Autor: Uwe Tiedemann
Sportchef Richter deutet kompletten Neuaufbau an
Magdeburg. Wie geht es weiter beim krisengeschüttelten Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg? Am Wochenende ist der Club spielfrei, das ursprünglich für morgen angesetzte Landespokal-Achtelfinale in Wolfen wurde bereits Anfang der Woche wieder abgesagt.
Der nächste Auftritt soll am 7. März in Wilhelmshaven erfolgen – dann mit einer auf vielen Positionen veränderten Mannschaft, denn zum einen dürfte die jetzige auch den letzten Kredit verspielt haben, zum anderen fallen zahlreiche Spieler verletzungsbedingt oder aufgrund von Sperren aus.
„Nicht einmal Grundtugenden wie Mut, Laufbereitschaft oder Aggressivität werden momentan bedient. Die Mannschaft ist extrem verunsichert. Hinzu kommt: Man hat nicht den Eindruck, dass jeder alles gibt“, schimpft Sportdirektor Michael Richter, der schon einmal Andeutungen macht, wohin die Reise ab 2010/11 gehen könnte. Das Stichwort heißt Neuaufbau. Richter: „Der jetzige Ka der verschlingt viel Geld und ist nur bei hohen Zuschauerzahlen und entsprechenden Sponsorenleistungen zu finanzieren. Gut möglich, dass wir künftig andere Wege gehen und mit jungen Spielern eine neue Mannschaft zusammenstellen, die Zeit zum Reifen bekommt, Spaß entwickeln soll und sich das Vertrauen bei den Zuschauern zurückholt.“
Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der Etat für 2010/11 deutlich geringer ausfällt als in dieser Saison (2,75 Mio. Euro). „Die Lizenz“, verspricht Präsident Volker Rehboldt, „ist aber nicht gefährdet.“
Autor: Uwe Tiedemann
Trainer bleibt (vorerst), Spieler sollen Karre aus dem Dreck ziehen
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg in der Krise / Harsche Kritik von Ex-Aufsichtsratsmitglied Heiner Bertram
Magdeburg. Nach der Bankrotterklärung gegen den VFC Plauen (0:1), nur einem Punkt aus den drei Spielen nach der Winterpause und dem vorzeitigen endgültigen Aus im Aufstiegskampf zieht die Führungsebene des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg erste Konsequenzen. „Wir setzen ab sofort auf jüngere Spieler, damit sie sich für die neue Saison empfehlen können und verordnen denjenigen, die ihre Leistung über einen längeren Zeitraum nicht gebracht haben, eine Denkpause“, kündigte Sportchef Michael Richter gestern an.
Unabhängig davon wollen sich die Verantwortlichen lustlose, ja lethargische Auftritte wie jetzt gegen Plauen künftig nicht mehr gefallen lassen. „Was das nächste Auswärtsspiel am 7. März in Wilhelmshaven anbetrifft, erwarten wir eine klare Reaktion. Bleibt die aus, wird es definitiv Konsequenzen geben“, erklärte Präsident Volker Rehboldt, der sich aus beruflichen Gründen derzeit in München aufhält und dem deswegen das Trauerspiel am Mittwoch erspart blieb. Welche Einschnitte konkret geplant sind, wollte der FCM-Boss noch nicht sagen, gab aber unumwunden zu: „Eine Krise ist nicht mehr wegzureden.“
Auch ein Trainerwechsel ist inzwischen nicht mehr ausgeschlossen. Rehboldt in Richtung Steffen Baumgart: „Wir haben ihm kein Ultimatum gestellt, aber ob er die Mannschaft noch erreicht, ist eine der zentralen Fragen.“ Und die erst kürzlich getroffene Aussage Rehboldts, zwischen ihn und den Trainer passe keine Briefmarke, kommentierte der Club-Chef gestern folgendermaßen: „Persön lich ist das auch so ...“
Die alleinige Schuld nun dem Chefcoach zu geben, wäre sicherlich zu einfach, wird aber von der Führungsebene auch nicht praktiziert. Rehboldt: „Natürlich fassen wir uns auch an die eigene Nase. Keiner stiehlt sich aus der Verantwortung.“ Selbst mit Rücktrittsgedanken hat sich Rehboldt schon beschäftigt: „Letztlich geht es nicht um Personen, sondern immer um den Verein. Die Frage aber lautet doch: Kann mit einem Wechsel im Vorstand ein positiver Effekt erzeugt werden? Das setzt jedoch voraus, dass Alternativen da sind. Und die sehe ich nicht.“
Mit den „Rehboldt-raus“-Rufen, die schon gegen Türkiyemspor unüberhörbar waren, kann der Betroffene leben: „Das ist nicht schön, gehört aber dazu, dass Misserfolge in solchen Situationen personifiziert werden.“
Auch Richter ist bereit, sich der Kritik zu stellen („Ich bin nicht selbstherrlich oder weltfremd“), wies aber darauf hin, dass die Mannschaft in der Hinrunde fast immer ihre Leistung gebracht habe und sie jetzt arg vom Verletzungspech gebeutelt sei („Der letzte Haufen Aufrechter“).
Für den am Mittwochabend sichtlich niedergeschlagenen Baumgart wird in seinem ersten Trainerjahr die Arbeit indes nicht einfacher. Neben den verletzungsbedingten Ausfällen von Silvio Bankert, Daniel Bauer, Denis Wolf und Rene Gewelke sowie dem gesperrten Lars Fuchs gesellen sich für Wilhelmshaven noch Christian Prest (Gelb-Rot) und Radovan Vujanovic (fünfte Gelbe Karte) hinzu. Immerhin scheint Marcel Probst bald wieder zur Verfügung zu stehen (im Plauen-Spiel Schlag an die Wade und ausgewechselt), kann auch Maximilian Watzka (Trainingsverbot wegen seiner Knieverletzung) demnächst wieder mitmischen. Da aber der Zug nach oben ohnehin abgefahren ist, schlagen die Ausfälle nicht so negativ zu Buche, wie das wohl sonst der Fall gewesen wäre.
Unterdessen meldete sich gestern Ex-Aufsichtsratsmitglied Heiner Bertram zu Wort und bemängelte „amateurhaftes Verhalten auf fast allen Ebenen“. Der Unternehmer betonte: „Wenn in dieser Liga nur eine Mannschaft aufsteigen kann, reicht es nicht, oben mitzuspielen, sondern man muss die Liga beherrschen – genau das ist das Manko.“
Bertram sieht nicht zuletzt Versäumnisse in der Vergangenheit: „Die Trennung von Trainer Dirk Heyne kam zu spät, Paul Linz war ein Irrtum. Das kann passieren, hätte aber früher und konsequenter korrigiert werden müssen. Es gab Stimmen im Aufsichtsrat, die das immer wieder angemahnt haben. Sie wurden nicht gehört.“ Kritik auch in Richtung Rehboldt. Bertram: „Der Aufsichtsrat ist mit honorigen und erfolgreichen Unterneh mern besetzt. Der direkte Einfluss kommunaler Unternehmen, die zwar relativ großzügig als Sponsoren auftreten, aber auch bestimmenden Einfluss bis hinein ins Präsidium haben, lähmt deren Entscheidungen bis zum Stillstand.“
Autor: Rudi Bartlitz
Lebloses Etwas
Hätte Trainer-Legende Heinz Krügel mit ansehen müssen, was da an diesem 23. Februar 2010 mit seinem FCM passierte, er wäre in seinem Grab um die eigene Achse rotiert. Das war keine Mannschaft mehr, das erinnerte fatal an ein lebloses Etwas. Einfach nur lustlos, lethargisch. Du musst als Trainer, so dozierte Krügel einst, immer die Hand an der Halsschlagader der Spieler haben. Könnte er das heute tun, er würde wohl kaum etwas spüren.
Der einstige Aufstiegskandidat Nummer eins, die blauweiße Hoffnung einer ganzen Region, liegt zerstört am Boden.
Wie nun also weiter? Kann es so, mit diesem Personal und diesem Trainer, überhaupt weitergehen? Fragen, die noch unbeantwortet bleiben. Die aber, daran kommt die Führung nicht vorbei, beantwortet werden müssen. Und zwar recht schnell, will der FCM irgendwann einmal tatsächlich das Stigma des ewigen Verlierers loswerden.
Autor: Uwe Tiedemann
FCM hält an Baumgart fest
Magdeburg (ut). Nach dem katastrophalen Start in die Rückrunde mit nur einem Punkt aus drei Spielen und dem vorzeitigen Aus im Aufstiegsrennen nimmt Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg seine Spieler in die Pflicht, hält aber (vorerst) an Trainer Steffen Baumgart fest. Das ist das Ergebnis einer gestrigen sportlichen Analyse der FCM-Führung.
„Wir warten das nächste Spiel am 7. März in Wilhelmshaven noch ab. Kommt da keine Reaktion, wird es definitiv Konsequenzen geben“, sagte Präsident Volker Rehboldt, der bei einem weiteren Misserfolg auch für Baumgart keine Jobgarantie mehr geben wollte.
Als erste Konsequenz auf die Talfahrt („Rehboldt: „Eine Krise ist nicht mehr wegzureden.“) kündigte Sportchef Michael Richter an, dass der Club ab sofort auf jüngere Leute setzen wolle und so manchem Stammspieler die Ersatzbank drohe.
Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg unterliegt daheim VFC Plauen 0:1
Super-Gau – FCM blamiert sich bis auf die Knochen
Von Uwe Tiedemann
Der Super-Gau ist perfekt: Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg verlor gestern Abend gegen den VFC Plauen nicht nur mit 0:1 (0:0), sondern bezog gleichzeitig die erste Heimniederlage und blamierte sich dabei bis auf die Knochen. Vor 3470 Zuschauern (Saisonminusrekord) gewannen die abstiegsgefährdetern Vogtländer durch das Tor von Zimmermann kurz nach der Pause sogar verdient.
Magdeburg. Dem FCM war die Verunsicherung vom Start weg an anzumerken, Plauen streckenweise spielerisch sogar die bessere Elf. Beim Club, der nur mit einer nominellen Spitze (Vujanovic) antrat, fehlte es an Mut, Ideen und Durchsetzungsvermögen.
Viel hätte nicht gefehlt, dann wären die Vogtländer sogar in Führung gegangen. Neumann vermied mit Glück ein Selbsttor (22.), dann traf Schindler nach einer gelungenen Kombination über mehrere Stationen nur den Pfosten (28.). Chancen bis dato für den FCM? Gab es nicht! Nach einer halben Stunde mussten sich die Blau-Weißen zwangsläufig die ersten Pfiffe anhören. Erst in der 39. Minute besaß der Club seine erste Möglichkeit, doch der Kopfball von Neuzugang Großöhmichen strich über die Querlatte. Dann schoss der für den verletzten Probst eingewechselte Matthias knapp am langen Eck vorbei (43.). Das war‘s dann aber auch.
