September 2009

" 300000 Euro ! " FCM will doch noch aufsteigen

Trotz Magdeburgs verkorkstem Saisonstart jubelt FCM-Boss Volker Rehboldt (41): „Eine erfolgreiche Woche, sportlich und finanziell."

Wie bitte? Sein Verein steht auf Rang 8, fünf Punkte hinter dem Aufstiegsplatz. Und die Zuschauerzahlen fielen dramatisch (2000 unter Schnitt).
Rehboldt: „Das 1:1 in Halle brachte uns in der Tabelle nicht nach oben. Aber mit 10 Mann so eine taktische Meisterleistung hinzulegen. bringt dich als Team nach
vorn. Die kritisierte Defensive ist jetzt unser Prunkstück.
Ich glaube wieder fest an den Aufstieg." Der Zuschauer-Rückgang soll nur vorübergehend sein: „In Halle haben wir eine Menge Kredit zurückgeholt." Rehboldt zu den Finanzen: „Es laufen Gepräche mit neuen Sponsoren und alten, die ihren Einsatz erhöhen wollen." Der Pool soll bis zum Winter von 180 auf über 200 Mitglieder anwachsen, Zusatzeinnahmen von 300 000 Euro bringen.

Ohnmächtiger Bauer : Welche Strafe droht ihm ?

Von MICHAEL NOWACK

Der DFB-Kontrollausschuss hat gestern das Strafverfahren gegen FCM-Mittelfeldturbo Daniel Bauer (26) eröffnet. Der hatte im Derby beim HFC (1:1) Rot gesehen. Laut Spielbericht wegen Nachtreten. Doch er war während der vermeintlichen Tätlichkeit bewusstlos.

Die Mindeststrafe liegt bei 6 Wochen. Doch die Richter haben ein Problem! Wie bestraft man einen bewusstlosen Täter? Ex-Fifa-Schiri Bernd Heynemann (55): „In meinen 30 Jahren an der Pfeife ist mir so was noch nicht untergekommen. Ein kniffliger Fall für das Sportgericht."
Stephan Oberholz (45, Leipzig) vom DFB-Sportgericht: „Mir sind schon ganz andere Ausreden zu Ohren gekommen." Er sagt aber auch: „Magdeburg und Herr Bauer haben jetzt die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben. Sollte ihre Version glaubhaft sein, könnte die Strafe um die Hälfte reduziert werden."
Selbst das wäre Trainer Steffen Baumgart noch zu hart .
Das Video zeigt,das Bauer übel gefoult wird, unkontrolliert zu Boden geht und mit der Wade leicht das Schienbein des Gegners berührt."
Ob das die Richter auch so sehen...?

Wirbel um Rot für Ohnmächtigen

Von MICHAEL NOWACK und KNUT STAHMER

Es war ein packendes Regionalliga-Derby in Sachsen-Anhalt: Trotz 65 Minuten in Unterzahl trotzte der 1. FC Magdeburg dem HFC vor 10254 Fans (3000 mitgereiste aus Magdeburg) ein 1:1 ab.
Der Aufreger des Tages in der 25. Minute: An der Mittellinie rauschen HFC-Kicker Rene Stark und FCM-Turbo Daniel Bauer mit den Köpfen zusammen! Bauer geht zu Boden, wird ohnmächtig, muss minutenlang behandelt werden und sieht plötzlich Rot!
Schiri Florian Steuer nach Abpfiff: „Mein Assistent Rene Kunsleben hat zwei Mal ein klares Nachtreten von Herrn Bauer gesehen. Ich musste so entscheiden."
Für Bauer die erste Rote Karte seiner Karriere! Und er ist völlig verdattert: „Ich kann ein Nachtreten weder bestätigen noch abstreiten. Ich war sofort nach dem Zusammenprall besinnungslos. Das erste, was ich nach dem Aufwachen sah, war die Rote Karte. Ich weiß nicht, was passiert ist."
Rene Stark steht ihm bei: „Da, da war eine leichte Berührung. Aber das war halb so wild und kein Nachtreten "
Der FCM hofft jetzt auf Milde des Sportgerichts für seinen ohnmächtigen „Rotsünder"...
Zum Spiel: Halle ging 1:0 (58., Schubert) in Führung, Magdeburg glich aus (75., Watzka).

Schädlich : Böllerwurf kostete HFC den Sieg

Oft können die Fans als 12. Mann ein Spiel entscheiden. Das war auch diesmal der Fall", sagte HFC-Präsident Dr. Schädlich nach dem Derby.
Was er meinte, passierte in der 70. Minute: Aus der rotweißen Kurve flog ein Böller und landete direkt neben Linienrichter Marc Frömel. Schiri Flori-
an Steuer unterbrach das Derby für fünf Minuten. Der FCM tankte neue Moral und Kraft, schaffte den Ausgleich. Und Halle bekam keinen Fuß mehr auf den Rasen.
Schädlich mutmaßte: „Ohne den Böller hätten wir 1:0 gewonnen. Aber irgendeiner meinte halt, dem Affen Zucker geben zu müssen."
In einem insgesamt absolut friedlichen Derby war das nicht die einzige Verfehlung der HFC-„Fans". Als der Bus der Gäste vorm Spiel zum Stadion rollte, wurde er mit roten Farbbeuteln beworfen. FCM-Chauffeur Detlef Lather holte den Schrubber raus.

