Autor: Uwe Tiedemann
FCM mit dem letzten Aufgebot nach Wolfsburg
Fußball-Regionalligist beklagt zahlreiche Ausfälle / Ärger um Watzka
Mit dem 2:1 am Mittwoch in Wilhelmshaven fuhr Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg nach über einem halben Jahr wieder einen Auswärtssieg ein. Zuletzt hatte es Mitte Oktober 2009 beim FC St. Pauli II (3:0) einen Dreier gegeben. Am Sonntag müssen die Elbestädter erneut reisen. Dann heißt der Gegner VfL Wolfsburg II (17 Uhr).
Zumindest in der zweiten Halbzeit zeigte der Club in Wilhelmshaven eine ansprechende Leistung und ging am Ende verdientermaßen als Sieger vom Platz. Das räumte selbst der Coach der Gastgeber, Ex-FCM Kicker Wolfgang „Maxe“ Steinbach, ein und hatte auch „keine Erklärung dafür, warum seine Elf in der zweiten Halbzeit total die Ordnung verloren habe und nur darauf aus war, das zweite Tor zu machen“.
Ungleich schwerer wird die Aufgabe für den FCM am Sonntag in Wolfsburg. Zwar hatten die Blau-Weißen beim 3:1 im Hinspiel ihren wohl stärksten Saisonauftritt, doch das ist lange her. Hinzu kommen diesmal eine lange Verletztenliste und weitere Ausfälle durch die Partie am Mittwoch. Lars Fuchs ist nach der fünften Verwarnung gelb-gesperrt, Patrik Bartsch sah nach einem groben Foul sogar Rot und fällt ebenfalls aus. „Eine schwierige Situation für uns. Vielleicht stehen Martin Zander und Tobias Friebertshäuser wieder zur Verfügung. Auch Radovan Vujanovic befindet sich nach seiner Zehenverletzung auf dem Weg der Besserung. Aber es hilft kein Wehklagen“, sagte Interimstrainer Carsten Müller, der in der VW-Stadt ein Team aufs Feld schicken will, „das sich wehrt“. Der Auftritt im hohen Norden macht ihm zusätzlichen Mut: „Wir haben das Spiel über die Moral für uns entschieden. Das verdient Respekt.“ Nach einem frühen Rückstand und insgesamt enttäuschender Leistung im ersten Abschnitt zeigte der Club nach der Pause sein anderes Gesicht und konnte das Match noch drehen.
Für den Torschützen zum 2:1-Siegtreffer, Maximilian Watzka, könnte der dritte Auswärtssieg allerdings noch ein Nachspiel haben. Nachdem der vermutlich zu RB Leipzig wechselnde Mittelfeldakteur von den mitgereisten FCM-Fans während der Partie permanent beschimpft worden war, zeigte er nach seinem Tor den doppelten Stinkefinger. Ein weiteres unschönes Kapitel einer total verkorksten Saison.
Fußball-Verbandsliga: Preussen stehen am Wochenende vor einer Doppelaufgabe
Spitzenreiter geht personell gehandicapt in das Derby
Von Roland Schulz
Auch in der Fußball-Verbandsliga stehen am ersten Mai-Wochenende Nachholspiele an. So auch in Magdeburg. Ob gewollt oder ungewollt, jedenfalls kommen sich die beiden Magdeburger Teams dieser Spielklasse dabei nicht mit dem Stadtpokalendspiel der Männer ins Gehege.
Magdeburg. Zunächst steht am heutigen Freitag in einem Nachholspiel des 18. Spieltages die Begegnung des MSV 90 Preussen gegen den Naumburger SV 05 an. Dem folgt am Sonntag ein Spiel des 19. Spieltages zwischen dem 1. FC Magdeburg II und dem MSV 90 Preussen.
Wenn sich heute ab 18.30 Uhr die Preussen und Naumburg im Germerstadion gegenüberstehen, dann sind die Hausherren klarer Favorit. Der Gastgeber ist gegenwärtig Zehnter, mit 14 Zählern Vorsprung auf den Drittletzten. Dieser könnte heute mit einem Sieg zwar den Abstand auf Wernigerode vergrößern. Doch stehen die Harzer an diesem Wochenende ebenfalls gleich zweimal in Nachholspielen auf dem Rasen.
Für Preussen-Trainer Dirk Hannemann steht allerdings erst einmal nur die heutige Partie im Vordergrund. „Mit der Clubreserve beschäftige ich mich erst nach dem Naumburg-Spiel“, schob der Coach eventuellen Spekulationen gleich einen Riegel vor. „Wir müssen erst einmal den ersten vor dem zweiten Schritt hinter uns bringen. Das wird gegen die sicherlich sehr tief stehenden und auf Konter lauernden Gäste sehr schwer.“
„Wenn wir aber hellwach und mit einer gewissen Lockerheit in die Begegnung gehen, und an die Leistung gegen Stendal anknüpfen können, dann dürften die drei Punkte im Germerstadion bleiben.“
Bei der Club-Reserve ist man dagegen bereits auf den Sonn tag fokussiert. Allerdings wusste Trainer Mario Middendorf gestern noch nicht, auf wen er im Derby zurückgreifen kann. „Gegenwärtig fallen in der ersten Mannschaft bis zu zwölf Spieler aus. Da werden von uns wohl eher Akteure nach oben gehen, als das wir von dort Spieler bekommen“, so der Coach. Einzig Christof Köhne steht aus seinem aktu ellen Kader nicht zur Verfügung.
Middendorf erwartet ein enges Spiel, ein „echtes Derby eben. Da kennt doch jeder jeden. Alle wollen sich in diesem Spiel zeigen. Und trotzdem, wir wollen unsere niederlagenlose Serie zu Hause bewahren. Ich sehe meine Mannschaft jedenfalls hauchdünn vorn“, so der Trainer zum Abschluss.
Fußball-Regionalliga: Dämpfer für den SV Wilhelmshaven im Abstiegskampf
FCM macht aus Rückstand noch ein 2:1
Von Uwe Tiedemann
Wilhelmshaven. Der kriselnde Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg kann auswärts doch noch gewinnen und versetzte gestern Abend dem SV Wilhelmshaven mit einem verdienten 2:1 (0:1)-Erfolg einen schweren Dämpfer im Abstiegskampf.
Die Gastgeber erwischten einen Auftakt nach Maß. In der 4. Minute stand Bärje am langen Pfosten goldrichtig und hämmerte das Leder in die Maschen. Der FCM tat sich im weiteren Verlauf schwer, kam nur selten zu flüssigen Kombinationen, geschweige denn gefährlich vor’s gegnerische Tor. Die Jadestäd ter waren die lauffreudigere, die engagiertere, die zweikampfstärkere Elf. Allerdings zeigten auch sie in der Offensive zu wenig Durchschlagskraft. Kurz vor der Pause wurde es aber wesentlich munterer. Zunächst verfehlte Wolf mit einem Kopfballaufsetzer knapp das Ziel (39.). Auf der anderen Seite rettete erst Bankert auf der Linie und dann Tischer gegen O‘Neill (41./42.). Und dann musste Fuchs eigentlich das 1:1 machen, doch er jagte den von Keeper Gerdes gegen Wolf ab gewehrten Ball über den Kasten (45.).
Nach dem Wechsel war der FCM sogleich hellwach und hatte mehrfach den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber entweder an Gerdes oder am Aluminium (Wolf/Fuchs/Watzka/Tüting).
Wilhelmshaven verlegte sich auf Konter, wirkte aber eher unbeholfen. Dennoch war es jetzt eine abwechslungsreiche, flotte Partie. Das längst überfällige 1:1 ging auf das Konto von Tüting, der den Ball an Gerdes vorbeispitzelte und dann ins leere Tor traf (66.). Und es sollte noch besser kommen: 120 Sekunden später schloss Watzka den schönsten Spielzug des Abends zum 1:2 ab. Dabei blieb es, obwohl beide Teams im weiteren Verlauf mit offenem Visier spielten und noch jede Menge Möglichkeiten besaßen. FCM-Trainer Carsten Müller kommentierte: „Kompliment. Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt und das Spiel verdientermaßen noch gedreht.“
Wilhelmshaven: Gerdes – Kozarac, Diamesso (80. Habben), Fossi (46. Puttkammer), Neubert, Bärje (59. Bärje), Karli, Spilacek, El-Hammouchi, Moslehe, O‘Neill.
FCM: Tischer – Bartsch, Bankert, Gaebler, Neumann, Wolf, Tüting (90. Prest), Gewelke, Watzka, Siga (85. Jahnel), Fuchs (89. Verkic)
Schiedsrichter: Waschitzki (Essen). Zuschauer: 517. Tore: 1:0 Bärje (4.), 1:1 Tüting (66.), 1:2 Watzka (68.). Gelb: Spilacek, Fiore / Bankert, Watzka, Fuchs. Gelb-Rot: Spilacek (70./wiederholtes Foulspiel). Rot: Bartsch (82./grobes Foulspiel)
1. FC Magdeburg tritt heute beim SV Wilhelmshaven an
Müller fordert vollen Einsatz und eine weitere Steigerung
Von Klaus Kahmann
Magdeburg. Nach ihrem 1:0-Sieg am Wochenende gegen den Chemnitzer FC sind die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg heute beim SV Wilhelmshaven (Anpfiff 19 Uhr) zu Gast. Das Hinspiel am 6. September hatten die Elbestädter mit 5:2 für sich entschieden – übrigens der erste Heimsieg in dieser Saison.
Allerdings treten FCM-Interimstrainer Carsten Müller und seine Mannschaft die Reise nicht ganz sorgenfrei an. „Ich gehe davon aus, dass Radovan Vujanovic eher nicht einsatzfähig ist. Fragezeichen stehen auch hinter dem Einsatz von Verkic, Bartsch und Instenberg. Nach der Konsultation mit dem Arzt und der Physiotherapie müssen wir unsere Aufstellung für die Partie an der Nordseeküste recht kurzfristig stellen“, so Müller gestern.
Der Trainer hatte seine Mannschaft vor der Partie gegen die Chemnitzer noch einmal zusammengenommen und von ihr verlangt, dass sie wenigstens ein biss chen von dem Kredit, den sie mit der Pokal-Blamage bei den Fans verspielt hat, mit großer Einsatzbereitschaft zurückholt. „Kämpferisch konnte ich mit meiner Mannschaft zufrieden sein. Da war es die Leistung, die ich eingefordert hatte. Fußballerisch blieb allerdings einiges auf der Strecke, aber damit hatte ich gerechnet“, so Müller noch einmal im Rückblick.