Insgesamt knüpften die Platzherren nahtlos an beide schwachen Auftritte gegen Türkiyemspor (1:1) und Hansa Rostock II (0:1) an.
Doch es sollte gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit noch schlimmer kommen: Nach einem prima Angriff über die linke Seite tauchte Zimmermann frei vor Keeper Tischer auf, ließ diesen clever aussteigen und schob das Leder ins leere Tor zum 0:1 (49.).
Trainer Baumgart reagierte prompt, brachte mit Verkic (endlich) einen zweiten Stürmer. Wesentlich mehr Druck nach vorn hatte dieser Wechsel allerdings auch nicht zur Folge. Die Fans quittierten den Grottenkick mittlerweile mit Sprechchören wie „Oh, wie ist das schön ... Und so spielt ein Aufsteiger ...“
Bei einer der wenigen Chancen kam dann auch noch Pech hinzu. Bei einem Zander-Kopfball rettete ein Plauener für seinen geschlagenen Torhüter auf der Linie (79.). Kurz zuvor hatte Prest nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot gesehen.
Kommentar von FCM-Coach Baumgart: Wir haben eine Leistung abgeliefert, die eines FCM nicht würdig war. Ich kann mich nur bei allen entschuldigen, die hier waren. Wir haben gespielt wie ein Absteiger und nicht wie ein Aufsteiger.“
FCM: Tischer - Probst (37. Matthias), Prest, Friebertshäuser, Neumann, Gaebler, Zander, Großöhmichen (51. Verkic), Tüting (66. Ujazdowski), Racanel, Vujanovic
Plauen: Person - Schröder, Hoffmann, A. Müller, Zimmermann (89. Schröter), Hoßmang, Six, Paulick (76. Schulze), Fardjad-Azad (53. Böhme), Schindler, Petrick
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin). Zuschauer: 3470. Tor: 0:1 Zimmermann (49.). Gelb: Prest, Friebertshäuser, Zander, Vujanovic / -. Gelb-Rot: Prest (wiederholtes Foulspiel/78.)
Autor: Klaus Kahmann
Baumgart fordert mehr Offensive
Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg heute mit Neuzugang Großöhmichen gegen VFC Plauen
Mit einem Heimsieg über die Gäste vom VFC Plauen wollen die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg heute – Anpfiff in der MDCC-Arena 19 Uhr – endlich wieder in die Erfolgsspur zurückfinden.
Magdeburg. Die Vogtländer könnten für dieses Vorhaben genau der richtige Partner sein, hat die Mannschaft von FCM-Trainer Steffen Baumgart doch beim Hinspiel mit dem 4:1-Erfolg den Bock umgestoßen und sich im Titelanwärterfeld zurückgemeldet. Doch der Weg ist weit, denn Spitzenreiter Babelsberg hat mit zwei Spielen weniger bereits neun Punkte Vorsprung auf den FCM.
Und Baumgart hält nichts von der Frage nach gutem oder schlechtem Omen auf Grund des Hinspielerfolgs. „Mit den Leistungen meiner Mannschaft in den bisherigen zwei Spielen nach der Winterpause kann ich absolut nicht einverstanden sein. Wir müssen und wollen gewinnen. In unserer Situation kann die Parole keine andere als Sieg sein“, fordert der Trainer von seiner Mannschaft. Und er erwartet von seinen Mannen eine offensive Einstellung, „bei der wir uns unbedingt auch wieder spielerisch verbessern müssen“.
Auf dieser Strecke hatte es in den beiden Partien nach der Winterpause bekanntlich erhebliche Mängel gegeben. Zu oft wurde versucht, das Mittelfeld mit langen Pässen zu überbrücken. Sie waren meist zu ungenau.
Wer an der Seite von Kapitän Radovan Vujanovic im Angriff spielt, wird Baumgart erst kurze Zeit vor dem Spiel entscheiden. Fest steht, dass Lars Fuchs noch für diese Partie gesperrt ist. Er wurde neben der üblichen Sperre für Gelb-Rot von einer Partie noch für zwei weitere Spiele aus dem Verkehr gezogen. Fest steht aber auch, dass Neuzugang Hendrik Großöhmichen seinen Platz im Aufgebot hat. „Ob schon in der Startelf oder erst einmal noch auf der Bank, werde ich noch entscheiden“, so Baumgart.
Der FCM-Trainer sieht die Gäste als „eine defensiv sehr starke Mannschaft. Darum kommt es darauf an, dass wir schnell zu unserem Angriffsspiel finden und die Partie von Anfang an bestimmen.“
Volksstimme-Interview mit FCM-Neuzugang Hendrik Großöhmichen
„Ich habe immer an mich geglaubt“
Mit dem zuletzt vereinslosen Hendrik Großöhmichen hat Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg nun doch noch einen Neuzugang zu verzeichnen. Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann sprach mit dem 1,90 m großen, 24-jährigen Mittelfeldspieler.
Volksstimme: Sie dürften heilfroh darüber sein, wieder einen neuen Arbeitgeber gefunden zu haben ...
Hendrik Großöhmichen: Das stimmt. Eine solche Situation ist für einen Fußballer immer unangenehm.
Volksstimme: Gab‘s Zweifel, dass es für die Rückrunde 2009/10 eventuell nichts mehr werden könnte?
Großöhmichen: Ehrlich gesagt, nein. Zwar sind auch Fußballvereine von der Finanzkrise betroffen und können nicht mehr so aus dem Vollen schöpfen, aber ich habe immer an mich geglaubt und bin von meiner Qualität überzeugt.
Volksstimme: Was sprach denn für den FCM?
Großöhmichen: Ich komme aus Hannover, kenne also den Club, seine Ambitionen, das Umfeld und die Fans. Danach hat der FCM zumindest das Zeug für die dritte Liga.
Volksstimme: Aber kommt nach dem Fehlstart in die Rückrunde der Wechsel nicht zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt?
Großöhmichen: Ich hatte natürlich auch damit gerechnet, dass die Spiele gegen Türkiyemspor und Rostock gewonnen werden und man so Druck auf die Spitze ausüben könnte. Daraus ist leider nichts geworden. Nun wird es natürlich ganz schwer. Aber im Fußball ist alles möglich. Wir müssen jetzt so schnell wie möglich eine Serie starten und vor allem die direkten Duelle mit den führenden Klubs für uns entscheiden.
Volksstimme: Sie haben inzwischen das Training aufge nommen. Wie ist Ihr erster Eindruck vom Team?
Großöhmichen: Die Jungs sind alle sehr offen. Aber unter Sportlern gibt‘s da eigentlich nie Probleme. Richtig kennengelernt habe ich die Mannschaft natürlich noch nicht. Dazu ist es noch zu früh.
Volksstimme: Welches ist Ihre Lieblingsposition?
Großöhmichen: In den vergangenen drei, vier Jahren habe ich immer im zentralen Mittelfeld gespielt. Da fühle ich mich am wohlsten. In der Innenverteidigung sehe ich aber auch keine Probleme.
Volksstimme: Wo sehen Sie ihre größten Stärken und Schwächen?
Großöhmichen: Ich denke, dass ich ein Spiel lesen kann und stets einen Blick für den Nebenmann habe. Genau das ist mir aber auch oft negativ ausgelegt worden, so nach dem Motto: Der hat nicht genug Zug zum gegnerischen Tor.
Volksstimme: Und? Ist die Kritik berechtigt?
Großöhmichen: Da ist in der Tat noch Luft nach oben.
Volksstimme: Bei Ihrem ehemaligen Verein Holstein Kiel spielten Sie unter Ex-Trainer Falko Götz zuletzt keine Rolle mehr. Warum nicht?
Großöhmichen: Die Gründe kenne ich nicht. Er hat nie mit mir darüber gesprochen.
Volksstimme: Es heißt, Sie seien verletzungsanfällig ...
Großöhmichen: Das hängt einem wohl ewig hinterher. Ich war in der Tat nicht immer vom Glück verfolgt, hatte aber auch das Pech, dass die eine oder andere Verletzung von den Ärzten nicht richtig erkannt wurde. Die Folgen muss dann der Spieler tragen ...
Volksstimme: Welche schweren Verletzungen gab es?
Großöhmichen: Zu Osnabrücker Zeiten eine Knieverletzung und einen Leistenbruch. Das ist aber lange her.
Volksstimme: Wie fit sind Sie momentan?
Großöhmichen: Absolut fit. Ich konnte ein halbes Jahr bei einem niedersächsischen Fünftligisten mitmachen und war mit dem norwegischen Erstligisten Tromsö im Trainingslager. Die hatten leider finanzielle Probleme.
Fußball-Verbandsliga: 1. FC Magdeburg II – MSV Eisleben 9:0 (4:0) / Vier Verkic-Tore
Middendorf-Elf brennt ein wahres Tor-Feuerwerk ab
Im ersten Pflichtspiel des Jahres landete die U 23 des 1. FC Magdeburg gegen den Verbandsliga-Letzten MSV Eisleben einen 9:0 (4:0)- Kantersieg und festigte ihre Tabellenführung. Die Blau-Weißen brannten gegen die Gäste aus der Lutherstadt, die in der Winterpause einen Großteil ihrer Leistungsträger gehen lassen mussten und mit einer Mannschaft, gespickt mit Spielern aus der zweiten Reihe und der A-Jugend, antraten, ein wahres Feuerwerk ab.
Cracau (sgü). Scheiterte Marko Verkic zunächst am Gästekeeper (1. Minute) und am Pfosten (5.), verwandelte der Kroate fünf Minuten später einen an ihm verwirkten Strafstoß zum 1:0. Nach einem Freistoß von Pascal Matthias konnte Christof Köhne am langen Pfosten freistehend zum 2:0 einköpfen (17.).
In der Folgezeit hatte die Club-Zweite Chancen im Minutentakt. Dann fiel das 3:0, als Matthias aus 25 Metern unhaltbar abzog (36.). Dass nicht nur Einzelleistungen zum Torerfolg führen können, zeigten Verkic und Philipp Glage kurz vor der Pause. Nach einen Doppelpass stand Glage allein vor dem Eislebener Tor und schob zum 4:0-Pausenstand ein (42.).
Nach der Pause das gleiche Bild. Die U 23 machte Druck, war spielbestimmend, der Gast versuchte sich halbwegs achtbar zu schlagen. Glage erhöhte nach einem Zuspiel von Nico Dürstel auf 5:0 (58.). In der nächsten Aktion war dann Glage der Passgeber auf Verkic, der zum 6:0 traf (63.). Nur zwei Minuten später nutzten Verkic und Matthias ein Missverständnis in der Gästeabwehr und letzterer markierte das 7:0 (65.).