FCM-Krach : Seguin sauer über Abwahl

Von MICHAEL NOWACK
Im „Wabbel" brennt wieder die Derby-Luft! 700 Polizisten und 200 Ordner sind im Einsatz, wenn heute (13.30 Uhr) die Erzrivalen Hallescher FC
und 1. FC Magdeburg aufeinander treffen.
Und ausgerechnet jetzt droht beim FCM Ärger! Auslöser: Die Aufsichtsratswahl vom Donnerstag, auf der Wolfgang „Paule" Se-guin (64) aus dem Gremium flog. Die FCM-Legende: „Ich bin schon im Vorfeld gewarnt worden, dass Heiner Bertram und ich nicht mehr im Aufsichtsrat erwünscht sind." Er vermutet: „Teile der Wähler wurden vorher geimpft. Ich finde das einen ganz schlechten Stil und ich werde das Präsident Rehboldt auch noch persönlich vorhalten."
46 Jahre FCM als Spieler. Teamleiter. Funktionär und Sponsor (ca. 250000 Euro in sieben Jahren) - und jetzt das! „Paule": „Ich war immer loyal. Aber jetzt, als normales Mitglied, kann ich den Verein auch offen kritisieren."
Präsident Volker Rehboldt (41): „Absurd! Niemand ist in der Lage, 247 Wähler zu beeinflussen. Ich bedauere das Ausscheiden von Herrn Seguin. Ich habe großes Interesse daran, ihn weiter an den Klub zu binden."
Nächste Woche wollen sich beide treffen...

Warum ? Baumgart redet den HFC stark

VON MICHAEL NOWACK und RONNY HARTMANN
Was ist denn mit dem los? Das Sachsen-Anhalt-Duell morgen (13.30 Uhr, Wabbel-Stadion) zwischen Halle und Magdeburg elektrisiert die Massen - nur Steffen Baumgart (38) hat das Derby-Fieber noch nicht gepackt.
Der FCM-Trainer: „Diese Erzfeindschaft mag ja bei den Fans ein Thema sein. Für mich ist das ein normales Spitzenspiel." Wie bitte? Über 10 000 Zuschauer im Stadion, explosive Stimmung, lautstarke Fangruppen aus beiden Vereinen. Eigentlich sollte Baumgart die Stimmung kennen - aus dem Landespokalfinale am 19. Mai. Da gewann sein Klub 1:0.
Dafür lobt der Coach den Gegner: „Respekt, was Halle in drei Jahren geleistet hat. Der HFC wird bis zum Schluss ganz oben mit dran sein." Aber morgen sollen die Punkte mit an die Elbe genommen werden.
Denn dann hätte der Neunte aus Magdeburg den Zweiten aus Halle aus Halle aufgrund der Tordifferenz überholt. Und dann wären beide nicht nur zweimal im Jahr auf dem Rasen Gegner, sondern würden sich in den nächsten Monaten ein wöchentliches Fernduell um den einzigen Aufstiegsplatz liefern.
• Gestern Abend wurde der Aufsichtsrat neu gewählt. Koch, Herdt, Nitschke, Petermann wurden im Amt bestätigt. Mitrenga, Pietsch und Nebeling sind neu dabei.

Bauer " Auf dem Platz bin ich ein Drecksack "

„Wir müssen an die Schmerzgrenze gehen", fordert FCM-Trainer Steffen Baumgart (37) immer wieder von seinen Spielern.
Genau so ein Typ ist der gebürtige Koblenzer Daniel Bauer (27), der über sich selbst sagt: „Auf dem Platz bin ich ein Drecksack! Das ist meine Aufgabe auf der Position vor der Abwehr. Da muss man provozieren und für Unruhe beim
Gegner sorgen."
Auch am Samstag (13.30 Uhr, Wabbel-Stadi-on) im Sachsen-Anhalt-Derby beim Halleschen FC! Bauer: „Wir stellen uns sicherlich nicht wie im letzten Jahr als Aufstiegsfavorit hin. Doch wir haben gesehen, dass in der Liga niemand besser ist, wir gehören zu den Topmannschaften."
Der HFC ist immerhin Tabellen-Zweiter. Bauer: „Wir haben die spielerische Qualität, unsere Offensive ist in einer SuperVerfassung. Wichtig ist, in Halle erst einmal gegenzuhalten, die Zweikämpfe zu gewinnen. Unser Ziel ist es, in der Tabelle wieder vor dem HFC zu stehen."
Mit harten, aber fairen Mitteln! Bauer: „Ich habe erst eine Gelbe, für mein Spiel ist das ziemlich wenig. In meiner Karriere habe ich aber auch noch nie Rot kassiert."

Bier-Krieg im Stadion entschieden

Der irre „Bier-Krieg" im Stadion des 1. FC Magdeburg - gestern hat das Landgericht entschieden, dass noch bis 30. Juni 2010 beide Caterer Bier und Würstchen verkaufen dürfen. Der neue Betreiber der Arena hatte dem alten Caterer aus Leipzig gekündigt (BILD berichtete). Der Leipziger pochte vor Gericht auf seine Verträge, bekam nun Recht.

Das Hochsicherheits-Spiel

Wer ist die Nummer eins in Sachsen-Anhalt?

