April 2009

30.April 2009

Bessere erste Hälfte entschied am Ende für den 1. FCM

Die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg haben gestern Abend das Endspiel im Landespokal erreicht. Im Halbfnale bezwangen die Elbestädter vor 1123 Zuschauern den gastgebenden Oberligisten VfB Germania Halberstadt mit 3:1 (3:0). Sie treffen im Finale auf den Halleschen FC. Für den FCM trafen Probst (28.), Watzka (33.) und Bankert (37.). Das Tor für den VfB erzielte Eggert (81.).
Halberstadt. Ohne großes Abtasten suchten beide Mannschaften sofort den Weg zum gegnerischen Tor. Dabei zeigten die Magdeburger zwar das gefälligere Spiel, doch die Halberstädter hatten die erste größere Chance. Aber der Ball von Rode verfehlte sein Ziel. In der 21. Minute musste FCM-Keeper Beer vollen Einsatz zeigen, um Gerlachs Führungstreffer zu verhindern.
Sieben Minuten später das 0:1. Nach einem Doppelpass mit Racanel f ankte Braham und in der Mitte lochte Probst ein. Dann erhöhte Watzka bei einem Konterangriff und nach Pass von Zander auf 0:2 (33.). Abermals bei einem Konter verwandelte Bankert eine uneigennützige Vujanovic-Vorlage zum 0:3 (37.). Mit diesem klaren FCM-Vorsprung ging es in die Pause.
Nach dem Wiederanpf ff drängten die Gastgeber unaufhörlich auf das Magdeburger Tor. Der FCM wiederum verließ sich auf gelegentliche Konter, mit denen er nicht ungefährlich war. Das ungestüme, aber auch uneffektive Anstürmen der Halberstädter wurde in der 81. Minute durch den Ehrentreffer von Eggert belohnt.
„Herz, Mut und Leidenschaft, wie wir sie in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, habe ich in den ersten 45 Minuten vermisst. Das hat der FCM gnadenlos ausgenutzt“, so VfB-Trainer Andreas Petersen. „Auf Grund der besseren ersten Halbzeit war das der verdiente Sieg für uns. Halberstadt war der erwartet schwere Gegner. Und ich habe drei sehr schöne Tore von meiner Mannschaft gesehen“, freute sich FCM-Trainer Steffen Baumgart über den Sieg.

29.Apri 2009

Fußball: Heute Landespokal-Halbf nale Germania Halberstadt gegen 1. FC Magdeburg
Vorharzer hoffen auf einen „angeschlagenen Gegner“
Von Florian Bortfeld und Klaus Kahmann

Zum zweiten Mal treffen heute (Anpfff im Stadion des Friedens 18 Uhr) der gastgebende Fußball-Oberligist VfB Germania Halberstadt und Regionalligist 1. FC Magdeburg im Landespokal aufeinander. Im Achtelf nale hatten die Elbestädter die „zweite“ Mannschaft der Vorharzer dank zweier Racanel-Tore mit 2:0 besiegt. Nun geht es um den Einzug in Finale.
Magdeburg/Halberstadt. Trotz der schmählichen 0:1-Niederlage der Magdeburger gehen die Gäste als Favoriten in diese Partie, ja sie sollten den Kickern des Regionalligisten als Rehabilitation dienen. „Entscheidend ist, dass wir weiterkommen. Da schaue ich nicht danach, wie uns das gelingt – Hauptsache wir sind im Finale“, macht Steffen Baumgart, der Coach der Elbestädter, klar, dass seine Mannschaft – gewissermaßen als Ausgleich für den nunmehr sicher verpassten Aufstieg – den Pokalgewinn erreichen will.
Allerdings hat Baumgart seinen Kader nicht komplett zur Verfügung. „Reimi (Christian Reimann) hat Rückenprobleme, musste Dienstag das Training abbrechen. Marcel Brendel hat Probleme mit der Nase. Bei beiden können wir erst am Mittwoch entscheiden, ob sie eingesetzt werden können. Und Stephan Neumann fällt weiterhin aus“, listet Baumgart erst einmal seine „Wackelkandidaten“ und ihre „Wehwehchen“ auf.
Und der FCM-Coach warnt davor, die Partie wegen des 2:0-Sieges vor dreieinhalb Wochen als Selbstläufer zu sehen. „Wir haben ja schon da gesehen, dass die Halberstädter kompakt stehen. Dass sie gegen den 1. FC Magdeburg spielen, motiviert die Mannschaft zusätzlich. Da muss jeder von uns, der im Spiel ist, vollen Einsatz zeigen“, so die Forderung des Trainers.
Nach jener 0:2-Niederlage sehnt auf der anderen Seite Germania-Trainer Andreas Petersen nun einen Erfolg herbei: „Ich hoffe inständig, dass bei uns endlich auch der Knoten gegen Magdeburg platzt. Es ist doch das Größte für jeden Fußballer, in einem Pokalfnale zu stehen und dann zu gewinnen, auch wenn am Mittwoch im Semif nale ein Regionalligist der Gegner ist und wir in einem etwaigen Endspiel vielleicht sogar auf den Halleschen FC treffen.“ Die Chancen auf den Einzug ins Finale schätzt der Übungsleiter mit 50:50 ein, wenngleich er kämpferisch hinzufügt: „Wir treffen auf einen durchaus angeschlagenen Gegner, der bisher eine enttäuschende Regionalliga-Saison spielt, zurzeit ‚nur‘ auf dem vierten Tabellenplatz steht und weit hinter den eigenen Erwartungen, aber vor allem hinter denen der vielen FCM-Fans zurückgeblieben ist. Jetzt wollen die Blau-Weißen natürlich im Pokal ihre ‚Wunden lecken‘ und genau das werden wir heute zu verhindern wissen. Davon bin ich felsenfest überzeugt!“
Beim 0:1 gegen Tabellenführer Auerbach am vergangenen Sonnabend vermisste der Trainer bei seinem Team noch „die hundertprozentige Bereitschaft, die entsprechende Leidenschaft und das Engagement“. Heute ab 18 Uhr werden die Germanen all diese Tugenden mit Sicherheit zu mehr als 100 Prozent über mindestens 90 Minuten an den Tag legen.

28.April 2009

Gewinn des Landespokals als Rettungsanker?
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Nach dem vorzeitigen Scheitern im Aufstiegskampf bleibt Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg „nur“ noch der Gewinn des Landespokals. Morgen (18 Uhr) müssen die Elbestädter im Halbf nale bei Germania Halberstadt ran.
Vielleicht ist es von Vorteil, dass die Club-Kicker nicht allzu lange über ihren peinlichen Sonnabend-Auftritt in Lübeck (0:1) nachdenken müssen. Eins ist aber auch klar: Mit einer ähnlich schwachen Vorstellung dürfte es selbst beim Oberligisten nicht reichen.
Dass jedoch der jüngste Misserfolg die Chancen von Steffen Baumgart auf ein längerfristiges Trainerengagement in Magdeburg geschmälert hat, bestritt Präsident Volker Rehboldt: „Das ist eine Frage des Gesamtkonzeptes, keine Momentaufnahme. Wir bef nden uns in intensiven Gesprächen.“
Verbessert haben sich dessen Aussichten aber garantiert auch nicht. Viele Fans stellen sich vor allem immer wieder eine Frage: Wie kann eine Mannschaft innerhalb kürzester Zeit so einbrechen? Seit der Niederlage beim Erzrivalen HFC (0:1) ging es, von einem kurzen Zwischenspurt nach dem Trainerwechsel einmal abgesehen, bergab.
„Wenn man in drei wichtigen Spielen gut aussieht, aber nur zwei Punkte holt, ist das schon bitter. Das hat die gesamte Mannschaft runtergezogen“, machte Kapitän Daniel Rosin den Versuch einer Erklärung und sprach damit die Matches in Kiel, gegen Babelsberg (jeweils 1:1) und eben in Halle an.
Aber selbst danach war der Rückstand zu Platz eins nicht außer Reichweite. Erst die folgenden enttäuschenden Auftritte wie bei Hertha BSC II (0:1), gegen Wolfsburg II (0:3), Sachsen Leipzig (0:0) und jetzt in Lübeck (0:1) brachten die Blau-Weißen um alle Chancen.
Dass die Diskussion um geplante Gehaltskürzungen eine Rolle spielen könnte, verneint die Mannschaft. „Wir werden bis zum Schluss Gas geben, das sind wir allein schon unseren Fans schuldig“, betonte Rosin.
Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass bei der Zusammenstellung des Spielerkaders Fehler gemacht wurden. So mangelt es an der nötigen Kreativität im Mittelfeld, fehlen „Leitwölfe“ wie im Vorjahr ein Mario Kallnik (jetzt Teamleiter) oder Frank Gerster (Chemnitzer FC). Außerdem gab es innerhalb der Truppe mehrfach Konf ikte zwischen den alteingesessenen Kickern und den Neuzugängen.
Nun soll wenigstens der Landespokal her, der bekanntlich auch eine Menge Geld in die Kasse spült. Knapp 100 000 Euro gibt‘s allein vom DFB für den Cupgewinn, darüber hinaus würde ein attraktiver Erst- oder Zweitligist in der ersten DFB-Pokalrunde für weitere Einnahmen sorgen. Aber dazu muss erst einmal ein Sieg in Halberstadt her.

1. FC Magdeburg II
Wojcik-Elf heute im „Club 65“ bei ihren Fans



Magdeburg (hma). Als Anhänger des 1. FC Magdeburg muss man derzeit sehr leidensfähig sein. Das trifft sowohl für die Ergebnisse der Regionalliga-Kicker als auch der U 23 in der Oberliga zu.
Letztere hat zumindest in den Spielen bei Aue II und zuletzt in Zwickau (jeweils 1:1) Kampfgeist bewiesen und gezeigt, dass der Klassenerhalt noch drin ist. Unterstützung fand die FCM-Zweite zuletzt im Erzgebirge und auch in Zwickau durch die Ultras. Im Westsachsen-Stadion waren an die 100 Blau-Weißen dabei. Allerdings gab es am Rande der Partie auch Ärger mit anderen Fangruppen und der Polizei (Volksstimme berichtete).
Für die Unterstützung möchte sich die U 23 heute Abend ab 20.30 Uhr im „Fan-Haus „Club 65“, Wilhelm-Kobelt-Straße (neben der Gieselerhalle) bei den Fans bedanken. Trainer Andrzej Wojcik: „Alle Spieler, Trainer und Betreuer der U 23 werden dabei sein.“

27.April 2009

0:1-Pleite – FCM blamiert sich in Lübeck bis auf die Knochen

Mutlos, kraftlos, ideenlos – die erste Niederlage des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg unter Neu-Trainer Baumgart am Sonnabend beim VfB Lübeck geriet zum Fiasko. Beim 0:1 (0:1) enttäuschten die Elbestädter auf der ganzen Linie.

Lübeck. „Katastrophal! Mit Fußball hatte das nicht viel zu tun“, schimpfte FCM-Präsident Rehboldt nach den überwiegend desolaten 90 Minuten an der Lohmühle. Präsidiumsmitglied Tolk sprach sogar von „Arbeitsverweigerung“.
Es war in der Tat erschreckend, was die Club-Kicker im hohen Norden zustande brachten. Das betraf vor allem die erste Halbzeit. „Da haben wir uns von der Lübecker Mannschaft total den Schneid abkaufen lassen. Die zweite Hälfte ging dann einigermaßen, aber insgesamt ist das alles ziemlich deprimierend“, meinte ein niedergeschlagener Kapitän Rosin, der immerhin Rede und Antwort stand. Andere wie Keeper Beer oder Innenverteidiger Prest wollten gar nichts sagen. Devensivmann Probst nannte den FCM-Auftritt, „bei dem wir totalen Mist zusammengespielt haben, einfach nur peinlich“.
Und das gegen eine junge, unerfahrene Lübecker Mannschaft, die mit lupenreinen Amateuren – die Spieler gehen als Heizungs- und Wasserinstallateur, Polizist, Student oder Azubi fast alle einer geregelten Arbeit nach, nur Neumann und Hirsch sind in Doppelfunktion im Marketing bzw. in der VfB-Geschäftsführung tätig – nur wenige hundert Euro im Monat verdienen und über begrenzte fußballerische Fähigkeiten verfügten. Das aber reichte aus, um einen indisponierten, geradezu leblosen FCM zu schlagen. Die knapp 400 mitgereisten Club-Fans feuerten ihr Team zwar immer wieder lautstark an, doch ohne Erfolg.
Vor allem das Mittelfeld blieb meilenweit hinter den Erwartungen zurück. Rehboldt drückte es noch drastischer aus: „Wir hatten gar keins ...“
Nach dem 1:0 durch Gebers, der nach einem Hirsch-Freistoß aus dem Gewühl heraus traf, besaßen die Gäste durch Vujanovic (scheiterte mit seinem Flachschuss an Torhüter Semghoun) nur eine nennenswerte Chance in Abschnitt eins. Ansonsten ging so gut wie nichts beim FCM, der sich nach dem Wechsel zwar zu steigern vermochte, die Platzherren streckenweise unter Druck setzte, aber dennoch nur selten gefährlich wurde. So landete ein Vujanovic-Freistoß an der Strafraumgrenze in der Mauer (63.), strich ein Bauer-Schuss knapp vorbei (69.), f og ein Watzka-Seitfallzieher Semghoun direkt in die Arme (73.).
Auch Baumgarts Maßnahme, ab der 46. Minute Siga in den Sturm zu beordern und Vujanovic zurückzuziehen, zahlte sich nicht aus. So hieß es am Ende überraschend, aber durchaus verdient 0:1 gegen den FCM. Damit sind gleichzeitig alle Messen gesungen, was den Aufstieg anbetrifft. Rosin: „Darüber brauchen wir nicht mehr zu reden.“
„Ein komplett enttäuschender Nachmittag. Es fällt schwer, nach solch einem Spiel positive Worte zu f nden. Auch eine annähernd vernünftige zweite Halbzeit reicht natürlich nicht aus, um hier zu bestehen“, stellte Baumgart klar, blickte aber in Anlehnung ans Landespokal-Halbfnale am Mittwoch (18 Uhr) in Halberstadt sogleich nach vorn: „Wir werden das schnellstens bereinigen.“

In der 91. Minute war Wojcik-Elf auf Nichtabstiegsplatz

Zwickau/Magdeburg. Da gehen die Oberliga-Kicker der FCM-Zweiten gestern beim FSV Zwickau in der 91. Minute nach dem schönsten Spielzug der Partie mit 1:0 in Führung, um am Ende doch nur mit einem Punkt die Heimreise anzutreten. Ein umstrittener Foulstrafstoß brachte die Blau-Weißen um den fünften Sieg und den angestrebten Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz.
„Wer das erste Tor macht, gewinnt“, war sich Coach Andrzej Wojcik ziemlich sicher, jubelte dann auch entsprechend mit der Bank und den etwa 80 FCM-Ultras im Westsachsen-Stadion, um dann mit anzusehen, wie seine Jungs doch noch um den Lohn für die bislang beste Saisonleistung gebracht wurden. Schon nach 50 Sekunden hatte Torschütze Girke die Chance zum 0:1, FSV-Keeper Kallisch rettete per Fußabwehr. Mitte der zweiten Halbzeit köpfte Weiß ans Lattendreieck des Zwickauer Tores. Auf der Gegenseite traf Helbig, der gemeinsam mit Shubitidze das Spiel machte, aber weitestgehend ungefährlich blieb, weil Loth und Weiß klug übergaben, Werner und Taylor sicher standen, nur das Außennetz (74.).
Wojcik lobte das disziplinierte, auf Konter ausgelegte Spiel seiner Schützlinge, die ohne einen Akteur aus dem Regionalliga-Kader auskommen mussten, da Chefcoach Steffen Baumgart seine Leute komplett beim gestrigen Auslaufen auf das Pokalspiel am Mittwoch in Halberstadt einschwören wollte.

