Spannung im Titelkampf hält an
Beide Oberliga-Absteiger streben dem sofortigen Wiederaufstieg entgegen
Von Roland Schulz
Die Herbstrunde in der Fußball-Verbandsliga ist seit Mitte Dezember Geschichte. Auch wenn der erste Rückrundenspieltag am 19. Dezember bis auf eine Begegnung ins Wasser bzw. dem Schnee zum Opfer fiel, liegt eine sportlich gute Halbserie hinter der Liga. Der Meisterschaftskampf ist spannend wie lange nicht mehr und auch im Kampf um den Abstieg sind noch nicht alle Würfel gefallen.
Insgesamt wurden in der Herbstrunde 2009/10 134 Begegnungen ausgetragen. Dabei fielen 398 Treffer. Das entspricht einem Schnitt von 2,97 Toren pro Begegnung (2008/09: 3,16).
Während die Gastgeber-Mannschaften auf 234 Treffer (Schnitt 1,75) kamen, markierten die Gäste-Teams 164 Tore (1,22).
Einheimische Fans konnten 65 Siege ihrer Mannschaften feiern. 37 Mal blieben die Gäste siegreich, 32 Mal trennte man sich unentschieden.
Den höchsten Heimsieg feierte Oberliga-Absteiger 1. FC Magdeburg II, als er am 7. Spieltag den Aufsteiger Oscherslebener SC mit einer 6:0-Niederlage nach Hause schickte.
Den höchsten Auswärtssieg sahen die Zuschauer am 10. Spieltag in Haldensleben, als der heimische Sportclub ebenfalls mit 0:6 gegen den FC Grün-Weiß Piesteritz verlor.
Die meisten Tore in einer Begegnung gab es am 14. Spieltag im Spiel zweier Ex-Oberligisten zu bestaunen. Erneut war die Magdeburger Clubzweite Gastgeber. Gast VfB 1906 Sangerhausen musste mit einer 3:6-Niederlage die Heimreise antreten, nachdem man bereits zur Pause mit 0:4 im Rückstand lag.
Mit der zweiten Mannschaft des 1. FC Magdeburg (6), Union Sandersdorf (5), dem VfB 1906 Sangerhausen (4), dem Haldensleber SC (2) und dem 1. FC Lok Stendal (1) standen in der Herbstrunde 2009/10 fünf Mannschaften auf Rang eins. Allerdings hat der Oberliga-Absteiger FC Grün-Weiß Wolfen noch die Chance, sich mit einem Sieg im Nachholspiel gegen den Halleschen FC II in diese Gruppe einzureihen.
Sechs Mannschaften belegten an den 18 Spieltagen einen der beiden Abstiegsplätze: FC Einheit Wernigerode (14), MSV Eisleben (11), der Naumburger SV 05 (5), der selbsternannte Aufstiegsanwärter FC Grün-Weiß Piesteritz (4), sowie der TSV Völpke (1) und der 1. FC Romonta Amsdorf (1).
Siebenmal setzte sich der Herbstmeister in den vergangenen neun Jahren auch am Ende durch und holte sich die Landesmeisterschaft. Nur der TSV Völpke musste letztlich in den Serien 2000/01 und 2003/04 noch dem SV Braunsbedra bzw. dem SV Dessau 05 den Vortritt lassen.
Bei den Abstiegskandidaten ist ein ähnlich klares Bild zu verzeichnen. Nur acht von 25 Mannschaften, die zur Winterpause auf einem Abstiegsrang platziert waren, konnten in der zweiten Saisonhälfte das Abstiegsgespenst noch aus ihrem Stadion vertreiben.
Die meisten Siege fuhren die beiden Oberliga-Absteiger 1. FC Magdeburg II und FC Grün-Weiß Wolfen mit je zehn ein. Die Stendaler Lok-Elf (9) und die schwach in die Saison gestarteten Piesteritzer (8) folgen auf den Plätzen.
Die wenigsten „Dreier“ landete Schlusslicht MSV Eisleben mit einem Erfolg am 1. Spieltag gegen die „Brasilianer“ aus der Altmarkmetropole Stendal.
Die wenigsten Niederlagen kassierte Union Sandersdorf. Die Elf blieb nur beim 1. FC Magdeburg II (1:2) ohne Punktgewinn.
Die Abstiegskandidaten Eisleben und Wernigerode kassierten mit je zwölf die meisten Niederlagen im 17er-Feld.
Remis-Könige der Herbstrunde sind die Union-Kicker aus Sandersdorf (8) vor den Preussen aus Magdeburg (7) sowie dem Halleschen FC II und Askania Bernburg (je 6).
Die meisten Treffer markierte die Club-Zweite aus der Landeshauptstadt. 46 Tore bedeuten einen Schnitt von 2,7 Toren pro Begegnung. Dahinter folgen Wolfen und Piesteritz mit 34 (2,12) Toren.
Mit zehn (Eisleben) bzw. elf Treffern (Wernigerode) haben die beiden Schlusslichter auch die schwächsten Offensivformationen in ihren Reihen.
Mit gerade einmal zehn Gegentoren stellt die Sandersdorfer Union-Elf die beste Verteidigung der gesamten Liga. Dahinter folgen Wolfen (13) sowie Stendal, die Preussen und Sangerhausen mit je 19 Gegentreffern auf den Plätzen.
„Schießbude“ der Liga ist gegenwärtig Schlusslicht Eisleben. Die MSV-Abwehr musste bisher in 15 Spielen 35 Gegentreffer hinnehmen. Neuling Wernigerode (29) und der einstige Oberligist und Landespokalsieger TSV Völpke (28) folgen dicht dahinter.)
Spitzenreiter in der Torjägerliste ist der Piesteritzer Ladislav Stefke mit zwölf Treffern. In der vergangenen Saison belegte er im Gesamtklassement mit 17 Toren Rang drei. Diese Marke kann er in dieser Saison übertreffen. Auf den Plätzen sind mit Marcel Brendel vom 1. FCM II und Sirko Czarnetzki von Romonta Amsdorf zwei Spieler mit je elf Toren platziert.
Mit Philipp Glage, Moritz Instenberg (beide 1. FC Magdeburg II), Alexander Siemke, Steve Röhl (beide MSV 90 Preussen, alle 7) sowie Marko Verkic, Patrick Bartsch (beide 1. FC Magdeburg II) und Kevin Knöfler (MSV 90 Preussen, alle 4) sind weitere Magdeburger Spieler unter den Top 20 der Torjäger zu finden.
Altmeister TSV Völpke führt dagegen die Fairplay-Wertung klar an. Nur 21 gelbe Karten kassierten die Völpker und verwiesen Ammendorf und überraschend die Oschersleber auf die Plätze.
Die wenigsten gelben Karten kassierte Sandersdorf mit zwölf. Doch eine Verhandlung vor dem Sportgericht und eine gelb-rote Karte ließen den Verein auf Rang zwölf abrutschen.
Die meisten Verwarnungen sahen Spieler aus Sangerhausen mit 42. Dahinter folgen Wernigerode und Eisleben mit je 37.
Das „unfairste“ Team der Liga kommt derzeit aus Stendal. 32 Gelbe, je zwei Gelb-Rote und Rote Karten sowie zwei Verhandlungen bedeuten Rang 17.
Fußball-Regionalligist bastelt am Kader für die Rückrunde
FCM und Brendel gehen künftig getrennte Wege
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Während die Spieler des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg noch bis zum 8. Januar 2010 ihren Weihnachtsurlaub genießen, bemüht sich die Führungsebene intensiv darum, den Kader für die Rückrunde noch zu verändern.
Wie Sportchef Michael Richter bekräftigte, „ist der Verein in Bezug auf Neuzugänge nur dann handlungsfähig, wenn vorher Spieler abgegeben werden können“. Und da gibt es jetzt die erste Erfolgsmeldung. Richter: „Der Vertrag mit Marcel Brendel wird in den nächsten Tagen aufgelöst. Wohin er wechselt, möchte ich allerdings noch nicht sagen.“
Neben Brendel will sich der Club von Maik Georgi, Deniz Siga und Robert Littmann trennen (Volksstimme berichtete). Letzteren hatte Richter erst vor Saisonbeginn aus Oldenburg zum FCM geholt. Ein Fehlgriff? Richter sagt nein: „Aus meiner Sicht hat Robert nie schlecht gespielt, nur das Pech gehabt, dass wir zum Auftakt die ersten vier Spiele nicht gewinnen konnten und der Trainer quasi gezwungen war, personelle Veränderungen vorzunehmen.“
Aber selbst wenn der FCM, so Richter, auf dem Transfermarkt nicht mehr aktiv werden sollte, gewinnt der Kader durch die Rückkehr des lange verletzten Denis Wolf und des Ex Magdeburgers Tobias Friebertshäuser an Qualität.
Seine eigene Tätigkeit will der Vertriebs- und Marketingleiter einer Softwarefirma im Übrigen auch weiterhin ehrenamtlich ausführen. „Das ist vielleicht ungewöhnlich und sicher auch kein reines Hobby, aber ich übe den Job gerne und konzentriert aus.“ Und weiter: „Um meine Position sollte man sich beim FCM die wenigsten Sorgen machen. Es geht darum, die Spieler fit zu bekommen, denn ich glaube nach wie vor an unsere Chance.“
Hinrundenbilanz der Fußball-Regionalliga Nord: VfL Wolfsburg II zu Hause noch ohne Gegentreffer / Oberneuland als „böse Buben“ / Drei Trainerwechsel
Nach fünf Spielen startet Babelsberg durch
Den Fans des Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03 kam die Hinrunde in der Regionalliga Nord wohl vor wie ein Oscar-reifer Streifen aus den gerade einmal drei Kilometer entfernten Filmstudios vor. Dabei sah es nach einem holprigen Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten fünf Spielen zunächst nicht nach einer Erfolgsstory für die Brandenburger aus. Doch wie in einem „echten“ Klassiker kam die plötzliche und unerwartete Wendung.
Potsdam (MSPW). Babelsberg ist inzwischen der Top-Favorit für die Meisterschaft, hat nach einer grandiosen Serie mit zwölf Siegen aus den vergangenen 13 Partien die inoffizielle Herbstmeisterschaft errungen und überwintert auch mit stolzen 42 Punkten auf Platz eins.
Erfolgscoach Dietmar Demuth gilt als Autor der Babelsberger Erfolgsgeschichte. Unter allen 18 Trainern in der Regionalliga Nord gab nur Ex-Profi Demuth, der einst schon als Spieler und Trainer mit dem FC St. Pauli sogar den Sprung in die Bundesliga geschafft hatte, vor der Saison den Aufstieg in die 3. Liga als Ziel aus. Seine Mannschaft wurde den hohen Ansprüchen eindrucksvoll gerecht.
Hinter den Potsdamern blieben in der Tabelle große Überraschungen aus. Mit 38 Punkten belegt die Reserve des VfL Wolfsburg, die von mehreren Trainern bereits vor Saisonbeginn als „Geheimtipp“ eingestuft wurde, den zweiten Tabellenplatz vor dem aktuellen Vize-Meister HFC (36), der in der vergangenen Saison den Aufstieg hinter Holstein Kiel nur knapp verpasst hatte.
Erst auf dem fünften Platz hinter dem Chemnitzer FC (34) ist der 1. FC Magdeburg (32) zu finden. Der als Top-Favorit auf den Aufstieg in die Spielzeit gestartete Ex-Europapokalsieger weist schon zehn Zähler Rückstand auf Babelsberg auf.
