Von R,HARTMANN
Baut der FCM morgen (13.30 Uhr) im Topspiel beim CFC seine Serie von zuletzt 5 Partien ohne Pleite aus? An den Fans wird's nicht liegen...
Ultras & Fanprojekt riefen die ..Operation FRÖSI" - nach der gleichnamigen DDR-Pionierzeitschrift („Fröhlich sein und singen") - ins Leben. 700 Fans fahren per Zug in Eigenverantwortung zum Auswärtsspiel. In Abstimmung mit Bundespolizei, Deutscher Bahn und Verein, aber komplett OHNE Polizeibegleitung. Nur 5 Fankontakt-Beamte sind dabei, Ultras sorgen für eigene Ordner.
Dens Janeck (44) iyom FCM-Fanprojekt: lEs funktioniert nur, wenn es von allen Jans mitgetragen wird. Polizei und Bahn wollen ebenso raus ous der Spirale der Gewalt." FCM-Boss Volker Rehboldt (41): ftFür unsere Fans ist das eine einmalige Chance." Auch in Hinblick auf die aktuelle Gewalt-Diskussion im deutschen Fußball...
An den ersten 10 Spieltagen kassierte der FCM bis auf eine Ausnahme (0:0 gegen HSV II) in jeder Partie Gegentore, insgesamt schon 14 Buden. Erst in den letzten beiden Partien gewann Magdeburg gegen die Reserven von St. Pauli und Hertha BSC jeweils 3:0.
Hält die Serie Sonntag (13.30 Uhr) beim CFC?
„Die ganze Mannschaft arbeitet mittlerweile besser nach hinten, bei Standards stehen wir gut und das gibt auch dem Torwart mehr Sicherheit" freut sich Matthias Tischer
Der Stammkeeper: „Die letzten Spiele gefallen mir gut, vor allem, weil ich de nicht hinter mich greifer musste."
Was muss der FCM dafür tun? Tischen „Chemnitz spielt einen relativ einfachen, schnorkellosen Fußball. Die kommen meist über Außen. Unspektakulär! Meine kopfballstarken Vorderleute müssen also in der Mitte sehr präsent sein
Von RONNY HARTMANN
Tobias Friebertshäuser (22) ist wieder da! Das FCM-Eigengewächs steht kurz vor der Rückkehr zum 1. FC Magdeburg! Der Defensivmann war schon im Juni beim Klub im Gespräch (BILD berichtete), trainiert jetzt mit.
Friebertshäuser zurückhaltend: „Ich hatte gute Gespräche mit Sportdirektor Michael Richter und hoffe, dass es noch in dieser Woche Positives zu vermelden gibt. Für den Club würde ich auch finanzielle Einschnitte hinnehmen."Doch BILD erfuhr, dass in dieser Woche bereits ein Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben wurde...
Nach siebenjähriger FCM-Ausbildung kickte er in der Vorsaison bei Süd-Regionalligist SSV Reutlingen, hatte im Sommer sogar ein neues Angebot. Doch er lehnte ab, ist seit Juli arbeitslos...
Warum? Friebertshäuser: „Ich war in Reutlingen Stammspieler, aber ich hatte das Vertrauen verloren. Dort waren sie immer mit drei Monaten in Gehaltsrückstand."
Hinzu kam Heimweh! „Meine Familie und meine Freundin Natalie leben hier , so Friebe .
Von MICHAEL„NOWACK
„Wer Spaß am Fußball hat, der schießt auch Tore", sagt Lars Fuchs (27).
Sieben hat der Neue für den 1. FC Magdeburg schon gemacht. Sein Trainer Steffen Baumgart (37): „Lars ist für uns ein echter Glücksfall."
Glück hat Fuchs lange vermisst. „Zuletzt in ]ena ging ich durch die Hölle. Ich wurde vom Training ausgesperrt, durfte zum Schluss nicht mal mehr die Kabine betreten. Dabei hatte ich mir nie was zu Schulden kommen lassen."
Jetzt blickt der Zerspannungs-Mechaniker und studierte Sportmanager nur noch nach vorn: „Hier in Magdeburg ist alles anders, es geht professionell, zugleich auch familiär zu. So glücklich war ich lange nicht. Und nächste Woche wird etwas passieren, was mich hoffentlich noch stärker macht."