25.April 2009

FCM-Manager Hofmann: „Drei Punkte sind Pflicht“

Torhüter Beer heute gegen den VfB Lübeck wieder zwischen den Pfosten

Das heutige Regionalliga-Auswärtsspiel beim VfB Lübeck in der Stadt des Marzipans (14 Uhr, an der Lohmühle) wird für den FCM alles andere als ein Zuckerschlecken. Nach seiner zehnten Gelben Karte ist Angreifer Najeh Braham an der Ostsee zum Zuschauen verurteilt. Dagegen kehrt Keeper Christian Beer wieder zwischen die Pfosten zurück.
Magdeburg. FCM-Trainer Steffen Baumgart überlässt nichts dem Zufall. Die Vorbereitungen auf die heutige Partie bei frühsommerlichen Temperaturen an der Lübecker Lohmühle begannen mit dem gestrigen Vormittagstraining. Am frühen Nachmittag rollte der FCM-Bus nach Norden.
„Ich erwarte, dass die Mannschaft den Gegner annimmt. Wir wissen ganz genau, dass es in Lübeck eine ebenso schwere Aufgabe wird wie zuletzt gegen Sachsen Leipzig“, mahnt der Coach und fordert schließlich von seiner Elf: „Aber diesmal müssen wir die Tore machen.“ Hatte sich doch am vergangenen Freitag sein Team im Auslassen von Tormöglichkeiten übertroffen – Radovan Vujanovic war sogar mit einem Elfmeter an Sachsen-Keeper Lippmann gescheitert. Am Ende stand mit dem torlosen Remis ein schmerzliches Zwei-Punkte-Manko.
Nach auskurierter Muskelverhärtung im Oberschenkel kehrt beim FCM Stamm-Torhüter Christian Beer (musste deswegen zuletzt dreimal pausieren) zwischen die Pfosten zurück. Dagegen ließ sich Baumgart gestern noch nicht in die Karten schauen, wie er sein Team umformieren wird, denn sein linker Außenfitzer Stephan Neumann kann wegen einer Rippenprellung heute nicht auf aufen.
Mindestens ebenso schwer wiegt die „Zwangspause“ für Braham. Der Torjäger der Magdeburger (zehn Saisontreffer) muss nach seiner zehnten Gelben Karte aus dem Spiel gegen Sachsen Leipzig heute in Lübeck zuschauen.
Baumgart
plant aus diesem Grund im Angriff mit Christian Reimann und Vujanovic.
Bernd Hofmann düst erst heute nach Lübeck. Der FCM-Manager war gestern beim DFBBundestag in Düsseldorf, wo er als Mitglied des Spielausschusses die Regionalliga Nord vertrat. Dennoch lautet seine Ansage: „Wir haben nur noch eine Minimalchance zum Aufstieg, aber die Mannschaft muss Charakter zeigen. Deshalb sind drei Punkte Pf icht.“
Sein vorerst letztes Spiel für die Gastgeber macht heute Verteidiger Timo Neumann. „Es wird schwierig für uns, denn der FCM will gegen uns seine vielleicht letzte Aufstiegs-Chance nutzen. Aber wir haben nach der 0:1-Heimniederlage aus der vorigen Saison gegen Magdeburg einiges gutzumachen“, sagte der 26-jährige Routinier, der sich bereits am Montag einer lange fälligen Knie-Operation unterziehen wird.

„Geburtstagskind“ Wojcik ist nicht zu beneiden

Magdeburg. Am Sonntag begeben sich die U-23-Kicker des 1. FC Magdeburg schon wieder nach Westsachsen, gastieren um 14 Uhr im gleichnamigen Stadion beim FSV Zwickau. Erst am Mittwoch spielten sie im 20 Kilometer entfernten Grünhain-Beierfeld bei FC Erzgebirge Aue II 1:1.
Dieses Resultat wäre morgen beim Tabellensechsten und früheren Zweitligisten FSV Zwickau fast schon zu wenig im Abstiegskampf, denn Eilenburg hat sich inzwischen auf vier Punkte abgesetzt und Borea Dresden scheint nun der wichtigste FCM-Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt zu werden.
FCM-Trainer Andrzej Wojcik, der am Donnerstag 46 wurde, hofft, dass seine Mannschaft die Turbulenzen bei den Zwickauern nach deren Talfahrt und dem Rücktritt von Trainer Peter Keller sowie des Vorstandes ausnutzen kann: „Das ist ein altes Duell. Ich hoffe, wir können die dort gegenwärtig herrschende Unruhe für uns nutzen.“
Allerdings hat sich die personelle Situation bei der FCMZweiten seit vergangenen Mittwoch eher verschlechtert. René N‘Dombasi fehlt weiterhin verletzt, dazu kommt neu Kevin Knöfler, der sich gegen Aue bereits nach fünf Minuten einen Bänderriss im Knie zuzog. Auch Mehmet Dragusha, von Steffen Baumgart permanent zur Zweiten abgestellt, meldete sich mit Bluterguss krank.
Zu allem Überfluss liegt die Spielberechtigung für die Neuverpflichtung Gerson Aboagye immer noch nicht vor (Volksstimme berichtete). FCM-Geschäftsstellenleiter Bernd Tiedge dazu gestern Abend: „Die notwendigungen Unterlagen aus Finnland fehlen noch, dann müssen noch DFB und FSA diese noch bearbeiten. Das kann dauern.“
So kann Wojcik nur hoffen, dass vielleicht wieder Siga, Brendel und Georgi von oben herunter kommen.

23.April 2009

FCM beim Aufstiegs-Endspurt wohl nur in der Zuschauerrolle

Magdeburg. Eines der Argumente von Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg im Kampf um den Aufstieg lautete stets: Die Konkurrenten nehmen sich gegenseitig noch die Punkte weg. Nun ist es zwar soweit, steigt am Sonnabend mit dem Duell Dritter (SV Babelsberg) gegen Erster (Holstein Kiel) das erste von mehreren „Endspielen“, doch angesichts des Zehn-Punkte-Rückstandes auf Platz eins – und das acht Spieltage vor Ultimo – sind bekanntlich die Chancen des Clubs auf ein Minimum gesunken.
Stattdessen liegt der zweite Sachsen-Anhalt-Vertreter, der Hallesche FC, überraschend aussichtsreich im Rennen, könnte bei einem Heimsieg gegen Hannover 96 II und einer gleichzeitigen Kieler Niederlage in Babelsberg sogar neuer Spitzenreiter werden.

Neuzugang Aboagye musste noch passen

Fußball-Oberliga Süd: 1. FC Magdeburg II spielt 1:1 beim FC Erzgebirge Aue II

Aue/Magdeburg. Beim gestrigen 1:1 der FCM-Zweiten im Oberliga-Nachholspiel beim FC Erzgebirge Aue II konnte er noch nicht helfen, doch setzen die Club-Verantwortlichen große Hoffnungen in die Neuverpflichtung Gerson Aboagye.
Der 20-jährige Ghanaer mit Spitznamen „Nana“ bestritt ein dreitägiges Probetraining beim FCM. Dabei empfahl sich der Stürmer für einen Vertrag bis Saisonende. „Nana besticht durch seine Schnelligkeit und seine athletisch starke Spielweise. Er kann für uns im Abstiegskampf noch sehr wichtig werden, wir freuen uns über die weitere Alternative in unserem Kader“, so FCM-Coach Andrzej Wojcik.
Der musste allerdings gestern noch auf seine zweite „schwarze Perle“ neben René N‘Dombasi verzichten. „Wir waren vielleicht etwas zu euphorisch, aber leider lag die Spielgenehmigung vom Fußballverband Sachsen-Anhalt nicht rechtzeitig vor“, so FCMPräsidiumsmitglied Lutz Weiß, der die U 23 des Clubs zum Spiel nach Grünhain-Beierfeld im Erzgebirgskreis begleitete und das Führungstor von Marcel Brendel sah.
Der 1,82 m große Aboagye spielte zuletzt für den fi nnischen Zweitligisten JIPPO Joensuu, war in Deutschland aber bereits für den ASV Neumarkt und Cagrispor Nürnberg aktiv. „Er ist für uns eine günstige Variante, auch fi nanziell“, so Weiß.

22.April 2009

Keeper Beer hofft auf seine Rückkehr in den „Kasten“

Fußball-Regionalliga: 1. FC Magdeburg am Sonnabend beim VfB Lübeck

Magdeburg. „Die letzten drei Tage habe ich schon draußen für mich trainiert. Heute steige ich ins Mannschaftstraining ein“, war gestern Mittag von Christian Beer, dem Stammtorhüter des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, zu hören.
„Ich muss noch abwarten, wie die Muskulatur auf die stärkere Belastung reagiert, hoffe aber, am kommenden Sonnabend in Lübeck wieder mit dabei zu sein“, so Beer mit Blick auf das nächste Punktspiel seines Teams.
„Es ist ja eine einzige Katastrophe, wenn man oben auf der Tribüne sitzt und nicht ins Spiel eingreifen kann. Allerdings empfnde ich das auf der Auswechselbank noch schlimmer“, so Beer zu den Wochen, in denen er nach seiner Verletzung pausieren musste. „Wenn ich dann sehe, wie wir selbst bei den größten Chancen nicht selbstbewusst genug unsere Tore machen, dann trete ich auf der Tribüne schon mal gegen den Stuhl oder drehe mich einfach weg“, schildert er sein Zuschauer-Verhalten während der Verletzungspause. Das FCM-Urgestein brennt natürlich darauf, endlich das Geschehen auf dem Rasen wieder mitbestimmen zu können.
Auch wenn der Zug in Richtung dritte Liga nun endgültig abgefahren scheint, ist für „Beerchen“ in Lübeck ein Sieg Pf icht. „Wir fahren doch nicht nach Lübeck, um mit einer Niederlage die Heimreise anzutreten. Für uns gilt weiterhin, dass wir in jedem Spiel als Sieger das Feld verlassen wollen“, sieht der Torhüter sich und seine Mannschaft in der Pficht, auch nach den weniger glücklichen Spielverläufen alles zu geben, um die blau-weißen Farben hochzuhalten.
„In der Deckung sah das gegen Sachsen Leipzig ja schon wieder recht gut aus. Nur im Angriff klebte den Spielern ja förmlich das Pech an den Fußballstiefeln. Da brauchen wir einfach mal wieder ein richtiges Erfolgserlebnis, damit die Mannschaft zu ihrem Selbstbewusstsein und zu mehr Entschlossenheit zurückf ndet“, setzt er darauf, dass seine Mannschaft in Lübeck mit einem vollen Erfolg wieder Sicherheit für den weiteren Saisonverlauf tanken kann.

Platzt Torknoten beim FCM II im Erzgebirge?

Oberliga: Wojcik-Team heute beim FC Aue II

Magdeburg. Heute Abend (Anstoß 17.30 Uhr) unternehmen die Oberliga-Kicker der zweiten Mannschaft des 1. FC Magdeburg im Nachholspiel beim Mitaufsteiger FC Erzgebirge Aue II einen erneuten Anlauf, die Abstiegsplätze doch noch zu verlassen.
Nach einem abschließenden Training um 9.30 Uhr und dem anschließenden Mittag bei einem Sponsor in der Neuen Neustadt macht sich der FCM-Tross gegen 11.30 Uhr nach Grünhain-Beierfeld auf. Nicht mit dabei sein werden die verletzten René N‘Dombasi (Wadenzerrung aus dem Auerbach-Spiel), Fabian Jahnel (Sprunggelenk), Martin Zander (5. Gelbe) und die beiden beruflich verhinderten AOKAzubis Felix Krause und Nils Kauffmann.
Dafür gibt es aber mit Martin Geisthardt, Mehmet Dragusha, René Gewelke, Marcel Brendel, Denis Siga und Maik Georgi, der im Hinspiel beim 1:1 zum Saisonstart noch das Auer Trikot trug, wieder eine starke Abordnung aus dem Regionalliga-Kader.
„Wir brauchen endlich Punkte, wollten eigentlich schon gegen Lok Leipzig am Sonntag einen Dreier landen. Doch wieder einmal haperte es beim Torabschluss, während der Gegner aus vier Chancen drei Tore macht“, hofft FCM-Trainer Andrzej Wojcik, dass bei seinen Schützlingen endlich einmal der Torknoten platzt und Punkte eingefahren werden.