Die Gäste gaben sich nun ihrem Schicksal erlegen. Das Middendorf-Team nahm dafür etwas das Tempo aus der Partie, war aber dennoch torgefährlich. Nach einem Zuspiel von Tobias Tietz war wiederum Verkic zur Stelle und erhöhte auf 8:0 (72.). Den Schlusspunkt unter diese einseitige Partie setzte der kantige Stürmer mit seinem vierten Treffer zum 9:0 (75.).
„Das war ein gelungener Start in die Rückrunde, doch wir wissen, dass wir dieses Spiel nicht überbewerten dürfen. Die Gäste aus Eisleben haben in der Winterpause ihre halbe Mannschaft mit Spielern aus der zweiten Mannschaft und aus der A-Jugend ersetzen müssen. Da ist es für jede Mannschaft schwer, sich in der Verbandsliga zu behaupten. Stellenweise haben wir etwas zu hektisch und mit vielen Einzelleistungen versucht, ein Tor zu erzielen. Da müssen wir einfach etwas abgeklärter sein und im richtigen Moment den eigenen Mitspieler finden. Aber unterm Strich war das ein verdienter Sieg meiner Mannschaft“, analysierte FCMTrainer Mario Middendorf das Spiel.
Autor: Hans-Joachim Malli
Mit Keeper Beer gegen Schlusslicht
Fußball-Verbandsliga: FCM II empfängt Eisleben
Cracau. Tabellenführer 1. FC Magdeburg II gegen Schlusslicht MSV Eisleben, so lautet heute eines von drei an diesem Wochenende angesetzten Verbandsligaspielen. Die Partie der U 23 des FCM heute (15 Uhr/ MDCC-Arena, Platz 4) gegen die Eislebener sollte ursprünglich am 27. März stattfinden, wurde aber vom Verband aufgrund des an diesem Tage geplanten Regionalligaderbys zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC bereits langfristig für den 5. April terminiert. Da an diesem Wochenende sowohl das Spiel der FCMZweiten in Wolfen, als auch das der Eislebener in Haldensleben abgesagt wurden, einigten sich beide Vereine, die Partie des 25. Spieltages heute auszutragen. Um das Terminchaos perfekt zu machen: wenn der FCM den HFC in der Regionalliga empfängt, treffen zeitgleich in der Saalestadt die U-23-Teams des HFC und des FCM um Verbandsligapunkte aufeinander.
Zurück zum heutigen Spiel gegen Eisleben. „Wir werden den MSV Eisleben keinesfalls unterschätzen. Das Spiel ist eine erste echte Standortbestimmung, die hoffentlich positiv für uns verläuft“, so FCMTrainer Mario Middendorf. Der hat trotz der Ausfälle von Sören Osterland (Studium), Tim Girke (Sprunggelenk), Philipp Hennecke (Oberschenkel) sowie Patrick Bartsch und Moritz Ins tenberg (beide fünfte Gelbe Karte) 15 Akteure zur Stelle, da vom Regionalligakader Christian Beer, Pascal Matthias und Marko Verkic herunterkommen sollen.
In den vorherigen Testspielen gegen Luckenwalde (2:3), Germania Halberstadt 82.1) und den VfB Ottersleben (2:3), sah Middendorf, der vorerst auf die Testspieler Rick Hofkamp und Tobias Täge verzichtet, Licht und Schatten, hofft aber darauf, dass seine Elf heute vielleicht ein kleines Feuerwerk abbrennt.
Autor: Uwe Tiedemann
Rehboldt: „Habe auch noch keine Erklärung dafür, was passiert ist“
1. FC Magdeburg versinkt im Mittelmaß
Eine solche Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder: Da fallen bis auf die Spiele des 1. FC Magdeburg gleich zweimal alle Partien in der Fußball-Regionalliga aus, doch die große Chance, Tabellenkosmetik zu betreiben und den Abstand zur Spitze deutlich zu verringern, wird kläglich vertan.
Magdeburg. War das 1:1 daheim gegen Türkiyemspor schon peinlich genug, so reichte es drei Tage später am Mittwochabend bei Hansa Rostock II (0:1) nicht einmal zu einem Punkt. Die stark abstiegsgefährdeten Ostseestädter hatten sich zwar mit zahlreichen Profis verstärkt, doch diese „Wettbewerbsverzerrung“ als Entschuldigung
für den abermals enttäuschenden Auftritt anzuführen, wäre sicher zu einfach gewesen. Kapitän Vujanovic: „Das soll kein Alibi für uns sein, wenngleich ich glaube, dass bei Hansa gleich sieben Spieler von ,oben‘ dabei waren.“ Trainer Steffen Baumgart konstatierte zwar eine „kleine Leistungssteigerung gegenüber Türkiyemspor, aber das reichte eben nicht“.
Rätselhaft bleibt vor allem die Tatsache, dass die Mannschaft wieder in ihren alten Trott zu verfallen scheint, der da heißt: Erst hinten quer und dann irgendwann den langen Ball nach vorn spielen. Dass es die Blau-Weißen besser können, hatten sie schon mehrfach in der Hinrunde – siehe das starke 3:1 über den VfL Wolfsburg II – unter Beweis gestellt und auch in der Winter-Vorbereitung ordentliche Spiele abgeliefert.
Was vor der Geisterkulisse von 588 Zuschauern in der knapp 30 000 Besucher fassenden DKBArena noch auffiel (übrigens nicht zum ersten Mal): Der zweite Anzug des FCM passt nicht. Wenn Stammkräfte wie Bankert, Fuchs, Bauer oder auch Wolf wie jetzt in Rostock ausfallen, kann der Club diese Schwächung nicht kompensieren. Und Präsident Rehboldt ließ gestern schon einmal durchblicken: „Daran wird sich bei uns auch im nächsten Jahr nichts ändern, weil der finanzielle Rahmen begrenzt ist.“
Es ist zu vermuten, dass der Verein in absehbarer Zeit die Gürtel sogar noch enger schnallen muss. „Wir haben in der Winterpause Vorkehrungen ge troffen, alle Szenarien abzudecken, so dass wir auch nicht in den unkontrollierten Bereich geraten können.“ Auf die Frage, wie diese Vorkehrungen denn konkret aussehen, antwortete der Club-Chef: „Mit Hilfe unserer Sponsoren.“ Allerdings weiß Rehboldt natürlich auch, dass diesbezüglich irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht ist – vor allem dann, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt.
Mittlerweile dürften nur noch unverbesserliche Optimisten daran glauben, dass die Elbestädter noch ernsthaft in den Kampf um den Aufstieg eingreifen können.
In der Vorsaison hatte der Verein noch den Versuch unternommen, den Akteuren die Gehälter zu kürzen und sich damit jede Menge Ärger eingehandelt. Ähnliche Schritte schloss Rehboldt jetzt aus: „Wir wollen unseren Ruf bei potenziellen Neuzugängen nicht verspielen.“
Was aber kann nach dem Rückrunden-Fehlstart überhaupt getan werden? Das wusste auch Rehboldt gestern noch nicht: „Ich habe auch noch keine Erklärung dafür, was in den letzten Tagen passiert ist. Wir werden die Situation jetzt genau analysieren, wissen natürlich, dass auch der Trainer infrage gestellt wird ...“
Vujanovic blickte indes schon wieder nach vorn: „Ein Punkt aus zwei Spielen ist natürlich Sch ... Aber die Mannschaft hält zusammen, fällt nicht etwa auseinander. Was wir jetzt brauchen, ist am kommenden Dienstag ein Heimsieg gegen Plauen. Egal, wie der zustande kommt.“
Gut möglich, dass der gerade verpflichtete Neuzugang Hendrik Großöhmichen dann bereits sein erstes Spiel für den FCM bestreitet. Meinung
Fußball-WM im Stadion erleben
Magdeburg (os). Der Betreiber der Magdeburger MDCC-Arena, die Stadion- und Sportmarketing GmbH, will zur Fußball-WM Spiele im Stadion auf einer Videowand übertragen.
Rüdiger Bartsch, Geschäftsführer der Betreiberfirma, hofft auf bis zu 10 000 Zuschauer. „Wir wollen in und vor dem Stadion für die Dauer der WM eintrittsfreie Volksfeste organisieren.“ Auch Theateraufführungen sind geplant. Ein Abdecken der Spielrasenfläche im Stadion sei nicht notwendig. Die WM-Spiele sollten von den Zuschauerrängen aus beobachtet werden, so Bartsch.
Fußball-Regionalliga: FCM verliert bei Hansa Rostock II 0:1 / Großöhmichen soll ab sofort Defensive verstärken
Abermals enttäuschende Leistung der Blau-Weißen
Von Uwe Tiedemann
Rostock. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg kann seine Aufstiegsambitionen schon zu Beginn der Rückrunde ad acta legen. Drei Tage nach dem blamablen 1:1 gegen Türkiyemspor verloren die Elbestädter gestern Abend bei Abstiegskandidat Hansa Rostock II mit 0:1 (0:1) und boten abermals eine enttäuschende Leistung. Das goldene Tor vor 588 Zuschauern in der gähnend leeren DKB-Arena fiel nach einer Viertelstunde durch Becker.
Vor dem Anpfiff hatte Sportchef Richter erklärt, dass Neuzugang Hendrik Großöhmichen einen Vertrag bis zum Saiso nenende unterschrieben hat und heute das Training aufnimmt. Und zur Ausgangsposition für die Partie in Rostock: „Auch wenn bei Hansa einige Akteure wie Langen, Schied oder Fillinger dabei sind, die schon bei den Profis gespielt haben – wichtig ist, dass wir nicht ängstlich sind. Wir wollen noch einmal oben angreifen und das Spiel gewinnen.“
Bei eisigen Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt brachten beide Teams zunächst nichts „Erwärmendes“ zustande. Der ersatzgeschwächte FCM (ohne Bankert, Bauer, Fuchs und Wolf) besaß die erste nennenswerte Möglichkeit nach zwölf Minuten, als Watzka aus der Drehung abzog, in Keeper Kerner aber seinen Meister fand. Dann der Schock 180 Sekunden später: Nach einem Angriff über die rechte Seite konnte der freistehende Becker flach und unhaltbar zum 1:0 für die Ostseestädter vollenden. Die Gäste antworteten mit wütenden Gegenangriffen, die das eine oder andere Mal durchaus Gefahr brachten, aber eben nicht den Ausgleich. Mit zunehmender Dauer ließ der Druck dann jedoch wieder nach, und es entwickelte sich ein ausgeglichenes Match ohne große Höhepunkte.
