August 2009

31.August 2009

Autor: Uwe Tiedemann
Torschütze Watzka: „2:2 wie eine gefühlte Niederlage“

Regionalligist 1. FC Magdeburg wartet nach Remis gegen Rostock II weiter auf den ersten Sieg

Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg sorgte am Sonnabend beim 2:2 (0:1) gegen Hansa Rostock II für ein Wechselbad der Gefühle. Mit einem Doppelschlag verwandelten die Elbestädter den 0:1-Rückstand in der Schlussphase zwar in eine 2:1-Führung, mussten quasi mit dem Abpfi ff aber noch den Ausgleich hinnehmen. Damit wartet der Club weiterhin auf den ersten Dreier in der neuen Saison, ist nun bereits seit acht (!) Pflichtspielen in Folge sieglos.
Magdeburg. „Himmelhoch- jauchzend, zu Tode betrübt. Das 2:2 ist wie eine gefühlte Niederlage“, beschrieb Torschütze Maximilian Watzka die Stimmungslage bei den Blau-Weißen am treffendsten.
In einem wahren „Herzschlagfinale“ hatte der 23-Jährige nach dem glücklichen Ausgleich durch Vujanovic – Freitag fälschte dessen Schuss unhaltbar ab – mit einem fulminanten 20-m-Knaller unter die Latte das viel umjubelte 2:1 erzielt und den Club damit doch noch auf die Siegerstraße gebracht (85.), doch dann zerstörte der Ausgleich von Haufe den zum Greifen nahen ersten Saisonsieg (90.).
Nach einem von Georgi verursachten Freistoß kam der nicht überzeugende Keeper Tischer gegen Freitags Kopfballverlängerung zu spät, und Bankerts Rettungsversuch erfolgte erst hinter der Linie.
Damit entführten die Ostseestädter nicht unverdient einen Punkt, nachdem sie lange mit 1:0 geführt hatten (Haufe per Aufsetzer nach 38 Minuten).
Trainer Steffen Baumgart war nach dem Gegentreffer auf die Knie gesunken, konnte es nicht fassen. „Das 2:2 ist eindeutig zu wenig, wenngleich ich von der Einstellung, der Laufbereitschaft und dem Pensum her zufrieden war. Die Jungs haben es immer wieder versucht, haben immer an sich geglaubt. Nach dem 2:1 muss man dann so ein Spiel über die Bühne bringen, wesentlich ruhiger und abgezockter spielen als wir es getan haben“, haderte der 37-Jährige mit dem Schicksal.
Der Cheftrainer hatte nach der 0:1-Blamage von Türkiyemspor in der Startformation gleich vier Änderungen vorgenommen, Bankert, Prest, Racanel und Fuchs für Probst, Littmann, Zander und Siga gebracht. Die Umstellungen machten sich durchaus bezahlt, der FCM agierte zielstrebiger, offensiver und einsatzfreudiger. „Die Mannschaft hat die Reaktion gezeigt, die ich von ihr erwartet hatte“, sagte Präsident Volker Rehboldt und fügte hinzu: „Würde Fußball nicht an Ergebnissen gemessen, wäre ich diesmal zufrieden.“ Und auch Sportdirektor Michael Richter glaubt weiterhin fest daran, „dass sich diese Mannschaft noch steigern kann und in der Lage ist, die gesteckten Ziele zu erreichen“.
Doch bei vielen Beobachtern wachsen mittlerweile die Zweifel, dass die Substanz für einen Spitzenplatz ausreicht. Das Team wirkt häufi g verunsichert, mutlos, nicht durchschlagskräftig genug, offenbart Abstimmungsprobleme und individuelle Schwächen. Bedenklich auch die sinkenden Zuschauerzahlen. Waren es zum Auftakt gegen den HSV II noch knapp 8000, so reduzierte sich die Zahl jetzt auf 4661 – weniger kamen in der Saison 2008/09 nur gegen Altona 93 (4497), und da ging es Mitte Mai bekanntlich nur noch um die „goldene Ananas“.
Natürlich gab es, wie Rehboldt hervorhob, klarste Chancen, hätte man in der Anfangsphase einen Handelfmeter zugesprochen bekommen müssen, doch auf der anderen Seite besaßen auch die Gäste beste Kontermöglichkeiten, wäre ein 0:2 vermutlich der vorzeitige K.o. gewesen.
Der Club hat jedenfalls bislang noch nicht nachgewiesen, dass er mehr darstellt als Regionalliga-Mittelmaß. „Was soll ich sagen? Die Situation ist schwierig, jeder enttäuscht. Die Mannschaft hat sich noch nicht gefunden, braucht Zeit. Andererseits weiß ich natürlich auch, dass wir diese Zeit nicht haben. Wir müssen es jetzt einfach erzwingen und in Plauen (Mittwoch, 18.30 Uhr) gewinnen“, meinte Kapitän Radovan Vujanovic, der in der 41. Minute die dickste Möglichkeit versemmelte, als er freistehend an Keeper Kerner scheiterte, geradezu beschwörend.
FCM: Tischer - Bankert, Gaebler, Prest, Neumann, Watzka, Bauer, Tüting (90. Zander), Racanel (88. Georgi), Fuchs (60. Siga), Vujanovic
Hansa II: Kerner - Pett (88. Schößler), Ehlers, Freitag, Zittlau, Albert, Pittwehn, Rahmig (80. Tsiatouchas), Becker, Haufe, Bolivard (60. Kremer)
Schiedsrichter: Leicher (Landshut). Zuschauer: 4661. Tore: 0:1 Haufe (38.), 1:1 Vujanovic (82.), 2:1 Watzka (85.), 2:2 Freitag (90.). Gelb: – / Haufe, Albert

Autor: Hans-Joachim Malli
Middendorf fehlen drei Punkte

Magdeburg. Mario Middendorf, Trainer der U 23 des 1. FC Magdeburg, zieht für den Oberligaabsteiger nach den ersten fünf Verbandsliga-Spieltagen eine erste Zwischenbilanz.
Trotz des freitäglichen 4:0-Erfolges gegen den TSV Völpke (Volksstimme berichtete), der die Blau-Weißen mit jetzt acht Zählern letztlich auf den fünften Tabellenrang klettern ließ, ist Middendorf nicht ganz zufrieden: „Wir hängen etwas hinterher. Spekuliert hatte ich insgesamt mit elf Punkten aus fünf Spielen, dabei gegen Bernburg einen Sieg (tatsächlich 1:1) und in Stendal ein Remis (0:1) eingeplant.“
Insgesamt verlaufen die Spiele aber schon so, wie er es erwartet habe, erklärt der 31-Jährige, in der vergangenen Saison in der Oberliga noch Co-Trainer von Andrzej Wojcik. „Kennzeichnend für uns ist wie zuletzt die Abschlussschwäche. Noch müssen wir zuviel investieren, um zu unseren Toren zu kommen, wobei die Anzahl der Chancen und auch das Umsetzen der Systeme schon okay ist“, befi ndet der Coach, der auch schon mal zwischen 4-2-3-1 und 4-3-3 variieren lässt. „Insgesamt ist einfach noch mehr Konzentration über 90 Minuten notwendig, damit solche Tore wie in Stendal vermieden werden“, so Trainer Middendorf, für den Martin Gebauer sowie das aktuelle Innenverteidiger-Gespann Christian Loth/Christian Weiß die bisherigen Gewinner sind, „auch weil sie taktisch sehr fl exibel sind.“
Gewachsener Zusammenhalt, aber auch knallharter Konkurrenzkampf seien ebenso charakteristisch, wie die enge Zusammenarbeit mit den anderen Mannschaften und dem Trainerstab. Middendorf: „Das läuft alles viel besser als noch vor einem Jahr.“
Nach der Pokalpause am kommenden Wochenende ist die Club-Zweite am 12. September beim Tabellenführer Haldensleber SC gefordert.

29.August 2009

Autor: Uwe Tiedemann
Baumgart prescht vor: „Wird noch eine erfolgreiche Saison“

Fußball-Regionalliga: FCM heute gegen Hansa Rostock II gewaltig unter Druck

Schon unmittelbar nach der 0:1-Pleite bei Türkiyemspor am vergangenen Dienstag hatte sich Steffen Baumgart, Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, kämpferisch gezeigt. Einen Tag vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock II (heute 13.30 Uhr, MDCCArena) legte der 37-Jährige noch einmal nach.
Magdeburg. „Wir werden gegen Hansa einen anderen FCM erleben“, lautete Baumgarts Kernaussage nach der Schmach von Berlin. Gestern verschärfte der Chefcoach noch einmal den Ton: „Die ganzen Redereien und Parolen im Vorfeld bringen doch jetzt nichts mehr. Die Jungs müssen nach der katastrophalen Leistung beweisen, dass sie nicht innerhalb einer Woche das Fußballspielen verlernt haben. Und das werden sie auch. Dabei kommt es mir nicht auf schönen Fußball, sondern allein auf das Ergebnis an.“
Baumgart gab sich relativ kurz angebunden, wollte sich weder näher zu den seit Dienstag geführten Einzelgesprächen („Ja, die gab es.“) noch zu den beabsichtigten personellen Veränderungen für die heutige Partie („Ich sage dazu nichts.“) äußern.
Zumindest kann er aus dem Vollen schöpfen, weitere Verletzte sind nicht zu beklagen.
Die Frage lautet: Was wird der Trainer anders machen? Verzichtet er diesmal auf die Doppelabsicherung mit den zwei „Sechsern“ Zander und Bauer? Spielt Tüting mehr zentral? Rücken Bankert und Racanel wieder ins Team? Oder welche Rolle übernimmt Neuzugang Fuchs?
Baumgart machte deutlich, dass er die letzten Tage dazu genutzt habe, an die eigenen Stärken der Spieler zu appellieren. Und er ist nach wie vor davon überzeugt, dass „es für den FCM noch eine erfolgreiche Saison wird“!
Es spricht für ihn, dass er gerade in einer solch kritischen Phase grenzenlosen Optimismus verbreitet. Der Schuss geht allerdings nur dann nicht nach hinten los, wenn seine Jungs den Worten auch Taten folgen lassen.
Und was ist heute von Hansa Rostock II zu erwarten? Die Ostseestädter sehen der Aufgabe gelassen entgegen, können unbeschwert aufspielen. „Wir haben nichts zu verlieren. Der Druck liegt bei den Magdeburgern, denn sie müssen gewinnen, sonst hängt dort schon nach dem 4. Spieltag der Haussegen schief“, meinte ein entspannter Trainer Axel Rietentiet.
Mit einem Nachteil muss die Hansa-Kogge allerdings fertigwerden. Wegen der Verletzten-Misere bei den Profi s steht Rietentiet diesmal nur der reine Amateur-Kader zur Verfügung. Ein Vorteil muss das für den FCM dennoch nicht sein. Jeder weiß: Gerade die zweiten Mannschaften sind enorm ehrgeizig, spiel- und laufstark.

Autor: Hans-Joachim Malli
Aufsteiger FCM III möchte FC Zukunft ein Bein stellen

Der 2. Spieltag der Fußball-Stadtliga, der gestern Abend mit dem Spiel Lok Südost gegen die zweite Mannschaft des SV Fortuna eingeläutet wurde, hält heute einige interessante Partien bereit.
Magdeburg. Im Mittelpunkt des Interesses dürfte die Partie der Sieger des Auftakt-Wochenendes und Tabellennachbarn FC Zukunft gegen die Dritte des 1. FC Magdeburg stehen.
Während der FC Zukunft zu den Mitfavoriten im Kampf um den Aufstieg zu zählen ist, was auch der 4:1-Erfolg vor Wochenfrist beim Landesklasseabsteiger Fermersleber SV beweist, ist auch Aufsteiger 1. FCM III durchaus zu beachten. Tobias Tietz (21), in der letzten Saison mit der U 23 noch in der Oberliga am Ball und jetzt eigentlich zum Verbandsligakader der Blau-Weißen gehörend, traf zum Auftakt beim 3:0 gegen die TuS-Reserve wie der doppelte Torschütze Jan Stechbarth (27). Tietz soll durch seine Einsätze in der dritten wieder an die U 23 herangeführt werden, steht morgen erneut im Kader von Trainer Torsten Rohde. Der wird allerdings nicht von Beginn an dabei sein, weil er erst noch als Stadionsprecher des Regionalligaspiels in der MDCC-Arena im Einsatz ist. Einen seiner bekannt fl otten Sprüche hatte er aber schon parat: „Wir wollen dem Favoriten FC Zukunft ein Bein stellen.“ Die Gastgeber stimmten laut Rohde einer Spielverlegung nicht zu.
Brisanz hat auch das Kellerduell zwischen Olvenstedt II und dem neuformierten Post SV. Wer holt hier die ersten Punkte?

28.August 2009

FCM gegen Hansa II schon am Scheideweg

Magdeburg. Nach der jüngsten 0:1-Pleite bei Türkiyemspor, nur zwei Punkten aus drei Spielen und einem einzigen erzielten mickrigen Tor steht Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg schon zu Beginn der neuen Saison am Scheideweg. Entweder gelingt es, den Hebel umzulegen und morgen (13.30 Uhr) gegen Hansa Rostock II den ersten Dreier einzufahren, oder die Situation spitzt sich bei einer weiteren Niederlage dramatisch zu und schließt selbst personelle Konsequenzen nicht mehr aus.
Verantwortlich für den Kader ist in erster Linie Sportchef Michael Richter, der nach dem dritten sieglosen Spiel in Folge ebenfalls betroffen reagierte und einräumte: „Im Fußball kann bekanntlich viel passieren, aber einen solchen Start hätte ich nicht für möglich gehalten.“
Richter weiter: „Jeder Einzelne, die gesamte Mannschaft, kann besser spielen. Aber sie hat es bis auf die zweite Halbzeit gegen den HSV II noch nicht abgerufen. Es sieht ganz so aus, als ob es vor allem eine Kopfsache ist.“
Er vermisst „die Kompromisslosigkeit, die Laufbereitschaft, die Aggressivität“ und mutmaßt: „Der Druck beim FCM ist immer etwas größer als bei anderen Vereinen. Vielleicht kann manch einer mit dieser für ihn ungewohnten Situation nicht umgehen.“
Von der richtigen Mischung des Teams ist der 45-Jährige nach wie vor überzeugt („Absolut! Wir können mit dieser Truppe unsere Ziele erreichen“), weiß aber natürlich auch: „Es wird höchste Zeit, jetzt den ersten Sieg einzufahren, damit die Unzufriedenheit, die ich im Übrigen nachvollziehen kann, nicht größer wird. Und mit den entsprechenden Siegen stehen auch die Fans schnell wieder hinter uns.“
Richter erklärte, dass die sportliche Leitung und das Trainergespann die Lage seit Dienstag intensiv analysiert hätten und deutete mögliche Veränderungen an: „Auffällig ist ja, dass die einzelnen Mannschaftsteile zu weit auseineinanderklaffen, dass wir durch die beiden sehr tief stehenden ,Sechser‘ (Zander und Bauer/ d. Red.) keine Tuchfühlung zum Offensivbereich finden. Und vielleicht wählt der Trainer mit Tüting auch eine andere Variante im zentralen Mittelfeld.“
Bei allem Druck, der auf dem Team lastet, komme es aber darauf an, nicht zu überdrehen. Richter: „Es gilt, das richtige Maß zu finden und nicht etwa nur der Fans wegen einen Sturmlauf zu starten, dabei die Defensive zu vernachlässigen und am Ende wieder mit leeren Händen dazustehen. Harakiri wird es bei uns nicht geben.“

Fußball-Verbandsliga: U 23 des 1. FC Magdeburg bereits heute Gastgeber für den TSV
Völpke-Spiel als Nagelprobe Erste Bilanz nach fünf Runden
Von Hans-Joachim Malli

Nachdem die FCM-Zweite am vergangenen Sonntag mit dem 0:1 bei Lok Stendal die erste Saisonniederlage kassierte, soll heute (18.30 Uhr/Platz 2, MDCC-Arena) gegen den Tabellensechsten TSV Völpke im fünften Spiel der zweite „Dreier“ eingefahren werden. Allerdings muss Club-Coach Mario Middendorf ganz schön umbauen.
Cracau. Genau 24 Stunden vor der Auftaktpartie des 5. Verbandsliga-Spieltags begann Middendorf gestern Abend das Abschlusstraining der FCMZweiten. Die kassierte am vergangenen Sonntag in der Altmark durch einen Sonntagsschuss des erst 17-jährigen Maximilian Butzke zum späten 0:1 zwar die erste Niederlage, war aber keineswegs das schlechtere Team in einem zumindest vom Tempo her guten Spiel.
Als Sieger fühlten sich in Stendal übrigens einige FCMFans, oder soll man besser Hooligans sagen, die das schmucke Stadion „Am Hölzchen“ bereits am Morgen mit Aufklebern und Sprühschriften verunzierten. Auch auf jene FCM-Anhänger unter den gut 150 Gästefans, die in der Halbzeitpause eine Lok-Fahne stahlen, können die Blau-Weißen ruhigenden Gewissens verzichten.
Das alles ist inzwischen Geschichte. Nun gilt die Konzentration dem heutigen Spiel gegen den TSV Völpke. „Das wird erneut ein heißer Tanz. Wir wollen natürlich die am Sonntag verlorenen Punkte wiederholen, wobei wir nach dem 5. Spieltag eine erste Bilanz ziehen wollen, dann auch wissen, wo wir stehen“, so Middendorf.
Der war mit dem gezeigten Auftreten seiner Schützlinge gar nicht mal unzufrieden: „In den bisherigen Spielen waren wir eigentlich nie die schlechtere Mannschaft, außer in der zweiten Halbzeit gegen Bernburg. Letztlich zählt aber das blanke Ergebnis. Daher müssen wir jetzt den Bock umstoßen, brauchen vor allem vor dem gegnerischen Tor die nötige Ruhe beim Abschluss, um nicht wieder mit leeren Händen dazustehen.“
Verzichten muss der Coach heute neben Abwehrroutinier Christian Prest, der in die Erste zurückbeordert wurde, auf die verletzten Fabian Jahnel (Adduktoren) und Sören Osterland (Knie). Ein Fragezeichen steht noch hinter Marcel Brendel, der sich im Training der Ersten am Knie verletzte und sich heute einer einer MRT-Untersuchung unterzieht.
Angeschlagen sind auch die Torhüter Franco Flückiger (Leiste) und Konstatin Filatow, bei dem aus einer Kapselverletzung nach ausgiebiger Untersuchung letztlich ein Fingerbruch wurde. „Um so erfreulicher ist es, dass Christian Beer bei uns spielen will, obwohl er ja die Woche über bei der Ersten mittrainiert“, freut sich Middendorf über das Engagement des ehrgeizigen Keepers.
Mit Cheftrainer Steffen Baumgart wurde gestern Abend abgestimmt, dass neben Beer auch Moritz Instenberg, Maik Georgi, Pascal Matthias, Patrick Bartsch und Marko Verkic heute in der U 23 zum Einsatz kommen sollen.

