend im Rahmen des polnischen Trainingslagers von Drittligist Szreniawa Nowy Wisnicz 2:2 (2:1). Beide Teams zeigten trotz der Hitze eine durchaus ansehnliche Partie. Für den Club trafen Becker und Wolf.

Wisnicz. Gestern Vormittag hatte der FCM bei erneut tropischen Temperaturen noch ein 70-minütiges Training auf dem gegenüberliegenden Vereinsgelände von Dalin und Myslenice. Chefcoach Ruud Kaiser hatte dagegen auf die dritte Einheit, Lauf vor dem Frühstück, verzichtet.

Am Nachmittag hieß es dann Busfahrt ins 70 km entfernte Wisnicz, wo das erste Testspiel im Rahmen des einwöchigen Trainingslagers in Polen stattfand. Angesichts zweier Staus konnte von einer entspannten Anreise, die letztlich eineinhalb Stunden dauerte, keine Rede sein. So traf der FCM erst 40 Minuten vor Spielbeginn in Wisnicz ein. Gegner war der dortige Drittligist Szreniawa Nowy Wisnicz.

FCM-Manager Rüdiger Bartsch zu dessen Spielstärke: „Vergleichbar mit einem guten Verbandsligisten. Sie sind gerade aufgestiegen, trainieren viermal die Woche.“

Eine wichtige Personalentscheidung war noch am Mittwochabend gefallen: Neuer Kapitän ist erwartungsgemäß Daniel Bauer, sein „Vize“ Ste phan Neumann. In den Mannschaftsrat wurden ferner Denis Wolf, Tobias Becker und Sebastian Sumelka gewählt.

Zum Spiel, das – total ungewohnt für FCM-Verhältnisse ohne die Unterstützung jeglicher Fans über die Bühne ging: Die Platzherren markierten frühzeitig das 1:0 nachdem Keeper Tischer bei einem 25-m-Schuss zu weit vorm Kasten stand und überrascht wurde (4.). Die erste nennenswerte Chance der Gäste vergab Wijks (vorbei) nach Flanke von Neumann (17.). Besser machte es fünf Minten später Becker, der mit einem platzierten 18-m-Flachschuss den Ausgleich erzielte. Der FCM bekam das match besser in den Griff, zeigte trotz des holprigen Bodens einige gefällige Kombinationen und lag zur Pause verdientermaßen mit 2:1 in Front. Wolf hatte sich nach Zuspiel von Vorm durchgesetzt und sicher ins lange Eck vollstreckt (38.).

Zweite Halbzeit und erneut wurden die Gäste kalt erwischt, glichen doch die Polen durch einen nicht unhaltbaren direkten Freistoß aus halblinker Position aus (51.). Die laufstarken, ehrgeizigen und mitunter recht hart einsteigenden Gastgeber blieben ein unbequemer Gegner, so dass der Club seine liebe Not hatte. Mit zunehmender Dauer ließ dann verständlicher Weise auch die Kraft nach, so dass mehr als das 2:2 einfach nicht drin war.

Kommentar von Trainer Kaiser: „Ein aufschlussreicher Test. Allerdings haben wir einfach zu viele Fehler und den Gegner dadurch wieder stark gemacht. Gegen Ende waren die Jungs natürlich platt.“

Magdeburg: Tischer (46. Flückiger) – Müller, Sumelka, Halke (46. Friebertshäuser), Neumann (73. Instenberg), Becker (59. Georgi), Bauer, Wolf, Stiefel (59. Saalbach), Wijks (73. dos Santos), Vorm (46. Verkic).

Tore: 1:0 Stoklosa (4.), 1:1 Becker (22.), 1:2 Wolf (38.), 2:2 Pasionek (51.)

21.Juli 2010

Fußball-Regionalligist hat seine Zelte im polnischen Myslenice aufgeschlagen

Paintball als teambildende Maßnahme – FCM-Spieler auf dem „Kriegspfad“
Von Uwe Tiedemann


Myslenice/Polen. Am dritten Tag des Trainingslagers des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg im 33 Grad schwülwarmen polnischen Myslenice (35 km von Krakau entfernt) kam gestern Nachmittag auch die Gaudi nicht zu kurz, vergnügten sich die Spieler doch beim sogenannten „Paintball“. Heute (17 Uhr) findet gegen den Drittligisten Szreniawa Nowy Wisnicz ein weiteres Vorbereitungsspiel statt.

Beim Paintball gehen zwei „bewaffnete“ Teams in olivgrüner Tarnkleidung und Gesichtsmaske in unwegsamem Gelände sozusagen auf Kriegspfad und versuchen, dem „Feind“ die Fahne abzujagen. Die Munition besteht aus Farbstoff. Wer getroffen wird (die Schuss-Distanz beträgt immerhin 30 Meter), hebt die Hand und muss eine Pause einlegen. „Eine teambildende Maßnahme, die sich die Jungs selber ausgesucht haben“, sagte Manager Rüdiger Bartsch, der am Dienstag nachgereist war. Und ein gut gelaunter Trainer Ruud Kaiser ergänzte: „Es ist nicht nur Spaß, den sich die Spieler redlich verdient haben, weil alle prima mitziehen. Es geht auch um die richtige Strategie, denn wie im Fußball verfolgt man auch hier ein ganz bestimmtes Ziel.“

Als es vorher um die Regeln ging, trat der mit einer Polin (Aleksandra) verheiratete Zeugwart Heiko Horner auf den Plan und ließ die Anweisungen der Organisatoren kurzerhand per Handy von Schwiegermutter Anna Szadok übersetzen ...

Auslöser, überhaupt nach Polen zu fahren und dort ein Trainingslager abzuhalten, waren die FCM-Ultras durch ihre besonders intensive Beziehung zu den Fans von Hutnik Krakau. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens findet deswegen auch am kommenden Sonnabend das Jubiläumsspiel gegen den FCM statt. „Weil uns aber der Aufwand nur für ein Spiel - zehn Stunden mit dem Bus hin und wieder zurück - einfach zu groß war, haben wir die Möglichkeiten abgeklopft, eine ganze Woche herzukommen“, erläuterte Bartsch das eher ungewöhnliche Reisedomizil.

Die Mannschaft logiert im Übrigen ganz alleine im kleinen Hotel Krak (elf Doppelzimmer). Mit dabei lediglich die beiden Zeugwarte Horner und Dirk Fröhlich sowie die Physiotherapeuten Mirko und Jana Müller, die in ihren Einzelzimmern sogleich die Möglichkeit zur Pflege nutzen. Von größeren Verletzungen ist der Club aber bislang auch weiterhin verschont geblieben, sieht man einmal von kleineren Blessuren (Bartsch, Girke, Scharlau und Instenberg) ab.

20.Juli 2010

FCM seit gestern im Trainingslager im polnischen Myslenice
Leitwolf Bauer: „Typisch holländische Schule“
Von Uwe Tiedemann


Seit gestern setzen die Fußballer des Regionalligisten 1. FC Magdeburg ihre Vorbereitung in Polen fort, schwitzen im Trainingslager in Myslenice (35 km von Krakau entfernt). Auch zwei Testspiele sind bis zum kommenden Sonntag vorgesehen.

Magdeburg. „Wir wollen den nächsten Schritt nach vorne machen. Das bedeutet: In dieser Woche wird vor allem Wert auf Schnellkraft gelegt“, kündigte Trainer Ruud Kaiser an, der sich zuvor zusammen mit Manager Rüdiger Bartsch die Bedingungen vor Ort angeschaut und für gut befunden hatte. Kaiser auf die Frage, ob den Jungs eine besonders harte Woche bevorsteht: „Das Wort ,hart‘ passt an dieser Stelle nicht so richtig. Ich würde eher ,intensiv‘ sagen.“

Der neue Leader im FCMTeam, Daniel Bauer, geht optimistisch an die Aufgabe heran: „Das wird kein Zuckerschlecken, aber ich bin keiner, der missmutig auf den Platz geht. Ich sage mir stattdessen: Mit einem Lächeln im Gesicht läuft es einfach besser, fällt einem vieles leichter. Außerdem sollte man immer an eines denken: Wenn die Zeit eines Trainingslagers vorbei ist, ist man wieder einen Tick weiter.“

Bauer betonte, dass das große Vertrauen des Trainers der entscheidende Grund dafür gewesen sei, andere Angebote auszuschlagen und beim Club zu verlängern: „Das ehrt mich schon, und das habe ich in dieser Form noch nicht erlebt. Logisch, dass man nun eine ganz spezielle Verantwortung spürt. Aber ich stelle mich gerne dieser Aufgabe, will vor allem auch den jungen Spielern helfen. Es ist sicherlich ein Höhepunkt in meiner Karriere.“

Kurios allerdings, dass der 27-Jährige offiziell noch gar kein Spielführer ist. „Die Mitspieler witzeln zwar schon und sprechen mich mit ,Capitano‘ an, aber diese Dinge, wer künftig den Kapitän macht oder wie sich z.B. der neue Mannschaftsrat zusammensetzt, werden wohl jetzt im Trainingslager geklärt.“

Auf die Frage, welches denn die größten Unterschiede zur vergangenen, völlig verkorksten Saison sind, antwortete Bauer: „Eigentlich ist alles anders. Es ist eine völlig umgekrempelte Mannschaft, wir spielen ein neues 4-3-3-System mit dem Schwerpunkt, über die Außen zu kommen, und wir trainieren ganz anders. Es ist die typische holländische Schule. Ich habe noch nie so viel Passspiel üben müssen wie jetzt. Aber ich bin überzeugt davon, dass es zum Erfolg führen wird.“

Auch die Tatsache, dass Bauer beim Test in Babelsberg zuschauen musste, beurteilte der Betroffene positiv: „Natürlich will man als Fußballer immer spielen, aber die Pause tat wirklich gut. Außerdem achtet unser Trainer genau auf die richtige Dosierung.“

Wie sehr der neue Leitwolf schon in seine Rolle hineingewachsen ist, wurde in Babelsberg auch dadurch deutlich, dass er zu Beginn der zweiten Halbzeit die Spieler bereits erwartete und für jeden ein paar aufmunternde Worte parat hatte.

19.Juli 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Drittligist Babelsberg zeigt FCM beim 2:0 Grenzen auf

Fußball-Regionalligist bezieht erste Testspielniederlage / Ab heute Trainingslager in Polen

Nun hat es den 1. FC Magdeburg doch erwischt: 40 Stunden nach dem beachtlichen 1:1 gegen den VfL Wolfsburg verlor der Fußball-Regionalligist gestern mittag bei Drittliga-Aufsteiger SV Babelsberg mit 0:2 (0:1) – die erste Niederlage im fünften Vorbereitungsspiel.

Potsdam. Die Platzherren, für die die neue Drittliga-Saison bereits am kommenden Wochenende beginnt, präsentierten sich als die robustere, cleverere und gedanklich schnellere Elf. Dementsprechend war FCM-Coach Kaiser auch nicht zufrieden: „Wir haben über weite Strecken nur reagiert, nicht agiert. Hinzu kamen körperliche Probleme. Einige von uns müssen deutlich mehr Gas geben“, resümierte der Holländer, der lediglich Keeper Flückiger hervorhob: „Ohne ihn hätten wir höher verloren.“

Kaiser hatte im Vergleich zum verheißungsvollen Auftritt beim Wolfsburg-Match (Gäste-Coach McClaren hatte den Club am Freitagabend ausdrücklich gelobt: „Glückwunsch an Magdeburg. Sie haben stark gespielt und ein gutes Team beisammen“) auf zahlreichen Positionen Änderungen vorgenommen und viele Akteure gebracht, die in der kommenden Saison vermutlich nicht erste Wahl sein werden. Im Spiel der Magdeburger mangelte es vor allem am Kombinationsfluss, der Zweikampfstärke und dem nötigen Zug zum gegnerischen Tor. So gab es während der gesamten 90 Minuten keine einzige klare Torchance.

Andererseits, und das spricht für den FCM, resultierten die beiden Gegentore aus Gastgeschenken. Beim 1:0 köpfte Vorm den Ball nach einer Kocher-Ecke ins eigene Netz (17.), vor dem 2:0 vertendelte Girke den Ball in der eigenen Hälfte, so dass Engler auf und davonlief und aus kurzer Distanz vollendete (71.).

Flückiger vollbrachte anschließend seine größte Tat, als er das Geschoss von Mararenko über die Latte lenkte (74.).

Kaiser wollte anschließend auch das kräftezehrende Vorbereitungsprogramm nicht als Entschuldigung gelten lassen: „Das darf keine Ausrede sein. Babelsberg hat wie wir auch am Freitag gespielt und gegen einen starken VfL Wolfsburg II 0:2 verloren. Einige von uns müssen ein Spiel einfach schneller lesen können.“

Nach der Partie machte sich der FCM-Tross mit insgesamt 30 Personen, darunter 21 Spieler, auf die rund achtstündige Busfahrt nach Polen, wo in Myslenice (35 km von Krakau entfernt) das einwöchige Trainingslager mit zwei weiteren Testspielen stattfindet.

SV Babelsberg: Unger - Evers (46. Rudolph), Hoffmann, Oumari (46. Surma), Paul (77. Bayram), Koc (46. Mararenko), Hahne (46. Müller), Civa (63. Hebisch), Schütz (46. Prochnow), Kocher (63. Engler), Stroh-Engel (63. Ergirdi)

FCM: Flückiger - Müller (60. Friebertshäuser), Saalbach, Sumelka, Gallien, Scharlau, Girke, Instenberg, Wijks, dos Santos (60. Georgi), Vorm

Schiedsrichter: Schmickartz (Berlin). Zuschauer im Karl-Liebknecht-Stadion: 670. Tore: 1:0 Vorm (Selbsttor/17.), 2:0 Engler (71.)

17.Juli 2010

Fußball-Regionalligist stellte gestern neuen Trikotsponsor vor
Künftig Mode-Label „Camp David“ auf FCM-Brust
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat gestern auf einer Pressekonferenz in der MDCC-Arena wie erwartet mit dem Mode-Label „Camp David“ von der Clinton Großhandels GmbH seinen neuen Trikotsponsor für 2010/11 vorgestellt. Die Zusammenarbeit ist zunächst einmal auf zwei Jahre ausgelegt. Gleichzeitig bleibt die Wernesgrüner Brauerei, die bislang die Brust der Elbestädter schmückte, Hauptsponsor.

Ferner stellte der FCM seine neue Trikotkollektion vor. Neben dem neuen Logo läuft die Mannschaft in Heimspielen in Blau-Weiß auf. Auswärts sind zwei Varianten möglich – ein weißer Dress oder rote Trikots mit grüner Hose in Anlehnung an die Stadtfarben der Landeshauptstadt und Vereinsfarben des FCM-Vorgängers SC Aufbau.

Ralf Büttner, bei „Camp David“ zuständig für Sponsoring und Marketing, sagte: „Wir haben rund 150 Verkaufsfilialen, vornehmlich im Osten. Der FCM ist ein Traditionsverein und hat das Fundament für höherklassigen Fußball gelegt. Ich hoffe, wir können ihn auf diesem Weg nach oben begleiten.“

Als besonderes Bonbon gewährt das Unternehmen jedem Club-Mitglied ab sofort in allen Camp-David-Filialen einen Rabatt von zehn Prozent.

Auf die Frage, in welcher Größenordnung sich das finanzielle Engagement bewegt, antwortete Büttner: „Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart.“ Nach Volksstimme-Informationen beläuft sich die Summe auf jährlich gut 300 000 Euro.

Olaf Albrecht, Leiter Sponsoring bei Wernesgrüner, begrüßte die neue Regelung ausdrücklich: „Wir sind seit sechs Jahren Partner des FCM, davon die letzten vier Trikotsponsor, haben viele Höhen und Tiefen miterlebt. Es ist auch in unserem Interesse, wenn durch einen weiteren Partner die wirtschaftliche Stabilität gewährleistet ist.“ Albrecht räumte ein, dass die Zuwendungen ein wenig reduziert würden (bislang 200 000 Euro), dass man aber bestrebt sei, den Mitte Juni 2011 auslaufenden Vertrag zeitnah zu verlängern.