21.April 2009

„Schon bevor ich Spieler war, wollte ich Trainer werden“

Der neue FCM-Coach Steffen Baumgart glaubt fest an seine Chance

Seit dem 31. März ist Steffen Baumgart neuer Coach des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Obwohl sich der Ex-Prof (367 Erst- und Zweitligaeinsätze, 55 Tore) selbst noch als „Greenhorn“ bezeichnet und von einem Risiko spricht, das der Club eingegangen sei, so hat der Linz-Nachfolger doch ganz konkrete Vorstellungen und macht dabei manch verblüffende Aussage.
Magdeburg. Der Job an der Seitenlinie hat es Steffen Baumgart angetan. „So komisch es klingt, aber schon bevor ich Spieler war, wollte ich Trainer werden“, erzählt der gebürtige Rostocker. Und er fügt selbstbewusst hinzu: „Ich weiß, dass ich als Trainer erfolgreicher sein werde als zu meiner Zeit als Spieler.“ Das mag bei anderen überheblich klingen, bei ihm kommt es durchaus glaubhaft rüber.
Er hat mit seiner Meinung noch nie hinterm Berg gehalten, war in seiner Karriere aber kein Schaumschläger oder Sprücheklopfer, sondern ein Fighter, ein Motivator, ein Vorbild eben. Einer, der stets mehr den Kämpfertypen als den Filigrantechniker verkörperte und dabei ehrliche Arbeit ablieferte.
Das kommt an. Vor allem bei den Fans. Aber natürlich auch bei den Vereinen, wo er schnell in eine Führungsrolle schlüpfte, seine Meinung gefragt war. „Vor dem Erfolg kommt die Arbeit“, betont Baumgart und nennt ein ganz einfaches Beispiel: „Bevor der Jongleur vorm Publikum auftreten kann, hat er die Dinger mindestens 100-mal an die Birne gekriegt ...“
Deswegen stehen für ihn im Fußball auch Leidenschaft und Laufbereitschaft an erster Stelle, keine Zaubertricks oder Zirkuseinlagen.
Besonders geprägt hat ihn seine Zeit bei Energie Cottbus, wo er 2004/05 den Zweitliga-Klassenerhalt schaffte, im Jahr darauf sogar ins Oberhaus aufstieg – und drinblieb. „Wenn vor einer Saison die Abstiegskandidaten genannt wurden – Cottbus gehörte immer dazu. Am Ende waren aber fast immer drei andere schlechter“, blickt Baumgart schmunzelnd zurück, der am 22. Januar 2008 nach Magdeburg wechselte, trotz verpasster Drittliga-Qualifkation auch danach immer losen Kontakt zum FCM hatte und wo fürs kommende Spieljahr ohnehin eine Zusammenarbeit angedacht war.
„Weil es einfach ein geiler Verein ist“, bringt es der ehemalige Stürmer auf den Punkt und nennt Gründe: „Es gibt ein tolles Stadion, es herrschen hervorragende Trainingsbedingungen, die Begeisterung und Zuschauerzahlen sprechen für sich, man kann in Ruhe arbeiten, hat nicht ständig die Presse auf dem Hals, und was ebenfalls wichtig ist: Es wird ordentlich gezahlt.“
Und er fügt hinzu: „Wenn Spieler darüber nachdenken, den Club zu verlassen, frage ich immer: Wo wollen sie denn hin? Wo ist es besser? Ausnahme: Ihnen liegt ein wirklich gutes f - nanzielles Angebot vor. Aber sonst ...“
So wie bei Florian Müller, der vor Saisonbeginn zu Alemannia Aachen in die 2. Liga wechselte. Baumgart: „Ich habe ihm seinerzeit sofort geraten: ,Flo‘, geh da hin, nutz‘ deine Chance.“
Auch ein Björn Lindemann (SC Paderborn) sei, so der 37-Jährige, wohl nicht zu halten gewesen. Aber die anderen? Baumgart bezeichnet es als Fehler, dass praktisch eine ganz neue Mannschaft zusammengekauft wurde. Seine Philosophie sieht so aus: „Auch wenn ein Verein in einer Saison sein Ziel nicht erreicht, muss nicht zwangsläufg der halbe Kader ausgetauscht werden. Die Truppe vom Vorjahr war doch eingespielt, hätte nur auf einigen Positionen punktuell verstärkt werden müssen.“
Hier wird also deutliche Kritik an Vorgänger Paul Linz laut, der gleich elf neue Spieler, darunter viele aus alten gemeinsamen Zeiten, um sich scharte. Ansonsten will Baumgart nicht nachkarten, sagt nur: „Ich habe ein Team übernommen, das f t war.“
Und er wirft in Bezug auf die Meisterschaft die Flinte noch nicht ins Korn. „Ich habe im Fußball schon zu viel erlebt, um zu wissen, dass auch zehn Punkte aufzuholen sind.“
Die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht reicht, ist aber natürlich viel größer. Und dann? Was die kommende Saison anbetrifft, gibt er sich keinen Illusionen hin: „Ob nun mit oder ohne Baumgart: Bei nur einem Aufsteiger wird es wieder enorm schwer. Gerade die zweiten Mannschaften, allen voran Wolfsburg, rüsten gewaltig auf.“
Und sollte es 2009/10 mit ihm als Club-Trainer weitergehen, stellt er schon jetzt klar: „Ich werde mich nicht hinstellen und erklären, dass wir der große Favorit sind. Jeder FCM-Gegner ist ohnehin motiviert bis in die Haarspitzen. Wenn er dann so etwas hört, gibt er noch mehr Gas. Es ist schön, wenn man sich stark fühlt, aber das sollte man dann nicht noch zusätzlich nach außen tragen.“
Die Aufgabe beim FCM würde ihn auf alle Fälle sehr reizen, und er habe, als das Angebot kam, keine Sekunde lang gezögert. Und auch das Argument, dass es nicht „seine“ Mannschaft, sondern die des Vorgängers sei, lässt er nicht gelten: „Damit muss ich als Trainer leben. In 90 Prozent der Fälle bekomme ich doch nur dann einen Job, wenn woanders jemand entlassen wird. Sich vor einer Saison die Spieler aussuchen zu können, ist eine absolute Seltenheit.“ So klagt Baumgart jetzt auch nicht, sondern spricht von einem Team, das eine Menge Potenzial besitzt.
Wobei er keinen Hehl daraus macht, dass für ihn nicht der attraktive Fußball mit vielen spektakulären Toren im Vordergrund steht, sondern die Zweckmäßigkeit. „Mir wäre z.B. ein 1:0 in Plauen lieber gewesen als das 4:3“, gibt er zu und legt nach: „Ich bin auch nicht der Meinung, dass man immer das Spiel machen muss. Die Ergebnisse müssen stimmen, das ist entscheidend. Am Ende wirst du nur am Erfolg gemessen.“
Der A-Lizenzinhaber, der in absehbarer Zeit seinen Fußballlehrer-Schein machen will, eine Funktion als Spielertrainer oder Ähnliches aber ausschließt, hat also ganz konkrete Vorstellungen von seinem neuen Job. Und auch in Zukunft wird man ihn gestikulierend mit seinem Markenzeichen, der hellblauen Schirmmütze mit der „72“, seinem Geburtsjahr, und Kaugummi kauend, am Spielfeldrand erleben. „Ein Zigaretten-Ersatz ist das aber nicht“, klärt er auf. Rauchen sei ohnehin kein Thema für ihn, in Ausnahmefällen höchstens mal eine Zigarre oder Pfeife denkbar.
Was sich aber ändern soll, ist sein Gehalt. Auch in diesem Punkt redet er nicht lange um den heißen Brei herum: „Ich weiß selber, dass ich im Moment so eine Art Billiglösung bin. Das wird aber garantiert nicht so bleiben ...“

20.April 2009

Außer den Zuschauerzahlen stimmt beim FCM nur wenig

Nach der enttäuschenden Nullnummer gegen Sachsen Leipzig

In den vergangenen beiden Jahren verpasste der 1. FC Magdeburg sein Saisonziel erst am letzten Spieltag, diesmal herrschen angesichts von weiterhin zehn Punkten Rückstand auf Rang eins schon Monate vorher Frust, Verärgerung und Fassungslosigkeit. Das blamable 0:0 gegen den insolventen FC Sachsen Leipzig am Freitagabend machte das Dilemma des Regionalligisten wieder einmal deutlich.
Magdeburg. Dem FCM 2008/09 fehlt trotz individueller Klasse vor allem die nötige Kreativität und Konstanz, um so hausbackene und defensiv eingestellte Mannschaften wie den FC Sachsen in die Knie zu zwingen. Viel zu häuf g sucht das Team sein Heil darin, die Bälle lang (und planlos?) nach vorn zu schlagen und auf Abnehmer zu hoffen.
Hinzu kommt: So mancher Spieler scheint mit dem Druck nicht fertig zu werden, wirkt verkrampft. Und wenn dann noch, wie am Freitag, eine Großchance wie der Foulelfmeter in der 55. Minute ungenutzt bleibt, muss sich über eine Nullnummer niemand wundern.
Wobei Neu-Trainer Baumgart („Es war anders abgesprochen“) noch ein ernstes Wort mit Vujanovic führen dürfte, denn normalerweise galt Racanel als erster Elfmeterschütze. Doch Vujanovic („Ich fühlte mich sicher“) schnappte sich die Kugel und scheiterte dann geradezu kläglich an Sachsen-Keeper Lippmann. Wenigstens zeigte sich der Betroffene einsichtig: „Ich bin selbstkritisch und weiß, dass der Elfer ganz schwach geschossen war. Beim nächsten Mal tritt wieder ,Raca‘ (Racanel/d. Red.) an.“
Es war der negative Höhepunkt einer zerfahrenen Partie, die der Club aufgrund zahlreicher guter Chancen dennoch hätte gewinnen können, ja müssen. „Ich hatte vorher gesagt: Wenn wir am Freitag vorlegen, wird die Konkurrenz vielleicht noch einmal nervös. Nun ist die Ernüchterung natürlich groß. Solch ein Spiel muss man einfach gewinnen“, lautete das bittere Fazit von Kapitän Rosin, der aber, stellvertretend für alle anderen, nicht nur die sportlichen Rückschläge verdauen muss. Bekanntlich will das Präsidium den Spielern auch ans Geld (Volksstimme berichtete), was dem 28-Jährigen ziemlich übel aufstößt: „Das war schon ein Schock für uns. Aber bislang ist das Gehalt immer pünktlich gezahlt worden, und ich gehe davon aus, dass das auch so bleibt.“
Von einem freiwilligen Verzicht, so wie es die Verantwortlichen gerne sehen würden, kann also keine Rede sein. Noch einmal Rosin: „Man muss immer die Relation sehen. Wenn es einem Verein f nanziell wirklich schlecht geht, wäre ich der Letzte, der solche Maßnahmen ablehnt. Aber das ist hier doch nicht der Fall. Allein die Zuschauerzahlen sprechen für sich.“
In der Tat ist der Besucherzuspruch für Viertliga-Verhältnisse deutschlandweit einmalig. Mehr als 10 500 war es allein Freitag bei einem, überspitzt formuliert, beinahe bedeutungslosen Kick. Präsidiumsmitglied Kristian Tolk prognostizierte sogar: „Die Leute sind hierzulande einfach verrückt auf Fußball. Weniger als 8000 wird es bei keinem Spiel geben.“
Zurück zum Geld: Präsident Rehboldt will in dieser Angelegenheit nicht locker lassen: „Ich bin AOK-Personalleiter und Jurist. Mal sehen, was mir so einfällt ...“
Dass die Aktiven wegen dieses schwelenden Konf ikts aus Unmut möglicherweise die „Füße hochlegen“, ist aber nicht zu erwarten. „Das sind wir allein schon unseren sensationellen Fans schuldig“, betonte Angreifer Reimann, der in diesen stürmischen Zeiten zu den wenigen Gewinnern zählen dürfte, denn seitdem Baumgart das Kommando führt, darf sich der Ex-Leipziger über wesentlich mehr Einsatzzeiten freuen. Am insgesamt verkorksten Saisonverlauf ändert dieser Umstand indes wenig.


Club-Reserve kann ihre Vorteile erneut nicht nutzen

Fußball-Oberliga Süd: 1. FC Magdeburg II – 1. FC Lok Leipzig 2:3 (2:1)

Am 23. Spieltag der Fußball-Oberliga Süd unterlag der abstiegsbedrohte 1. FC Magdeburg II im Duell der Aufsteiger gegen den 1. FC Lok Leipzig mit 2:3 (2:1). Aßmann (17.), Hensgen (49.) und Köllner (70.) erzielten gestern Nachmittag vor 1 091 Zuschauern im Heinrich-Germer-Stadion die Treffer für die Messestädter. Für den Gastgeber waren Maik Georgi (21.) und Pasqual Matthias (35.) erfolgreich.
Sudenburg (mus/rsc). Trotz einer 2:1-Pausenführung wurde es wieder nichts mit dem zuvor von FCM II-Trainer Andrzej Wojcik angekündigten „Dreier“. Während die Blau-Weißen weiter auf dem 14. Rang platziert sind, behielten die Leipziger ihren dritten Tabellenrang, mit je drei Zählern Rückstand auf das Führungsduo aus Meuselwitz und Auerbach. Für die Magdeburger Kicker stehen nunmehr in der laufenden Woche zwei schwere Auswärtsspiele beim FC Erzgebirge Aue II (22. April) und beim FSV Zwickau (26. April) an.
Beide boten der ansehlichen Kulisse ein gutes Oberligaspiel, in dem der Gastgeber Chancenvorteile besaß. Die Messestädter, die zumeist per Standards gefährlich waren, nutzten aber ihre Möglichkeiten weitaus effektiver. So als Aßmann nach einer knappen Viertelstunde die Gäste mit 1:0 in Führung brachte.
Doch nur vier Minuten später der längst fällige Ausgleich durch Georgi. Als dann Matthias eine knappe Viertelstunde später gar die Führung für die Blau-Weißen erzielte, jubelte das Fan-Lager der Gastgeber. Der angestrebte Sieg gegen den Favoriten war zum Greifen nahe.
Kurz nach dem Wiederanpfi ff hätte dann erneut Matthias für die Vorentscheidung sorgen können, doch traf er das verwaiste Leipziger Tor nicht. Dafür nutzte der Gast vier Minuten nach dem Wiederanpfi ff eineseiner wenigen Chancen zum 2:2.
Die Club-Zweite versuchte weiter viel Druck zu entwickeln, konnte sich auch optisch Vorteile verschaffen. Doch nicht der erneut sehr engagierte Gastgeber traf ins Tor, sondern die Gäste erzielten durch Köllner die zweite Führung. Allerdings unter Protest. Denn Schiedsrichter Andreas Kasenow ahndete das Foulspiel des Leipziger Torschützen an FCM-II-Keeper Geisthardt nicht mit dem erwarteten Freistoßpfiff, ließ zum Erstaunen und Missfallen der heimischenZuschauerweiterspielen und erkannte das Tor an.
Wer nun dachte, der Gastgeber würde einknicken, sah sich getäuscht. Wojcik stellte nun vollends auf Offensive um und der FCM II erarbeitete sich zahlreiche gute Möglichkeiten, u.a.. durch Brendel. Als dann Weiß in der Schlussminute mit seinem Schuss ins Eck scheiterte, war die erneute Heimniederlage der Magdeburger Club-Reserve perfekt.
Trainer Wojcik war zwar nach der Niederlage enttäuscht, meinte aber: „Ich kann meiner Mannschaft ob ihres Kampfgeistes und ihrer Einstellung keine Vorwürfe machen. Einzig in der Chancenverwertung haben wir gesündigt. Da waren uns die Messestädter überlegen. Ansonsten glaube ich, dass die Zuschauer heute voll auf ihre Kosten gekommen sind und ein gutes Oberligaspiel gesehen haben.“

18.April 2009

Selbst Vujanovic-Elfmeter findet nicht den Weg ins Tor

Enttäuschendes 0:0 des FCM gegen Sachsen Leipzig

Das war‘s wohl endgültig im Kampf um den Aufstieg! Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg kam gestern Abend vor mehr als 10 000 Zuschauern (!) in einer zerfahrenen Partie gegen den insolventen Tabellenvorletzten FC Sachsen Leipzig nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus. Die beste Gelegenheit versiebte Vujanovic mit einem verschossenen Foulelfmeter in der zweiten Halbzeit.
Magdeburg. Neu-Trainer Baumgart hatte sich erneut für die Variante mit Braham und Reimann im Sturm und Vujanovic dahinter im offensiven Mittelfeld entschieden. Dafür mussten Bauer und Zander, beim 4:3 in Plauen noch von Beginn an dabei, auf der Bank Platz nehmen, kehrten die wieder einsatzfähigen Watzka und Bankert (Gelb- bzw. Rot-Sperre abgelaufen) ins Team zurück.
Ein besonderer Gruß vor Beginn galt dem ehemaligen FCM-Trainer und jetzigen Sachsen-Coach Dirk Heyne, der mit viel Beifall bedacht wurde.
Auf dem Spielfeld tat sich trotz lautstarker Unterstützung der Club-Fans zunächst nicht viel, blieben f üssige Kombinationen Mangelware. Den ersten Aufreger gab es nach zwölf Minuten nach einem Vujanovic-Freistoß, doch kam Prest gegen den von Keeper Lippmann abgewehrten Ball zu spät. Dann tankte sich Racanel auf der linken Seite gekonnt durch, seinen Rückpass setzte jedoch Reimann weit am Sachsen-Gehäuse vorbei. Nun war aber endlich Leben in der Bude, setzten die Elbestädter ihren Gast mehr und mehr unter Druck. So scheiterte Braham an Lippmann (28.) und verfehlte vier Minuten später das Ziel mit einem Schlenzer nur knapp. Die Chancen konnten allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass das von vielen Unterbrechungen gekennzeichnete Match nur auf mäßigem Niveau stand, es immer wieder viel Leerlauf gab.
In der Nachspielzeit dann die bis dato größte Möglichkeit, als Reimann in aussichtsreicher Position den mitgelaufenen Braham bediente, dieser das Leder aber über den Kasten hob. Das musste die Führung sein.
Zweite Halbzeit: Nachdem Backhaus mit seinem Kopfball beinahe das 0:1 erzielt hätte (Kopfball an die Latte/56.), entschied nur 120 Sekunden später der Unparteiische nach einem Foul von Hempel an Reimann auf Elfmeter. Doch selbst jetzt brachte der Club den Ball nicht über die Linie. Lippmann konnte den von Vujanovic viel zu unplaziert getreteten Strafstoß abwehren. Im weiteren Verlauf brachten die Messestädter dann mit Glück, Geschick und so manchem übertriebenen Einsatz das torlose Remis über die Runden.
Baumgarts Fazit: „Die Mannschaft hat versucht, 90 Minuten Druck zu machen. Es kam aber nichts Zählbares heraus. Wenn dann selbst die Riesenchance des Elfmeters nicht genutzt wird, endet solch ein Spiel eben 0:0.“
FCM: Tischer - Probst, Prest, Bankert, Neumann, Watzka, Rosin (83. Zander), Racanel (89. Siga), Vujanovic, Reimann (87. Matthias), Braham
FC Sachsen: Lippmann - Köckeritz, Balic, Gerber, Hempel, Stöbe (67. Schmidt), Backhaus, Baum, Schinke (89. Moritz), A. Grimaldi, N. Breitkopf (30. T. Breitkopf)
Schiedsrichter: Bandurski (Essen). Zuschauer: 10552. Tore: Fehlanzeige. Gelb: - / Baum, Backhaus, Schmidt

Raus aus dem Keller?