Die gleiche Einsatzbereitschaft erwartet er nun auch heute bei den Wilhelmshavenern. „Nur wir alleine – und kein Fan – können auf dem Platz zeigen, dass wir gewillt sind, alles für diesen Verein und seinen treuen Anhang zu geben. Ich erwarte, dass die Mannschaft gegenüber der Chemnitz-Partie noch eine Kohle drauflegt“, sieht Müller sein Team in der Pflicht.
Vertrauensbeweis für Präsidium
Magdeburg (rb). Der Aufsichtsrat des 1. FC Magdeburg hat auf einer Sondersitzung dem Präsidium des sportlich angeschlagenen Fußball-Regionalligisten das Vertrauen ausgesprochen. Zwischen beiden Gremien bestände Einvernehmen darin, dass in der kommenden Saison „eine neue und entwicklungsfähige Mannschaft aufzubauen“ sei, heißt es in einer Pressemitteilung.
Dieser Weg, unter Neu-Trainer Ruud Kaiser ein neues Team zu formen, ist laut Aufsichtsratschef Rüdiger Koch „alternativlos“. Wichtig sei zudem, dass der Verein die Fans zurückgewinne. Deren Unterstützung sei „unverzichtbar“.
Autor: Uwe Tiedemann
Wie lange hält Schweigen an?
Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg ist bekanntlich immer für Überraschungen gut – in dieser Saison allerdings fast ausschließlich für negative. Seit dem Wochenende hat sich der Club nun etwas ganz Neues einfallen lassen – einen selbstauferlegten „Maulkorb“ (Volksstimme berichtete).
Was mit der Maßnahme konkret bezweckt werden soll, ließ der Verein offen. „Nach den Turbulenzen der letzten Wochen und Monate hoffen wir einfach auf etwas mehr Ruhe“, sagte Rüdiger Bartsch und sprach von „einer gemeinsam getroffenen Entscheidung, die sich bei der Krisensitzung am vergangenen Freitag zwischen Präsidium, Manager und Mannschaft ergeben habe“.
Dennoch stellen sich jede Menge Fragen, z. B. die, ob der Führungscrew angesichts des desaströsen Saisonverlaufs die Argumente ausgegangen sind? Sorgt bei Sponsoren und Fans die Blockadehaltung vielleicht für noch mehr Ärger? Und liefert der „Maulkorb“ den Spielern bei schlechten Leistungen nicht ein hervorragendes Alibi? Oder tragen etwa die Medien die Schuld an der Misere?
Der sonst so redegewandte und keineswegs die Öffentlichkeit scheuende Präsident Volker Rehboldt, der nach dem glücklichen 1:0 über Chemnitz auch nicht wie sonst die Pressekonferenz leitete, zuckte nur mit den Schultern: „Dass unser Schweigen, das sich lediglich auf die aktuelle sportliche Situation bezieht, möglicherweise Kritik auslöst, damit müssen und können wir leben.“
Insbesondere für den ohnehin gestressten Interimstrainer Carsten Müller dürfte die Situation nicht einfach sein. Doch der 38-Jährige betonte: „Ich bin nur ein Teil der Mannschaft. Und wenn eine solche Entscheidung getroffen wird, habe ich sie selbstverständlich zu respektieren.“
Auf die Frage, wie lange der FCM nichts mehr sagen will, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Rehboldt: „Bis auf weiteres.“ Bartsch: „Bis zum Ende der englischen Wochen.“
Fußball-Regionalligist gewinnt Heimspiel gegen Chemnitzer FC mit 1:0
Protestgrillen und „Maulkorb“ begleiten Duselsieg des FCM
Von Uwe Tiedemann
Das Positive vorweg: Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg gewann gestern sein Heimspiel gegen den Chemnitzer FC mit 1:0 (1:0) und dürfte damit endgültig aller Abstiegssorgen ledig sein. Die Leistungen ließen dagegen einmal mehr zu wünschen übrig. Hinzu kommt: Seit dem Wochenende haben sich Clubspitze und Spieler selber einen „Maulkorb“ verpasst.
Magdeburg. Der „harte Kern“ der FCM-Fans hatte angesichts der jüngsten blamablen Vorstellungen auf seine Weise reagiert: Man blieb dem Spiel fern, feierte stattdessen vorm Stadion eine „Protest“-Grillparty und hatte auf den Rängen ein „Nachruf“-Transparent ausgelegt. Wortlaut: „Die 1. Herrenmannschaft der Saison 2009/10 * 1.7.2009 • 21.4.2010. In tiefer Trauer die Fans des 1. FCM“ (Zur Erklärung: Am 1.7. hatte die Saison begonnen, am 21.4. der FCM das Landespokal-Halbfinale in Halberstadt 0:1 verloren – der Tiefpunkt).
Aber selbst diejenigen, die im Fanblock auf der Tribüne saßen, zeigten eine Reaktion und begrüßten ihre Mannschaft beim Einlaufen mit einem gellenden Pfeifkonzert ...
Was dann beide Teams auf dem schlecht bespielbaren Rasen der MDCC-Arena boten, war nicht mehr als Fußball-Magerkost. Der Club hatte dabei das Glück, dass sich die im Aufstiegsrennen gescheiterten Chemnitzer kein Bein mehr ausrissen und reihenweise gute Gelegenheiten vergaben – die größte durch Peßolat, der an Tischer scheiterte (13.).
Eine feine Einzelleistung von Fuchs, der zwei Gäste-Akteure aussteigen und dann auch noch Keeper Pentke alt aussehen ließ, führte nach 24 Minuten zum überraschenden 1:0 für die Gastgeber.
Nach dem Tor das gleiche Bild: Chemnitz meistens feldüberlegen, aber zu unentschlossen und umständlich im Angriff, der FCM auf Konter lauernd, dabei aber mit vielen Fehlern. Einzig der agile Fuchs verdiente sich eine ordentliche Note, wenngleich auch er später abbaute. Sturmkollege Siga war dagegen ein Totalausfall, der eigentlich gesetzte Vujanovic wegen einer Fußverletzung erst gar nicht dabei.
Nach der Pause wurde das Niveau noch schlechter. Beide Teams spielten ideen- und drucklos, leisteten sich immer wieder individuelle Schwächen. Glück für den Club, dass Gewelke für seinen bereits geschlagenen Torhüter Tischer, der sich bei einem aufspringenden Ball verschätzt hatte, auf der Linie klären konnte (53.). So retteten die Platzherren den knappen Vorsprung über die Zeit.
Äußern wollte sich hinterher niemand. Am vergangenen Freitag hatte es im Stadion eine Krisensitzung mit Präsidium, Manager und Spielern gegeben. Ergebnis: Vorläufig in der Öffentlichkeit kein Kommentar mehr zur aktuellen sportlichen Situation.
FCM: Tischer - Bartsch (59. Bankert), Gaebler, Gewelke, Neumann, Wolf (82. Racanel), Tüting, Instenberg, Watzka, Siga (79. Matthias), Fuchs
CFC: Pentke - Thönelt, Wilke, Richter, Löwe, Garbuschewski, Peßolat (59. Kellig), Emmerich (46. Vrtelka), Schlosser, Förster (59. Hampf), Jansen
Schiedsrichter: Trautmann (Hannover). Zuschauer: 3484. Tor: 1:0 Fuchs (24.). Gelb: – / Emmerich
Autor: Klaus Kahmann
Trainer Müller: Bock endlich richtig umstoßen
Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg am Sonntag gegen den Chemnitzer FC
Magdeburg. Die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg empfangen morgen (Anpfiff in der MDCC-Arean 13.30 Uhr) den Tabellenvierten Chemnitzer FC. Unter normalen Bedingungen wären die Schützlinge von FCMInterimstrainer Carsten Müller in dieser Partei – mit dem Heimvorteil im Rücken – der klare Favorit. Aber nach den bisher schwachen Leistungen der Elbestädter in der Rückrunde muss man wohl eher die Westsachsen in der Favoritenrolle sehen, obwohl sie am Mittwoch beim Tabellenführer Babelsberg 0:2 unterlagen. Im Hinspiel hatten die Magdeburger – dank eine Vujanovic-Treffers – noch ein 1:1 erreicht.
Carsten Müller steht vor der schwierigen Lage, seine Mannschaft nach den Pleiten von Berlin und Halberstadt wieder aufrichten zu müssen. Ist das gegenwärtig überhaupt möglich?
Müller jedenfalls versucht es. „Das Wichtigste ist, dass wir es schaffen, uns trotz aller Widrigkeiten durch das Halberstadt-Spiel wieder zu konzentrieren. Das ist für Spieler und Trainer eine schwere Aufgabe. Zumal die englischen Wochen ja ganz einfach zu muskulären Problemen führen“, erklärte der FCM-Coach gestern.
„Ich schaue jetzt sowohl im Training als auch bei einer ganzen Reihe von Gesprächen danach, wer von der Spielern in dieser Situation bereit ist, sich sowohl einerseits körperlich nicht zu schonen, als auch andererseits alles Negative beiseitezuschieben, um endlich einmal wieder den Bock mit viel Energie und Einsatz richtig umzustoßen“, hat Müller die Hoffnung auf eine Wende zum Guten trotz aller Rückschläge noch nicht ganz aufgegeben.
Fußball-Verbandsliga: Sandersdorf – FCM II 1:1
Club-Reserve lässt zwei wichtige Punkte liegen
Magdeburg (rsc/lpa). Am 29. Spieltag der Fußball-Verbandsliga trennte sich Spitzenreiter 1. FC Magdeburg II gestern Abend von Gastgeber SG Union Sandersdorf 1:1 (0:1) unentschieden. In einem sehr guten Verbandsligaspiel mit Chancen auf beiden Seiten markierte Tobias Tietz (45.) mit einem Schuss von halbrechts die Führung für den Spitzenreiter. Daniel Krake glich nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff aus.
In der ersten Hälfte besaßen beide Mannschaften gute Möglichkeiten. Während der Gastgeber nach Standards mit seinen körperlich großen Spielern für Torgefahr sorgten, war der Tabellenführer aus dem Spiel heraus torgefährlich.
Nach dem schnellen Ausgleich verlor der Club zunächst etwas den Faden. Doch dann besaßen Danny Matthias (55.), der einen Freistoß über das Tor jagte und Philipp Glage (55., 57.), der nur die Latte traf, die größten Chancen im zweiten Abschnitt.
1. FC Magdeburg II: Flückiger – Gebauer, Loth, Weiß, Jahnel, Georgi, Tietz, Dürstel, Girke (65. Ujazdowski), Glage (75. Gerwien), Matthias.
Verlieren Ehrensache
Autor: Rudi Bartlitz
Verlieren Ehrensache
Schlimm, schlimm, dass es nun wieder losgeht mit dieser verlogenen Kritik an unserem FCM. Nein, und das soll hier eindeutig festgehalten werden, das haben die Jungs wahrlich nicht verdient.