Samstag (13.30 Uhr) empfängt der HFC den 1. FC Magdeburg. Zum letzten Mal im altehrwürdigen Kurt-Wabbel-Stadion (wird ab Sommer umgebaut). Und hoffentlich diesmal ohne Krawalle auf den Tribünen!
Einsatzführer Andrej Haufe (54) vom Polizeirevier Halle: „Wir tun alles dafür, dass es im Umfeld zu keinen Ausschreitungen kommt. Und wir werden dafür sorgen, dass die verhängten Stadionverbote und Platzverweise vor dem Wabbel-Stadi-on durchgesetzt werden."
Die Polizei marschiert mit mehreren Hundertschaften auf, zudem stellen HFC und FCM über zweihundert Ordner. Der Klub hat Alkoholverbot im Stadion verhängt (normalerweise wird Light-Bier ausgeschenkt), zudem sind Rucksäcke und große Transparente verboten. HFC-Sprecher Dörg Sitte (41): „Damit keine Pyrotechnik ins Stadion geschmuggelt wird." Und um Szenen wie beim letzten Derby zu verhindern: Damals ging eine HFC-Fanfahne in Flammen auf. Wegen der Spielunterbrechungen bekam der FCM eine Zuschauerbegrenzung auferlegt, der HFC musste 7500 Euro Strafe zahlen. Sitte: „Das wollen wir uns diesmal ersparen."

FCM sucht neuen Aufsichtsrat

Morgen wählt der FCM seinen neuen Aufsichtsrat! Michael Richter scheidet aus dem siebenköpfigen Kontrollgremium von Verein und Präsidium aus, da er seit Sommer als Sportdirektor tätig ist. Neun Kandidaten stellen sich zur Wahl, darunter drei mögliche Neue: Die beiden Unternehmer Thomas Mitrenga und Holger Pitsch, sowie Bankkaufmann und Fan Jörn Nebeling (Fanklub „Commando East Side").

FCM-Tüting " Tütet er auch den HFC ein ?

Von MICHAEL NOWACK
Schicksalsspiel, Charakterprüfung, Prestigeduell -Samstag (13.30 Uhr) steigt für den 1. FC Magdeburg das Spiel des Jahres. Nur mit einem Sieg beim Erzrivalen HFC zieht beim Aufstiegskandidaten (nur Rang 9) endlich Ruhe ein.

Für das Unternehmen „Versöhnung mit den eigenen Fans" braucht Trainer Steffen Baumgart (37) echte Kerle. Einen wie Regisseur Simon Tü-ting (22). Der Neuzugang aus Rostock ist rechtzeitig vorm Hammerkick in Halle in Topform. Sein Highlight beim 4:2 gegen Hannover: Der Um-die-Ecke-Zauberpass für Fuchs zum 2:1.
Tüting und seine genialen Momente können ein Spiel allein entscheiden. Tütet er Hannover auch Halle ein ?
Der 1,88 Meter-Schlacks hält sich zurück: „Ich weiß, was ich kann. Aber ich auch mein größter Kritiker. Vor allem defensiv bin ich mit mir noch nicht zufrieden. Ich bin noch längst nicht im Rhythmus."
Vielleicht liegt es daran, dass er seine stärkste Waffe, den linken Hammer, nach der Vorbereitungsphase eingemottet hat. Tüting: „Wird wohl Zeit, dass ich das Ding mal wieder auspacke."
Am besten gleich in Halle...

" 4:2 ! " FCM laufen die Fans weg

Von MICHAEL NOWACK
Der 1. FC Magdeburg hat wieder Blickkontakt zur Tabellenspitze, besiegte Hannover 96 II durch Tore von Fuchs (2) Racanel und Watzka 4:2.

Aber die Zuschauerzahlen bleiben bedrohlich im Keller. So wenige wie jetzt kamen zuletzt in der Saison 2006/2007. Der Schwund (Soll 8000, Ist 5880 im Schnitt) ist Quittung der Fans für die bisher verkorkste Saison.
Nur 5135 Fans sahen wie in Babelsberg einen FCM zwischen Genie und Wahnsinn. Genial die Offensive: Bauer kämpfte sich die Lunge aus dem Hals. Zuckerpässe von Racanel und Tüting sorgten für Gänsehaut. Dazu Chancen im Minutentakt.
Dafür trieb die Abwehr die Tribüne wieder an den Rand des Wahnsinns. Vor der Pause tobte das Chaos. Peinlich, wie Neumann und Prest um das 1:1 bettelten.
Trainer Steffen Baumgart fiel nach Abpfiff eine Zentnerlast von der Seele: „Wir haben heute eine ganze Menge
nicht richtig gemacht, aber gewonnen. Dieses Spiel hat mir gezeigt, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben. Wir müssen endlich diese Leichtsinnigkeiten abstellen. Heute hatten wir das Glück, dass wir dafür nicht bestraft wurden und gehen erleichtert nach Hause."
Präsident Volker Rehboldt sah es nicht ganz so kritisch: „Das war ein hoch verdienter Sieg, der wesentlich höher ausfallen musste. Wenn wir jetzt in Halle nachlegen, ist die Hütte auch wieder richtig voll."