1. FCM II daheim gegen 1. FC Lok Leipzig

Magdeburg. Oberliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg II empfängt am 23. Spieltag der Südstaffel am Sonntag den Tabellendritten 1. FC Lok Leipzig. Anstoß im Heinrich-Germer-Stadion ist um 14 Uhr. Trainer Andrzej Wojcik redet mit Blick auf die Partie gegen die Sachsen Klartext. „Wir wollen drei Punkte, um endlich aus dem Tabellenkeller rauszukommen. Alles andere zählt nicht“, so der engagierte Coach.
Da die Regionalligamannschaft des Magdeburger Clubs bereits gestern Abend spielte, rechnet Wojcik mit personeller Verstärkung. „Ich nehme an, dass all die Akteure, die gestern nicht zum Einsatz kamen, am Sonntag im Dress der zweiten Mannschaft auf aufen werden.“ Da mit Jahnel und N`Dombasi nur zwei seiner eigenen Spieler verletzungsbedingt ausfallen, können Wojcik und sein Co Mario Mittendorf aus dem Vollen schöpfen.

17.April 2009

Neue Unruhe: FCM-Präsidium will den Spielern ans Geld

Fußball-Regionalligist trifft heute Abend auf Sachsen Leipzig

Zu ungewöhnlich später Stunde um 20 Uhr empfängt heute Abend Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg den insolventen Tabellenvorletzten FC Sachsen Leipzig mit dem ehemaligen Club-Trainer Dirk Heyne. Wenn die Elbestädter ihre Minichance auf die 3. Liga wahren wollen, zählt nur ein Sieg. Allerdings herrscht durch die Ankündigung des Präsidiums, die Spielergehälter kürzen zu wollen, neue Unruhe.
Magdeburg. Die Lage beim FCM bleibt auch nach dem Trainerwechsel – Steffen Baumgart für Paul Linz – und zuletzt drei Siegen in Folge (zweimal im Landespokal, einmal in der Meisterschaft) angespannt. Zwar zeigten sich die Spieler bei der VIP-Fan-Party von Hauptsponsor Wernesgrüner am Mittwochabend auf dem Stadiongelände gut gelaunt und weiterhin vorsichtig optimistisch, was den Aufstieg anbetrifft. Doch es gibt ernsthafte Auseinandersetzungen mit der Club-Führung, die ans Geld der Spieler ran will.
Zwar nimmt Präsident Volker Rehboldt das Wort Gehaltskürzung nicht ein einziges Mal in den Mund, doch die Botschaft ist eindeutig: „Wir haben mit der Mannschaft diskutiert, wie sie am Saisonverlauf beteiligt werden kann. Schließlich haben wir zehn Punkte Rückstand auf Platz eins. Zu Saisonbeginn und auch noch im Winter-Trainingslager in der Türkei hieß es immer: Wir schaffen es und steigen auf.“
Der Club-Chef legte aber zugleich Wert auf die Feststellung, „dass es kein existenzielles Risiko gibt und nicht etwa der Eindruck entsteht: Hier geht das Licht aus. Unser Ziel bleibt die ,schwarze Null‘ in der Bilanz.“
Rehboldt sprach von Einbußen bei den Zuschauern, bei der Tagesvermarktung, beim Fanartikelverkauf und im VIP-Bereich, wollte aber konkrete Zahlen nicht nennen. Wie die Volksstimme erfuhr, soll es sich um Beträge handeln, die bis zu einem Viertel des derzeitigen Spielergehalts ausmachen.
Auf die Frage, ob es bereits Reaktionen der Akteure gibt, antwortete Rehboldt ausweichend: „Ja, die gibt es. Sie sind bunt gemischt ...“ Und er fügte hinzu: „Alle Beteiligten haben absolutes Stillschweigen vereinbart.“
Eins ist aber klar: Sollten die Betroffenen auf ihre Verträge pochen und zu keinem freiwilligen Verzicht bereit sein, dürfte der Handlungsspielraum für den Verein relativ gering sein. Dennoch macht dieses neue Störfeuer die Arbeit für Baumgart natürlich nicht einfacher.
Übrigens: Der nach der Pleite gegen den VfL Wolfsburg II (0:3) auch von Rehboldt befürchtete Einbruch bei den Zuschauerzahlen ist zumindest für das heutige Heimspiel nicht eingetreten. Gegen Leipzig wurden im Vorverkauf weit über 6000 Karten abgesetzt.

16.April 2009

Heyne: „Alles andere als ein alltägliches Spiel“

Ex-FCM-Trainer kehrt mit Sachsen Leipzig an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück

Magdeburg/Leipzig. Dirk Heyne kehrt zurück an seine ehemalige Wirkungsstätte, das neue Magdeburger Stadion. Der 51-Jährige, der zuletzt fast fünf Jahre seinen „Heimatverein“, den FCM, trainiert hatte, ehe er am 9. Dezember 2007 vor die Tür gesetzt wurde, nimmt am Freitagabend (Anstoß 20 Uhr) wieder auf der Trainerbank Platz – allerdings jener des FCM-Gegners Sachsen Leipzig.
„Ja, als langjähriger Spieler und Trainer in Magdeburg ist das für mich alles andere als ein alltägliches Spiel“, erklärt der „Lange“, der 323 Spiele für die Blau-Weißen zwischen den Pfosten stand, neun Länderspiele absolvierte und dreimalPokalsieger wurde.
Erst einmal zog es Heyne nach eigenen Angaben nach seiner Entlassung wieder ins Magdeburger Stadion. Das war am 15. März, als der FCM die U 23 des HSV 2:1 besiegte. „Selbstverständlich habe ich bei dieser Gelegenheit viele Freunde wiedergetroffen, doch in erster Linie habe ich zwei unserer nächsten Gegner beobachtet. Ansonsten verfolge ich das Geschehen beim FCM nur aus der Ferne“, verriet Heyne. Gegen die Norddeutschen hat es nicht viel genutzt – 0:4. Nun hofft der Sachsen-Leipzig-Coach, dass sich seine Elf am Freitag „ordentlich aus der Affäre zieht. Wir werden sehen, wie sich unsere sehr junge Mannschaft gegen das routinierte FCM-Team macht“.
Nach der Insolvenz als erster Absteiger in die Oberliga bereits feststehend, verfolgen die seitdem unbeschwerter aufspielenden Sachsen ein Ziel: Sich auf den sechs Punkte entfernten ersten Nicht-Abstiegsplatz zu retten. Das hilft ihnen zwar sportlich nicht, soll aber das Selbstwertgefühl steigern. Heyne, der beim FC Sachsen einen Vertrag bis Juni 2010 hat, will in dieser Zeit sein Team stabilisieren und ist im Begriff, zusätzlich zu den bereits im Stamm bef ndlichen zwei A-Jugendspielern zwei weitere 17-Jährige einzubauen.
Dennoch weiß er natürlich, dass angesichts der seit Dezember ausstehenden Spielergehälter („Im April soll’s das erste Geld vom Insolvenzverwalter geben.“) seine Elf „nicht frei aufspielen“ wird. „Wir sind zwar in den letzten Monaten enger zusammengerückt und haben von außerhalb Unterstützung erhalten, aber solche Situation geht natürlich nicht spurlos an den Spielern vorbei.“

Umfangreiche Beschränkungen zum U-23-Spiel gegen Lok Leipzig

Sudenburg (mus/hma). Das Oberligaspiel der U-23-Mannschaft des 1. FC Magdeburg am Sonntag gegen den Aufstiegsaspiranten 1. FC Lokomotive Leipzig wirft seine Schatten voraus. Schiedsrichter Andreas Kasenow wird die Partie am 19. April leiten. Anstoß im Heinrich-Germer-Stadion soll um 14 Uhr sein. Auf Grund der Brisanz beim Aufeinandertreffen eines Abstiegskandidaten und eines Spitzenteams und des begrenzten Kartenkontigents für die Gäste (Volksstimme berichtete) ist mit einigen Einschränkungen zu rechnen. Die Tageskassen und Stadiontore am Heinrich-Germer-Stadion öffnen um 12.30 Uhr.
Für diese Oberligapartie kosten Tickets im Stehplatzbereich für FCM-Mitglieder und FCM-Dauerkarteninhaber, die ansonsten freien Eintritt haben, drei Euro. Neben zwei normalen Kassen in der Salzmannstraße öffnet deshalb eine Zusatzkasse für Mitglieder und Dauerkarten-Inhaber. Die weiteren Eintrittspreise für diese Partie liegen für Stehplatzkarten bei 8,00 Euro bzw. 7,00 Euro (ermäßigt). Die Tickets für die Tribüne im Heinrich-Germer-Stadion sind zu Preisen von 10,00 Euro bzw. 7,00 Euro für Mitglieder und Dauerkarteninhaber erhältlich.
Vor, während und nach dem Oberligaspiel kommt es am und um das Heinrich-Germer-Stadion zu erheblichen Verkehrsbeschränkungen. So ist die Salzmannstraße ab 12 Uhr für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Darüber hinaus kann es in den Bereichen Heidestraße, Friedensstraße und Walmbergsweg zu zeitweiligen Einschränkungen kommen. Parkmöglichkeiten unmittelbar am Stadion stehen ohne Sondergenehmigung nicht zur Verfügung.
Besucher, die mit PKW anreisen, werden gebeten, die in Stadionnähe befi ndlichen Parkplätze Blankenburger Straße/Ecke Brenneckestraße (Einkaufsmarkt NETTO) und Brenneckestraße/Höhe Brücke Magdeburger Ring (Einkaufsmarkt Norma) zu benutzen.
Auf Grund der Anreise der Leipziger Fans, kann es in der Salzmannstraße außerdem zu zeitweiligen Einschränkungen, auch des Fußgängerverkehrs, kommen. Besucher aus Richtung Sudenburg und Stadtmitte kommend werden deshalb gebeten, die Friedensstraße zu benutzen.
Auch nach Spielschluss ist man um eine strikte Trennung der Fangruppen bemüht. Deshalb werden nach Spielende die Magdeburger Zuschauer gebeten, den geöffneten Ausgang Friedensstraße zum Abmarsch zu nutzen.
Im gesamten Stadionbereich ist bis ca. 16.30 Uhr mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen.

Drei Euro extra – FCM erhebt erstmals „Sicherheitszuschlag“

Extrem hohe Kosten bei Fußballspiel der „Zweiten“ gegen Lok Leipzig
Magdeburg. Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme sorgt der 1. FC Magdeburg in diesen Tagen für Gesprächsstoff: Für die Oberliga-Begegnung ihrer „Zweiten“ am Sonntag (14 Uhr / Germerstadion) gegen Lok Leipzig erheben die Blau-Weißen erstmals einen „Sicherheitszuschlag“. Pro Karte (Stehplatz: 8 Euro) sind zusätzlich drei Euro fällig.
Einige Fan-Gruppen der Leipziger gelten seit jeher als extrem gewaltbereit. Zuletzt hatten sie in Zwickau für Ausschreitungen gesorgt. Lok war dafür mit einem sogenannten Geisterspiel bestraft worden.
„Die extrem hohen Kosten zur Gewährleistung dieses sicherheitsrelevanten Spiels zwingen uns regelrecht zu diesem Schritt“, erläutert FCM-Manager Bernd Hofmann. So hat der Verein, zusätzlich zu den eigenen Ordnungskräften, 50 professionelle Security-Leute engagiert. Die Zahl der eigenen Ordner wird aufgestockt. Insider schätzen, dass die Kosten dieser Partie um mehr als das 20-fache über denen eines „normalen“ Oberliga-Spiels in Magdeburg liegen.
Beim FCM geht man davon aus, dass die Sicherheitskosten für die Lok-Begegnung im hohen vierstelligen Bereich liegen. „Ohne den Zuschlag wären die Kosten für den Club nicht zu stemmen gewesen“, betont Geschäftsstellenleiter Bernd Tiedge. Zumal der Verein bei der „Zweiten“ ohnehin nur zusetzt.
„Wir sind, wie alle anderen Clubs auch, berechtigt, einen solchen Zuschlag zu erheben“, sagt Hofmann. „Nur wollten wir keinen Etikettenschwindel machen und es als Top-Zuschlag kaschieren. Also sagen wir wahrheitsgemäß, dass es sich um einen Sicherheitszuschlag handelt. Den haben übrigens auch unsere Vereinsmitglieder und die Dauerkarteninhaber zu zahlen, die ansonsten bei der Zweiten freien Eintritt genießen.“ Der Manager erwartet am Sonntag etwa 1500 bis 2000 Besucher. 350 Tickets gingen an die Lok-Anhänger.
Verwegene Idee: Ist der Zuschlag vielleicht nur vorgeschoben, um durch höhere Eintritts preise „Krawallos“ abzuschrecken? „Das wäre doch blanker Unsinn“, dementiert Tiedge. „Davon würden sich gewaltbereite Fans nicht abschrecken lassen.“

15.April 2009

Rosin hat Hoffnung noch nicht aufgegeben
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Er gehört nicht unbedingt zu den „Lauten“ der Liga, ist aber auch in schwierigen Zeiten stets bereit, Rede und Antwort zu stehen: Kapitän Daniel Rosin vom 1. FC Magdeburg. Nach dem 4:3 der Elbestädter in Plauen ließ der 28-Jährige durchblicken, dass er trotz des Zehn-Punkte-Rückstandes auf Spitzenreiter Holstein Kiel den Glauben an die 3. Liga noch nicht ganz verloren hat.
„Wir haben im Pokal zwei Pfichtsiege eingefahren und in der Meisterschaft einen Auswärts-Dreier geschafft, den man nicht unbedingt erwarten konnte. Darauf lässt sich aufbauen“, sagte Rosin, der insgeheim hofft, „dass die Konkurrenz vielleicht doch noch einmal nervös wird. Zumal die vorderen Teams alle noch gegeneinander spielen müssen.“
Und mit Blick auf das Freitagsspiel gegen den FC Sachsen Leipzig (Anstoß 20 Uhr) betonte der Kapitän: „Mit einem Sieg könnten wir endlich mal vorlegen. Diese Möglichkeit bestand in den vergangenen Wochen nie. Da hatten die anderen meistens schon gespielt und gewonnen. Das war mitunter wirklich frustrierend.“
Für Unruhe sorgen momentan aber auch die vielen Abwehrschnitzer – zuletzt gab‘s in der Liga zweimal drei Gegentore! „Das müssen wir gründlich auswerten“, mahnte der Ex-Burghauser, der dennoch sein Team auf dem richtigen Weg sieht: „Insgesamt war das ein ordentlicher Auftritt in Plauen.“
Und er ist guter Dinge, dass das auch von den Fans honoriert wird: „Wir brauchen unsere Fans und haben sehr wohl gemerkt, wie sie uns unterstützt haben. Das hat der Mannschaft enormen Auftrieb gegeben und geht hoffentlich am Freitag gegen Sachsen so weiter.“
In Plauen gab es im Übrigen ein Wiedersehen mit Ex-Mittelfeldakteur Frank Gerster (Chemnitzer FC), der sich mit der Club-Führung hinsichtlich einer Vertragsverländerung aus fnanziellen Gründen nicht hatte einigen können. Zum gegenwärtigen unbefriedigenden Abschneiden des FCM meinte der Routinier: „Für mich ist das keine so große Überraschung. Wenn man mit Kallnik, Baumgart, Manai und meiner Person alle Führungsspieler abgibt, darf man sich nicht wundern

14.April 2009

Unterhaltsamer Ostersonntag im Vogtland / Baumgarts dritter Sieg
FCM legt Plauen vier Eier ins Nest
Von Uwe Tiedemann