FCM-Manager Rüdiger Bartsch sprach von einer „hervorragenden Geschichte“ und meinte weiter: „Wir freuen uns und sind stolz, einerseits einen neuen Brustsponsor gewonnen und andererseits den bisherigen Hauptsponsor nicht verloren zu haben.“

Fußball: Couragierte Leistung vor 3000 Zuschauern / Georgi trifft zur zwischenzeitlichen Führung
FCM gelingt Achtungserfolg: 1:1 gegen den VfL Wolfsburg
Von Uwe Tiedemann


Der neuformierte Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg verbuchte gestern Abend im Vorbereitungsspiel gegen den VfL Wolfsburg einen Achtungserfolg, trotzte dem Erstligisten ein überraschendes 1:1 (0:0) ab und blieb damit auch bei seinem vierten Auftritt ungeschlagen. Die knapp 3000 Zuschauer gingen nach den ordentlichen 90 Minuten mehr als zufrieden nach Hause.

Magdeburg. Bei hochsommerlichen Temperaturen ließen es die Niedersachsen, die kurzfristig Stürmer Mario Mandzukic aus Zagreb verpflichten hatten und sogleich einsetzten, zunächst allzu locker angehen. Von Dzeko war z.B. so gut wie gar nichts zu sehen. Der Club hielt nicht nur prima dagegen, sondern besaß in der Anfangsphase sogar die klar besseren Chancen. VfL-Keeper Hitz verhinderte gegen Verkic, Halke und Wolf mehrfach einen Rückstand. Vor Spielbeginn war jeder einzelne FCM-Kicker vorgestellt und mit viel Beifall bedacht worden.

Auch im weiteren Verlauf war der FCM die couragiertere Elf, so dass das 0:0 voll in Ordnung ging. Mit etwas mehr Cleverness im Abschluss wäre sogar eine Führung möglich gewesen.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Nach einem Stiefel-Freistoß zog der eingewechselte Georgi am langen Pfosten stehend ab und vollendete flach zum überraschenden 1:0 (47.). Die Antwort der „Wölfe“ ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Ab wehrfehler kam Cigerci an der Strafraumgrenze frei zum Schuss und erzielte den Ausgleich (50.). Dann fischte Tischer einen zentralen 18-m-Freistoß des VfL-Torschützen klasse aus dem Eck (66.). Im weiteren Verlauf boten sich beiden durch die Wärme geschlauchten Teams durchaus noch Möglichkeiten, doch es blieb beim leistungsgerechten 1:1.

FCM-Trainer Ruud Kaiser war zufrieden: „Was wir trainiert haben, nämlich das Pressing, hat die Mannschaft gut umgesetzt. Allerdings hätten wir von unseren vielen Chancen in der ersten Halbzeit die eine oder andere nutzen müssen

Viel Zeit, neue Kräfte zu sammeln, bleibt nicht. Bereits morgen hat der FCM seinen nächsten Auftritt. Um 11 Uhr gastieren die Blau-Weißen bei Drittliga- Aufsteiger SV Babelsberg, bevor es anschließend weiter nach Polen geht, wo ab Montag das einwöchige Trainingslager beginnt. Der geplante Test am Dienstag gegen Sandecja Nowy Sacz (2. Liga) fällt allerdings aus. Manager Bartsch: „Der polnische Verband hat für alle Erst- und Zweitligisten Pokalspiele angesetzt.“

FCM: Tischer - Müller (74. Saalbach), Friebertshäuser, Halke, Neumann, Wijks (46. Georgi), Becker (62. Girke), Bauer, Wolf (71. Scharlau), Stiefel, Verkic (62. Vorm)

VfL Wolfsburg: Hitz (46. Lenz) - Johnson (46. Schindzielorz), Barzagli (73. Klamt), Madlung (46. Rever), Riether, Esswein (69. Scheithauer), Schäfer, Cigerci (73. Schulze), Dejagah (60. Ben Khalifa), Dzeko (84. Karimow), Mandzukic (76. Caiuby)

Schiedsrichter: Schwermer (Magdeburg). Zuschauer: 2991. Tore: 1:0 Georgi (47.), 1:1 Cigerci (50.)

16.Juli 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Kann der FCM Ex-Meister VfL Wolfsburg erneut ärgern?

Topspiel für Regionalligisten in Vorbereitungsphase / McClaren: Wichtige Standortbestimmung

Für den Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg steigt heute Abend (19 Uhr) das Highlight während der Vorbereitungsphase. Im ersten und gleichzeitig einzigen Heimspiel gastiert Ex-Meister VfL Wolfsburg in der MDCC-Arena.

Magdeburg. „Es ist und bleibt ein Testspiel, aber wir wollen uns natürlich ordentlich präsentieren und zeigen, dass wir eine Einheit auf dem Platz bilden“, sagte FCM-Manager Bartsch, der hofft, dass zwischen 3000 und 5000 Zuschauer den Weg ins Stadion finden werden.

Bartsch sprach in Bezug auf die finanziellen Forderungen des VfL von „fairen Verhandlungen, wie ich sie selten erlebt habe“. „Wir gehen“, versicherte der Manager, „kein Risiko ein.“

Am Mittwoch beim Staffeltag in Berlin war Bartsch zum Interessenvertreter aller 18 Regionalligisten gewählt worden. „Ich werde meine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Verbänden einbringen und die Interessen der Vereine beim DFB hartnäckig vertreten“, versprach der 45-Jährige.

Der Spielplan für 2010/11 ist weiterhin vorläufig, weil die Gespräche mit den Sicherheitsbehörden und dem MDR noch ausstehen. Fest terminiert wurde lediglich der 1. Spieltag. Saisonauftakt für den Club in Lübeck ist Sonntag, 8. August (13.30 Uhr). Die darauffolgenden Partien gegen den HSV II und in Wilhelmshaven sollten jeweils an einem Freitagabend (20. bzw. 27. August) ausgetragen werden.

Für die heutige Partie muss Trainer Kaiser auf Bartsch und Instenberg verzichten, die beim 3:1 in Brandenburg leichte Blessuren davontrugen.

Wer vom VfL aufläuft, ist noch ungewiss. Klar, dass die WMTeilnehmer fehlen. Zuletzt waren auch Dzeko, Misimovic, Rever und Neuzugang Cicero angeschlagen. Dennoch ist das Match für Trainer McClaren eine wichtige Standortbestimmung: „Ein solches Spiel zeigt mir, wo wir stehen und wo wir noch arbeiten müssen. Magdeburg wird hochmotiviert sein und uns einiges abverlangen.“ Manager Dieter Hoeneß ergänzte: „Wir kommen sehr gerne nach Magde burg. Der Verein hat Tradition, Geschichte und ein schönes Stadion. Außerdem wollen wir natürlich den Kontakt zu unseren Fans vor der Haustür pflegen.“

Beim letzten Aufeinandertreffen beider Vereine – beim Blitzturnier um den Derby-Cup Mitte Januar 2009 in Magdeburg – gab es seinerzeit eine Riesenüberraschung, gewann doch der Viertligist den Vergleich über 1x 45 Minuten nach einem Kopfballtreffer von Najeh Braham mit 1:0.

15.Juli 2010

FCM schlägt Oberligisten 3:1

Brandenburg/Magdeburg (jb). Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat auch das dritte Testspiel unter dem neuen Trainer Ruud Kaiser gewonnen. Gestern Abend war es der Brandenburger SC Süd, der das Nachsehen hatte. 3:1 (2:1) hieß es nach 90 Spielminuten für die „Blau-Weißen“, die nicht nur das Vormittagstraining in den Beinen hatten, sondern auch mit der Hitze zu kämpfen hatten.

Der Oberligist aus Brandenburg präsentierte sich überraschend stark, geriet aber dann doch durch ein Tor von Verkic (10.) ins Hintertreffen. Zwar gelang in der 15. Minute der Ausgleich, doch eine Viertelstunde später war Verkic erneut erfolgreich. In der 55. Minute stellte Friebertshäuser unter dem Jubel von rund 100 mitgereisten FCM-Fans den 3:1-Endstand her.

14.Juli 2010

Autor: Uwe Tiedemann
„Meine Stammformation habe ich schon weitgehend im Kopf“

Volksstimme-Interview mit dem neuen FCM-Trainer Ruud Kaiser

Seit zwei Wochen schwingt Ruud Kaiser beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, der heute (18 Uhr) beim NOFVOberligisten Brandenburger SC Süd sein nächstes Testspiel bestreitet, das Zepter. Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann sprach mit dem 49-jährigen Holländer über dessen erste Eindrücke und Ziele.

Volksstimme: Herr Kaiser, haben Sie das 0:1 im WM-Finale gegen Spanien schon verdaut?

Ruud Kaiser: Damit hatte ich kein Problem, weil ich bereits während des Spiels bitter enttäuscht war und wusste, dass wir verlieren. Dieser brutale Fußball entsprach nicht der holländischen Philosophie. Vielleicht waren die Jungs übermotiviert. Bei der Spielweise hätten eigentlich van Bommel, de Jong und Robben vom Platz fliegen müssen.

Volksstimme: Zum FCM: Wie ist der Stand der Vorbereitung?

Kaiser: Ich bin zufrieden, weil die Jungs verstehen, was ich will. Natürlich fehlt noch die Abstimmung, aber es ist eine junge, hungrige, begeisterungsfähige Truppe.

Volksstimme: Die Sie zusammen mit Manager Rüdiger Bartsch nach intensiver Suche – die Rede ist von 20 000 zurückgelegten Kilometern – zusammengestellt haben.

Kaiser: Für einen Holländer sind solche Entfernungen eigentlich Wahnsinn, denn bei uns fährt man maximal 100 km ... Aber es hat sich gelohnt, auch wenn wie in einem Fall ich 600 km hin und 600 km zurückgefahren bin und wir den Spieler am Ende nicht genommen haben. Aber so geht man auf Nummer sicher.

Volksstimme: Haben sich bislang irgendwelche Spieler besonders hervorgetan?

Kaiser: Um das konkret zu beantworten, ist es noch zu früh. Zudem haben wir bislang nur gegen unterklassige Mannschaften gespielt. Generell kann man sagen, dass der überwiegende Teil die Erwartungen erfüllt hat, aber auch zwei, drei Spieler dabei sind, die noch unter ihrem Niveau geblieben sind.

Volksstimme: Um wen handelt es sich dabei?

Kaiser: Ich nenne keine Namen.

Volksstimme: Erfreulich ist sicherlich die Tatsache, dass es bislang keinerlei Verletzungen zu beklagen gibt. Worauf führen Sie das zurück?

Kaiser (klopft dabei unter den Tisch): Hoffentlich bleibt das so. Aber ein Grund ist sicherlich, das wir immer wieder Präventivübungen einstreuen. Speziell mein Assistent Mario Middendorf bemüht sich da sehr.

Volksstimme: Inwieweit beeinträchtigen die mitunter tro pischen Temperaturen die Vorbeitung?

Kaiser: Ich habe fast alles durchführen können, was ich wollte. Bei extremer Hitze weicht man mal in den Wald aus, wo mehr Schatten ist, oder man verlegt die Trainingszeiten.

Volksstimme: Sie haben sich relativ frühzeitig auf Daniel Bauer als Ihren verlängerten Arm und neuen Kapitän festgelegt. Warum?

Kaiser: Weil Rüdiger Bartsch, dem ich zu 100 Prozent vertraue, ihn sehr gut kennt und überzeugt war, dass er mit seinen Führungsqualitäten der Richtige ist. Meine Gespräche mit Daniel haben das dann bestätigt. Er ist ein offener, ehrlicher Typ und kommt auch bei den übrigen Spielern gut an.

Volksstimme: Inwieweit haben Sie denn Ihre Stammformation schon im Kopf?

Kaiser: Die steht eigentlich bis auf wenige Positionen schon. Aber das ist nur eine Momentaufnahme und zeigt sich auch daran, dass zwei, drei Spieler dabei sind, die eigentlich dazugehören sollten, aber momentan nicht die erhoffte Leistung bringen.

Volksstimme: Sie werden also die Einsatzzeiten für die nächsten Testspiele nach und nach verändern, oder?

Kaiser: Es wird so sein, dass nicht mehr alle eine Halbzeit spielen, sondern einige länger, das heißt 60, 70 und später auch 90 Minuten auf dem Platz stehen.

Volksstimme: Welche Rolle kann der FCM 2010/11 spielen? Vielleicht eine Art Geheimtipp?

Kaiser: Das hoffe ich natürlich. Aber wir müssen es erst beweisen.

Volksstimme: Und wer mischt ganz oben mit?

Kaiser: Klarer Favorit ist für mich RB Leipzig. Wenn die bei so hohen Investitionen nicht aufsteigen, haben sie eine Menge falsch gemacht. Auch Chemnitz hat ja ordentlich Geld reingeworfen, und Kiel hat sowieso immer Kohle.

13.Juli 2010

Autor: Florian Bortfelt
Hoeneß: „Wir sind gern bei Vereinen vor der Haustür zu Gast“

Der VfL Wolfsburg gibt bei Germania Halberstadt und beim 1. FC Magdeburg seine Visitenkarte ab

Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg stellt sich in dieser Woche gleich zweimal in unserer Region vor. Zunächst sind die Niedersachsen heute (18.30 Uhr) beim VfB Germania Halberstadt zu Gast, ehe sie am Freitag (19 Uhr) beim 1. FCM antreten. Florian Bortfeldt unterhielt sich mit VfLManager Dieter Hoeneß über Ziele, Ansprüche und Neuzugänge in Wolfsburg.

Volksstimme: Herr Hoeneß, Sie sind mit dem VfL morgen in Halberstadt und wenige Tage später in Magdeburg zu Gast? Was spricht für die Vorbereitungsspiele bei unterklassigen Teams in Sachsen-Anhalt?

Dieter Hoeneß: In der Vorbereitungszeit steigert man die Belastung bei Spielen allmählich. Es geht darum, dass die Spieler ein wenig Abwechslung vom Trainingsalltag bekommen und sich langsam wieder ans Spiel gewöhnen. Man hat schon bei den ersten Tests gemerkt, dass die Mannschaft sie mit Freude angegangen ist und ein paar schöne Tore herausgespielt hat. Außerdem sind wir mit unserer Mannschaft natürlich gerne bei Vereinen vor der Haustür zu Gast: Auch aus Sachsen-Anhalt kommen viele Fans zu unseren Spielen. Und der Trend verstärkt sich: Denn mittlerweile ist bekannt, dass man beim VfL Wolfsburg guten, erfolgreichen Fußball sehen kann, ein schönes Stadion und eine sympathische Mannschaft vorfindet.

Volksstimme: Was wissen Sie über den VfB Germania Halberstadt, kennen Sie den Verein überhaupt?

Hoeneß: Natürlich weiß ich, dass Halberstadt in der Oberliga spielt und dort im letzten Jahr einen Mittelfeldplatz belegt hat. Die nächste Saison wird in dieser Spielklasse ohnehin interessanter. Zuletzt war sie doch sehr stark vom Durchmarsch von RB Leipzig geprägt.

Volksstimme: Zum Fußball in Sachsen-Anhalt. Die am höchsten spielenden Mannschaften 1. FCM und HFC sind in der Regionalliga angesiedelt. Wie ordnen Sie diese doch relativ trübe Fußball-Landschaft nur wenige Kilometer von der Landesgrenze zu Niedersachsen ein?

Hoeneß: Magdeburg und Halle haben in der vergangenen Saison in der Regionalliga eine gute Rolle im oberen Bereich gespielt. Aber gerade in der Bundesliga haben es die Fußballvereine aus den neuen Bundesländern nicht einfach, sich zu etablieren. Jetzt ist auch noch Hertha abgestiegen. Es wäre natürlich sehr wünschenswert für den deutschen Fußball, wenn es diesen weißen Fleck in der Bundesliga-Landkarte nicht mehr geben würde. Es gibt doch ein paar Traditionsvereine mit einem guten Namen, die der Bundesliga guttun würden. Gerade Magdeburg hat doch eine tolle Geschichte im Fußball. Warum sollte es dort nicht mal gelingen, sich im kleinen Rahmen etwas aufzubauen? Das haben doch Vereine wie zum Beispiel Mainz 05, SC Freiburg oder der 1. FC Kaiserslautern geschafft - und die haben es sicher auch nicht leicht, sich gegen die finanzstar ken Vereine zu behaupten. Momentan kann ich die Fußballfans aus Sachsen-Anhalt nur einladen, uns in Wolfsburg zu besuchen. Die Landesgrenze beginnt gleich zwölf Kilometer hinter der Volkswagen-Arena. Wir merken das schon, dass wir quasi der östlichste Westverein sind. Auch von Halberstadt aus ist es nur ein Stündchen Fahrzeit ...