Im Gegensatz zu Babelsberg und Magdeburg mussten sich die Verantwortlichen und Fans in Wolfsburg nicht so lange gedulden, bis die Reserve der „Wölfe“ durchstartete. Denn die Mannschaft von Trainer Lorenz-Günther Köstner legte von Beginn an los wie die Feuerwehr, verlor nur eine ihrer ersten 13 Saisonspiele und rangierte bis zum zwölften Spieltag an der Tabellenspitze. Durch ein 0:0 gegen Aufsteiger Meuselwitz mussten die Wolfsburger die Spitzenposition dann an Babelsberg abgeben. Das war gleichzeitig die erste und bisher einzige Veränderung an der Tabellenspitze in dieser Saison.
Zwar befindet sich der FCM in der Tabelle nur auf Rang fünf, aber beim Zuschauer-Zuspruch wird der Traditionsverein seinen hohen Ansprüchen gerecht (siehe Infokasten).
Die meisten Zuschauer (10 254) sahen das Derby zwischen dem Halleschen FC und dem 1. FC Magdeburg (1:1). Lediglich 94 Besucher verloren sich dagegen beim Reserve-Duell zwischen Hannover 96 II und Hertha BSC Berlin II (3:3) in der AWD-Arena. Das war die bisherige Minuskulisse.
Insgesamt ist die Zuschauerzahl im Vergleich zur vergangenen Saison deutlich gesunken. Waren es nach 19 Spieltagen in 08/09 noch 1752 Besucher im Schnitt, so passierten in dieser Saison bisher durchschnittlich 1380 Zuschauer die Stadiontore.
Bei den treffsichersten Akteuren der Regionalliga Nord hat ebenfalls ein Spieler von Spitzenreiter SV Babelsberg 03 die Nase vorn. Denn mit 15 Toren in 18 Spielen weist Angreifer Daniel Frahn eine beeindruckende Bilanz auf. Hinter Frahn liegen Wolfsburgs Mike Könnecke und Magdeburgs Radovan Vujanovic mit jeweils zwölf Treffern in der Torschüt zenliste auf Platz zwei. Vierter ist Vujanovics Sturmpartner Lars Fuchs mit elf Saisontreffern.
Die sattelfesteste Abwehr stellt der VfL Wolfsburg II, der bisher erst sieben Gegentore hinnehmen musste. Kurios: Alle Gegentore kassierte die Mann schaft von Trainer Lorenz-Günther Köstner auswärts. Im heimischen VfL-Stadion am Elsterweg hat VfL-Torhüter Marwin Hitz dagegen in zehn Partien noch keinen einzigen Gegentreffer kassiert. Dieses Kunststück ist bisher noch keiner Mannschaft in der Ge schichte der Regionalliga Nord gelungen.
Nicht weniger als 19 Spieler erwiesen sich als „Dauerbrenner“, verpassten keine einzige Minute. Dabei stellen der HFC mit Torhüter Darko Horvat, Steve Finke und Adli Lachheb sowie Wolfsburg mit Marwin Hitz, Julian Klamt und Daniel Reiche jeweils gleich drei Spieler.
Als „böse Buben“ aufgefallen sind die Spieler der FC Oberneuland. Die Bremer kassierten bereits 43 Gelbe Karten sowie fünf Platzverweise und sind damit die „Karten-Könige“. Ihr Abwehrspieler Björn Dreyer handelte sich ebenso wie Marco Fiore (Wilhelmshaven) und Marius Browarczyk (St. Pauli) je eine Rote und eine Gelb-Rote Karte ein.
Bei drei Clubs gab es bis zur Winterpause Trainerwechsel. Nach nur einem Sieg aus den ersten fünf Partien musste beim FC Oberneuland Trainer Mohamed Amiq seinen Hut nehmen. Für ihn sprang zunächst Remzo Memic ein, rückte aber später wieder ins zweite Glied, als Mike Barten (zuvor Co-Trainer beim FC Hansa Rostock) zurückkehrte.
Weil Andreas Bergmann bei den Profis von Hannover 96 als Interimstrainer überzeugen konnte, wurde er zum neuen Chef-Trainer befördert. Für ihn übernahm Thomas Flath. Beim VFC Plauen musste Hermann Andreev im Oktober seinen Hut nehmen. Für ihn rückte Ronald Färber auf, der zuvor die U 19 trainiert hatte.
Zuschauer: FCM top, Hertha flop
Verein Spiele gesamt Schnitt
FCM 9 55 982 6220 Chemnitz 10 34 566 3457 HFC 10 33 144 3314 Lübeck 9 23 982 2665 Meuselwitz 8 13 860 1733 Babelsberg 8 13 077 1635 VFC Plauen 9 10 789 1199 St. Pauli II 10 9361 936 W‘haven 8 5584 698 Verein Spiele gesamt Schnitt
TeBe Berlin 10 5854 585 HSV II 8 2802 350 Türkiyemspor 8 2628 329 Rostock II 9 2816 313 Goslarer SC 9 2605 289 Oberneuland 10 2885 289 Hannover II 9 2238 249 Wolfsburg II 10 1921 192 Hertha BSC II 10 1886 189
Autor: Klaus Kahmann
Richter: Veränderungen frühestens im Januar
Magdeburg. „Sicher wäre uns ein Sieg am Sonnabend in Norderstedt gegen die zweite Mannschaft des Hamburger SV lieber gewesen“, so Michael Richter, der Sportdirektor des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, mit Blick auf den Erfolg des FCM bei der offiziellen ostdeutschen Hallenmeisterschaft in Riesa. Richter fügte hinzu: „Wenn man schon zu einem solchen Hallenturnier fährt, dann möchte man auch mit einem maximalen Erfolg nach Magdeburg zurückkommen. Nun kann die Mannschaft zumindest dieses Erfolgserlebnis mit in die Pause und die Weihnachtstage nehmen.“
Zur Spielabsetzung in Norderstedt ergänzte Richter: „Es zeichnete sich schon Donnerstagvormittag ab, dass es im Norden zu schneebedingten Ausfällen kommen kann. Dass so etwas im Dezember passiert, ist ein ganz normaler Vorgang. Dann wird eben Plan B herausgeholt, auch wenn das nicht gerade angenehm ist.“ Auf Denis Siga, Marcel Brendel und Maik Georgi angesprochen, denen der FCM – wie auch Robert Littmann – angeboten hat, die Winterpause für einen Wechsel zu nutzen, da sie kaum Einsatzzeiten haben, sich kaum weiterentwickeln können, meinte er: „Da hat sich bis jetzt noch nichts Konkretes getan. Das war auch nicht zu erwarten. Ich denke, dass sich hier in den ersten Januartagen etwas bewegen wird.“
Richter machte noch einmal darauf aufmerksam, dass der Club Wert darauf gelegt hat, dass die Spieler nicht über die Medien erfahren, dass man ihnen freistellt, den Verein zu wechseln. „Der Trainer hat mit Brendel, Georgi und Littmann gesprochen, ehe wir mit der Sache an die Öffentlichkeit gegangen sind. Es wäre uns natürlich lieb, wenn alle vier schnell einen neuen Verein finden würden. Dann hätten wir auf der Kostenseite etwas mehr Entspannung und könnten uns selbst noch einmal umsehen.“
Club gewinnt nach hitzigem Finale gegen Dynamo Dresden den Super Regio Cup in Riesa
1. FC Magdeburg NOFV-Hallenmeister
An den Erfolg verschwendete Steffen Baumgart bereits kurz nach dem Schlusspfiff keinen Gedanken mehr. „Das war eine gute Veranstaltung mit gutem Fußball – aber jetzt freuen wir uns nur noch auf den verdienten Urlaub“, bilanzierte der Trainer des 1. FC Magdeburg nach dem Sieg beim 11. Super Regio Cup in Riesa.
Riesa (dpa). In einem hitzigen Finale hatte der Viertligist für eine Überraschung gesorgt und sich zum zweiten Mal nach 2007 den Titel bei der offiziellen Hallenmeisterschaft des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) gesichert. Vor rund 2500 Zuschauern in der erdgas arena siegte das Team aus Sachsen-Anhalt gegen den Titelverteidiger SG Dynamo Dresden verdient mit 6:5 (3:3).
Mit drei Treffern war Lars Fuchs (5./17./24.) der Matchwinner für Magdeburg. Dresdens Halil Savran erhielt kurz vor dem Schlusspfiff wegen Meckerns eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe.
„Auch ich freue mich jetzt erst einmal auf den Urlaub“, pflichtete der unterlegene Matthias Mauksch seinem Trainer-Kollegen Baumgart bei. In Thomas Hübener stellten seine Dresdner den besten Spieler des Turniers. Angelo Hauk vom HFC wurde mit sechs Treffern Torschützenkönig.
Gegen den Club aus Sachsen-Anhalt holte sich der Drittliga-Zwölfte FC Carl Zeiss Jena Rang drei. Das Team von Trainer René van Eck besiegte den Viertligisten mit 6:5 (4:3). „Wegen der Verletzungsgefahr bin ich kein Fan des Hallen-Fußballs. Wir hätten dennoch gerne gewonnen“, sagte van Eck. In der Bundesliga-Rückrunde will der Niederländer mit den Thüringern angreifen. „Wenn alle meine Spieler fit sind, können wir zulegen“, meinte er. Vor dem offiziellen Trainingsstart am 3. Januar spannt der 43-Jährige aber erst einmal mit seiner Frau und den drei Kin dern in seiner Heimatstadt Rotterdam aus.
Vier Tage vor Heiligabend nutzte NOFV-Präsident Hans-Georg Moldenhauer den Super Regio Cup für einen Ausflug in die Vergangenheit. „Ich habe hier 1960 gegen Österreich als 17-Jähriger mein erstes Junioren-Länderspiel für die dama lige DDR gemacht“, erzählte der frühere Torwart des 1. FC Magdeburg. Das von Finanzproblemen geplagte Hallenturnier hat laut Moldenhauer jedoch vor allem einen hohen lokalen Stellenwert. „Es ist wichtig als Plattform für die gesamte Region“, betonte er.
Bereits nach der Vorrunde mussten die beiden Drittligisten FC Erzgebirge Aue und FC Rot-Weiß Erfurt die Heimreise antreten. „Wir wollten das Turnier natürlich positiv gestalten, aber in erster Linie bin ich froh über das Abschneiden in der Liga“, meinte Aues Trainer Rico Schmitt, der als Vierter in die Winterpause geht.
Fußball-Verbandsliga: TV Askania Bernburg – 1. FC Magdeburg II 2:2 (2:1)
Nach Punkteteilung bleibt die Club-Reserve an der Spitze
Von Sebastian Günther
Zum Auftakt der Rückrunde in der Fußball-Verbandsliga trennten sich der TV Askania Bernburg und die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg 2:2 (2:1). Fritsche (10.) und Weile (29.) brachten den Gastgeber mit 2:0 in Front. Philipp Glage (44.) kurz vor dem Wechsel und Marcel Brendel (49.) kurz nach der Halbzeitpause besorgten den Endstand. Aufgrund der winterlichen Verhältnisse im Land war es die einzige Partie des Spieltages, die stattfand.
Magdeburg. In den ersten Minuten schien die junge Club-Elf mit den Verhältnissen (hart gefrorener und schneebedeckter Boden) besser klar zu kommen und hatte durch Christian Loth und Brendel die ersten guten Möglichkeiten.