Zweite Halbzeit: Der Club musste nun deutlich mehr Risi ko gehen, wusste, dass selbst ein Unentschieden zu wenig war. Doch vieles blieb weiterhin Stückwerk, es fehlten die zündenden Ideen, genauen Zuspiele und zwingenden Aktionen. Von klaren Chancen konnte keine Rede sein. So lief dem FCM langsam, aber sicher die Zeit davon, zumal Hansa spielerisch sogar Vorteile besaß. Es dauerte bis zur 73. Minute, ehe es vorm Hansa-Gehäuse wieder gefährlich wurde. Ein Racanel-Freistoß aus gut 20 Metern streifte die Querlatte. Das war dann aber auch alles, der Fehlstart in die Rückrunde perfekt. Nach dem Abpfiff spotteten die mitgereisten Club-Fans: „Oh, wie ist das schön ...“
Trainer Baumgart: „Wir hatten uns das etwas anders vorgestellt und sind komplett enttäuscht. Eine Leistungssteigerung gegenüber dem Türkiyemspor-Spiel war zwar zu erkennen, aber es hat nicht gereicht.“
Hansa II: Kerner – Pannewitz, Freitag, Buschke, Zittlau, Langen (23. Kremer), Pett, Fillinger, Becker (75. Haufe), Schied (89. Schumski), Gusche
FCM: Tischer – Probst, Prest, Friebertshäuser, Neumann (85. Gaebler), Watzka, Zander, Tüting, Racanel, Vujanovic, Siga (71. Verkic)
Schiedsrichter: Schmickartz (Berlin). Zuschauer: 588. Tor: 1:0 Becker (15.). Gelb: - / Friebertshäuser
Elbestädter heute bei Hansa Rostock II zu Gast / Rehboldt kündigt Geldstrafen an
FCM verstärkt sich mit Ex-Kieler Großöhmichen
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Jetzt ist Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg auf der Suche nach der erhofften Verstärkung doch noch fündig geworden und steht kurz vor der Verpflichtung des Ex-Kielers Hendrik Großöhmichen. Der 24-jährige Mittelfeldspieler hatte unter dem ehemaligen Holstein-Trainer Falko Götz keine Zukunft mehr und in der Winterpause seinen Vertrag bei den Norddeutschen aufgelöst.
„Wir haben großes Interesse, müssen aber noch letzte De tails klären“, bestätigte gestern FCM-Präsident Volker Rehboldt die Verhandlungen und erläuterte: „Er ist genau der Spielertyp, den wir gesucht haben und stand schon länger auf unserer Wunschliste. Großöhmichen ist kopfball- und spielstark, im Defensivbereich variabel einsetzbar und besitzt höherklassige Erfahrung.“
Trotz des geglückten Transfers ist Rehboldt allerdings noch immer stocksauer über die Disziplinlosigkeiten (Volksstimme berichtete) beim misslungenen Rückrundenstart gegen Türkiyemspor (1:1) und kündigte Konsequenzen an: „Auch mit etwas Abstand komme ich zu keiner anderen Auffassung: Wir werden reagieren und interne Geldstrafen verhängen. Das Verhalten einiger Spieler ist nicht hinnehmbar.“
Den heutigen Auftritt des FCM in Rostock (18 Uhr, DKBArena) kann Rehboldt aus beruflichen Gründen nicht mitverfolgen, erwartet aber eine klare Reaktion.
Auch Trainer Steffen Baumgart fordert von seinen Schützlingen beim Tabellenvorletzten „eine deutliche Leistungssteigerung“, gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass ihm „auf Schlüsselpositionen“ wichtige Spieler wie Silvio Bankert, Lars Fuchs, Daniel Bauer und Denis Wolf fehlen und man darüber hinaus natürlich nicht wisse, wer bei Hansa von den Profis in der U 23 aushilft. „Dennoch“, so Baumgart, „fahren wir nach Rostock, um zu gewinnen“.
Die Statistik spricht nicht gerade für den FCM. Im Hinspiel gab es Ende August 2009 ein mageres 2:2 und beim jüngsten Auftritt in der DKB-Arena Anfang Mai nach frühem 0:3-Rückstand eine 2:4-Niederlage.
Autor: Uwe Tiedemann
Baumgart nimmt sich seine Jungs zur Brust
FCM morgen in Rostock / Entwarnung bei Wolf
Magdeburg. Frustbewältigung statt Aufholjagd: Beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg hängt nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Türkiyemspor der Haussegen schief. Viel Zeit, die schwache und teilweise undisziplinierte Leistung auszuwerten, bleibt indes nicht. Schon morgen (18 Uhr, DKB-Arena) müssen die Elbestädter bei Hansa Rostock II ran. Trotz der widrigen Witterungsbedingungen ist ein Spielausfall nicht zu erwarten. Hansa-Pressesprecher Karsten Lehmann sagte: „Es ist zu 99 Prozent davon auszugehen, dass die Partie stattfindet. Es sei denn, es setzt ein zweitägiger Schneesturm ein.“
FCM-Trainer Steffen Baumgart richtete gestern einige mahnende Worte an seine Spieler. Tenor: Emotionen auf dem Platz sind erlaubt, aber keine Undiszipliniertheiten. Gegen die Berliner hatten Radovan Vujanovic und Lars Fuchs – flog später sogar mit Gelb-Rot run ter – gegen den Unparteiischen gelästert bzw. Catalin Racanel seine Auswechslung mit Missfallen quittiert (Volksstimme berichtete).
„Natürlich bin ich immer noch sauer, auch wenn ich eine Nacht darüber geschlafen habe und Sachlichkeit wahren muss. Aber Fakt ist: Ich kann als Aktiver nicht die Axt im Walde spielen. Wenn ein Schiedsrich ter ständig ,belatschert‘ und mit Kommentaren belegt wird, hat er irgendwann die Nase voll und zeigt derjenigen Mannschaft, dass er am längeren Hebel sitzt“, sagte Baumgart, wollte die Vorfälle vom vergangenen Sonntag aber wiederum auch nicht überbewerten, „weil es im bisherigen Saisonverlauf solche Sachen noch nicht gab“.
Doch Baumgart hat noch mehr Probleme. Seine Mannschaft verstand es nur ganz selten, zwingende Akzente zu setzen, den Gegner, der allenfalls Regionalliga-Mittelmaß darstellt, unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. „Wir ha ben uns zu sehr verunsichern lassen und sind häufig in unser altes Muster verfallen. So macht man sich all das kaputt, was man bislang aufgebaut hat“, kritisierte der 38-Jährige, der zudem morgen auf die am Sonntag verletzten Denis Wolf und Daniel Bauer verzichten muss.
Immerhin gab es bei Wolf gestern Entwarnung. Sportchef Michael Richter: „Die Kernspin-Tomographie in Vogelsang hat ergeben, dass es sich nur um einen leichten Muskelfaserriss im Adduktorenbereich handelt. Dennoch ist davon auszugehen, dass Denis zwei bis drei Wochen ausfällt.“ Auch Bauer (nach einem ungeahndeten Foulspiel an den Bändern lädiert) muss eine längere Pause einlegen.
Eventuell hat das 1:1 aber noch ein ganz anderes Nachspiel. Der in der 65. Minute eingewechselte Berliner Ali Avcioglu trug laut Spielberichtsbogen die Rückennummer 22, lief dann aber mit der „29“ auf und informierte darüber auch den Schiedsrichter. Richter dazu: „Ob das aber tatsächlich auch dieser Spieler war, wissen wir eben nicht. Man kann nicht Trikots ,blind‘ durcheinanderwerfen. Deswegen gehen wir der Angelegenheit nach und prüfen rechtliche Schritte. Unser Vorgehen ist aber nicht als Versuch zu werten, nach jedem Strohhalm zu greifen und ändert auch nichts daran, dass wir es verpasst haben, die drei Punkte sportlich einzufahren.“
Regionalligist enttäuscht gegen Türkiyemspor und leistet sich darüber hinaus Disziplinlosigkeiten / Wolf erneut verletzt
Stolperstart zum Rückrunden-Auftakt: FCM kommt über 1:1 nicht hinaus
Von Uwe Tiedemann
Den Rückrundenstart hatte sich Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg gestern ganz anders vorgestellt. Gegen Türkiyemspor reichte es nur zu einem mageren 1:1 (1:0). Disziplinlosigkeiten und die erneute Verletzung von Wolf sorgten für zusätzliche Missstimmung.
Magdeburg. Ein Wort machte nach dem schwachen Auftritt der Elbestädter am häufigsten die Runde – „enttäuschend“. Präsident Rehboldt ärgerte sich: „Wenn die Mannschaft auch nur die Hälfte von dem, was sie gesagt und angekündigt hatte, umgesetzt hätte, wäre sie als Sieger vom Platz gegangen. Unfassbar, dass man diesen Spieltag nicht nutzen konnte“, Sportchef Richter schob hinterher: „Nach der ordentlichen Vorbereitung ist ein solcher Auftritt rätselhaft.“ Und Kapitän Vujanovic meinte: „Wir hatten uns so viel vorgenommen, konnten es aber nicht umsetzen. Das 1:1 war eindeutig zu wenig, aber gerecht. Da muss man auch nicht nach irgendwelchen Alibis suchen.“
Zum Spiel: Die Berliner stellten sich keineswegs hinten rein, sondern spielten flott mit. Beim Club fehlte die klare Linie und vor allem die nötige Unterstützung für den Ballführenden.
Zusätzliches Pech in der Anfangsphase: Der lange am Knie verletzte Wolf, der gestern sein erstes Punktspiel für den FCM bestritt, musste mit Adduktorenproblemen vom Feld und meinte deprimiert: „Ich fürchte, da ist was Schlimmeres passiert.“
Dennoch hieß es zur Pause 1:0 für die Platzherren, als die Gäste-Abwehr nach einer Ecke von Fuchs nicht aufpasste und Vujanovic per Kopf seinen 13. Saisontreffer erzielen konnte (43.).
Nachdem Tischer in der Folgezeit zweimal den Ausgleich verhinderte (44./50.), hatten die Gastgeber ihre stärkste Phase. Doch Vujanovic scheiterte gleich dreimal in aussichtsreicher Position am besten Berliner, Torhüter Köhlmann (58./59./61.).
Anstatt die Führung auszubauen, hieß es nach 66 Minuten plötzlich 1:1. Die gesamte Defensive sah beim Treffer des ungedeckten Teichmann schlecht aus.