Streich - Beim FCM wird Geld verbrannt

Von MICHAEL NOWACK

Knallerspiel der Regionalliga: Heute (13.30 Uhr) kommt Hannover II (Rang 2) zum 1.FC Magdeburg (Rang 11). Bei einer Klatsche droht dem selbsternannten Aufstiegskandidaten der Absturz in den Tabellenkeller.
Für Achim Streich (58) steht fest: „Magdeburg steht vor einem absoluten Schicksalsspiel. Wenn wir das in den Sand setzen, fahren wir nächste Woche als Deppen nach Halle und kassieren dort die nächste Demütigung."
Streich - FCM-Sturmlegende (229 Oberligatore) und DDR-Rekordnationalspieler (102 Spiele/55 Tore) - macht sich Sorgen um die Zukunft des Magdeburger Fußballs: „Unter der Woche, war zu hören, dass der FCM finanziell gesund ist. Doch wie lange noch? So positiv verrückt ist nicht mal der Magdeburger Fan, dass er Mittelmaß überJahre honoriert. Wenn jetzt keine Wende eintritt, spielen wir im neuen Stadion bald vor leeren Rängen. Und auch die Geduld der Sponsoren hat Grenzen."
Seine Vorwürfe an die Chefetage: „Seit Jahren wird Geld verbrannt. Dutzende neue Spieler wurden geholt. Die Mannschaft ist ewig im Findungsprozess. Wo soll da Stabilität herkommen? Und einen Mann wie Braham zu verschenken, war ein klarer Fehler. Der schießt jetzt für Aue die wichtigen Tore."
Seine Warnung: „Das Ausbleiben der Fans ist ein ernstzunehmendes Signal und Quittung für die Fehler, die gemacht wurden. Schluss mit den Durchhalteparolen, Magdeburg will endlich erfolgreichen Fußball sehen."
Streich, der nach seiner Hüft-OP wieder als Fachverkäufer in einem Magdeburger Sporthaus arbeitet, flüchtet sich in Galgenhumor: „Die Lage ist kritisch, aber nicht hoffnungslos...

Vujanovic - Schenken Fans einen Sieg

Von MICHAEL NOWACK

Morgen steigt der Knaller 1. FC Magdeburg gegen Hannover 96 II (13.30 Uhr, MDCC-Arena). Das Spiel der Gegensätze: Der beste Angriff der Liga (FCM: 14 Tore) gegen die beste Abwehr (3 Gegentore).
Wie will der FCM den Niedersachsen-Beton knacken?
Im Blickpunkt: Knipser Radovan Vujanovic (27). Er sagt: „Wir werden ihn durchbrechen. Nach der Babelsberg-Pleite, wo wir uns selbst besiegt haben, muss ein Sieg her. Dass sind wir unseren Fans schuldig."
Trifft sich gut, dass die Personalsorgen in der Offensive seit gestern
entschärft sind.
Trainer Steffen Baumgart über Lars Fuchs (27, Innenband) und Daniel Bauer (26, Prellung), die unter der Woche aus dem Training ausstiegen: „Beide würden sich eher ein Bein amputieren lassen, als nicht zu spielen."
Vujanovic (6 Tore) freut sich auf Sturmpartner Fuchs (4 Tore): „Wir kennen uns erst wenige Wochen, verstehen uns aber schon blendend. Das wollen wir auch gegen Hannover beweisen. Ganz wichtig für uns, dass wir uns vorm schweren Auswärtsspiel bei Erzfeind HFC eine ganz breite Brust holen."

Reboldt beruhigt die Magdeburg - Fans

Die sportliche Talfahrt des 1. FC Magdeburg - bei den Fans geht die Angst um, wie lange die Sponsoren das Theater noch mitmachen. Jedes Jahr redet der Klub vom Aufstieg, verbrennt aber nur Geld.
Verantwortlich dafür: Präsident Volker Reh bol dt (41). Wie ernst nimmt er die Existenzängste? Immerhin sieht er keinen Handlungsbedarf, auf die kritische Situation zu reagieren. „Ich bleibe dabei, dieser Trainer, diese Mannschaft haben unser Vertrauen. Wir ergreifen keine Maßnahmen."
Auch auf die Gefahr hin, dass der FCM in finanzielle Schieflage (Fanschwund, verärgerte Sponsoren) gerät?
Der Boss: „Be-fürchtungen hatten wir auch. Aber trotz Wirtschaftskrise und ausbleibendem sportlichen Erfolg ist die Realität anders. Das Produkt Fußball vermarktet sich in Magdeburg besser wie nie. Wir werden ein Rekordjahr haben, was die Anzahl der Geldgeber und die Höhe der Einnahmen angeht. Beim FCM braucht niemand Existenzangst haben."
Vorm Spiel gegen Hannover II (Samstag, 13.30 Uhr) meldeten sich Fuchs, Bauer (beide Knie), Siga (Risswunde) und Verkic (Syndesmoseband, OP droht) verletzt ab.

Baumgart - Wir haben Angst vorm Siegen

Michae NOWACK

Alarmstimmung beim
1.FC Magdeburg ! Schon nach 7 Spieltagen Fans eine Frage: Sind Trainer und Team überhaupt aufstiegsfähig ?I?

Die ernüchterner Fakten: Platz 11, Und 14:10 Tore. Steffen Baumgart (37) unter Druck .Seine Analyse: „Ich habe noch nie eine Mannschaft mit einem Zwiespalt zwischen Offensive und Defensive gesehen. Vorn spielen wir die Gegner an die Wand. Hinten legen wir uns die Dinger selbst rein."
Gnadenlos rechnet „Baumi" mit dem Abwehrverhalten von Prest, Bankert und Co ab: „Alle 10 Gegentore wären nie ohne unsere freundliche Unterstützung gefallen. Und es ist haarstäubend, dass wir in der letzten Viertelstunde schon 9 Punkte verschenkt haben. Im Umschalten auf Defensive sind wir im Moment nicht mal oberligatauglich."
Harte Worte gegen seine Versager! Aber wo kommt die Schlamperei her? Für den Trainer klar: „Mit Zaubern kommen wir in der Liga nicht weit. Wenn wir nicht lernen, Fußball zu leiden, treten wir auf der Stelle. Ich verlange, dass meine Spieler in den entscheidenden Momenten an die Schmerzgrenze gehen."
Für Baumgart besonders bitter -seine Truppe spielt richtig guten
Fußball, besiegt sich aber am Ende selbst. „Ich habe früher als Spieler dicke Eier bekommen, wenn wir geführt haben. Aber meine Mannschaft hat Angst vorm Siegen. Manchmal möchte ich mich selbst einwechseln, um den Jungs zu zeigen, wie man sich in kritischen Situationen verhält."
Speziell das Defensiv-Chaos von Babelsberg (2:3) will er den Spielern unter der Woche noch mal per Video unter die Nase reiben. „Jeder soll sehen, wie die Fehlerketten sind. Und erkennen, wie leicht es ist, gegen uns zu treffen."
Allerdings hat er den Aufstieg nicht abgeschrieben! Auf die Forderung von Boss Volker Rehboldt (41), die nächsten 3 Spiele (Hannover, beim HFC, Goslar) zu gewinnen, sagt Baumgart: „Wir können jeden schlagen, auch auswärts den HFC. Dann sind wir wieder vorn mit dran." Und die Fans versöhnt ...