Mit zunehmender Spieldauer kam der Gastgeber auf dem schwer zu bespielenden Geläuf besser in die Partie. Nach einer abgewehrten Ecke stand Fritsche frei an der Strafraumgrenze und zog unhaltbar für Konstantin Filatow im Magdeburger Tor ab (10.). Im Gegenzug hatte wiederum Loth die Chance zum Ausgleich, doch sein Schuss wurde vom Bernburger Schlussmann entschärft.
Nach knapp einer Viertelstunde dann so etwas wie eine Drangphase der Gäste, in der man sich einige gute Möglichkeiten erarbeitete. Die beste davon vergab Maik Georgi, als auch sein Schuss von Woelfer im Bernburger Tor gehalten wurde. Der Gastgeber beschränkte sich in dieser Phase auf stets gefährliche Konter. Nach einem Stellungsfehler in der Magdeburger Hintermannschaft lief Jan Bauer alleine auf das Gäste-Tor zu, legte quer auf Weile. Dieser hatte keine Mühe, zum 2:0 für die Gastgeber einzuschieben (20.).
Kurz darauf hätte es bereits 3:0 stehen können, aber der gute Schiedsrichter Fettback (Stendal) erkannte diesen Treffer wegen einer Abseitsstellung nicht an. Die Middendorf-Elf versuchte trotz des Rückstandes ihr Kombinationsspiel aufziehen. Aber auf diesem Boden waren manche Aktionen zu umständlich. So dauerte es bis zur 31. Minute, ehe ein Schuss von Brendel nur knapp über das Tor ging.
Kurz vor dem Pausenpfiff konnte der FCM II das Ergebnis verkürzen. Einen Schuss von Maik Georgi konnte der Bernburger Keeper nicht festhalten und Glage staubte zum 1:2-Anschlusstreffer ab (44.).
Nach dem Wechsel kamen die Gäste mit viel Wut im Bauch aus der Kabine. So hatten sie auch die erste gute Szene im zweiten Abschnitt. Brendel trat zum Freistoß an und zirkelte das Leder über die Mauer. Aber der Bernburger Schlussmann hatte einen sehr guten Tag und hielt diesen Ball. Nur wenige Minuten später ein erneuter Angriff des FCM II. Glage legte für Brendel ab und dieser erzielte das 2:2 (49.).
Die junge Club-Elf versuchte nun, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Doch wie im ersten Abschnitt waren die Aktionen nun wieder zu umständlich, um auf diesem schwer zu bespielenden Boden erfolgreich zu sein. Weder Brendel noch Georgi blieben mit ihren Schüssen erfolgreich.
Die Magdeburger drängten weiter auf die Führung, aber auch die Bernburger waren durch ihre Konter sehr gefährlich. Den Zuschauern war klar, wer hier den dritten Treffer erzielt, wird dieses Spiel für sich entscheiden. Die beste Gelegenheit auf Magdeburger Seite hatte Glage mit einem Pfostenschuss (77.). Die letzte Möglichkeit vergab dann erneut Brendel (90.), der aus spitzem Winkel das Tor verfehlte.
„Wenn man nach einem 0:2-Rückstand bei diesen Platzverhältnissen noch einen Punkt holt, muss man zufrieden sein. Die Mannschaft hat Moral gezeigt und ich muss ihr dafür ein großes Lob aussprechen. Dass es heute nicht einfach war, guten Fußball zu spielen, hat jeder gesehen. Dennoch haben wir nach dem Ausgleich etwas zu umständlich gespielt. Mit etwas mehr Routine hätten wir dieses Spiel auch gewinnen können“, war nach dem Spiel von Trainer Mario Middendorf zu erfahren.
1. FC Magdeburg II: Filatow – Instenberg (62. Gerwien), Loth, Weiß, Gebauer, Friebertshäuser Köhne, Georgi, Bartsch (46. Tietz), Brendel, Glage.
Super Regio Cup als NOFV-Hallenmeisterschaft / Boykott der Ultra-Fanszene
FCM-Fußballer zum Abschluss in Riesa unterm Hallendach
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Das Auswärtsspiel beim HSV II fiel zwar den widrigen Platzverhältnissen zum Opfer, dennoch sind die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg im alten Jahr noch einmal aktiv, nehmen morgen ab 11 Uhr am Super Regio Cup in Riesa teil.
Bei der offiziellen Hallenmeisterschaft des NOFV sind außer dem Traditionsvereine wie der FC Erzgebirge Aue, RW Erfurt, Carl-Zeiss Jena, Dynamo Dresden und HFC am Start.
„Natürlich richten wir unser Hauptaugenmerk auf andere Dinge, aber als Fußballer will man jedes Spiel gewinnen, und das gilt selbstverständlich auch für Hallenturniere. Außerdem geht es darum, sich als 1. FC Magdeburg ordentlich zu präsentieren“, sagte Trainer Steffen Baumgart, der mit zwölf Spielern die Reise antreten will. Definitiv nicht dabei ist Maximilian Watzka, der sich wegen seiner Beschwerden am Außenmeniskus einer Arthroskopie unterzieht.
Nach dem Turnier schickt Baumgart seine Jungs erst einmal in die Weihnachtspause. Das erste Mannschaftstraining 2010 findet am 8. Januar statt.
Übrigens: Zahlreiche Ultra-Fangruppen wie die des FCM bleiben auch in diesem Jahr dem Budenzauber in Riesa und anderen Städten fern, gehen aber insofern neue Wege, als dass sie ihre Beweggründe in einer einheitlichen Stellungnahme abgegeben haben. So heißt es u.a.: „Zuallererst ist festzustellen, dass die Veranstaltungen für unsere Vereine allesamt keinen sportlich relevanten Charakter haben. Sie dienen dem alleinigen Zweck, dass ein Veranstalter unter dem Vor wand einer Sportveranstaltung einen möglichst hohen Gewinn erwirtschaften kann ... Sie sind fanunfreundlich, völlig überzogene Eintrittspreise bilden dabei nur die Spitze des Eisberges (die Tickets in Riesa kosten 17 Euro/ d. Red.) ... Die Turniere dauern meist einen halben Tag. Hat man den Veranstaltungsort betreten, kann man ihn nicht mehr verlassen, ohne dass die Eintrittskarte an Gültigkeit verliert.“
Morgige Auswärtspartie des 1. FC Magdeburg beim Hamburger SV II abgesagt
Rehboldt: Stehen finanziell besser da als vor einem Jahr
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg kann seine bislang bescheidene Auswärtsbilanz (neun Punkte in neun Spielen) vor der Winterpause nicht mehr nachbessern. Die für morgen (13.30 Uhr) angesetzte Partie bei der U 23 des Hamburger SV fällt wegen der schlechten Platzverhältnisse in Norderstedt aus. Tagelanger Frost stellt ein erhöhtes gesundheitsgefährdendes Risiko dar. Einen Nachholtermin gibt es noch nicht.
„Das ist zwar schade, denn ich hätte der Mannschaft gerne die Gelegenheit gegeben, vor Weihnachten noch einen Auswärts-Dreier zu holen, aber eben nicht zu ändern“, sagte Präsident Volker Rehboldt, der wegen seiner Schwindelanfälle im Städtischen Klinikum Braunschweig liegt (Volksstimme berichtete), heute aber wohl entlassen wird.
Der 41-Jährige ging gestern auch auf eine Presseinformation des FCM ein, die für gewisse Irritationen gesorgt hatte: „Auf Grund einer Systemumstellung in der Mitgliederverwaltung ist es dem 1. FC Magdeburg leider nicht möglich, die fälligen Mitgliedsbeiträge für das Kalenderjahr 2010 wie gewohnt im Januar einzuziehen. Deshalb findet die Abbuchung bei Mitgliedern, die über ein Lastschriftverfahren zahlen, bereits im Dezember 2009 statt“, hieß es da.
Mit zu vermutenden eventuellen Liquiditätsengpässen, so Rehboldt, habe die Maßnahme aber auch rein gar nichts zu tun und erläuterte: „Es geht hier um eine rein technische Frage, keine inhaltlichen Probleme. Das IT-System ist umgestellt worden, weil die Bestandspflege nicht mehr so war wie sie sein sollte, und der Zeitraum erfasst auch nur 13 Tage.“
Der „Präsi“ weiter: „Es handelt sich, um einmal die Größenordnung zu verdeutlichen, um rund 60 000 Euro. Damit würde man keinen Verein retten, der finanziell am Boden liegt.“
Beim Thema Finanzen holte Rehboldt dann noch weiter aus und hatte durchaus Erfreuliches zu verkünden: „Wir werden am 31. Dezember um einige Euro besser dastehen als zum gleichen Zeitpunkt 2008. Und das, obwohl uns das Jahr mit dem verpassten Aufstieg viel Mühe und Schweiß gekostet hat.“ Genaue Zahlen wollte er nicht nennen, verwies auf die voraussichtlich Mitte/Ende Februar 2010 stattfindende Mitgliederversammlung, auf der dann (endlich) auch der Jahresabschluss 08/09 präsentiert werden soll. Rehboldt: „Er ist fertig, wir haben ihn nur noch nicht veröffentlicht.“
Club-Zweite will in Bernburg etwas gutmachen
Magdeburg (rsc). Zum Auftakt der Rückrunde in der Fußball-Verbandsliga muss Tabellenführer 1. FC Magdeburg II beim TV Askania Bernburg antreten. Anstoß am Sonnabend ist um 13 Uhr.
„Nach unseren letzten Gesprächen mit den Bernburgern kann am Samstag nach heutigem Stand zu 90 Prozent gespielt werden“, berichtete FCMII-Trainer Mario Middendorf am Volksstimme-Telefon. Der Coach geht auch davon aus, dass die Begegnung am Samstag zur Austragung kommt, zumal Bernburg bereits jetzt zwei Nachholspiele bestreiten muss.
Die Blau-Weißen wollen in Bernburg noch einiges geraderücken. In der Hinrunde bestritt der Spitzenreiter neun Heimspiele, von denen er acht gewann und einmal Remis spielte. Dieses Remis „verzapfte“ das Team ausgerechnet am 1. Spieltag beim 1:1 gegen jene Bernburger. „Da haben wir noch was gut zu machen“, lautete denn auch seine Kampfansage gen Bernburg.
Allerdings hat auch Middendorf einige Personalsorgen, kann nach den Ausfällen von Jahnel (verletzt), Heinicke (krank), Osterland (schreibt seine Diplomarbeit), Girke und Schmidt (beide verletzt) auf gerade einmal zwölf gesunde Spieler zurückgreifen. Eigentlich wollte man auf die spielfreien A-Junioren zurückgreifen. Doch da bereits gestern das Spiel der Regionalliga-Elf beim HSV II abgesagt wurde, wird es wohl aus dem Kader der ersten Mannschaft Verstärkungen geben. Wer runtergehen wird, entscheidet sich dann heute früh nach dem Training.
Gegen die sicherlich wieder sehr defensiv stehenden Bernburger will die Club-Reserve aber ihren ersten Platz verteidigen und strebt den dazu nötigen vollen Erfolg an.
FCM-Präsident nach Schwindelanfällen im Städtischen Klinikum Braunschweig
Rehboldt mit einem kleinen Home-Office am Krankenbett
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Volker Rehboldt, Präsident des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, verfolgt das Geschehen des Clubs derzeit vom Krankenbett aus. Der 41-Jährige liegt seit dem vergangenen Sonnabend im Städtischen Klinikum Braunschweig.