Souveräner als es das Ergebnis vermuten lässt kam Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg am Ostersonntag zu einem 4:3 (3:2)-Auswärtssieg beim VFC Plauen und bescherte damit Neu-Trainer Steffen Baumgart nach zwei Pokalerfolgen nun auch den ersten Punktspiel-Dreier.
Plauen. „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesen-Kompliment machen, die in einem kampfbetonten Spiel alles gegeben hat. Und das ist das Entscheidende. Mit der Offensive war ich sehr zufrieden, mit der Defensive weniger“, resümierte Baumgart nach dem munteren Tore-Schießen in einer unterhaltsamen Partie im Vogtlandstadion.
Der Coach hatte im Sturm – neben Braham – Reimann nach dessen Gala-Vorstellung im Landespokal mit einem Einsatz von Beginn an belohnt und dafür Vujanovic ins offensive Mittelfeld beordert. Eine Variante, die durchaus Zukunft haben könnte, wenngleich Reimann diesmal weniger positiv auff el.
Der Club wurde zwar kalt erwischt, als Boden sträf ich ungedeckt am langen Pfosten stehend zur frühen 1:0-Führung einköpfen konnte (2.), doch die Gäste bekamen die Partie relativ schnell in den Griff. „Schon nach den ersten Minuten habe ich gemerkt: Hier geht heute was. Insgesamt hatte ich von einer Mannschaft, die um ihre Existenz kämpft, mehr erwartet. Gerade in Plauen hat schon so manches Mal die Luft gebrannt“, befand später Kapitän Rosin.
Die Platzherren offenbarten schon im Aufbau zahlreiche Schwächen und technische Fehler, so dass der FCM mehr oder weniger spielbestimmend war und vorne dann eiskalt zuschlug. Zunächst traf Vujanovic mit einem direkten Freistoß zum 1:1 (21.), dann setzte sich Braham gekonnt in Szene und hämmerte das Leder zum 1:2 in die Maschen (26.), und wiederum nur acht Minuten später war der Deutsch-Tunesier erneut zur Stelle und staubte zum 1:3 ab, nachdem Rosin zuvor per Kopf nur den Innenpfosten getroffen hatte.
Dass der Club nicht frühzeitig den Sack zumachte, lag an den unübersehbaren Abwehrschwächen und konnte auch nicht am Fehlen von Keeper Beer (Oberschenkelzerrung), Bankert (Rotsperre) und Wejsfelt (operiert) festgemacht werden. Gerade auf der rechten Seite leisteten sich Probst und Zander so manchen Schnitzer. Auch das 2:3 durch Schindler ging auf ihre Kappe (45.).
Glück für die Elbestädter kurz nach dem Wechsel, dass Marrack nur die Latte traf (53.) und Plauen kurzzeitig Oberwasser bekam. Doch danach hatte der VFC sein Pulver verschossen, blieb in der Folge harmlos. Mit dem 2:4 durch Vujanovic‘ Kopfball nach Racanel-Freistoß war das Match endgültig gelaufen und das 3:4 durch Paulicks Distanzschuss aus zentraler Position nur noch Ergebniskosmetik (88.). Vorausgegangen war auch hier ein Abwehrfehler – diesmal von Neumann, der bei seinem Abwehrversuch per Kopf Paulick das Leder quasi vorgelegt hatte.
In der Schlussphase hätte der eingewechselte Georgi nach einem Konter beinahe noch das fünfte Magdeburger Tor erzielt, doch der Ex-Auer zielte knapp drüber.
„Wenn ich in der ersten Halbzeit das Spiel zwischen der 2. und 44. Minute betrachte, muss ich sagen, dass ich eine solche Leistung der Mannschaft in der gegenwärtigen Situation nicht zugetraut hätte. Darauf lässt sich aufbauen“, bilanzierte ein zufriedener FCM-Präsident Volker Rehboldt, der zugab, mit weniger hohen Erwartungen nach Plauen gefahren zu sein.
Der zweifache Torschütze Radovan Vujanovic meinte: „Wir haben jetzt dreimal in Folge gewonnen, werden aber auch in Zukunft nur von Spiel zu Spiel denken. Wichtig ist in dieser Phase vor allem, dass Mannschaft und Fans sich ausgesprochen haben, die Zuschauer zurückkommen und wir wieder entsprechend unterstützt werden.“ Genau das war über weite Strecken in Plauen der Fall, nachdem sich die Club-Anhänger in den vorangegangenen Landespokalspielen in Halberstadt und beim Lokalrivalen MSV Preussen doch sehr zurückgehalten hatten.
VFC Plauen: Hruby - Wendler (62. Paulick), Hoffmann, Boden, Six, Böhme, Schulze (62. Zemlin), Hoßmang, Soltau, Schindler, Marrack (57. Zimmermann)
FCM: Tischer - Probst, Prest, Rosin, Neumann, Zander, Bauer, Vujanovic, Racanel (63. Dragusha), Reimann (86. Georgi), Braham
Schiedsrichter: Dankert (Rostock). Zuschauer: 1679. Tore: 1:0 Boden (2.), 1:1 Vujanovic (21.), 1:2, 1:3 Braham (26./34.), 2:3 Schindler (45.), 2:4 Vujanovic (60.), 3:4 Paulick (88.). Gelb: Hoffmann, Hoßmang / Prest

11.April 2009

Reimann schießt FCM ins Halbfinale

Landespokal: Lokalrivale MSV 90 Preussen verkauft sich trotz 1:3-Niederlage teuer / Club morgen um Punkte in Plauen

Zwei Tore selbst erzielt, eins vorbereitet, und das alles in 31 Minuten – Christian Reimann war beim standesgemäßen 3:1 (0:0)-Erfolg des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg im Landespokal-Viertelf - nale beim Lokalrivalen MSV 90 Preussen (6. Liga) am Donnerstagabend im Germerstadion der Mann des Tages.
Magdeburg. Der neue FCMTrainer Steffen Baumgart, der mit seiner Elf schon morgen (14 Uhr) beim VFC Plauen wieder ranmuss, hatte ein glückliches Händchen, als er nach knapp einer Stunde Reimann für Braham einwechselte. Der Ex-Leipziger war gerade zwei Minuten auf dem Platz, da schoss er nach einem Neumann-Solo auf der linken Seite und anschließender Vujanovic-Ablage fach zum erlösenden 0:1 ein (61.).
Bis dato hatte sich der Verbandsligist, von Coach Dirk Hannemann bestens eingestellt, prima verkauft und in der 50. Minute sogar die große Chance zur Führung, als ein platzierter Kühnast-Kopfball nur hauchdünn am linken Pfosten vorbeistrich.
„Wir haben in der ersten Halbzeit nicht ins Spiel gefunden, dann aber mit einer anderen Ausrichtung auch das Mittelfeld schneller überbrückt und am Ende verdient gewonnen“, befand FCM-Akteur Neumann, der allerdings einräumte, dass nach den letzten turbulenten Wochen „immer noch reichlich Hektik im Verein herrsche“.
Zumindest auf Reimann war an diesem Abend Verlass. In der 67. Minute marschierte der 29-Jährige nach einem Steilpass allein auf MSV-Keeper Mewes zu und vollstreckte sicher zum 0:2. „Zwei Tore – das gibt natürlich Selbstvertrauen und freut mich auch für die Fans, die mich immer sensationell unterstützt haben. Natürlich wäre ich am Sonntag in Plauen gerne von Beginn an dabei, doch das muss der Trainer entscheiden“, meinte Reimann, der kurz vor Schluss beinahe sogar seinen dritten Treffer markiert hätte, diesmal jedoch an Mewes scheiterte. „Ich muss mir schließlich noch ein paar Tore für die anderen Spiele aufheben“, f achste Reimann, der darauf hofft, dass er künftig mehr Einsatzzeiten erhält als bei Baumgart-Vorgänger Linz. Dennoch vermied der Stürmer jegliche Kritik am Ex-Coach: „Ich denke, auch Paul Linz hat immer auf mich gesetzt.“
Der 53-Jährige hätte vermutlich seine helle Freude an Reimann gehabt, der nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch Dapkus (73.) auch am dritten Tor maßgeblich beteiligt war. Seine f ache Hereingabe verwandelte Vujanovic aus kurzer Distanz zum 1:3-Endstand (81.).
Dennoch hielt sich die Enttäuschung beim Verlierer in Grenzen. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Sie hat ein prima Spiel mit Engagement und Leidenschaft abgeliefert“, befand Trainer Dirk Hannemann. Und die einzige Spitze Röhl, nach dem frühen verletzungsbedingten Ausfall von Behr erstmals Kapitän, meinte: „Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Die ganze Truppe hat toll gekämpft.“
Baumgarts Fazit sah so aus: „Es war ein schwerer Gang. Das hatten wir auch so erwartet. Nach dem 1:0 wurde es leichter. Geärgert habe ich mich über das 1:2. Da wirst du als Trainer wahnsinnig. Das muss konsequent ausgewertet werden.“
Morgen gastiert der FCM, der kurzfristig auf Stammkeeper Beer hatte verzichten müssen (Oberschenkelzerrung), in Plauen. Kann Baumgart im Vogtland seinen dritten Sieg im dritten Pf ichtspiel feiern?
Preussen: Mewes - Behr (23. Kühnast), Banser (69. Dapkus), Schulz, Siemke, Schardt, Scheinhardt, Bossmann, Sommermeyer (80. Schmeil), Matthias, Röhl FCM: Tischer, Probst, Prest, Zander (46. Rosin), Bankert, Watzka, Racanel (83. Brendel), Bauer, Neumann, Braham (59. Reimann), Vujanovic
Schiedsrichter: Sauerzweig (Eickendorf). Zuschauer: 1437. Tore: 0:1, 0:2 Reimann (61./67.), 1:2 Dapkus (73.), 1:3 Vujanovic (81.). Gelb: Schulz, Bossmann, Sommermeyer / Prest


Nur Einwechsler Tietz mit nötigem Torriecher

Fußball-Oberliga: FCM-Zweite holt mit 1:1 in Eilenburg einen Punkt / Weiterhin auf einem Abstiegsplatz

Eilenburg/Magdeburg (mmi/ hma). Die U 23 des 1. FC Magdeburg machte mit dem 1:1 beim FC Eilenburg zwar einen Platz in der Tabelle gut, liegt aber immer noch zwei Zähler entfernt vom ersten Nichtabstiegsplatz, den weiterhin die Eilenburger einnehmen. Trainer Andrzej Wojcik, der die Osterfeiertage bei seiner Familie zuhause in Polen verbringt, war dann auch noch 24 Stunden später im Zwiespalt der Gefühle.
„Der Punkt ist wichtig“, erklärte der 45-Jährige gestern am Telefon, um zu ergänzen: „Aufgrund der spielerisch starken ersten Halbzeit haben wir zwei Punkte liegen gelassen. Letztendlich ist die Punkteteilung aber leistungsgerecht, weil wir nicht durchschlagskräftig genug waren.“
Die Hausherren begannen die Partie sehr couragiert, wollten die FCM-Zweite schnell ins Hintertreffen bringen, aber die Hintermannschaft um Torhüter Filatow überstand den Anfangsdruck der Sachsen. Nach gut zehn Minuten übernahmen die Domstädter, bei denen Mehmet Dragusha im Mittelfeld stark die Fäden zog, mehr und mehr das Kommando. Aber wie so oft vergaß die junge Magdeburger Mannschaft, den entscheidenden Pass oder Abschluss zu setzen. So legte Dentz in aussichtsreicher Position noch einmal quer oder schob Herold in guter Schussposition die Verantwortung weiter. Und weil auf der anderen Seite die Eilenburger das Offensivspiel auf ein Minimum beschränkt hatten, ging es mit dem torlosen Remis in die Kabinen.
Nach der Pause schlich sich bei der Regionalliga-Reserve der Schlendrian ein und so wurde der ohnehin verunsicherte Gegner stark gemacht. Als in der Vorwärtsbewegung leichtfertig der Ball verloren wurde, Knöfler einen Zweikampf auf der linken Abwehrseite nicht energisch genug führte, so dass präzise geflankt werden konnte, und im Zentrum Stefan Maruhn sich im Kopfballduell gegen Jahnel durchsetzte, gingen die Hausherren mit 1:0 in Führung (51. Minute). Danach dauerte es 15 Minuten, bis der Club diesen Rückschlag verdaut hatte. Dann wurde das Wojcik-Team stärker. Der eingewechselte Tietz verzog nur knapp. Wenig später fasste sich Sören Osterland ein Herz und hämmerte das Leder aus 20 Metern aufs Tor. Diesen Schuss konnte Keeper Kotzbau nur abprallen lassen und Tobias Tietz erzielte im Nachsetzen den 1:1-Ausgleich (78.).
Am 19. April (14 Uhr) empfängt die FCM-Zweite den 1. FC Lok Leipzig. Dazu sind im Heinrich-Germer-Stadion nur 350 Gästefans zugelassen.

FCM gastiert in Halberstadt

Magdeburg (ut). Im Halbf - nale des Fußball-Landespokals muss Regionalligist 1. FC Magdeburg bei Oberligist Germania Halberstadt antreten. In der zweiten Partie treffen GW Wolfen und der Hallesche FC aufeinander. Das ergab am Donnerstagabend die Auslosung in Völpke.
Gespielt wird in Halberstadt mit hoher Wahrscheinlichkeit am Mittwoch, den 29. April.
Im Viertelfnale hatte sich der FCM beim Lokalrivalen MSV 90 Preussen mit 3:1 durchgesetzt, Halberstadt in Braunsbedra mit 4:0 gewonnen. Wolfen siegte 6:2 nach Verlängerung in Völpke.

9.April 2009

Fußball-Landespokal
Magdeburger Lokalderby heute im Mittelpunkt
Von Uwe Tiedemann



Magdeburg. Ob Termin-Wirr-Warr, die Regelung, dass spätestens im Viertelfnale erste und zweite Mannschaft eines Vereins gegeneinander antreten müssen und somit ursprüngliche Auslosungen hinfällig wurden oder die Streichung der Reserveteams für die kommende Serie – selten hat es um den Fußball-Landespokal so viel Diskussionsstoff wie in dieser Saison gegeben.
Heute nun sollen die restlichen drei Viertelf nals stattf nden – im Blickpunkt dabei das Magdeburger Lokalderby zwischen Verbandsligist MSV 90 Preussen und Regionalligist FCM (Beginn 18 Uhr, Germerstadion).
Ferner stehen sich in Völpke – wo nach dem Schlusspf ff auch das Halbfnale ausgelost wird - der gastgebende TSV und GW Wolfen sowie SV Braunsbedra und Germania Halberstadt gegenüber (Anstoß hier jeweils um 17.30 Uhr) . Germanias Oberliga-Kicker waren erst am vergangenen Sonntag im Achtelf nal-Nachholspiel gegen den FCM (0:2) im Einsatz, „vertraten“ da die eigene zweite Mannschaft und können nunmehr einen erneuten Anlauf nehmen.
Als erster hatte sich der Hallesche FC am 25. März im vereinseigenen Duell gegen den HFC II fürs Halbf nale qualif - ziert (1:0). Wie Pokalspielleiter Klaus Ebeling gestern erklärte, soll die Runde der letzten vier am 22. oder 29. April – jeweils ein Mittwoch – ausgetragen werden. „Damit den Klubs ein wenig mehr Variationsmöglichkeiten bleiben. Ein Wochenende war nicht mehr machbar. Da sind alle Termine weg“, betonte Ebeling, der darauf verwies, dass auch das Finale an einem Mittwoch stattfndet – am 27. Mai, und das wiederum in Magdeburg.
Cupverteidiger HFC war seinerzeit zwar zugesichert worden, dass bei einer erneuten Finalteilnahme Halle den Zuschlag als Austragungsort erhält, aber aufgrund des fehlenden Flutlichts im Wabbelstadion blieb erneut nur die Landeshauptstadt übrig.
Auch das Magdeburger Germerstadion verfügt über kein Flutlicht, doch Ebeling bleibt gelassen: „Sicherlich sind wir hier ein Risiko eingegangen. Aber ich gehe davon aus, dass der Club in der regulären Spielzeit gewinnt. Und wenn nicht – Sonnenuntergang ist erst um 20.24 Uhr ...“
In der Tat ist der FCM (ohne den an der Lippe verletzten Gewelke) haushoher Favorit und will seinem neuen Trainer Steffen Baumgart den zweiten Sieg im zweiten Pf ichtspiel bescheren.