27.August 2009

1. FC Magdeburg wie Bayern München: Drei Spiele, zwei Punkte / Missglückter Einstand von Neuzugang Fuchs
Fehlstart löst Krisenstimmung aus Cardoso: „Wie eine Freizeittruppe“
Von Uwe Tiedemann

Zwei Punkte aus drei Spielen – genau wie der große FC Bayern hat Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg nach dem 0:1 bei Türkiyemspor einen klassischen Fehlstart hingelegt. Und genau wie beim deutschen Rekordmeister und Titelanwärter hängt bei den Elbestädtern der Haussegen gewaltig schief.
Berlin/Magdeburg. Zahlreiche FCM-Fans waren, nachdem die Leistungen der Akteure am Dienstagabend im Jahnsportpark mit zunehmender Dauer schlechter statt besser wurden, mit ihrer Geduld am Ende, die „Rehboldt raus“ und „Baumgart raus“-Rufe jedenfalls nicht zu überhören. Und als ob der trostlose Kick auf dem Rasen nicht schon Bestrafung genug war, setzte kurz vor Schluss ein heftiger Platzregen ein, so dass die meisten der rund 500 Anhänger klitschnass die Heimreise antreten mussten.
Cheftrainer Steffen Baumgart fand deutliche Worte: „Es ist ganz offensichtlich eine Kopfsache, denn im Training rennen die Jungs wie junge Götter über den Platz, und im Spiel sieht es so aus, als hätte jeder einen Rucksack auf dem Rücken.“ Der 37-Jährige wirkte schwer angeschlagen, entschuldigte sich bei der Pressekonferenz sogar dafür, „dass ich nicht immer die richtigen Worte gefunden habe“.
Baumgart ist jetzt vor allem als Psychologe gefragt, hatte unmittelbar nach dem Spiel aber noch keine Erklärung dafür, warum seine Schützlinge so ängstlich aufgetreten waren.
Präsident Volker Rehboldt fasste einen erneut denkwürdigen Abend im Jahnsportpark – in der vergangenen Saison hatte der Club im März beim 0:1 gegen Hertha BSC II seine letzte Aufstiegschance eingebüßt und dann zwei Monate später beim 0:2 gegen Türkiyemspor ebenfalls ganz schlecht ausgesehen – so zusammen: „Es fehlte die Ordnung, es fehlte die Disziplin, und es fehlte auch der Mut. Das kann einfach nicht funktionieren, wenn bei einer defensiven Grundausrichtung nur vier Mann nach vorne laufen, aber sechs auf zwei Linien hinten stehenbleiben.“
Nachdem beim Club im Heimspiel gegen den HSV II (0:0) wenigstens in der zweiten Halbzeit noch ein Ruck durch die Mannschaft gegangen war, blieb der diesmal völlig aus. Kein Biss, kein Aufbäumen, kein Zweikampfverhalten. So kam, was kommen musste: Türkiyemspor nutzte eine seiner vielen Chancen in der 85. Minute zum vielumjubelten Siegtreffer.
Apropos HSV: Dessen Trainer Rodolfo Esteban Cardoso fällte ein vernichtendes Urteil über den FCM: „Wenn ich sage, Magdeburg hatte nicht seinen besten Tag erwischt, ist das noch höflich ausgedrückt. Das sah mitunter so aus, als ob sich am Freitagnachmittag eine Freizeittruppe zum Kicken trifft ...“
Ex-FCM-Regisseur Kais Manai, inzwischen Co-Trainer bei Türkiyemspor, sah es ähnlich: „Es tut mir leid, wenn ich das sagen muss, weil ich mich noch mit dem Verein verbunden fühle, aber vor dem FCM muss niemand mehr Angst haben. Das ist mittlerweile ein ganz normaler Gegner.“ Und weiter: „Dass der Verein Braham abgegeben hat, war der größte Fehler überhaupt. Und wenn, dann hätte man einen gleichwertigen Ersatz im Sturm holen müssen.“
Der Angriff blieb in Berlin erneut nur ein laues Lüftchen. Daran änderte weder das Mitwirken eines zweiten nominellen Stürmers (Deniz Siga) noch die spätere Einwechslung von Neuzugang Lars Fuchs etwas. „Dass ich ihn erst später gebracht habe, lag an seinem Trainingsrückstand“, begründete Baumgart seine Entscheidung und beurteilte auch dessen Leistung eher kritisch: „Ich habe ihn kaum gesehen ...“ Und auf die Frage, ob sich diejenigen, die wie Racanel oder Bankert am Dienstag gar nicht zum Einsatz kamen, zu den Gewinnern zählen dürfen, antwortete der Trainer: „Es hat nur Verlierer gegeben. Diese maßlos enttäuschende Leistung war eines FCM nicht würdig.“

26.August 2009

Fußball-Regionalliga: Baumgart-Elf kann bei Türkiyemspor nicht punkten
Perfekter Fehlstart für 1. FC Magdeburg nach 0:1
Von Uwe Tiedemann



Berlin. Der Fehlstart für Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg ist perfekt. Gestern Abend unterlagen die Elbestädter bei Türkiyemspor Berlin mit 0:1 (0:0). Dabei boten die Elbestädter über weite Strecken eine vor allem spielerisch dürftige Leistung und sind in dieser Verfassung alles andere als ein Titelkandidat. Die Entscheidung fiel in der 85. Minute durch Grossert.
Die FCM-Fangemeinde fragte sich vor der Nachholpartie im Jahnsportpark: Spielt er, oder spielt er nicht? Gemeint war Neuzugang Lars Fuchs von Carl Zeiss Jena. Er spielte nicht. Zumindest nicht von Beginn an. Trainer Steffen Baumgart verzichtete zunächst auf den 27-Jährigen, brachte dafür aber mit Siga erstmals in dieser Saison einen zweiten nominellen Stürmer (neben Vujanovic).
Zum Spiel, in dem sogleich Feuer drin war: Nach 180 Sekunden traf Lemcke mit einem fulminanten Distanzschuss nur die Latte, im Gegenzug forderten die Gäste vergeblich Elfmeter, als Probst im Berliner Strafraum gelegt wurde. Dann machte erneut Lemcke auf sich aufmerksam, scheiterte nur knapp an Tischer (8.). Im weiteren Verlauf verflachte das Match. Nach 25 Minuten stellte Watzka Türkiyem-Keeper Rothe mit einem Aufsetzer auf die Probe – eine der wenigen nennenswerten Aktionen. Dann noch einmal Glück für den Club, als Steinwarth erneut nur die Latte streifte (32.).
So hieß es beim Seitenwechsel 0:0, was Präsident Rehboldt folgenermaßen kommentierte: „Ich habe zwar nicht das ganze Spiel gesehen, weil ich zu spät gekommen bin, aber was ich gesehen habe, hat mich nicht gerade vom Sitz gerissen.“
Gleich nach der Pause die nächste gute Gelegenheit für die Berliner. Diesmal retteten zwei Magdeburger auf der Torlinie (52.). Baumgart reagierte, stellte um. Prest kam für Bauer, Gaebler rückte dafür ins Mittelfeld. Und dann durfte endlich auch Fuchs sein Debüt geben (65.). Doch Zwingendes sprang beim FCM auch jetzt nicht heraus, der zudem hinten immer wieder brenzlige Situationen zu überstehen hatte. Vom Führungstor war der Club jedenfalls weit entfernt und die Anhängerschar längst ungeduldig geworden („FCM erwache“). Auch in der Endphase konnte der ideenlose Club nicht überzeugen und kassierte dann sogar noch das bittere 0:1, als Grossert nach Doppelpass mit Koc Tischer mit einem Flachschuss keine Chance ließ (85.).
Baumgart sagte nach dem Abpfiff: „Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu fi nden. Unsere Leistung war mehr als enttäuschend.“
Türkiyemspor: Rothe – Lichte, Doymus, Grossert, Cabuk, Steinwarth, Koc (86. Akgün), Lemcke, Schimmelpfennig (82. Sentuerk), Amachaibou, Cankaya (82. Zemlin).
FCM: Tischer – Probst (86. Georgi), Gaebler, Littmann, Neumann, Watzka, Bauer (57. Prest), Zander, Tüting, Siga (65. Fuchs), Vujanovic
Schiedsrichter: Schößling (Leipzig). Zuschauer: 1103. Tor: 1:0 Grossert (85.). Gelb: – / Gaebler

25.August 2009

Fußball-Regionalligist heute im Nachholspiel bei Türkiyemspor Berlin
FCM: Mit einem Dreier Tuchfühlung zur Spitze aufnehmen
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Es hätte schlimmer kommen können: Der Rückstand des am vergangenen Wochenende zum Zuschauen verurteilten 1. FC Magdeburg zur Spitzengruppe der Fußball-Regionalliga ist nicht wie befürchtet auf sieben Punkte angewachsen. Nach dem Remis des VfL Wolfsburg II und der überraschenden Heimschlappe von Hansa Rostock II könnte der Club heute Abend (19 Uhr, Jahnsportpark) mit einem Sieg im Nachholspiel bei Türkiyemspor sogar auf zwei Zähler an die VW-Städter herankommen.
„Sicherlich eine lösbare, aber sicher nicht einfache Aufgabe. Die Berliner sind ein unbequemer Gegner. Wir brennen jedoch darauf, mit einer konzentrierten Leistung die ersten drei Punkte in dieser Saison einzufahren“, sagte Trainer Steffen Baumgart.
Gespannt ist die FCM-Fangemeinde vor allem auf Lars Fuchs. „Ob er von Beginn an dabei ist, wird man sehen“, ließ sich Baumgart noch nicht in die Karten schauen. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass der 27-jährige Neuzugang von Carl Zeiss Jena nur auf der Bank sitzt. Schließlich bestand dringender Handlungsbedarf in der Offensive, und mit Fuchs habe man, so die sportliche Leitung unisono, endlich die Lücke geschlossen.
Nicht gefährdet ist im Übrigen der Einsatz von Matthias Tischer, der beim Benefizspiel in Nachterstedt (26:1) mit einem großen Pflaster am Kopf aufgelaufen war. Der Keeper hatte sich beim Training nach einem Zusammenprall eine Platzwunde zugezogen.
Und Türkiyemspor? Für die Berliner, die 2008/09 sportlich schon abgestiegen waren, dann aber vom Rückzug von Kickers Emden profitierten, steht erneut nur der Klassenerhalt im Vordergrund. Ein alter Bekannter ist inzwischen nicht mehr dabei: Der Ex-Magdeburger Kais Manai (36) beendete seine Karriere und unterstützt nun als Co-Trainer Chefcoach Taskin Aksoy, der Uwe Erkenbrecher (wechselte zu RW Essen) ablöste.

24.August 2009

Lars Fuchs – gelungener Einstand mit vier Toren

FCM hat endlich die erhoffte Verstärkung / 26:1-Kantersieg beim Benefi zspiel in Nachterstadt

Magdeburg. Mit einem Schützenfest stimmte sich Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg auf das Auswärtsspiel bei Türkiyemspor (morgen, 19 Uhr, Jahnsportpark) ein. Die Elbestädter gewannen am Sonnabend das Benefizspiel bei Concordia Nachterstedt (Landesklasse 3) mit 26:1 (13:0). Darüber hinaus wurde Lars Fuchs (zuletzt Carl Zeiss Jena) als neue Offensivkraft verpflichtet und bereits eingesetzt.
Der Erlös der Partie (2550 Euro) geht in vollem Umfang an die Opfer des Erdrutsches vom 18. Juli. Damals waren drei Menschen ums Leben gekommen. „Eine gute Aktion, die positiv angekommen ist. Für uns war es eine weitere Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen bzw. sich zu zeigen“, sagte FCM-Trainer Steffen Baumgart, der sich über mehr als zwei Dutzend Tore freuen durfte. Seine Mannschaft agierte speziell in der Anfangsphase sehr elanvoll (allen voran Catalin Racanel), der Gegner wurde quasi überrannt.
Und Fuchs? Der 27-Jährige soll die Lücke schließen, die durch die langwierige Verletzung von Denis Wolf entstanden ist (Volksstimme berichtete). „Ich denke, das ist uns gelungen, denn er ist ein ähnlicher Spielertyp. Durch diesen Transfer können wir in der Offensive noch fl exibler agieren, wobei Lars sowohl im Sturm als auch im offensiven Mittelfeld einsetzbar ist“, meinte Baumgart.
Fuchs kam in der zweiten Halbzeit aufs Feld und deutete nicht nur wegen seiner vier Treffer an, dass er die erhoffte Verstärkung werden kann. Kurz zuvor hatte der gebürtige Bad Harzburger seinen Vertrag in Thüringen aufgelöst, wo er seit seinem Wechsel im Januar 2009 in 12 Drittligapartien zum Einsatz kam. Bei seinen Stationen VfL Osnabrück und Eintracht Braunschweig absolvierte Fuchs 57 Zweit-, 27 Regional- sowie 12 Oberligaspiele und erzielte 18 Treffer und kündigte an: „Der Wechsel zurück in die Nähe meiner Heimat war mir sehr wichtig. Ich werde mich für den sportlichen Erfolg des FCM zerreißen.“ Der Vertrag des 1,75 m großen Neuzugangs gilt zunächst bis zum Saisonende.
FCM: Tischer (46. Gropius) - Neumann, Littmann, Gaebler, Probst - Racanel (46. Bankert), Tüting, Bauer (46. Zander), Watzka (46. Matthias) - Siga (46. Fuchs), Vujanovic
Zuschauer: ca. 700. Tore: Vujanovic (5), Fuchs (4), Siga (3), Racanel, Bauer, Watzka, Littmann, Zander, Tüting (je 2), Matthias, Bankert (je 1)

Autor: Hans-Joachim Malli

Sonntagsschuss bringt Gast um den verdienten Lohn

Fußball-Verbandsliga. 1. FC Lok Stendal – 1. FC Magdeburg II 1:0 (0:0)

Stendal. Am 4. Spieltag der Fußball-Verbandsliga kassierte die U 23 des 1. FC Magdeburg gestern Nachmittag vor 935 Zuschauern im Stendaler Hölzchen mit 0:1 (0:0) beim 1. FC Lok Stendal die erste Saisonniederlage. Maximilian Butze erzielte drei Minuten vor Schluss mit einem Schuss aus über 30 Metern in den linken Winkel das Tor des Tages.
Beide Mannschaften lieferten sich vor der Stendaler Rekordzuschauerkulisse bis zum Schluss einen Kampf auf Biegen und Brechen, wobei die Gäste in der zweiten Halbzeit dem Sieg sogar näher schienen.
Nachdem das Spiel mit zehnminütiger Verspätung begann, weil ein Großteil der etwa 150 Magdeburger Fans nicht pünktlich im Stadion war, gaben die Gastgeber durch den zunächst sehr auffälligen Benedikt Nellesen den ersten Warnschuss ab (4. Minute), auf der Gegenseite rettete Lok-Keeper Stephan Boy gegen Marcel Brendel (10.).
Die mit drei Brasilianern beginnenden Altmärker kamen nur selten gefährlich in Strafraumnähe. Auf der Gegenseite konnten sich Marko Verkic und Patrick Bartsch ebenfalls nur selten gefährlich durchsetzen, dafür sorgten die schnellen Maik Georgi und Brendel auf den Flügeln mehrfach für Überraschungsmomente, ohne aber einen Abnehmer zu fi nden. Die dickste Chance vor der Pause hatte der Stendaler Nellesen, der zunächst mit einem Heber nur die Latte traf, den Nachschuss freistehend über das Tor setzte (36.). Nur zwei Minuten später hatte Bartsch auf der Gegenseite mit seinem Schlenzer ans rechte Lattenkreuz Pech.
Der zweite Spielabschnitt begann zunächst verhalten, auch, weil die ballverliebten Brasilianer in Lok-Reihen mehrfach den besser postierten Mitspieler übersahen, den FCM-Akteuren zu viele Stockfehler unterliefen. Mitte der zweiten Halbzeit brachte FCM-Coach Mario Middendorf mit Philipp Glage und Steven Herold zwei frische Leute. Letzterer sorgte mit seinen Rückpässen von der Grundlinie gleich mehrfach für Gefahr, passte allerdings zu ungenau zurück (70.) oder fand keine Abnehmer (73.). Beim dritten Versuch versuchte er es selbst, wurde von Michael Runge im letzten Moment gestoppt (77.).
Als schon alles auf ein torloses Remis hindeutete, hatten die Gastgeber gleich zweimal Glück. Erst schoss Boy bei einem missglückten Abschlag Bartsch an, der Ball trudelte nur knapp neben dem Pfosten ins Tor-Aus (87.), dann traf Butze mit seinem Sonntagsschuss über den etwas zu weit vor dem Kasten platzierten Christian Beer zum umjubelten 1:0 (88.).
FCM-Trainer Middendorf war wie die Mannschaft natürlich total bedient, so kurz vor Schluss noch die Niederlage zu kassieren: „Wenn es zur Pause 2:2 gestanden hätte, wäre das auch okay. Nach dem Seitenwechsel hatten wir die klareren Aktionen, ehe ein Sonntagsschuss das 0:1 brachte. Wir gehen aber dennoch gestärkt aus der Partie, weil wir einer guten Mannschaft Paroli geboten haben.”