„Ich bin nicht schwer krank, mir ist in den letzten Wochen aber häufiger extrem schwindelig geworden. Mein Arzt hat mir daraufhin empfohlen, mich stationär behandeln zu lassen. Einen genauen Befund gibt es allerdings noch nicht. Möglicherweise hat das Ganze neurologische Ursachen“, sagte gestern Rehboldt, der sich gegen die Langeweile ein kleines Home-Office am Krankenbett eingerichtet hat und so einige Dinge für seinen Arbeitgeber, die AOK, erledigen kann.
Der Anfang Dezember vom Aufsichtsrat für weitere drei Jahre wiedergewählte FCM Boss hofft, dass er zum Wochenende endlich nach Hause darf. „Ich wollte schon eher raus, doch das wäre nur auf eigenes Risiko möglich gewesen und kam natürlich nicht infrage“, berichtete Rehboldt, der sich gerne das letzte Auswärtsspiel des FCM vor der Winterpause beim HSV II (Sonnabend, 13.30 Uhr in Norderstedt) anschauen würde: „Aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher ...“
Rehboldt sieht den bisherigen Saisonverlauf mit zehn Punkten Rückstand zur Spitze durchaus kritisch („Die Tabelle lügt ja nicht“), aber weiter Chancen, doch noch ganz oben angreifen zu können: „Es sind noch 48 Punkte zu vergeben, davon holt Babelsberg keine 38. Wir müssen ruhig bleiben und unsere eigenen Spiele gewin nen. Mein Lieblingsbeispiel ist der FC St. Pauli, der vor drei Jahren zur Winterpause als Zwölfter weit zurücklag und dann mit einer tollen Serie als Erster noch aufgestiegen ist.“
Auf alle Fälle, so der 41-Jährige, wird sich der Club intensiv auf die Rückrunde vorbereiten: „Dazu gehört auch unser Trainingslager in Portugal. Es gibt ja Stimmen, die die Reise wegen der zehn Punkte auf Babelsberg für unnötig halten. Da bin ich völlig anderer Meinung.“
Hallenfußball: „Turnier der Legenden“ in Cottbus
FCM-Tradionsmannschaft belegt den vierten Rang
Von Roland Schulz
Magdeburg. Mit dem Sieg des Gastgebers FC Energie Cottbus vor einer Auswahl Tschechiens und dem BFC Dynamo ging am Wochenende das erste Fußballturnier für Traditionsmannschaften in Cottbus zu Ende. Insgesamt hatten sechs Mannschaften ihr Kommen zum „Turnier der Legenden“ zugesagt.
Mit dabei auch die Traditionsmannschaft des 1. FC Magdeburg, die nach je zwei Siegen und Niederlagen sowie einem Unentschieden den vierten Rang vor dem FC Vorwärts Frankfurt/Oder und einer DDR-Auswahl-Mannschaft belegte.
Die von Jürgen Brennecke betreuten Blau-Weißen bezwangen im ersten Turnierspiel die Frankfurter mit 2:1, um im Anschluss dem BFC Dynamo knapp mit 2:3 zu unterliegen. Dem 2:1 gegen die von Manfred Zapf betreute Auswahl der DDR folgte ein 0:1 gegen den Gastgeber und späteren Turniersieger aus Cottbus.
Zum Abschluss trennten sich die Magdeburger von der tschechischen Auswahl, in der u.a. auch Jan Berger, Horst Sigl und Jiri Novotny standen, 2:2. Ein Sieg und die Magdeburger wären Turnierzweiter
geworden.
Als Bester Torhüter wurde Cottbus ehemaliger
Bundesliga-Keeper Tomislav Piplica ausgezeichnet. Bernd Wunderlich (DDR-Auswahl) wurde zudem als bester Spieler und Detlef Irrgang (Cottbus) als bester Torschütze geehrt.
Frenetischen Beifall der 1 620 begeisterten Zuschauer ernteten auch immer wieder die Magdeburger Siegmund „Keule“ Mewes, der mit einer Platzwunde durchspielte, sowie der mittlerweile 64-jährige Wolfgang „Paule“ Seguin. Der 21-fache DDR-Nationalspieler meinte zum Turnier: „Großartige Stimmung, tolle Halle und hoffentlich bald eine Fortsetzung!“
FCM-Aufsichtsrats-Vorsitzender verärgert, aber vorsichtig optimistisch
Koch: „Habe Hoffnung noch nicht aufgegeben“
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Das (wieder einmal) unbefriedigende Abschneiden des 1. FC Magdeburg in der Fußball-Regionalliga – nur Platz fünf mit zehn Punkten Rückstand auf Tabellenführer SV Babelsberg – schmeckt dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden Rüdiger Koch überhaupt nicht. „Speziell nach der 0:1-Niederlage in Meuselwitz war ich schon sehr verärgert. Man kann sicherlich verlieren, aber wenn man die gesamte Hinrunde betrachtet, muss man feststellen, dass das Ganze ja schon eine gewisse Negativ-Kontinuität hat“, kritisierte der 60-Jährige.
Dennoch gab sich Koch vorsichtig optimistisch, was den weiteren Saisonverlauf anbetrifft. „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir oben noch angreifen können. Das bedeutet aber natürlich, dass ab sofort Schluss sein muss mit den unnötigen Punktverlusten.“
In Anbetracht des großen Rückstandes zählt daher für den Club im letzten Spiel vor der Winterpause beim HSV II (Sonnabend 13.30 Uhr) nur ein Sieg. Zwar weiß auch Koch um die Auswärtsschwäche,
überlässt es aber „der sportlichen Leitung, die nötigen Konsequenzen aus der Hinrunde zu ziehen“.
Dass sich der FCM in der Winterpause noch einmal verstärkt, schloss der Aufsichtsrats-Chef, der betonte, dass der Club auch in Zukunft eine seriöse Vereinspolitik be treibt, aus: „Es ist kein Geld für neue Spieler da. Außerdem darf man ja nicht vergessen, dass uns der lange verletzte Denis Wolf zur Rückrunde wieder zur Verfügung steht und somit ein Akteur dazustößt.“
Und wie beurteilt der 60-Jährige die sinkenden Zuschauerzahlen? „Wir haben darüber im Aufsichtsrat und Präsidium gesprochen, werden versuchen, hier gegenzusteuern. Wie das konkret aussieht, möchte ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt öffentlich nicht sagen.“
Autor: Uwe Tiedemann
Richters Appell: Endlich die Auswärtsschwäche abstellen
1. FC Magdeburg weiter zehn Punkte hinter der Spitze / Nun gegen HSV II / St. Pauli als Vorbild
Mit dem 1:0 über den VfB Lübeck hatte Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg zum Rückrundenstart seinen siebten Heimsieg in Folge gefeiert. In Anbetracht der Tatsache, dass der Rückstand auf Spitzenreiter SV Babelsberg weiter zehn Punkte beträgt, hielt sich die Freude allerdings in Grenzen, gehörte der Erfolg am Sonntag eher in die Kategorie „Pflichtsieg“.
Magdeburg. Die Heimstärke des FCM ist hinlänglich bekannt, die Bilanz beinahe makellos. In neun Begegnungen fuhren die Elbestädter sieben Dreier und zwei Remis ein (23 Punkte, 27:8 Tore). Damit liegt der Club in der Nordstaffel hinter dem VfL Wolfsburg II – 26 Zähler und 18:0 (!) Treffer in zehn Spielen – auf Platz zwei. „Zu Hause haben wir unsere Punkte geholt. Das Problem sind die Auswärtsspiele.
Und was natürlich erschwerend hinzukommt, war der schlechte Saisonstart, als wir die ersten vier Spiele nicht gewonnen haben“, blickte Sportchef Michael Richter zurück und machte dann mit klaren Worten ganz deutlich: „Wir müssen jetzt unsere Spiele durchbringen und in dem Moment präsent sein, wenn Babelsberg nicht gewinnt. Wenn wir allerdings weiterhin unsere Punkte auswärts wie zuletzt gegen Oberneuland und Meuselwitz (jeweils 0:1/d. Red.) liegenlassen, brauchen wir uns über gar nichts mehr zu unterhalten.“
Die Bilanz in der Fremde ist in der Tat eines Aufstiegsaspiranten unwürdig – neun Auftritte, neun Punkte (zwei Siege, drei Unentschieden und schon vier Niederlagen). Da ist der Branchen-Primus aus ganz anderem Holz geschnitzt. Babelsberg verließ in zehn Auswärtsbegegnungen allein neunmal als Sieger den Platz und legte damit den Grundstein für die souveräne Tabellenführung.
„Eine solche Serie gelingt denen in der Rückrunde nicht noch einmal“, hatte Club-Kapitän Radovan Vujanovic in jüngster Zeit mehrfach betont. Doch auch der FCM-„Knipser“ weiß natürlich um die schwere Hypothek der zehn Zähler.
Hinzu kommt die Tatsache, dass Babelsberg keineswegs der alleinige Konkurrent im Aufstiegsrennen ist, sondern gleich drei andere Teams (VfL Wolfsburg II, Chemnitzer FC und HFC) ebenfalls noch vor dem Club rangieren – und das mit bis zu sechs Punkten Vorsprung.
Bevor die Winterpause eingeläutet wird, muss der FCM noch einmal ran – am kommenden Sonnabend (13.30 Uhr) beim Hamburger SV II. „Da zählt nichts anderes als weitere drei Punkte“, hatte schon kurz nach dem 1:0 über Lübeck der neue Manager Rüdiger Bartsch unmissverständlich erklärt. Allerdings kann man aufgrund der eklatanten Auswärtsschwäche keineswegs zwingend davon ausgehen, dass die Magdeburger in Norderstedt gewinnen.
Dass aber selbst ein üppiger Rückstand aufholbar ist, belegt ein Blick ins Spieljahr 2006/07, als die Blau-Weißen als Aufsteiger nur um Haaresbreite den Durchmarsch in die 2. Liga verpassten. Drei Runden vor Schluss reichten bekanntlich fünf Zähler Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz nicht. Am Ende zog der VfL Osnabrück noch vorbei, durfte zudem der FC St. Pauli jubeln.
Zur Winterpause sah die Konstellation jedoch noch ganz anders aus. Da war der FCM „nur“ Neunter, der spätere Titelträger aus Hamburg gar nur Zwölfter, bevor beide Klubs dann eine fulminante Rückserie hinlegten. Vor allem St. Pauli trumpfte groß auf, katapultierte sich nach 26 Punkten zur Pause mit 63 (!) Zählern noch eindrucksvoll auf Platz eins.
Vujanovic sorgt zum Start der Rückrunde für ein Happyend
Von Uwe Tiedemann
Mit einem 1:0-Heimsieg über den VfB Lübeck startete gestern Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg in die Rückrunde. Schütze des „goldenen Tores“ war Kapitän Vujanovic nach 32 Minuten. Weitergebracht hat der Dreier den Club allerdings nicht. Der Rückstand auf Spitzenreiter Babelsberg beträgt weiterhin zehn Punkte, und es ist wieder ein Spieltag weniger ...
Magdeburg. Die Blau-Weißen, mit Robert Littmann (Innenverteidigung) und Andreas Gaebler (rechte Außenbahn) für die gesperrten Christian Prest und Maximilian Watzka, legten gestern vor 4787 Zuschauern (Minusrekord in dieser Saison) einen schwungvollen Start hin. Schon nach vier Minuten gab es nach Foul an Marcel Probst Elfmeter, doch Catalin Racanel schoss zu schwach und unplatziert, scheiterte so an Keeper Semghoun.