Fußball-Landespokal: MSV 90 Preussen empfängt um 18 Uhr den Regionalligisten 1. FC Magdeburg
Hannemann: „Wir wollen lange gegenhalten!“
Von Roland Schulz



Sudenburg. Als letzte der noch ausstehenden drei Begegnungen im Viertelfinale des Fußball-Landespokales wird heute Abend das mit Spannung erwartete Lokalderby zwischen Gastgeber und Verbandsligist MSV 90 Preussen und dem Regionalligisten 1. FC Magdeburg angepfiffen. Beginn ist um 18 Uhr im Heinrich-Germer-Stadion.
Bei den Preussen drehte sich in den vergangenen Stunden alles um die Vorbereitung dieses Spieles, musste vieles von den ehrenamtlichen Kräften organisiert werden. Wie der erst kürzlich in seinem Amt bestätige Abteilungsleiter Klaus-Dieter Theise gestern mitteilte, öffnen die Tageskassen heute um 16.30 Uhr. „Ab 16.45 Uhr können die Fans ins Stadion rein.“ Theise verwies zudem darauf, dass zum Rahmenprogramm auch eine Tombola gehört, zu der Preussen-Hauptsponsor Stadtsparkasse hochwertige Preise gestiftet hat: „Interessenten sollten ein Programmheft erwerben. Mit der darauf befi ndlichen Nummer nimmt man an der Verlosung teil.“
Sportlich sehen sich die Sudenburger, die seit Beginn der Saison in einem Umformierungsprozess stehen, als klarer Außenseiter. „Schon auf Grund unserer Zusammensetzung und der Spielklassenzugehörigkeit ist der Club Favorit“, sieht Trainer Dirk Hannemann die Ausgangslage. „Wir wollen so lange wie möglich mithalten und gelegentliche Konter setzen“, so der Trainer weiter. Was die Sudenburger keinesfalls wollen, ist eine klare und eindeutige Niederlage. Dadurch könnte die junge und unerfahrene Mannschaft in ein Formtief fallen.
Zu seinen personellen Absichten befragt, äußerte sich der ehemalige Clubspieler folgendermaßen: „Es wird eng werden, aber zum Anpfiff haben wir eine spielfähige Mannschaft beisammen.“


Fußball-Oberliga
FCM II: Mit Sieg die Abstiegsränge verlassen



Magdeburg (rsc). In einem Nachholspiel der Fußball-Oberliga Süd stehen sich heute Abend ab 17.30 Uhr der Tabellendreizehnte FC Eilenburg (18 Punkte) und der Vorletzte, 1. FC Magdeburg II (16), im Eilenburger Ilburg-Stadion gegenüber. Ein Blick auf die bisherige Punktausbeute verdeutlicht: Mit einem Sieg könnte die Clubzweite die Abstiegsränge verlassen.
„Nach der guten Leistung in Auerbach zählt in diesem Spiel nichts anderes“, erklärt Co-Trainer Mario Mittendorf. Zumal nach Trainer-Einschätzung die „Mannschaft jetzt den Abstiegskampf angenommen hat.“ Personell müssen Trainer Andrzej Wojcik und sein Co auf Kauffmann (Rot-Sperre) und Loth (Sperre nach 5. gelber Karte) verzichten. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz des angeschlagenen N`Dombasi. Dafür werden auf eigenem Wunsch Dragusha, Tischer und Georgi aus der „Ersten“ aufl aufen.

8.April 2009

1. FCM morgen im Pokal-Viertelf nale gegen Preussen Magdeburg
Mit Leidenschaft das Spiel an sich reißen
Von Klaus Kahmann



Magdeburg. In einer sogenannten englischen Woche müssen die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg zu Ostern gleich doppelt ran. Erst gilt es am Donnerstag – Anpf ff im Germerstadion 18 Uhr – im Viertelf nale des Landespokals gegen die Magdeburger Preussen zu bestehen. Dann steht am Ostersonntag das Punktspiel beim VFC Plauen ins Haus.
„Das Spiel in Plauen rückt erst einmal noch in den Hintergrund. Zunächst müssen wir im Pokal in Magdeburg bestehen“, konzentriert sich FCM-Trainer Steffen Baumgart erst einmal ganz und gar auf die Aufgabe vom Donnerstag.
„Es hat ja im Vorfeld dieses Lokalderbys einige Irritationen gegeben, so dass die Gastgeber – ähnlich wie ja auch zuvor die Halberstädter – aus dem Spiel ganz gern eine heikle Kiste für uns machen wollen“, sieht der FCM-Coach seine Mannschaft zwar im Germerstadion als klaren Favoriten, ergänzt jedoch: „Ich weiß aber auch, dass dieses Spiel ganz bestimmt kein Selbstläufer wird. Doch in Halberstadt hat meine Mannschaft schon recht viel von dem umgesetzt, was wir besprochen haben. Wenn sie nun gegen die Preussen noch zulegen kann, sollten wir auch das Halbf nale erreichen“, ist Baumgart recht optimistisch.
„Laufen und mit Leidenschaft in die Zweikämpfe gehen. Das waren unsere Trümpfe in Halberstadt. Darauf setze ich auch im Spiel am Donnerstag. Sicher waren wir in Halberstadt spielerisch bei weitem nicht so gut wie das in Sachen Laufbereitschaft der Fall war, aber durch dieses leidenschaftliche Herangehen haben wir schließlich das Spiel an uns gerissen. Das sollte uns nun am Donnerstag möglichst noch schneller gelingen, um den Gastgeber recht bald unser Spiel aufzuzwingen“, erwartet der Trainer seine Truppe wieder voll engagiert.
Auf Kapitän Daniel Rosin angesprochen, der ja in Halberstadt verletzt fehlte, wirft Baumgart dann doch den Blick schon voraus: „Daniel steht wieder zur Verfügung. Ich weiß aber noch nicht, ob er von Anfang an mitspielen wird. Mit Sicht auf das Spiel am Ostersonntag möchte ich das mit ihm noch besprechen, ehe ich hier meine Entscheidung fälle“, so Baumgart.

Fußball-Oberliga
Wieder viel Lob für FCM-Zweite trotz Niederlage



Magdeburg (mmi/rsc). Am 22. Spieltag der Fußball-Oberliga Süd kassierte Neuling 1. FC Magdeburg II am vergangenen Sonntagnachmittag beim neuen Spitzenreiter VfB Auerbach eine knappe 1:2 (0:1)-Niederlage. Schuch (12.) und Schuster (50.) brachten die Voigtländer mit 2:0 in Front. Sören Osterland gelang drei Minuten vor dem Abpfi ff nur noch der Anschlusstreffer.
Wie sich das Bild doch immer wieder gleicht. Wieder einmal bekam der Aufsteiger ob seiner couragierten Spielweise gute Kritiken. Wieder hatte er das Spiel ausgeglichen gestalten können. Wieder hatte der FCM II mehrheitlich Spielanteile auf der Habenseite. Wieder stand er am Ende ohne Punkte da.
Die über 600 Zuschauer im Götzschtal sahen eine über weite Strecken gute Partie und einen neuen Tabellenführer obendrein. Die Gastgeber begannen stark, drängten auf die frühe Führung. Diese gelang nach einigen Unzulänglichkeiten in der Magdeburger Hintermannschaft. Schuch konnte nach Kopfballablage aus wenigen Metern ungehindert einschieben.
Von diesem Rückschlag wenig geschockt, fing sich die junge Magdeburger Elf, erarbeitete sich mehr und mehr Spielanteile. Aber wie so oft in dieser Serie sollten die wenigen Chancen ungenutzt bleiben. Erst scheiterte der aufgerückte Taylor, dann verzog Tietz. Zudem wurde der Treffer von Weiß wegen angeblicher Abseitsstellung nicht gegeben.
Nach der Pause war wieder der Gastgeber wacher und engagierter. Mit der Tabellenführung vor Augen drängten die Hausherren auf das zweite Tor, welches Schuster mit einem sehenswerten Kopfballtreffer nach Freistoßflanke nach 50 Minuten auch erzielte.
Nun zogen sich die Götzschtaler weit in ihre Hälfte zurück, übergaben das Spiel mehr und mehr den Gästen. Diese wussten zwar wiederum zu gefallen, vergaßen aber den entscheidenden Pass oder Abschluss. So ergaben sich immer wieder Kontermöglichkeiten für die Hausherren, die aber leichtfertig vergeben wurden oder bei Geisthardt im FCM-II-Tor endeten. In der 87. Spielminute keimte noch mal Hoffnung im Clublager auf, als Osterland nach herrlicher Dentz-Ablage zum Anschluss traf. Mehr sollte aber nicht mehr gelingen.
1. FC Magdeburg II: Geisthardt – Weiß, Werner, Taylor, Knöfler, Loth, Göres (55. Dentz), Osterland, Tietz (55. Girke), Herold, N´Dombasi (81. Schmidt).

Preussen-Unmut über Rahmenbedingungen

Fußball-Landespokal, Viertelfinale

Sudenburg (rsc). Die Gemüter beim Fußball-Verbandsligisten MSV 90 Preussen haben sich ob des kurzfristig auf Gründonnerstag festgesetzten Termins für das Viertelfinalspiel im Fußball-Landespokales gegen den Lokalkontrahenten und Regionalligisten 1. FC Magdeburg immer noch nicht ganz beruhigt (Volksstimme berichtete). Vor allem geht es den Sudenburgern dabei um die Art und Weise, wie mit den Amateuren umgegangen wird.
Landespokal-Staffelleiter Klaus Ebeling kann die Aufregung nicht ganz verstehen. „Seit vier Wochen ist der Termin 9. April den eventuell betroffenen Vereinen bekannt. Auf Grund der Verlegung des FCM-Punktspieles in Plauen von Sonnabend auf Sonntag durch die sächsische Polizei ist nun einmal kein Spiel am Montag möglich. Um im Terminrahmen zu bleiben, war nur noch der Gründonnerstag möglich.“
Dem widersprach Preussen-Abteilungsleiter Klaus-Dieter Theise vehement. „Den Gründonnerstagtermin kenne ich erst seit Sonntag kurz nach Spielschluss in Halberstadt. Da wurde er mir telefonisch mitgeteilt.“
Laut Rahmenterminplan wäre am kommenden Sonnabend eigentlich Pokaltag. Da sollte aber eigentlich schon das Halbfinale ausgetragen werden. Dass man nun so im Verzug ist, liegt daran, das der FCM im Oktober des vergangenen Jahres sein Anrecht auf Spielverlegung des Halberstadt-II-Matches wahrnahm, da einer ihrer Akteure aus dem damals 21 Mann starken Kader für die Landesauswahl abgestellt werden musste. In zwei weiteren Anläufen fand das Spiel auf Grund widriger Wetterverhältnisse nicht statt.
„So ein Spiel gegen den Club sollte eigentlich ein Jahreshöhepunkt im Vereinsleben sein, sowohl für den Verein selber als auch für die Spieler. Auf Grund der Kurzfristigkeit und der ganzen Umstände ist dies aber nicht gegeben. Mit unserem ehrenamtlichen Mitarbeiterstab müssen wir nun innerhalb weniger Tage die gesamte Logistik stemmen“, so ein enttäuschter Theise weiter.
„Zudem sei nicht klar, ob alle Spieler pünktlich zur Spielvorbereitung da sein können.“ Dabei kam der Landesverband den Preussen bereits um eine halbe Stunde entgegen. „Probleme wird es bei unseren Montagearbeitern Christian Behr und Torsten Kühnast geben“, so Theise weiter. Wer weiß, dass beide eigentlich unverzichtbarer Bestandteil der Preussen-Abwehr sind, kann den Unmut des Funktionärs verstehen.

7.April 2009

Landespokal-Viertelf nale Preussen – FCM am Donnerstag, 18 Uhr, im Germerstadion
Beim Elfmeterschießen könnte es schummrig werden
Von Klaus Renner



Magdeburg. Viel Lärm um 30 Minuten. Das ursprünglich für Gründonnerstag, 17.30 Uhr, angesetzte Viertelfnale des Fußball-Pokals Sachsen-Anhalt zwischen den Preussen Magdeburg und dem 1. FCM wird nun endgültig um 18 Uhr angepfffen. Das legte gestern der Pokalspielleiter des Fußball-Verbandes Sachsen-Anhalt, Klaus Ebeling fest: „Beide Vereine konnten sich nicht auf einen anderen Termin einigen, also bleibt es beim Regelspieltag Donnerstag, den 9. April.“
Ebeling war dem Ansinnen von Verbandsligist Preussen lediglich insofern entgegengekommen, dass der Anstoß im Germerstadion 30 Minuten nach hinten verlegt wurde.
Zwischenzeitlich hatten die Preussen (Abteilungsleiter Klaus-Dieter Theise: „Bei uns sind einige Spieler im Schichtdienst tätig und können nicht kurzfristig freinehmen.“) den 14. April vorgeschlagen. Theise war auch gestern nicht ganz zufrieden: „Wir spielen unter Protest, weil unser Vorschlag 14. April nicht akzeptiert wurde.“
Dagegen argumentiert FCMGeschäftsführer Bernd Hofmann so: „Unser Regionalligaspiel beim VFC Plauen wurde vom 11. auf den 12. April verschoben, da Dynamo Dresden am 11. April ein Heimspiel hat und die Polizei ihr Veto gegen die gleichzeitig stattf ndenden Partien eingelegt hat. Verständlich, dass wir nicht am 12. in Plauen und zwei Tage später schon wieder im Pokal antreten wollen.“
Die Preussen fügen sich grollend und haben nun das Problem, übermorgen ihr Team vollzubekommen. Theise überlegt: „Ursprünglich konnten sechs Spieler nicht, jetzt sind es nur noch zwei. Ich rede persönlich mit deren Chefs.“ Und dann doch etwas versöhnlicher: „Gründonnerstag ist ja auch nicht so schlecht, da steht das Wochenende bevor.“
Zeitlich knapp dürfte es im Fall einer Verlängerung bzw. eines Elfmeterschießens werden, denn für Magdeburg ist der Sonnenuntergang für Donnerstag um 20 Uhr angesagt …
Eintrittskarten sind im FCMFanshop, Guerickestraße (10 bis 18 Uhr) und in der Preussen-Geschäftsstelle in der Salzmannstraße 34 (10 bis 17 Uhr), erhältlich. Preussen-Abteilungsleiter Theise rechnet mit rund 2000 Zuschauern.