22.August 2009

Gemeinsamer Abend des 1. FC Magdeburg voller Erfolg / „HKS“-T-Shirts überreicht
Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Mit einer Einladung an die Fans haben die Spieler des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg das zuletzt eher angespannte Verhältnis untereinander deutlich verbessert. Beide Seiten – die komplette Mannschaft einschließlich Trainerstab und Sportchef Michael Richter auf der einen, rund 200 Anhänger auf der anderen – verbrachten jetzt mehrere Stunden in lockerer Atmosphäre beim FCM-Fanprojekt im Club 65 (Wilhelm-Kobelt-Straße).
„Das war schon etwas Besonderes und fand in dieser Form zum ersten Mal statt“, sagte Fanprojekt-Leiter Jens Janeck, der daran erinnerte, dass sich nach erheblichen Dissonanzen und Plakat-Aktionen („Nur für den Club sind wir heute da, Spieler, ihr seid austauschbar“) der Mannschaftsrat und die Fanvertretung in der vergangenen Saison im März noch zu einem Krisengespräch getroffen hatten. Doch das ist mittlerweile Schnee von gestern. Der erste Schritt zum besseren Miteinander wurde Mitte Mai vollzogen, als nach der Auswärtspartie in Cottbus die Anhänger das Team zu einer gemeinsamen Kahnfahrt im Spreewald eingeladen hatten. Nun folgte quasi die „Revanche“, wobei die Mannschaft den Abend nicht nur gesponsert hatte, sondern auch Speisen und Getränke servierte.
Die Initiative hatte in erster Linie Radovan Vujanovic ergriffen, der in seiner neuen Rolle als Kapitän Verantwortung übernehmen wollte und die große Fangemeinde nun um entsprechende Unterstützung bat: „Natürlich sind alle im Moment unzufrieden. Aber wir haben dieselben Ziele wie ihr. Deshalb vertraut uns und gebt uns Kredit.“
Die Ultras nutzten gleichzeitig die Gelegenheit, den Spielern ein „HKS“-T-Shirt zu überreichen. HKS steht für Heinz-Krügel-Stadion und soll als Würdigung seiner besonderen Verdienste an den verstorbenen Meistertrainer erinnern. „Eine Sache des Herzens, keinesfalls eine Torpedierung des kommerziellen Namens MDCCArena“, wie Janeck betonte. Beim ersten Heimspiel gegen den Hamburger SV II fand jetzt die inoffi - zielle Taufe statt, und schon kürzlich beim vom Fanprojekt organisierten Theater-Kultstück „Olvenstedt probiert‘s“, wo u.a. rund 40 Ultras mitgewirkt hatten, wurde die Öffentlichkeit auf die Aktion aufmerksam gemacht.
Dass jetzt den Spielern ein solches T-Shirt überreicht wurde, symbolisiert den Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans. Janeck: „Es ist sozusagen der Ritterschlag der Mannschaft, ein Zeichen, dass man dieser Truppe etwas zutraut, dass sie sich mit Verein und Region identifi ziert und man sagen kann: Ihr seid eben keine Legionäre.“

21.August 2009

Neuer Stürmer in Kürze da
Von Uwe Tiedemann


Magdeburg. Die am meisten diskutierte Frage beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg lautet derzeit: Wie heißt der neue Stürmer, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Neuzugang Denis Wolf (Volksstimme berichtete) verpflichtet werden soll?
Präsident Volker Rehboldt nährte gestern die Hoffnung, dass es recht schnell gehen wird: „Wir haben zuletzt eine lange Liste abgearbeitet und liegen voll im Plan. Es könnte sein, dass uns der neue Spieler schon am kommenden Dienstag beim Auswärtsspiel gegen Türkiyemspor zur Verfügung steht.“ Den Namen wollte der Club-Chef allerdings noch nicht verraten, verwies nur darauf, dass eine endgültige Entscheidung ohnehin noch nicht gefallen sei.
Rehboldt bekräftigte aber noch einmal, dass es ein schneller Mann sein muss, der sowohl Stürmer als auch hängende Spitze spielen kann.
Nach Volksstimme-Informationen stehen zumindest diese drei Namen auf der Liste: Julian Lüttmann (27/RW Oberhausen), Daniel Chitsulo (26/RW Ahlen) und Fabian Montabell (24/RW Erfurt).
Auch im Ausland hatte sich die sportliche Leitung umgeschaut, von einem möglichen Transfer des Fußball-Deutschen Borut Selmer (24/Labod Drava Ptuj in Slowenien) dann aber aus den verschiedensten
Gründen wieder Abstand genommen.
Mit Radovan Vujanovic verfügt der Club derzeit nur über einen gestandenen Angreifer – zu wenig, wie sich schon zu Beginn dieser Saison zeigte. Rehboldt wollte nach den zwei Unentschieden in Lübeck (1:1) und gegen den Hamburger SV II (0:0) dennoch von einem Fehlstart nicht sprechen, räumte allerdings ein, „dass das die öffentliche Wahrnehmung ist“.
Bevor die Blau-Weißen am kommenden Dienstag zu Türkiyemspor reisen, bestreiten sie am morgigen Sonnabend (15 Uhr) noch ein Benefi zspiel beim Landesklassenvertreter Concordia Nachterstedt. Der Erlös des Spiels kommt in vollem Umfang den Opfern des Erdrutsches vom 18. Juli zugute. Damals waren drei Menschen ums Leben gekommen, viele Einwohner des 2000-Seelenörtchens verloren ihr zu Hause.
Rehboldt: „Wir haben nicht einen Augenblick gezögert zu helfen, können so einen kleinen Beitrag leisten. Triebfeder war im Übrigen der ,Fanclub Alt Staßfurt‘, der immer sehr engagiert ist und auch hier die Initiative ergriffen hatte.“


„Mit einem Punkt in Stendal wäre ich zufrieden!“



Magdeburg (rsc). Vor der zweiten Mannschaft des 1. FC Magdeburg steht am Sonntag in der Fußball-Verbandsliga ein hochinteressantes Spiel an. Der Oberliga-Absteiger von der Elbe gastiert ab 14 Uhr im altehrwürdigen Stendaler „Hölzchen“ beim heutigen 1. FC Lok.
„Das wird ein ganz schweres
Stück Arbeit“, blickt FCM-IITrainer Mario Middendorf
dem brisanten Spiel entgegen. Auch wenn es „nur“ die zweite Mannschaft des FCM ist, die Spiele zwischen Lok und dem Magdeburger Club haben es schon immer in sich gehabt. Zumal im derzeitigen Aufgebot der Blau-Weißen mit Osterland, Flückiger und Instenberg drei ehemalige Lok-Akteure stehen. Hinzu kommt mit Köhne ein weiterer Altmärker. Und so ist es nicht verwunderlich, dass 200 bis 300 FCM-Fans die Reserve in die Altmark begleiten wollen.
Die Stendaler, bei denen sich mit Fernando einer der neuen Brasilianer bereits wieder in Richtung Ausland verabschiedet hat und die mit einem gewissen „Diego“ gleich wieder Ersatz heranorganisiert haben, befürchten, dass der FCM II mit der halben ersten Mannschaft anreisen wird. „Das wird nicht passieren“, kann Middendorf Stendaler Vorbehalte entkräften. „Zum einen spielt die Regionalligaelf am Sonnabend in Nachterstedt ein Benefi zspiel, zum anderen steht am Dienstag deren Punktspiel in Berlin an. Wir werden uns heute Mittag hinsetzen und beraten, wen wir in die Altmark mitnehmen.“
Aus dem eigentlichen Kader der zweiten Manschaft werden Lösdau und Girke nicht mit nach Stendal fahren. „Alle anderen sind fit, so dass wir eine gute Mannschaft aufbieten werden“, so Middendorf, der mit seinem Team heute und am morgigen Samstag noch trainieren wird.

20.August 2009

Zweite Mannschaften lassen schon grüßen ...

Magdeburg. Es ist nur eine Momentaufnahme und die Saison noch lang, aber es könnte schon so etwas wie ein Fingerzeig auf den weiteren Verlauf in der Fußball-Regionalliga Nord sein: Derzeit führen mit dem VfL Wolfsburg II, Hannover 96 II und Hansa Rostock II drei Bundesliga-U-23-Teams mit „weißer Weste“ die Tabelle an.
Aufstiegsaspirant 1. FC Magdeburg kam bislang über zwei Remis nicht hinaus, hat schon vier Zähler Rückstand auf Platz eins und kann ein Lied davon singen, was es heißt, wenn man von Anfang an hinterherhechelt.
Während das bis dato gute Abschneiden von Hannover und Rostock schon ein wenig überrascht, scheint Wolfsburg seiner Rolle als „Geheimfavorit“ frühzeitig gerecht zu werden.
Schon in der vergangenen Saison, als der VfL sensationell deutscher Meister wurde, hatte der scheidende Trainer Felix Magath die Weichen für den Unterbau gestellt und mit Lorenz-Günther Köstner einen erstligaerfahrenen Coach mit dem klaren Auftrag in die VW-Stadt geholt, die U-23 2009/10 in die 3. Liga zu führen. Anfangs, so der 57-Jährige, habe er gezögert, doch mittlerweile sei er „angenehm überrascht vom guten Niveau der Regionalliga“.
Für die Traditionsclubs wie den FCM, HFC, VfB Lübeck oder Chemnitzer FC bleiben die zweiten Mannschaften – insgesamt 21 (!) in den drei Staffeln – ein Dorn im Auge: Unberechenbar wie eine „Wundertüte“ und wenig attraktiv, dafür enorm spielstark. Viele, wie FCM-Trainer Steffen Baumgart, favorisieren für sie eine eigene Liga, doch das dürfte wohl Wunschdenken bleiben, denn die Lobby der Erst- und Zweitligisten ist einfach zu groß. So sagt denn auch Heiner Bertram vom FCM-Aufsichtsrat und ehemaliges DFL- bzw. DFB-Vorstandsmitglied: „Ich bedauere diese Entwicklung außerordentlich und bin überhaupt kein Freund der zweiten Mannschaften, kenne aber die Argumente der DFL und Profi vereine. Das sind derzeit unverrückbare Positionen, so dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sich an der jetzigen Situation so schnell etwas ändert.“
Das gilt auch für den Club, dessen Auswärtsspiel bei Türkiyemspor auf den kommenden Dienstag (25. August/19 Uhr) verlegt wurde. „Wegen der Leichtathletik-WM in Berlin stehen nicht genügend Polizisten für den Jahnsportpark zur Verfügung“, erläuterte Manager Bernd Hofmann. Der Rückstand auf das führende U-23-Trio könnte also (kurzzeitig) weiter anwachsen.

19.August 2009

Hoffnungsträger des 1. FC Magdeburg im Krankenhaus Vogelsang operiert
Nun ist es amtlich: Neuzugang Wolf fällt monatelang aus
Von Uwe Tiedemann

Eine Halbzeit beim ersten Vorbereitungsspiel Anfang Juli in Altenweddingen (8:0) absolviert, eine in Barleben (7:0) und dann, nach einer Knieverletzung beim off ziellen Auftakttraining, nur noch Reha-Patient – so sieht das dürftige „Arbeitsprotokoll“ von Denis Wolf aus. Und es kann auf absehbare Zeit auch nicht korrigiert werden, denn der Neuzugang des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg wurde jetzt im Krankenhaus Vogelsang operiert und fällt monatelang aus.
Magdeburg. „Es ist eine Syndesmosebandruptur, also ein Riss. Die OP verlief zwar ohne Komplikationen, aber rund drei Monate wird es wohl dauern, bis er uns wieder zur Verfügung steht“, sagte gestern FCM-Manager Bernd Hofmann, der von Mannschaftsarzt Dr. Matthias Greulich informiert worden war. Damit sind zumindest die Spekulationen beendet, was die genaue Diagnose anbetraf.
Für Irritationen hatte vor allem die Lokalisierung der Verletzung des Ex-Erfurters gesorgt. Es war immer von einem verdrehten Knie, nicht aber vom Syndesmoseband (zwischen Wadenbein und Sprunggelenk) die Rede. Und Probleme mit dem Sprunggelenk hatte es bereits bei seinem ehemaligen Verein gegeben ... Nur purer Zufall?
Hofmann sprach von einem „komplizierten Fall“ und erläuterte: „Das Syndesmoseband ist zwar die Ursache, aber dadurch, dass der Spieler im Training umgeknickt war und weitertrainiert hat, entstand zusätzlich eine Entzündung im Knie.“
Der Manager legte diesbezüglich Wert auf die Tatsache, dass Wolf seinerzeit medizinisch ausgiebig durchgecheckt worden war: „Das ist bei uns so üblich und wurde selbstverständlich auch bei Denis Wolf gemacht. Da gab es noch keinerlei Hinweise.“ Und weiter: „So etwas kann im Fußball immer passieren, genauso wie wenn bei einem Spieler zweimal das Kreuzband oder der Meniskus reißt.“
Insofern fühlt sich der Club auch nicht etwa von Erfurt getäuscht. Hofmann: „Nein, auf keinen Fall, zumal er ja dort noch gespielt hat.“
Beim FCM wird das frühestens im Dezember wieder der Fall sein. Damit kann der Club den 26-jährigen Hoffnungsträger für die Hinrunde quasi abschreiben. Seit längerem halten die Verantwortlichen zwar Ausschau nach einem Ersatz für ihn, doch so einfach gestaltet sich die Suche nicht, denn der Neue muss ins Prof l passen und das Ganze bezahlbar bleiben. Denn wenn Wolf wieder in den Kader zurückkehrt, zahlt auch die Berufsgenossenschaft nicht mehr, was jetzt nach sechs Wochen Ausfall zunächst für unbestimmte Zeit der Fall ist.
„Wir müssen die Situation genau abwägen, werden nach nur zwei Spieltagen nicht alles in Frage stellen und uns auch von der Öffentlichkeit nicht unter Druck setzen lassen“, machte Hofmann deutlich und ergänzte: „Auf Teufel komm raus wird kein Neuer verpf ichtet. Wir haben Vertrauen in unseren Kader. Und ich denke schon, dass uns ein Deniz Siga, der seine Sache zuletzt gegen den HSV ganz ordentlich gemacht hast, durchaus helfen kann.“
Der Manager räumte aber ein, dass die Führungscrew um Sportchef Michael Richter derzeit dabei ist, eine Namensliste mit entsprechenden Kandidaten abzuarbeiten und dann Vorschläge unterbreiten wird.
Im FCM-Forum kursieren derzeit mehr als 15 Namen. Favorisiert wird hier Rene Schnitzler vom FC St. Pauli. Hofmann dazu: „Den kennen wir zwar, aber er ist mehr der Typ Mittelstürmer. Was wir brauchen, ist ein schneller torgefährlicher Mann, der wirbeln und Räume für Radovan Vujanovic schaffen kann.“
Genau diese Rolle sollte Wolf übernehmen, der aber nun auf sein erstes Pf ichtspieltor für den FCM wohl noch lange warten muss. Bislang traf er ein einziges Mal – beim Test in Barleben zum 2:0 ...