Doch das war noch nicht alles. In der nun immer hektischer werdenden Partie sah der gerade verwarnte Fuchs wegen Meckerns Gelb-Rot (71.), zeigte sich später aber einsichtig: „Eine solche Disziplinlosigkeit darf mir nicht passieren, doch ich habe den Schiri nicht beleidigt, sondern ihn nur gefragt: Warum kriege ich Gelb – das natürlich nicht gerade in einem freundlichen Ton ...“
Als wenig später Racanel ausgewechselt wurde, verhielt auch er sich unsportlich, trat sogar noch gegen eine Werbebande. „Da sind Dinge passiert, die auch mich überrascht haben und ich erst einmal sacken lassen muss. Deswegen ist es zu früh, über Konsequenzen zu sprechen“, fand Trainer Baumgart hinterher klare Worte und bezeichnete die sportliche Leistung seiner Mannschaft „mehr als enttäuschend“.
Trotz Unterzahl besaß der FCM noch die Chance zum Sieg, doch nach langem Pass von Tüting fand Vujanovic in Köhlmann erneut seinen Meister (84.). So blieb es beim 1:1, das die immerhin gut 4600 Zuschauer in der MDCC Arena mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten.
FCM: Tischer - Probst, Prest, Friebertshäuser, Neumann, Wolf (15. Watzka), Bauer (79. Zander), Tüting, Racanel (73. Siga), Fuchs, Vujanovic
Türkiyemspor: Köhlmann - Lichte, Schimmelpfennig (58. Lemcke), Doymus (73. Selcuk), Teichmann, Koc, Steinwarth, Dogan (65. Avcioglu), Altundag, Amachaibou, Cankaya
Schiedsrichter: Weickenmeier (Mühlheim). Zuschauer: 4621. Tore: 1:0 Vujanovic (43.), 1:1 Teichmann (66.). Gelb: Vujanovic, Fuchs, Zander / Schimmelpfennig, Doymus, Teichmann, Steinwarth, Selcuk. Gelb-Rot: Fuchs (71./ unsportl. Verhalten)
U-21-Nationalmannschaft gegen Island
Aus Magdeburg soll das Signal kommen
Von Klaus Kahmann
Magdeburg. Die deutsche U-21-Fußball-Nationalmannschaft will am 2. März (Anpfiff in der MDCC-Arena 18 Uhr) in Magdeburg mit dem Spiel gegen Island ihre Aufholjagd starten, um als Titelverteidiger doch noch den Sprung zur Europameisterschaft 2011 in Dänemark zu schaffen.
Magdeburg hatte sich bereits 2008 als gutes Pflaster erwiesen, als hier gegen Frankreich im Play-off-Hinspiel ein 1:1 erzielt
wurde. Ein ähnliches Erfolgserlebnis soll jetzt Anfang März gegen den gegenwärtigen Tabellenzweiten der Vorrunden-Gruppe E her. „Unser Ziel ist das Erreichen der EM-Endrunde und die gleichzeitige Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Das ist ein weiter Weg, aber wir können Island zweimal schla gen“, meinte Rainer Adrion, der Trainer dieser DFB-Auswahl. Seine Mannschaft trifft außerdem noch daheim auf Nordirland und auswärts auf den Gruppenersten Tschechien.
An den Play-offs zur EMEndrunde nehmen die zehn Gruppensieger sowie die vier besten Zweitplatzierten teil. Die sieben Sieger dieser Begegnungen, die in Hin- und Rückspiel ermittel werden, treten dann zusammen mit dem EMGastgeber in Dänemark an.
Während Adrion bei seinem neuformierten U-21-Team auf die Europameister Mesut Özil und Marko Marin (beide Werder Bremen) sowie Jerome Boateng (Hamburger SV) verzichten will, weil sie von Bundestrainer Joachim Löw fest ins A-Team eingeplant werden, möchte der 56-Jährige in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt insbesondere auf die hochveranlagten Marcel Schmelzer – lernte das Fußball-Abc beim 1. FC Magdeburg und Mats Hummel (beide Borussia Dortmund) sowie Benedikt Höwedes (FC Schalke 04) und Toni Kroos (Bayer Leverkusen) setzen. Kroos hatte ja zuletzt mit derart starken Leistungen geglänzt, dass ihn die Bayern nicht weiter an Leverkusen ausleihen wollen.
Adrion hofft darauf, dass eine starke Kulisse in der MDCCArena seine Mannschaft nach vorn peitscht. Immerhin hatten 12 000 im Herbst 2008 der deutschen Elf gegen die Franzosen den Rücken gestärkt. Beim Finale der U-17-EM waren gar 24 000 vor allem jugendliche Fußball-Fans im Stadion, die die deutsche Nationalmannschaft damals zum Titel begleiteten.
Seit Mitte Januar bietet der DFB vor allem den Fußball-Vereinen und anderen Gruppen den verbilligten Verkauf von Karten für das Islandspiel an.
Autor: Klaus Renner
Türkiyemspor muss sich warm anziehen
FCM-Präsident Rehboldt: Chancen, dass gespielt wird, stehen bei 99 Prozent
Magdeburg. Türkiyemspor muss sich morgen warm anziehen – und das im doppelten Sinne. Denn zum einen deuten alle Anzeichen darauf hin, dass die Regionalligapartie in der Magdeburger MDCC-Arena (Anstoß 13.30 Uhr) trotz des „Wintermärchens“ ringsum wohl stattfinden wird. Zum anderen brennt die Elf von Trainer Steffen Baumgart darauf, nun endlich nach mehreren Spielabsagen mit einem vollen Erfolg die Aufholjagd auf Spitzenreiter SV Babelsberg starten zu können.
„Mit 99-prozentiger Gewissheit gehe ich davon aus, dass gespielt werden kann“, sagte gestern FCM-Präsident Volker Rehboldt in der Hoffnung, dass die Schneefälle nicht deutlich ausufern, „denn was den Rasen betrifft, sehe ich kein Problem.“ Mehr Sorgen bereiten indes Zufahrt und Parkplätze.
Den „hervorragenden Zustand der Spielfläche“ beschreibt FCM-Manager Rüdiger Bartsch so: „Der Rasen ist grün mit einer leichten weißen Schicht – und er wurde dank der Rasenheizung immer grüner.“ Nach der Stadionbegehung gestern Vormittag mit Vertretern der Messe- und VeranstaltungsgesellschaftMagdeburg GmbH (MVGM), der Stadtverwaltung, des FCM und der Stadion- und Sportmarketing GmbH (SSG) versicherte Bartsch, zugleich auch SSGGeschäftsführer: „Wir tun alles Menschenmögliche, damit das Spiel am Sonntag stattfinden kann. Und zur Not stehen wir bereit, die Spielfläche nochmals zu räumen.“
Nach einer nochmaligen Begutachtung heute Morgen soll die endgültige Entscheidung fallen, doch Bartsch singt ein Loblieb auf die seit Freitag vergangener Woche in Abstimmung mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen des U-21-Länderspiels am 2. März in Betrieb befindliche Rasenheizung: „Das war eine Auflage des DFB. Und wenn dabei dann auch noch herauskommt, dass unser Spiel morgen stattfinden kann, ist das doch in Ordnung.“ Dass sich der DFB als Auftraggeber an den Kosten beteiligt, setzt der FCM-Manager als gegeben voraus.
Autor: Klaus Kahmann
Friebertshäuser von Anfang an – Wolf in Halbzeit zwei?
Der 1. FC Magdeburg empfängt am Sonntag Türkiyemspor Berlin
FCM-Trainer Steffen Baumgart plant für die Regionalliga-Heimbegegnung am Sonntag (Anpfiff in der MDCC-Arena 13.30 Uhr) derzeit in der Anfangsformation mit Deckungsspieler Tobias Friebertshäuser für Silvio Bankert. Der lange Zeit verletzte Offensivmann Denis Wolf soll möglicherweise in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kommen.
Magdeburg. „Ich freue mich natürlich, wenn ich von Anfang an dabei sein kann und will alles dafür geben, dass wir das erste Heimspiel nach der Winterpause mit einem Sieg beenden“, meinte gestern Tobias Friebertshäuser. „Ich musste mich ja ab November erst einmal wieder hereinarbeiten“, erklärte der „Heimkehrer“ (zuvor SSV Reutlingen), der vor seiner Rückkehr zum 1. FCM lange Zeit verletzt war. „Ich hatte schon vor der Winterpause auf einen Kurzeinsatz gehofft, stand auch ein paar Mal fast davor. Nun ist es endlich so weit“, so Friebertshäuser weiter.
„Nachdem, was ,Friebe’ in der Vorbereitung geboten hat, plane ich, ihn von Anfang an spielen zu lassen. Er hat es sich mit seinen Leistungen in der Vorbereitung verdient“, so Baumgart.
Zu Denis Wolf meinte der FCM-Coach: „Er ist auf jedem Fall im Kader für das Spiel. Er wird mit großer Wahrscheinlichkeit in der zweiten Halbzeit ins Spiel kommen. Wir müssen Denis weiter aufbauen und Schritt für Schritt in die Mannschaft einfügen. Sein Einsatz hängt auch davon ab, wie die anderen offensiven Leute kräftemäßig durchhalten.“
Zuvor hatte Wolf gegenüber der Volksstimme geäußert, dass er „ganz stark davon ausgeht, am Sonntag gegen Türkiyemspor dabei zu sein. Ganz ehrlich, durch die Witterungsbedingungen war das für mich eine der schwierigsten Vorbereitungen in meiner Karriere“. Wolf hatte in der gesamten Serie vor der Winterpause aus gesundheitlichen Gründen pausieren müssen.
„Ich will mich nahtlos in die Mannschaft einfügen und meine Schnelligkeit als Trumpf in der Offensive ausspielen. Egal auf welcher Position mich der Trainer einsetzt, will ich mit meinen Toren der Mannschaft weiterhelfen. Ich freue mich, endlich wieder spielen zu können. Dabei weiß ich aber auch, dass meine Leistungen noch nicht meinen eigenen Idealvorstellungen entsprechen“, schätzt der Offensivspieler nüchtern ein.
„Denis hat schon in der 3. Liga seine Stärken bewiesen. Er wird für uns vorn eine sehr gute Verstärkung sein“, meint Mannschaftskapitän Radovan Vujanovic über Wolf. „Und Friebertshäuser hat die ganze Zeit in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet. Er wird uns in der Deckung helfen, als geschlossene Mannschaft aufzutreten“, ist sich Vujanovic sicher, dass sowohl Wolf als auch Friebertshäuser ihren Teil zum unbedingt nötigen Sieg über die Berliner beitragen werden.
Die Meinung des gesamten Teams bringt ,Vujo’ zum Ausdruck, wenn er sagt: „Ich freue mich, dass es endlich wieder losgeht. Wir sind sehr gut besetzt für unsere Aufholjagd zur Tabellenspitze.“
Wie der FCM mitteilte, wird heute, spätestens jedoch morgen Mittag in Abhängigkeit von der Witterung entschieden, ob das Spiel stattfinden kann.