Was ist denn schon passiert? Nach der Meisterschaft hat die Mannschaft auch im Pokal endlich für klare Fronten gesorgt. So was nennt man Konsequenz. Basta. Gewinnen kann schließlich jeder.
Und komme nun keiner mit dem Totschlags-Argument, der Klub hätte das Geld aus dem Pokal dringend gebraucht. Eben nicht. Für die Spielergehälter hat es bisher noch immer gereicht. Na also. Und im Übrigen: Aus welchem Holz das Team geschnitzt ist, wird Chemnitz am Sonntag zu spüren bekommen. Die können sich warm anziehen. Aber ganz warm!
Autor: Klaus Kahmann
Kaiser: „Dem Team fehlten Qualität und Leidenschaft“
1. FC Magdeburg nach Pokalniederlage am Sonntag daheim gegen Chemnitz gefordert
Wer geglaubt hatte, nach dem schlechten Spiel der Regionalliga-Kicker des 1. FC Magdeburg bei der U-23-Mannschaft von Hertha BSC (0:3) könnte es keine Steigerung ins Negative mehr geben, der wurde in Halberstadt bei der 0:1-Pokalniederlage gegen den Oberligisten Germania eines Besseren – oder wohl eher eines Schlechteren – belehrt.
Magdeburg. Ruud Kaiser, der Trainer des 1. FC Magdeburg für die kommende Saison, hat sein zukünftiges Team im Stadion des Friedens beobachtet und kam zu einem harten, aber zutreffenden Urteil: „Das war eine Katastrophe. Erstens war keine Qualität in der Mannschaft zu erkennen. Und zweitens fehlte es dem Team an Leidenschaft. Die Leidenschaft, wirklich gewinnen zu wollen, war nur bei den Gastgebern zu sehen. Dadurch war Halberstadt die bessere Mannschaft, die verdient gewonnen hat. Man kann als Profi auch einmal gegen eine unterklassige Mannschaft verlieren. Das Probleme hatte Dynamo Dresden im Pokal gegen Plauen. Aber man muss doch Kampfgeist zeigen, den unbedingten Willen zu gewinnen. Das hat man dort bei Dynamo durchaus gesehen. Das konnte ich aber beim 1. FCM nicht erkennen.“
Mit dem lustlosen Spiel enttäuschten die Elbestädter auch ihren Interimstrainer Carsten Müller: „Es darf eigentlich nie so sein, dass ein Trainer zweifelt, dass seine Mannschaft wirklich alles gibt, um zu gewinnen. Aber das ging mir hier leider so. Ich habe keinen unbedingten Siegeswillen erkennen können.“ Sein Halberstäd ter Kollegen Andreas Petersen billigte dem Gegner zumindest ein Aufblitzen von Widerstand zu, der aber nach den großartigen Paraden von Germania-Keeper Sebastian Kischel sofort wieder erlosch.
Kischel, der Ideengeber Jan Mutschler und der Torschütze Alexander Kopp waren dann auch die Haupthelden der Halberstädter Feier nach der Partie. Auch Germania-Deckungsspieler und Ex-FCM-Kicker Mats Wejsfelt konnte sich freuen: „Ein Sieg ist immer schön, noch dazu der. Aber es ist schon traurig, wie es jetzt beim 1. FCM aussieht.“
Stimmt. Kaum zu glauben, dass das die gleiche FCMMannschaft ist, die vor fünfeinhalb Monaten mit dem 3:1 dem damaligen Regionalliga-Spitzenreiter VfL Wolfsburg II absolut den Schneid abkaufte. Damals hatte Wolfsburgs Trainer Lorenz-Günther Köstner noch seiner Truppe den gleichen Vorwurf gemacht, den jetzt Müller und Kaiser verständlicherweise an den 1. FCM richten. Damals blitzten bei der Mannschaft und bei den Fans noch Hoffnungen auf, die sind jetzt bei beiden wie weggeblasen.
Noch haben die Männer um Kapitän Radovan Vujanovic die Chance, wenigstens einen Teil des Kredits, den sie bei ihren Fans verspielt haben, wieder gutzumachen. In einer weiteren englischen Woche empfängt der FCM am Sonntag (Anpfiff 13.30 Uhr) in der MDCC-Arena den Tabellenvierten Chemnitzer FC. Am Mittwoch darauf ist die Mannschaft dann beim Abstiegskandidaten (17.) SV Wilhelmshaven zu Gast. Um in den beiden Spielen zu punkten, bedarf es aber einer absoluten Steigerung.
Fußball-Landescup-Halbfinale: Germania Halberstadt besiegt 1. FC Magdeburg 1:0
Kopp-Treffer reißt FCM aus allen Pokalträumen
Von Klaus Kahmann und Florian Bortfeldt
Halberstadt. Die Überraschung ist perfekt. Der VfB Germania Halberstadt steht im Finale des Fußball-Landespokals. Der Oberligist bezwang gestern im Halberstädter Stadion des Friedens vor 909 Zuschauern durch einen Treffer von Alexander Kopp (33.) den schwächelnden Regionalligisten 1. FC Magdeburg mit 1:0 (1:0).
Das zweite Halbfinale findet am 5. Mai statt. Da trifft Lok Stendal auf den Sieger der Partie BSV Halle-Ammendorf gegen den Halleschen FC.
In einer nicht gerade ansehnlichen Partie störten beide früh die Angriffe des Gegners, war anfangs wenig Konstruktives zu sehen. Man spürte nicht, dass der FCM eine Klasse höher spielt. Der Treffer allerdings war lehrbuchreif. Jan Mutschler flankte von links vor das Tor des 1. FC Magdeburg. Alexander Kopp stand goldrichtig am langen Pfosten und köpfte im Sprung unhaltbar für FCMKeeper Matthias Tischer zum 1:0 ein. Danach kam der Gast zwar besser ins Spiel, eine echte torreife Szene kam allerdings nicht zustande.
Nach dem Wiederanpfiff änderte sich das Bild kaum. Der Gast zeigte jetzt zwar mehr Siegeswillen, zwang Germania-Torhüter
Sebastian Kischel zu tollen Paraden, ohne ihn allerdings bezwingen zu können. Auf der anderen Seite hatte Sebastian Reitzig in der 58. Minute gar das 2:0 auf dem Fuß, vergab aber.
FCM-Trainer Carsten Müller konnte bei seinem Team nicht den unbedingten Einsatz erkennen. Germania-Coach Andreas Petersen meinte: „Das Finale erreicht zu haben, ist das eine. Jetzt wollen wir auch den Pott.“ Alexander Kopp, Schütze des „goldenen Tores“: „Unglaublich seit acht Jahren bin ich bei Ger mania und habe fast jedes Jahr gegen den FCM im Pokal gespielt und es hat nie gereicht. Heute früh habe ich noch meinem Kumpel Robert Kalbus gesagt, dass ich ein Tor mache und wir gewinnen. Das hat geklappt“, war er überglücklich vor Freude. Anders FCM-Kapitän Radovan Vujanovic: „Wir haben nicht das Finale erreicht. Das ist eine Katastrophe.“
Halberstadt: Kischel -- Warz (Krüger), Mutschler (78. Neumann), Reitzig, Eggert, Hosenthien (Rode) Kopp, Pölzing, Siemund, Götz, Saalbach
Magdeburg: Tischer -- Bartsch (Verkic), Gaebler, Zander, Neumann, Gewelke, Tüting (Wolf), Watzka, Racanel, Fuchs, Vujanovic
Schiedsrichter: Stüeken (Halle). Zuschauer: 909. Tor: 1:0 Kopp (33.). Gelb: Eggert, Götz, Rode/Neumann, Verkic.
FCM erhält Geldstrafe
Magdeburg (dpa). Die Vorfälle am Rande des Sachsen-Anhalt Derbys zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC am 28. März 2010 in der MDCC-Arena kommen die Magdeburger teuer zu stehen. Für das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und Raketen auf den Zuschauerrängen während der Partie wurde dem Regionalligisten vom DFB eine Geldstrafe von 3000 Euro auferlegt. Der Verein akzeptierte das Strafmaß.
Autor: Von Klaus Kahmann und Florian Bortfeldt
VfB brennt auf Sieg im Prestigeduell
Im Halbfinale des Fußball-Landespokals trifft der Regionalligist 1. FC Magdeburg heute ab 17.30 Uhr im Stadion des Friedens auf Gastgeber Germania Halberstadt. Die letzten beiden Aufeinandertreffen im Pokal endeten jeweils mit FCM-Erfolgen.
„Es interessiert mich weniger, was davor war. Wir konzentrieren uns auf dieses Spiel“, so FCM-Interimstrainer Carsten Müller. Die englischen Wochen haben bei einigen seiner Spieler zu muskulären Problemen geführt, so dass kurzfristig mit der medizinischen Abteilung entschieden wird, wer in Halberstadt aufläuft.
„Ich gehe davon aus, dass die Halberstädter hochmotiviert in diese Partie gehen und alles tun, um uns aus dem Pokal zu werfen. Respekt wird da keiner vor dem anderen haben“, so Müller weiter. „Wir haben in letzter Zeit gezielt mit jedem einzelnen Spieler gesprochen. Alle in der Mannschaft brennen darauf, unter den ersten elf zu sein und unsere Chance im Pokal zu nutzen“, erklärte der FCM-Trainer gestern.
Voller Erwartung sind die Gastgeber. Trainer Andreas Petersen machte dies bereits am Montag deutlich: „Wir sind schon heiß und freuen uns auf den Saisonhöhepunkt.“ Gleichzeitig hoffen die Vorharzer, diesmal endlich als Sieger vom Rasen zu gehen, nachdem in den letzten Jahren jeweils die Favoriten aus der Landeshauptstadt erfolgreich waren. Petersen: „Die Chancen sind vielleicht größer denn je für uns, in das Finale einzuziehen. Die Lage in Magdeburg ist extrem unruhig, jetzt ist der Pokalwettbewerb für den 1. FCM die letzte Möglichkeit, diese Saison noch halbwegs ordentlich zu Ende zu bringen. Eine Situation wie sie derzeit in Magdeburg herrscht, wünscht man keinem Verein, aber wir wollen definitiv in das Finale.“
Fehlen werden beim Gastgeber heute Christoph Weichert sowie die Langzeitverletzten Mats Wejsfelt, der gern gegen seinen Ex-Verein gespielt hätte, und Torsten Marx. Sascha Rode und Christian Dreier sind nach ihren Infekten vom Wochenende auf dem Weg der Besserung. Inwieweit sie einsatzfähig sind, wird kurzfristig entschieden.