18.August 2009

Baumgart-Elf dankt

Stadtfeld (mus). Am heutigen Dienstag lädt die Regionalligamannschaft des 1. FC Magdeburg ihre Fans ab 19 Uhr zu einem geselligen Beisammensein in das Fanprojekt „Club 65“ in die Wilhelm-Kobelt-Straße 35 ein. Bei Gegrilltem und Getränken wollen sich Fans und Mannschaft gemeinsam auf die anstehenden Aufgaben in der Saison einstimmen. Trainer Steffen Baumgart: „Wir freuen uns auf diesen Abend und wollen unseren treuen Fans mit dieser Aktion auch einmal für ihre großartige Unterstützung Danke sagen.“

Autor: Uwe Tiedemann
Bertram fordert Baumgart zu mutigerer Spielweise auf

Für Regionalligist 1. FC Magdeburg verlief der Saisonstart mit zwei Punkten aus zwei Spielen und dem DFBPokal-Aus alles andere als wunschgemäß. Aufsichtsratsmitglied und Fußball-Fachmann Heiner Bertram (69), der die Geschehnisse stets aufmerksam beobachtet, hütet sich aber davor, ein vorschnelles Urteil zu fällen.
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. „Natürlich besteht die Gefahr, dass man wie schon in den Vorjahren von Beginn an hinterherläuft. Trotzdem denke ich, dass alle Beteiligten vier, fünf Spiele abwarten sollten, bevor sie ein erstes Fazit ziehen. Die Mannschaft muss Gelegenheit bekommen, sich zu zeigen. Beim 1:1 in Lübeck f el mir auf, dass sie über weite Strecken zu mutlos und mit nur einer Spitze gespielt hat“, kritisierte Bertram, der beim jüngsten Heimspiel gegen den Hamburger SV II (0:0) nicht vor Ort war.
Auch da versuchte es Trainer Steffen Baumgart zunächst mit nur einem Stürmer. „Zu wenig“, wie Bertram befand: „Gerade zu Hause muss ich selbstbewusst auftreten – was der Trainer ja verbal auch tut.“ Warum dann aber diese Defensivhaltung auf dem Spielfeld? „Es ist seine erste Trainerstation. Da will er keine Fehler machen, wagt sich noch zu selten aus der Deckung heraus“, vermutet Bertram, der den 37-Jährigen „als Mensch und Fußballer sehr schätzt. Was den Trainerposten anbetrifft, sind natürlich beide Seiten ein Risiko eingegangen. Es ist eine 50:50-Chance für alle“.
Und was ist mit dem neuen Angreifer, der nach der langwierigen Verletzung von Neuzugang Denis Wolf in Kürze verpfichtet werden soll? Bertram hat da seine ganz eigene Meinung: „Ich setze mehr auf die vorhandenen Spieler und denke vor allem an Deniz Siga. Er ist ein schneller Stürmer, inzwischen eineinhalb Jahre hier und mit einem neuen Vertrag ausgestattet worden. Nun bekommt er seine Chance. Die muss er halt nutzen.“
Bislang war das allerdings eher selten der Fall, und so kam Siga über Kurzeinsätze nicht hinaus. Wenngleich Baumgart nach dem Remis gegen den HSV von einer Belebung im Angriff sprach und ankündigte, ihn wieder zu bringen. Doch ein gestandener Stürmer, der kurzfristig weiterhilft, ist er nicht und kann es mit 20 Jahren wohl auch noch nicht sein.
Auf die Frage, ob bei der Kaderzusammenstellung Fehler gemacht wurden, antwortete Bertram: „Der Trainer war immer einverstanden, hat stets betont, dass er dieser Mannschaft eine Menge zutraut.“
Bertram sieht aber auch noch eine andere Gefahr: „Wir haben uns seinerzeit im Aufsichtsrat darauf verständigt, dass wir, was mögliche Verstärkungen anbetrifft, für die Rückrunde reagieren können. Wenn man diese Reserven jetzt schon angreift, kann das natürlich problematisch werden. Hier sind sicherlich weitere Gespräche mit dem Präsidium erforderlich.“
Auf den bewährten Dialog setzt der 69-Jährige ohnehin: „Das haben wir bislang so gehalten und werden auch weiter so verfahren. Ich bin mir sicher, dass die sportliche Leitung, wenn sie denn nicht mit den Vorstellungen des Trainers konform geht, das Gespräch suchen wird.“

17.August 2009

Fußball-Regionalligist schon vier Punkte hinter der Spitze / Wolf wird operiert / Neuer Stürmer kommt
Tenor beim FCM nach zweitem Remis: Nur die Ruhe bewahren
Von Uwe Tiedemann

Nach nur zwei Spieltagen hechelt Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bereits der Spitze hinterher. Durch die zwei Unentschieden zum Saisonauftakt – 1:1 in Lübeck und am vergangenen Freitagabend nur 0:0 gegen den HSV II – beträgt der Rückstand zum Tabellenführer und „Geheimfavoriten“ VfL Wolfsburg II schon vier Punkte.
Magdeburg. „Natürlich sind wir unzufrieden, aber die Saison ist noch lang. Im vergangenen Spieljahr hatten wir nach vier Partien gerade drei Punkte und sind dann bis auf einen Zähler an Kiel herangekommen“, erinnerte sich Kapitän Radovan Vujanovic und richtete seinen Blick kämpferisch nach vorn: „So wie in der zweiten Halbzeit, als wir mit viel Druck nach vorn sieben, acht klare Chancen hatten, muss es laufen. Das war nicht zu vergleichen mit der ersten Hälfte.“ In der Pause hatte der Kapitän in der Kabine sogar das Wort ergriffen und nach einer maßlos enttäuschenden Vorstellung der gesamten Mannschaft an jeden einzelnen appelliert, endlich Gas zu geben.
Mittelfeldmann Catalin Racanel, der wegen seiner Platzwunde über dem linken Auge zu vorsichtig agierte und zur Pause runter musste, meinte beschwichtigend: „Zwei Punkte aus zwei Spielen sind ein bisschen wenig. Aber wir sind gerade am Anfang der Saison. Da tut man sich oftmals noch schwer. Ich bin mir aber sicher, dass wir uns steigern werden. Alle sollten deswegen die Ruhe bewahren.“
Angesichts der wieder einmal hohen Erwartungshaltung mit dem Ziel ganz oben mitzuspielen und möglichst aufzusteigen, fällt das allerdings schwer. Erst recht, wenn man die ersten 45 Minuten gegen den HSV betrachtet. Ein trost-, harm- und ideenloses Gekicke ohne eine einzige zwingende Torchance! Erst als sich Trainer Steffen Baumgart entschloss, einen zweiten Angreifer zu bringen, wurde es besser. Das lag jedoch nicht unbedingt am eingewechselten Deniz Siga, der zudem die dickste Möglichkeit vergeigte und das leere Tor nicht traf (69.), sondern am insgesamt deutlich engagierteren Auftritt aller Akteure.
Baumgart sprach hinterher von „einer Mannschaft, die mit wesentlich mehr Mut agierte“, vergaß allerdings auch nicht die klare Konterchance der Gäste, die Matthias Tischer gegen Choupo-Moting (68.) glänzend vereitelte: „Am Ende kannst du sogar froh sein, nicht verloren zu haben, denn wenn der Ball reingeht, wird es ganz schwer.“
Der Trainer ist momentan nicht zu beneiden. Nach drei Pfichtspielen wartet seine Mannschaft noch immer auf den ersten Sieg und setzt auch die Taktik mit einer Spitze nicht so um, wie er sich das vorstellt. Es fehlt an der nötigen Unterstützung für Vujanovic. Hinzu kommen starke Formschwankungen wie z.B. bei Martin Zander, der lange Zeit schwach spielte, dann aber geradezu „explodierte“.
Dass ein weiterer Stürmer verpfichtet wird, steht seit dem Wochenende zu 100 Prozent fest. Grund ist die Knieverletzung von Neuzugang Denis Wolf, der jetzt sogar unters Messer muss. Sportchef Michael Richter dazu: „Zwei Sehnen im Kniegelenk reiben aneinander und verursachen Schmerzen. Es wird sicherlich fünf bis sechs Wochen dauern, bis der Spieler wieder in den Trainingsprozess eingreifen kann und noch einmal die gleiche Zeit, bis er wieder einsatzfähig ist. Wir sind derzeit dabei, eine Liste mit infrage kommenden Kandidaten abzuarbeiten.“ Namen wollte Richter allerdings nicht nennen.
Der Aufsichtsrats-Vorsitzende Rüdiger Koch versicherte: „Es ist offensichtlich, dass wir ein Sturmproblem haben und reagieren müssen. Die nötigen fnanziellen Reserven sind da.“

Fußball-Verbandsliga: FCM-Zweite bezwingt vorjährigen Oberligakontrahenten Wolfen mit 2:1 (0:0)
Verkic bricht den Torbann
Von Hans-Joachim Malli

Der U 23 des 1. FC Magdeburg gelang mit dem 2:1 (0:0) gegen den FC Grün-Weiß Wolfen nicht nur der erste Saisonsieg in der Fußball-Verbandsliga, sondern auch der erste Pfichtspielerfolg gegen die Grün-Weißen überhaupt. Noch beim vorjährigen Oberligaintermezzo unterlagen die Elbestädter mit 0:3 und 0:1.
Cracau. Obwohl die Gastgeber mit Christian Beer, Christian Prest, Maik Georgi, René Gewelke, Pascal Matthias und Marko Verkic sechs Regionalliga-Akteure aufboten, auch die Wolfener eine spielstarke Mannschaft aufs Feld schickten, verlief die erste Halbzeit ohne große Höhepunkte, hatte man wohl zu großen Respekt voreinander. Einzig die Prest-Kopfbälle nach Ecke von Gewelke (8. Minute) bzw. Matthias (28.) sorgten für etwas Gefahr, gingen aber jeweils links am Kasten vorbei. Zudem wehrte Gästekeeper Hahn einen schönen Direktschuss von Verkic zur Ecke ab (27.).
Mit Beginn der zweiten Halbzeit intensivierten die Middendorf-Schützlinge ihre Angriffsbedingungen, wenngleich Georgi seine enorme Antrittsschnelligkeit noch zu selten in torgefährliche Aktionen ummünzte, auch der baumlange Verkic oftmals nur zweiter Sieger blieb. Zunächst verpasste Patrick Bartsch eine Georgi-Eingabe, vertändelte Verkic selbige (53.), dann scheiterte Bartsch an Hahn (57.), verzog Matthias nach einer Georgi-Flanke nur knapp (59.).
Als schon vieles auf eine Nullnummer hinwies, da auch die Gäste trotz gefälliger Spielweise zu selten Gefahr nach vorn entwickelten, setzte Verkic seinen Körper im Strafraum gekonnt ein, schlenzte den Ball zum 1:0 ins Netz (73.).
Die angefressenen Gäste drängten anschließend auf den Ausgleich, Beer parierte gegen Hebsacker (80.), mussten dann aber sogar noch das 2:0 hinnehmen, als sich Verkic und der eingewechselte Philipp Glage zum schönen Zusammenspiel fanden, und letzterer nur noch einschieben musste (85.). Das abschließende 2:1 durch Schulz nach einem Beer-Patzer (90.) war nur noch Ergebniskosmetik.
„Der Sieg ist letztlich verdient. In der ersten Halbzeit war es kein gutes Spiel, war viel Nervosität und gegenseitiger Respekt vorhanden. In der zweiten Halbzeit lief es besser, auch weil wir mehr wollten und die von oben gekommenen Akteure griffger wurden“, resümierte FCM-Trainer Mario Middendorf nach dem Schlusspf ff des nicht immer glücklich agierenden Referees Karsten Fettback.

15.August 2009

Autor: Uwe Tiedemann
Beherzter Sturmlauf in der Schlussphase wird nicht belohnt

Fußball-Regionalliga: FCM spielt beim Heimauftakt nur 0:0 gegen U23 des HSV

Wieder nichts: Auch im vierten Anlauf verpasste Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bei seiner Heimpremiere einen Dreier, musste sich gestern Abend vor knapp 8000 Zuschauern in der MDCC-Arena gegen die U-23 des Hamburger SV mit einem mageren 0:0 begnügen.
Magdeburg. Nach ausgesprochen verhaltenem Beginn mit wenig Ballbesitz hatte der FCM zwar nach neun Minuten die erste Chance, doch die Vorlage von Watzka kam zu scharf, so dass Littmann im Fallen keine Kontrolle mehr über den Ball bekam und verzog. Das blieb aber für lange Zeit die einzig nennenswerte Aktion. Ansonsten zeigten beide Teams typischen Sommerfußball mit kaum Drang nach vorne.
Die Platzherren taten sich gegen die ballsicheren Gäste enorm schwer, kamen mit nur einer Spitze aber auch nur selten vors gegnerische Tor und letztlich zu keiner einzigen klaren Möglichkeit. Für eine Heimmannschaft mit Aufstiegsambitionen ein Armutszeugnis! Vujanovic bemühte sich im Angriff zwar nach Kräften, stand gegen zwei oder drei Hamburger aber meist auf verlorenem Posten und rieb sich auf.
Auch mit Standardsituationen klappte es nicht, so dass die Unzufriedenheit auf den Rängen wuchs. Nur in der 39. Minute wurde es noch einmal gefährlich, doch nach einem der wenigen gelungenen Spielzüge jagte Watzka das Leder per Volleyschuss über den Hamburger Kasten.
Immerhin: Auch die Norddeutschen hatten in der Offensive nur Magerkost zu bieten. Lediglich der erstligaerfahrene Choupo-Moting stellte in der 24. Minute Tischer auf die Probe, die dieser aber mühelos bestand und zur Ecke klärte.
So hieß es beim Seitenwechsel 0:0, und alle Beteiligten auf FCMSeite wussten: Mit dieser Spielweise wird’s nichts mit dem erhofften Dreier zur Heimpremiere.
Trainer Baumgart reagierte zur Pause, brachte mit Siga (für den nach einer in Lübeck zugezogenen Platzwunde gehandicapten Racanel) einen zweiten Stürmer. Tatsächlich wurde es nun lebhafter, und nach 58 Minuten hatten die wieder einmal lautstarken Club-Fans den Torschrei schon auf den Lippen, doch nach einer unübersichtlichen Situation verhinderte der eigene Mann (Probst) die Führung. Nun aber war endlich mehr „Leben in der Bude“, drängte der FCM mit Macht auf das 1:0.
Das eröffnete dem HSV natürlich Kontermöglichkeiten, von denen eine fast zum Rückstand geführt hätte. Doch Tischer zeigte gegen den durchgebrochenen Choupo-Moting seine bis dato größte Tat (68.) und parierte. Im Gegenzug stand Siga plötzlich „knochenfrei“, brachte jedoch das Kunststück fertig, das leere Tor zu verfehlen. Entsetzen beim Club - das musste das 1:0 sein! Spätestens jetzt hatten aber beide Teams ihre Zurückhaltung abgelegt, wurde endlich fotter Fußball gespielt. Allerdings lief den Gastgebern, die sich zudem immer wieder leichte individuelle Fehler leisteten, die Zeit davon. Und am Ende wartete die Fangemeinde trotz eines beherzten Sturmlaufs ihrer Blau-Weißen in der Endphase vergeblich auf den erlösenden Treffer.
FCM-Trainer Baumgart erklärte nach der Partie: „Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. In der ersten hat meine Mannschaft viel zu ängstlich agiert, in der zweiten Hälfte ging es dann viel besser und wir hätten aus unseren sehr guten Möglichkeiten das 1:0 machen müssen.“
FCM: Tischer - Probst, Littmann, Gaebler, Neumann, Watzka, Bauer (81. Verkic), Zander, Racanel (46. Siga), Tüting, Vujanovic
HSV II: Mickel - Maier, Leschinski, K. Schulz, Rados (89. Beister), Keita, Pressel, Arslan, Kazior, Torun, Choupo-Moting (90. Franke)
Schiedsrichter: Winkmann (Kerken/Niederrhein). Zuschauer: 7926. Tore: Fehlanzeige. Gelb: Probst, Zander / Maier, Rados, Leschinsk

0:0 – FCM patzt beim Heimauftakt

Magdeburg (jb). Enttäuschender Heimauftakt für die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg gestern Abend vor 8000 Zuschauern in der MDCC-Arena. Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart kam gegen den Hamburger SV II trotz eines Sturmlaufs in der zweiten Hälfte über ein 0:0 nicht hinaus.

14.August 2009

Autor: Uwe Tiedemann
FCM will schwarze Serie der Auftaktspiele brechen

Regionalligist erwartet heute HSV II / 5000 Karten im Vorverkauf weg / Wahl zum „Spieler des Tages“

Magdeburg. Der FCM und seine Regionalliga-Heimpremieren ... Seit dem Aufstieg 2006 taten sich die Blau-Weißen jedes Mal schwer, gewannen keine einzige Auftaktpartie. Das soll heute Abend (19 Uhr, MDCC-Arena) gegen die U 23 des Hamburger SV endlich anders werden.
In der Saison 2006/07 war, damals noch im Germerstadion, ebenfalls der HSV II der Gegner – Endstand 0:0. Ein Jahr später reichte es gegen Energie Cottbus II nur zu einem 1:1, und 2008 gab es vor immerhin 11 327 Zuschauern gegen Holstein Kiel gar eine 0:1-Niederlage.
So ist denn Trainer Steffen Baumgart auch entsprechend vorsichtig und warnte: „Speziell gegen die zweiten Mannschaften haben wir uns in der vergangenen Rückrunde oft schwer getan. Ich erwarte auch diesmal eine junge, elanvolle und kompakte Hamburger Mannschaft, die uns alles abverlangen wird.“
Vielleicht kommt dem FCM entgegen, dass die Bundesliga-Reserveteams von ihrer Spielstärke leben und sich nicht etwa hinten einigeln.
Der Prominenteste bei den Hamburgern sitzt auf der Trainerbank – Rodolfo Esteban Cardoso (220 Erst- und 111 Zweitligaspiele). Der 40-jährige gebürtige Argentinier leitete seit seinem Karriereende im Jahre 2004 zunächst die Fußball-Schule Norderstedt, fungierte dann beim HSV als U-19-Cheftrainer und ist seit Januar 2009 verantwortlich für die U 23, die zum Saisonauftakt daheim nur zu einem mageren 1:1 gegen Aufsteiger ZFC Meuselwitz kam.
Der Vorverkauf für die erste Partie in der neuen Saison verlief eher schleppend. Bislang gingen 5000 Karten weg. Manager Bernd Hofmann, gut erholt aus dem Kroatien-Urlaub zurückgekehrt, erwartet heute aber noch 8000 Besucher, die mit Beginn der neuen Saison per Telefonvoting jeweils den „Spieler des Tages“ wählen können. Über die Hotline 0391/99009 plus Rückennummer“ (zum Festnetzpreis) wird jedem Spieler eine Durchwahl zugeordnet (z.B. Simon Tüting: 0391/99009 - 05). Einer der per Zufallsprinzip ausgewählten Anrufer erhält beim nächsten Heimspiel das Trikot des „FCMKickers des Tages“ und zwei Freikarten.
Übrigens: Das nächste Heimspiel gegen Hansa Rostock II wurde kurzfristig von Sonntag, 30. August, auf Sonnabend, 29. August (13.30 Uhr), vorverlegt. Fest steht mittlerweile auch der Termin für den Landespokalauftritt beim VfB Klötze – Sonnabend, 10. Oktober (15 Uhr).

FCM-Benefizspiel in Nachterstedt

Magdeburg (dpa). Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bestreitet am 22. August ein Benefzspiel beim Landesklassenvertreter Concordia Nachterstedt. Der Erlös des Spiels kommt den Opfern des Erdrutsches vom 18. Juli zugute. Auch Concordia Nachterstedt ist betroffen. Ein Vereinsplatz darf nicht mehr betreten werden.