1. FC Magdeburg am Sonntag gegen Türkiyemspor
Für Bankert kommt Friebertshäuser oder Gaebler
Von Klaus Kahmann
Magdeburg. Am Sonntag soll es losgehen mit den Punktspielen der Fußball-Regionalliga nach der Winterpause. In der heimischen MDCC-Arena trifft der 1. FC Magdeburg ab 13.30 Uhr auf Türkiyemspor Berlin. Die Spieler um FCM-Trainer Steffen Baumgart brennen darauf, endlich die Aufholjagd starten zu können.
Dabei sind die Elbestädter gegen die Berliner besonders motiviert, hatten sie doch das Hin spiel im Jahnsportpark am 25. August mit 0:1 verloren. Es war eine der enttäuschenden Partien, mit denen der Club schon zu Saisonbeginn in der Tabelle nach hinten rutschte.
Doch jetzt geht der Blick bei den Magdeburgern nach vorn. Türkiyemspor als Tabellenzehnter – neun Zähler hinter dem FCM – soll der erste Drei-Punkte-Lieferant im neuen Jahr werden und somit für einen gelungenen Start sorgen. Dass das kein Selbstläufer ist, weiß Steffen Baumgart natürlich. „Die Berliner sind eine spielerisch starke Mannschaft. Sie haben sich gegenüber der vorigen Saison deutlich gesteigert. In vielen Spielen sind sie unter Wert geschlagen worden“, weiß der FCM-Coach.
Trotzdem ist für den Trainer der Gastgeber der Sieg ein Muss. „Wir wollten und wollen mit einem Sieg in die Rückrunde starten. Egal, ob das nun beim Hamburger SV II oder daheim gegen Türkiyemspor ist. Wer zur Spitze vorstoßen will, muss seine Spiele gewinnen. Das ist eine ganz einfache Logik“, so Baumgart.
Für das Spiel am Sonntag hat Baumgart bis auf Deckungsspieler Silvio Bankert derzeit alles an Deck. Für Bankert könnte Tobias Friebertshäuser, der in den Testspielen überzeugte, oder Andreas Gaebler in die Startformation aufrücken.
In Vorbereitung auf die Spiele wurde das Training wieder et was reduziert, so dass das Team gestern Vormittag in der Laufhalle aktiv war und heute am Nachmittag eine Einheit absolviert.
Mit Blick auf die Bespielbarkeit des Platzes in der MDCCArena meinte Baumgart: „Ich gehe da jeden Tag dran vorbei und sehe, was passiert. Ich bin optimistisch, bis mich eine andere Nachricht erreicht.“
Der erste Fanabend 2010 findet heute um 19.00 Uhr in der neuen Fangaststätte „Club 74“ statt.
Autor: Klaus Kahmann
Chancen für Sonntagsspiel sind sehr gut
Magdeburg. Nach den Spielabsagen der letzten Zeit kommt von FCM-Sportdirektor Michael Richter mit Blick auf das Heimspiel am Sonntag (Anpfiff 13.30) gegen Türkiyemspor Berlin eine hoffnungsvolle Nachricht: „Die Chancen für diese Partie stehen sehr gut, ja sie sind weit besser als bei anderen Vereinen der Liga. Der Platz in der MDCCArena wird geräumt, parallel dazu läuft dann auch schon die Rasenheizung. Damit dürften wir am Wochenende in die Punktspiele nach der Winterpause einsteigen.“
Richter hatte auch damit gerechnet, dass das heutige Match gegen den Hamburger SV II ausfallen würde. „Ich kenne die Verhältnisse im Norden recht gut. Da ist deutlich mehr Schnee gefallen, als in unserer Gegend“, meinte der Sportdirektor. Auf einen Nachholtermin angesprochen erklärte er: „Der Verband hat jetzt sicher viel zu tun, um die ganzen Termine auf die Reihe zu bekommen. Er muss ja auch darauf achten, dass sie annehmbar sind. Ich rechne mit einem Spiel in der Woche.“
Dank der Kunstrasenplätze an der MDCC-Arena konnte der FCM regelmäßig trainieren. Auch die Personalplanungen für die Rückrunde sind laut Richter abgeschlossen. „Allerdings ist man im Fußball nie vor Überraschungen gefeit“, sagte er.
Autor: Klaus Kahmann
Holperstart für Elbestädter – HSV-Spiel erneut verschoben
Magdeburg. Der Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bleibt in Sachen Spieltermine vom Pech verfolgt. Gestern Vormittag kam die Nachricht, dass die für Mittwoch geplante Nachholpartie gegen die Reserve des Hamburger SV in Norderstedt wegen der Witterungs- und damit Platzverhältnisse erneut verschoben werden musste. Ein neuer Termin lag aber gestern noch nicht vor.
Erst die Absage des für den 23. Januar geplanten Pokal-Achtelfinals in Wolfen. Dann das Gleiche für den Ausweichtermin am vergangenen Sonnabend. Dazu das Pech mit dem VfB Lübeck (Buspanne der Ostseestädter) im Trainingslager in Portugal und die Absagen der beiden portugiesischen Erstligisten während des Trainingslagers. Fortuna scheint den FCM in Stich gelassen zu haben. FCM-Trainer Steffen Baumgart hatte am Sonnabend nach dem Testspiel gegen den VfB Auerbach erklärt, dass seine Mannschaft startklar für die kommenden Spiele sei. „Dabei muss es mir letztlich egal sein, ob wir am Mittwoch oder erst am Sonntag in die Spiele nach der Winterpause eintreten. Natürlich ist es mir lieber, wir könnten schon am Mittwoch beginnen, damit wir nicht zu viele Spiele vor uns herschieben müssen“, war zu diesem Thema da von Baumgart zu hören.
Zu 80 Prozent – so hörte man – war zu diesem Zeitpunkt bereits sicher, dass in Norderstedt nicht gespielt werden kann. „Die Jungs haben jetzt alle eine SMS bekommen, dass heute trainingsfrei ist“, so Baumgart gestern zur Spielverlegung. „Wir gehen davon aus, dass die Spieler in nächster Zeit weniger frei haben, darum haben wir das Training heute (Montag – die. Red.) abge setzt“, war weiter vom FCMTrainer zu hören.
„Bei uns wird jetzt von allen Seiten alles getan, damit wir am Sonntag, dann mit dem Heimspiel gegen Türkiyemspor, in die Punktspiele starten können“, blickte Baumgart schon einmal voraus. Ob die Regionalliga-Truppe gegen den Verbandsligisten FCM II – wie schon öfter getan – noch einmal testet, war für Baumgart „im Moment weit weg. Das überlegen wir uns morgen noch einmal.
Bartsch plant German Bowl in der MDCC-Arena
FCM will Lizenz auch für 3. Liga beantragen
Von Klaus Renner
Rüdiger Bartsch, seit Anfang 2010 Manager des Fußball-Regionalligisten 1. FCM, ist seit 1. Februar alleiniger Geschäftsführer der Stadionund Sportmar keting GmbH (SSG). Der zweite, seinerzeit von der Stadt Magdeburger bestellte Geschäftsführer, Andreas Brakmann, hatte seine Funktion zum 31. Januar niedergelegt. Mit Beginn seiner Beschäftigung war festgelegt worden, dass Bartsch zu 80 Prozent für die SSG und zu 20 Prozent als FCM-Manager tätig sein wird. „Das Vertrauen der Gesellschafter möchte ich auch in Zukunft uneingeschränkt zurückzahlen“, sagte Bartsch.
Der 45-Jährige, der zurzeit die Unterlagen für die neue Lizenz erstellt, rechnet mit seinem Team: „Fußballexperten und Fans wissen nur zu gut, was alles in der Rückrunde noch so passieren kann. Unsere Mannschaft hat sich bestens vorbereitet und hofft auf eine zahlenmäßig große und lautstarke Unterstützung schon beim ersten Heimspiel am 14. Februar gegen Türkiyemspor.“
Er glaube an den Erfolg und werde deshalb die Lizenz für die 3. Liga rechtzeitig beantragen. „Natürlich fahren wir zweigleisig und reichen auch die Unterlagen für die Regionalliga ein.“ Der künftige Etat des FCM sei „bei effizientem Einsatz der finanziellen Mittel ausreichend, um eine Mannschaft zusammenstellen zu können, die entweder aus der Regionalliga aufsteigen oder sich in der dritten Liga etablieren kann“. Allerdings dürfte die Summe im Falle des Nichtaufstiegs im Sommer „etwas unter der der laufenden Saison (2,75 Millionen Euro – d. Red.)“ liegen.
Als Geschäftsführer der Stadion- und Sportmarketing GmbH ist Bartsch derzeit mit Vorplanungen für die Sport- und Kulturtage in der MDCC-Arena vom 11. Juni bis 11. Juli beschäftigt. „Außerdem erstellen wir gerade die Bewerbung für die ZDF- und Kinderkanal-Sommertour 2010 auf dem Stadiongelände.“ Mit dem deutschen American-Football-Verband verhandelt Bartsch zurzeit über die Austragung des German Bowl von 2011 bis 2013 in Magdeburg.
1. FC Magdeburg bezwingt im Testspiel VfB Auerbach 3:0 (1:0)
Fuchs mit Doppelschlag und Siga erfolgreich
Von Klaus Kahmann
Im letzten offiziellen Testspiel vor dem Start in die Rückrunde bezwangen die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg am Sonnabend auf dem Kunstrasenplatz an der MDCCArena vor reichlich 100 Zuschauern den Tabellenzehnten der NOFV-Oberliga Süd, dem VfB Auerbach, mit 3:0 (1:0).
Magdeburg. Lars Fuchs (12. und 65. Minute) und Denis Siga (78.) trafen für den in jeder Hinsicht überlegenen Gastgeber. Die Vogtländer „glänzten“ eher mit einer teilweise sehr raubeinigen Gangart.
„Ich habe sowohl Positives als auch Negatives gesehen“, meinte FCM-Trainer Steffen Baumgart. „Positiv war, dass wir uns eine ganze Reihe von Chancen erarbeitet haben. Allerdings hätten wir daraus durchaus drei oder vier Tore mehr machen können. Auf jeden Fall sind wir in der Vorbereitung auf den Rückrundenstart voll im Plan“, meinte Baumgart weiter.
Die Magdeburger begannen sehr druckvoll, beeindruckten vor allem durch große Laufbereitschaft und ein damit verbundenes gutes Stellungsspiel. So dauerte es nur bis zur 12. Minute, ehe Lars Fuchs das erste Mal traf. Radovan Vujanovic hatte ihn per Verlängerung geschickt freigespielt. Fuchs trickste noch den Gästekeeper aus und vollendete. Danach gab es noch eine Reihe Chancen, die der FCM aber nicht nutzte.