Autor: Klaus Kahmann
Kaiser besorgt: „Da liegt noch sehr viel Arbeit vor uns“
Magdeburg. „So ein Spiel kann natürlich nur eine Momentaufnahme sein. Aber ich habe heute gesehen, dass da noch sehr viel Arbeit vor uns liegt“, so Ruud Kaiser, der künftige Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, nach der Partie am Sonntag bei der Reserve von Hertha BSC Berlin. Kritikwürdig fand der Coach dabei alle Mannschaftsteile. „Ich möchte da niemanden besonders hervorheben“, gab sich Kaiser nach der schwachen Partie diplomatisch.
Ähnlich sah es sein ebenfalls im Jahnstadion weilender Vorgänger Steffen Baumgart: „Die Mannschaft bringt bei weitem nicht das, was sie meines Erachtens bringen könnte. Und das wird man auch nicht von heute auf morgen erreichen. Da müssen alle – auch die Fans – wohl jetzt sehr viel Geduld aufbringen.“
Schlimm, wie sich Friebertshäuser und Zander von Stephan beim 1:0 „vernaschen“ ließen. Und auch beim 3:0 hatte die Deckung Stephan nicht im Griff. Doch Mittelfeld und Angriff waren da nicht viel besser. Tüting und Watzka schleppten zwar eifrig die Bälle nach vorn, doch von ihren Pässen kam kaum einer einigermaßen verwertbar an. Und der Angriff erwies sich an diesem Tag nicht als Sturm, sondern als laues Lüftchen.
Einer der wenigen Lichtblicke war die Leistung von Patrick Bartsch. Der junge Abwehrspieler hatte auf seiner Außenbahn vor allem Hertha-Angreifer Morales voll im Griff, zeigte ihm schnell seine Grenzen auf. Kurz vor der Pause hatte der Sohn von FCMSportdirektor Rüdiger Bartsch gar das 2:1 auf dem Fuß, doch Hertha-Keeper Burcherst parierte bravourös. „Den muss er machen“, beurteilte der Vater die Leistung des Filius kritisch.
Schon morgen steht den FCM-Kickern mit dem Landespokal-Halbfinale in Halberstadt (Anpfiff 17.30 Uhr) die nächste Bewährungsprobe ins Haus
Interimstrainer Müller enttäuscht, Nachfolger Kaiser entsetzt
Die nächste Liga-Blamage: FCM 0:3 bei Hertha-„Bubis“
Das Aufblühen des 1. FC Magdeburg unter Interimstrainer Carsten Müller währte nur kurz. Gestern unterlagen die Regionalliga-Kicker bei der zweiten Mannschaft von Hertha BSC Berlin vor 454 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark mit 0:3 (0:2). Stephan (17. und 81.) und Knoll besiegelten das Schicksal der Elbestädter.
Von Klaus Kahmann
Berlin. „Wir haben nicht verstanden, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten aggressiv spielen, den Gastgeber früh stören und so nicht zum Spiel kommen lassen. Das ist uns nicht gelungen. Anfang der zweiten Halbzeit hatten wir zwei-, dreimal Chancen, ins Spiel zurückzufinden. Die haben wir aber kläglich vergeben“, so das nüchterne Urteil von Müller.
Nach Anfangsschwierigkeiten fanden die Elbestädter unter den Augen ihres zukünftigen Trainers Ruud Kaiser ins Spiel. Doch da traf sie der erste Rückschlag. Bei einem Konterangriff ließ Berlins Kevin Stephan die Magdeburger Abwehrspieler Martin Zander und Tobias Friebertshäuser alt aussehen und vollendete aus Nahdistanz zum 1:0. Die Gastgeber zeigten sich als die spielerisch bessere Mannschaft, während der FCM mehr durch Fehlpässe und unplatzierte Schüsse auf sich aufmerksam machte.
In der 32. Minute dann der zweite Rückschlag. Ein 20-Meter-Freistoß von Marvin Knoll wurde so unglücklich abgefälscht, dass sich FCM-Keeper Matthias Tischer vergeblich nach ihm streckte. Die einzige Magdeburger Großchance hatte dann kurz vor dem Pausenpfiff Abwehrspieler Patrick Bartsch, dessen Schuss aber der Hertha-Keeper parierte.
Pech gleich zu Beginn der zweiten 45 Minuten: Ein Volleyschuss von Denis Wolf aus Nahdistanz knallte an die Lattenunterkante und sprang von dort wieder ins Feld. Auch die folgenden Schussversuche der eindeutig weniger Willensstärke zeigenden Magdeburger wurden abgewehrt oder waren eine Beute vom starken Keeper Sascha Burchert.
So kam es, wie es kommen musste. Knapp zehn Minuten vor dem Abpfiff traf Stephan von der Strafraumgrenze aus der Drehung zum 3:0-Endstand. Hertha beendete damit eine Serie ohne Sieg nach der Niederlage im Vorjahr in Magdeburg. „Endlich mussten wir einmal keinem Rückstand hinterherlaufen. Die letzten zehn Minuten der ersten und die ersten der zweiten Halbzeit ließen wir den Gästen zuviel Luft, aber sie konnten das nicht nutzen“, so ein erfreuter Hertha-Trainer Karsten Heine.
Und wie sah es der neue FCM-Coach Ruud Kaiser? „Dass auf mich viel Arbeit wartet, wusste ich. Dass die Leistungen aber so schlecht sein würden, hätte ich nicht erwartet ...“
Hertha BSC II: Burchert - Gänge, Neumann, Holland, Kargbo (83. Hoeneß), Morales, Leinau, Torunarigha (64. Lemke), Knoll, Stephan, Radjabali-Fardi
FCM: Tischer - Bartsch, Friebertshäuser, (46. Gaebler), Zander, Neumann, Watzka, Instenberg, (75. Girke), Tüting, Racanel (46. Wolf), Fuchs, Vujanovic
Schiedsrichter: Rohde (Thürkow). Zuschauer: 454. Tore: 1:0 Stephan (17.), 2:0 Knoll (32.), 3:0 Stephan (81.). Gelb: Holland, Kargbo, Torunarigha / Neumann, Gaebler, Girke
Autor: Uwe Tiedemann
Kaiser: „Deutlich, offen, ehrlich – das ist mein Stil“
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg stellt neuen Trainer vor
Der neue Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg heißt erwartungsgemäß Ruud Kaiser. Bei seiner gestrigen offiziellen Vorstellung im gut gefüllten Presseraum der MDCCArena gewährte der 49-jährige Holländer sogleich Einblicke in seine Arbeitsweise: „Deutlich, offen und ehrlich kommunizieren – das ist mein Stil.“
Magdeburg. Anfang Oktober 2009 war Ruud Kaiser bei Dynamo Dresden entlassen worden und seitdem auf der Suche nach einem neuen Verein. „Ich hatte zwar gut dotierte Angebote aus Ascherbaidschan, Indonesien oder China, wollte aber in Deutschland bleiben, weil hier Fußball gelebt wird“, unterstrich Kaiser, der sich dann schnell einig wurde mit dem FCM. „Nach einem einstündigen Gespräch mit Manager Rüdiger Bartsch hatte ich das Gefühl, dass wir uns schon zehn Jahre kennen“, sagte Kaiser, der nun vor der schwierigen Aufgabe steht, eine ganz neue Mannschaft formen zu müssen. „Und das mit weniger Geld als bisher. Insofern braucht man Geduld, weil eine im Aufbau befindliche Mannschaft immer Schwankungen unterliegt“, wie er betonte. Doch das sei eine „Super-Herausforderung“.
Auf die Frage, wie denn das sportliche Ziel für 2010/11 konkret aussieht, antwortete Kaiser: „Da reden wir nicht über Aufstieg, sondern über Neuent wicklung.“ Die Ausrichtung aber ist klar: Nach einer gewissen Konsolidierungsphase will der FCM ab 2011/12 wieder die dritte Liga anpeilen.
Sein Zwei-Jahres-Vertrag beginnt zwar offiziell erst am 1. Juli, doch mit seinem neuen Job hat er, wie er gestern deutlich machte, schon am Mittwoch angefangen. Ab sofort will er sich Spiele anschauen, das Training beobachten, Gespräche führen, ausloten, wo die Baustellen sind. Und dann entscheiden, mit wem er zusammenarbeiten möchte. Bislang, so Kaiser, sei nichts entschieden, das gelte ebenso für die Besetzung seines künftigen Trainerstabes.
Was dagegen die nominelle ideale Besetzung einer Mannschaft anbetrifft, hat der 49-Jährige genaue Vorstellungen: „Ich arbeite am liebsten mit 18 Spielern plus vier jungen Leuten zusammen.“
Bei der Bewertung der letzten und jetzigen Serie, die für den Club so maßlos enttäuschend verliefen, hielt sich Kaiser, der demnächst mit seiner Familie von Dresden nach Magdeburg zieht, vornehm zurück: „Dazu müsste ich Internas kennen, was nicht der Fall ist.“
Bartsch lobte den künftigen verantwortlichen Mann beim FCM in höchsten Tönen: „Er bringt eigene Profi-Erfahrung mit, er ist fachlich kompetent, er besitzt analytische Fähigkeiten, er passt vom Alter, und er sieht die Perspektiven eines Vereins im Vordergrund, nicht das schnelle Geld.“
Autor: Uwe Tiedemann
FCM unter Müller noch ungeschlagen
Regionalligist am Sonntag bei Hertha BSC II
Magdeburg. Beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, der heute seinen neuen Trainer (Ruud Kaiser) vorstellen will, jagt derzeit eine „englische Woche“ die andere. Nach dem souveränen Einzug ins Landespokal-Halbfinale (5:0 bei Union Sandersdorf) muss der Club nun am Mittwoch (17.30 Uhr) bei Germania Halberstadt ran. In der Meisterschaft geht es Sonntag (13.30 Uhr/Jahnstadion) bei Hertha BSC II weiter.
„Wir hoffen, dass wir unsere positive Serie in Berlin fortsetzen können“, sagte Interimstrainer Carsten Müller nach dem Sieg beim Verbandsligisten und ergänzte: „Uns hilft in der gegenwärtig nach wie vor schwierigen Situation jeder kleine Erfolg, und sei es nur eine gelungene Aktion beim Training.“
Unter Müller ist der Club noch ungeschlagen, fuhr zuletzt in vier Pflichtspielen drei Siege und ein Remis ein. „Das Lachen und der Spaß sind zurück“, hat der 38-Jährige registriert. Stür mer Lars Fuchs bestätigte den Aufwärtstrend: „Wir haben uns das Leben lange selbst schwer gemacht. Jetzt sind die Lockerheit und der Erfolg wieder da, so dass einem vieles leichter fällt.“ Linksverteidiger Stephan Neumann sah es genauso, bemängelte allerdings, „dass der Pokalsieg hätte höher ausfallen müssen“.