13.August 2009

Autor: Uwe Tiedemann
Vorfreude auf erstes Heimspiel, aber Personalprobleme

Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg erwartet morgen den Hamburger SV II

Magdeburg. Es geht nicht gerade beschaulich zu in diesen Tagen beim 1. FC Magdeburg. Zwar febert der Regionalligist dem Heimspielstart gegen den HSV II entgegen (morgen, 19 Uhr), doch die Probleme im Angriff sind ein Dauerthema.
Selbst wenn „Sorgenkind“ Denis Wolf (Syndesmosebandanriss am rechten Knie) doch noch bis zum Ende der Transferperiode am 31. August wieder f t werden sollte, müssen die Verantwortlichen wohl reagieren, denn das Verletzungs(rückfall)risiko ist einfach zu groß. Mittlerweile wird offen darüber diskutiert, ob Wolfs jetziges Leiden sogar mit dem früheren bei RW Erfurt (Sprunggelenk) in Verbindung steht. Trainer Steffen Baumgart: „Ich will nicht spekulieren, aber was die Belastung anbetrifft, scheint das zumindest nicht mehr ausgeschlossen.“
Der Coach machte noch einmal ganz deutlich: „Wenn man noch Maximilian Gerwien dazurechnet, haben wir drei Stürmertalente (hinzu kommen noch Marko Verkic und Deniz Siga/d. Red.),
die uns sicherlich auf Sicht weiterhelfen können. Was wir aber im Moment brauchen, ist ein gestandener Spieler, der seine Klasse sofort unter Beweis stellt.“
Das Dilemma im Angriff wird noch dadurch verschärft, dass Wolf gar kein gelernter Stürmer, sondern viel eher ein offensiver Mittelfeldakteur ist (und diese Position zuletzt auch in Erfurt einnahm).
Neben dem sportlichen muss natürlich auch der f nanzielle Rahmen passen. Und hier kann der Club bekanntlich nicht aus dem Vollen schöpfen. Es fehlt u.a. das Geld, das der ursprünglich noch bis 2011 an den FCM gebundene, aber aussortierte Najeh Braham erhielt, damit wenigstens für eine Saison sein Wechsel nach Aue klappte. War dessen Abschiebung im Nachhinein ein Fehler?
Doch die Wolf-Personalie ist nicht Baumgarts einzige Sorge. Im linken Mittelfeld droht Catalin Racanel auszufallen, der beim 1:1 in Lübeck frühzeitig nach
Zusammenprall
musste. „Die Platzwunde verläuft halb über die Stirn, musste mit acht Stichen genäht werden. Vom Gefühl her müsste es gehen, aber was ist, wenn er an dieser Stelle von einem Ellbogen getroffen wird“, fragt sich Baumgart, der dennoch zuversichtlich nach vorn blickt: „Bei allen Beteiligten herrscht eine gewisse Vorfreude. Wir wollen mit einem Sieg gleich in ruhigeres Fahrwasser kommen und gleichzeitig natürlich auch unsere zahlreichen Fans zufriedenstellen.“

12.August 2009

Autor: Klaus Kahmann
„Nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch“

Volksstimme-Interview mit dem verletzten FCM-Offensivmann Denis Wolf

Mit dem 26-jährigen Denis Wolf meldete der 1. FC Magdeburg Ende Juni einen wichtigen Neuzugang für den Angriff. Doch der vom Drittligisten Rot-Weiß Erfurt zum Regionalligisten FCM gewechselte Offensivmann verletzte sich im ersten Training. Volksstimme-Redakteur Klaus Kahmann sprach gestern mit ihm über die gegenwärtige Situation.
Volksstimme: Denis, was ist für Sie derzeit sportlich möglich?
Denis Wolf: Ich gehe fast jeden Tag zum Training, um den Kontakt zur Mannschaft nicht zu verlieren. Der Trainer erwartet das von mir, und ich halte das für richtig. Ich kann aber noch nicht mitmachen. Und jeden Tag geht es in die Reha, um mit einem individuellen Programm mein rechtes Knie zu stabilisieren.
Volksstimme: Und wie ist es mit dem Kontakt zum Team?
Wolf: Wie gesagt, ich bin fast immer beim Training. Und am Dienstag bin ich beim Fanabend.
Volksstimme: Wann werden Sie wieder in das Mannschaftstraining einsteigen?
Wolf: Das wird sich in den nächsten Tagen herausstellen. Ich habe mehrere Ärzte konsultiert. Es ist aber für mich auch enorm schwierig, mich selber zu bremsen und nein, es geht noch nicht, zu sagen. Ich hoffe, dass sich jetzt schnell alles klären wird.
Volksstimme: Bekommen Sie denn auch mit, dass man unter den Fans schon von Angriffsschwäche spricht?
Wolf: Natürlich. In der Kabine liegen Tageszeitungen, da kann man das nachlesen. Mannschaftskameraden sprechen einen an. Da macht man sich schon seine Gedanken. Und wenn die entscheidenden Leute meinen, wir brauchen einen schnellen Stürmer, okay. Ich will ja auch, dass wir Erfolg haben.
Volksstimme: Wie haben Sie das Spiel in Lübeck verfolgt?
Wolf: Per Videotext und Internet. Als Vujo dann getroffen hat, habe ich gehofft, dass wir das 1:0 über die Bühne bringen. Aber ein 1:1 in Lübeck mit einem Mann weniger ist ja auch nicht so schlecht.
Volksstimme: Wie empf nden Sie die gegenwärtige Stimmung in der Mannschaft?
Wolf: Die ist super. Ich habe ja nun schon in ein paar Mannschaften gespielt, aber noch nie hatte ich so wenig Probleme, in die Mannschaft integriert zu werden. Die sind alle so hilfsbereit. Das habe ich deutlich bei meinem Umzug gespürt. Das betrifft zugleich das Umfeld. Betreuer, Zeugwart, alle sind für einen da. So wie hier, wurde mir noch nie geholfen. Das möchte man natürlich so schnell wie möglich mit guten Leistungen zurückzahlen. Es ist bitter, wenn man das nicht kann, weil der Körper nicht mitspielt.
Volksstimme: Dann drücken wir Ihnen die Daumen, dass es möglichst schnell wieder aufwärts geht.
Wolf: Nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch.

11.August 2009

Präsentiert der Club in Kürze noch einen neuen Stürmer?
Von Uwe Tiedemann

Mit dem 1:1 bei „Pokalschreck“ VfB Lübeck ist Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg ein ordentlicher Saisonstart gelungen. Nicht mehr und nicht weniger. Allerdings dürften die Diskussionen um die Taktik von Trainer Steffen Baumgart mit nur einer nominellen Spitze anhalten.
Magdeburg. Probleme bei den Verantwortlichen des FCM bereitet vor allem die Verletzung von Neuzugang Denis Wolf. Der Ex-Erfurter hatte sich gleich beim ersten Training das Knie verdreht und wird nun nicht ft. Auf der Bank sitzen mit Deniz Siga und Marko Verkic zwei junge, eher unerfahrene Angreifer, die noch nicht das Format eines Topstürmers besitzen.
So lastet die Verantwortung vorn alleine auf den Schultern von Neu-Kapitän Radovan Vujanovic. Der machte ganz deutlich: „Natürlich wünsche ich mir mitunter einen zweiten Stürmer und damit mehr Entlastung. In Lübeck hatte ich es oft mit drei Gegenspielern zu tun. Wenn dann noch Defensivaufgaben hinzukommen, kann es natürlich sein, dass am Ende einer Partie die Kraft fehlt.“ Gleichzeitig betonte der FCM-„Knipser“: „In die Personalpolitik mische ich mich nicht ein. Das ist Sache der sportlichen Leitung.“
Die ist längst in „Alarmbereitschaft“, weiß, dass das Risiko ohne weitere Neuverpfichtung enorm hoch ist. „Wir werden den Markt genauestens beobachten und reagieren, wenn Wolf länger ausfällt. Noch ist ja bis zum 31. August, wenn die Transferliste schließt, Zeit“, erklärte FCM-Präsident Volker Rehboldt in Lübeck. Auf die Frage, ob überhaupt noch f nanzielle Reserven für einen weiteren Spieler vorhanden seien, antwortete der Club-Chef: „Ich denke schon. Und das wird erst recht dann der Fall sein, wenn Wolf von der Gehaltsliste verschwindet, denn nach sechs Wochen Krankheit zahlt bekanntlich die Berufsgenossenschaft.“
Für Rehboldt ist Wolfs Ausfall auch aus dem Grunde so bitter, weil gerade der „Präsi“ seinerzeit mächtig stolz war, dass der Wechsel geklappt hatte. Nun steckt der Verein jedoch in der Klemme, ist vor allem der neue sportliche Leiter Michael Richter gefordert, eine Lösung zu präsentieren. Das Anforderungsprof l ist klar: Ein schneller, quirliger Offensivmann mit dem nötigen Drang zum gegnerischen Tor.
Trotz der Sorgen im Angriff blickte man am vergangenen Sonnabend in der Marzipanstadt in keinesfalls unzufriedene Gesichter. Zwar gab es mitunter noch zu viel Leerlauf und individuelle Fehler, wurden wie schon im Pokal gegen Cottbus (1:3) zu viele lange Bälle geschlagen, die keinen Abnehmer fanden, aber insgesamt bot der Club eine ansprechende Leistung, stimmte die mannschaftliche Geschlossenheit. Und das gegen eine junge, laufstarke VfB-Elf, die immer noch befügelt war vom DFBPokalcoup gegen Erstligist Mainz 05 (2:1 nach Verlängerung).
„Man hat gute Ansätze gesehen. Darauf lässt sich aufbauen“, befand Rehboldt. Aufsichtsratsmitglied Heiner Bertram ergänzte: „Kein Vergleich zum Vorjahr.“ Und auch bei Vujanovic überwog das Positive: „Ein Unentschieden zum Start in Lübeck ist doch o.k. Wenn wir jetzt am Freitag (19 Uhr, MDCC-Arena) zu Hause gegen den HSV II gewinnen, sind wir durchaus im Soll.“ Ja, wenn ...

10.August 2009

Fußball-Regionalliga: Vujanovic-Führung reicht nicht / Gelb-Rot für Bankert / Racanel mit Platzwunde
Lübecker „Sonntagsschuss“ bringt FCM um ersten Dreier
Von Uwe Tiedemann

Um sieben Minuten verpasste Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg am Sonnabend beim VfB Lübeck den ersten Dreier der neuen Saison 2009/10. Wehrendt (83.) glich mit einem „Hammertor“ aus rund 40 Metern die Gäste-Führung durch Vujanovic (75.) zum insgesamt leistungsgerechten 1:1 (0:0)-Endstand aus.
Lübeck. „Das Remis geht in Ordnung. Kompliment an die Jungs für den Einsatz, den sie gezeigt haben. Es war eigentlich ein typisches Spiel, bei dem der jenige gewinnt, der das 1:0 macht. Aber dann gelingt Lü beck noch dieses Riesentor ...“ bilanzierte FCM-Trainer Baum gart. Aufsichtsratsmitglied Hei ner Bertram sah es etwas kri tischer: „Das Unentschieden ist zu wenig. Was hat denn Lübeck groß gezeigt? Ich hatte den Ein druck, dass unseren Jungs mit unter der Mut fehlte.“
Die Partie an der Lohmühle die mit knapp 20 Minuten Verspätung begann (zahlreiche mit dem Zug angereiste FCM-Anhänger trafen wegen eines Lok-Schadens nicht rechtzeitig ein), sah zunächst die Platzherren im Vorteil. Der Club in dieser Anfangsphase zu ängstlich, mit vielen Fehlpässen (Racanel) und Fouls (Zander).
Dann musste Racanel (Platzwunde) nach einem Zusammenprall mit Lange nach nur zwölf Minuten vom Feld. Für ihn kam Brendel, der jedoch seine plötzliche Chance nicht nutzen konnte und insgesamt blass blieb.
Im weiteren Verlauf vermochte sich der FCM vom Druck der Lübecker, die zwar mit viel Elan und Einsatz zur Sache gingen, jedoch häufg deutliche spielerische Defzite offenbarten, mehr und mehr zu befreien.
Kurz vorm Wechsel dann zwei dicke Möglichkeiten für die Elbestädter. Zunächst verfehlte Vujanovic nach Brendel-Flanke per Flugkopfball das Ziel (44.), 60 Sekunden später war es umgekehrt, als Vujanovic vorlegte und Brendel aus drei Metern (!) freistehend über den Querbalken köpfte. Das hätte die Führung sein müssen (45.).
In der Nachspielzeit wäre dem VfB fast noch die Führung gelungen, als Sachs, verfolgt von Neumann, alleine auf Tischer zusteuerte und dann im Strafraum zu Fall kam. Der Pfff des zuweilen zum Selbstdarsteller neigenden Unparteiischen Thomsen blieb aus. Baumgart räumte ein: „Glück für uns, denn laut Neumann hatte es eine Berührung gegeben.“
Nach der Pause verf achte die Begegnung. Lübeck fel nur wenig ein, der Club agierte häuf g mit zu viel langen Bällen und verlor dann auch noch den verwarnten Bankert nach einem Allerweltsfoul durch Gelb-Rot (73.).
Doch der Gast zeigte sich nicht geschockt. Im Gegenteil: Beim Pass von Tüting stand Vujanovic nicht im Abseits und konnte sich dann quasi die Ecke aussuchen – 0:1 (75.).
Den Sieg bedeutete dieser Treffer dennoch nicht, denn in der 83. Minute landete ein Verlegenheitsschuss von Innenverteidiger Wehrendt aus rund 40 Metern im oberen rechten Eck zum 1:1. „So ein Ding macht man nur einmal in seiner Karriere. Dennoch bin ich nicht unzufrieden. Ein Punkt in Lübeck ist in Ordnung, vor allem kämpferisch hat es gestimmt“, resümierte Kapitän Vujanovic. Neuzugang Gaebler: „Ärgerlich, so kurz vor Schluss das 1:1 zu kassieren – vor allem nach solch einem Glückstor.“
Keeper Tischer auf die Frage, ob er zu weit vorm Kasten stand: „Schwer zu sagen. Ich bin nun mal ein Torhüter, der nicht nur auf der Linie klebt, sondern mitspielt. Außerdem war‘s ein Sonntagsschuss. Unhaltbar!“
VfB Lübeck: Semghoun - G. Lange, Wehrendt, Hohnstedt (76. Lindner), Marheineke, Helmke, Landerl, N. Lange, Henning (63. Schrum), Richter (86. Imeri), Sachs
FCM: Tischer - Bankert, Littmann, Gaebler, Neumann, Watzka, Bauer, Zander, Racanel (13. Brendel/87. Prest), Tüting (76. Probst), Vujanovic
Schiedsrichter: Thomsen (Kleve). Zuschauer: 3746. Tore: 0:1 Vujanovic (75.), 1:1 Wehrendt (83.). Gelb: Marheineke / Bankert, Watzka, Bauer. Gelb-Rot: Bankert (73./wiederholtes Foulspiel)

Preussen und FCM-Zweite warten auf ersten Dreier
Von Hans-Joachim Malli

Das 2:2 (0:1) im Verbandsliga-Stadtderby am Freitagabend zwischen dem MSV 90 Preussen und der U 23 des 1. FC Magdeburg vor geschätzten 350, aber tatsächlich nur 202 zahlenden Zuschauern, hilft keinem der beiden Teams wirklich weiter, bewahrt sie aber nach zwei Spieltagen nach den Auftakt-Remis vor dem klassischen Fehlstart.
Sudenburg. Preussen-Coach Dirk Hannemann trauerte beim Nachspiel-Bier noch zu Recht den vergebenen Chancen, speziell in der überlegen geführten zweiten Halbzeit, nach.
In der bis zum Schlusspf ff trotz tropischer Temperaturen temposcharf geführten Partie hatten die Gäste zwar zunächst durch Bartsch, Köhn und Gerwien die besseren Gelegenheiten, doch spätestens als der lange Zeit die rechte Außenbahn beeindruckend beackernde Nils-Oliver Göres, der wie Nils Kauffmann und Kevin Knöfer im vergangenen Spieljahr noch mit der U 23 des FCM in der Oberliga spielte, nur elfmeterreif durch den früheren Goldbecker Christof Köhn am 1:0 gehindert wurde (19.), bekamen die Gastgeber Oberwasser. Das sah auch der vorjährige Preussen-Kapitän Christian Behr nach der folgenden Siemke-Chance nicht anders. Der 30-Jährige macht nach seinem Kreuzbandriss derzeit Kraftaufbautraining, wird aber erst in der Rückrunde zurückkehren: „Ich will im Winter erst einmal eine komplette Vorbereitung mitmachen. Was nützt es, wenn ich im Dezember einsteige und noch nicht richtig f t bin?“
Wie aus dem Nichts schlug die Club-Zweite noch vor der Pause zu, kam durch Tobias Tietz nach einem Abwehrfehler der Gastgeber zum 1:0 (39.). Dann folgte noch vor der Pause eine Schrecksekunde für die Hausherren, als Daniel Sommermeyer umknickte, noch getroffen wurde und runter musste. Die spätere bittere Diagnose lautete: Wadenbeinbruch.
Nach dem Seitenwechsel avancierte dann Modellathlet Knöfer zum Preussen-Held, dem zweimal der Ausgleich gelang. Beim 1:1 nutzte er einen Patzer der FCM-Innenverteidigung einschließlich Keeper Franco Flückiger, der sich von einem weiten Flugball von Stefan Mensch düpieren ließ, die Kugel außerhalb des Strafraumes verfehlte (57.). Der frühere Preussen-Keeper Mark Mewes später: „Solche Fehler passieren jungen Torhütern nun einmal.“
Dann traf „Glatze“ Knöf er kurz vor Schluss per Nachschuss zum späten 2:2 (87.). Zuvor ging die Club-Zweite durch Einwechsler Philipp Glage erneut in Führung, als Sträter zunächst glänzend gegen Patrick Bartsch klärte, den Ball aber genau vor die Füße des Torschützen abwehrte (79.). Nur Sekunden zuvor klärte Flückiger auf der Gegenseite zweimal reaktionsschnell gegen Göres.
Fünf Minuten vor Schluss hatte bereits Oldie Dapkus das 2:2 auf dem Kopf, verfehlte Steve Röhl per Hacke nur knapp das Tor.
So verwundert es nicht, dass Preussen-Trainer Hannemann nach dem Schlusspf ff lamentierte: „Wir hätten den Sieg verdient, haben zwei Punkte liegen gelassen“, zumal Röhl und Dapkus in den Schlusssekunden noch zwei Gelegenheiten zum Siegtreffer hatten.
FCM-Trainer Mario Middendorf, der Köhne zur Pause mit einer Knöchelverletzung rausnehmen musste, bekannte denn auch freimütig: „Ich kann mit dem Punkt zufrieden sein. Spielerisch hat nicht alles geklappt, die Gegentore waren etwas unglücklich. Aber auch wir machen unsere Tore aus dem Nichts.“
Am 3. Spieltag nächstes Wochenende wollen die Preussen (in Sandersdorf) und die FCM-Zweite (gegen Grün-Weiß Wolfen) nun erstmals dreifach punkten, sind aber gegen die beiden Aufstiegsfavoriten wohl nur Außenseiter.