Volksstimme: Mit Arne Friedrich, den Sie noch aus Berlin kennen, haben Sie einen der besten deutschen Nationalspieler dieser WM verpflichtet. Welche Ziele verfolgt der VfL in der neuen Saison, auch hinsichtlich dieser Topverstärkung?

Hoeneß: Das Transfergeschäft hat erst langsam Fahrt aufgenommen. Jetzt, nach der WM geht es erst richtig los. Auch wir wollen uns auf wenigen Positionen verstärken. Außerdem verlässt uns vielleicht noch der eine oder andere Spieler. So gesehen ist es nicht leicht, jetzt schon eine konkrete Aussage zum Sai sonziel zu machen. Wir wissen derzeit nicht, über welchen Kader unser Trainer Steve Mc-Claren letzten Endes verfügen wird. Mit Simon Kjaer vom WMTeilnehmer Dänemark haben wir einen weiteren starken Innenverteidiger dazugewonnen. Fakt ist, dass wir uns gerne wieder für den Europapokal qualifzieren würden. Der VfL Wolfsburg hat doch in den letzten beiden Jahren erfahren, wie schön es ist, im internationalen Wettbewerb vertreten zu sein.

Volksstimme: Mit welchen (bekannten) VfL-Spielern dürfen die Fans in Halberstadt morgen rechnen?

Hoeneß: Mit Ausnahme unserer neun WM-Teilnehmer sind alle Spieler dabei - also unser Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko, Nationalspieler Marcel Schäfer, „Zwetschge“ Misimovic, Sascha Riether, Ashkan Dejagah, Andrea Barzagli, Alexander Madlung und wie sie alle heißen.

12.Juli 2010

Autor: Klaus Kahmann
Sechs schöne Tore und viele, viele neue Gesichter

1. FC Magdeburg besiegt den Schönebecker SC 6:0

Schönebeck. Bei glühender Hitze bezwang Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg am Sonnabend vor 505 Zuschauern den Landesliga-Zweiten Schönebecker SC mit 6:0 (3:0). Denis Wolf (7.), Tobias Becker (9.), Eddy Vorm (41., Foulelfmeter), Tobias Friebertshäuser (58). und Marko Verkic (68. und 76.) trafen für die Magdeburger. Ein Blick auf die Mannschaftsaufstellung zeigt, dass in der von Trainer Ruud Kaiser formierten Mannschaft nur noch wenige aus der vorigen Saison bekannte Namen auftauchen.

Kaiser brachte in den zweiten 45 Minuten bis auf Manuel Stiefel eine komplett neue Elf. Und auch Stiefel musste die 90 Minuten nicht durchspielen, wurde zur Hälfte der zweiten Halbzeit durch Sebastian Sumelka ersetzt.

Marvin Wijks zeichnete sich bei den ersten beiden Toren als Vorbereiter aus. Erst köpfte er nach einer Becker-Ecke von links den Ball zum Torschützen Wolf, dann legte er nach einem Solo rechts auf den freistehenden Becker ab. Allerdings zeigte der neue Mann noch Probleme in der Ballannahme.

In den zweiten 45 Minuten fiel Maik Georgi durch schnelle Läufe auf den Außenbahnen auf. Allerdings waren seine Pässe im Anschluss noch nicht präzise genug, um in Tore umgemünzt werden zu können. Als torgefährlich

zeigte sich Marko Verkic, der in der zweiten Halbzeit erst nach einer Flanke von Sebastian Sumelka einköpfte und dann einen Abpraller aus der Schönebecker Deckung zum 6:0 nutzte.

„Es ist natürlich schwer, unter solchen Bedingungen zu spielen“, meinte Kaiser nach dem Abpfiff. „Ich meine aber, dass wir ein recht ordentliches Spiel gezeigt haben, auch wenn es noch diesen oder jenen Fehler gab. Man muss bedenken, dass die Mannschaft erst eine Woche in dieser Besetzung trainiert hat. Die Ordnung im Spiel stimmte. Wir hätten jedoch noch drei, vier Tore mehr machen müssen. Die schnellen Flügelflitzer haben mir gefallen. Ihre Pässe waren aber noch nicht exakt genug, erklärte Kaiser weiter.

Schönebeck: Breitmeier (46. Schäfer) – Sturzerbecher (35. Oelschläger), Buchholz, Bolze (Irmscher), Rothe, Adrian (46. Schliemann), Klüter, Ritzmann, Degraf, Benz, Schulz.

Magdeburg (erste Halbzeit): Tischer – Sumelka, Müller, Halke, Becker, Wolf, Stiefel, Wijks, Neumann, Bauer, Vorm.

(zweite Halbzeit): Flückinger – Saalbach, Stiefel (68. Sumelka), Verkic, dos Santos, Instenberg, Georgi, Scharlau, Girke, Bartsch, Friebertshäuser.

Schiedsrichter: Schüpke (Wolmirstedt), Zuschauer: 505. Tore: 0:1 Wolf (7.), 0:2 Becker (9.), 0:3 Vorm (41. Foulelfmeter), 0:4 Friebertshäuser (58.), 0:5, 0:6 Verkic (68. und 76.)

10.Juli 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Jetzt kommt der FCM so richtig in Mode: "Camp David" neuer Hauptsponsor

Fußball-Regionalligist kassiert rund 300 000 Euro im Jahr / Wernesgrüner bleibt im Boot / Club heute beim Schönebecker SC zu Gast

Magdeburg. Seit Wochen rätselt die Anhängerschar des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, wer denn der von Präsident Volker Rehboldt angekündigte neue Großsponsor sein könnte. Der Club hält sich nach wie vor bedeckt, Manager Rüdiger Bartsch erklärte lediglich, dass es in Bezug auf einen potenten Geldgeber "sehr gut aussieht".

Wie die Volksstimme aus zuverlässiger Quelle erfuhr, handelt es sich um das Modeunternehmen "Camp David", Bestandteil eines Franchise- und Shop-Partner-Systems, das unter dem Namen Chelsea von der Clinton Großhandels GmbH in Dahlwitz-Hoppegarten (Brandenburg) betrieben wird.

Die Marke, die überwiegend Shirts, Hosen und Jacken anbietet, stammt aus den USA und repräsentiert den amerikanischen Lifestyle auch in Deutschland. Bekanntheit erlangte "Camp David" vor allem durch das Ausrüsten verschiedener Prominenter im Fernsehen, allen voran Pop-Titan Dieter Bohlen, der auch offiziell für "Camp David Fashion" wirbt.

Spezielle "Camp-David-Stores" in Deutschland gibt es bislang in Berlin, Cottbus, Günthersdorf, Halle, Leipzig, Schwerin, Zwickau, Waren-Müritz und Weil am Rhein.

Die Zusammenarbeit mit dem FCM soll zunächst einmal auf zwei Jahre ausgelegt sein und dem Club jährlich rund 300 000 Euro einbringen.

Nach Volksstimme-Informationen soll "Camp David" als Hauptsponsor künftig auch die Brust der Regionalliga-Kicker schmücken und damit Wernesgrüner ablösen. Die gleichnamige Brauerei, seit 2006/07 Hauptsponsor, hatte bislang rund 200 000 Euro im Jahr gezahlt und soll auch weiterhin bereit sein, den Traditionsclub zu unterstützen.

Bartsch wich bei der konkreten Frage, ob weiterhin Wernesgrüner oder eben der neue Großsponsor auf dem Trikot erscheint, aus: "Beides ist nicht ausgeschlossen." Der Manager bestätigte zumindest intensive Verhandlungen mit Wernesgrüner: "Das Ganze ist ein sensibles Thema. Deswegen äußern wir uns erst, wenn alles in Sack und Tüten ist. Was man sagen kann, ist Folgendes: Der FCM möchte gerne die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Wernesgrüner fortsetzen. Und umgekehrt ist es genauso."

Bei den Gesprächen dürfte es nicht zuletzt darum gehen, welche Werberechte dem Brauerei-Unternehmen in Zukunft eingeräumt werden.

Vorstellbar ist sogar die Variante, dass bei der "Camp-David"-Präsentation, die nach der Rückkehr von Präsident Rehboldt aus dem Urlaub stattfindet, auch Wernesgrüner anwesend sein wird.

Sportlich geht es für den 1. FC Magdeburg heute nachmittag (15 Uhr) mit dem zweiten Vorbereitungsspiel beim Landesligisten Schönebecker SC weiter.

Bis zum Trainingslager in Polen (ab 19. Juli) bestreitet der FCM insgesamt sogar noch vier Tests. Kommenden Mittwoch (18 Uhr) beim Brandenburger SC Süd (Oberliga Nord), zwei Tage später (19 Uhr) gastiert der VfL Wolfsburg in der MDCC-Arena, und wiederum nur zwei Tage danach wird auf dem Weg nach Polen ein Zwischenstopp beim Drittliga-Aufsteiger SV Babelsberg eingelegt (Anstoß 11 Uhr).

"Vier Spiele in gut einer Woche – das ist schon eine extreme Belastung. Aber wir frohlocken der Dinge, die da kommen. Die Jungs ziehen voll mit, und keiner ist verletzt", sagte Bartsch, der schon beim ersten Spiel in Ballenstedt (15:0) "einen harten Konkurrenzkampf um die Stammplätze" ausgemacht hat.

9.Juli 2010

Trainer Mario Middendorf:
Aufstieg ist Erfolg unseres Konzeptes
Von Hans-Joachim Malli

Die U 23 des 1. FC Magdeburg schaffte nach dem „hausgemachten Abstieg“ den sofortigen Wiederaufstieg in die NOFV-Oberliga. Nach anfänglicher Skepsis setzte sich mit der FCM-Zweiten die spielstärkste Mannschaft der Fußball-Verbandsliga Sachsen-Anhalt am Ende der Saison 2009/2010 durch.

Cracau. „Nach dem Abstiegs-Trauma im Vorjahr wussten wir zu Saisonbeginn nicht so richtig, wohin die Reise gehen wird. Ziel war ein einstelliger Tabellenplatz, so zwischen Rang fünf und neun. Bis zum Winter wollten wir dann sehen, wo wir ste hen“, erinnert sich „Meistertrainer“ Mario Middendorf (32), inzwischen Co- Trainer der Regionalliga-Männer des Clubs, an die zurückliegende Verbandsliga-Saison.

Sehr schnell korrigierten die Verantwortlichen der U 23 des Clubs um Middendorf und Teamleiter Lutz Pape die Vorgabe, nachdem selbst Spieler zu Saisonbeginn ungläubig fragten: Trainer, Platz neun kann doch nicht im Ernst unser Ziel sein.“

Am Ende standen nur vier Niederlagen, davon eine in der Rückrunde, zu Buche, „wobei wir bis auf die Partie in Wernigerode, wo wir einfach zu überheblich aufgetreten sind, auch dann die bessere Mannschaft waren“ (Middendorf).

als Assistent von Andrzej Wojcik noch nahezu hilflos den Abstieg der damaligen U 23 aus der Oberliga miterlebte, sieht den jetzigen Höhenflug auch als Ergebnis des Teamworks mit der ersten Mannschaft: „Der Aufstieg ist ein Erfolg des Konzepts. Früher wurde von den Regionalligaspielern ein Einsatz in der U 23 oft als Strafversetzung verstanden. Das war diesmal unter den Trainern Steffen Baumgart und besonders Carsten Müller völlig anders, zumal solche Spieler wie Bartsch, Instenberg oder Verkic ja selbst noch jung sind und dazu lernen wollten.“

Die „Durchlässigkeit“ zwischen erster Mannschaft und U 23 soll auch in der neuen Saison so gut funktionieren, erste Gespräche zwischen den Trainern Ruud Kaiser und Wolfgang Sandhowe sollen das bewerkstelligen. Ein Gewinner der Verzahnung von erster und zweiter Mannschaft ist Maik Georgi. „Der wurde zu schnell

Insgesamt stuft der Coach das Niveau der höchsten Spielklasse des Landes im Spieljahr 2009/2010 nicht so hoch wie in den Vorjahren ein: „Es war schon interessant, dass die U-23-Teams des FCM und HFC die Liga dominierten. Auch Piesteritz und Wolfen zum Beispiel hatten gute Mannschaften, die sich sicherlich mehr versprachen. Nach der Niederlage bei der HFC-Zweiten war uns klar, wir wollen aufsteigen.“ Nach dem 2:2 der Saalestädter in Wernigerode konnte den Blau-Weißen die Landesmeisterschaft keiner mehr nehmen.

„In Workshops mit Psychologin Diana Schulze haben wir in der Winterpause unsere Ziel-Punktzahl festgelegt und diese am Ende nur um zwei verfehlt“, erinnert sich Middendorf und unterstreicht, dass das FCMPräsidium diesmal vollständig und uneingeschränkt hinter dem Projekt Oberligaaufstieg stand.

Middendorf, der 2008/2009 fallen gelassen. Ich habe an seinem taktischen Verhalten gefeilt. Maik hat es verdient, oben noch einmal eine Chance zu bekommen“, so Meister-trainer Middendorf über die Rückkehr des 22-Jährigen in den Regionalliga-Kader.

Eine gute Entwicklung bescheinigt Middendorf auch Christof Köhne („Der machte den größten Sprung, ist willig und wird perspektivisch oben anklopfen“) und Tim Girke („Hat trotz Verletzungspechs das Ziel U 23 verinnerlicht“).

Insgesamt kamen in der vergangenen Saison 35 Akteure in der FCM-Zweiten zum Einsatz. Mit 32 Spielen absolvierte Verteidiger Christian Weiß, der auch zum neuen Kader gehört, alle Spiele, gefolgt von den Defensivkollegen Martin Gebauer (31) und Christian Loth (30), die ebenfalls den nächsten Anlauf in der Oberliga nehmen. Toptorjäger der Blau-Weißen war Marko Verkic, der in 19 Spielen 20 Mal traf.

8.Juli 2010

Langjähriger Nachwuchs-Coach steigt unter Kaiser zum Co-Trainer auf
Middendorf möchte „Platinschraube“ im FCM-Motor sein
Von Hans-Joachim Malli

Magdeburg. „Eine Fußballmannschaft funktioniert wie ein Motor. Ich möchte dabei die Platin- und nicht die Plastikschraube sein“, sagt Mario Middendorf, seit 1. Juli Co-Trainer von FCM-Chefcoach Ruud Kaiser. Zurzeit könnte der Tag für den gebürtigen Burger, der morgen seinen 32. Geburtstag feiert, gern mehr als 24 Stunden haben, soviel stürzt derzeit auf den Blondschopf ein.

Neben seiner langjährigen Trainertätigkeit bei den Blau-Weißen betreibt der diplomierte Sportwissenschaftler (Schwerpunkt Trainingswissenschaften) seit 2007 auch eine eigene Firma namens aktivaria. „Aktivaria bedeutet, entdecke den Sport“, so der Sport- und Erziehungswissenschaftler Middendorf, der mit früheren Studienkollegen, wie Jan Wiechmann, insbesondere Kleinkindern in Kitas in spielerischer Art Bewegung und Sport näherbringen will. Unterstützt wird der „Jungunternehmer“ dabei auch von seiner Frau Stefanie (29), die „nebenbei“ auch noch als Veranstaltungsleiterin in der MDCCArena arbeitet. „Da sieht man sich natürlich mehrfach am Tag. Steffi kenne ich schon seit meiner Schulzeit an der Penne in Burg“, so der FCM-Trainer.

Am 30. Dezember 2008 heiratete Mario Middendorf die Diplom-Kauffrau für Tourismuswirtschaft. „Mein letzter Urlaub in den vergangenen zwei Jahren war der Montag letzter Woche“, erklärt der Inhaber der Trainer-BLizenz, um nachzuschieben: „Aber ich beschwere mich nicht, konnte ich doch mein Hobby zum Beruf machen.“

Als aktiver Fußballer brachte es Middendorf nur bis zur B-Jugend beim Burger BC, dann stoppte ihn eine Knieverletzung. Zum 1. FC Magdeburg kam er während des Studiums an der Uni Magdeburg.

„Fußball war mein Spezialfach, damit hatte ich automatisch die C-Lizenz. Unter meinem Mentor Bernd Dierks habe ich viel gelernt. Während des Praktikums beim Club wurde ich dann angesprochen, übernahm im Sommer 2001 sofort die E-Jugend, bei der damals übrigens Matthias Tischer im Tor stand“, berichtet der Nachwuchstrainer mit Leib und Seele über seine Entwicklung bei den Blau-Weißen.