6.Apri 2009

1. FC Magdeburg zieht durch 2:0 bei Germania Halberstadt II ins Landespokal-Viertelf nale ein
Racanel avanciert zum Matchwinner
Von Uwe Tiedemann

Zwei Tore von Racanel bescherten gestern Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg und seinem neuen Trainer Steffen Baumgart einen 2:0 (0:0)-Erfolg bei Germania Halberstadt II und damit den Einzug ins Landespokal-Viertelfnale, wo nun Lokalrivale Preussen Magdeburg auf den Club wartet (siehe auch nebenstehender Bericht).
Halberstadt. Wer sich gestern im gut gefüllten Friedensstadion auf einen rassigen Pokalfght gefreut hatte, wurde bitter enttäuscht. Die Partie stand auf schwachem Niveau, viele Fouls, Fehlpässe und Fauxpas‘ kennzeichneten die 90 Minuten, hinzu kam der holprige Rasen. „Das war schon recht dünn, auch Magdeburg hat als Favorit spielerisch wenig gezeigt“, resümierte in Zivil der lange erkrankte Halberstädter Mittelfeldakteur Gerlach, der kürzlich wieder ins Training eingestiegen ist.
Bei den Platzherren, die erwartungsgemäß mit der kompletten Oberliga-Truppe angetreten waren und ordentlich begannen, machte sich vor allem das verletzungsbedingte Ausscheiden von Hosenthien negativ bemerkbar. Danach stand die Defensive längst nicht mehr so sicher wie zu Beginn.
Gegen Ende der ersten Hälfte bekam der Club das Match besser in den Griff, doch klare Chancen blieben bis zum Pausenpf ff Mangelware.
Dann die 50. Minute: Nach Foul an Vujanovic zirkelte Racanel den fälligen 20-m-Freistoß ins kurze Eck zum 0:1. Nun endlich kam „Leben in die Bude“, doch insgesamt blieben die Platzherren vorne zu harmlos. VfB-Keeper Kischel ärgerte sich vor allem über das Gegentor: „Die Partie war weitgehend ausgeglichen. Individuelle Fehler haben das Spiel entschieden. Dabei wussten wir um die Standard-Stärke bei Magdeburg.“
Nach 73 Minuten war nach Vorlage von Vujanovic erneut Racanel zur Stelle und besorgte aus kurzer Distanz das vorentscheidende 0:2: „Nach all den Turbulenzen in jüngster Vergangenheit war wichtig, dass wir eine Runde weitergekommen sind. Es hieß ja schon, wir seien eine charakterlose Mannschaft. Heute haben wir bewiesen, dass das nicht so ist.“ Kapitän Beer meinte: „Man darf nicht vergessen, dass Halberstadt mit der kompletten ,Ersten‘ gespielt hat, wir aber trotzdem wenig zugelassen haben. Ruhe wird allerdings bei uns nicht einkehren, denn es geht ja umgehend weiter.“
FCM-Präsident Rehboldt sprach von einem „glanzlosen Pf ichtsieg, bei dem hinten die Null stand und vorne zumindest in der zweiten Halbzeit eine aufsteigende Tendenz zu erkennen war“. Dem müden Kick passte sich im Übrigen auch der Unparteiische an, der nicht nur bei der Tätlichkeit von Binsker an Bauer, die statt Gelb zwingend Rot hätte nach sich ziehen müssen, daneben lag (77.) ...
Während Baumgart „insgesamt zufrieden“ war und sich darüber freute, dass „die Tore zum richtigen Zeitpunkt f elen“, bedauerte Kollege Dirk Kanter, dass seiner Elf mitunter „der nötige Mut im Abschluss gefehlt habe“.
Germania II: Kischel - Binsker, Kopp, Gottwald, Hosenthien (29. Luck), Pölzing (87. Höbbel), Weichert, Rode (73. Reitzig), Sommermeyer, Kalbus, Eggert FCM: Beer - Probst, Prest, Gewelke (46. Bauer), Bankert, Watzka, Zander, Neumann, Racanel, Vujanovic, Braham (83. Matthias)
Schiedsrichter: Schweinefuß (Rieder). Zuschauer: 1536. Tore: 0:1, 0:2 Racanel (50./73.). Gelb: Rode / Zander, Braham

Preussen Magdeburg kontra FCM
Streit um Pokaltermin

Halberstadt/Magdeburg (ut). Kaum steht fest, dass im Landespokal-Viertelfnale der FCM bei Preussen Magdeburg antreten muss, gibt‘s Zoff um den Termin.
Der Verbandsligist läuft Sturm gegen den vom Verband (FSA) festgelegten Termin am Grün-Donnerstag (17.30 Uhr). „Bei uns sind einige Spieler beruf ich im Schichtdienst tätig, können so kurzfristig nicht freinehmen. Wir lehnen Donnerstag strikt ab. Ein Unding, wie man mit Amateuren umgeht“, schimpfte Preussen-Abteilungsleiter Klaus-Dieter Theise, der den 14. April vorschlägt.
Der FSA hatte den Donnerstag angesetzt, nachdem feststand, dass das FCM-Punktspiel in Plauen vom Ostersonnabend auf Ostersonntag verlegt worden war. Ob die Preussen mit ihrem Anliegen jedoch Erfolg haben, ist fraglich. FSA-Pokalspielleiter Klaus Ebeling: „Wenn sich beide Vereine nicht einigen können, bleibt es beim Donnerstag.“
Unabhängig vom Termin, so Theise, beginne aber ab heute der Vorverkauf (Geschäftsstelle über 0391/6214927 und FCM-Fan-Shop, Guerickestr.) für das Spiel.
In den übrigen Partien treffen – ebenfalls Donnerstag – Braunsbedra und Germ. Halberstadt sowie Völpke und Wolfen aufeinander. Bereits qualifziert fürs Halbf nale hatte sich der HFC I mit einem 1:0 gegen die eigene Zweite

1. FC Magdeburg II
Gut gespielt, aber verloren

Magdeburg (rsc). Am 22. Spieltag der Fußball-Oberliga Süd unterlag der 1. FC Magdeburg II beim neuen Spitzenreiter VfB Auerbach gestern knapp mit 1:2 (0:1). Vor 600 Zuschauern brachten Schuch (12.) aus Nahdistanz und Schuster (50.) per tollem Kopfball den Gastgeber mit 2:0 in Front. Sören Osterland konnte drei Minuten vor Ultimo noch den Anschlusstreffer markieren.
Nach dem frühen 1:0 zog sich der Gastgeber zurück, blieb sehr passiv. Dagegen drängte die Magdeburger Clubreserve auf den Ausgleich. Doch vergaben Tobias Tietz und René N‘Dombasi ihre Möglichkeiten. Als dann Marvin Taylor zum 1:1 traf, hatte der Linienrichter wegen einer angeblichen Abseitsposition etwas dagegen. „Wir haben ob unserer Spielweise wieder viel Lob erhalten. Doch damit holt man keine Punkte“, so FCM-II-Trainer Andrzej Wojcik.
1. FC Magdeburg II: Geisthardt – Weiß, Loth, Knöfler, Osterland, Göres (54. Dentz), Tietz, (54. Gierke), Herold, Werner, Taylor, N‘Dombasi (80. Schmidt).


4.April 2009

Vorharzer mit Oberligateam gegen favorisierten FCM

Achtelfinale im Fußball-Landespokal zwischen Germania Halberstadt II und dem 1. FC Magdeburg

Nach drei erfolglosen Anläufen steigt am morgigen Sonntag (Anpfff im Friedensstadion 14 Uhr) nun endlich das Spiel im Landespokal-Achtelf nale zwischen der gastgebenden Elf des Landesligisten VfB Germania Halberstadt II und dem favorisierten Regionalligisten 1. FC Magdeburg.
Halberstadt. Der Zufall will es, dass knapp 14 Monate nach dem ersten Pfichtspiel des 1. FC Magdeburg unter Trainer Paul Linz nun auch Steffen Baumgart als neuer Mann auf dem FCMTrainerstuhl seine erste Pf ichtpartie im Pokal in Halberstadt absolviert. Linz hatte damals aber auch offziell den Oberligisten (3:2-Sieg des FCM in der Verlängerung) zum Gegner.
Seit Oktober warten die Gastgeber nun schon auf dieses Fußballfest. Bei Dirk Kanter, dem Trainer der zweiten Mannschaft von Germania Halberstadt, ist die Vorfreude begrenzt: „Es überwiegt die Anspannung.“ Auf aufen werden wohl – wie es FCM-Trainer Steffen Baumgart schon gestern in der Volksstimme vermutetet – in erster Linie Akteure des Oberligakaders, denn so Kanter: „Wir werden das bestmögliche Aufgebot, das nach FSA-Regularien spielberechtigt ist, auf den Rasen schicken.“
Man darf also davon ausgehen, dass das Gros der Startelf dem der letzten Wochen, in denen Germania Halberstadt gegen Wolfen und daheim gegen Rot-Weiß Erfurt II erfolgreich war, sehr ähneln wird. Als Knackpunkt im Spiel gegen den FCM sieht Kanter die Einstellung seiner Mannschaft: „Die, die spielen, müssen mental bereit sein und sich der Verantwortung gegenüber den Zuschauern und dem Verein bewusst sein. Alle erwarten ein hochklassiges und spannendes Pokalspiel. Im Vordergrund steht bei den Spielern aber die Freude über so eine Partie. Die Chance, hier in Halberstadt mal wieder für eine positive Fußballstimmung zu sorgen, ist eindeutig gegeben – mit entsprechender Konzentration und Motivation, die ich nicht in Frage stelle, sollte so ein Fußballfest umsetzbar sein.“ Seinem Trainerkollegen Steffen Baumgart wünscht Kanter alles Gute, „aber erst am Montag, wenn unser Spiel beendet ist“.
Engagement und Kampfgeist sind auch für FCM-Kapitän Daniel Rosin wichtige Voraussetzungen, um als Sieger den Platz verlassen zu können. „Es hat noch nicht einmal unbedingt etwas mit dem neuen Trainer zu tun, dass wir in Halberstadt gewinnen wollen. Das wäre auch so unser Ziel gewesen“, ist sich der Deckungsspieler sicher. „Wer am Ende den Landespokal holen will, muss auch in Halberstadt gewinnen, egal mit welcher Mannschaft der Gegner da aufäuft“, heißt die Parole für ihn Sieg. „Wenn der Trainer gegenüber der Volksstimme sagte, dass die Mannschaft im Training gut mitzieht, voll konzentriert ist, dann kann ich das nur bestätigen. Jeder will seine neue Chance nutzen, sich ins Stammteam zu spielen. Das gab es natürlich auch unter Trainer Paul Linz. Aber die Karten waren da zum Teil schon vergeben. Jetzt werden sie neu gemischt. Und schon in Halberstadt werden alle zeigen, dass sie hier nicht zu kurz kommen wollen.“
Fehlen wird bei den Magdeburgern Mats Wejsfelt, der gestern am linken Unterschenkel operiert werden musste.


Als Außenseiter nach Auerbach

Magdeburg (hma). Anders als am vorigen Wochenende, wo der die Reserve des 1. FC Magdeburg mit dem 3:1 daheim gegen den VfB Pößneck mit dem 3:1-Erfolg einen Befreiungsschlag landete, geht der Oberligist am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) bei Tabellendritten VfB Auerbach als krasser Außenseiter ins Rennen.
„Unsere Außenseiterrolle hat den Vorteil, dass wir nichts zu verlieren haben, frei aufspielen können“, gewinnt FCM-Trainer Andrzej Wojcik der Situation auch etwas Positives ab. Allerdings kann die Truppe nicht mit großer Verstärkung aus der ersten Mannschaft hoffen, denn die spielt zum gleichen Zeitpunkt im Pokal in Halberstadt.
Die Auerbacher, die laut Wojcik eine „homogene Truppe bilden“, haben seit ihrer 1:3-Niederlage am dritten Spieltag in Bautzen keine Partie mehr verloren.

3.April 2009

Fußball-Landespokal: 1. FC Magdeburg am Sonntag beim VfB Germania Halberstadt II
Baumgart rechnet mit „oberligareifem Landesligateam“
Von Klaus Kahmann



Magdeburg. Am Sonntag steht dem Fußball-Regionalliga-Team des 1. FC Magdeburg der erste echte Test unter dem neuen Trainer Steffen Baumgart ins Haus. Im drei Mal verschobenen Landespokal-Achtelf nale tritt die Mannschaft um 14 Uhr beim Landesliga-Fünften VfB Germania Halberstadt II an.
„Ich glaube, diese Landesligatruppe wird wohl eher Oberliganiveau haben“, deutet Baumgart schon einmal an, dass er mit einer Mannschaft rechnet, die mit Spielern des Oberligisten gespickt sein wird. Zumal die Oberliga-Truppe schon am Mittwoch 2:0 gegen Grün-Weiß Wolfen gewann und am Wochenende spielfrei ist. „Egal, ob das nun mehr Halberstadt I oder Halberstadt II ist, wir wollen den Pokal und das heißt, wir müssen erst einmal in Halberstadt gewinnen“, zählt für Baumgart nur ein Sieg bei den Vorharzern. „Wir wissen, dass die Halberstädter kampfstark und robust sind. Aber wir wissen auch, dass wir die bessere Mannschaft haben“, impft der FCM-Coach seinen Jungs Selbstbewusstsein ein.
Danach befragt, welche Eindrücke er nach den ersten beiden Trainingseinheiten habe, meinte Baumgart: „Die Mannschaft zieht im Training gut mit, ist sehr konzentriert. Das ist natürlich bei einem neuen Trainer immer so. Ich hoffe, dass es auch so bleibt. Dann sind unsere Ziele besser zu erreichen. Ich denke, ich lag mit meiner ersten Einschätzung richtig, als ich sagte, dass das Team gut ist und eine ganze Menge bewegen kann. Und das erste wollen wir in Halberstadt bewegen“, unterstreicht der FCM-Trainer sein Vertrauen in die Mannschaft.
„Eine ganze Reihe von Spielern kenne ich ja schon aus meiner Zeit beim 1. FC Magdeburg. Andere wiederum nicht. Die muss ich noch weiter kennenlernen. Mit Frank Windelband wollen uns als Trainergespann dieser Tage zusammensetzen und besprechen, wer welche Position in unserem System besetzen kann“, so Baumgart.
Zum Spielsystem selbst – ob zum Beispiel das unter Trainer Paul Linz bevorzugte 4-4-2 beibehalten wird – wollte sich der Trainer zu diesem Zeitpunkt noch nicht äußern. „Da lassen wir uns mal überraschen. Aber eines ist sicher, die elf, die da am Sonntag als erste für uns in Halberstadt aufaufen, sind ganz starke Jungs. Und die, die danach reinkommen, auch“, lässt sich Baumgart vorerst nicht weiter in die Karten schauen. Wer in Halberstadt endgültig sein Vertrauen genießt, wird sowieso erst am Sonnabend entschieden.

Fußball-Oberliga Süd: 1. FCM II gastiert am, Sonntag beim VfB Auerbach
Wojcik-Team beim Dritten nur Außenseiter



Magdeburg (rsc). Am 22. Spieltag der Fußball-Oberliga muss Aufsteiger 1. FC Magdeburg II am Sonntag beim Tabellendritten VfB Auerbach 1906 antreten. Anstoß im VfB-Stadion am Auerbacher Ziegelei-Weg ist um 14 Uhr.
Für FCM-II-Trainer Andrzej Wojcik ist die Ausgangslage klar. „Das wird ein ganz schweres Spiel für uns. Wir gehen als klarer Außenseiter in die Begegnung. Das hat aber auch den Vorteil, das wir nichts zu verlieren haben, völlig unbekümmert in die Begegnung gehen können.“
Der VfB hat gegenwärtig 37 Zähler auf seinem Konto, liegt damit um einen Punkt hinter dem Führungsduo Meuselwitz und Lok Leipzig auf dem dritten Rang. Allerdings haben die Voigtländer auch ein Spiel weniger ausgetragen als die beiden vor ihnen liegenden Teams.
„Auerbach stellt eine homogene Elf dar. Das sieht man auch daran, dass das Team erst ein Spiel verlor“, so Wojcik weiter. Diese ereilte den VfB bereits am 3. Spieltag beim 1:3 in Bautzen.
Nach der 0:2-Niederlage des Mitaufsteigers Grün-Weiß Wolfen am 1. April im vorgezogenen Punktspiel gegen den VfB Germania Halberstadt ist die Club-Zweite weiterhin punktgleich mit den Filmstädtern, belegt aber trotzdem noch den vorletzten Rang. So lautet denn auch die Devise vor dem Auerbach-Spiel: „Wir müssen jetzt die kleine Serie starten, die wir uns vorgenommen haben. Da wir beim VfB, wie gesagt, nichts zu verlieren haben, werden wir zwar nicht ganz so offensiv spielen wie zuletzt. Aber eben doch nach vorn“, so Wojcik, der sich am Donnerstag über den kurzfristigen Besuch seines ehemaligen Trainers Hans-Dieter Schmidt freute. Personell muss Wojcik auf den gesperrten Nils Kauffmann verzichten. Hinter dem Einsatz von Fabian Jahnel (Bauchmuskelprobleme) steht ein Fragezeichen.