8.August 2009

Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg muss heute beim VfB Lübeck ran
Greifen Ostseestädter mit nur einer Spitze an?
Von Klaus Kahmann



Magdeburg. Wahrlich nicht in bester Erinnerung haben die FCM-Fans den heutigen Gegner (Anpfff 13.30) ihrer Mannschaft, den VfB Lübeck. Am 25. April dieses Jahres blamierten sich die Elbestädter beim Regionalligisten von der Ostseeküste mit einer 0:1-Niederlage. Damit war auch das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Drittliga-Aufstieg verloschen. Dabei hatte es doch zuvor mit zweimal 3:0 daheim und einem 1:0-Auswärtssieg nur Erfolgs-Erlebnisse für die FCM-Anhänger bei den Hansestädtern gegeben.
Doch das ist der Schnee von gestern. Die Männer vom Stadion an der Lohmühle glänzten vor Wochenfrist im DFB-Pokal mit einem 2:1-Erfolg (in der Verlängerung) über den enttäuschenden Erstliga-Aufsteiger FSV Mainz 05. Der vom Drittliga-Aufsteiger Holstein Kiel gekommene 22-jährige Angriffsspieler Nico Schrum leitete da mit seinem Treffer zum 1:1 (56.) die Wende zugunsten der Marzipanstädter ein. Der Erfolg hat der Mannschaft von Trainer Hans-Peter Schubert natürlich Auftrieb gegeben.
Die Ostseestädter, die schon einmal am Rande der Insolvenz standen, streben nach eigener Aussage einen einstelligen Tabellenplatz an – „mit Tendenz nach oben“, wie Schubert bemerkte.
In Lübeck sind gegenwärtig fast alle an Bord. Aber zwei Fragezeichen ergeben sich für den VfB-Trainer zur Aufstellung gegenüber dem Mainz-Spiel. Der Einsatz von Gebers (Knieprobleme nach dem Training) und Richter (Knöchelverletzung im Pokalspiel) ist fraglich. Doch für Richter steht ja Schrum bereit, der im Pokal für ihn eingewechselt wurde und sich mit seinem Treffer wahrscheinlich erst einmal in die Anfangself spielte.
Es ist zu vermuten, dass Schubert heute mit nur einer Angriffsspitze spielen wird, die über die Außen dann Verstärkung erfährt. Das Spiel lenken soll der Österreicher Lander, der immerhin auf eine Partie in der Nationalmannschaft bei der WM 2002 zurückblicken kann. In ihm sieht Schubert seinen verlängerten Arm auf dem Spielfeld.
Beim VfB rechnet man mit etwa 5000 Zuschauern. Der Kartenverkauf lief trotz des Pokalerfolgs gegen Mainz bisher recht zäh.

Fußball-Verbandsliga: MSV 90 Preussen – 1. FC Magdeburg II 2:2 (0:1)
Knöfler rettet den Preussen verdientes Unentschieden
Von Hans-Joachim Malli

In einem temposcharfen und bis zum Schlusspf ff umkämpften Spiel trennten sich der gastgebende MSV 90 Preussen und die U23 des 1. FC Magdeburg gestern Abend vor 202 zahlenden Zuschauern letztlich leistungsgerecht 2:2 (0:1) unentschieden.
Sudenburg. Mit dem gestrigen Remis vermieden beide Mannschaftern, die auch zum Verbandsligauftakt nur unentschieden spielten, den befürchteten Fehlstart. Trotz tropischer Temperaturen gaben die Akteure beider Teams bis zum Schlusspf ff von Schiedsrichter Alexander Kroll (Thale), der kurzfristig für Sven Schweinefuß (Rieder), dem unpässlich war, einsprang, keinen Ball verloren.
Die Gäste fanden schneller in das Spiel, hatten durch Köhne und Gerwien erste Möglichkeiten, doch Sträter war auf dem Posten. Dann kamen die Preussen besser in die Partie und Göres wurde von Köhne elfmeterreif im letzten Moment gebremst (19.), Flückiger klärte per Fuß gegen Siemke (26.).
Das 0:1 fel praktisch aus dem Nichts als Tietz nach Vorarbeit von Gebauer und Instenberg ins lange Eck traf (39.).
Nach Wiederbeginn machten die Preussen verstärkt Druck, allein Bossmann verfehlte per Kopf dreimal das Tor des FCM II in kürzester Zeit. Knöf er proftierte beim 1:1 (57.) von einem kapitalen Fehler Flückigers. Die Gastgeber investierten noch mehr in das Spiel, mussten dennoch das 1:2 durch Glage (79.) hinnehmen. Zuvor rettete Flückiger auf der Gegenseite gleich zweimal glänzend gegen Göres.
Knöfer rettete dann den Preussen mit seinem zweiten Tor zum 2:2 (87.) wenigstens einen Punkt, strahlte nach dem Schlusspfff: „Zwei Tore gegen seinen Ex-Club, besser kann es gar nicht laufen.“
Nach dem Spiel meinte Preussen-Trainer Dirk Hannemann: „Wir hätten den Sieg verdient, waren in der zweiten Halbzeit spielbestimmend und haben wenig zugelassen. Wir fanden schwer ins Spiel. Ab der 20. Minute lief es besser. Letztlich haben wir zwei Punkte liegen gelassen.“
Gäste-Trainer Mario Mittendorf meint: „Ich kann mit dem Punkt leben. Doch wenn man zweimal führt, will man auch gewinnen. Das 1:1 werden wir genau auswerten. Da klappte die Kommunikation in der engeren Abwehr nicht.“
MSV 90 Preussen: Sträter – Sommermeyer (44. D. Matthias), Bossmann (82. Podehl), Knöfler, Kauffmann, Göres, Schardt, Mensch, Rasche (66. Dapkus), Siemke, Röhl.
1. FC Magdeburg II: Flückiger – Gebauer, Weiß, Loth, Jahnel, Tietz (60. Glage), Instenberg, Dürstel, Köhne (46. Girke), Gerwien (73. P. Matthias), Bartsch.
Schiedsrichter: Kroll (Thale). Zuschauer: 202. Torfolge: 0:1 Tietz (39.), 1:1 Knöfler (57.), 1:2 Glage (79.), 2:2 Knöfler (87.).

7.August 2009

Autor: Uwe Tiedemann
Baumgart optimistisch, aber Sturm bleibt das Sorgenkind

Saisonstart des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg morgen bei „Pokalschreck“ VfB Lübeck

In der vergangenen Saison startete Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg mit einem 2:0 in Hannover (danach folgten allerdings drei Niederlagen), und auch im neuen Spieljahr will der Club zu Beginn einen Auswärtssieg landen. „Wir fahren zum VfB Lübeck, um zu gewinnen“, kündigte Trainer Steffen Baumgart vor dem morgigen Duell (13.30 Uhr) an der Lohmühle selbstbewusst an.
Magdeburg. Baumgart, der gestern vom neuen Sponsor Schubert Motors mit einem schwarzen BMW 320 d für die laufende Saison ausgestattet wurde, gab sich optimistisch: „Ich bin zufrieden, wie es in der Vorbereitung gelaufen ist. Wir sind gut aufgestellt. Die Jungs wissen, worum es geht.“ Der 37-Jährige betonte aber auch: „Die anderen haben nicht geschlafen. Und jeder, der gegen uns spielt, ist ohnehin doppelt motiviert.“
Auf die Trainer-Umfrage in der Volksstimme angesprochen, bei der die meisten Übungsleiter am Ende den FCM vorne sehen, erklärte Baumgart: „Ich hoffe, sie behalten Recht, und wir können dieser Favoritenrolle gerecht werden.“
Personell will der Coach auf die gleichen Spieler wie beim DFB-Pokalspiel gegen Energie Cottbus (1:3) zurückgreifen. Das heißt, dass erneut Matthias Tischer gegenüber Christian Beer den Vorzug im Tor erhält. „Ich sehe keinen Grund, etwas zu ändern. ,Tischi‘ hat gegen Cottbus keine Fehler gemacht. Er muss natürlich seine Qualität jedes Mal aufs Neue beweisen.“ Und: „Es gehört für einen Keeper mehr dazu, als nur gut zu halten“, erläuterte Baumgart, der der Meinung ist, „dass Beer seinen Stammplatz wohl behalten hätte, wenn er nicht verletzt gewesen wäre“ (Schultereckgelenkssprengung/d. Red.).
Laut Trainer habe das letzte Testspiel am vergangenen Mittwoch beim Magdeburger Landesklassevertreter TuS Neustadt (5:1) keine neuen Erkenntnisse gebracht, „außer, dass wir zu wenig Tore geschossen haben“.
Dennoch blickt er dem Saisonauftakt zuversichtlich entgegen: „Lübeck wird eine kniff ige Aufgabe. Vergangene Saison haben wir dort verloren. Wenn am Ende ein Remis herauskommt, könnte ich damit auch leben, aber Ziel sind ganz klar drei Punkte.“
Erschwerend für den Club dürfte jedoch hinzukommen, dass nach dem DFB-Pokal-Coup gegen Erstligist Mainz 05 (2:1) die Euphorie in Lübeck enorm ist. Den Favoritensturz hatte Baumgart im Übrigen vor Ort mitverfolgt, weiß also, was auf seine Truppe morgen zukommen könnte.
Die größte „Baustelle“ in seinem Team bleibt der Angriff. Daran ändern auch keine 66 Test-Tore etwas. „Nur ein gestandener (Radovan Vujanovic/ d. Red.) und zwei junge Stürmer (Marko Verkic und Deniz Siga/ d. Red.) – das ist schon recht dünn. Wir wissen selbst, dass wir da in Schwierigkeiten geraten können“, räumte denn auch Baumgart ein und verriet, dass „darüber mit der sportlichen Leitung ständig gesprochen und der Stürmermarkt genauestens beobachtet wird“.
Wie Sportchef Michael Richter kürzlich noch betonte, sei ein weiterer Transfer derzeit kein Thema. Da war Richter aber noch davon ausgegangen, dass der verletzte Neuzugang Denis Wolf (verdrehtes Knie) schon bald wieder zur Verfügung steht. Gestern aber bremste Baumgart zu hohe Erwartungen: „Fakt ist: Denis kann nach wie vor nicht trainieren. Es sind nicht die Fortschritte zu sehen, die ich mir gewünscht hätte und ich das Gefühl habe, in Kürze auf ihn bauen zu können.“
Sollte Wolf länger fehlen und trotzdem kein Neuer kommen, geht der Club ein hohes Risiko ein und hätte vor allem dann ein Riesenproblem, wenn ihr einziger Topstürmer Vujanovic – aus welchen Gründen auch immer – einmal ausfallen sollte. Noch hat der Verein Zeit, auf die Misere zu reagieren. Die Transferliste schließt erst am 31. August.
Autor: Hans-Joachim Malli
Derby der Gefrusteten

Fußball-Verbandsliga: MSV 90 Preussen empfängt zum Vereinsfest den 1. FC Magdeburg II

Es ist angerichtet. Pünktlich zum „Schwarz-Weißen Wochenende“ aus Anlass des 110-jährigen Vereinsjubiläums empfangen die Preussen heute (18.30 Uhr/Heinrich-Germer-Stadion) die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg zum Stadtderby in der Fußball-Verbandsliga.
Sudenburg. Dumm nur, dass beide Teams nach ihren Auftaktremis (Preussen 1:1 in Naumburg, FCM II 1:1 gegen Bernburg) schon leicht unter Druck stehen. Die Zuschauer kann es freuen, streben doch beide den ersten Saison-Dreier an, um nicht gleich wieder in untere Tabellenregionen abzustürzen, wie es im vergangenen Jahr bei der U 23 des Clubs in der Oberliga oder bei der Hannemann-Elf in der Verbandsliga war.
Preussen-Coach Dirk Hannemann wiegelt aber ab: „Wir lassen uns nicht verrückt machen, rechnen nach fünf, sechs Spielen das erste Mal ab. Im Stadtderby gegen den FCM wollen wir aber schon, zumal zuhause, den Takt vorgeben. Zunächst gilt es aber, die Null zu halten, um dann mit mehr Sicherheit im Spielaufbau den Druck nach vorn zu erhöhen. Auf alle Fälle wollen wir ein positives Ergebnis erzielen. Ob das am Ende ein Zähler oder drei Punkte sind, muss man abwarten.“
Am Dienstag beobachtete Hannemann den verspäteten Punktspielstart der U 23 des FCM gegen Askania Bernburg, meint zu den Stärken des heutigen Gastes: „Mit Bartsch haben sie einen starken Stürmer. Instenberg ist im Mittelfeld gut, Loth und Weiß halten die Viererkette zusammen.“ Die Preussen werden heute alles an Deck haben, nur der langzeitverletzte Behr fehlt. Im Tor dürfte wieder Sträter stehen, der wie die meisten Preussen in der Jugend beim FCM spielte. Das freut Hannemann irgendwie: „Da werden sie sich gegen den Club besonders beweisen wollen.“
FCM-Trainer Mario Middendorf kann bis auf eine Ausnahme auf das Aufgebot vom Dienstag-Spiel gegen Bernburg zurückgreifen. Fehlen wird René Gewelke, der unter den Augen von Cheftrainer Steffen Baumgart und Sportdirektor Michael Richter gegen Askania durchspielte und heute mit der Regionalligamannschaft nach Lübeck reist.
Auch Middendorf sieht die Chancen für das heutige Spiel 50:50, ergänzt: „Beide Mannschaften haben zum Auftakt nicht den gewünschten Dreier eingefahren, müssen und wollen nun nachlegen. Die Preussen stehen möglicherweise als Gastgeber ein bisschen mehr unter Druck als wir. Ich schätze die Preussen von der Spielstärke her schon noch höher als Bernburg ein, denke, dass sie uns von Beginn an unter Druck setzen wollen. Ich sage aber auch, wir haben vor den Preussen als Team Respekt, aber keine Angst.“

6.August 2009

Umfrage vor Fußball-Regionalliga-Saison
Trainer favorisieren 1. FC Magdeburg

Vor der morgen beginnenden Saison in der Fußball-Regionalliga Nord führte die Gelsenkirchener Sportagentur MSPW eine Umfrage unter den 18 Trainern nach den Titelanwärtern und den eigenen Chancen durch. Tenor: Der 1. FC Magdeburg wird wie schon im Vorjahr am häuf gsten genannt (15-mal). Dahinter folgen der SV Babelsberg, Hallesche FC (je neun) und der VfL Wolfsburg II (6).