„Ich habe früh angefangen, übernahm praktisch mit 21 schon Verantwortung“, so Middendorf, der später verschiedenste Nachwuchsteams des FCM trainierte, mit dem Bundesligaaufstieg der U19, deren Athletiktrainer er war, vor drei Jahren und dem vor wenigen Wochen geschafften Oberligaaufstieg der U23 die größten Erfolge feierte. „Sicherlich habe ich in all den Jahren auch einiges falschgemacht, konnte aber auch viel lernen. Von Martin Hoffmann zum Beispiel Dinge der Menschenführung, von Dieter Hausdörfer taktische Finessen und von Andrzej Wojcik Feinheiten im koordinativen und technischen Bereich“, resümiert der Trainer.

Den vermeidbaren Abstieg mit der FCM-Zweiten 2009 aus der Oberliga bezeichnet Middendorf, seinerzeit Co-Trainer von Wojcik, als größten Rückschlag. Gern hätte er weiter mit der U23 gearbeitet, doch kam dann das Angebot, als Assistent von Kaiser zu wirken. Middendorf: „Nachdem festgelegt wurde, dass der Co- Trainer aus den eigenen Reihen zu kommen hat, gab es noch im April die ersten Gespräche. Meine einzige Bedingung war, bis zum 30. Juni die U 23 zu führen.“

Von der Spielphilosophie („Wir haben schon letztes Jahr in der U23 versucht, holländische Elemente einzuführen, ohne dass der Name Kaiser da ein Thema beim FCM war“) und dem Menschlichen her passte es sofort, so der neue Co-Trainer: „Wir vertreten beide die angestrebte Dominanz im Spiel durch Ballbesitz und eine offensive Variabilität.“

Nicht ohne Stolz erwähnt Middendorf, dass die jetzt für das Regionalliga-Team genutzten Maßnahmen, wie die Laktattests durch das Leistungsdignostische Zentrum Magdeburg, das Krafttraining im „Life“ im Herrenkrug oder die psychologische Betreuung durch Uni-Dozentin Diana Schulze zuletzt bereits durch die U 23 erfolgreich eingebracht wurden.

Ein klares 15:0 in Ballenstedt

Ballenstedt (rb). Der 1. FC Magdeburg hat sein erstes Spiel unter Neu-Trainer Ruud Kaiser mit einem standesgemäßen Sieg beendet. Gestern Abend bezwang der Fußball-Regionalligist beim Saisonauftakt Gastgeber Askania Ballenstedt mit 15:0 (8:0). Beste Schützen gegen den Harz-Oberligisten waren Verkic (3), Instenberg, Wolf, Vorm und dos Santos (je 2).

„Ein klarer Erfolg, den man aber nicht überschätzen sollte“, so Manager Rüdiger Bartsch. Seinen nächsten Test bestreitet der FCM am Sonnabend beim Schönebecker SC.

7.Juli 2010

1. FC Magdeburg
Testspielauftakt heute bei Askania Ballenstedt
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Auf geht‘s! Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bestreitet heute Abend sein erstes von insgesamt zehn Testspielen. Um 18 Uhr gastieren die Elbestädter beim letztjährigen Meister der Harz-Oberliga, FSV Askania Ballenstedt.

Wie FCM-Manager Rüdiger Bartsch erklärte, sind beim Club bis auf den langzeitverletzten Keeper Christian Beer und Franco Flückiger (bis morgen noch im Sonderurlaub) alle übrigen Spieler gesund und sollen heute auch zum Einsatz kommen. Insgesamt hatte der FCM zehn neue Spieler verpflichtet.

Darüber hinaus nutzt Trainer Ruud Kaiser die fünfwöchige Vorbereitungsphase, um mit jedem Akteur Einzelgespräche zu führen. Für Bartsch ein normaler Vorgang: „Einfach, um sich persönlich noch besser kennenzulernen, um die gegenseitige Erwartungshaltung abzuklären oder auch, um eventuelle Probleme aus der Welt zu schaffen.“

Der Heimspiel-Höhepunkt für den FCM steigt am 16. Juli (19 Uhr, MDCC-Arena) gegen den Erstligisten VfL Wolfsburg. Zu möglichen Irritationen interessierter Zuschauer, die bemängelten, dass für diese Partie sowohl Ost- als auch Südtribüne gesperrt sind, erklärte Bartsch: „Wir wollten mit fanfreundlichen Preisen (ein Ticket kostet lediglich 9,99 Euro zuzüglich Servicegebühr/d. Red.)

ein Paket bündeln und mussten da natürlich auch die Kosten im Auge behalten, die natürlich deutlich höher sind, wenn man ein ganzes Stadion kontrollieren muss.“

Alle Testspiele auf einen Blick:

Askania Ballenstedt (heute) Schönebecker SC (10.7./A) Brandenburger SC (14.7./A) VfL Wolfsburg (16.7./H) SV Babelsberg (18.7./A) Sandecja Nowy Wisnicz (20.7./A) Szreniawa Nowy Wisnicz (22.7./A) Hutnik Krakow (24.7./A) VfV Hildesheim (29.7./A) Arm. Bielefeld (1.8. in Lemgo)

6.Juli 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Neumann der „letzte Mohikaner“

Magdeburg. Er ist sozusagen der „letzte Mohikaner“: Von den vielen Akteuren des 1. FC Magdeburg, die sich über die Jugend „hochgedient“ und all die Jahre einen Platz in der ersten Mannschaft erkämpft haben, sind nach dem Ausscheiden von „Dauerbrennern“ wie Christian Prest oder Marcel Probst nunmehr Torhüter Christian Beer (30) und als ältester Feldspieler Stephan Neumann (29) übrig geblieben.

Für Neumann, der sich lediglich 2002/03 einen einzigen Abstecher bei Borussia Mönchengladbach gönnte, eine ganz neue Erfahrung: „Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. In meiner ersten Saison im Herrenbereich war ich 2000/01 zusam men mit Maik Franz der jüngste und nun plötzlich der älteste Feldspieler.“ Sein erstes Pflichtspiel bestritt er am 9. Dezember 2000 gegen den VfB Zittau; mittlerweile kommt er auf 227 Einsätze für den Club (acht Tore).

Rückblickend sagt der gebürtige Magdeburger mit einer gewissen Genugtuung, so lange auf so hohem Niveau zu spielen: „Ich habe in den zehn Jahren bestimmt 100 Spieler kommen und gehen sehen – wenn das überhaupt reicht. Dieses Mal war es besonders extrem. Aber ein Umbruch war dringend notwendig. So konnte es nicht weitergehen. Der sportliche Erfolg stellte sich nicht ein, und wenn dann bei den Gehältern einer das Zehnfache verdient, sorgt das natürlich für zusätzliche Spannungen.“

Da sich kein Großverdiener mehr unter dem „neuen“ FCM befindet, glaubt Neumann, der am liebsten wieder die linke Außenverteidigerposition einnehmen würde, auch an einen deutlich größeren Zusammenhalt als bisher: „Wir müssen uns sicherlich erst noch richtig kennenlernen, aber Spaß macht es schon jetzt.“

Er selber hat sich vorgenommen, künftig mehr Einfluss zu nehmen, mehr Verantwortung zu tragen: „Es läuft ja alles darauf hinaus, dass Daniel Bauer unser neuer Kapitän wird. Ich will versuchen, ihn zu unterstützen und gerade die jüngeren Spieler an die Aufgaben heranführen, denn ich weiß, was hier abgeht – vor allem dann, wenn es sportlich nicht so läuft ...“

5.Juli 2010

Alle zehn Neuzugänge dabei, lediglich zwei Torhüter fehlen

Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Das ging schon mal gut los ... Bei tropischen Temperaturen von über 30 Grad zog Ruud Kaiser, neuer Coach des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, sein Pensum voll durch und ließ die Akteure beim ersten öffentlichen Training am Sonnabend immerhin zwei Stunden und 15 Minuten schwitzen.

Entsprechend geschlaucht (nach Dehn- bzw. Passübungen, fußball-spezifischem Konditionstraining und einem Abschlussspiel über 3 x 10 Minuten mit nur zwei Ballkontakten), aber dennoch bester Laune verließen die Kicker anschließend den Platz und dürften sich da vermutlich schon auf den freien Sonntag gefreut haben.

„Ich bin mit dem Start vollauf zufrieden. Auch die Laktatwerte sind o.k., wenngleich der ein oder andere noch zulegen muss. Aber ich denke, wir haben eine gute Mannschaft beisammen, auch das technisch-taktische Verständnis ist da“, sagte Kaiser, der in den kommenden Tagen noch zahlreiche Einzelgespräche führen will.

Probleme bei der Konversation gibt es allerdings mit dem Brasilianer Guilherme Martins dos Santos, der weder deutsch noch englisch, sondern nur portugisisch spricht. „Das ist natürlich kein Dauerzustand, sich mit Händen und Füßen zu verständigen“, machte Kaiser klar und monierte schmunzelnd, dass ihm der ehe malige U-17-Nationalspieler seines Landes nicht zum Sieg der Holländer über Brasilien bei der WM gratuliert habe ...

Dos Santos ist der letzte von insgesamt zehn Neuzugängen. Dem stehen 14 (und nicht wie irrtümlich berichtet zwölf) Abgänge gegenüber. Einige davon wie Marcel Probst, Martin Zander und Pascal Matthias gehörten zu den rund 200 „Kiebitzen“, die sich am Sonnabend auf dem Nebenplatz der MDCC-Arena eingefunden und die intensive Trainingseinheit beobachtet hatten.

21 Akteure, unter ihnen alle Neuverpflichtungen, stehen Kaiser und seinem neuen Assistenten Mario Middendorf zur Verfügung. Es fehlen derzeit lediglich zwei Torhüter – der langzeitverletzte Christian Beer und Franco Flückiger, der noch bis Ende Juni im Einsatz war und nun wenigstens eine Woche pausieren darf. Übergangsweise nimmt Christian Gropius seinen Platz ein.

Manager Rüdiger Bartsch erklärte, dass der FCM 2010/11 ein Durchschnittsalter von 23 Jahren habe: „Das bedeutet: Wir sind nach den U23-Teams die jüngste Mannschaft der Nord-Staffel.“

Sein erstes Testspiel bestreitet der Club am Mittwoch (18 Uhr) im Nord-Harz beim Kreisklassen-Vertreter Askania Ballenstedt.

Anlässlich des Vorbereitungs-Highlights, dem Heimspiel am 16. Juli (19 Uhr) gegen den Erstligisten VfL Wolfsburg, lockt der Verein seine Fans mit einem günstigen Einheitspreis. So kostet eine Karte nur 9,99 Euro (zzgl. Gebühren). Den Anhängern, die ihr Ticket damit zum Stehplatz-Kartenpreis erwerben, steht eine freie Platzwahl in den Blöcken 1 – 6, 20, 21, 23 und 24 zur Verfügung.

3.Juli 2010

Autor: Rudi Bartlitz
Ein Robben war nicht zu haben

Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg präsentiert seinen neuen, 22 Mann starken Kader

Seit gestern Vormittag rollt beim 1. FC Magdeburg wieder der Ball. Unmittelbar nach der ersten Trainingseinheit unter Neu-Trainer Ruud Kaiser stellte der Fußball-Regionalligist seinen 22 Mann starken Kader mit zehn Zugängen (Volksstimme berichtete) der Öffentlichkeit vor.

Magdeburg. Vizepräsident Guido Nienhaus gab dem Team gestern zwei klare Ziele vor. Zum einen sei das der Gewinn des Landespokals. Zum anderen müsse eine „schlagkräftige Truppe aufgebaut werden, bei der eine Entwicklung zu sehen ist“. Die wirtschaftliche Stabilität, so unterstrich er, sei in der kommenden Saison für den FCM „auf jeden Fall höher einzuschätzen als der unbedingte sportliche Erfolg“. Man habe nicht die Absicht, wieder vor einer Insolvenz zu stehen. Den Aufstieg bereits im kommenden Jahr zu postulieren, nannte Nienhaus ebenso „nicht vernünftig“.

Die Blau-Weißen gehen mit einem um knapp 500 000 Euro reduzieren Etat von 2,5 Millionen in die neue Spielzeit.

Manager Rüdiger Bartsch verwies darauf, dass die Mannschaft – 19 der 22 Verträge sind neu – „mit einem hohen Aufwand zusammengestellt worden ist“. Der FCM setze künftig auf ein „erfolgsabhängiges Bezahlsystem, das keinen Neid mehr aufkommen lässt“. Das bedeute, dass der Gehaltsabstand zwischen den einzelnen Spielern „kompakter gestaltet worden ist“. Kaiser ergänzend: „Es sind keine Spieler mehr da, deren Gehalt an die zweite oder vielleicht sogar die erste Liga denken lässt“. Auch wenn „ich einen Arjen Robben nicht kaufen konnte“, so der holländische Coach schmunzelnd, „haben wir trotzdem gute Spieler gefunden“. Der 49-Jährige, der bis 2009 den Drittligisten Dynamo Dresden trainiert hatte, sprach von einer „jungen, aber hungrigen Mannschaft“, die er gemeinsam mit Bartsch in den letzten acht Wochen („Dafür bin ich vielleicht 20 000 Kilometer mit dem Auto gefahren“) zusammengestellt habe. „Für überhebliche Spieler ist da kein Platz.“ Noch nicht näher äußern wollte sich Kaiser, mit welcher taktischen Grundformation er in die am zweiten Augustwochenende beginnende Saison gehen werde. „Lassen Sie sich überraschen“, beschied er die Medienleute. Und: „Ich bin gespannt, ob sie es nach zwei oder drei Partien selbst herausfinden.“

Neu: Der FCM wird künftig mit einer eigenen Psychologin zusammenarbeiten. Dazu hat der Klub Jana Schulze verpflichtet, die teils bereits bei der U23 des Vereins tätig war.

2.Juli 2010

Dem Auftakt folgt Turnier in Lüneburg

Cracau (rsc). Für Fußball-Oberliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg II beginnt heute Nachmittag mit einer lockeren Einheit wieder der Trainingsalltag. „Allerdings ist das wirklich nur ein lockerer Auftakt, da z. B. die Spieler, die aus der AJunioren-Mannschaft aufrücken, zunächst noch im Urlaub sind und erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Mannschaft stoßen“, war gestern von Teammanger Lutz Pape zu erfahren.

Dieser trifft sich erst am heutigen Freitag mit Neutrainer Wolfgang Sandhowe, der vom Verbandsligisten 1. FC Lok Stendal an die Elbe wechselte, um weitere Feinheiten der Vorbereitungszeit abzustimmen.

Am Sonntag folgt dann bereits die erste Bewährungsprobe für die Mannschaft. Im niedersächsischen Bardowick findet das Jubiläumsturnier des FC Dynamo Lüneburg statt. Anlass ist das einjährige Gründungsdatum des Vereins aus der 2. Kreisklasse Lüneburg. Dabei trifft die Club-Reserve im ersten Halbfinalspiel ab 14 Uhr auf den Gastgeber. Gespielt wird zweimal 30 Minuten. Im zweiten Halbfinale treffen die beiden Oberligisten FC Bergedorf 85 (Oberliga Hamburg) und FC Hansa Lüneburg (Oberliga Niedersachsen) aufeinander.

Das Spiel um Platz drei findet gegen 15.15 Uhr, das Finale um 16.30 Uhr statt. Die Siegerehrung ist für 19 Uhr vorgesehen. Dem Sieger winkt neben dem Siegerpokal auch eine angemessene Siegprämie.

Die nächsten wichtigen Termine für die organisatorischen Saisonvorbereitung stehen ebenfalls bereits fest. „Am kommenden Sonnabend, den 10. Juli, findet der Staffeltag statt. Der Punktspielstart ist für den 8. August vorgesehen“, so Pape weiter. Fest steht, dass der FCM II wieder in die Südstaffel eingeordnet wurde, gemeinsam mit dem Aufsteigern Chemnitzer FC II (Sachsen) und dem FSV Wacker 03 Gotha (Thüringen).

Autor: Uwe Tiedemann
Rigoroser Schnitt: Zwölf gehen, zehn kommen

Fußball-Regionalligist bestreitet morgen erstes Training / Flückiger bleibt

Magdeburg. Wie nicht anders zu erwarten, hat Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg seinen Kader für die Saison 2010/11 kräftig durcheinandergewirbelt. Zwölf Abgängen (Bankert, Gaebler, Gewelke, Matthias, Prest, Probst, Racanel, Siga, Tüting, Vujanovic, Watzka, Zander) stehen (bislang) zehn Neuverpflichtungen gegenüber.