FCM Krise - Bosse bleiben ruhig

Nach der 2:3-Nieder-lage von Babelsberg hat der 1. FC Magdeburg ein Problem. Sportdirektor Michael Richter: „Es ist nicht akzeptabel, dass wir
als Aufstiegskandidat in 7 Spielen 12 Punkte verschenken." Trotzdem sieht Präsident Volker Rehboldt keinen Handlungsbedarf. Unterschätzt er die Lage? Rehboldt: „Auch wenn's doof klingt. Wir sehen seit 3 Spielen Topleistungen. Deshalb sind von uns keine Maßnahmen geplant."

Baumgart will Spielern ins Gesicht schreien

Von MICHAEL NOWACK

Nach der bitteren 2:3-Klatsche von Babelsberg droht dem 1.FC Magdeburg das sportliche Chaos. Der selbsternannte Aufstiegskandidat versinkt im Mittelmaß!

Dabei hatten sie in Babelsberg gezaubert (Fuchs, Vujanovic), geackert (Racanel überragend) und verdient zweimal (1:0, 2:1) geführt. „Doch am Ende haben wir uns selbst besiegt", stöhnte ein verzweifelter Radovan Vujanovic.
Das Problem: Wer aus gefühlten 75 Prozent Ballbesitz (I.Halbzeit) kein Tor macht und schwache Babelsberger zum Toreschießen einlädt (Bankert, Prest), hat den Sieg nicht verdient. Trainer Steffen Baumgart fassungslos: ..Ich begreife nicht, wieso nach jeder Führung ein Zittern durch das Team geht. Wir hätten uns an unserer guten Leistung berauschen müssen. Stattdessen kosten uns wenige Sekunden Unkonzentriertheit den Sieg."
Begräbnisstimmung auf der Rückfahrt! Wie kann „Baumi" die Truppe wiederaufrichten? „Ich möchte sie so gern anbrüllen, ihnen ins Gesicht schreien, dass sie Versager sind. Aber das kann ich nach diesem Auftritt nicht. Es * hat fast . alles gestimmt, nur das Ergebnis nicht."

Rehbold-Fans auf unsere Seite bringen

Der 1. FC Magdeburg heute ; (13.30 Uhr) bei i Babelsberg 03. Vorm Topspiel sind sich Trainer und Team einig: Nach zwei Siegen mit neun Toren soll die Positivserie ausgebaut werden (BILD berichtete).

Die Sie-gesschwüre hört Boss Volker Reh-boldt (41) gern. Denn wenn die Zuschauer ausbleibt, droht dem Klub ein riesiges Finanzloch.
Der FCM plante die Saison mit 8000 Fans pro Heimspiel. Aber durch den verkorksten Saisonstart kamen bisher im Schnitt nur 6100. Macht pro Spiel einen Verlust von ca. 15000 Euro Einnahmen. Auf die Saison hochgerechnet wären das 255 000 Euro.
Rehboldt: „Wir haben hier den Beweis, wie eng sportliche Leistung und Fantreue zusammengehören. Auch eine Fußballstadt wie Magdeburg bleibt davon nicht verschont."
Alarmglocken läuten beim Präsidenten noch nicht. Er fordert: „Wir müssen die Fans wieder auf unsere Seite bringen. Das geht nur, wenn die ehrliche und erfolgreiche Arbeit sehen. Bestätigen wir die zuletzt gezeigten Leistungen, wird das eine Signalwirkung bei den Fans haben." Eine Niederlage aber auch...

Vujanovic macht mehr als 20 Saison-Tore

Von MICHAEL NOWACK

9 Treffer in 2 Spielen! Morgen (13.30 Uhr) muss der beste Sturm der Liga nach Babelsberg. Geht die Tor-Orgie des 1. FC Magdeburg weiter?
„Warum nicht! Wir erarbeiten uns in jedem Spiel viele Chancen. Machen wir die rein, werden wir die ganze Saison jubeln. Ich bin fest überzeugt, dass wir aufsteigen", sagt Radovan Vujanovic, der mit 6 Toren der Topscorer der Liga ist.
Er weiß auch, dass Babenberg ein direkter Aufstiegskonkurrent ist. „Umso wichtiger, dass wir in einem 6-Punkte-Spiel nicht versagen. Wir haben Selbstvertrauen getankt."
Wie groß das ist, zeigt sein Kollege Maximilian Watzka: „Rado hat letzte Saison 20 Tore gemacht. So, wie wir drauf sind, prophezeie ich, dass es in der Saison noch mehr werden."
Starke Sprüche nach starken Leistungen. Vujanovics Antwort: „Als Stürmer strebst du immer nach Mehr. Aber wenn wir auf-
steigen und ich weniger Tore auf dem Konto habe, kann ich damit gut leben."
Die Euphorie der Abteilung Attacke kann Trainer Steffen Baumgart nicht ganz teilen: „Es wird ein enges Spiel."