Dietmar Demuth (SV Babelsberg 03): „Unser Ziel ist ganz klar der Aufstieg in die 3. Liga. Als Hauptkonkurrenten sehe ich den HFC, der in der letzten Saison nur knapp an Holstein Kiel gescheitert war, und den 1. FC Magdeburg. Aber auch die Zweitvertretungen von Hannover 96 und des VfL Wolfsburg können eine gute Rolle spielen.“
Karsten Heine (Hertha BSC Berlin II): „Die besten Chancen auf den Aufstieg dürfte der SV Babelsberg 03 haben, der sich sehr gut verstärkt hat. Der 1. FC Magdeburg wird einen neuen Anlauf starten und ebenfalls gute Karten haben. Wir peilen einen Platz im oberen Mittelfeld der Tabelle an.“

Thomas Herbst (Tennis Borussia Berlin): „Der 1. FC Magdeburg verfügt über das größte Spielerpotenzial und ist daher mein Favorit. Da der Verein ein hervorragendes Umfeld und viele Fans hat, wird die Mannschaft sicher hoch motiviert in die Saison gehen. Für uns kann als Aufsteiger nur der Klassenerhalt das Ziel sein.“

Taskin Aksoy (BFC Türkiyemspor Berlin): „Da wir einen Großteil der Mannschaft zusammengehalten haben, ist unser Ziel der Klassenerhalt. Den Aufstieg in die 3. Liga werden der Hallesche FC, der 1. FC Magdeburg und der SV Babelsberg 03 unter sich ausmachen. Diese Mannschaften sind eingespielt und gut strukturiert.“

Gerd Schädlich (Chemnitzer FC): „Zu den Favoriten zähle ich den SV Babelsberg 03, den 1. FC Magdeburg und den Halleschen FC. In der neuen Saison wollen wir mannschaftlich geschlossener auftreten und in unseren Leistungen konstanter werden. Dann können wir unseren siebten Tabellenplatz aus der letzten Saison verbessern.“

Goran Barjaktarevic (Goslarer SC): „Der Aufstiegskampf wird zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC entschieden. Nach zwei Aufstiegen in Folge wollen wir uns erst einmal in der Liga etablieren.“
Cardoso lobt Torhüter Unger

Sven Köhler (Hallescher FC):
„Der 1. FC Magdeburg trägt sicherlich die Favoriten-Rolle in dieser Saison. Der SV Babelsberg 03 hat sich sehr gut verstärkt und kann auch um den Aufstieg mitspielen. Nachdem wir im letzten Jahr knapp am Aufstieg gescheitert sind, wollen wir in diesem Jahr erneut oben mitmischen.“

Rodolfo Esteban Cardoso (Hamburger SV II): „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich 42 Punkte zu erreichen und den Klassenerhalt zu sichern. Gute Chancen aufzusteigen, hat der SV Babelsberg 03, weil die Mischung zwischen jungen und erfahrenen Spielern stimmt. Außerdem haben die Babelsberger mit Marian Unger einen sehr guten Torwart, der den Unterschied ausmachen kann.“

Andreas Bergmann (Hannover 96 II): „Ich denke, dass die Reserve des VfL Wolfsburg mit diesem großen Kader eine gute Chance hat, in die 3. Liga aufzusteigen. Wenn der Hallesche FC weiter stabil bleibt, kann die Mannschaft wieder oben mitspielen. Der 1. FC Magdeburg hat auch keine schlechten Voraussetzungen und muss mit diesem Umfeld eigentlich aufsteigen. Mit meiner Mannschaft möchte ich im gesicherten Mittelfeld der Tabelle landen. “

Hans-Peter Schubert (VfB Lübeck): „Mein Aufstiegsfavorit ist der 1. FC Magdeburg, weil der Verein die größten f - nanziellen Mittel zur Verfügung hat. Der Hallesche FC wird nach der starken letzten Saison ebenfalls eine gute Rolle spielen. Aber auch die Zweitvertretung des VfL Wolfsburg habe ich auf der Rechnung, da sie durch ihren extrem großen Kader auf jeder Position doppelt besetzt ist. Mit meiner Mannschaft will ich wieder einen einstelligen Tabellenplatz mit Tendenz nach oben erreichen.“

Steffen Baumgart (1. FC Magdeburg): „In diesem Jahr wollen wir um den ersten Platz mitspielen. Als stärkste Konkurrenten habe ich den Halleschen FC, den SV Babelsberg 03 und den VfL Wolfsburg II auf der Rechnung.“

Damian Halata (ZFC Meuselwitz): „Es gibt mehrere Anwärter auf den Aufstieg. Neben dem 1. FC Magdeburg wird der VfL Wolfsburg II ein großes Wort mitreden, weil Trainer Lorenz-Günther Köstner für diese Liga über einen recht großen Kader verfügt. Für uns ist der Klassenerhalt schon eine Herausforderung, weil meine Spieler weiter berufstätig sind.“
Steinbach sagt Zweikampf voraus

Mohamed Amiq (FC Oberneuland): „Die besten Möglichkeiten hat der 1. FC Magdeburg mit dem besten Umfeld der Liga. Der SV Babelsberg 03 und der Hallesche FC könnten ebenfalls um den Aufstieg in die 3. Liga mitspielen. Nachdem wir uns im Sommer mit mehr als zehn Spielern verstärkt haben, ist unser Ziel der Klassenerhalt.“

Jörn Großkopf (FC St. Pauli II): „Durch die guten Rahmenbedingungen und die vielen Zuschauer favorisiere ich den 1. FC Magdeburg. Da wir eine Zweitvertretung sind und mit vielen jungen Spielern arbeiten, ist unser sportliches Ziel der Klassenerhalt.“

Hermann Andreev (VFC Plauen): „Die besten Karten hat der 1. FC Magdeburg, der eine gute Mannschaft mit viel Potenzial und auch das passende Umfeld für die 3. Liga besitzt. Wir wollen uns in der Liga etablieren. Wenn wir an die Leistungen aus den letzten Spielen in der vergangenen Saison anknüpfen, dann können wir bis auf den zehnten Tabellenplatz vorrücken.“

Axel Rietentiet (FC Hansa Rostock II): „Ich lege mich auf den VfL Wolfsburg II fest, weil er über einen guten Kader verfügt und das Umfeld gute Bedingungen bietet. Unser Ziel ist neben der Weiterentwicklung unserer jungen Spieler ganz klar der Klassenerhalt.“

Wolfgang Steinbach (SV Wilhelmshaven): „Das Aufstiegsrennen wird zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem SV Babelsberg 03 entschieden. Beide Vereine haben viel investiert und sich gut verstärkt. Wir dagegen haben eine sehr junge Mannschaft und wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“

Lorenz-Günther Köstner (VfL Wolfsburg II): „Für mich kann nur der Hallesche FC aufsteigen. Der Verein hat die Mannschaft, die in der vergangenen Saison fast aufgestiegen wäre, weitgehend zusammen- gehalten und ist dadurch bereits eingespielt. Wir wollen in der Tabelle so weit wie möglich nach oben und die Runde als die beste Zweitvertretung der Regionalliga Nord abschließen.

5.August 2009

1. FC Magdeburg bestreitet heute beim TuS Neustadt letztes Vorbereitungsspiel
„Dauerbrenner“ Neumann – er hat’s auch dieses Mal geschafft
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Seit dem Ausscheiden von Mario Kallnik hat er die meisten Pf ichtspiele auf dem Buckel – und es sieht ganz so aus, als kämen noch einige hinzu: Stephan Neumann scheint auch in dieser Saison wieder einen Stammplatz beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg ergattert zu haben.
Auf insgesamt 185 Einsätze (163 Punkt- und 22 Pokalspiele) und sieben Tore (6/1) kommt der 28-Jährige mittlerweile, der noch ein weiteres Phänomen für sich verbuchen kann: Er gehört neben Torhüter Christian Beer (150 Pf ichtspiele) und Christian Prest (170) zu den drei gestandenen FCM-Eigengewächsen – nur eben mit dem Unterschied, derzeit als einziger in der ersten Elf zu stehen.
„Auch in dieser Saison ist die Konkurrenz wieder groß. Deswegen freue ich mich, dass der Trainer mir das Vertrauen schenkt“, sagte Neumann nach dem 1:3-DFB-Pokal-K.o. gegen Energie Cottbus, wo er seinen Part auf der linken Außenverteidigerposition solide herunterspielte. Er betonte, dass man sich gerade zu Beginn einer Saison keine gravierenden Schnitzer erlauben und sich eines immer vor Augen halten sollte: „Zu sicher darf man sich seiner Sache nie sein, sonst landet man schnell auf der Ersatzbank.“
Die Niederlage gegen Cottbus, so der Linksfuß, werde die Mannschaft nicht umwerfen. Im Gegenteil, man gehe gestärkt daraus hervor. Für den Saisonstart beim VfB Lübeck (Sonnabend, 13.30 Uhr, Lohmühle) rechnet sich Neumann, der den Club nur ein einziges Mal verlassen hatte (2002/03 bei Borussia Mönchengladbach) eine Menge aus.
Vorher können die Blau-Weißen aber noch einmal den Ernstfall proben – heute beim TuS Neustadt (18.30 Uhr, Zielitzer Straße), ein befreundeter Magdeburger Landesklasse-Vertreter, der als Gegner in keinem Vorbereitungsjahr fehlen darf.
Bislang erzielte der FCM in seinen zehn Testspielen (neun Siege, eine Niederlage) 61:3 Tore. Heute Abend dürften da noch ein paar hinzukommen.

Fußball-Verbandsliga: 1. FC Magdeburg II – TV Askania Bernburg 1:1 (1:0)
Gewelke-Treffer reicht nicht



Cracau (sgü/rsc). Zum Auftakt der Punktspielserie 2009/10 in der Fußball-Verbandsliga trennten sich gestern Abend in einem Nachholspiel die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg und der TV Askania Bernburg leistungsgerecht 1:1 (1:0) Unentschieden.
René Gewelke brachte den Gastgeber auf dem Nebenplatz der MDCC-Arena nach 40 Minuten durch einen verwandelten Foulstrafstoß mit 1:0 Front. Zuvor war Patrick Bartsch im Strafraum von den Beinen geholt worden. Nach dem Wechsel kamen die Gäste durch einen direkt verwandelten Freistoß von Stefan Duscha nach 63 Minuten zum Ausgleich.
Der Oberliga-Absteiger aus der Landeshauptstadt begann die Partie sehr druckvoll, wollte unbedingt zum Auftakt einen „Dreier“ landen. Doch konnte er zunächst seine zwei, drei guten Möglichkeiten gegen die vielbeinige Abwehr der Gäste nicht nutzen. Zum Ende des ersten Durchganges, als viele bereits mit einem torlosen Remis zur Pause rechneten, wurde die Club-Zweite für ihre Bemühungen belohnt. Gewelke verwandelte den fälligen Elfmeter nach Foul an Bartsch sicher.
Wer dachte, dass die U23 des FCM im zweiten Durchgang da ansetzen würde, sah sich getäuscht. Jetzt waren die Bernburger die aggressivere Mannschaft. Und auch für die Gäste fel nach einem Standard der wohlverdiente Ausgleich. Duscha jagte einen Sonntagsfreistoß in die Maschen des FCM-Tores. Erst danach besann sich der Gastgeber wieder auf seine Stärken. Konnte aber die sich bietenden Chancen nicht nutzen (Dürstel, Gerwien).
„Nach dem Spielverlauf müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein“, meinte auch FCM-II-Trainer Mario Middendorf.
1. FCM II: Filatow – Gebauer, Weiß, Loth, Jahnel, Gewelke, Dürstel, Instenberg, Bartsch (73. Glage), Herold (83. Köhne), Tietz (73. Gerwien).

4.August 2009

1. FC Magdeburg sieht sich für Regionalliga-Saison gerüstet / Sonderlob von Gäste-Coach Wollitz
Tenor nach Pokal-Aus: Eine Niederlage, die Mut macht

Nur zu gerne hätte sich am vergangenen Wochenende der 1. FC Magdeburg in die Liste derjenigen „Underdogs“ eingereiht, denen in der ersten DFB-Pokalrunde ein Favoritensturz gelungen war. Doch trotz des 1:3 gegen Energie Cottbus blicken die Verantwortlichen optimistisch auf die am kommenden Sonnabend (13.30 Uhr) beim VfB Lübeck beginnende Fußball-Regionalliga-Saison 2009/10. Von Uwe Tiedemann und Rudi Bartlitz
Magdeburg. Ob FCM-Trainer Baumgart, Präsident Rehboldt, Manager Hofmann, der neue sportliche Leiter Michael Richter oder auch die Mannschaft – der Tenor war immer der gleiche: Mit dieser Leistung und den Anhängern dahinter sind wir auf dem richtigen Weg.
Anerkennendes Lob gab es vor allem vom Gast. Cottbus-Coach Wollitz: „Ein Riesenkompliment an die Magdeburger Fans. Wie die ihr Team nach vorn gepeitscht haben – einmalig, unglaublich. Und ich weiß, wovon ich rede: Ich bin im Fußball ja schon ein bisschen rumgekommen, als Spieler und als Trainer. Die standen wie eine Wand hinter ihrem Klub, das ist Fußball, das ist Leidenschaft, das ist Herz. Schon deshalb gehört der FCM unbedingt in die 3. Liga. Mindestens ...“ Wollitz weiter: „Denn auch spielerisch und vom gesamten Potenzial her hat mich unser Gegner überzeugt.“
Wesentlichen Einf uss auf das neue Team hatte vor allem Richter genommen. Fühlt er sich nun bestätigt? „Grundsätzlich kann man die Kaderplanung positiv bewerten. Wenn das dann auch der Trainer so sieht und von Beginn an die Neuzugänge bringt, ist es umso schöner.“ Doch Richter schränkte sogleich ein: „Erstens muss sich noch zeigen, ob die Neuen diese Qualität auch über einen längeren Zeitraum liefern können. Und zweitens müssen wir unser Spiel nach vorne noch optimieren. Diese langen Treibschläge wie im vergangenen Jahr sollten nicht mehr das Konzept sein, sondern die Spiel-Eröffnung mit schnellen Pässen im Mittelfeld.“
Das weiß natürlich auch Baumgart, der aber schon vieles verändert hat. Im Tor verlor (zumindest vorerst) Beer seinen Platz an Tischer, die Innenverteidigung mit Littmann und Gaebler ist komplett neu besetzt, Bankert hat auf der rechten Außenverteidigerposition Probst verdrängt, im Mittelfeld sichern zwei „Sechser“ ab (Bauer und Zander), ist Tüting der neue Regisseur, und vorne ackert mit Vujanovic nur eine echte Spitze, die aber entsprechend unterstützt werden soll.
Letzteres muss und wird wohl nicht die Dauerlösung für den weiteren Saisonverlauf sein. Richter betonte: „Im modernen Fußball kommt man mit einer Variante längst nicht mehr aus, sondern muss zwei, drei taktische Grundordnungen anwenden können, um schwerer ausrechenbar zu sein.“
Der 45-jährige Diplom-Ökonom fügte hinzu: „Dass wir nur mit einer Spitze gespielt haben, war auch ein wenig der Tatsache geschuldet, dass Wolf verletzungsbedingt noch nicht wieder zur Verfügung stand. Aber ich denke, dass er in etwa zehn Tagen wieder voll belastbar ist.“
Einen weiteren Stürmer-Kauf schloss Richter aus: „Bis zum Ende der Transferperiode am 31. August auf gar keinen Fall. Wenn wir bis zur Winterpause allerdings feststellen sollten, dass hier doch noch Handlungsbedarf besteht, will ich eine weitere Verpf ichtung nicht ausschließen. Aber momentan vertrauen wir voll unserem jetzigen Kader.“
Das gilt auch für Cottbus. Wollitz: „Es wird ja oft gesagt, dass diese Mannschaft als untrainierbar gilt. Das glaube ich aber nicht. Ich jedenfalls werde hier den eingeschlagenen Weg unbeirrt fortsetzen. Dazu gehört auch, dass ich verstärkt auf junge deutsche Spieler setze, so wie wir das in Magdeburg schon mit Miatke und Bittroff in der Anfangsformation getan haben. Und es sitzen noch ein paar hoffnungsvolle Talente, wie der Ex-Halberstädter Nils Petersen, draußen. Man darf nicht nur von einem Neuanfang reden, man muss auch nach außen zeigen, dass man es ernst damit meint.“
Ganz so krass ist der Neuanfang beim FCM nicht vollzogen worden, doch die Handschrift vom Gespann Baumgart/Richter allemal erkennbar.

Fußball-Verbandsliga: Oberligaabsteiger 1. FC Magdeburg II empfängt heute Bernburg zum verspäteten Saisonauftakt
22 Aktive – Middendorf hat fast die Qual der Wahl
Von Hans-Joachim Malli



Cracau. Heute Abend (18.30 Uhr/Platz 2 der MDDC-Arena) steigt auch die U 23 des 1. FC Magdeburg in das Geschehen der Fußball-Verbandsliga ein. Da der heutige Gast, der TV Askania Bernburg, am Auftakt-Wochenende verhindert war, stimmten die Verantwortlichen der Blau-Weißen einer Spielverlegung auf heute zu, wohlwissend, dass am kommenden Freitag bereits das brsiante Stadtderby gegen den MSV 90 Preussen ansteht.
Heute hat aber für Trainer Mario Middendorf erst einmal das Bernburg-Spiel absoluten Vorrang, „denn wir wollen mit drei Punkten starten, ein positives Ergebnis zum Saisonstart hinlegen“, so der Coach. Middendorf hat durchaus die Überraschungen des Auftaktwochenendes registriert, will eine weitere ausschließen.
Beim Oberligaabsteiger sind alle Akteure bis auf Robert Lösdau (grippaler Infekt) einsatzfähig und belastbar, das hat auch die Datenauswertung am gestrigen Abend im Anschluss an das Abschlusstraining im Leistungsdiagnostischen Zentrum, das die FCM-Talente seit diesem Sommer betreut, ergeben.
Beobachten ließ Middendorf auch den heutigen Gegner. Sein mitspielender Co-Trainer Nico Dürstel schaute sich die Askanier kürzlich beim Sparkassen-Cup des Salzlandkreises an.
Die Magdeburger haben morgen einen Kader von 22 Aktiven zur Verfügung, da René Gewelke, Moritz Instenberg, Patrick Bartsch, Maximilian Gerwien und Konstantin Filatow vom Trainingsstamm der Ersten zur U 23 stoßen werden.