Nur 120 Sekunden später hatte erst Simon Tüting, dann Gaebler die Führung auf dem Fuß, doch die vielbeinige Lübecker Hintermannschaft konnte klären. Wiederum nur eine Minute später wurde ein Treffer von Radovan Vujanovic (Abseits) nicht anerkannt. Außenverteidiger Stephan Neumann meinte hinterher in Anlehnung an die jüngsten trotz Riesenchancen verlorenen Auswärtspartien in Oberneuland und Meuselwitz (jeweils 0:1): „Da hat so mancher von uns gedacht: Geht der Dreck etwa schon wieder los?“
Der FCM setzte weiter nach und hatte in einer unterhaltsamen Begegnung nach gut einer halben Stunde endlich Grund zum Jubel. Vujanovic vollendete nach einem abgefälschten Schuss von Gaebler per Kopf zum 1:0. Und es war ein regulärer Treffer. Lübecks Michael Hohnstedt hatte eine zunächst vermutete Abseitsstellung aufgehoben.
Nach dem Wechsel erreichte das Spiel nicht mehr das Niveau der ersten Hälfte, wenngleich das Tempo weiter hoch, nun aber von (zu) vielen Fehlern geprägt war.
Die weitaus klareren Möglichkeiten besaß zwar weiterhin der Club, sündigte jedoch im Abschluss. Vor allem Semghoun verhinderte mehrfach die Vorentscheidung. Es war aber nicht nur Pech, sondern auch jede Menge Unvermögen dabei. Zum Haareraufen z.B. die Szene in der 81. Minute, als Racanel in halblinker Position auf Semghoun zustürmte, sein Querpass aber im Toraus und nicht beim mitgelaufenen Vujanovic landete. „Wir haben es versäumt, rechtzeitig den Sack zuzumachen und uns zum Schluss durchgezittert“, befand der neue FCM-Manager Rüdiger Bartsch.
„Was wir für Chancen vergeben, da flippt man fast aus“
Genauso kam es. Denn die nun stärker und mutiger werdenden Gäste tauchten mehrfach gefährlich vorm Gehäuse des FCM auf. Torhüter Matthias Tischer („Da flippt man fast aus, wenn man sieht, was wir für Chancen haben und die Dinger nicht reinmachen“) hatte vor allem kurz vor dem Abpfiff reichlich Dusel, dass der Ball des eingewechselten André Senger gegen den Pfosten sprang. Zuvor hatte in der 84. Minute Daniel Bauer gegen den durchgebrochenen Henning prima geklärt.
So blieb es beim knappen 1:0 in einem Spiel, das, wie Neumann sagte, auch locker 4:1 oder 5:2 hätte ausgehen können. Für den VfB war es die sechste Niederlage in Folge. Probst meinte: „Die erste Hälfte war, wo wir von Anfang an Vollgas gegeben haben, in Ordnung, die zweite nur noch aus kämpferischer Sicht.“ Und auf die Frage, ob das 1:0 nicht ein wenig zu dürftig ausgefallen sei: „In unserer Situation war wichtig, dass wir die drei Punkte einfahren und nicht, wie hoch wir gewinnen.“ Sportchef Michael Richter ergänzte: „Ich hatte selbst nach den vergebenen hochkarätigen Chancen zu Beginn immer ein gutes Gefühl, auch weil die Jungs immer an sich geglaubt haben.“
Trainer Steffen Baumgart sprach später von einem „verdienten Sieg“ und einem für die Zuschauer „aufregenden Spiel“. Und weiter: „Die vielen Fehler im Aufbau waren sicherlich dem hohen Tempo geschuldet.“
FCM: Tischer - Probst, Littmann, Bankert, Neumann, Gaebler, Bauer, Tüting (58. Siga), Racanel (90. Brendel), Fuchs (88. Zander), Vujanovic
VfB Lübeck: Semghoun - Bergmann, Peters, Marheineke, Hohnstedt, Röhr, Gebers, Landerl (72. Nodop), Sachs (62. Senger), Imeri (67. Richter), Henning
Schiedsrichter: Siebert (Berlin). Zuschauer: 4787. Tor: 1:0 Vujavovic (32.). Gelb: Vujanovic / Bergmann
Torhungrige Club-Fohlen weiterhin an der Spitze
Von Sebastian Günther
Cracau. Im letzten Hinrundenspiel der Fußball-Verbandsliga bezwang die U 23 des 1. FC Magdeburg den BSV Halle-Ammendorf mit 4:0 (3:0). Da der Platz in Ammendorf nicht bespielbar war, wurde die Partie kurzerhand gedreht.
Die erste nennenswerte Aktion gehörte den Gästen, als ein Kopfball von Stefan Suchantke über das Tor ging. Auf der Gegenseite hatte der Spitzenreiter mit einem Freistoß eine erste Möglichkeit. Marcel Brendel brachte diesen scharf in den Gästestrafraum und Christof Köhne erzielte per Direktabnahme sein erstes Saisontor – 1:0 (10. Minute). Mit der Führung im Rücken fand die FCM-Zweite immer besser in das Spiel und erarbeitete sich weitere Möglichkeiten durch-Patrick Bartsch (15.), der aber abgeblockt wurde. Kurz darauf dann eine Kombination auf der rechten Seite über Marcel Brendel und Martin Gebauer. Dieser lief in den Strafraum der Gäste und passte mustergültig auf den freistehenden Philipp Glage, der nur noch zum 2:0 einschieben musste (23.). Dann verpasste Maik Georgi nur knapp das 3:0. Wenig später hätte Philipp Glage mit seinem zweiten Treffer alles klar machen können, scheiterte aber an Norbert Guth im Gästetor (40.). Nur zwei Minuten später drang der agile Brendel in den Strafraum der Ammendorfer ein und wurde regelwidrig von den Beinen geholt. Brendel selbst traf sicher vom Elfmeterpunkt zum 3:0-Halbzeitstand. Zur Pause musste Trainer Middendorf den gut spielenden Maik Georgi verletzungsbedingt auswechseln.
Im zweiten Abschnitt wollte die U 23 an das Spiel aus dem ersten Durchgang anknüpfen, nur in der Chancenverwertung wollte man konsequenter sein. So tauchte Bartsch nach einem Brendel-Pass Brendel alleine vor dem Tor der Gäste auf, doch auch diesen Schuss konnte der Ammendorfer Schlussmann entschärfen (53.). Nur eine Minute später verfehlte der eingewechselte Steven Herold mit einem Schlenzer knapp das Tor. Die Middendorf-Elf war auch in der zweiten Halbzeit absolut spielbestimmend. Die Gäste konnten nur reagieren und waren in der Offensive zu harmlos. So ergaben sich weitere Chancen für die junge Club-Elf, aber weder Glage, dessen Schuss abgeblockt wurde, noch Friebertshäuser per Kopf, konnten den Ball im Tor unterbringen. So dauerte es bis zur 80. Minute, ehe der eingewechselte Tobias Tietz nach einer Bartsch-Flanke per Kopf den 4:0-Endstand erzielte.
„Dieser Sieg geht absolut in Ordnung. Besonders gefreut hat mich, dass wir defensiv sehr gut standen und zu Null gespielt haben. Im zweiten Durchgang hatten wir mehr Ballbesitz und haben durch clevere Spielweise das Spiel gut verlagert und verwaltet. Vor allem haben wir unsere Chancen gut herausgespielt und sind nicht nur blind nach vorn gelaufen“, so FCM-Trainer Mario Middendorf.
„Würstchenstreit“ im Stadion Magdeburg Entscheidung des Gerichts rechtskräftig
Die gerichtliche Entscheidung im sogenannten Würstchenkrieg im Magdeburger Fußballstadion ist rechtskräftig. Die 9. Zivilkammer des Landgerichts Magdeburg hat nun entschieden, dass bis auf Weiteres zwei Versorger bei Heimspielen des 1. FC Magdeburg ihren Geschäften nachgehen können.
Sollte gegen die gerichtliche Anordnung verstoßen werden, droht dem neuen Stadionbetreiber, Stadion Magdeburg GmbH, ein Ordnungsgeld bis zu 250 000 Euro, ersatzweise dem Geschäftsführer Ordnungshaft bis zu sechs Monaten.
Ende September dieses Jahres hatte die Magdeburger Zivilkammer ihre einstweilige Verfügung bestätigt, dass die Stadion Magdeburg GmbH, den alten Versorger, Catering Company Magdeburg (CCM), nicht daran hindern darf, Bockwurst und Bier zu verkaufen. Dagegen hatte die Stadion Magdeburg GmbH Berufung eingelegt, den sie nun jedoch zurückzog.
Das heißt, dass CCM bis zum regulären Vertragsende mit dem ehemaligen Betreiber, Hochtief Facility Management, am 30. Juni 2010 in der MDCCArena die Zuschauer weiter versorgen kann. Es sei denn, der noch laufende juristische Streit vor der Handelskammer des Magdeburger Landgerichts endet mit einer vorzeitigen Vertragsauflösung zwischen Ex-Betreiber Hochtief und CCM.
Beim Vertragsstreit vor der Kammer für Handelssachen klagt CCM gegen Hochtief. Die Catering Company Magdeburg geht davon aus, dass der Versorgungsvertrag weiterhin gültig ist. Eine Entscheidung in diesem Fall wird für Anfang 2010 erwartet.
Autor: Klaus Kahmann
Vujanovic: „Mit einem Sieg in die Rückrunde“
Magdeburg. Mit einem Heimspiel gegen den Tabellen-Achten VfB Lübeck starten die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg am Sonntag (Anpfiff in der MDCC-Arena 13.30 Uhr) in die Rückrunde. Beide Teams mussten am letzten Wochenende Niederlagen hinnehmen – der FCM 0:1 in Meuselwitz und der VfB 0:4 beim Halleschen FC.
„Die Hinrunde müssen wir jetzt abhaken – vor allem das Spiel in Meuselwitz – und unbedingt mit einem Sieg in die Rückrunde starten“, fordert FCM-Kapitän Radovan Vujanovic. Darauf angesprochen, dass man ja in Lübeck zum Auftakt in der 83. Minute noch den Ausgleich durch Wehrendt kassieren musste, meinte der Spielführer des 1. FC Magdeburg: „Das war ein Sonntagsschuss aus 40 Metern Entfernung. So etwas passiert ganz selten. Zudem sind wir ja als Mannschaft inzwischen gewachsen.“
Beim 1. FC Magdeburg fallen mit Prest und Watzka zwei Stammspieler gesperrt aus. Ähnlich geht es den Lübeckern, die aus gleichen Gründen auf Helmke und Lange verzichten müssen.
„Egal in welcher Formation wir am Sonntag in unserem Stadion auflaufen, wir müssen unserem Gegner von Anfang an unser Spiel aufzwingen und so zu möglichst schnellen Toren kommen“, lautet die Parole von Vujanovic in der Partie gegen die Männer aus der Marzipanstadt.
„Ich weiß natürlich auch, dass fast alle Mannschaften gerade gegen uns in unserem tollen Sta dion mit 100 oder gar 120 Prozent auftrumpfen wollen, doch das darf uns nicht beeindrucken. Für uns kann es nur heißen von Anfang an Gas geben und beweisen, dass wir vor heimischem Publikum immer eine Macht sind. Nur so bekommen wir wieder die nötige Ruhe in unsere Mannschaft, um oben mitmischen zu können“, war weiter von Vujanovic zu hören und er ergänzt: „Dem muss dann am Sonnabend darauf auch noch ein Erfolg beim Hamburger SV II folgen, damit wir uns richtig motiviert in der Winterpause wieder aufbauen können.“
„Nur wenn Spieler gehen, bleibt FCM handlungsfähig“
Von Klaus Renner
Fußball-Regionalligist 1. FCM durchforstet derzeit seinen Spielerkader. Georgi, Brendel und Siga müssen sich einen neuen Verein suchen, Littmann darf in der Winterpause wechseln. FCM-Sportdirektor Richter will die „Handlungsfähigkeit in personeller Hinsicht“ erhalten. Das funktioniere nur, „wenn uns Spieler verlassen“.