Baumgart schützt Tischer

Babelsberg 03 gegen 1. FC Magdeburg - Samstag (13.30 Uhr) steigt das Duell der Aufstiegsfavoriten!
Und FCM-Trainer Steffen Baumgart (37) ist genervt! Es geht um Keeper Matthias Tischer (23). Der sah zuletzt beim zwischenzeitlichen 1:1 (Endergebnis 5:2) gegen Wilhelmshaven nicht gut aus.
Baumgart: „Es ist nicht okay, dass alle danach mit dem Finger auf ihn zeigten. Jeder Spieler hat bei mir das Recht, Fehler zu machen." Damit reagiert er auf Fanrufe, die Publikumsliebling Christian Beer (28) ins Tor zurückfor-
derten! „Für mich ist entscheidend, wie jemand auf Fehler reagiert. Tischer hat sofort auf Ruhe umgeschaltet, heikle Situationen entschärft und sogar blitzschnell einen Konter eingeleitet, der zum Tor führte", so „Baumi". Und dann sein Bekenntnis zu Tischer: „Er bleibt im Tor, basta!"
Er hat aber auch andere Sorgen! Die Grippewelle ist ins Team geschwappt. Die Abwehrspieler Zander und Probst hat es am schlimmsten erwischt. „In Babelsberg muss jeder Spieler 100 Prozent geben können. Wir hoffen, sie mit Vitamin-Cocktails hinzukriegen."

Watzka macht Baumgart glücklich

Nach verkorkstem Saisonauftakt ist der 1. FC Magdeburg wieder auf Kurs, hat Anschluss zur Tabellenspitze. Die Leistungs-Explosion machten die FCM-Fans an einem Spieler fest: Sie wählten Maximilian Watzka (23) zweimal in Folge zum Spieler des Tages.
Der Außenbahnflitzer sieht das nach zwei Topauftritten (9:3 Tore) in Plauen und gegen Wilhelmshaven etwas anders: „Ich denke, dass sich jeder Einzelne nach vorn entwickelt hat." Dabei hatte man der Truppe noch vor 2 Wochen die Aufstiegsfähigkeit abgesprochen.
Watzka: „Viele haben an uns gezweifelt, nur wir haben an uns geglaubt. Detzt wissen wir, wie siegen geht."
Trainer Steffen Baumgart (37): „Natürlich hat er einen großen Anteil an der Steigerung des Teams. Aber von einer Explosion will ich nicht reden. Dafür reichen zwei überzeugende Siege längst nicht aus.

Drei Tore pro Spiel sind drin

Das 5:2 gegen Wilhelmshaven gibt dem FCM neue Hoffnung im Aufstiegskampf! Mit Watzka (2), Vujanovic, Fuchs und Verkic sorgten vier Spieler für fünf Treffer.
Trainer Steffen Baumgart: „Es ist gut zu sehen, dass wir in der Offensive schwer ausrechenbar sind, sich die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt."
Mit 12 Toren in 6 Spielen hat Magdeburg momentan die offensivstärkste Mannschaft der Regionalliga Nord.
Baumgart: „Da, aber bei den Gegentoren bewegen wir uns leider im unteren Mittelfeld." 7 Treffer erzielten bislang die gegenerischen Teams. „Damit es für oben reicht, brauchen wir neben einer guten Offensive auch die stärkste Defensive."
Das Torverhältnis - ein hausgemachtes „Problem". Baumgart: „Das hat damit zu tun, dass wir insgesamt so offensiv ausgerichtet sind. Wir haben die Qualität, in jedem Spiel zwei, drei Tore zu machen. Jetzt müssen wir nur noch das richtige Gleichgewicht finden"

Magdeburg träumt wieder vom Aufstieg

Von RONNY HARTMANN

Mit 9 Toren in 2 Spielen ballert sich der FCM auf Regionalliga-Platz 6. Und darf wieder vom Aufstieg träumen...
Nach dem 4:1 in Plauen deklassiert Magdeburg gestern auch den SV Wilhelmshaven 5:2 (2:1). Die 5749 Fans können schon nach wenigen Sekunden jubeln. Neuzugang Lars Fuchs (aus ]ena) bringt den FCM per Kopf in Führung - 1:0 (2.)
Doch die Freude währt nicht lange: Als Torwart Matthias Tischer eine Gäste-Flanke nicht energisch genug aus dem Strafraum faustet, steht Wilhelmshavens Max Wegner mutterseelenallein vor dem FCM-Gehäuse und schädelt zum Ausgleich ein - 1:1 (9.).
Der Aufwecker für den FCM!
Danach stürmt nur noch der Gastgeber, geht erneut in Führung. Mit einem Lehrbuch-Konter über Torwart Tischer, Radovan Vujanovic und Fuchs, der von links auf Maximilian Watzka flankt. Der Mittelfeldmann muss nur noch den Fuß hinhalten - 2:1 (24).
Trainer Steffen Baumgart (37): „Mit der Offensive kann man zufrieden sein. Wir hatten genug Möglichkeiten, den Sack schon früh zuzumachen."
Stimmt! Vujanovic (20.), Tüting (26/45.) und Racanel (44.) lassen bis zur Halbzeit weitere Riesenchancen ungenutzt.
Doch auch nach der Pause legt der FCM gegen harmlose Wilhelmshavener nach: Watzka staubt nach einem Vujanovic-Pfostenschuss ab - 3:1 (55). Zwanzig Minuten später macht Vujanovic sein sechstes Saisontor 4:1 (75.). Den Schlusspunkt setzt Einwechsler Marko Verkic - 5:2 (90.), nachdem Sebastian Huke zwischenzeitlich noch mal auf 2:4 (84.) verkürzt hatte.
Baumgart: „Man darf das 5:2 nicht überbewerten. Das war nicht mehr und nicht weniger als ein Pflichtsieg, der ja in Magdeburg in jedem Spiel verlangt wird."