Auch das Trainergespann hat ein anderes Gesicht. Ruud Kaiser und sein Assistent Mario Middendorf leiten künftig die Geschicke des Teams. Morgen erfolgt der Startschuss fürs kommende Spieljahr, lädt der Club ab 10 Uhr (Nebenplatz MDCC-Arena) zum öffentlichen Auftakttraining ein. Die offizielle Mannschaftsvorstellung steigt dann am 16. Juli (19 Uhr) mit dem Testspiel-Highlight gegen den Erstligisten VfL Wolfsburg.

Zweimal hatten die Elbestädter das Ziel dritte Liga verfehlt und daraufhin einen rigorosen Schnitt eingeleitet. Nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass zuletzt eine Menge Geld "verbrannt" wurde und nunmehr deutlich weniger zur Verfügung steht. Wochenlang waren Kaiser und Manager Rüdiger Bartsch unterwegs, um ein Perspektivteam zusammenzustellen, das sich in der nächsten Saison entwickeln und dann im Jahr darauf wieder oben angreifen soll.

Neu dabei sind Philip Saalbach (kam von Germania Halberstadt), Manuel Stiefel (VfB Auerbach), Tobias Becker (Chemnitzer FC), Marvin Wijks (HFC Haarlem), Daniel Halke (Eintracht Frankfurt II), Rainer Müller (SV Babelsberg), Sebastian Sumelka (Twente Enschede II), Tobias Scharlau (Germania Schöneiche), Eddy Vorm (RKC Waalwijk) und Guilherme Martins dos Santos (u.a. Lok Stendal, zuletzt vereinslos).

22 Akteure (19 Feldspieler und drei Torhüter) umfasst der Kader. Dabei wurden sage und schreibe 19 neue Verträge abgeschlossen. Einen "alten" Kontrakt über 2009/10 hinaus besaßen lediglich Neumann, Beer und Stürmer Marko Verkic.

Bartsch betont: "Wir sind gut aufgestellt und verfügen über eine gesunde Mischung. Erwähnenswert ist vor allem die Tatsache, dass immerhin acht Spieler der ersten Mannschaft angehören, die aus dem eigenen Nachwuchs stammen: die drei Torhüter Matthias Tischer, Christian Beer und Franco Flückiger, Stephan Neumann, Moritz Instenberg, Patrick Bartsch und Tim Girke."

Damit steht auch fest: Junio- ren-Nationalkeeper Flückiger, für den sich RB Leipzig interessiert hatte, aber nicht die geforderte Ablöse zahlen wollte, bleibt beim Club und ist nach der schweren Verletzung von Beer (Kreuzbandriss) zweiter Torhüter.

Ferner befindet sich ein Spieler im Aufgebot, der eigentlich schon abgeschrieben schien: Maik Georgi. Bartsch: "Er hat den Trainer mit seiner Schnelligkeit überzeugt und ist durchaus eine Alternative auf dem Flügel."

Ist der Kader damit komplett? Jein. Bartsch dazu konkret: "Wir warten jetzt erst einmal die nächsten zwei, drei Wochen ab, wie sich alles entwickelt. Wenn wir dann meinen, wir müssten uns auf einer Position doch noch einmal verstärken, werden wir das tun."

Folgende Spieler gehören dem 22er Kader für 2010/11 an:

Tor: Tischer, Flückiger, Beer

Abwehr: Neumann, Bartsch, Friebertshäuser, Becker, Sumelka, Müller, Saalbach

Mittelfeld: Instenberg, Bauer, Georgi, Girke, Stiefel, Scharlau, Halke

Angriff: Wolf, Verkic, Vorm, Wijks, dos Santos

28.Juni 2010

Fußball-Landespokal
1. FCM tritt in Ottersleben an


Magdeburg (kk). Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg muss in der 1. Hauptrunde des Landespokals von Sachsen-Anhalt am 11. August (Anpfiff 18 Uhr) beim Landesligisten VfB Ottersleben antreten. Das ergab die Auslosung am Sonnabend in Kelbra. Während Titelverteidiger Hallescher FC ein Freilos hat, ist Oberligist VfB Germania Halberstadt beim TSV Völpke zu Gast.

Die Ansetzungen:

VfB Ottersleben – 1. FC Magdeburg Burger BC – Fortuna Magdeburg SW Bismark – MSV 90 Preussen BG Goldbeck – GW Potzehne Eintr. Salzwedel – Magdeb. SV Börde BW Gerwisch – Handw. Magdeburg Kali Wolmirstedt – Eintr. Mechau Schönebecker SV – Askania Bernburg TSV Völpke – Germania Halberstadt TSG Calbe – 1. FC Aschersleben Einheit Wernigerode – Edelw. Arnstedt FSV Hettstedt – Oscherslebener SC Stahl Thale – Haldenslebener SC SV Westerhausen – Schönebecker SC Kleinmühlingen/Zens – SV 09 Staßfurt SG Reppichau – BR Pratau RW Kemberg – BSV Ammendorf GW Wolfen – Union Sandersdorf BW Brachstedt – VfL Halle 96 SG Reußen – Eintracht Elster Germania Roßlau – SV Dessau 05 RW Thalheim – GW Piesteritz Rotation Halle – SSV Landsberg VfB Nessa – Romonta Amsdorf SV Merseburg 99 – Naumburger SV Wacker Rottleberode – BW Farnstädt Romonta Stedten – SV Braunsbedra MSV Eisleben – VfB Sangerhausen IMO Merseburg – SG Herrengosserstedt Nietleber SV Askania – FSV Bennstedt (Alle Spiele – bis auf die Partie des 1. FC Magdeburg beim VfB Otterlsben – am 31. Juli um 15 Uhr)

26.Juni 2010

Autor: Uwe Tiedemann
FCM-Präsident Rehboldt sieht sich in seiner Linie bestätigt

Regionalligist erhält Lizenz

Magdeburg. Im Gegensatz zu vielen anderen (namhaften) Fußball-Regionalligisten hat der 1. FC Magdeburg für die bevorstehende Saison 2010/11 die Lizenz ohne Probleme erhalten. Präsident Volker Rehboldt dazu: „Es ist gelaufen wie in all den Jahren zuvor. Deswegen war es uns auch keine besondere Nachricht wert. Die einzige Auflage besteht in der regelmäßigen Berichtspflicht gegenüber dem DFB.“

Der Club-Chef sieht sich damit einmal mehr in seiner wirtschaftlich konsequenten, mit überschaubarem Risiko verbundenen Linie bestätigt und verweist diesbezüglich auf das bittere Ende von RW Essen in der West-Staffel: „Beide Vereine hatten vor zwei Jahren die gleiche Ausgangsposition, als es um die Qualifikation für die dritte Liga ging und das Ziel verpasst wurde. Doch bei allem sport lichen Misserfolg stehen wir, wenngleich mit einem immensen Kraftakt, finanziell solide da, während bei Rot-Weiß die Lichter ausgegangen sind. Solche Beispiele sollte man sich als Warnschuss immer vor Augen führen.“ Ein weiterer Grund, sparsam zu haushalten, sei der Umstand, dass sich die TVGelder wegen der Erhöhung zugunsten der dritten Liga nur noch auf rund 80 000 Euro belaufen.

Der Präsident bezifferte den Etat für die kommende Saison auf 2,5 Millionen Euro und damit 500 000 Euro weniger als im Vorjahr.

Die Zeiten üppiger Gehälter sind beim Club also erst einmal vorbei, so dass auch bei der sportlichen Zielstellung kleinere Bröt chen gebacken werden müssen. Das Wort Konsolidierung hört Rehboldt in diesem Zusammenhang für 2010/11 allerdings nicht so gerne, er spricht lieber von Aufbau und Wachstum: „Die neue Mannschaft soll eine Entwicklung zeigen und bessere Leistungen zeigen als zu Beginn.“ Die Punktzahl steht für den 42-Jährigen dabei nicht so sehr im Vordergrund, wohl aber der Gewinn des Landespokals, den Rehboldt für durchaus realistisch hält.

In der Favoritenrolle sieht auch der „Präsi“ die von vielen Experten immer wieder genannten Teams von RB Leipzig und Holstein Kiel. „Zu beachten sind allerdings auch der Chemnitzer FC, der einen aus meiner Sicht erstaunlichen finanziellen Aufwand betreibt, der HFC und die U23 des VfL Wolfsburg“, glaubt Rehboldt.

Saisonstart in den drei Regionalliga-Staffeln ist das zweite August-Wochenende (6. bis 8. August).

24.Juni 2010

FCM-Präsident Volker Rehboldt im Volksstimme-Interview:
„Wut ist Neugierde gewichen“


Heute tritt Volker Rehboldt, Präsident des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, seinen dreiwöchigen USA-Urlaub (Ostküstentour mit Stationen in Washington, Philadelphia, New York und Boston) an. Vorher beantwortete der 42-Jährige noch Fragen von Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann.

Volksstimme: Drei Wochen USA – bedeutet das für Sie, endlich total abschalten und entspannen zu können?

Volker Rehboldt: Im Wesentlichen ja, vor allem, sich einmal von allen Verpflichtungen zu lösen. Mein einziges sportliches Event wird dort der Besuch bei den Basketballern der New York Yankees sein, was ja mit Fußball nun nichts zu tun hat.

Volksstimme: Zum FCM: Hat sich die Situation nach der verkorksten Saison 2009/10 ein wenig entspannt?

Rehboldt: Ja, es ist in der Tat Ruhe eingekehrt. Man spürt, dass der Enttäuschung und Wut mittlerweile Neugierde und Erwartung gewichen sind, zumal sich in jüngster Zeit personell eine Menge getan hat.

Volksstimme: Wie groß ist bei Ihnen die Vorfreude auf die neue Saison?

Rehboldt: Ich bin positiv gestimmt, zumal wir über eine ganz andere Mannschaft verfügen werden ...

Volksstimme: ... die plötzlich, nimmt man Trainer Ruud Kaiser mit dazu, aus einer echten „Holland-Fraktion“ besteht.

Rehboldt: Das ist übertrieben. Genau genommen haben wir ein deutliches Übergewicht an deutschen Spielern.

Volksstimme: Hat denn der FCM bei der Zusammensetzung des Kaders auch auf die Charaktere der Spieler geachtet? Hier gab es ja speziell in den beiden zurückliegenden Spielzeiten erhebliche Defizite.

Rehboldt: Das war ein wesentliches Kriterium. Ich hoffe sehr, dass wir diesmal richtig liegen.

Volksstimme: Zuletzt hatten sich einige Spieler darüber beklagt, dass mit ihnen in Bezug auf einen neuen Vertrag gar nicht gesprochen wurde ...

Rehboldt: Das ist ein Vorwurf, der absolut ins Leere geht. Im vergangenen Winter-Trainingslager in Portugal haben wir mit allen Spielern individuell erklärt, dass sie bis zu einer gewissen Frist ein Angebot abfordern können, wenn sie bei uns bleiben möchten. Wer das nicht getan hat, kann sich nun nicht darüber beklagen, dass keiner mit ihnen redet. Es gibt eben nicht nur eine Bringe-, sondern auch eine Holschuld.

Volksstimme: Welche Erwartungen haben Sie an Ruud Kai ser und seinen neuen Assistenten Mario Middendorf?

Rehboldt: Ich habe ein gutes Gefühl, dass beide zusammenpassen. Auch von Marios Fähigkeiten sind wir überzeugt, er arbeitet methodisch, ist hungrig und erfolgreich. Außerdem geht es um eine vernünftige Zusammenarbeit und Durchlässigkeit mit der U 23. Da haben wir für das Abenteuer Oberliga mit Wolfgang Sandhowe einen erfahrenen Coach verpflichten können, dessen Steckenpferd zudem das Torwarttraining ist, so dass wir damit auch das Ausscheiden von Jo Stock kompensieren können. Damit sollte eine ähnliche Pleite wie der Abstieg der U 23 vor zwei Jahren, der absolut hausgemacht war, zu vermeiden sein.

Volksstimme: Was wird sich denn personell im Regionalliga-Kader noch tun?

Rehboldt: Wir sind nach der Verpflichtung von Mittelfeldspieler Tobias Scharlau von Germania Schöneiche fast komplett, wollen jetzt noch einen Stürmer holen.

Volksstimme: Befindet sich Dennis Rommel von Hertha BSC II in der engeren Wahl, der allerdings auch mit Wilhelmshaven in Verbindung gebracht wird?

Rehboldt: Kein Kommentar.

Volksstimme: Und wie sieht es mit dem neuen Groß-Sponsor aus, den Sie bereits vor längerer Zeit angekündigt haben?

Rehboldt: Den gibt es in der Tat, und ich bin darüber sehr froh. Wir lassen uns aber zeitlich nicht unter Druck setzen, sondern werden ihn, wenn ich wieder zurück bin, auf einer Pressekonferenz vorstellen.

23.Juni 2010

Zehn Testspiele in der Vorbereitung

Magdeburg (ut). Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat gestern seinVorbereitungsprogramm präsentiert. Trainingsbeginn ist am Sonnabend, 3. Juli (10 Uhr, Platz 2, MDCCArena).

Insgesamt stehen zehn Testspiele für den Club an, davon neun auswärts. Die Heimpremiere steigt am 16. Juli (19 Uhr) gegen Ex-Meister VfL Wolfsburg. Die Trainings- und Wettkampfreise nach Polen mit drei Begegnungen vor Ort findet vom 19. bis 25. Juli statt.

Die Termine auf einen Blick:

03.07. Auftakttraining (10 Uhr) 07.07. Askania Ballenstedt (A/18 Uhr) 10.07. Schönebecker SC (A/15 Uhr) 14.07. Brandenburger SC (A/18 Uhr) 16.07. VfL Wolfsburg (H/19 Uhr) 18.07. SV Babelsberg (A/11 Uhr) 19.07. Beginn Trainingslager in Polen 20.07. Sandecja Nowy Wisnicz (2. Liga) 22.07. Szreniawa Nowy Wisnicz (3. Liga) 24.07. Hutnik Krakow (4. Liga) 25.07. Ende des Trainingslagers 29.07. VfV Hildesheim (A/18.30 Uhr) 01.08. Arm. Bielefeld (in Lemgo/16 Uhr)

22.Juni 2010

Autor: Uwe Tiedemann
Der nächste Holländer ist da: FCM verpflichtet Eddy Vorm

Fußball-Regionalligist froh über neuen Stürmer / Staffeleinteilung für 2010/11 steht

Magdeburg entwickelt sich mehr und mehr zu einer holländischen „Enklave“. Nachdem bereits bei den Handballern des SCM seit längerem die beiden Nationalspieler Fabian van Olphen und Gerrie Eijlers aus der „Tulpen-Republik“ unter Vertrag stehen, ziehen jetzt die Fußballer vom FCM nach.

Magdeburg. Gestern verpflichtete der Fußball-Regionalligist Stürmer Eddy Vorm vom Erstliga-Absteiger RKC Waalwijk. Der 21-Jährige, der einen Einjahres-Vertrag plus Option unterzeichnete, ist nach Trainer Ruud Kaiser und Mittelfeldflitzer Marvin Wijks (HFC Haarlem) der dritte waschechte Niederländer. Entsprechenden „Stallgeruch“ besitzt auch Neuzugang Sebastian Sumelka, der zwar Deutscher ist, aber zuletzt für Twente Enschede II gespielt hat.

„Dass Eddy hier auf einige Landsleute trifft, war wichtig für ihn und dürfte seine Entscheidung positiv beeinflusst haben“, sagte FCM-Manager Rüdiger Bartsch.

Vorm gehörte zu denjenigen Akteuren, die Anfang des Monats bei der zweitägigen „Casting-Show“ einen guten Eindruck hinterlassen hatten. Kaiser lobte: „Er hat uns vor allem mit seiner physischen Präsenz überzeugt und wird den Konkurrenzkampf in der Offensive bereichern.“

Allerdings ist es nicht gerade selbstverständlich, dass sich ein solcher Spieler, der immerhin aus der ersten holländischen Liga kommt, plötzlich einem deutschen Viertligisten an schließt. Bartsch glaubt neben der „Holland-Fraktion“ einen weiteren Grund pro FCM zu kennen: „Wir haben den Spielern beim Probetraining natürlich auch unsere hervorragenden Möglichkeiten und das Umfeld präsentiert. Da war jeder beeindruckt und hat uns abgenommen, dass wir zwar momentan nur in der vierten Liga spielen, diese Situation aber verändern wollen.“

Vorm ist damit neben Marko Verkic der zweite echte Stürmer, den der Club vertraglich an sich gebunden hat. „Das reicht natürlich noch nicht, deswegen sind wir bemüht, noch mindestens einen weiteren Angreifer an uns zu binden. Die Verhandlungen sind recht weit fortgeschritten. Ich denke, im Laufe der Woche können wir Vollzug melden“, erklärte Bartsch, der darauf verwies, dass man zwar in Bezug auf Neuverpflichtungen noch bis zum 30. August Zeit habe, dass aber natürlich möglichst schnell der Kader komplettiert werden soll.