Magdeburg. Der FCM betreibt Leistungssport – und wenn die Leistung nicht ausreicht, sind Konsequenzen die logische Folge. Die Elbestädter, die ihren Drittliga-Aufstieg trotz ihrer zehn Punkte Rückstand auf Tabellenführer SV Babelsberg noch nicht zu den Akten gelegt haben, trennen sich von den Mittelfeldspielern Brendel und Georgi sowie Angreifer Siga (Volksstimme berichtete).
Sportdirektor Michael Richter bestätigte gestern entsprechende Gespräche: „Derzeit wird viel über Namen spekuliert. Wir haben aber lediglich mit Marcel Brendel, Maik Georgi und Deniz Siga geredet. Die beiden ersten sind junge Spieler, für deren Entwicklung es besser ist, in einem Verein zu spielen, der ihnen Einsätze bietet. Im Fall von Siga müssen wir be rücksichtigen, dass nach der Winterpause der lange verletzte Denis Wolf in die Mannschaft zurückkehrt.“
Siga hatte kaum gespielt, war über Einwechslungen nicht hinausgekommen. Erst kürzlich war der 20-Jährige bei der Reserve des Hamburger SV zum Probetraining, allerdings bisher noch ohne Echo.
Auch mit Abwehrspieler Robert Littmann plant der FCM offensichtlich nicht mehr. Mit dem 23-Jährigen sei, so Richter, bislang zwar noch nicht gesprochen worden, „doch sollte es Bestrebungen auf einen Wechsel geben, würden wir ihm keine Steine in den Weg legen“ – immerhin auch eine klare Ansage.
Der Betriebsamkeit der FCM-Führung liegt eine Absicht zugrunde, die Richter so erläutert: „Wenn uns kein Spieler verlässt, sind wir in personeller Hinsicht handlungsunfähig.“ Zwar wäre vorstellbar, dass die Mannschaft neben Christian Prest mit einem zweiten kopfballstarken Spieler für das Deckungszentrum ergänzt werden könnte, man suche aber
„nicht zwingend
nach Verstärkung“. Das Team genieße „in seiner Zusammensetzung das Vertrauen der Vereinsführung, auch wenn es in Meuselwitz und Oberneuland nicht geklappt hat. Schließlich haben wir die meisten Tore aller 54 Regionalligisten erzielt. Wir müssen mehr aus unseren Chancen machen, dann kommen wir auch ohne neue Spieler durch die Saison.“
Auch Neu-Manager Rüdiger Bartsch hält sich eher bedeckt: „Verstärkungen in der Winterpause sind nicht ausgeschlossen, aber Namen zu nennen, wäre jetzt zu früh.“ Betroffen sei „der Bereich, in dem Tore verhindert werden“. Der FCM werde von sich aus „keinen Defensivspieler abgeben“. Es sei „grundsätzlich nicht so, dass wir in der Winterpause einen neuen Mann verpflichten“. Man solle „die Analyse des Trainers und des Sportlichen Leiters abwarten“.
Plätze in Ammendorf nicht bespielbar
Von Roland Schulz
Magdeburg. Eigentlich stand vor Verbandsliga-Spitzenreiter 1. FC Magdeburg II am letzten Spieltag der Hinrunde in der Saison 2009/10 am morgigen Sonnabend eine Auswärtsfahrt in die Saalemetropole Halle zum dortigen BSV Ammendorf. Doch die Wetterverhältnisse hätten eine Austragung des Spieles nicht zugelassen.
Da sich beide Vereine bereits gestern darauf einigten, das Heimrecht zu tauschen, sah letztendlich auch Staffelleiter Ekkehard Kleye keinen Grund dafür, dem nicht stattzugeben. „Beide Vereine haben sich darauf verständigt. Das liegt mir schriftlich vor“, bestätigte der Staffelleiter gestern Abend.
Jetzt hat die Clubzweite zwar an den letzten beiden Saisonspieltagen zwei Auswärtsspiele. „Doch wer weiß, wann das Spiel sonst hätte stattfinden können. Es kann ja heute noch keiner sagen, was wir im Januar oder Februar für Wetterund Platzbedingungen haben“, so FCM-II-Teammanager Lutz Pape zur Einverständniserklärung der Blau-Weißen.
Für den Tabellenführer von der Elbe steht gegen den derzeitigen Rangneunten nur ein Sieg zur Debatte. „Wir wollen unsere gute Ausgangsposition auf Rang eins halten. Dafür müssen wir dieses Spiel gewinnen“, so der Funktionär.
Bisher standen sich beide Teams in der Verbandsliga erst zweimal in Punktspielen gegenüber. In der Saison 2007/08 gewann die Club-Zweite zunächst auswärts mit 1:0, um dann das Rückspiel klar mit 3:0 für sich zu entscheiden.
Erst heute nach dem Training entscheidet sich, wer aus dem Kader der ersten Mann schaft, die ja bekanntlich erst am Sonntag spielt, den Kreis der Reservekicker verstärkt. „Ich kann und will dem ja nicht vorgreifen, aber so wie es jetzt aussieht, werden Patrick Bartsch und Moritz Instenberg wieder bei uns auflaufen“, so Pape.
Da keine Ausfälle aus dem eigenen Verbandsligakader zu vermelden sind, hat Trainer Mario Middendorf am Sonnabend sicherlich wieder die Qual der Wahl. Ein Umstand, um den ihn gegenwärtig manche Trainer in Magdeburg beneiden.
Baumgart: „Haben noch 17 Spiele, um Rückstand aufzuholen“
Von Klaus Kahmann
Magdeburg. Mit dem Heimspiel am Sonntag (Anpfiff 13.30 Uhr) beginnt für die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg die Rückrunde. Inzwischen ist die Schlappe der Elbestädter vom Spiel in Meuselwitz verdaut.
„Wir haben uns nach den Niederlagen in Oberneuland und Meuselwitz immer wieder die Frage gestellt, warum wir als bessere Mannschaft unsere Überlegenheit nicht auch in Siege ummünzen konnten“, so FCMTrainer Steffen Baumgart. „Wir haben uns in Meuselwitz deut lich gegen das 0:0 gestemmt, waren aber nicht in der Lage, aus unseren Chancen etwas zu machen. Und ein individueller Fehler führte dann zur Niederlage. Was nützt uns ein 7:0 gegen TeBe Berlin, wir müssen die engen Spiele gewinnen“, fordert der FCMTrainer und ergänzt: „Die Mannschaften, die in der Tabelle derzeit vor uns sind, sind von ihren spielerischen Leistungen her nicht besser, aber sie haben mehr Punkte. Das heißt, auch wir stecken als Mannschaft noch in der Entwicklung. Wir sind eben noch nicht das abgezockte Team, das mancher in uns gern sehen möchte.“
Vom Abschreiben des Aufstiegs wollte Baumgart indes nichts hören: „Wir sind in der Mitte der Serie angelangt, haben noch 17 Spiele Zeit, den Rückstand zu den Spitzenmannschaften Punkt für Punkt aufzuholen. So werden wir die Sache jetzt auch angehen. Warum sollen wir uns aufgeben? Ein Marathonlauf ist ja auch nicht nach reichlich 20 Kilometern entschieden“, zieht Baum gart einen Vergleich zur Leichtathletik.
Die Aufholjagd soll schon gegen Lübeck beginnen. Zwar möchte Baumgart keine großen Veränderungen im Team vornehmen, aber mindestens „zwei Baustellen“, wie er sagte, hat der Trainer. Christian Prest und Maximilian Watzka sind gesperrt, müssen ersetzt werden. Auf die fehlenden Stürmertore gegen Meuselwitz angesprochen, verlangt Baumgart vom Team: „Wenn die Stürmer einmal nicht treffen, müssen das Mittelfeld und Deckung ausgleichen, schließlich helfen die Stürmer ja auch hinten aus.“
In diesem Zusammenhang sprach Baumgart auch noch von einer „spielerischen Stärkung“ in der Winterpause. Sollte das eine Anspielung auf die Diskussion um die vier möglichen Abgänge (Brendel, Siga, Georgi und Littmann) und eine damit verbundene Verstärkung sein? FCMPräsident Volker Rehboldt meinte zu dem Thema: „Wir werden uns in der Winterpause hinsetzen und überlegen, wie wir den Kader verändern. Da werden sicher welche gehen und welche kommen. Zu Einzelheiten möchte ich da jedoch jetzt noch nichts sagen.“
FCM-Spitze: „Aufstieg wird nicht vorzeitig abgehakt“
Von Klaus Kahmann
Der Traum vom Aufstieg in die 3. Liga scheint für Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg fast ausgeträumt. Mit der 0:1-Niederlage beim ZFC Meuselwitz sind die FCM-Kicker nunmehr schon zehn Punkte hinter Spitzenreiter SV Babelsberg 03 zurück. Auch von Wolfsburg und Halle trennen den FCM bereits sechs bzw. vier Zähler.
Magdeburg. In Meuselwitz „glänzten“ die Schützlinge von FCM-Trainer Steffen Baumgart gleich reihenweise mit dem Auslassen selbst bester Chancen. Es fehlte der Biss im Angriff. Was die Elbestädter zum Sieg gegen den VfL Wolfsburg geführt hatte – der unbedingte Wille zum Sieg, der bessere Kampfgeist –, war hier auf Seiten der Meuselwitzer zu finden.
Für FCM-Manager Rüdiger Bartsch war es ein Wechselbad der Gefühle. Erst erlebte er zwei Tage vor dem offiziellen Amtsantritt den famosen 7:0-Erfolg über Tennis Borussia Berlin. Dann reiste er mit nach Meuselwitz und sah auf einmal einen ganz anderen FCM. „Unser großes Manko war die Chancenverwertung“, schätzte der neue Manager ein. „Man muss Tore auch wirklich machen wollen und nicht nur so aufs Tor schießen“, sagte Bartsch in Anspielung auf zwei Aktionen von Maximilian Watzka. „Ich habe da den unbedingten Willen vermisst“, lautete seine Kritik.
Auf den großen Abstand zur Spitze angesprochen, gab Bartsch das Team aber keinesfalls verloren: „Sicher, zehn Punkte bis zum Spitzenreiter Babelsberg sind sehr viel. Dazu ärgert uns besonders, dass sich auch der Vorsprung von Wolfsburg und Halle uns gegenüber vergrößert hat. Ich sehe das Ganze ohne Realitätsverlust. Doch zunächst müssen wir die nächsten beiden Partien gewinnen, und dann sehen wir weiter. Immerhin müssen Babelsberg, Chemnitz und Halle in der Rückrunde ja noch in unserem Stadi on auflaufen“, gibt Bartsch die Hoffnungen in Sachen Aufstieg jetzt keinesfalls auf. Obwohl Baumgart nach dem Meuselwitz-Spiel meinte: „Ich rede im Moment nicht mehr vom Aufstieg.“
„Grundsätzlich wird weder vom Präsidium noch vom Trainer der Aufstieg vorzeitig abgehakt“, so FCM-Sportdirektor Michael Richter. „Sicher haben sich unsere Voraussetzungen durch die Niederlagen in Oberneuland und Meuselwitz deutlich verschlechtert. Doch ich sehe immer noch unsere Chance für die Rückrunde, wo wir fast alle Spitzenteams daheim haben und in der Lage sind, durchaus mehr Siege einzufahren. Wir müssen nur unsere guten Leistungen wiederholen und durch eine bessere Ausnutzung unserer Chancen dabei auch die richtigen Ergebnisse einfahren“, so Richter.