Magdeburg ehrt kult-Trainer mit Heinz Krügel Platz

Große Ehre für FCM-Trai-nertegende Heinz Krügel (|87)! Seit gestern trägt Magdeburgs Stadion die Postanschrift Heinz-Krü-gel-Platz 1.
Vorm Heimspiel gegen Wilhelmshaven enthüllte Krügel-Witwe Else mit OB Lutz Trümper (SPD) ein Straßenschild, mit dem Krügel posthum für gewürdigt wird. FCM-Boss Volker Rehboldt (41): „So bekommt Heinz Krügel die Wertschätzung, die ihm zusteht."
Der am 27. Oktober 2008 verstorbene Kulttrainer hatte den FCM während seiner Amtszeit zu 3 DDR-Meistertiteln (1972, ,1974, ,1975) geführt. Unsterblich machte ihn der Final-Erfolg im Europapokal der Pokalsieger. Am 8. Mai 1974 gewann der FCM in Rotterdam 2:0 gegen AC Milan, der größte Erfolg des DDR-Vereinsfußballs.
EC-Held Helmut Gaube (63): „Das hat er verdient, so bleibt er unvergessen. Ich hätte es jedoch schöner gefunden, wenn er diese Ehre zu Lebzeiten erfahren hätte

FCM Boss fordert den nächsten Sieg

Nach dem ersten Saisonsieg (4:1 in Plauen) muss der Regionalliga-Neunte 1. FC Magdeburg morgen (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen Wilhelmshaven (16.) nachlegen.
„Es gibt einen ganz klaren Auftrag: den nächsten Sieg", fordert Präsident Volker Reh-boldt (41).
FCM-Legende Wolfgang „Maxe" Steinbach (54), der heutige Wilhelmshaven Trainer, hält dagegen: „Magdeburg ist hoher Favorit. Aber wir
wollen einen Punkt."
Punktgewinn, oder „kalte Dusche" wie am 3. Mai? Da verlor Steinbachs Elf erst 0:1, danach regnete sein Mercedes-Cabrio voll, das er offen gelassen hatte (BILD berichtete). „Diesmal fahre ich im Bus mit", lacht Steinbach.
• Sonntag (12.30 Uhr) wird vorm Stadion der Heinz-Krügel-Platz eingeweiht - zu Ehren des 2008 verstorbenen Kulttrainers, der den FCM 1974 zum Eurocupsieg führte,

Dieser Tor-Fuchs macht dem FCM tierisch Spaß

Von RQMY. HARTMANN

Ein „tierischer Wechsel" bringt dem 1. FC Magdeburg
Spaß:
Lars Fuchs (27) wurde kurz vor Transfer-Schluss als Sturm-Ersatz für Denis Wolf (26) geholt. Bei seinem 3. Regionalliga-Einsatz traf der Neu-Zu-gang aus Jena zum wichtigen 1:1-Ausgleich in Plauen (4:1), bereitete das 2:1 (Vujanovic vor.
„Ich bin froh, dass es so schnell mit einem Tor geklappt hat und wir endlich gewonnen haben", strahlte der Tor-Fuchs.
Dabei war der 1,75 m große Offensivmann erst elf Tage zuvor verpflichtet worden - eine Notlösung, weil Sommerein-kauf Denis Wolf (26, Erfurt) nach seiner Sprunggelenk-OP bis zur Winterpause ausfällt.
Für Fuchs ein Glücksfall, denn bei Carl Zeiss Jena hatte er keine Perspektive mehr. In Magdeburg ist er Stammspieler. Fuchs: „Mit dem FCM sehe ich die Chance, diese Saison in Liga 3 zu kommen. Dafür müssen wir Sonntag gegen Wilhelmshaven nachlegen."
Hat der FCM nach zuvor vier sieglosen Spielen endlich die Wende geschafft? Fuchs: „Die ersten Partien sind doch kein Gradmesser. In der Saison 2004/2005 habe ich mit Braunschweig eine ähnliche Situation erlebt. Da hatten wir nach fünf Spieltagen noch keinen Sieg, und sind am Ende in die 2. Liga aufgestiegen."