Weiter unklar ist die Situation auf der Torhüterposition, weil noch immer nicht feststeht, ob Junioren-Nationalkeeper Franco Flückiger beim FCM bleibt oder ihn verlässt.

Unterdessen hat gestern der DFB die endgültige Staffeleinteilung der drei Regionalligen für 2010/11 bekanntgegeben. Im Norden gab es wie erwartet keine Überraschungen. Damit setzt sich die Staffel wie folgt zusammen:

Holstein Kiel, VfL Wolfsburg II, Chemnitzer FC, Hallescher FC, Hamburger SV II, 1. FC Magdeburg, VFC Plauen, Hannover 96 II, VfB Lübeck, ZFC Meuselwitz, Hertha BSC Berlin II, Türkiyemspor Berlin, SV Wilhelmshaven, FC Oberneuland, Energie Cottbus II, RB Leipzig, TSV Havelse, Eintracht Braunschweig II

21.Juni 2010

Vertragsverhandlungen

Ujazdowski soll Flückiger und Girth folgen

Magdeburg (hma). Daniel Ujazdowski traf gestern im Relegationsspiel gegen Eintracht Braunschweig zum wiederholten Mal per Dreierpack für die U 19 des 1. FC Magdeburg, empfahl sich nachträglich für einen Anschlussvertrag im Männerbereich des Clubs. Den hat bereits Benjamin Girth in der Tasche, obwohl der Mittelstürmer die gesamte Rückrunde aufgrund eines Ermüdungsbruches ausfiel.

Der frühere Stendaler Ujazdowski rückte für den Ex-Haldensleber Girth auf die Mittelstürmerposition, avancierte zum Torjäger der Blau-Weißen. „Natürlich würden wir Daniel gern halten, wollen aber erst die Relegationsspiele erfolgreich beenden“, erklärte FCMManager Rüdiger Bartsch am Rande des gestrigen Spiels.

Der schaute sich auch ganz genau Keeper Franco Flückiger an, obwohl dessen Klasse sich ja bis zum DFB und der U-19-Auswahl herumsprach. Flückiger ist nach der Beer-Verletzung plötzlich die aktuelle Nummer zwei beim FCM hinter Matthias Tischer und vor Christian Gropius. „Hier hat natürlich Trainer Ruud Kaiser das letzte Wort“, so Bartsch.

Nachdem Mario Middendorf seinen Vertrag als Co-Trainer der Regionalliga-Elf bereits unterschrieben hat, wird dies heute Wolfgang Sandhowe als neuer Coach beim FCM für die U 23 tun. Offen ist hier noch die Co-Trainer-Position.

18.Juni 2010

Sandhowe heißer Trainerkandidat

Magdeburg (hma). Wolfgang Sandhowe (56), zuletzt 1. FC Lok Stendal, soll zum 1. Juni Oberligaaufsteiger 1. FC Magdeburg II übernehmen. Der frühere Zweitliga-Stürmer und Fußballlehrer war unter anderem schon als Co-Trainer bei Galatasaray Istanbul sowie in Braunschweig, Jena und Babelsberg tätig und soll Aufstiegstrainer Mario Middendorf beerben, der bei den Blau-Weißen Co-Trainer von Ruud Kaiser werden soll.

FCM-Manager Rüdiger Bartsch: „Noch ist nichts unterschrieben, aber Wolfgang Sandhowe ist ein interessanter Mann. Uns geht es um eine enge Verzahnung von erster und zweiter Mannschaft.“

15.Juni 2010

Juli-Trainingsquartier in Polen nimmt Gestalt an / Was passiert nach Beer-Verletzung?
FCM noch mit drei Stürmern im Gespräch
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bastelt weiter an seinem Kader für die Saison 2010/11. Kurzfristige Neuzugänge kann der Club zwar momentan nicht verkünden, doch ließ Manager Rüdiger Bartsch durchblicken, dass man noch mit drei Stürmern im Gespräch sei. „Wir werden uns zeitnah entscheiden, aber eben nichts überstürzen. Ich bin jedoch optimistisch, dass wir diejenigen Angreifer, die wir verpflichten wollen, auch bekommen. Insofern haben wir unsere Hausaufgaben gemacht.“

In der Defensive schien dagegen alles geregelt – bis, ja bis bei Keeper Christian Beer ein Kreuzbandriss diagnostiziert wurde, der ihn voraussichtlich zu einer sechsmonatigen Pause zwingt. „Nun brauchen wir wahrscheinlich auch noch einen neuen Torhüter“, sagte Bartsch, der sich nicht auf die durchaus denkbare Variante festlegen wollte, dass zunächst die bisherige Nummer eins, Matthias Tischer, und Junioren-Nationaltorwart Franco Flückiger das neue Gespann bilden werden. Vielmehr spekuliert der FCM wohl darauf, eine entsprechende Ablöse für den 19-Jährigen kassieren zu können. Bartsch betonte: „Er ist zweifellos ein Klassemann, aber keineswegs eine Rakete, sonst wäre er schon längst weg.“

Bei der Suche nach einer passenden Unterkunft für die Trainings- und Wettkampfreise nach Polen scheinen Bartsch und Chefcoach Ruud Kaiser – tritt in Kürze noch ei nen zehntägigen Urlaub an – dagegen fündig geworden zu sein, so dass die Tour vom 18. bis 25. Juli mit vermutlich drei Begegnungen langsam Gestalt annimmt. Beide hatten sich am Wochenende vier Objekte angesehen, übrig blieb ein Quartier mit einem Kunst- und einem Rasenplatz ganz in der Nähe von Krakau. Perfekt ist allerdings noch nichts.

Zwei Tage zuvor, am 16. Juli, präsentiert der FCM seiner Fangemeinde einen echten Leckerbissen. Im Rahmen der Vorbereitung kommt Ex-Meister VfL Wolfsburg in die MDCC-Arena. „Die Partie ist fest terminiert und das herausragende Event unserer Testspielphase“, freute sich der Manager.

14.Juni 2010

Fußball-Verbandsliga: Titelträger 1. FC Magdeburg II zum Abschluss 1:1
Nach Meisterehrung in Halle ging es ab nach „Malle“
Von Sebastian Günther


Vor dem letzten Verbandsliga-Punktspiel der diesjährigen Saison beim BSV Ammendorf wurde der neue Landesmeister, die U 23 des 1. FC Magdeburg, durch den Präsidenten des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA), Werner Georg, und Staffelleiter Ekkehard Kleye geehrt. Nach Treffern von Bloßfeld (78.) und Hennecke (89.) hieß es 1:1.

Magdeburg. Im Spiel wollte dann der frisch geehrte Meister zeigen, dass er zu Recht diesen Titel erreicht hat und begann trotz einer „Verlegenheits-Elf“ (neben Co-Trainer Dürstel standen die A-Jugendlichen Koch und Zwerschke in der Start-Elf, kamen später noch Purrucker sowie Keeper Gropius als Feldspieler) recht ordentlich, hatte Chancen durch Tobias Tietz (5.) sowie Benjamin Zwerschke (7.). Auf der Gegenseite besaß Besart Konxheli eine gute Gelegenheit für den Tabellendritten (20.). Kurz nach Wiederbeginn dann die beste Torchance für die Elbestädter, doch Christian Weiß fand seinen Meister in BSVSchlussmann Christian Guth (50.).

In der Schlussphase machten die Hausherren noch einmal Druck. Patrick Bloßfeld zirkelte einen Freistoß mit links zum 1:0 in den Winkel (78.). Man merkte den Gästen aber an, dass sie nicht mit einer Niederlage aus dieser Saison gehen wollten. Nach einer Flanke von Florian Purrucker und einer Kopfballverlängerung von Christian Gropius stand Philipp Hennecke am langen Pfosten frei und erzielte praktisch mit dem Schlusspfiff den etwas glücklichen Ausgleich für die FCM-Zweite.

„Sicherlich hätten wir uns gerne mit einem Sieg aus dieser Saison verabschiedet, aber so ein bisschen war bei den Jungs nach einer langen und harten Saison die Luft raus. Und mit Ammendorf hatten wir heute einen Gegner, der zu Recht auf dem dritten Tabellenplatz steht“, so Magdeburgs U-23-Coach Mario Middendorf. Bleibt abzuwarten, welche Funktion der Meistertrainer in der kommenden Saison endgültig beim 1. FC Magdeburg einnimmt, gilt er doch als ganz heißer Kandidat für den Posten des Co-Trainers von Ruud Kaiser in der Regionalliga.

Ein Teil der Meistermannschaft feierte bereits am gestrigen Sonntag den Landesmeistertitel während eines Kurztrips auf der spanischen Ferieninsel Mallorca.

11.Juni 2010

Fußball-Verbandsliga, 34. Spieltag
Welch Freude – Club-Zweite wird in Halle geehrt!
Von Roland Schulz


Magdeburg. Am 34. und letzten Spieltag der Fußball-Verbandsliga haben die beiden Magdeburger Vertretungen fast den gleichen Anreiseweg. Sowohl der bereits feststehende neue Meister 1. FC Magdeburg II als auch der MSV 90 Preussen gastieren in Sachsen-Anhalts größter Stadt Halle.

Während die Preussen aber in Halles Stadtmitte (Böllberger Weg) zum Halleschen FC II reisen, muss der neue Champion und Oberliga-Aufsteiger sieben Kilometer weiter in den Süden zum Stadion der Waggonbauer reisen. Hier spielt der Tabellendritte BSV Ammendorf. Anstoß ist jeweils um 15 Uhr.

Zwar muss Club-Trainer Mario Middendorf auf all jene Akteure verzichten, die zum Trainingsstamm der ersten Mannschaft gehörten. „Doch auch ohne Verkic, Girke, Instenberg, Matthias und Friebertshäuser werden wir eine schlagkräftige Truppe mit nach Halle nehmen. Jetzt kann sich die sogenannte zweite Garde für einen neuen Vertrag anbieten. Der Trainer betont, dass der Meister die Saison „mit einem Sieg beenden möchte.“ Denn bei der anschließenden Siegerehrung, dieVerbandspräsidentWerner Georg vornehmen wird, möchte die Truppe „nicht als Verlierer dastehen.“

Zwar reisen die Preussen als Außenseiter zum Vizemeister HFC II, doch Bange machen gilt nicht. „Die Hallesche Clubzweite ist eine sehr junge und spielstarke Mannschaft. Da müssen wir von Beginn an hellwach sein“, blickt Preussen-Coach Dirk Hannemann voraus.

Personell muss der Coach auf die fehlenden Kauffmann, Hitzing, Schmeil, Sommermeyer und Meran verletzungsbedingt verzichten. Zu dem werden einige Akteure in der zweite Mannschaft eingesetzt. „Doch deshalb davon auszugehen, dass wir die Punkte abschenken, ist nicht richtig. Im Gegenteil, wir wollen unsere Außenseiterchance zumindest auf einen Punktversuch nutzen“, so der Coach.

Motivation dafür sollte das Hinspiel geben, als man sich im Germerstadion 2:2 trennte. Damals machten die Sudenburger in Hälfte zwei durch Alexander Siemke und Kevin Knöfler einen 0:1-Rückstand wett, kassierten erst in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer durch Dräger.

10.Juni 2010

Becker, Müller Neuzugänge – Vujanovic weg

Magdeburg (kk). Wie die Volksstimme bereits gestern ankündigte, hat der 24-jährige Tobias Becker – spielte seit 2004/2005 beim Chemnitzer FC – einen Einjahresvertrag beim 1. FC Magdeburg bekommen. Der 1,82 Meter große Becker ist sowohl im Mittelfeld als auch auf der linken Abwehrseite einsetzbar.

Gemeinsam mit Becker wurde gestern auch Rainer Müller (24 Jahre, 1,81 Meter groß) – bisher bei Babelsberg 05 – für ein Jahr für den FCM verpflichtet. Müller hat laut Vertrag eine Option auf Verlängerung um ein Jahr. Der ehemalige Babelsberger ist auf beiden Außenpositionen in der Deckung zu Hause.

Nun ist es auch offiziell: „Der 1. FC Magdeburg und Radovan Vujanovic haben sich auf eine Auflösung des gemeinsamen Vertrages mit Wirkung zum 30. Juni 2010 geeinigt“, heißt es in einer Mitteilung des Clubs. Die Volksstimme hatte schon angedeutet, dass der Angreifer den Verein in Richtung Drittligist Hansa Rostock verlässt.

Der gebürtige Serbe kam vor der Saison 2008/2009 von Kickers Emden nach Magdeburg und schoss hier in 64 Pflichtspielen 35 Tore. „Ich wollte die Gelegenheit, höherklassig zu spielen, nutzen und möchte mich bei meinem neuen Verein beweisen. In Magdeburg habe ich mich immer sehr wohl gefühlt und werde die Stadt, den Verein und seine tollen Anhänger in guter Erinnerung behalten“, erklärte Vujanovic.

9.Juni 2010

1. FC Magdeburg: Neues Team nimmt Gestalt an
Sumelka unterschreibt – Becker im Gespräch
Von Klaus Kahmann


Magdeburg. Die neue Regionalliga-Mannschaft des 1. FC Magdeburg nimmt immer deutlicher Form an. Gestern meldete der Verein den Zugang von Sebastian Sumelka, bisher Kapitän der U-23-Mannschaft des holländischen Meisters Twente Enschede. Der in nordrhein-westfälischen Vreden geborene 21-Jährige unterschrieb gestern einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011.

Sumelka (1,93 m groß) spielt vor allem als Innenverteidiger und trainierte in Enschede auch schon mit der ersten Mannschaft.

„Sumelka hat uns im Probetraining letztendlich überzeugt. Als junger, entwicklungsfähiger Spieler mit Auslandserfahrung bringt er zudem noch das Gardemaß für einen Verteidiger mit“, urteilt FCM-Manager Rüdiger Bartsch.

Nach Marvin Wijks (FC Harlem), Daniel Halke (U-23, Eintracht Frankfurt), Manuel Stiefel (Auerbach) und Philipp Saalbach (Germania Halberstadt) ist Sumelka nunmehr der fünfte Neuzugang. Zudem ist der 1. FC Magdeburg derzeit mit Tobias Becker (Chemnitzer FC, 24 Jahre) in – wie Bartsch sagte – „erfolgversprechenden

Gesprächen“.

Von der Elf der abgelaufenen Saison haben bereits Daniel Bauer, Matthias Tischer, Tobias Friebersthäuser, Patrick Bartsch und Moritz Instenberg neue Verträge beim Regionalligisten unterschrieben

7.Juni 2010

1. FC Magdeburg: 16:3 gegen Barneberg / Co-Trainer Windelband das letzte Mal auf der Bank
Verlässt Vujanovic den FCM in Richtung Hansa Rostock?
Von Klaus Kahmann

Bevor die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg sich in den Urlaub verabschiedeten, bezwangen sie am Sonnabend – im Rahmen des Festes zum 90-jährigen Bestehen des Gastgebers – Rot-Weiß Barneberg (Bördekreis) mit 16:3 (7:0).

Magdeburg. Die Tore für die Elbestädter erzielten Bauer (4), Fuchs (3), Watzka (2), Zander (2) sowie Bankert, Tüting, Prest, Gaebler und Neumann (je 1). „Es war eine sehr faire und freundschaftliche Partie“, so Magdeburgs scheidender Interims-Trainer Carsten Müller. „Ich denke, unsere Mannschaft hat mit schönen Spielzügen und gut herausgespielten Toren ihren Beitrag zu einer interessanten Jubiläumsfeier der Barneberger beigetragen“, erklärte Müller weiter.