Auch FCM-Präsident
Volker Rehboldt gibt
die Hoffnung nicht auf:
„Unser Ziel bleibt der
Aufstieg. Doch ist dieses
Ziel – ähnlich wie nach
der Niederlage in Oberneuland – wieder weiter weggerückt. Ich sage Ihnen: Ich bin nach dem Spiel in Meuselwitz ins Auto gestiegen und ohne ein Wort heimgefahren. Das sagt wohl genug. Allerdings erwarte ich von den Spielern, dass sie jetzt in Gedanken weniger beim Aufstieg sind, als vielmehr von Spiel zu Spiel denken. Wobei jeweils das bevorstehende das wichtigste ist.“
Als „Strafe“ nun das Trainingslager in Portugal zu streichen, halten weder Rehbolt, noch Richter oder Bartsch für sinnvoll. „Die Mannschaft fährt ja nicht ins Trainingslager, um sich in der Sonne Portugals zu erholen. Das Trainingslager ist dazu da, dass die Mannschaft unter besten – und vor allem schneefreien – Bedingungen weiter an sich arbei ten kann. Darum wurde das Lager in Portugal gewählt, das unserer Mannschaft die Voraussetzungen für eine optimale Vorbereitung auf die Rückrundenspiele gibt. Hoffentlich mit dem Aufstieg am Ende“, erklärte Bartsch gestern. Meinung
Erneut ein ganz schwerer Rückschlag für den FCM
Von Klaus Kahmann
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat gestern im Kampf um den Anschluss ans Spitzenfeld der Staffel Nord einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Die Schützlinge von FCM-Trainer Steffen Baumgart unterlagen beim thüringischen Aufsteiger ZFC Meuselwitz in der bluechip-Arena mit 0:1 (0:0).
Meuselwitz. Als sich fast alle schon mit dem 0:0 abgefunden hatten, drang René Weinert rechts in den Magdeburger Strafraum ein. Stefan Neumann stoppte ihn nach Meinung von Schiedsrichter Christian Dietz unfair und zeigte auf den ominösen Punkt. Frank Müller verwandelte in der Schlussminute zum glücklichen Sieg der Gastgeber. „Für mich war das keinesfalls ein Elfmeter“, kommentierte Neumann seinen Zweikampf mit Weinert.
Dabei hatte der Gast nach dem anfänglichen Abtasten das Spiel mehr oder weniger an sich gerissen. Nach rund zehn Minuten machten die Elbestädter mehr Druck, verließen sich die Meuselwitzer dagegen vor allem auf Konterangriffe. So wurden zwei Watzka-Schüsse noch von der Linie gekratzt (27. Minute). Ähnlich sah es beim FCM-Angriff acht Minuten später aus. Ein Magdeburger Tor hing förmlich in der Luft, wollte aber gegen die gut gestaffelte Abwehr der Gastgeber einfach nicht fallen. Auch nicht beim Nachschuss von Lars Fuchs (43.)
Auf der anderen Seite durfte der FCM auch von Glück reden, als ein Gewaltschuss von Weinert kurz vor dem Pausenpfiff nur das Lattenkreuz traf. So ging es mit einem 0:0 in die Pause.
Gleich in der Anfangsmiute der zweiten Halbzeit eine Schrecksekunde für den FCM, als der Meuselwitzer Sebastian Gasch nach einem Fehler von Deckungsspieler Christian Prest frei vor Keeper Matthias Tischer auftauchte. Doch der Magdeburger Schlussmann parierte sicher. Das Spiel wurde jetzt etwas ausgeglichener, wobei die besseren Szenen für den FCM sprachen. Kapitän und Torjäger Radovan Vujanovic vergab die größte Möglichkeit nach präziser Flanke von Catalin Racanel, als sein Kopfball das Tor verfehlte (72.). Die Magdeburger rannten jetzt mit Macht an, leisteten sich aber zu viele Abspielfehler. So kam der Gastgeber immer wieder an den Ball und schließlich sogar noch zum Glückstreffer.
„Wir sind hierhergekommen, um drei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Wir hatten dazu auch mindestens drei, vier hundertprozentige Chancen. Aber wer in 90 Minuten seine Chancen nicht nutzt, wird dann am Ende bestraft. Wir le gen uns die Tore ja viel zu häufig selber rein“, schätzte Baumgart ein.
Sein Gegenüber Damian Halata meinte: „Uns war von vornherein klar, dass wir gegen eine starke Mannschaft wie die Magdeburger nicht das offene Spiel suchen können, sondern auf Kampf setzen müssen. Damit haben wir es geschafft, die Magdeburger nicht zu ihrem Spiel kommen zu lassen. Dadurch sind wir sogar selbst zu einigen vielversprechenden Situationen gekommen.“
Ein enttäuschter Catalin Racanel brachte die Sache auf den Punkt: „Wir sind einfach zu blind, um aufsteigen zu können.“
Meuselwitz: Beer – Brendel, Baum, Müller, Kotowski, Weinert, Gasch (85. Rudolf), Riese, Oswald, Ferl, Bocek (78. Luck)
Magdeburg: Tischer – Probst, Bankert, Prest, Neumann – Bauer, Watzka, Tüting, Racanel – Vujanovic, Fuchs (70. Siga).
Schiedsrichter: Dietz (Kronach). Zuschauer: 2353. Tor: 0:1 Müller (90. Foulelfmeter). Gelb: Baum, Riese, Oswald / Prest, Vujanovic, Watzka, Bauer
Brendel und Georgi treffen neben Bartsch doppelt
Von Sebastian Günther
Cracau. Im letzten Heimspiel des Jahres 2009 bezwang die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg den 1. FC Romonta Amsdorf mit 5:2 (2:1). Maik Georgi (20.) und Patrick Bartsch (45.) brachten den Gastgeber bei einem Gegentreffer von Stephansky (24.) zur Pause mit 2:1 in Front. Nach der Pause traf zunächst Czarnetzki zum 2:2 (49.), ehe Marcel Brendel (53., 66.) und Georgi (85.) den Endstand markierten.
Die junge Club-Elf begann engagiert und hatte in der 3. Minute durch einen Freistoß von Brendel die erste gute Szene. Doch sein Schuss ging am Tor vorbei. Nur einige Minuten später sorgte Philipp Glage für Gefahr im Amsdorfer Strafraum. Doch auch sein Schuss konnte im letzten Moment zur Ecke geklärt werden (7.).
Der Gastgeber war in der Anfangsphase spielbestimmend, doch fehlte die letzte Genauigkeit in den Abschlüssen. So dauerte es bis zur 18. Minute als Bartsch nach einem Pass von Glage die nächste Chance für den FCM hatte.
Einen Konter konnte der schnelle Georgi (20.) zur Führung abschließen. Die Gäste wirkten durch dieses Tor nicht geschockt, versuchten weiter in das Spiel zu finden. Mit der ersten gefährlichen Aktion erzielten die Amsdorfer auch prompt den Ausgleich durch Stephansky (24.). Kurz vor dem Pausenpfiff verwertete Bartsch ein Brendel-Zuspiel zum umjubelten 2:1.
Nach dem Wechsel erzielte Czarnetzki mit einem Freistoß aus knapp 20 Metern das 2:2 (49.). Nun war das Spiel wieder offen, aber der FCM II drängte fortan stärker in Richtung Amsdorfer Tor. Traf Moritz Instenberg in der 51. Minute nur die Latte, stellten Brendel mit einem Doppelpack in der 53. und 66. Minute sowie erneut Georgi (85.), der ebenfalls zum zweiten Mal traf, den auch in dieser Höhe verdienten Erfolg sicher. Damit verteidigte der FCM II erfolgreich den ersten Platz in der Tabelle
Autor: Klaus Kahmann
Baumgart setzt auf Stammformation
Magdeburg. Im letzten Spiel der Hinrunde – vor der Winterpause folgen allerdings noch zwei Partien der Rückrunde – müssen die Regionalliga-Fußballer morgen (Anpfiff 13.30 Uhr) beim ZFC Meuselwitz ran. Die Meuselwitzer, derzeit auf Platz 10 der Tabelle, glänzten zuletzt mit zwei Auswärtserfolgen (1:0 in Lübeck und 2:1 bei TeBe Berlin), kassierten davor allerdings eine 1:2-Niederlage gegen Oberneuland.
Der 1. FC Magdeburg hat mit dem 7:0-Erfolg über Tennis Borussia Berlin seinen fünften Rang gefestigt und nach vorn ein wenig Boden gutgemacht. FCM-Trainer Steffen Baumgart schätzt den thüringischen Aufsteiger als „eine kompakte Mannschaft, die geschlossen auf spielt und viele große Spieler hat, die bei Standards gefährlich werden können“, ein. „Mit Gasch und Oswald haben die Meuselwitzer zwei Akteure, die für diese Liga doch sehr stark und in Meuselwitz das Profil prägend sind“, so Baumgart weiter.
Zu den Heimniederlagen des morgigen Kontrahenten gegen den Halleschen FC und zuletzt gegen Oberneuland erklärte Baumgart: „Das waren sehr unglückliche Niederlagen. In beiden Spielen haben die Meuselwitzer in entscheidenden Phasen jeweils einen Elfmeter nicht verwandeln können. Es ist also keinesfalls so, dass die Truppe heimschwach ist.“
Darauf angesprochen, dass sein Team durch das 7:0 gegen TeBe Oberwasser haben müsste, erklärte der FCM-Trainer: „Das war ein nicht alltäglicher Sieg. Eine Reihe von Mannschaften unserer Liga hat nach ähnlichen Erfolgen gepatzt, man darf ihn also nicht überbewerten.“
Nachdem von Vujanovic und Bauer Entwarnung kam, kann Baumgart – Stand von gestern – mit der Stammformation der letzten Begegnungen agieren. Lediglich René Gewelke (operiert) und Pascal Matthias (leicht angechlagen) werden ausfallen. „Es wird ein schweres Spiel, aber wir wollen die Heimreise mit drei Punkten im Gepäck antreten“, zeigt sich Baumgart in Sachen Aufholjagd optimistisch.
Autor: Klaus Renner
Vujanovic’ gebrochene Hand in Karbonschiene
FCM-Stürmer testet heute Einsatzchance gegen Meuselwitz / Trainingslager vom 24. bis 31. Januar
Magdeburg. Die Meuselwitzer bluechip-Arena mit ihrem Fassungsvermögen von etwa 5200 Zuschauern wird nicht gerade aus allen Nähten platzen, doch wenn der FCM am Sonntag ab 13.30 Uhr im thüringischen 10 000-Einwohner-Städtchen gastiert, erwartet der Regionalliga-Aufsteiger mindestens 2500 Fans. Das sind fast doppelt so viele wie im bisherigen Saisondurchschnitt. Allein aus Magdeburg und Umgebung werden rund 500 Zuschauer erwartet.