In Sandersdorf hatte Müller mit Tim Girke (nach Patrik Bartsch und Moritz Instenberg) einen weiteren Youngster gebracht und damit aufgezeigt, wie die Zukunft in nächster Zeit aussieht. „Wir setzen nicht ausschließlich auf junge Spieler, weil das nicht funktioniert und man immer eine gesunde Mischung mit erfahrenen Leuten braucht. Es dokumentiert aber, dass die jungen Spieler über unser Nachwuchs-Leistungszentrum den Sprung schaffen können“, unterstrich Müller.
Fußball-Verbandsliga: Hallescher FC II – 1. FC Magdeburg II 2:0 (0:0)
Verkic und Co. ohne Glück
Halle/Magdeburg (sgü/rsc). In einem Nachholspiel der Fußball-Verbandsliga unterlag der Tabellenführer 1. FC Magdeburg II gestern Nachmittag beim Halleschen FC II mit 0:2 (0:0) Toren. Vor 163 zahlenden Zuschauern im halleschen Kurt-Wabbel-Stadion markierten Likos (59.) und Siefkes (74.) die Treffer für die Saalestädter.
Trotz der Niederlage kann Trainer Mario Middendorf der Mannschaft nicht mal einen Vorwurf machen. „Sie hat besonders in der ersten Halbzeit in der Defensive alles umgesetzt, was wir vorher besprochen haben. Heute war die Abweher stark, dafür haben wir in der Offensive einige Fehler gemacht. Zudem hat in ein, zwei Situationen auch das Glück gefehlt.“
Die Magdeburger begannen aus einer geschlossenen Abwehr heraus, setzten im ersten Abschnitt immer wieder Nadelstich, die Halle zur Aufmerksamkeit zwangen. Zunächst vergab Christof Köhne (30.) eine große Möglichkeit. Dann hatte Marko Verkic nach einem an ihm im Strafraum begangenen Foul die große Chance zum 1:0 vom Punkt. Doch Halles Keeper Rittenauer hielt den Ball.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit besaß die FCM-Zweite die erste Chance. Doch der Ball von Verkic wurde mit letztem Einsatz von der Linie bugsiert. Nach einer guten Stunde dann das 1:0, als der Gast einmal nicht aufpasste und Likos im Nachsetzen erfolgreich war.
Danach waren die Elbestädter etwas von der Rolle, mussten nach einer Ecke und einem Kopfball von Siefkes nach 74 Minuten gar das 0:2 hinnehmen. Dass der FCM II nicht mit Fortuna im Bunde war, musste auch René Gewelke (84.) erfahren, als er nur die Latte traf. So blieb es beim 2:0 für die U 23 des Halleschen FC.
1. FC Magdeburg gewinnt in Sandersdorf 5:0
FCM im Spaziergang ins Pokal-Halbfinale
Von Uwe Tiedemann
Sandersdorf. Der 1. FC Magdeburg steht im Halbfinale des Fußball-Landespokals. Der Regionalligist gewann gestern Abend in einer einseitigen Partie beim erschreckend harmlosen Verbandsligisten Union Sandersdorf ungefährdet mit 5:0 (3:0) und trifft nun am kommenden Mittwoch auf den Oberligisten Germania Halberstadt.
Der FCM nahm von Beginn an das Heft in die Hand, überzeugte immer dann, wenn es über die Flügel ging. Vom Außenseiter, der zuviel Respekt zeigte, sich indidividuelle Fehler leistete und spielerisch unterlegen war, ging keinerlei Gefahr aus. Mitunter sah es bei den Gästen wie im Training aus.
Nach knapp 20 Minuten war nach einem Doppelschlag bereits eine Vorentscheidung gefallen. Zunächst traf Fuchs nach einer Klasse-Kombination über mehrere Stationen zum 0:1 (16.). Dann erhöhte Bartsch mit einem strammen 22-Meterschuss auf 0:2 (18.). Die größte Chance, den Vorsprung noch weiter auszubauen, vereitelte Union-Keeper Bölke gegen Vujanovic in der 39. Minute. Wenig später machte es der Clubkapitän besser und überwand Bölke zum 0:3 (45.), mit dem es dann in die Halbzeitpause ging.
In den zweiten 45 Minuten schaltete der Favorit einen Gang zurück, hatte das Geschehen aber weiter klar im Griff und zeigte sich zudem erfreulich torhungrig.
Beim 0:4 (53.) konnte sich Torjäger Vujanovic die Ecke für seinen Treffer aussuchen. Beim 0:5 in der 68. Minute erwischte der eingewechselte Wolf den gegnerischen Schlussmann auf dem falschen Fuß. Bei diesem Spielstand blieb es dann bis zum Schlusspfiff, obwohl sich für die Gäste noch eine ganze Menge Gelegenheiten zur Ergebnisverbesserung ergaben.
Sandersdorf: Bölke – Stelzl, Jeckel, Bebber, Ebert (73. Wirsing), Trümmel, Große, Köhr (76. Krake), Kövari, Witt (59. Meinhardt), Marose.
Magdeburg: Beer – Bartsch, Friebertshäuser (61. Girke), Zander (46. Wolf), Neumann (46. Gaebler) – Watzka, Instenberg, Tüting, Racanel – Fuchs, Vujanovic.
Schiedsrichter: Luther (Halle). Zuschauer: 904. Tore: 0:1 Fuchs (16.), 0:2 Bartsch (18.), 0:3 Vujanovic (45.), 0:4 Vujanovic. (53.) 0:5 Wolf (68.). Gelb: Marose / Neumann
Ruud Kaiser neuer Trainer des 1. FC Magdeburg
Nachwuchs-Experte vor Bewährungsprobe
Von Uwe Tiedemann und Rudi Bartlitz
Magdeburg. Die Beteiligten hielten sich auch gestern noch bedeckt, doch nach Volksstimme-Informationen heißt der neue Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg definitiv Ruud Kaiser und wird bereits morgen auf einer Pressekonferenz vorgestellt.
FCM-Manager Rüdiger Bartsch über den 49-jährigen Holländer, der beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli II (1:0) demonstrativ zwischen Präsident Volker Rehboldt und Vize Guido Nienhaus saß, vielsagend: „Er passt voll und ganz in unser Anforderungsprofil.“
Die Vertragsdauer beträgt zwei Jahre. Bartsch: „Es findet bekanntlich ein Umbruch bei uns statt, und da sollte ein neues Konzept nicht nur auf ein Jahr ausgerichtet sein. Der künftige Trainer soll eine Mannschaft zusammenstellen, die auch als Mannschaft funktioniert.“ Den Einwand, dass der FCM zuletzt mit Paul Linz und seinem Zwei-Jahresvertrag Schiffbruch erlitt, wollte Bartsch nicht gelten lassen: „Es geht immer auch um eine Vertrauensbasis. Als Verein sollte man nicht gleich nach dem ersten Windstoß umkippen.“
Wer ist das eigentlich, dieser Ruud Kaiser?
Mit Vornamen heißt der am 26. Dezember 1960 in Amsterdam geborene neue FCM-Trainer eigentlich Rudolph. In seiner 14-jährigen Profikarriere spielte er als Stürmer u.a. für Ajax Amsterdam, wo er niederländischer Meister und Pokalsieger wurde, für Royal Antwerpen und den FC Den Bosch. Im Ausland verdiente Kaiser bei Coventry City und OGC Nizza sein Geld.
Seine Trainerkarriere begann er 1988 beim niederländischen SSV Schiedamm. Ab 1999 arbeitete Ruud Kaiser im Nachwuchsbereich des niederländischen Fußballverbandes. Zwischen 1999 und 2001 war er Co-Trainer der U-23-Nationalmannschaft, mit der er in der Qualifikation zu den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney knapp scheiterte. Von 2001 bis 2005 trainierte Kaiser die niederländische U-17-Auswahl. Dort arbeitete er mit Spielern wie Rafael van der Vaart, Robin van Persie, Nigel de Jong, Arjen Robben oder Wesley Sneijder zusammen. 2005 führte er diese Mannschaft zur Vize-EM und zum dritten WM-Rang. Parallel dazu leitete er das Nachwuchs-Scouting des niederländischen Verbandes, für den er dabei ein internationales Scouting-System entwickelte.
Im Sommer 2006 wurde der Niederländer Trainer der A-Junioren von Chelsea London. Am Saisonende belegte er mit der Mannschaft den dritten Platz in der FA Academy League.
Am 11. Juni 2008 übernahm Ruud Kaiser dann das Amt des Trainers bei Dynamo Dresden und wurde damit Nachfolger des entlassenen Eduard Geyer. Der Verein betonte seinerzeit, der Niederländer entspräche als ausgewiesener Experte im Nachwuchsbereich genau den Anforderungen, da man in den kommenden Jahren vermehrt auf Nachwuchsspieler setze. Im April 2009 übernahm Kaiser bis Ende der Saison 2008/09 das Amt des Sportdirektors von Ralf Minge.
Doch beim achtmaligen DDRMeister wollte es nach einer Anfangseuphorie nicht so recht laufen für Kaiser. Unter seiner Führung zählten die Schwarz-Gelben zu den schwächsten Offensiv-Teams der Liga. Zwischen dem 12. und 24. Spieltag rangierte Dynamo auf einem Abstiegsrang, am 17. und 20. Spieltag war man sogar Tabellenletzter: Am 4. Oktober 2009, nach knapp einem Jahr und vier Monaten, wurde er beurlaubt. Ex-Dynamo Ansgar Brinkmann drückte es so aus: „Unter Kaiser war Dynamo klinisch tot.“
Der Branchendienst „transfermarkt“ gibt Kaisers durchschnittliche Zeit als Trainer bei einem Club mit 1,5 Jahren an ...
Autor: Uwe Tiedemann
FCM muss Sandersdorfer Betonabwehr knacken
Heute Landespokal-Viertelfinale
Magdeburg. Erst der glanzlose 6:1-Pokalsieg in Wolfen, dann das schmeichelhafte 1:0 gegen St. Pauli II – beim kriselnden Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg stimmten zuletzt wenigstens die Resultate. Das soll sich heute (18 Uhr) fortsetzen, wenn der Club im Pokal-Viertelfinale bei Union Sandersdorf ran muss.
FCM-Interimstrainer Carsten Müller geht davon aus, dass der Gegner stärker ist als am vergangenen Mittwoch GW Wolfen: „Wir haben uns Sandersdorf angeschaut. Eine sehr erfahrene, gut organisierte Mannschaft. Das beweist auch die geringe Anzahl an Gegentoren.“
Erst 17-mal (in 22 Spielen) „klingelte“ es im Kasten des derzeitigen Tabellensechsten – damit ist Union Liga-Krösus.