Inzwischen erfuhr die Volksstimme aus zuverlässiger Quelle, dass FCM-Kapitän Radovan Vujanovic beim Drittligisten Hansa Rostock einen Vertrag über zwei Jahre abgeschlossen haben soll. Eine Bestätigung dafür gab es von beiden Seiten aber nicht. Neuer Chef bei Hansa ist seit kurzem Ex-FCM Manager Bernd Hofmann.

Das letzte Mal als FCM-Co-Trainer saß Frank Windelband in Barneberg auf der Wechselbank. Der 49-Jährige spielte von 1979 bis 1988 im Oberliga-Team des 1. FC Magdeburg vor allem im Mittelfeld und im Angriff. Von 2002 bis jetzt agierte er als Co-Trainer beim FCM.

„Ich bin 1973 an die damalige Kinder- und Jugendsportschule in Magdeburg gekommen – allerdings damals noch als Leichtathlet. Als 14-Jähriger bin ich dann zu den Fußballern des 1. FC Magdeburg gewechselt“, so Windelband, der in Stendal geboren wurde und in Grieben (bei Tangerhütte) aufwuchs, über seinen sportlichen Werdegang.

„Natürlich ist mir der Abschied nicht leicht gefallen.Schließlich habe ich ja eine Menge gute Erinnerungen als Spieler an den FCM. Ich denke da an unseren Pokalsieg 1983 bzw. die Spiele im Europapokal in Barcelona, Bilbao oder Turin. Das sind Erlebnisse, die einem ewig bleiben“, gesteht Windelband ein, dass er nicht ohne Wehmut scheidet.

„Ich muss mich jetzt aber stärker um meine Arbeit als Service-Manager der Gebäude-Reinigungsfirma Gegenbauer kümmern. Da haben sich durch die Arbeit als Co-Trainer doch einige ,Baustellen‘ ergeben, die ich nun abarbeiten will“, nennt Windelband den Hauptgrund für sein Scheiden vom Trainer-Amt.

„Natürlich freut sich auch meine Lebensgefährtin Ines Ulm, dass ich nun mehr Zeit für uns habe. Obwohl sie auch ständig beim Fußball dabei ist. Zudem haben wir ja in den letzten zwei, drei Jahren unsere Ziele leider nicht erreicht“, so Windelband.

Dem FCM erhalten bleibt Windelband trotzdem: „Ich werde defintiv den Werdegang des Clubs weiter verfolgen und mich am ersten Trainingstag der kommenden Saison wieder bei der Mannschaft sehen lassen, aber eben nicht mehr als Co-Trainer.“

Fußball-Verbandsliga: 1. FC Romonta Amsdorf – 1. FC Magdeburg II 0:5 (0:2)
Club-Reserve sichert sich vorzeitig die Meisterschaft


Magdeburg (sgü/rsc). Durch einen klaren 5:0 (2:0)-Erfolg beim 1. FC Romonta Amsdorf sicherte sich die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg den Landesmeistertitel 2009/10 und den damit verbundenen direkten Wiederaufstieg in die Fußball-Oberliga. Pasqual Matthias (21., 65.), Marko Verkic (34., 60.) und Philipp Hennecke (80.) erzielten vor 112 zahlenden Zuschauern die Treffer für die Gäste.

Die Hausherren setzten in diesem trotz der hochsommerlichen Temperaturen ansehnlichen und temposcharfen Begegnung die ersten Akzente. Allerdings blieben hochklassige Chancen aus.

Nach zehn Minuten fing sich der Gast und hatte durch Verkic gleich zwei gute Möglichkeiten. Doch wurde sein Schuss (13.) pariert, bzw. strich sein Kopfball (16.) knapp am Tor vorbei. Vier Minuten später aber war es soweit. Matthias nutzte die Vorarbeit von Tobias Tietz zum 1:0.

Danach übernahm der Club die Initiative und drängte auf das zweite Tor. Und eine knappe Viertelstunde später war es wieder soweit. Erneut leistete der fleißige Tietz die Vorarbeit. Der Stürmer setzte sich bis zur Grundlinie durch und passte nach innen. Per Fuß vollendete Verkic zum 2:0.

Bis zur Pause hätte die Club-Zweite das Spiel bereits klar für sich entscheiden müssen. Doch zunächst scheiterte Tietz (38.) an Amsdorf-Keeper Tilo Gola. Dann hatte Matthias zunächst Pech, als er zwar Gola überlupfte, der aufspringende Ball aber auch über das leere Tor sprang (40.). Zwei Minuten später klärte Gola erneut gegen den freistehenden Matthias.

Zu Beginn der zweiten Hälfte war der Gastgeber zunächst aggressiver, verzeichnete durch einen Schuss von Ronny Mewes (58.) aber nur eine vielversprechende Möglichkeit. In diese Druckphase hinein gelang Ver kic (60.) die Entscheidung. Mit einem satten Linksschuss überwand der Kroate den Amsdorfer Keeper zum 3:0. Es war bereits das 20. Saisontor für den Magdeburger.

Verbandsliga-Torjäger Sirko Czarnetzki (27 Tore) wollte sich mit diesem Spielstand nicht zufrieden geben. Doch verzog er im Gegenzug nur knapp, scheiterte später auch noch mit einem Pfostentreffer (85.).

Die Elbestädter blieben jetzt das spielbestimmende Team und kamen nur fünf Minuten nach dem 3:0 durch das zweite Tor von Matthias zum 4:0. Vorausgegangen war dem eine tolle Vorarbeit von Fabian Jahnel.

Für den Abschluss sorgte dann Youngster Philipp Hennecke (85.), der eine Vorarbeit von Maximilian Gerwien und Moritz Instenberg mit dem Treffer zum 5:0 abschloss.

Nach dem Spiel kannte der Jubel über den jetzt feststehenden Meistertitel und den Oberliga-Wiederaufstieg, den nur wenige der Mannschaft zugetraut hatten, keine Grenzen mehr. Es ist übrigens erst der dritte Landesmeistertitel für eine Magdeburger Männermannschaft nach 1950/51 (Stahl Magdeburg) und 1995/96 (SV Fortuna).

5.Juni 2010

Regionalligist verlor 3. Liga schon früh aus den Augen / Neuzugänge schlugen nicht ein / Sportliche Leitung ausgetauscht
Mit hohen Zielen gestartet, tief gefallen
Von Uwe Tiedemann


Chaos-Saison, Seuchenjahr, Fiasko – egal, welche Bezeichnung man für das Abschneiden des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg auch wählt, sie trifft uneingeschränkt zu. Mit hohen Zielen gestartet, konnte der Club zu keinem Zeitpunkt in den Titelkampf eingreifen und landete schließlich nur auf Rang sechs. Der Rückstand zu Meister und Aufsteiger SV Babelsberg betrug beschämende 26 Punkte.

Magdeburg. Mit einem selbstbewussten Trainer Steffen Baumgart („Wir sind gut aufgestellt, die Jungs wissen, worum es geht“), einem neuen sportlichen Leiter Michael Richter („Wir werden eine schlagkräftige Truppe präsentieren“), viel Optimismus und jeder Menge Vorschusslorbeeren – bei einer Trainerumfrage hatten die meisten den FCM vorne gesehen – sollte endlich der Sprung in die 3. Liga gelingen.

Doch den Worten folgten keine Taten. Nach vier Spielen fand sich der hochgewettete Club mit drei Remis und einer Niederlage nur auf Platz 13 wieder. Besonders die 0:1-Pleite am 25. August 2009 bei Türkiyemspor Berlin schmerzte. Erstmals waren „Baumgart raus-“ bzw. „Rehboldt raus“-Rufe der enttäuschten Fans zu hören, der Trainer schien ratlos („Das war eines FCM nicht würdig“), und HSV-U-23-Coach Rodolfo Esteban Cardoso verglich den FCM gar „mit einer Freizeittruppe, die sich Freitagnachmittag zum Kicken trifft“.

Es zeigte sich, dass die von Richter hochgelobten Neuzugänge wie Andreas Gaebler, Robert Littmann, Simon Tüting oder später Hendrik Großöhmichen eben nicht die erhofften Verstärkungen waren, dass es keinen gleichwertigen Ersatz für Stürmer Najeh Braham gab, dass die Mannschaft als Team nicht funktionierte, dass der „zweite An zug“ nicht passte, dass große Unterschiede im Gehaltsgefüge für zusätzliche Spannungen sorgten. Einzig die Verpflichtung von Lars Fuchs (Carl Zeiss Jena) für den verletzten Denis Wolf erwies sich als gelungener Schachzug.

Nach dem ersten Saisonsieg in sonziel aus den Augen, als es kurz vor der Winterpause zwei unnötige 0:1-Niederlagen in Oberneuland und Meuselwitz setzte.

Nach einem erfolgreichen Trainingslager in Portugal herrschte zwar wieder gedämpfte Zuversicht, doch die war nach einem abermaligen (Rückrunden)-Fehlstart schnell verflogen. Es dauerte bis zum 11. April, ehe der FCM mit einem glücklichen 1:0 über den FC St. Pauli II überhaupt wieder einen Dreier einfahren konnte.

Die Verantwortlichen hatten zu diesem Zeitpunkt längst die Reißleine gezogen. Der überforderte Baumgart musste nach dem 1:4 in Hannover Mitte März seinen Stuhl räumen, für ihn kam als Interimslösung Carsten Müller (14 Spiele, davon sieben Siege, drei Remis und vier Niederlagen). Doch auch er konnte nicht verhindern, dass der Verein durch das Aus im Landespokal-Halbfinale in Halberstadt (0:1) endgültig mit leeren Händen dastand.

Komplettiert wurde die restlos verkorkste Saison durch den Rücktritt von Bernd Hofmann (Manager sowie Geschäftsführer der Stadion- und Sportmarketing GmbH), das vorzeitige, beinahe klammheimliche Ausscheiden von Richter (wurde durch Rüdiger Bartsch ersetzt), den sich zuspitzenden Streit um das Stadion-Catering („Würstchenkrieg“), heftige Fan-Proteste und zunehmende Kritik an der Amtsführung von Rehboldt.

Immerhin kam trotz stark gesunkener Zuschauerzahlen (statt der kalkulierten 8000 nur knapp 5500) der Verein, bedingt durch großzügige Sponsorenhilfe, finanziell mit einem „blauen Auge“ davon.

Plauen (4:1) und einem klaren 5:2 über Wilhelmshaven folgte die Nagelprobe in Babelsberg, die trotz zweimaliger Führung mit 2:3 nicht bestanden wurde und die Blau-Weißen auf Platz elf zurückfallen ließ. Endgültig aber verloren die Elbestädter das Saisonziel aus den Augen, als es kurz vor der Winterpause zwei unnötige 0:1-Niederlagen in Oberneuland und meuselwitz setzte. Nach einem erfolgreichen Trainingslager in Portugal herrschte zwar wieder gedämpfte Zuversicht, doch die war nach einem abermaligen (Rückrunden)-Fehlstart schnell verflogen. Es dauerte bis zum 11.April, ehe der FCM mit einem glücklichen1:0 über den FC St. Pauli II überhaupt wieder einen Dreier einfahren konnte. Die Verantwortlichen hatten zu diesem zeitpunkt längst die Reißleine gezogen. Der überforderte Baumgart musste nach dem 1:4 in Hannover Mitte März seinen Stuhl räumen, für ihn kam als Interimslösung Carsten Müller (14 Spiele, davon sieben Siege, drei Remis und vier Niederlagen). Doch auch er konnte nicht verhindern, dass der Verein durch das Aus im Landespokal-Halbfinale in Halberstadt (0:1) endgültig mit leeren Händen dastand. Komplettiert wurde die restlos verkorkste Saison durch den Rücktritt von Bernd Hofmann (Manager sowie Geschäftsführer der Stadion- und Sportmarketing GmbH), das vorzeitige, beinahe klammheimliche Ausscheiden von Richter (wurde durch Rüdiger Bartsch ersetzt), den sich zuspitzenden Streit um das Stadion-Catering ("Würstchenkrieg"), heftige Fan-Proteste und zunehmende Kritik an der Amtsführung von Rehboldt. Immerhin kam trotz stark gesunkener Zuschauerzahlen (statt der kalkulierten 8000 nur knapp 5500) der Verein, bedingt durch großzügige Sponsorenhilfe, finanziell mit einem "blauen Auge" davon.

Präsident Volker Rehboldt stand nach Pokalpleite in Halberstadt kurz vorm Rücktritt
Keine Spieler-Einzelkritik und Lob für Müller


Magdeburg (ut). „Wir haben unsere Ziele nicht erreicht. Es war für alle Beteiligten ein sehr schwieriges und unangenehmes Jahr.“ FCM-Präsident Volker Rehboldt räumt bei seinem Saisonfazit das Scheitern in 2009/10 unumwunden ein und sprach in sportlicher Hinsicht von der „turbulentesten Zeit“ seit seiner Amtsübernahme.

Der 42-Jährige bekräftigte noch einmal, dass er „den Kader des FCM individuell für den stärksten der Liga gehalten“ hat, dass es aber eben nicht ge lungen sei, „die Mannschaft durchgehend als Team auftreten zu lassen“, wobei Parallelen zum Vorjahr unübersehbar waren, „diesmal aber eben in noch schlimmerem Ausmaß“.

Rehboldt, der sich zum Abschluss dieser Saison hinsichtlich einer Spieler-Einzelbewertung ganz bewusst nicht äußern wollte, bekam die Unzufriedenheit auch am eigenen Leib zu spüren. So hagelte es Kritik an seiner Person, gab es mehrfach Rücktrittsforderungen. Rehboldt: „Nach der Pokalniederla ge in Halberstadt war das Präsidium dazu sogar bereit, doch dann hat uns der Verwaltungsrat das Vertrauen ausgesprochen. Außerdem ist es nicht meine Art, mich bei Gegenwind gleich zu verkriechen.“

Auf die Frage, welche Lehren aus dem Desaster zu ziehen sind, antwortete der Präsident: „Alle Beteiligten müssen noch enger zusammenrücken und sich als eine Einheit präsentieren.“

Der Club-Chef sah aber auch nicht nur Negatives: „Sicher, die erste Mannschaft hat versagt, aber dafür spielen die U 23, A- und B-Junioren ganz oben mit. Ein Umstand, den wir vor der Saison nicht erwartet, geschweige denn gefordert haben.“ In diesem Zusammenhang lobte Rehboldt ausdrücklich die Arbeit von Interimstrainer Carsten Müller: „Er hat sich in einer schwierigen Phase der Aufgabe gestellt und einen tollen Job gemacht, obwohl er wusste, dass er in Kürze wieder ins Nachwuchsleistungszentrum zurückkehrt. Das ist gar nicht hoch genug einzuschätzen.“

Ticker

TORJÄGER: Lars Fuchs (16 Treffer) entschied den internen Zweikampf mit Radovan Vujanovic (15) knapp für sich. Dahinter folgte Maximilian Watzka (8) vor Marko Verkic (4), Martin Zander (3), Simon Tüting, Deniz Siga, Denis Wolf (je 2) sowie Catalin Racanel, Tobias Friebertshäuser, Marcel Probst und Fabian Falkenberg (je 1). Hinzu kam ein Selbsttor des Babelsbergers Surma.

EINSÄTZE: Torhüter Matthias Tischer bestritt alle 34 Punktspiele, kam somit auf 3060 Minuten. In 33 Partien war Stephan Neumann (2960) dabei. Zu den „Dauerbrennern“ gehörten ferner Watzka (30/2629), Radovan Vujanovic (29/2609) und Simon Tüting (32/2540). Insgesamt wurden 34 Spieler eingesetzt. Siga war 18-mal dabei (666 Minuten), spielte aber kein einziges Mal durch (13 Einund fünf Auswechslungen).

SÜNDER: Es gab je drei Rote (Silvio Bankert, Daniel Bauer, Patrick Bartsch) und drei Gelb-Rote Karten (Bankert, Fuchs und Christian Prest).

ZUSCHAUER: Der FCM war erneut Zuschauer-Krösus. Insgesamt besuchten 93 340 Fans die Spiele. Das macht durchschnittlich 5491 pro Spiel. Rekordbesuch gab es gegen den HFC (11 234). Mit weitem Abstand folgten der Chemnitzer FC (49 741/2926), HFC (49 171/2892) und VfB Lübeck (41 071/2416). Meister Babelsberg wollten insgesamt nur 27 013 (1589) Zuschauer sehen. Im Vergleich zur Vorsaison musste der FCM allerdings einen deutlichen Rückgang verkraften (146 647/8626).