Sie könnten, und das ist die gute Nachricht, FCM-Torjäger Radovan Vujanovic möglicher weise im Einsatz erleben. Der 27-Jährige hatte sich am Sonntag im Punktspiel bei Tennis Borussia einen Handbruch zugezogen. Gestern war der Gips am Unterarm des mit elf Treffern derzeit (zusammen mit Lars Fuchs) erfolgreichsten FCM-„Knipsers“ durch eine Karbonschiene ersetzt worden. Heute soll nach einer ersten Trainingseinheit entschieden werden, ob Vujanovic am Sonntag in Meuselwitz auflaufen kann.
Auch Abwehrspieler Daniel Bauer wird am Sonntag im FCMAufgebot stehen. Der in einer ersten Diagnose festgestellte Haarriss im Ellenbogenknochen hatte sich später als eine starke Prellung herausgestellt. Der 27-Jährige kann gegen Meuselwitz spielen.
ZFC-Trainer Damian Halata (228 Spiele für den FCM/60 Tore) sieht seine Elf als „klaren Außenseiter“, schränkt aber ein: „Wir sind in der Lage, jedem Favoriten das Leben schwer zu machen. Wir werden alles daransetzen, gut ins Spiel zu kommen, um mindestens einen Punkt zu gewinnen. Alles andere wäre reine Illusion.“
Der ZFC Meuselwitz war zuletzt wegen angeblicher Verstrickung in den Wettskandal in die Schlagzeilen geraten und hatte eine schriftliche Ehrenerklärung von seinen Spielern verlangt.
In „Sack und Tüten“ ist jetzt auch das Winter-Trainingslager der Blau-Weißen. Nach Aussagen von Sportdirektor Michael Richter wird der 32-köpfige FCMTross vom 24. bis 31. Januar seine Zelte in einem Sportcamp 40 km entfernt von der portugiesischen Küstenstadt Setubal aufschlagen. Richter: „Für uns optimal. Wir sind dort einziger Nutzer, und es gibt einen gepflegten Rasenplatz.“ Zwei Testspielgegner müssen noch gefunden werden. Am Tag vor der Abreise absolviert der FCM sein Landespokal-Achtelfinalspiel bei GW Wolfen.
Club-Zweite will vorn bleiben
Von Roland Schulz
Am 16. Spieltag der Fußball-Verbandsliga empfängt die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg am Sonnabend den 1. FC Romonta Amsdorf zum fälligen Punktspiel. Dagegen ist der MSV 90 Preussen beim Schlusslicht MSV Eisleben zu Gast. Anstoß ist, wie in Sachsen-Anhalts Amateurligen allgemein üblich im Dezember, bereits um 13 Uhr.
Magdeburg. Bisher trafen die Blau-Weißen sechsmal auf die bereits ihre zwölfte Verbandsligasaison bestreitenden Amsdorfer. Von diesen sechs Punktspielen gewann der FCM II zu Hause zwei Spiele mit 2:1 und 4:1. Eine Begegnung ging mit 0:2 verloren. In Amsdorf brachte die Club-Reserve nichts zu Stande, verlor alle drei Begegnungen bei einem Torverhältnis von 3:10.
In das morgige Spiel geht die Regionalliga-Reserve des FCM allerdings als klarer Favorit. Immerhin blickt das Team als Spitzenreiter auf das Feld herab, während die Werkself aus dem Süden unseres Bundeslandes auf Rang zehn platziert ist. Zudem ist der FCM II in seinen bisher sieben Heimspielen ungeschlagen, büßte nur durch das 1:1 am 1. Spieltag gegen Askania Bernburg zwei Zähler ein. Amsdorf dagegen konnte erst zwei seiner sieben Auswärtsspiele gewinnen.
„Die Mannschaft will auch gegen Amsdorf an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen“, weiß Teammanager Lutz Pape zu berichten. „Wenn sie gleich wieder die richtige Einstellung zu Spiel und Kontrahent findet, wird uns dies, ohne überheblich zu sein, auch gelingen.“
Übrigens, FCM-Sponsor MDCC hat für dieses Spiel Karten erworben und verschenkt diese kostenlos an seine Kunden. Im MDCC-Kundencenter in der Weitlingstraße 22 können die Tickets bis heute 13 Uhr abgeholt werden.
Personell arg gehandicapt reist der MSV 90 Preussen zum abgeschlagenen Tabellenletzten nach Eisleben. Mit Nils-Oliver Göres und Sebastian Bossmann fallen zwei Leis tungsträger auf Grund der fünften gelben Karte aus. Auch der Einsatz von Aldo Schmeil ist auf Grund eines Nasenbeinbruchs nicht zu erwarten. So muss Trainer Dirk Hannemann aus der Not eine Tugend machen und weiter auf Anschlusskader setzen. „Doch jammern nützt nichts. Wir müssen halt das Beste aus der Situation machen.“
Auch wenn die Eisleber erst fünf Zähler auf ihrer Habenseite verbuchen, wird es „keine leichte Aufgabe. Doch ohne Eisleben unterschätzen zu wollen, wir wollen und müssen dieses Spiel gewinnen, zumal ich jetzt eine positive Reaktion der Mannschaft erwarte!“
Der Coach ist immer noch ob der verschenkten zwei Punkte aus dem Heimspiel gegen Oschersleben angefressen. „Wir müssen in Eisleben von Beginn mit vollem Einsatz und Laufbereitschaft aufwarten.“ Dann sollte es auch mit dem vierten Auswärtssieg im achten Spiel auf fremdem Rasen klappen.
Vujanovic bricht sich die Hand
Magdeburg (hma). Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bangt um seinen Toptorjäger der letzten anderthalb Spielzeiten, Kapitän Radovan Vujanovic (27).
Der Serbe mit österreichischem Pass, in der Saison 2008/09 mit 19 Treffern erfolgreichster FCM-Torschützen und derzeit mit Lars Fuchs (je 11) gleichauf, brach sich im Spiel gegen Tennis Borussia Berlin die Mittelhand, wie später diagnostiziert wurde. Trainer Steffen Baumgart nach dem ersten Schock: „Die Ärzte wollen ihm eine Schiene anpassen. Ich hoffe, er kann am Sonntag in Meuselwitz spielen.“
Entwarnung dagegen bei Defensivspezialist Daniel Bauer. Der befürchtete Ellbogenbruch entpuppte sich als starke Prellung. Der 27-Jährige trainiert schon wieder.
Morgen FCM-Fanabend
Stadtfeld (hma). Am morgigen Donnerstag findet um 19 Uhr im „Club 65“ (Fanprojekt) in der Wilhelm-Kobelt-Straße 35 der letzte Fanabend des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg in diesem Jahr statt. Als Gäste sind Trainer Steffen Baumgart, die Spieler Lars Fuchs, Daniel Bauer und Christian Prest sowie Präsident Volker Rehboldt und der neue Manager Rüdiger Bartsch eingeladen. Das Fanprojekt bietet zu gewohnt fanfreundlichen Preisen Getränke und einen kleinen Imbiss an. Bereits um 17 Uhr findet an gleicher Stelle das turnusmäßige Treffen der FCM-Fanclubs statt.
„Doppelter Siga“ vor dem Absprung?
Das Wochenende verlief für den 1. FC Magdeburg in der Fußball-Regionalliga nach dem eigenen 7:0 gegen Tennis Borussia und den Punktverlusten von Spitzenreiter SV Babelsberg und des Halleschen FC nahezu perfekt, wäre da nicht die dumme Vorwochenniederlage in Oberneuland gewesen. Von Hans-Joachim Malli
Magdeburg. Das sah FCM Präsident Volker Rehboldt unmittelbar nach dem Kantersieg gegen die Berliner ebenso, als er im Spielertunnel stehend meinte: „Letzte Woche zwei Tore mehr für uns und diesmal zwei weniger wäre mir lieber gewesen.“ Ja, was wäre wenn ... So liegt der FCM vor dem letzten Rückrunden-Spieltag und der Partie beim ZFC Meuselwitz mit sieben Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Babelsberg auf Rang fünf.
Auch Trainer Steffen Baumgart will sich nicht zu lange mit dem Kantersieg gegen TeBe beschäftigen oder sich gar daran berauschen. In gewohnt nüchterner Art stellte der oberste FCMÜbungsleiter keine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Willenborg fest: „Natürlich freuen wir uns darüber, doch ist morgen schon wieder Alltag. In Oberneuland hatten wir vielleicht sogar die besseren Chancen, haben da nur eben keinen reingemacht.“
Nicht so schnell vergessen wird der bald 21-jährige Deniz Siga das Spiel gegen TeBe. Und das nicht nur wegen seines Doppelpacks. Gerade eingewechselt, staubte der frühere türkische U-19-Auswahlspieler, der im Sommer 2008 vom VfB Oldenburg an die Elbe kam und beim FCM noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010 besitzt, zum 6:0 ab. Kurz vor Schluss verwertete der Schwarzschopf eine klasse Vorarbeit von Catalin Racanel zum 7:0, seinem dritten Regionalliga-Tor nach seinem Treffer im letzten Saisonheimspiel 2008/09 gegen den FC Oberneuland.
Doch dann schaute Siga in den Block U, schien zu fragen: Wollt ihr mich noch haben? Hintergrund ist, der Mittelstürmer, der in dieser Saison bislang siebenmal eingewechselt wurde und dabei auf 232 Minuten Spielzeit kommt, bestritt kürzlich ein Probetraining bei HSV II. Trainer Baumgart hat damit kein Poblem: „Das war abgesprochen, ich habe es ihm erlaubt.“
Und noch etwas ist offen. Mit dem Zweitliga-Referee aus Osnabrück war die FCM-Bank kurz vor Ende der ersten Halbzeit aneinandergeraten, als TeBe-Spieler Michael Laletin den Magdeburger Maximilian Watzka rüde auf die gepflasterte Spielfeldumgrenzung stieß und zu Recht Gelb sah. Nach der anschließenden „Rudelbildung“ vor der TeBe-Bank wurde FCMCo-Trainer Carsten Müller vom Schiedsrichter des Innenraumes verwiesen. „Ich warte erst einmal den Sonderbericht ab. Unflätige Bemerkungen gab es jedenfalls nicht. Vielleicht habe ich aus Versehen auch nur das Spielfeld betreten“, so der 38-jährige Fußballlehrer.
Denis Wolf 3
Stiefel 2
Daniel Bauer 1
1.Lübeck - FCM 0:2
2.FCM - HSV II 1: 1
3.Wilhelmshaven - FCM 0:3
4.FCM - Oberneuland 1:0
5.RB Leipzig - FCM
6.FCM - VfL Wolfsburg II
7.VFC Plauen - FCM
8.FCM - Hertha BSC II
9.Cottbus II - FCM
10. FCM - Meuselwitz
11.HFC - FCM
12. FCM - CFC
13.TSV Havelse - FCM
14.FCM -Türkiyemspor
15.Braunschweig II - FCM
16.FCM- H96 II
17.Kiel - FCM
1.1. FC Magdeburg 10
2.Chemnitzer FC 10
3.VfL Wolfsburg II 9
4.Holstein Kiel 9
5.Hallescher FC 8
6.VfB Lübeck 7
7.VFC Plauen 7
8.Hannover 96 II 7
9.RB Leipzig 6
10.TSV Havelse 6
11.E. Braunschweig II 4
12.Hertha BSC II 4
13.SV Wilhelmshaven 4
14.ZFC Meuselwitz 3
15.Hamburger SV II 2
16.Türkiyemspor Berlin 1
17.Energie Cottbus II 0
18.FC Oberneuland 0