Bei den Elbestädtern geht es nach dem restlos verkorksten Regionalligaspieljahr darum, den „Pott“ zu verteidigen und damit wenigstens ein Saison ziel zu erreichen. Allerdings ist es bis dahin noch ein weiter Weg. Sollte die Hürde Sandersdorf genommen werden, wartet bereits nächsten Mittwoch im Halbfinale Oberligist Germania Halberstadt.
Zumindest hat Müller nach den beiden jüngsten Pflichtspielsiegen „das Gefühl, dass ein Stück mehr Lockerheit zurückgekommen ist“, was er für ausgesprochen wichtig erachtet.
Welche Veränderungen er personeller Art vornimmt, ist noch nicht entschieden. Zumindest steht fest, dass Marcel Probst für einige Wochen ausfällt. Müller: „Er ist im Rasen hängengeblieben und hat sich ein Band gerissen. Eine Operation ist zum Glück nicht notwendig, so dass er uns vielleicht in zwei, drei Wochen wieder zur Verfügung steht.“
Übrigens: Ruud Kaiser, der am kommenden Freitag offiziell als neuer Trainer vorgestellt werden soll, unterschreibt nach Volksstimme-Informationen heute seinen Vertrag.
Autor: Hans-Joachim Malli
Kann FCM im Landespokal nachlegen?
Regionalligist morgen in Sandersdorf zu Gast
Mit dem ersten Punktspielsieg nach der Winterpause hat Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg beim 1:0 gegen die U 23 des FC St.Pauli am Sonntag drei gefühlte Punkte für den Klassenerhalt und hoffentlich neue Moral für das Landes-Pokal-Viertelfinale am morgigen Mittwoch (18.00 Uhr) bei Union Sandersdorf gewonnen.
Magdeburg. Das sieht auch Präsident Volker Rehboldt so, der nach dem wenig überzeugenden Dreier meinte: „Wir sollten den Tag schnell abhaken und sehen, in Sandersdorf zu gewinnen.“
Der FCM-Boss saß auf der VIP-Tribüne 90 Minuten lang neben Dresdens Ex-Trainer Ruud Kaiser. Der 49-jährige Holländer hat sich am Sonntag fleißig Notizen gemacht, gilt als heißer Trainerkandidat und wird wohl am Freitag offiziell vorgestellt.
Viel Gutes wird er sich nicht notiert haben können, dürfte auch Kapitän Radovan Vujanovic als Totalausfall gesehen haben. Der Serbe mit österreichischem Pass hing erneut in der Luft, hatte nur einen lichten Moment, als er vor dem 1:0 den Ball zum Torschützen Lars Fuchs weiterleitete.
Später erklärte der frühere Torjäger kleinlaut: „Es ist für uns eine ganz schwere Zeit. Wir haben nicht gut gespielt. Wichtig war nur, dass wir endlich gewonnen haben.“
Nun will er mit seinem Team im Pokal nachlegen, weiß: „Wir müssen 120 Prozent geben, um ins Halbfinale gegen Halberstadt einzuziehen. Wir wollen ins Finale gegen Halle.“
Über seine eigene Zukunft ist sich Vujanovic, obwohl mit Vertrag bis 2011 ausgestattet, keineswegs sicher, sagt: „Ich will bleiben, fühle mich wohl hier. Doch das entscheiden der neue Trainer und das Präsidium.“
Manager Rüdiger Bartsch bestätigte: „Wir wollen und müssen eine neue Mannschaft aufbauen, sind nächstes Jahr kein Staffelfavorit. Der Neuaufbau wird schwierig, im nächsten Jahr sind sicherlich RasenBallsport Leipzig und Holstein Kiel die Favoriten. Auch mit Vujanovic wird noch einmal zu reden sein.“
Interimstrainer Carsten Müller hat durchaus Verständnis für seinen derzeit erfolglosen Kapitän: „Man muss ,Rado‘ so einsetzen, dass im Ergebnis eines guten Flügelspiels seine Stärken zum Tragen kommen.“
Zum Verlierer am Sonntag gehörte auch Marko Verkic. Der kam in der Nachspielzeit für Vujanovic, muss 100 Euro in die Mannschaftskasse zahlen, weil er die Kapitänsbinde nicht verabredungsgemäß an Stephan Neumann übergab. Nur in dessen Nähe, wie auch die des Tores, kam der Kroate während seines Kurzeinsatzes gar nicht mehr.
Abzuwarten bleibt, wie es mit Marcel Probst weitergeht, der erlitt am Sonntag eine Kapsel- und Bänderverletzung.
Regionalligist 1. FC Magdeburg feiert mit 1:0 gegen FC St. Pauli II ersten Sieg nach der Winterpause
Fuchs trifft zum Tor des Tages Trainerkandidat Kaiser vor Ort
Von Hans-Jochim Malli
Der 1. FC Magdeburg kann in der Regionalliga doch noch gewinnen. Die Elf von Interimscoach Carsten Müller feierte gestern gegen die U 23 des FC St. Pauli einen 1:0-Arbeitssieg. Schütze des „goldenen Tores“ war Lars Fuchs, Augenzeuge des niveauarmen Spiels der frühere Dynamo-Trainer Ruud Kaiser.
Magdeburg. Nach einem Grusel-Kick setzte sich der FCM mit dem knappsten aller Siege zumindest wohl endgültig von der Abstiegszone ab, feierte zugleich den ersten Punktspiel-Dreier nach der Winterpause. Den wollten jedoch nur noch 3 241 Fans sehen, Minusrekord in der MDCCArena. Und so recht erwärmen konnten sich die treuesten der treuen Fans am Spiel der Blau-Weißen auch nicht.
Das beobachtete Präsident Volker Rehboldt nicht anders: „Man hat gesehen, wie tief verunsichert die Mannschaft ist. Nach Ballgewinnen hat sich niemand darum gerissen, den Ball auch haben zu wollen.“
Interessanter als das Spiel war sicherlich der Tribünennachbar des FCM-Bosses. Der im Oktober des Vorjahres bei Dynamo Dresden entlassene 49-jährige Holländer Ruud Kaiser wird als heißer Trainerkandidat beim FCM gehandelt. Rehboldt hielt sich gestern allerdings noch bedeckt: „Mit Kaiser habe ich 90 Minuten lang über Holland und den Fußball gesprochen“, verriet er aber immerhin: „Am Freitag stellen wir den neuen Coach vor.“ In das Anforderungsprofil (Rehboldt: „Der neue Trainer muss erfahren sein und mit der Jugend arbeiten wollen“) passt Kaiser allemal.
Zurück zum Spiel, das arm an Höhepunkten war. Die erste Chance hatte Gästespieler Becken, der knapp am linken Pfosten vorbeizog (11. Minute). Fuchs zerrte auf der Gegenseite an den Ketten, fand aber nur wenig Unterstützung. Kurz vor der Pause eine Doppelchance für die Hansestädter: Zunächst stürzte sich Tischer Pichinot entgegen, dann schoss Toksöz Zander an (42.).
Gleich nach Wiederbeginn dann das 1:0, als der sonst enttäuschende Vujanovic den Ball auf Fuchs weiterleitete, der dem langen Pauli-Keeper Pliquett mit seinem Schuss ins rechte Eck keine Abwehrchance ließ (46.). Racanel hatte per Direktabnahme das 2:0 auf dem Fuß (50.), dann klärte Pliquett stark gegen einen Watzka-Drehschuss (63.). Auf der Gegenseite verpasste Kalla eine Riesenchance (68.), traf Toksöz nach Tischer-Fehler nur den Pfosten (80.).
FCM-Interimstrainer Carsten Müller war dann auch heilfroh über den Sieg: „Das war mit Sicherheit nicht unser bestes Spiel, wir waren auch nicht die bessere Mannschaft. Alles, was zählt, sind die drei Punkte.“ Sein Gegenüber Jörn Großkopf meinte: „Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet. Ein Fehler vor dem Tor hat heute gegen uns entschieden.“
FCM: Tischer – Probst, Friebertshäuser, Zander, Neumann (75. Bartsch) – Watzka, Tüting, Instenberg, Racanel (71. Wolf) – Vujanovic (90. Verkic), Fuchs.
St. Pauli II: Pliquett – Theißen, Krause, Biermann, Wacker (82. Laban) – Toksöz, Kalla, Becken, Bourgault – Pichinot (65. Zekiri), Filipovic (50. Winkel).
Schiedsrichter: Brauer (Hildesheim). Zuschauer: 3241. Tor: 1:0 Fuchs (46.). Gelb: Tischer, Neumann, Friebertshäuser / Theißen.
Fußball-Verbandsliga: 1. FC Magdeburg II – Naumburger SV 05 5:0 (2:0)
Torjäger Verkic trifft gegen sehr defensive Gäste dreimal
Von Sebastian Günther
Am 27. Spieltag der Verbandsliga Sachsen-Anhalt gewann der 1. FC Magdeburg II sein Heimspiel gegen den Naumburger SV deutlich mit 5:0 (2:0) und festigte damit eindrucksvoll die Tabellenführung. Marko Verkic (27., 62., 63.), Maik Georgi (42.) und Philipp Glage (80.) erzielten die Treffer für den Spitzenreiter.
Magdeburg. Dass es kein einfaches Spiel für die Elf von Trainer Middendorf werden sollte, zeigte sich bereits in den Anfangsminuten. Die Gäste aus dem Burgenland standen sehr tief, versuchten mit vereinzelten Kontern immer wieder für Gefahr zu sorgen. Doch mehr als ein Schuss von Martin Schneider sprang dabei nicht heraus.
Der Gastgeber war in dieser Phase der Partie bemüht, sein Spiel aufzuziehen und für Gefahr im gegnerischen Strafraum zu sorgen. Doch die Gäste standen in der Defensive sehr sicher. So brauchte es in der 25. Minute eine Einzelleistung von Verkic, um die erste Torchance für den FCM II zu notieren.
Nun nahm der Druck der jungen Club-Elf auf das Naumburger Tor zu. In der 27. Minute stand Glage frei vor dem Gäste-Schlussmann. Dieser konnte dessen Kopfball noch halten, doch im Nachschuss vollendete Verkic zum 1:0.
Mit der Führung im Rücken konnte der Gastgeber etwas befreiter aufspielen, erarbeitete sich auch weitere Möglichkeiten. Zunächst hielt der Naumburger Keeper einen Schuss von Pascal Matthias (30.), dann scheiterte Verkic an der Abwehr der Gäste (35.).
Kurz vor der Pause schickte Hendrik Großöhmichen mit einem schönen Pass Georgi in den gegnerischen Strafraum, und dieser schob den Ball aus spitzem Winkel am Torhüter vorbei zum 2:0 (41.) ins Netz.