Vujanovic erlöst FCM

Von RONNY HARTMANN und SÖREN FIEDLER

Held des Abends: Radovan Vujanovic (27). Der Kapitän schießt die Vogtländer vor 1479 Zuschauern mit einem Dreierpack fast im Alleingang ab. Der FCM nach fünf sieglosen Spielen im Freudentaumel!
Vujanovic: „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt und mutig gespielt. Ich freue mich vor allem für unsere Fans."
Doch den 400 mitgereisten FCM-Anhängern stockt aber erst der Atem. Bachmann bringt Plauen in Führung, nutzte eiskalt einen Stellungsfehler in der Gäste-Abwehr (2.). Glück für den FCM: Bachmann hätte vier Minuten später noch das 2:0 machen können, sein Schuss geht weit übers Tor. Ein Wachschuss für den FCM!
Jetzt drehen die Gäste auf. Neuzugang Lars Fuchs (kam aus Jena) macht den Ausgleich mit einem sehenswerten Drehschuss aus 7 m - 1:1 (7.).
Dann beginnt die Vujanovic-Gala! Sein 1. Streich: Aus halblinker Position trifft er mit links, sein Schuss aus 8 m wird noch abgefälscht (31.). 2. Streich: Der Osi-Serbe nutzt einen katastrophalen Patzer von Plauens Wendler und jagt die Kugel aus Nahdistanz ins Netz (37.). Und der 3. Streich: Da reicht ein Kullerball aus 5 Metern, als er völlig freistehend und ungehindert zum Schuss kommt (47.).
Vujanovic: „Irgendwie liegt mir Plauen. Da habe ich letzte Saison schon zweimal getroffen, jetzt der Dreierpack, einfach super."
Für Magdeburgs Stürmer waren es die Saisontreffer drei bis fünf, damit führt er die Torschützenliste der Regionalliga an.
Der Tor-Held: „Das sieht zwar schön aus. Aber mir wäre es lieber, wenn die Mannschaft ganz oben stehen würde." Kriegt der FCM jetzt einen Lauf, kann das ganz schnell gehen .Am Sonntag kommt Wilhelmshaven .Und vielleicht gibt es da schon dienächste Vujanovic-Gala .

0:2 Rückstand war möglich

Von RONNY HARTMANN

Steffen Baumgart (37) war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Seine Truppe kletterte von Rang 13 auf 9 (6 Punkte).
BILD: War das endlich der Befreiungsschlag? Baumgart: „Jeder weiß, wie wichtig das war. Aber wir müssen jetzt nicht in Euphorie ausbrechen, denn es ist noch genug zu tun. Mich ärgert, dass wir mit viel Pech schon nach drei Minuten hätten 0:2 zurückliegen können. Es wäre das Schlimmste, sich vom deutlichen Ergebnis blenden zu lassen."
BILD: Doch die Mannschaft meldete sich nach dem Rückstand eindrucksvoll zurück...
Baumgart:
„Ich bin froh, dass die Führungsspieler wie Bauer, Vujanovic, Prest oder Neümann nach dem Rückstand sofort das Heft in die Hand genommen und die Leute mitgezogen haben. Auch Tischer hat im Tor eine sehr gute Leistung gezeigt. So haben die Jungs gesehen, was passiert, wenn sie nicht von Beginn an laufen."
BILD: Und noch ein Satz zur Vujanovic-Gala.
Baumgart:
„Ich hoffe, dass Vujo nicht nur in Plauen trifft, sondern auch in den nächsten Wochen so weiter macht."

Befreiung oder Abstiegssumpf

Gegen den Tabellen-Vorletzten VFC Plauen gibt es für den 1. FC Magdeburg heute (18.30 Uhr. Vogtlandstadion) nur eine Pflicht: Im 5. Saisonspiel muss endlich der erste Sieg her. Bei einer erneuten Pleite steckt der FCM selbst im Abstiegssumpf.
Trainer Steffen Baumgart (37): „Plauen ist eine kompakte und spielstarke Mannschaft. Es geht für beide um eine ganze Menge." Nach nur drei Unentschieden rutschten die Magdeburger immer weiter ab. Dabei gehört die Truppe von Trainer Baumgart laut seinem Plauener Kollegen Herrmann Andreev eigentlich weiter nach oben. Ganz nach oben!
Andreev: „Der FCM ist eine spielstarke Traditionsmannschaft, die an die Tabellenspitze gehört."
Schuldzuweisungen hat es für den unglücklichen Ausgleich in der Nachspielzeit am Sonnabend gegen Hansa II nicht gegeben.
Abwehrspieler Christian Prest: „Wir gewinnen und verlieren zusammen. Wichtig ist, dass wir nun in Plauen endlich den Bock umstoßen. Wir müssen endlich die Fehler hinten abstellen und vorne treffen."

Vujanovic " Wir haben keine Zeit mehr "

Wer hätte das gedacht? 1. FC Magdeburg beim VFC Plauen - eigentlich eine klare Angelegenheit zwischen Aufstiegskandidat und dem Fast-Absteiger der Vorsaison. Doch morgen (18.30 Uhr) treffen sich beide Klubs zum Kellerduell!
Im Vogtlandstadion hatte Steffen Baumgart (37) vor genau 142 Tagen seinen ersten Regionalliga-Einsatz als Magdeburger Trainer, holte einen 4:3-Sieg.
Gelingt an gleicher Stätte endlich der Befreiungsschlag?
„Man kann nicht über 90 Minuten absoluten Powerfußball zeigen, aber wir müssen endlich bis zum Ende konzentriert durchspielen", fordert Kapitän Radovan Vujanovic (27).
Denn in den Schlussminuten verlor der FCM schon dreimal sicher geglaubte Punkte: in Lübeck (1:1/ 82.), bei Türkiyemspor (0:1/ 85.) und zuletzt gegen Rostock II (2:2/ 90.). „Man kann niemandem einen Vorwurf machen", so der Stürmer (2 Saisontore). „Gegen Hansa haben wir wieder richtig gekämpft, und nur so kommen wir zum Erfolg. Es sind noch 30 Runden in dieser Saison, aber wir müssen jetzt anfangen, Punkte zu sammeln. Wir haben keine Zeit mehr."