Im Gegensatz zum Spiel gegen Torgelow führten auch die Wechsel nach der Halbzeitpause und während der zweiten 45 Minuten zu keinem Bruch im FCM-Spiel. Vorbildlich herausgespielt dann das 2:0. Andreas Gaebler schickte Denis Wolf auf rechts mit einem Pass auf die Reise, seine präzise Flanke nutzte Fuchs in der Mitte zu seinem zweiten Treffer. Der eingewechselte Denis Siga traf eine knappe Viertelstunde später zum 3:0-Endstand. Alle drei Tore entstanden so aus gelungenen Kombinationen.
Auf der anderen Seite hatte FCM-Torhüter Christian Beer fast einen ruhigen Tag, da die Abwehr vor ihm sich geschickt ergänzte. Lediglich einmal musste der Keeper eine Großchance (63.) der Gäste verhindern.
Neujahrsempfang des 1. FC Magdeburg / Trainer Baumgart sagt:
„Noch 20 Spiele – wir wollen alle gewinnen“
Von Rudi Bartlitz
Magdeburg. Ach, wäre die sportliche Situation beim 1. FC Magdeburg in diesen Tagen und Wochen doch ebenso gelöst wie sie es beim traditionellen Neujahrsempfang war. Dieser Stoßseufzer ging den weit über 100 Sponsoren und Förderer des Fußball-Regionalligisten an diesem Donnerstagabend ziemlich oft über die Lippen.
Denn ein ganz profaner Gedanke war es, der die Gespräche des Abends beherrschte, zu dem die Sket MAB GmbH geladen hatte: Schaffen die Blau-Weißen doch noch den ersehnten Aufstieg?
In der Front der Optimisten standen, wie sollte es auch anders sein, Präsident und Trainer ganz vorn. „Wir glauben an uns“, gab Coach Steffen Baumgart – trotz Platz fünf und zehn Punkten Rückstand zum Spitzenreiter – die Haltung der Mannschaft zu Protokoll. „Es sind, einschließlich der Pokal-Begegnungen, noch 20 Spiele – und die wollen wir alle gewinnen.“ Und fügte mit Nachdruck hinzu: „Das ist nicht nur das erklärte Ziel des Teams, das wollen wir auch wirklich.“
In dieselbe Kerbe schlug Ver einschef Volker Rehboldt: „Wir wollen noch einmal angreifen. Dabei sind für mich nicht die März-Heimspiele gegen Babelsberg und den HFC die Schlüsselbegegnungen, sondern sehr viel hängt davon ab, wie wir die ers ten Spiele nach der Winterpause meistern. Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel denken.“
Rehboldt dementierte Gerüchte, wonach der FCM in diesem Jahr eventuell Schwierigkeiten mit der Lizenz bekommen könne. „Ich sehe absolut keine Gründe dafür. Wir gehen davon aus, dass wir die Lizenz erneut erhalten werden, zwar wie in den Vorjahren mit Auflagen, aber ohne Bedingungen.“ Die Finanzsituation des Klubs stelle sich Ende 2009 „sogar ein bisschen besser“ dar als ein Jahr zuvor.
Nichtsdestotrotz, die nachdenklichen Stimmen in der Aufstiegsfrage blieben. „Im vergangenen Jahr hatten wir zum selben Zeitpunkt wie heute einen Punkt Rückstand zum Aufstiegsrang, jetzt sind es schon zehn“, gab der Vorsitzende des Ehrenrates, Klaus-Dieter Runge, zu bedenken. „Die Situation ist schon beängstigend. Aber vielleicht hilft jetzt der da oben auch noch ein bisschen mit ...“
Autor: Uwe Tiedemann
Sportchef Richter verteidigt Personalpolitik des FCM
DFB terminiert nächste Spieltage in der Regionalliga
Magdeburg. Der 1. FC Magdeburg hat zwar keine weiteren Neuzugänge für die Rückrunde verpflichten können, Sportdirektor Michael Richter die Transferpolitik des Fußball-Regionalligisten aber erneut verteidigt.
„Es war immer klar, dass wir nicht krampfhaft jemanden suchen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das Potenzial ausreicht, um oben angreifen zu können. Wir sind gut aufgestellt“, sagte Richter und fasste die Personalien noch einmal zusammen: „Wir haben Brendel, Littmann und Ersatztorhüter Filatow abgegeben und Georgi, für den es kein Angebot gab, in die U 23 beordert. Dafür stehen jetzt Fuchs, Friebertshäuser und Wolf im Aufgebot. Die Sollstärke ist also gleich geblieben.“
Die Tatsache, dass der umworbene, in Braunschweig beheimatete Rodrigues sich letzt lich gegen den Club entschied und beim Wuppertaler SV anheuerte, sei zwar „bedauerlich, aber irgendwie auch nachvollziehbar, weil er weiterhin dritte Liga spielen kann“.
Allerdings unterstrich Richter, dass Rodrigues kein klassischer Spielmacher sei, der möglicherweise Tüting hätte verdrängen können: „Rodrigues hat zuletzt meistens im Defensivbereich auf der Außenbahn gespielt. Und was Tüting anbetrifft: Er kann sicher mehr, als was er momentan zeigt. Für den nötigen Druck wird allein schon unser Trainer Baumgart sorgen.“
Aber egal, auf wen die Verantwortlichen setzen – nur mit einer Siegesserie kann der FCM seine Minichance nutzen und vielleicht doch noch die Wende herbeiführen. Ihren ersten Auftritt 2010 haben die Club-Kicker am Mittwoch beim HSV II. Eine Tendenz, ob aber in Norderstedt überhaupt gespielt werden kann, ist laut Richter momentan noch nicht erkennbar.
Der DFB hat dieser Tage weitere Spieltage fest terminiert und beispielsweise das Gipfeltreffen gegen Spitzenreiter Babelsberg auf den 14. März angesetzt.
Die ersten sieben Rückrundentermine:
Mi. 10.02. (15.00) Hamburger SV II (A)
So. 14.02. (13.30) Türkiyemspor (H)
Mi. 17.02. (18.00) Hansa Rostock II (A)
Di. 23.02. (19.00) VFC Plauen (H)
So. 07.03. (13.30) SV Wilhelmshaven (A)
So. 14.03. (13.30) SV Babelsberg (H)
Sa. 20.03. (13.30) Hannover 96 II (A)
FCM überzeugt beim 3:0 nur in erster Halbzeit / Am Sonnabend kommt der VfB Auerbach
Vujanovic trifft im Testspiel gegen Torgelow zweimal
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg kam gestern Nachmittag im Testspiel gegen den NOFV-Oberligisten Torgelower SV Greif zu einem schmeichelhaften 3:0 (3:0)- Erfolg. Vujanovic (2) und Tüting erzielten vor rund 100 Zuschauern auf dem Nebenplatz der MDCC-Arena die Treffer für die in der zweiten Halbzeit stark abbauenden Elbestädter. Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Auf dem komplett vom Schnee geräumten und auch nicht vereisten Kunstrasen erwischten die Gäste zwar den besseren Start, profitierten auch von so manchem Tüting-Fehlpass, doch dann übernahm der Club das Kommando – und traf. Innerhalb von zehn Minuten machten die Platzherren aus dem 0:0 ein 3:0. Zunächst erzielte Vujanovic nach Flanke von Fuchs die Führung (29.), 180 Sekunden später erhöhte der freistehende Tüting nach Racanel-Freistoß auf 2:0, und dann war es erneut Vujanovic, der einen direkten Freistoß geschickt über die Mauer hob und so dem Gäste-Keeper keine Chance ließ (39.).
Nach der Pause dann ein anderes Bild. Die Gäste waren über weite Strecken feldüberlegen, der Club kam nur selten zu Entlastungsangriffen und konnte froh sein, dass Torgelow ein Vollstrecker fehlte. Ein weiterer Grund, warum der FCM so enttäuschte, waren die zahlreichen Wechsel. Von den Reservisten drängte sich jedenfalls niemand auf.
Die größte Chance des Oberligisten vereitelte Probst, der für seinen schon geschlagenen Torhüter Tischer kurz vor der Linie per Kopf klärte (66.).
„Mit der ersten Halbzeit war ich zufrieden, mit der zweiten nicht, weil wir da unseren Rhythmus nicht mehr gefunden haben. Vielleicht waren die Jungs auch ein wenig müde, aber dann darf man trotzdem nicht so viele Torchancen zulassen“, kritisierte Trainer Steffen Baumgart und ergänzte: „Insgesamt war es ein wichtiger Test für uns, und wir haben zu Null gespielt.“
Aufschlüsse darüber, wer den verletzten Bankert in der Innenverteidigung ersetzen könnte, gab die Partie nur zum Teil. Auch weil Baumgart sich nicht festlegen wollte. Die besten Aussichten dürfte wohl Friebertshäuser haben, der diese Position in der ersten Hälfte einnahm, wo Baumgart ganz auf seine Stammelf setzte. Eine Alternative wäre sicherlich auch Gewelke gewesen, doch der ist ebenfalls verletzt und wird heute eingehend untersucht.
Übrigens: Für das für Sonnabend abgesagte Landespokal- Achtelfinale in Wolfen haben die Verantwortlichen schnell Ersatz gefunden. Der FCM spielt nun zu Hause und an gleicher Stelle gegen den NOFV-Süd-Oberligisten VfB Auerbach (Anstoß 14 Uhr).
FCM: Tischer - Probst, Friebertshäuser (46. Zander), Prest, Neumann, Watzka (60. Wolf), Bauer (46. Gaebler), Tüting (60. Matthias), Racanel (69. Ujazdowski), Fuchs (69. Siga), Vujanovic (80. Verkic) Schiedsrichter: Lemmchen (Meuselwitz). Zuschauer: 100. Tore: 1:0 Vujanovic (29.), 2:0 Tüting (32.), 3:0 Vujanovic (39.)
VfB siegt beim FCM II
Cracau (hma). Fußball-Verbandsligist 1. FC Magdburg II unterlag gestern Abend in einem Testspiel auf eigenem Platz Landesligist VfB Ottersleben mit 2:3 (2:2). Georgi und Glage brachten den Club zweimal in Führung, Andreas Griep erzielte alle drei VfB-Tore.
Der MSV Börde wartet weiter auf den ersten Auftritt im Freien: der Test beim SV Fortuna fiel gestern aus.