Nach dem Wechsel wollten die Gäste noch einmal in das Spiel finden, agierten etwas offensiver. Wiederum scheiterte Schneider mit einem Schussversuch an Christian Beer im Magdeburger Tor (50.). Dies sollte aber die einzige nennenswerte Szene der Gäste im zweiten Abschnitt bleiben.
Die Hausherren erhöhten den Druck. In der 62. Minute stand wiederum Verkic goldrichtig, konnte nach einem Zuspiel von Matthias auf 3:0 erhöhen. Nur eine Minute später war es erneut Verkic, der eine Flanke von Glage zum 4:0 einköpfte (63.).
Nach diesem Doppelschlag war der Bann gebrochen, der FCM II konnte einen Gang zurückschalten. Den Schlusspunkt unter diese Partie setzte Glage (80.), als er nach einem Pass von Christof Köhne alleine auf den Naumburger Torhüter zulief und ihm beim 5:0 keine Abwehrchance ließ.
„Wir hatten vor diesem Gegner eine gehörige Portion Respekt, denn die Gäste sind besser als es ihr Tabellenplatz aussagt. Umso mehr freue ich mich, dass meine Mannschaft genau das umgesetzt hat, was wir vor dem Spiel besprochen haben. Ausschlaggebend für diesen Sieg war, dass wir in der Defensive sehr sicher standen und in der Offensive unsere Chancen eiskalt genutzt haben“, war nach dem Spiel von FCM II-Trainer Mario Middendorf zu erfahren.
1. FC Magdeburg II: Beer – Gebauer, Weiß, Loth, Jahnel, Köhne, Großöhmichen, Georgi (75. Gerwien), Matthias (66. Girke), Glage, Verkic (66. Tietz).
Autor: Uwe Tiedemann
Wird der 1. FC Magdeburg nach unten durchgereicht?
Fußball-Regionalligist will gegen St. Pauli II endlich ersten Heimsieg / Erinnerungen an 2007
Nach dem 6:1-Pokalerfolg in Wolfen will der krisengeschüttelte Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg morgen (13.30 Uhr, MDCC-Arena) gegen den FC St. Pauli II nachlegen und endlich den ersten Punktspielsieg landen.
Magdeburg. FC St. Pauli in Magdeburg – da war doch mal was ... Am 2. Juni 2007, dem letzten Spieltag der Saison, hatte es der Club gegen die bereits als Meister und Aufsteiger feststehenden Hamburger selber in der Hand, ebenfalls den Sprung in die 2. Liga und damit den Durchmarsch zu schaffen.
Doch am Ende reichte es bekanntlich nicht, durch das 1:1 zog der VfL Osnabrück noch vorbei. Blau-Weiß trug Trauer.
Befanden sich zu dem Zeitpunkt beide Mannschaften noch auf Augenhöhe, so zeigt die sportliche Entwicklung knapp drei Jahre später in völlig entgegengesetzte Richtungen. Während der FC St. Pauli als Zweiter derzeit an die Tür zur ersten Liga anklopft – am vergangenen Montag verfolgten sage und schreibe 47 000 Zuschauer die Auswärtspartie bei Fortuna Düsseldorf – so dümpelt der FCM in Liga vier herum, spielt jetzt gegen die Reserve des FC St. Pauli und muss aufgrund eines absoluten Fehlstarts nach der Winterpause sogar aufpassen, nicht sogar noch in Abstiegsgefahr zu geraten. Ein Blick auf die Tabelle nach der Winterpause zeigt das ganze Ausmaß des Dilemmas. Der FCM ist nach drei mageren Unentschieden und fünf (!) Niederlagen sogar Schlusslicht. Selbst Goslar steht noch vor dem Club.
Hinzu kommt: Zahlreiche Mannschaften haben noch Nachholbegegnungen vor sich; die Zwischenbilanz fällt also, wenn alle Teams die gleiche Anzahl von Spielen aufweisen, noch schlechter aus.
Nachdem der Rückstand zu Spitzenreiter Babelsberg zu Beginn der Rückrunde „nur“ zehn Punkte betrug und sich die FCM-Beteiligten geringe Hoffnungen machten, noch in den Aufstiegskampf einzugrei fen, liegen die Potsdamer mittlerweile 24 (!) Zähler vor dem Club, der drauf und dran ist, nach unten durchgereicht zu werden.
Damit das nicht passiert, muss morgen endlich der erste Dreier im Jahr 2010 eingefahren werden.
Autor: Uwe Tiedmann
Nächste Woche will FCM den neuen Trainer bekanntgeben
Fußball-Regionalligist im Landespokal nun gegen Union Sandersdorf
Magdeburg. Nach dem klaren 6:1-Achtelfinalsieg in Wolfen (Volksstimme berichtete) geht es für Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg im Landespokal bereits am kommenden Mittwoch weiter. Dann gastiert der Club um 17.30 Uhr im Viertelfinale bei Verbandsligist Union Sandersdorf. Sollte auch diese Hürde genommen werden, so steigt das Halbfinale wiederum nur eine Woche später am 21. April (17.30 Uhr) beim Oberligisten VfB Germania Halberstadt. Die andere Paarung zwischen Lok Stendal und dem Sieger aus Halle-Ammendorf/HFC findet im Übrigen am 5. Mai (17.30) statt.
FCM-Präsident Volker Rehboldt war nach eigenen Worten „schon erleichtert“, als er die ersten Nachrichten am Mittwochabend aus Wolfen vernahm. Doch der 41-Jährige schränkte sogleich ein: „Das war ein Pflichtsieg und nicht mehr als eine kurze positive Momentaufnahme. “
Der Stachel der Enttäuschung sitzt nach wie vor tief, und deswegen bekräftigte der Club-Chef auch noch einmal, „dass der Umbruch innerhalb der Mannschaft größer sein wird als im Vorjahr“. Bislang besitzen nur vier Spieler einen Vertrag über die laufende Saison hinaus: Christian Beer, Stephan Neumann, Radovan Vujanovic und Marko Verkic.
Wer darüber hinaus bleiben darf, soll in erster Linie der zukünftige Trainer entscheiden. Mehrere Dutzend hatten sich beworben, nur ein kleiner Kreis ist mittlerweile übriggeblieben. „Wir werden den neuen Mann Mitte, spätestens Ende nächster Woche bekanntgeben“, kündigte Rehboldt gestern an, der aber nach wie vor keine Namen nennen will. Nach Volksstimme-Informationen hat es u.a. Gespräche mit Andreas Zachhuber, Ruud Kaiser und – neuerdings – Uwe Reinders gegeben.
Rehboldt weiß, wie wichtig diese Personalie ist, nachdem zuletzt Paul Linz und Steffen Baumgart Fehlgriffe waren. „Auf alle Fälle muss der neue Mann die nötige Erfahrung mitbringen. Einen Trainerneuling wird es definitiv nicht geben“, so Rehboldt, der die kommende Saison als „Konsolidierungsjahr“ bezeichnete: „Das Hauptaugenmerk gilt dem Aufbau und der Entwicklung einer neuformierten Mannschaft.“
Die jetzige hat jede Menge Kredit verspielt. Daran ändert auch der deutliche 6:1-Erfolg in Wolfen nichts. Zumal der schwache Gegner kein Maßstab war. Union Sandersdorf dürfte im Viertelfinale aus anderem Holz geschnitzt sein. Doch zunächst einmal steht Sonntag (13.30 Uhr) das Heimspiel gegen den FC St. Pauli II an.
Fußball-Landespokal: Erster Pflichtspielsieg für FCM in Jahr 2010
Ein halbes Dutzend Tore gegen schwache Wolfener
Von Uwe Tiedemann
Wolfen. Der 1. FC Magdeburg kann doch noch gewinnen: Der zuletzt arg gebeutelte Fußball-Regionalligist feierte gestern Abend beim 6:1 (2:0) im Landespokal-Achtelfinale beim biederen und harmlosen Verbandsligisten Grün-Weiß Wolfen den ersten Pflichtspielsieg 2010, der auch in dieser Höhe verdient ausfiel.
Die Partie nahm von Anfang an den erwarteten Verlauf. Der FCM war die spielbestimmende Elf, Wolfen zog sich meist weit zurück, wartete auf Konter. Chancen für die Gäste ergaben sich – wenn überhaupt – nur nach Standardsituationen (Fuchs-Freistoß an den Pfosten/6.). Zählbares sprang zunächst auch deswegen nicht heraus, weil sich der Regionalligist zu viele Fehlpässe leistete beziehungsweise zu oft ins Abseits lief.
Nach 24 Minuten war aber der Bann dann doch gebrochen. Nach einem Racanel-Eckball ließ Friebertshäuser Wolfens Keeper Hahn per Kopf keine Chance – 0:1.
Doch es sollte noch besser kom men für die Blau-Weißen: Nach einer Tüting-Vorlage erhöhte der diesmal nicht im Abseits stehende Vujanovic volley zum 0:2 (29.). Der Favorit hatte dem Außenseiter und Angstgegner frühzeitig den Zahn gezogen. Als in der 45. Minute der bereits zuvor verwarnte Sponer wegen einer „Schwalbe“ Gelb-Rot sah, befand sich der Club endgültig auf der Gewinnerstraße.
Nach 55 Minuten schien es noch einmal spannend zu werden, als die Platzherren durch Weimann auf 1:2 verkürzten. Doch Fuchs stellte wenig später den alten Abstand wieder her (60.).
Bei Wolfen brachen nun alle Dämme, wurde die Defensive sträflich vernachlässigt. So sorgten Tüting und Wolf per Doppelschlag für das 1:4 beziehungsweise 1:5 (69./71.).
Dass kein zweistelliges Ergebnis zustande kam, hatte der FCM selber zu verantworten. Gleich reihenweise wurde sogenannte hundertprozentige Möglichkeiten mitunter kläglich vergeben. Nur noch Watzka traf zum 1:6-Endstand (88.).
Wolfen: Hahn – Trettner, Gohla, Dragoun, Quidzinski, Bernard (63. Römling), Hebsacker (46. Weimann), Mieth, Scherz, Sponer, Lochmann (63. Schulz).
FCM: Beer – Probst (65. Bartsch), Friebertshäuser, Zander, Neumann, Watzka, Instenberg (73. Verkic), Tüting, Racanel, Fuchs, Vujanovic (63. Wolf).
Schiedsrichter: Simon (Buna-Schkopau). Zuschauer: 596. Tore: 0:1 Friebertshäuser (24.), 0:2 Vujanovic (29.), 1:2 Weimann (55.), 1:3 Fuchs (60.), 1:4 Tüting (69.), 1:5 Wolf (71.), 1:6 Watzka (88.). Gelb: Mieth, Sponer, Dragoun / Watzka. Gelb-Rot: Sponer (45.)
Die gestern vorgenommene Halbfinal-Auslosung ergab folgende Paarungen:
Sieger Sandersdorf/FCM – Germania Halberstadt und Lok Stendal – Sieger Ammendorf/HFC.