3.August 2009

Magdeburg . Regionalligist 1. FC Magdeburg ist in der ersten Runde des DFBPokals an Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus gescheitert. Im Ostduell gewannen die Lausitzer am Sonnabendabend in der MDCCArena mit 3:1 (2:1).
Vor 14 852 Zuschauern sorgten Jula (4.) und Shao (37.) für eine beruhigende 2:0-Führung, doch Tüting (44.) gelang nach einem krassen Fehler das Anschlusstor. Die Entscheidung führte Rückkehrer Radu (82.) herbei, der einen Fehler von Gaebler nutzte.
FCM-Trainer Steffen Baumgart: „Wir haben die entscheidenden Fehler selbst gemacht.“

Energie Cottbus zieht mit 3:1-Sieg in zweite Runde ein / Baumgart dennoch zufrieden
Sensation bleibt aus: FCM im DFB-Pokal nur noch Zuschauer
Von Uwe Tiedemann und Rudi Bartlitz

„The same procedure as every year“ (die gleiche Prozedur wie in jedem Jahr): Für Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg war erneut in der ersten DFBPokalrunde Endstation. Die Elbestädter, die nur einmal den Bann brechen und 2000 bis ins Viertelfnale einziehen konnten, unterlagen am Sonnabendabend vor knapp 15 000 Zuschauern im Ostduell Energie Cottbus mit 1:3 (1:2).
Magdeburg. „Die entscheidenden Fehler haben wir selbst gemacht. Der Gegner hat sie eiskalt ausgenutzt. Den Unterschied zwischen zweiter und vierter Liga erkennt man eben doch“, bilanzierte FCM-Trainer Baumgart, der aber dennoch ein positives Fazit zog: „Es war ein schönes und faires Spiel, gekennzeichnet durch rassige Zweikämpfe.“ Und: „Eine kleine Träne ist dabei, dass wir ausgeschieden sind, aber gleichzeitig auch ein wenig Stolz. Beeindruckt hat mich vor allem, wie die Jungs immer wieder nach vorne gespielt haben und wie einer für den anderen da war. Das macht Mut für die Zukunft.“
In der Tat ließen sich die voll motivierten Elbestädter auch von vielen Rückschlägen nicht schocken, versuchten immer wieder, den Erstliga-Absteiger unter Druck zu setzen. So lag der Club schon nach vier Minuten zurück, als Jula nach Doppelpass mit Radu die gesamte Abwehr aushebelte und das Leder ins lange Eck schlenzte.
Im weiteren Verlauf hielt der FCM zwar voll mit, konnte die unspektakulär auftretenden, aber ausgebufften Lausitzer jedoch zu selten in Verlegenheit bringen. Gaebler verzog nach 19 Minuten, Tütings Volleyschuss wurde abgeblockt (21.), und Vujanovic brachte nach 25 Minuten keinen Druck hinter die Kugel. Dann die 39. Minute: Nach einem der wenigen Cottbuser Angriffe reagierte Shao schneller als Neumann und Tischer und vollstreckte zum 0:2.
Doch die Platzherren schlugen zurück: Als sich Keeper Hirschfeld und Brzenska gegenseitig behinderten, staubte Tüting zum 1:2 ab (44.) und ließ den lautstarken, nimmermüden FCMAnhang wieder hoffen.
Hätte Watzka mit der größten Möglichkeit der Platzherren – nach Vorlage von Racanel landete sein Heber hinter und nicht im Tor – den Ausgleich erzielt, wäre es vielleicht zum ersehnten Favoritensturz gekommen. So aber brachte der Gast den Vorsprung in der zweiten Hälfte relativ sicher über die Runden. Auch die Einwechslung eines zweiten Stürmers (Siga) änderte an der Niederlage des FCM nichts mehr. Im Gegenteil: Nach einem bösen Patzer von Gaebler (zu kurze Kopfballrückgabe), der ansonsten eine starke Leistung zeigte, erhöhte Radu sogar auf 1:3 (82.).
Doch selbst jetzt gab der FCM nicht auf, setzte noch einmal alles auf eine Karte und hatte durchaus Chancen zum erneuten Anschlusstreffer. Doch mit Glück und Geschick verhinderte Cottbus ein weiteres Gegentor und zog letztlich standesgemäß in die zweite Runde ein.
Energie-Coach Wollitz atmete erleichtert auf: „Wenn man als Bundesliga-Absteiger zu einem Viertligisten fährt, muss man gewinnen – egal wie. Mainz wäre sicherlich stolz, wenn sie noch dabei wären (1:2 in Lübeck/d. Red.). Das frühe Tor hat uns natürlich geholfen, und auch das 2:0 fel zum richtigen Zeitpunkt. Durch einen Riesenbock wurde es dann noch einmal spannend. In der zweiten Halbzeit lautete unsere Devise: Nicht mehr viel zulassen, was ja auch weitgehend gelungen ist. Am Ende fel der Sieg vielleicht um ein Tor zu hoch aus.“
FCM: Tischer - Bankert (86. Prest), Gaebler, Littmann, Neumann - Zander (75. Siga), Tüting, Bauer - Watzka, Racanel (85. Verkic) - Vujanovic
Cottbus: Hirschfeld - Angelov, Brzenska, Mitreski, Bittroff - Shao, Rost (70. Kurth), Burca, Miatke (90. Zimmermann) - Radu (87. Petersen), Jula
Schiedsrichter: Steinhaus (Hannover). Zuschauer: 14 852. Tore: 0:1 Jula (4.), 0:2 Shao (37.), 1:2 Tüting (44.), 1:3 Radu (82.). Gelb: Bauer, Zander / Shao

Tischer statt Beer gegen Cottbus nominiert
Bahnt sich im Tor Wachablösung an?

Jahrelang hat Christian Beer (28) alle Angriffe der Konkurrenten abgewehrt, jetzt aber seinen Platz als Nummer eins im Tor des 1. FC Magdeburg räumen müssen: Matthias Tischer (23), ebenfalls ein FCM-Eigengewächs (seit 1996) stand gegen Cottbus im Kasten und dürfte da wohl vorerst auch bleiben.
Trainer Steffen Baumgart zeigte sich jedenfalls mit der Leistung Tischers rundum zufrieden: „Er hat gut gehalten und keine Fehler gemacht. Es gibt also für mich keinen Grund, am nächsten Wochenende beim Regionalliga-Auftakt beim VfB Lübeck auf der Torhüterposition irgendetwas zu verändern.“
Der Kampf um die Nummer eins war die letzte offene Personalie beim FCM. Ansonsten entsprach Baumgarts Aufstellung genau der vom Vor-Sonnabend bei der Generalprobe gegen Szczerin (3:1).
„Nervös war ich überhaupt nicht, zumal ich ja die Atmosphäre im Stadion schon länger kenne“, meinte Tischer nach dem Spiel und ergänzte: „Im großen und ganzen bin ich zufrieden. Nur mit dem Ergebnis natürlich nicht. Das frühe Gegentor war natürlich bitter, aber daraus kann man nur lernen.“
Tischer hatte nur wenig Gelegenheiten, sich auszuzeichnen, so in der 35. Minute, als er gegen Shao entschlossen zupackte, oder kurz vor Schluss, als er bei Petersens Heber das 1:4 verhinderte.
Allzu sicher darf sich der 23-Jährige seiner Sache aber nicht sein. Denn Beer, der wegen einer Schultereckgelenkssprengung die Vorbereitung nur eingeschränkt absolvieren konnte, will sich mit der Ersatzrolle nicht abfnden: „Ich muss es erst einmal so akzeptieren. Bis zum Punktspielauftakt ist aber noch eine Woche Zeit. Da werde ich mich beim Training richtig reinhängen. Außerdem ist eine Saison lang. Da hat man sich schon oft rein- und rausrotiert.“ Sein Verhältnis zu Tischer sei aber weiterhin „absolut normal und intakt“.
Der neue sportliche Leiter Michael Richter erklärte: „Eine Entscheidung ist bei der Torhüterposition sicher noch nicht gefallen, aber eine Tendenz erkennbar. Allerdings bin ich sicher, dass sich ,Beerchen‘ seinen Platz zurückerobern will.“

Stimmen

Volker Rehboldt (FCM-Präsident): Ein Ergebnis, das viele erwartet hatten. Ich fühlte mich ein wenig an das 1:4 vor zwei Jahren gegen Borussia Dortmund erinnert, als wir ebenfalls saublöde Tore kassiert haben. Insgesamt hat sich die Mannschaft gut verkauft, und wir sollten das Positive aus dieser Partie mitnehmen.
Michael Richter (sportlicher Leiter des FCM): Es war eindeutig mehr drin – wenn ich allein an die Watzka-Chance denke. Die Gegentore sind einfach zum falschen Zeitpunkt gefallen.
Claus-Dieter Wollitz (Energie-Trainer): Kompliment an diese Magdeburger Fans. Wie die ihr Team trotz Rückstand nach vorn getrieben haben, das ist Wahnsinn. Das ist Fußball. Das ist Herz.
Kristian Tolk (FCM-Präsidiumsmitglied): Einen Klassenunterschied habe ich nicht gesehen.
Simon Tüting (FCM-Neuzugang): Ich denke, die Zuschauer haben gesehen, dass wir alles gegeben haben und kommen hoffentlich wieder. Läuferisch und kämpferisch brauchen wir uns keinen Vorwurf zu machen. Nur die Fehler müssen wir abstellen.
Silvio Bankert (FCM-Abwehrspieler): Wenn wir das 2:2 machen, ist hier die Hölle los ... Insgesamt hat‘s Spaß gemacht, gegen die alten Kollegen zu spielen. Da gibt‘s dann schon mal den einen oder anderen fotten Spruch, und auch die Zweikämpfe werden etwas härter geführt.
Timo Rost (Energie-Kapitän):
Wir haben den Erfolg über den FCM deshalb so überschwänglich gefeiert, weil Fußball-Cottbus lange nichts mehr zu feiern hatte. Für uns war das Weiterkommen heute das Wichtigste.
Sergiu Radu (Energie-Stürmer): Nach meinen Abstechern nach Wolfsburg, Stuttgart und Köln spiele ich in Cottbus wieder auf meiner gewohnten Position. Das hat sich gleich ausgezahlt.

Caterer-Streit
Diesmal Ruhe an der Würstchen-Front
An der sogenannten Würstchen-Front blieb es am Sonnabendabend in der neuen MDCC-Arena ruhig. Der Kampf zweier Caterer um die alleinige Vorherrschaft in der neuen Arena (Volksstimme berichtete) eskalierte entgegen anderslautenden Befürchtungen nicht, wie FCM-Präsident Volker Rehboldt nach Spielschluss ausdrücklich bestätigte. Die Doppelversorgung des Publikums verlief, zumindest für den außenstehenden Beobachter, ohne Störung. Noch vor einer Woche waren beiden Seiten mit Dumpingpreisen und dem Kappen der Stromversorgung aufeinander losgegangen. Rehboldt diesmal: „Es hat keine Zwischenfälle gegeben. Wir sind darauf bedacht, das alles vernünftig zu lösen.“
Dennoch
hielt der FCM-Chef mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Er möchte den Streit zwischen Alt-Caterer, dessen Vertrag gekündigt worden war, und Neu-Caterer, der vom neuen Stadionbetreiber mit einem Vertrag bedacht worden war, so bald als möglich gelöst wissen. „Und zwar ganz klar im Sinne des neuen Unternehmens“, wie er der Volksstimme sagte. Schließlich würden von dem neuen Vertrag auch Stadionbetreiber und der FCM f nanziell prof tieren. Rehboldt: „Das war beim Vorgänger nicht der Fall.“
Doch unabhängig davon stehen sich die Parteien am 12. August in einem Zivilprozess vor dem Landgericht in Magdeburg gegenüber.

Splitter

HÜRDE: FCM-Manager Hofmann hatte für das Pokalspiel extra seinen Kroatien-Urlaub in Zadar unterbrochen, benötigte wegen ungünstiger Flugverbindungen allerdings für die Anreise zwölf statt der normalerweise üblichen gut zwei Stunden.
REKORD: Rund 150 Medien-Akkreditierungen (davon 45 Fotografen) waren am Sonnabend ausgestellt worden – so viele wie noch nie beim FCM im DFB-Pokal, was auch an der Live-Übertragung von Pay-TV-Sender Sky (ehemals Premiere) lag.
FANS: Das Gros der rund 1500 Cottbus-Anhänger war mit einem Entlastungszug (Ausstieg Herrenkrug) angereist und trat ohne nennenswerte Störungen auch wieder die Heimreise an.
MARKEN: Ein Gesprächsthema am Rande waren auch die neuen FCM-Spielermotive, die die Biberpost als Marke zum Sammeln oder zum Verschicken herausbringen wird. Jeden Monat sollen neue Motive erscheinen. Ab 10. August werden die ersten Marken und das Starterpaket plus Sammelposter erhältlich sein.
CHOREOGRAPHIE: Mit viel Ideen agierten erneut die Fans in der Nordkurve. Tausende von ihnen gestalteten vor Spielbeginn eine riesige blau-weiße Fläche, auf der in großen Ziffern die Jahre der sieben FDGB-Pokalerfolge hervorstachen. Dazu stand in überdimensionalen Buchstaben: „Deutscher Demokratischer Rekordpokalsieger“.
LOSE: Die Paarungen der zweiten Runde im DFB-Pokal werden am kommenden Samstag (8. August) gegen 21.00 Uhr bei Sky und somit unmittelbar nach der Live-Übertragung der Partie des ersten Bundesliga-Spieltages zwischen Hoffenheim und Bayern München ausgelost.

Wette verloren
FCM-Fan nackt auf dem Ring



Magdeburg (rs). Übertriebene Treue zu seinem Fußballclub kann teure Folgen haben. Das muss ein 18-jähriger FCM-Fan erleben, der am Sonntag um 1.30 Uhr auf dem Magdeburger Ring nackt spazieren ging. Die Aktion war ein Wetteinsatz zum DFB-Pokalspiel Magdeburg-Cottbus (1:3). Die Polizei erwischte ihn und schickt ihm nun eine Rechnung für den Polizeieinsatz.

1.August 2009

Plötzlich wird DFB-Pokalspiel zum „Badelatschen-Duell“

FCM-Legende Steinbach löst im Vorfeld Konfikt aus / Baumgart setzt im Tor auf Tischer

Bislang schien das Match zwischen dem 1. FC Magdeburg und Energie Cottbus (heute 19.30 Uhr, MDCC-Arena) ein ganz normales DFB-Pokalspiel mit Ostderby-Charakter zu werden. Das ist seit gestern anders. Der Sportinformationsdienst nannte die Partie in seinem Vorbericht „Badelatschen-Duell“, bei dem die „Giftpfeile f iegen“.
Magdeburg. Ausgerechnet FCM-Legende Wolfgang „Maxe“ Steinbach, jetzt Trainer in Wilhelmshaven, hatte in einem Zeitungsinterview („Wer ist eigentlich Cottbus? Die haben wir früher in Badelatschen weggepustet“) den Konfikt ausgelöst. Energie-Coach Klaus-Dieter Wollitz reagierte prompt, sprach von „respektlosen Äußerungen“. Und weiter: „Folgt man diversen Aussagen im Vorfeld dieses Ost-Derbys, könnte man den Eindruck gewinnen, der Viertligist sei Favorit gegen uns.“
FCM-Trainer Steffen Baumgart solidarisierte sich gestern mit Wollitz und griff Steinbach scharf an: „Seine Verdienste in allen Ehren, aber das war eine Riesenfrechheit, sich in unserem Namen so diskriminierend zu äußern. Manche Leute leben noch zu sehr in der Vergangenheit. Mittlerweile ist uns Cottbus mit zehn Jahren Bundesliga weit voraus.“ Der 37-Jährige sprach von einem „Bärendienst, den Steinbach dem Club erwiesen hat, ihn so negativ darzustellen“.
Zum Sportlichen: Baumgart sieht durchaus eine Chance, schränkte aber ein: „Nur wenn bei uns zu 100 Prozent alles passt und Cottbus einen schlechten Tag erwischt, kann ein Außenseitersieg gelingen.“ Zweimal hat der Trainer die Lausitzer beobachtet, schätzt sie „als sehr erfahrene, spielstarke Mannschaft ein.“
Entschieden ist seit gestern auch der Zweikampf um die Torhüter-Position. Baumgart gibt Matthias Tischer den Vorzug gegenüber Routinier Christian Beer, der wegen einer Schulterverletzung lange gehandicapt war: „,Tischi‘ ist ehrgeizig, hat hervorragend trainiert und keine Fehler gemacht. Da wäre es schwer zu begründen gewesen, dass er zuschauen muss.“

FCM-SPLITTER
FERNSEHEN: Pay-TV-Sender Sky (ehemals Premiere) überträgt live.
TICKETS: Karten sind noch in allen Preiskategorien erhältlich. Dauerkarten haben für diese Partie allerdings keine Gültigkeit. Die Stadionkassen öffnen heute um 17.30 Uhr.
SCHIEDSRICHTERIN: Der DFB schickt eine Dame nach Magdeburg. Bibiana Steinhaus aus Hannover leitet die Partie.
AKTION: Zu jeder Eintrittskarte gibt es ein Tombola-Los gratis dazu. Stückpreis für weitere Lose: zwei Euro. Die Tombola endet mit dem heutigen Spiel. Der Gewinner des Hauptpreises (ein Skoda Fabia) wird am 14. August zum Heimspiel gegen den HSV II bekanntgegeben.
PRÄMIE: Sollte der FCM die 2. Runde erreichen, kassiert das Team eine Prämie von knapp 50 000 Euro.
BILANZ: Insgesamt gab‘s 25 Vergleiche mit Energie Cottbus. Meisterschaft: 22 Spiele, davon 12 Siege, vier Remis, sechs Niederlagen. Pokal: zwei Spiele, zwei Siege. Freundschaftsspiel: eine Niederlage.
DDR-OBERLIGA: 14 Begegnungen, davon acht Siege, drei Remis, drei Niederlagen.

FCM für heutigen Pokal-Hit gerüstet

Ostduell gegen Cottbus

Magdeburg (ut). Heute gilt’s: Gleich das erste Pf ichtspiel der neuen Saison soll für Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg zu einem Highlight werden, wenn Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus zum fälligen DFB-Pokalduell in der MDCCArena gastiert (Anstoß 19.30 Uhr). Die Gastgeber erwarten mehr als 15 000 Zuschauer, davon rund 2000 aus der Lausitz.
FCM-Trainer Steffen Baumgart traut seiner Elf einiges zu: „Dickes Kompliment an die Jungs, die die harte Vorbereitung ohne Murren durchgezogen und trotzdem dabei gelacht haben. Auch sind wir enger zusammengerückt. Doch nun müssen sie sich erstmals richtig beweisen.“