1. FC Magdeburg testet heute gegen Oberligist Torgelow
Pokalspiel in Wolfen abgesagt: Club muss weiter improvisieren
Von Uwe Tiedemann
Die Wetterkapriolen machen derzeit den Fußballvereinen arg zu schaffen. Auch Regionalligist 1. FC Magdeburg muss weiter improvisieren. So wurde gestern das für Sonnabend angesetzte Landespokal-Achtelfinale bei GW Wolfen erneut abgesagt. Dagegen soll heute (15 Uhr, Nebenplatz MDCC-Arena auf Kunstrasen) der Test gegen den NOFV-Oberligisten Torgelower SV Greif stattfinden.
Magdeburg. Nach dem einwöchigen Trainingslager in Portugal (Chefcoach Steffen Baumgart: „Ein Lob an die Jungs, die hervorragend mitgezogen haben“) schlagen sich die FCM-Kicker seit gestern wieder mit den widrigen Platzverhältnissen herum. „Wir versuchen, uns jetzt den nötigen Feinschliff zu holen, nachdem wir zuvor im Läuferischen intensiv gearbeitet haben. Aber so einfach ist das nicht. Es fehlt der Rhythmus“, sagte Baumgart, der sich trotzdem freut, wieder in Deutschland zu sein: „Eine Woche Trainingslager hat gereicht.“ Der 38-Jährige bedauerte zwar den Ausfall des Pokalspiels in Wolfen, hatte damit aber schon gerechnet: „So ganz überraschend kam die Absage nicht. Wir werden uns jetzt bemühen, fürs Wochenende kurzfristig einen Ersatzgegner für ein weiteres Testspiel zu finden.“
Doch das hartnäckige Winterwetter ist nicht Baumgarts einzige Sorge. Zahlreiche Verletzungen (René Gewelke, Maximilian Watzka, Silvio Bankert) machen dem Trainer zusätzlich zu schaffen. Ferner steht der wiedergene sene Denis Wolf unter besonderer Beobachtung: „Er hat gut trainiert, aber eben lange ausgesetzt. Ich werde weiterhin ein Auge auf ihn werfen.“
Baumgart tröstet sich damit, dass es anderen Mannschaften momentan nicht besser ergeht („Es ist für alle sehr schwierig, den derzeitigen Leistungsstand einzuschätzen“) und nimmt dann auch ein wenig den Aberglauben zu Hilfe: „Wir hatten im Sommer zwar eine gute Vorbereitung, dann aber nicht die gewünschten Resultate. Ich hätte nichts dagegen, wenn es jetzt bei uns genau umgekehrt laufen würde.“
Auch Fans des FCM attackiert
Berlin (dpa). Gewalttätige Fans von Fußball-Zweitligist 1. FC Union Berlin haben bei Ausschreitungen am Samstag nicht nur Anhänger des BFC Dynamo verletzt. Der Club veröffentlichte am Montagabend eine entsprechende Mitteilung des zuständigen Sicherheitsdienstes zu den Vorfällen. Die Berliner Polizei bestätigte gestern, dass nicht nur Anhänger des BFC betroffen waren.
Vor dem Beginn eines Traditionsturniers im Sportforum Hohenschönhausen hatten die sogenannten etwa 150 Union-Fans laut Sicherheitsdienst vor der Halle 30 wartende Zuschauer attackiert, bei denen es sich vorwiegend um ältere Menschen, Frauen und Kinder gehandelt habe. Darunter seien erkennbar auch Anhänger von Hertha BSC, Energie Cottbus, Dynamo Dresden und des 1. FC Magdeburg gewesen.
Es waren Flaschen und Steine sowie Böller geflogen, während die Sicherheitskräfte verhinderten, dass die Union-Anhänger in den Eingangsbereich der Halle eindrangen. Durch Tritte oder Schläge seien mehrere friedliche Fußballfans verletzt worden. Zwei Fans aus Magdeburg hätten erhebliche Gesichtsverletzungen erlitten und seien ärztlich versorgt worden, hätten die Mitfahrt in eine Klinik aber abgelehnt. Zudem sei eine Ordnerin des BFC Dynamo durch Splitter einer geworfenen Flasche leicht verletzt worden. Das Turnier, an dem auch eine Union-Mannschaft teilnahm, verlief friedlich.
Union-Präsident Dirk Zingler hatte am Montag Stadionverbote für die Randalierer angekündigt. Sie sollen auf unbestimmte Zeit keine Fußballspiele in Deutschland mehr besuchen dürfen.
Autor: Klaus Renner
Zwei Spiele, zwei Siege – und morgen wieder auf „Eisbahn“
FCM-Team aus dem Trainingslager zurückgekehrt / Gewelke fällt aus / Mittwoch gegen Torgelow
Zwei Spiele, zwei Siege – Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg ist heute Nacht aus dem einwöchigen Trainingslager in Portugal wieder in der Heimat erwartet worden. FCM-Präsident Volker Rehboldt zeigte sich „zufrieden mit dem, was wir machen konnten“.
Magdeburg. Dem 5:1-Erfolg über Drittligist Oriental de Lisboa ließen die Schützlinge von FCM-Trainer Steffen Baumgart ein 2:1 gegen Viertligist Palmenense folgen. Rehboldt, der gestern mit dem Team von Lissabon nach Köln/Bonn geflogen und nach Mitternacht in Magdeburg zurück erwartet worden war, sagte weiter: „Das Trainingslager hat seinen Zweck erfüllt. Wir haben in Portugal gute Bedingungen vorgefunden, vor allem, wenn ich an das Wetter in Deutschland denke. Ich spreche auch im Namen der sportlichen Leitung, die mit den Trainingsergebnissen und den teambildenden Maßnahmen sehr zufrieden ist.“
Allerdings mussten die Magdeburger gehörig improvisieren, um statt der geplanten drei dann schließlich doch noch zu zwei Testspielen zu kommen. Die Tatsache, dass die vorgesehenen Erstligisten Vitoria Setubal und Belenense Lissabon kurz vor den vorgesehenen Partien kurzerhand absagten und der Vergleich mit Regionalliga-Konkurrent Lübeck dem brennenden VfBBus zum Opfer fiel, nahm Rehboldt jedoch nicht sonderlich tragisch: „Die wahren Gründe für die Absagen wissen wir nicht. Das ist eben Portugal. Viel mehr bedauere ich, dass das mit dem Spiel gegen Lübeck nicht geklappt hat. Aber wir haben noch schnell reagiert und schließlich zweimal gespielt.“ Ein abschließendes Erlebnis war nach zwei Trainingseinheiten am Sonnabend Abend der Besuch der Erstliga-Partie Benfica Lissabon gegen Vitoria Guimaraes, das Tabellenführer Benfica 3:1 für sich entschied.
Baumgart hat seinen Schützlingen heute trainingsfrei gegeben. Morgen Nachmittag treffen sich die Kicker zur ersten Übungsstunde auf dem ungewohnten schneebedeckten Boden an der MDCC-Arena. Der für Mittwoch, 15 Uhr, geplante Heim-Test gegen den Nord-Oberligisten Greif Torgelow soll nach Aussage von FCM-Sportdirektor Michael Richter auf dem von Schnee geräumten Kunstrasenplatz der MDCC-Arena stattfinden.
Der vorzeitig aus Portugal abgereiste Mittelfeldmann René Gewelke muss hingegen mit einer zwei- bis dreiwöchigen Zwangspause rechnen. Die MRT-Untersuchung ergab, so Richter, bei dem 20-Jährigen einen durch Überbelastung nach seiner Operation eingetretenen Haarriss am Schienbeinknochen.
Erst im Laufe des heutigen Tages dürfte der schon am Sonnabend in Palmela gestartete FCMKleinbus mit dem Trainingsmaterial, Schuhen, Bällen und Trikots in Magdeburg ankommen.
Klarer Erfolg für ersatzgeschwächte Clubreserve
Von Sebastian Günther
Cracau. In einem weiteren Fußball-Testspiel setzte sich Verbandsliga-Spitzenreiter
1. FC Magdeburg II gegen den BSC Rathenow mit 4:1 (1:0) durch. Philipp Glage (41.) brachte die Club-Reserve kurz vor der Pause mit 1:0 in Front. Gleich nach dem Wechsel erhöhte Christof Köhne (50.) auf 2:0. Nachdem Max Gerwien eine Viertelstunde später das 3:0 (65.) erzielte, markierte Engel fünf Minuten darauf den Ehrentreffer. Glage war es dann, der den Endstand markierte (85.).
FCM-II-Trainer Mario Middendorf musste auf einige Spieler krankheitsbedingt verzichten. So trat man diesen Test nur mit elf Spielern an. Aber auch bei den Gästen war die personelle Situation angespannt.
Der Gastgeber versuchte von Beginn an das Spiel an sich zu reißen und hatte mit einem Schuss von Martin Gebauer auch die erste Möglichkeit. Aber auch der Gast hatte im Gegenzug durch einen Kopfball von Torsten Meier die Chance zur Führung.
Die junge Club-Elf hatte in der Anfangsphase gute Aktionen im Spielaufbau. Doch vor dem Tor fehlte die Durchschlagskraft. So dauerte es bis zur 22. Minute, als Nico Dürstel mit einem Schuss den Rathenower Schlussmann prüfte. Der Nachschuss von Glage landete am Pfosten. Nur wenige Minuten später tauchte nach einem Dürstel-Pass Köhne alleine vor dem Rathenower Tor auf. Doch auch seinen Schuss konnte der Gäste-Keeper abwehren (25.).
Nun erspielte sich der FCM II Chancen im Minutentakt. Erst scheiterte Gerwien mit einem Kopfball (30.). Kurz darauf vergab Glage zweimal in aussichts reicher Position (35., 40.), ehe er es in der 41. Minute besser machte und zur verdienten 1:0-Führung traf.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild, die Middendorf-Elf setzte die Gäste weiter unter Druck. Nach einer Kombination zwischen Glage und Köhne erhöhte dieser auf 2:0 (50.). Kurz darauf wurde der Torschütze angeschlagen ausgewechselt. Nachdem bei den Gästen ebenfalls ein Spieler verletzungsbedingt den Platz verlassen musste, wurde die Partie mit je zehn Mann fortgesetzt. Nach einer Flanke von Fabian Jahnel war dann Gerwien zur Stelle und traf zum 3:0 (65.).
Die Gastgeber nahmen nun etwas das Tempo aus der Partie. Kurz darauf erzielte Engel das 3:1 (70.). Den Schlusspunkt setzte dann Glage mit dem 4:1 (85.).
„Das war eine gute Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen“, meinte FCM-II-Trainer Mittendorf, der sich zudem bei den Platzmeistern für die Räumung des Platz vom Schnee bedankte.
1. FCM II: Gropius – Benkel, Loth, Weiß, Jahnel, Dürstel, Köhne, Gebauer, Hennecke, Glage, Gerwien.