Regionalliga-Fußballer wollen heute ins Viertelfinale einziehen / Interimstrainer Müller warnt vor „heißem Tanz“
Schafft der FCM im Landespokal gegen Wolfen die Wende?
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Um die total verkorkste Saison noch einigermaßen zu retten, will der arg gebeutelte Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg zumindest den Landespokal verteidigen. Allerdings stehen die Elbestädter erst im Achtelfinale, müssten also noch viermal gewinnen, um am 16. Mai (Endspiel) erneut den Pott in den Händen zu halten.
Heute Abend (17.30 Uhr) soll beim Verbandsligisten FC Grün-Weiß Wolfen zunächst einmal der Sprung unter die letzten Acht gelingen. Kein leichtes Unterfangen, wie Interimstrainer Carsten Müller betonte: „Wir müssen uns auf einen heißen Tanz einstellen, werden auf einen äußerst motivierten Gegner treffen, der versuchen wird, uns keinen Zentimeter hantieren zu lassen.“
Der 38-Jährige hatte Wolfen vergangene Woche beim 0:2 gegen Halle-Ammendorf beobachtet, sprach von einer „sehr kompakten und robusten Mannschaft“. Dennoch ließ Müller keinen Zweifel daran, dass seine Schützlinge die Partie gewinnen und ins Viertelfinale einziehen wollen: „Ich denke, die Spieler wissen, worum es geht und werden von der ersten Minute an hellwach sein.“
Dennoch ist der Fehlstart nach der Winterpause (schon acht Spiele ohne Sieg) natürlich nicht ohne Folgen geblieben. Müller räumte ein: „Man spürt den Druck eigentlich in allen Lagen, auch im privaten Bereich.“
Zudem ist Wolfen im Pokal so etwas wie der Angstgegner. Zuletzt flog der Club nämlich zweimal in Folge raus: am 28. Februar 2004 und am 3. Oktober 2006 – jeweils mit 0:1. Müller dazu cool: „Ich kenne die Vergangenheit. Das hat für mich aber keinerlei Gewichtung.“ Auch nicht, wenn man weiß, dass der FCM im laufenden Spieljahr bereits siebenmal (!) 0:1 verloren hat?
Personell muss der Coach weiterhin auf Bauer, Bankert sowie Gewelke verzichten. Angeschlagen nach dem Goslar-Spiel (1:1) sind zudem Fuchs und Zander; zudem plagt Prest eine Grippe.
1. FC Magdeburg nur 1:1 beim Regionalliga-Schlusslicht / Schwache Chancenverwertung
Nicht einmal gegen Goslar reicht es zum ersten Sieg 2010
Von Uwe Tiedemann
Selbst gegen das abgeschlagene Tabellen-Schlusslicht reichte es nicht zum ersten Sieg 2010: Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg kam am Ostersonntag beim Goslarer SC nur zu einem mageren 1:1 (1:1). Damit stehen nach der Winterpause blamable drei (!) von 24 möglichen Punkten (drei Remis, fünf Niederlagen) zu Buche!
Braunschweig. Die Partie im Braunschweiger Eintracht-Stadion – erst das nächste Heimspiel gegen Türkiyemspor darf Goslar in der eigenen Arena austragen – stand über weite Strecken auf schwachem Niveau. Der FCM war zwar die spielbestimmende, technisch versiertere Elf, schaffte es aber nur ein einziges Mal, den starken Nico Lauenstein im Gehäuse der Gastgeber zu überwinden. „Dabei ist er eigentlich nur unser Ersatztorhüter. Trainer Manfred Wöllper hatte sich aber zu einem Wechsel entschieden, nachdem die eigentliche Nummer eins, Lars Möhlenbrock, zuletzt nicht überzeugen konnte“, erklärte Goslars Geschäftsführer Ran dolf Neumann. Nur in der 42. Minute war Lauenstein geschlagen, als Radovan Vujanovic nach Vorlage von Catalin Racanel den Ball aus kurzer Distanz zum 1:1 über die Linie drückte. Seine größte Tat vollbrachte der Goslarer Keeper in der 25. Minute, als er sich nach einer der wenigen flüssigen FCM-Kombinationen in einen Flugkopfball von Vujanovic warf und sensationell parierte.
„Das 1:1 ist zu wenig, weil wir es nicht geschafft haben, uns trotz fünf, sechs, sieben klarster Chancen mit dem entscheidenden Treffer zu belohnen“, monierte FCM-Interimstrainer Carsten Müller.
Die schlechten Platzverhältnisse in Braunschweig wollte er dagegen nicht gelten lassen: „Natürlich spielt das einer Mannschaft wie Goslar in die Karten, aber wir hätten trotzdem gewinnen müssen.“
Zumal der Club genug Gelegenheiten besaß. Doch entweder war Lauenstein auf dem Posten, oder es fehlte im Abschluss die nötige Entschlos senheit bzw. Cleverness. Besonders der ansonsten unermüdliche Lars Fuchs stand diesmal nicht zuletzt aufgrund schwacher Zweikampfwerte ziemlich neben sich. „So ein Spiel muss man einfach gewinnen. Es war Pech, aber auch Unvermögen dabei“, befand Außenverteidiger Stephan Neumann hinterher. Und Kapitän Vujanovic meinte: „Die Mannschaft ist momentan ziemlich verunsichert. Dennoch hatten wir genug Chancen.“
Der Tabellenletzte war schon früh durch einen von Tezcan Karabulut im Nachschuss verwandelten Foulelfmeter (Tobias Friebertshäuser an Christopher Kolm) in Führung gegangen (3.), brachte danach aber nur noch wenig Konstruktives zustande. Wille und Einstellung genügten jedoch, um nicht als Verlierer vom Platz zu gehen. Trainer Wöllper: „Wir wollen uns nicht hängenlassen und die Spiele einfach abschenken, sondern haben uns tapfer gewehrt und in der ein oder anderen Szene natürlich auch Glück gehabt. Hut ab vor meinem Torhüter.“
Der einstige Aufstiegskandidat hat derweil ebenfalls den Blick auf die untere Tabellenregion gerichtet. Bezeichnend die Aussage von Manager Rüdiger Bartsch: „Es ist alles ziemlich eng beieinander. Wir müssen jetzt versuchen, so schnell wie möglich die 40 Punkte zu erreichen ...“
Und wie ist der aktuelle Stand in Bezug auf einen neuen Trainer? Bartsch: „Wir führen derzeit intensive Gespräche und werden sicherlich noch in diesem Monat den neuen Mann bekanntgeben.“ Damian Halata, einer der in der engeren Auswahl stehenden Kandidaten, wird es definitiv nicht. Der Ex-Magdeburger verlängerte gerade für zwei weitere Jahre in Meuselwitz.
Goslar: Lauenstein - Maaßen, Vranic, Kniat, Endres, Bormann (79. Podolczak), Dähling, Halstenberg, Lipke (74. Ndjock), Kolm, Karabulut (69. Szweda) FCM: Tischer - Probst, Prest, Friebertshäuser, Neumann, Watzka, Instenberg (65. Siga), Zander, Racanal, Fuchs, Vujanovic
Schiedsrichter: Schmickartz (Berlin). Zuschauer: 568 (in Braunschweig). Tore: 1:0 Karabulut (3.), 1:1 Vujanovic (42.). Gelb: Endres, Karabulut, Ndjock / Prest, Neumann, Siga
Autor: Klaus Kahmann
Bei Harzstädtern endlich aus der Krise finden
1. FC Magdeburg am Sonntag in Goslar
Magdeburg. Die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg reisen am Ostersonntag zum Punktspiel gegen den Goslarer SC, der mit lediglich 12 Punkten abgeschlagen am Tabellenende platziert ist. Von der Papierform her also eine klare Sache für die moralisch angeschlagenen Elbestädter. Werden sie in Goslar endlich aus ihrer Krise finden?
Doch FCM-Interimstrainer Carsten Müller will nichts davon hören, dass die Männer aus der Kaiserstadt gegenwärtig die wohl schwächste Mannschaft dieser Liga ist. „Wir betrachten jeden Gegner unabhängig von seinem Tabellenplatz. Auch die Harzer haben es versucht, es jeder Mannschaft so schwer wie möglich zu machen, ihnen die Punkte abzuknöpfen. Wir bereiten uns auf Goslar genauso akkurat vor wie auf jeden anderen Gegner“, macht Müller deutlich, dass er nicht an einen „Spaziergang“ denkt. Gestern und heute stand bzw. steht daher zweimal Training auf der Tagesordnung. Auch am Karfreitag hat der Coach eine Einheit angesetzt, ehe am Sonnabend danndas Abschlusstraining über die Bühne geht.
Allerdings sieht es zurzeit rein gesundheitlich im Team nicht so gut aus. „Simon Tüting und Denis Siga kämpfen mit einer Erkältung bzw. Magen-Darm-Erkrankung. Wir hoffen, dass beide gesund werden und kein weiterer Spieler sich ansteckt“, so Müller, der auf den rotgesperrten Bankert verzichten muss.
Darauf angesprochen, ob ihn die Trainersuche beim FCM besonders berühre, meinte der Coach: „Für mich war grundsätzlich von vornherein festgelegt, dass ich Interimstrainer bin. Mein Hauptaufgabengebiet bleibt weiter der Nachwuchs. Und wenn man mich nach bestimmten Trainern befragt, gebe ich gern mein Urteil ab.“
Denis Wolf 3
Stiefel 2
Daniel Bauer 1
1.Lübeck - FCM 0:2
2.FCM - HSV II 1: 1
3.Wilhelmshaven - FCM 0:3
4.FCM - Oberneuland 1:0
5.RB Leipzig - FCM
6.FCM - VfL Wolfsburg II
7.VFC Plauen - FCM
8.FCM - Hertha BSC II
9.Cottbus II - FCM
10. FCM - Meuselwitz
11.HFC - FCM
12. FCM - CFC
13.TSV Havelse - FCM
14.FCM -Türkiyemspor
15.Braunschweig II - FCM
16.FCM- H96 II
17.Kiel - FCM
1.1. FC Magdeburg 10
2.Chemnitzer FC 10
3.VfL Wolfsburg II 9
4.Holstein Kiel 9
5.Hallescher FC 8
6.VfB Lübeck 7
7.VFC Plauen 7
8.Hannover 96 II 7
9.RB Leipzig 6
10.TSV Havelse 6
11.E. Braunschweig II 4
12.Hertha BSC II 4
13.SV Wilhelmshaven 4
14.ZFC Meuselwitz 3
15.Hamburger SV II 2
16.Türkiyemspor Berlin 1
17.Energie Cottbus II 0
18.FC Oberneuland 0