2.April 2009

Die Maxime des neuen FCM-Trainers Steffen Baumgart:
„Laufen und Leidenschaft“
Von Rudi Bartlitz und Klaus Kahmann



Magdeburg. Beim 1. FC Magdeburg weht seit gestern ein etwas anderer Wind. Unter dem neuen Chefcoach Steffen Baumgart, der noch vor seiner off ziellen Präsentation am Mittag bereits das erste Training leitete, sollen alte (deutsche) Kicker-Tugenden wieder ganz großgeschrieben werden. „Laufen und Leidenschaft, damit fängt alles an“, so beschreibt der 37-Jährige, der den am Dienstag beurlaubten Paul Linz ersetzt, sein fußballerisches Credo.
„Ja“, sagte der Ex-Bundesliga-Prof (225 Partien für Hansa Rostock, den VfL Wolfsburg und Energie Cottbus), „Laufen, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft – das ist das, was ich von der Mannschaft erwarte.“ Die Spieler müssten wieder den oft zitierten „Dreck fressen“. Der gebürtige Rostocker, zuletzt aktiv beim Oberligisten Germania Schöneiche, drastisch: „Wer vom Feld geht und keine Schmerzen hat, der hat es auch nicht verdient zu gewinnen.“
Ab nächster Woche werde es auch in den Trainings-Abläufen „einige Veränderungen“ geben, kündigt der Coach an („Ich bestehe nicht darauf, dass mich die Spieler siezen.“). Einzelheiten wollte er nicht nennen. „Das sollen die Jungs von mir schon persönlich erfahren.“ Einiges, so viel ließ er jedoch durchblicken, werde sich „schon gewaltig ändern“.
Gerade den unbedingten Sieg-Willen „und das Feuer“ habe er im Team zuletzt vermisst, so der Mann, der nach den Worten von Manager Bernd Hofmann „Wunschkandidat des FCM“ war. Jetzt müsse es deshalb zuallererst darum gehen, die Mannschaft „wieder ins richtige Fahrwasser“ zu bringen. Baumgart: „Der FCM ist die beste Mannschaft in dieser Liga, das hat er in der Vergangenheit häuf g bewiesen.“
Bei der Leidenschaft, die in dieser Stadt für den Fußball herrsche, gehöre der FCM eigentlich ganz woanders hin. Und er fügt hinzu: „Es ist doch so, dass der Verein seit 20 Jahren nicht da steht, wo er hingehört.“
Er werde jedenfalls alle seine Kraft daransetzen, so Baumgart, dass diese Truppe „schnell wieder dahin kommt, wo sie hingehört“. Und, so schien es, so ganz hat er die (Aufstiegs-)Flinte doch noch nicht ins Korn geworfen. Noch stehen zehn Spieltage aus, rechnet er vor. „Es sind nicht unbedingt Spitzenteams, auf die wir da treffen. Alle zehn Begegnungen gewinnen – so sollten wir die Sache angehen.“
Auch wenn Baumgart, der weiter mit Frank Windelband als Co-Trainer arbeitet, zunächst nur einen Vertrag für 61 Tage besitzt („Über diese Laufzeit war ich mir mit dem Verein völlig einig. Wir wollen testen, ob es funktioniert.“), gehen seine Gedanken auch schon über den 30. Juni hinaus. „Im Sommer werden wir uns an einen detaillierten Aufbau ranmachen. Ich bin für alle modernen Trainings-Methoden offen, bekenne aber auch, dass ich einiges da für Blödsinn halte.“
Kein Blödsinn ist für den FCM unterdessen die Auslösung des noch bis Ende Juni 2010 laufenden Vertrages mit Linz. Manager Hofmann: „Wir werden mit ihm in den nächsten Tagen darüber reden, wie der Vertrag weitergeführt wird oder ob wir ihn aufösen.“ Wie die Volksstimme erfuhr, besitzt Linz noch Anspruch auf ausstehende Gehälter, die sich im sechsstelligen Bereich bewegen sollen.
Finanzielle Dinge dürften allerdings so ziemlich das Letzte sein, was den Trainer und sein Team in diesen Tagen umtreiben sollte. Da geht es nur darum, wie Hofmann sagte, „die PS wieder auf die Straße zu bekommen“.
Ob er daran denke, wurde Baumgart gestern von Journalisten gefragt, sich selbst einzuwechseln, wenn es denn partout nicht laufe. „Im Training werde ich auf jeden Fall noch mitwirbeln“, antwortete er. „Und ich habe unseren Zeugwart auch schon gebeten, ein Trikot mit meinem Namen anfertigen zu lassen. Nicht, dass ich unbedingt spielen will, aber vielleicht reicht es ja schon, wenn ich damit drohe ...“

Zertifizierung des FCM-Nachwuchsleistungszentrums und Eliteschule des Fußballs / NLZ-Leiter Müller:
Großer Imagegewinn und Planungssicherheit
Von Hans-Joachim Malli

Das Magdeburger Sportgymnasium und die Sportsekundarschule „Hans Schellheimer“ erhielten kürzlich den Status Eliteschule des Fußballs. Damit gehören die beiden Einrichtungen zu den nunmehr zwei Dutzend vom DFB und DFL lizenzierten Sportschulen in Deutschland, von denen sich sieben in den neuen Bundesländern befi nden.
Magdeburg. Die Freude war groß, als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor gut zwei Wochen verkündete, dass die beidenMagdeburgerSportschulen, die bereits „Eliteschulen des Sports“ sind, sich künftig auch Eliteschulen des Fußballs nennen dürfen. Wenn in den nächsten Tagen die entsprechenden Schilder an den Schulgebäuden angebracht werden, gibt es sicherlich ein kräftiges Händeschütteln und mögliches Zuprosten, hat der Erfolg doch mit den Schulen selbst, dem Kultusministerium, dem Fußballverband Sachsen-Anhalt, dem FCM und der Stadtverwaltung gleich einige „Väter“ aufzuweisen.
„Die Eliteschule des Fußballs ist der zweite bunte Punkt auf der grauen Fußball-Landkarte Sachsen-Anhalts nach dem Nachwuchsleistungszentrum beim FCM“, erklärt dessen Leiter Carsten Müller, der dem NLZ beim Club seit Juli 2007 vorsteht. „Damals ging es uns um Standortsicherung, jetzt haben wir als NLZ die Lizenz vom DFB und DFL, was neben dem ungehörigen Imagegewinn auch ganz praktische Bedeutung hat“, sagt Müller und verweist auf die Möglichkeit, mit Unter-18-Jährigen bereits Förderverträge abzuschließen und zusätzliche Gelder zu erhalten.
So haben die FCM-Talente Dominik Schumann (U 16), Julien Baum, Phillip Blume, Matthias Buschkowiak und Benjamin Girth (alle U 17) nach einer Talenteprognose Förderverträge erhalten, können nun nicht mehr von Profivereinen für „nen Appel und nen Ei abgeworben werden“, wie es früher nicht selten der Fall war. Und die Zertifi zierung des NLZ brachte dem FCM auch zusätzlich 50 000 Euro vom DFB.
Um lizenziertes Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) zu werden, sind natürlich Voraussetzungen nötig. Müller zählt auf: „Jede unserer 13 Nachwuchsmannschaften hat zwei lizenzierte Trainer. Für das Training stehen neben dem Stadion drei Kunstrasen- und zwei Rasenplätze, davon vier mit Flutlicht, zur Verfügung. Dazu kommt im Mai das neue Funktionsgebäude, das die Stadt errichtet. In der Nähe befinden sich Schule, Internat und Sportmedizin.“
Das lizenzierte NLZ des FCM, der laut Präsidiumsmitglied Lutz Weiß gut zehn Prozent des Gesamtetats für die Nachwuchsarbeit ausgibt, war auch Voraussetzung, damit die Schulen den Status Eliteschulen des Fußballs erhalten. Während NLZ für die Clubs der 1. und 2. Bundesliga Pfl icht sind, haben darunter neben dem FCM derzeit nur noch Union Berlin und Holstein Kiel ein solches. „Nach den strengen Lizenzierungskriterien, die eine Kommission unter Leitung von Rolf Rüssmann vor Ort kontrollierte, waren wir in Magdeburg in der Gesamtwertung sogar besser als zehn Zweit- und zwei Erstligisten“, so Müller nicht ohne Stolz.
Der 37-jährige NLZ-Leiter weiß aber auch, so schön Imagegewinn und zusätzliche Gelder sind, „wichtig ist noch immer die individuelle Förderung von Talenten für den Club oder einen anderen Verein.“

1.April 2009

Paul Linz als Coach des 1. FC Magdeburg suspendiert
Neuer FCM-Trainer Baumgart: Wir werden richtig Gas geben
Von Klaus Kahmann

Das Präsidium des 1. FC Magdeburg hat eine Entscheidung getroffen: Paul Linz (53) wurde von seinen Aufgaben als Trainer entbunden. Für die sportlichen Geschicke der Regionalliga-Mannschaft ist ab sofort Steffen Baumgart (37) verantwortlich. Das Präsidium traf – so die Presseinformation – die Entscheidung nach sachlicher Analyse und in Absprache mit dem Aufsichtsrat.
Magdeburg. „Wir haben uns innerhalb weniger Wochen weit von unserem erklärten Saisonziel entfernt und se hen nicht tatenlos zu, dass sich Resignation ausbreitet“, sagte Präsident Volker Rehboldt. Die Mannschaft des FCM schaffte in diesem Jahr in sechs Regionalliga-Spielen nur einen Sieg.
„Während zunächst die Leistung unseren Ansprüchen an eine Spitzenmannschaft entsprach, obwohl die Ergebnisse ausblieben, war zuletzt ein deutlicher Abwärtstrend unübersehbar. Den wollen und müssen wir stoppen“, so Rehboldt weiter. Dieser negativen Entwicklung trägt der 1. FC Magdeburg mit seiner Entscheidung Rechnung.
„Für mich ist diese Aufgabe ein Traum und der ideale Einstieg in die Trainerlaufbahn. Nach Beendigung meiner aktiven Laufbahn als Spieler einen Verein wie den 1. FC Magdeburg mit seiner Tradition und seinen Ambitionen trainieren zu dürfen, ist Verpfichtung und Ehre zugleich. Ich weiß um die hohen Erwartungen und werde mich in diese Aufgabe stürzen. Die laufende Saison habe ich keineswegs abgehakt. Wir werden sowohl in Meisterschaft als auch im Landespokal noch einmal richtig Gas geben“, kommentierte Baumgart die Entscheidung und machte zugleich seine Einstellung als Trainer deutlich.
„Auf Grund der sportlichen Leistungen musste natürlich etwas passieren“, erklärte gestern Mannschafts-Kapitän Daniel Rosin. „Ich habe gern mit Trainer Paul Linz zusammengearbeitet und hätte auch gern mit ihm weitergemacht. Aber im Sport und speziell im Fußball wird man nun einmal an den Ergebnissen gemessen, und die waren schlecht. Jetzt heißt es, nach vorn blicken und das Beste aus der Situation herausholen. Ich denke, das ist auch im Interesse von Paul Linz“, macht Rosin keinen Hehl daraus, dass ihm die Trennung von Linz nicht leicht gefallen ist, er aber nun mit Baumgart an einem Strang ziehen will.
„Mit der Entscheidung für Steffen Baumgart bin ich sehr zufrieden“, so Gerd Dorn, Chef des ehrenamtlichen FCM-Fanrats. „Steffen Baumgart ist uns als Spieler noch gut in Erinnerung wegen seiner Leidenschaft und seines Engagements für den FCM. Ich erinnere nur daran, dass er – als ehemaliger Bundesligaspieler – sich nicht zu schade war, in der vorhergehenden Saison auch in unserer zweiten Mannschaft mitzuspielen und ihr so zum Oberliga-Aufstieg zu verhelfen.“
„Jetzt müssen wir nach vorn schauen, als nächstes Ziel den Pokalsieg anvisieren. Danach werden wir sehen, was noch zu erreichen ist“, meinte FCMTeamchef Mario Kallnik.

FCM-Präsident setzt große Hoffnung in den neuen Trainer
Rehboldt: „Baumgart jung, aber mit Profi -Erfahrung“
Von Klaus Kahmann

„Mit Steffen Baumgart haben wir einen jungen, aber prof erfahrenen Mann ausgewählt. Mit seinem Erfahrungsschatz als Spieler ist er geeignet, die Mannschaft wieder neu zu motivieren und nach vorn zu bringen“, begründete FCMPräsident Volker Rehboldt gegenüber der Volksstimme die Entscheidung für den ehemaligen FCM-Spieler.
Magdeburg. „Der 1. FC Magdeburg ist für mich eine der spielstärksten Mannschaften – wenn nicht gar die spielstärkste Mannschaft – dieser Regionalliga“, so Steffen Baumgart gestern über sein neues und ja auch altes Team. „Bei mir herrscht jetzt erst einmal Freude, aber auch Spannung. Es ist manchmal so im Fußball, dass eine Mannschaft ihr Potenzial nicht richtig abrufen kann. Ich will helfen, dass das Team wieder seine Stärke erkennt, an sich glaubt und damit auch weiß, worum es hier geht. Genug Ansätze dafür sind meines Erachtens vorhanden. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Spieler weit schneller wieder zu sich selbst f nden, als sie heute noch glauben“, geht Baumgart, dessen Vertrag vorerst bis Saisonende läuft, das neue Geschäft beim FCM absolut optimistisch an.
Gestern war er erst einmal für den FCM auf Spielbeobachtung. Ab heute übernimmt er das Training und wird 12 Uhr den Medien als neuer Trainer off ziell vorgestellt. Der 37-jährige Baumgart hat vor dreieinhalb Jahren seinen Trainerschein gemacht, aber bisher noch nicht als Trainer gearbeitet. „Als Spieler habe ich mich aber schon immer eingemischt“, so Baumgart zu diesem Thema.
Gemischte Gefühle ruft der Trainerwechsel bei Falko Graf vom FCM-Fanrat hervor: „Ich hatte privat gute Kontakte zu Trainer Paul Linz. Deshalb tut mir der Wechsel schon ein wenig weh. Es ist aber gut, dass das Präsidium hier schnell in die Gänge gekommen ist, und nicht – wie bei Dirk Heyne – zu lange gewartet hat. Wahrscheinlich hat Linz die Mannschaft nicht mehr erreicht, war er an dieser Stelle mit seinem Latein am Ende. Wir haben jetzt aber noch genügend Spiele, um die Mannschaft unter Trainer Baumgart für die neue Saison zu formen“, so Graf weiter.
Darauf angesprochen, dass ja eine ganze Reihe von mannschaftstragenden Spielern durch Paul Linz an die Elbe geholt wurden, reagierte der FCM-Präsident kurz und gelassen: „Jeder hat jetzt die Möglichkeit, sich mit guten Leistungen anzubieten, um einen neuen Vertrag zu bekommen.“
Zu jenen, die unbestritten Linz-Schützlinge sind, gehört Torjäger Najeh Braham: „Schade, dass der Trainer jetzt gehen muss. Paul Linz hat hier viel bewegt. Er hat immer hinter der Mannschaft gestanden. Aber am Ende zählt nur der Erfolg und den hat die Mannschaft nicht gebracht. Ich habe einen Dreijahresvertrag in Magdeburg und werde ihn erfüllen“, macht der Stürmer deutlich, dass er auch unter Trainer Baumgart alles geben will.
Ex-Trainer Paul Linz war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.