BESONDERHEIT: Fünfmal kassierte der FCM in der Schlussphase noch ein entscheidendes Gegentor: Türkiyemspor (0:1/85.), Rostock II (2:2/90.), Meuselwitz (0:1/90.), HSV II (1:1/89.) und Wolfsburg II (0:1/86.)

4.Juni 2010

FCM am Wochenende noch zweimal im Einsatz
Frankfurter Halke wechselt an die Elbe
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Von den 22 Probespielern, die Anfang der Woche getestet wurden, hat Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg den ersten unter Vertrag genommen. Gestern einigte sich der Club mit Defensiv-Allrounder Daniel Halke (23), der zuletzt Kapitän der U-23 von Eintracht Frankfurt (Regionalliga Süd) war, einen Kontrakt bis 2011 plus Option für weitere zwölf Monate unterzeichnete.

„Daniel weist als Abwehrspieler eine sehr gute taktische und auch technische Ausbildung auf, mit der er unseren Kader in der kommenden Saison mit Sicherheit bereichern wird“, lobte der neue Trainer Ruud Kaiser.

Der 1,85 m große gebürtige Brandenburger, der über die Stationen im Nachwuchsbereich von Energie Cottbus und Werder Bremen im Winter 2008 zu Eintracht Frankfurt wechselte, erklärte: „Die Gespräche mit den Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg liefen sehr harmonisch und vielversprechend. Mit dem Stadion, dem Umfeld und der Fanszene steht mir eine spannende Aufgabe bevor. Mein Ziel ist es, beim FCM meine Qualitäten zu zeigen und damit zum Erfolg der Mannschaft beizutragen.“

Als nächstes drängt die sportliche Leitung nun auf eine Einigung mit den beiden Holländern Sebastian Sumelka (Twente Enschede II) und Eddy Vorm (RKC Waalwijk). „Wir nähern uns an und kommen dabei gut voran, unterschrieben ist allerdings noch nichts“, sagte Manager Rüdiger Bartsch, der das Interesse an weiteren Kandidaten zwar noch einmal bestätigte, Namen aber nicht nennen wollte.

Zu den Planungen für 2010/11 gehört auch ein mögliches Trainingslager in Polen. „Ruud Kaiser und ich werden uns nächste Woche vier verschiedene Objekte anschauen und dann entscheiden, ob technisch, organisatorisch und vor allem finanziell etwas machbar ist“, kündigte Bartsch an. Gut möglich, dass der FCM am 18. oder 19. Juli für eine Woche ins Nachbarland reist und dort bis zu drei Vorberei tungsspiele austrägt.

Zunächst wird jedoch die alte Saison mit zwei Freundschaftsspielen abgeschlossen. Heute (18 Uhr) geht‘s zum VfB Glöthe (Salzlandkreis), morgen (17 Uhr) zu RW Barneberg (Bördekreis). Betreut wird das Team dann letztmals von Interimscoach Carsten Müller, der sich anschließend wieder voll seiner Tätigkeit als Leiter des eigenen Nachwuchs-Leistungszentrums widmet.

Fußball-Verbandsliga: Spitzenreiter 1. FC Magdeburg II ist beim 1. FC Romonta in Amsdorf zu Gast
Preussen gegen Schlusslicht Favorit
Von Roland Schulz


Vor recht unterschiedlichen Aufgaben stehen die beiden Magdeburger Vertreter am 33. Spieltag der Fußball-Verbandsliga. Während Spitzenreiter 1. FC Magdeburg II am Sonnabend ab 15 Uhr beim 1. FC Romonta Amsdorf gastiert, empfängt der MSV 90 Preussen zur gleichen Zeit im Heinrich-Germer-Stadion das Schlusslicht MSV Eisleben zum Punktspiel.

Magdeburg. „Punktgewinn“, so kurz und knapp beantwortete Mario Middendorf, Trainer des Tabellenführers 1. FC Magdeburg II die Frage, ob das 1:1 vom Mittwochabend beim TSV Völpke ein Gewinn oder Verlust sei. „Sicherlich hatten wir uns mehr vorgenommen. Doch wir wussten, das Völpke sehr heimstark ist. Immerhin hat der HFC II da mit 0:2 verloren. Doch unsere junge Mannschaft hat sich im zweiten Abschnitt zu sehr unter Druck gesetzt. Da fehlte auch teilweise die Abgeklärtheit.“

Im Hinblick auf das Amsdorf-Spiel meint der Coach: „Das wirft uns aber nicht um. Wir wollen zwar gewinnen. Wenn wir am Ende ein gutes Spiel machen und einen Punkt holen, sind wir auch zufrieden.“ Zumal der Trainer anmerkte, das seine Mannschaft in der Vergangenheit aus solchen Spielen wie dem in Völpke immer gelernt und die gleichen Fehler kaum wiederholt hat.

Von der Papierform her geht der FCM II, der das Hinspiel deutlich mit 5:2 gewann, als Favorit ins Spiel. Zwar ist die Club-Zweite in der Rückrundentabelle auch „nur“ Dritter. Doch Amsdorf rangiert auf Rang 15.

Noch deutlicher ist die Ausgangsposition vor dem letzten Heimspiel der Sudenburger Preussen. Zwar liest sich die Rückrundenbilanz der Sudenburger mit je fünf Siegen und Unentschieden sowie vier Niederlagen bei den Ansprüchen der Mannschaft auch nur durchwachsen. Doch die einst mit großen Ambitionen gestarteten Eisleber, die nach geplatzten finanziellen Träumen in die zweite Halbserie mit einer Elf, bestehend aus Akteuren der zweiten Mannschaft bzw. den A-Junioren, gegangen ist, können nach bisher 15 Spielen nicht einen Punktgewinn aufweisen. Zudem kommt ein Torverhältnis von 5:74! Nur im zweiten Saisonabschnitt wohlgemerkt.

Trainer Dirk Hannemann, der sich zwar über den Sieg gegen eine „starke VfB-Mannschaft“ freuen konnte, jedoch auch die erneut schlechte Chancenverwertung seiner Elf kritisierte, meinte zum Spiel: „Unser Ziel kann nur ein Sieg sein. Ohne den Gegner unterschätzen zu wollen. Mit einem gesunden Selbstvertrauen und der erforderlichen Grundeinstellung sollte dies auch möglich sein.“

Hannemann, der gestern seine mündliche Prüfung beim Trainerlehrgang in Osterburg ablegte, kann gegen das Schlusslicht aus dem Mansfelder Land auf den Kader vom Mittwoch zurückgreifen.

3.Juni 2010

Verkorkste Fußball-Regionalliga-Saison 2009/10 abgehakt
FCM-Fans bereit für einen Neuanfang
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Die restlos verkorkste Saison des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg hat nicht zuletzt bei den Fans Spuren hinterlassen. Doch nachtragend ist die große Anhängerschar nicht. Ganz im Gegenteil.

Der Reihe nach. Zum Start des Spieljahres 2009/10 waren den Akteuren bei einem gemeinsamen Treffen „HKS“-T-Shirts überreicht worden. HKS steht für Heinz-Krügel-Stadion und soll als Würdigung seiner besonderen Verdienste an den verstorbenen Meistertrainer erinnern. Die Aktion symbolisierte den Schulterschluss zwischen Kickern und Fans. Fanprojekt-Lei ter Jens Janeck damals: „Es ist sozusagen der Ritterschlag der Mannschaft, ein Zeichen, dass man dieser Truppe etwas zutraut, dass sie sich mit Verein und Region identifiziert.“

Es kam bekanntlich alles ganz anders, der Club enttäuschte maßlos und landete abgeschlagen auf dem sechsten Tabellenplatz.

Doch die Ultras haben, so Janeck, die „alte“ Mannschaft beim Heimspiel gegen den Chemnitzer FC mit ihrer Protest-Grillparty vorm Stadion und ihrem Nachruf-Plakat quasi beerdigt (der 21. April war der Tag der 0:1-Landespokalniederlage in Halberstadt) und sind nun bereit, wieder bei Null anzufangen.

„Den Vorwurf des Legionärsdenkens hat es ohnehin nie gegeben, denn es haben ja nicht nur die Neuzugänge

versagt, sondern komplett alle Spieler“, erläuterte

Janeck, der zudem darauf verwies, dass ein FCM-Fan ohnehin leiderprobt sein muss ...

Nun heißt es also: Auf ein Neues! Die Anhänger, ist der Fanprojekt-Leiter überzeugt, sind dazu bereit. „Der jetzige Trainer Ruud Kaiser verfolgt mit einem ruhigen Aufbau ein anderes Konzept. Un ter seinen Vorgängern wurden sicherlich auch falsche Hoffnungen geweckt. Ferner findet der vermeintliche neue Kapitän Daniel Bauer mit seiner Eloquenz eine ganz andere Akzeptanz als Radovan Vujanovic, der aufgrund seiner Art und Sprachprobleme eine absolute Fehlbesetzung war“, sagte Janeck, der auch die preisgünstige und bereits vielfach genutzte Dauerkartenaktion für Block 4 als positives Zeichen sieht.

Ohnehin sei es längst nicht die explosivste Saison gewesen. Janeck rückblickend: „Anfang der 90er-Jahre hatten Fans nach einer verpassten Relegation sogar die Kabine gestürmt. Das war weitaus schlimmer.“

2.Juni 2010

Zweitägiges Probetraining des 1. FC Magdeburg hat Zweck erfüllt
Bartsch: Mindestens acht Spieler erhalten ein Angebot
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Das zweitägige Probetraining des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg hat seinen Zweck erfüllt. Von den 22 Testspielern aus Deutschland, Holland, Schweden und Brasilien – ursprünglich waren sogar 25 eingeladen, von denen drei verletzungsbedingt kurzfristig abgesagt hatten – will der Club mit mindestens acht Akteuren in konkrete Verhandlungen eintreten.

Namen will Manager Rüdiger Bartsch allerdings frühestens heute nennen: „Wir müssen zunächst einmal selektieren, wem wir welches Angebot machen“, sagte er gestern Abend während einer „Marathonsitzung“ mit dem neuen Chefcoach Ruud Kaiser.

Nach einem gestern Vormittag auf Kunstrasen durchgeführten intensiven Trainingsspiel über 3 x 30 Minuten hatten Kaiser und Bartsch mit den Spielern Einzelgespräche geführt („Dass jeder ein Feedback erhält, gebührt allein schon der Respekt“, so der Manager) und ihnen ihre Einschätzung mitgeteilt.

Was auffiel gestern Vormittag: Dafür, dass sich die Akteure untereinander weitgehend gar nicht kannten, standen die 90 flotten Minuten auf recht hohem Niveau. Skeptikern, die bezweifeln, dass nach so kurzer Zeit ein umfassendes Urteil über einen Spieler möglich ist, trat Bartsch entgegen: „Erstens: Wenn ich wissen will, wie schnell jemand ist, muss ich das messen. Das haben wir getan. Wenn ich wissen will, wie sich jemand in bestimmten Situationen verhält, muss ich in kleinen Gruppen individuelle Spielformen wählen. Das haben wir getan. Und drittens: Wenn jemand einen schlechten Tag erwischt, kann er sich am nächsten Tag beweisen. Wenn das nicht gelingt, können wir ihn nicht gebrauchen.“ Bartsch unterstrich, dass auch die Spieler sich ausgesprochen positiv geäußert hätten.

Auf der Position des Co-Trainers wird es bekanntlich ebenso eine Veränderung geben, nachdem Frank Windelband zum Saisonende ausscheidet (Volksstimme berichtete). Dass aber Mario Middendorf der künftige Mann an der Seite Kaisers sein wird, wollte der derzeitige U-23-Coach nicht bestätigen: „Ich befinde mich sozusagen zwischen zwei Stühlen. Einerseits wäre es eine Ehre für mich, Ruud Kaiser bei der Arbeit mit dem Regionalligateam zu unterstützen, andererseits ist die U 23 ein Projekt, das mir sehr viel Spaß gemacht hat und sicherlich auch in Zukunft machen würde“, sagte Middendorf, der zwei Tage lang Kaiser assistierte.

Derweil wurde bekannt, dass René Gewelke den Club verlässt. Der 20-Jährige wechselt wie Silvio Bankert zum Chemnitzer FC. Somit werden die Defensivkräfte langsam rar, denn auch Andreas Gaebler (erhielt kein neues Angebot) und Christian Prest (hört wegen seiner ständigen Sprunggelenksprobleme aus freien Stücken auf) stehen 2010/11 nicht mehr zur Verfügung.

1.Juni 2010

Autor: Uwe Tiedemann
22 Testspieler da – Wer packt es?

Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg auf der Suche nach Verstärkungen

Das hat es beim 1. FC Magdeburg noch nicht gegeben: Auf der Suche nach Verstärkungen tauchten gestern gleich 22 Testspieler auf. Heute Vormittag wird das zweitägige Probetraining abgeschlossen, sich danach das Gespann um Neu-Trainer Ruud Kaiser und Manager Rüdiger Bartsch zusammensetzen und entscheiden, mit welchen Akteuren Vertragsverhandlungen aufgenommen werden sollen.

Magdeburg. Gestern Morgen standen Sprintübungen auf dem Programm, am Nachmittag kam auf dem Kunstrasenplatz des MDCC-Arena-Geländes der Ball ins Spiel. „Wir haben zu diesem Probetraining eingeladen, weil das Geld knapp ist und wir möglichst keinen Fehler machen wollen. In der vergangenen Saison sah das noch anders aus“, begründete Bartsch die ungewöhnliche Maßnahme, der auch einige neugierige Spieler der ersten und zweiten Mannschaft beiwohnten.

Kaiser zeigte sich, auf seine Eindrücke nach dem ersten Tag angesprochen, recht angetan, warnte aber vor übertriebenen Erwartungen: „Da sind einige sehr gute Leute dabei, ich bin zufrieden. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir diejenigen, die wir gerne verpflichten möchten, auch bekommen. Das Finanzielle muss natürlich auch passen.“ Und da muss der Club bekanntlich künftig kürzertreten ...

Auf alle Fälle legten sich alle Akteure, darunter die beiden knapp zwei Meter großen Keeper Adrian Horn (zuletzt Eintracht Braunschweig) und Enrico Keller (Chemnitzer FC), Tobias Bauer (TuS Koblenz), Stefan Schumann (RB Leipzig), Benjamin Boltze (Chemnitzer FC) oder der Ex-Magdeburger Matthias Deumelandt (Bayern Hof), mächtig ins Zeug, wurde um jeden Ball gefightet. Und es zeigte sich anhand der Übungen, dass Kaiser vor allem das Spiel über die Flügel bevorzugt.

Bartsch präzisierte noch einmal die genauen Vorstellungen der künftigen sportlichen Leitung, der im Übrigen Co-Trainer Frank Windelband nicht mehr angehört (Der 49-Jährige zieht sich aus beruflichen Gründen zurück.): „Unser Ziel ist es, mit 18 Spielern plus zwei Torhütern in die Saison 2010/11 zu gehen“, sagte Bartsch und betonte, dass zwölf Akteure bereits unter Vertrag stünden, also noch weitere acht benötigt würden. Einen Kontrakt für das kommende Spieljahr besitzen bislang Christian Beer, Matthias Tischer, Ste phan Neumann, Daniel Bauer, Denis Wolf, Marko Verkic, Tobias Friebertshäuser, Patrick Bartsch, Moritz Instenberg sowie die Neuzugänge Philip Saalbach, Manuel Stiefel und der Holländer Marvin Wijks.

Das Gespann Kaiser/Bartsch will unmittelbar nach dem zweitägigen Probetraining Gespräche mit den Auserwählten aufnehmen und möglichst noch in dieser Woche eine Einigung erzielen.

Endgültig abgeschlossen wird die verkorkste Saison am kommenden Wochenende mit zwei Freundschaftsspielen. Am Freitag (18 Uhr) gastiert der Club im Salzlandkreis beim VfB Glöthe und tags darauf (17 Uhr) im Landkreis Börde beim SV Rot-Weiß Barneberg.

Die neue Saison 2010/11 beginnt dann laut Bartsch am 1. Juli mit einem Laktattest und am 3. Juli mit dem ersten offiziellen Training. In die Vorbereitung soll auch eine, so Bartsch, Wettkampfreise in Polen eingebettet sein: „Wir spielen am 24. Juli bei Rudnik Krakau und wollen versuchen, den Aufenthalt mit zwei weiteren Tests auf eine Woche zu verlängern.“

Doch heute geht es zunächst einmal darum, von 22 Spielern die richtigen Kandidaten auszuwählen.

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