Er wird mit Gattin Anita und Sohn Ben (2) in Braunschweig in eine gemeinsame Wohnung ziehen. Fuchs: „Sie sind das wichtigste in meinem Leben. Ich habe sehr gelitten, als wir während meiner Zeit in Osnabrück und Jena getrennt waren."
Senkrechtstarter Fuchs! Er trat ein schweres Erbe an, sollte Najeh Braham (33, Aue) ersetzen. Er hat ihn längst vergessen lassen
Anflüge von internationalem Flair beim 3:0 über Hertha II. Das französische Fachblatt „France Football" hatte zwei Journalisten zum 1. FC Magdeburg geschickt. Und denen erzählte Präsident Volker Rehboldt (41) was vom Aufstieg in die 2. Liga.
Nur Klappern im Ausland, oder realisierbare Vision? Rehboldt, der die 2. Liga bisher zum Tabu-Thema erklärt hatte: „Nein, ich habe den Kollegen nur gesagt,was wir für machbar halten." Und was ist machbar? „Dass wir nach dem Aufstieg in die 3. Liga noch drei bis vier Jahre brauchen, um die 2. Liga zu erreichen."
Gibt eine Region, die den Handball-Bundesligisten SC Magdeburg und den FCM finanzieren muss, das überhaupt her? Davon ist der Boss überzeugt: „Unsere Philosophie, mit vielen kleinen Sponsoren einen gro-
ßen Etat aufzubauen, würde auch bis zur 2. Liga funktionieren. Doch da ist dann endgültig Schluss für den Magdeburger Fußball. Es sei denn, die SAP's, VW's oder Telekoms dieser Welt würden sich für uns interessieren."
Rehboldts Ausflug in die Zukunft muss erlaubt sein. Aber den Fans würde es schon reichen, wenn der FCM am Ende der Saison in die 3. Liga aufsteigt...
von M.Nowack
Unendlich lange 994 Minuten musste die Fangemeinde des 1. FC Magdeburg darauf warten. Beim 3:0 über Hertha BSC II hat es Simon Tüting (23) endlich getan. Der Regisseur, ausgestattet mit dem wohl härtesten Bums der Regionalliga, packte den linken Hammer aus, machte sein erstes Punktspieltor!
Ein Traumkracher aus 22 Metern, bei dem 6999 Fans kollektiv die Kinnlade runterfiel.
Irgendwie war auch Magie im Spiel. Heiko Horner (41) hatte alles vorausgesagt! Der Zeugwart: „Tüte knallt in Testspielen und beim Training fast die Netze durch. Es war nur eine Frage der Zeit, dass er auch in der Liga trifft. Beim Auflaufen habe ich ihm einen Klaps gegeben, ihm gesagt: ,lch weiß, heute bist du dran'."
Den magischen Treffer erklärt der Torschütze so: ..Der Watzka hat mir den Ball so schön quer gelegt, hat mich gezwungen, einfach abzuziehen. Da hat alles gestimmt."
Werden wir seine gefährlichste Waffe bald wieder sehen? Tüting: „Natürlich bin ich erleichtert, dass es endlich geklappt hat. Aber für mich ist es wichtiger, die Kritikpunkte des Trainers abzuarbeiten. Ich denke, dass ich meine Defensivarbeit verbessert habe."
von MIchael Nowack
Der 1.FC Magdeburg bleibt im AufstiegsGeschäft, bügelte gestern Herthas U23 überzeugend 3:0 (1:0) ab. Die Angst vor Berlins Torfabrik - zuletzt 7 Treffer gegen Meuselwitz war unbegrünst.Auch, wenn die Hauptstädter mit 3 Profis (Hartmann,Perdedaj, Radjabali) anreisten, bekamen sie in der MDCC-Arena kaum ein Bein auf die Erde.
Vor allem vor der Pause nicht! Von Beginn an machte der FCM mit gnadenlosem Pressing vorm Hertha-Strafraum die Gäste nervös. Bauer, nach seiner Rotsperre beim HFC wieder mit dabei, kurbelte mit Racanel und Watzka das Angriffspiel an. Fuchs (3.) hatte die erste Hundertprozentige. 60 Sekunden später war Tüting da, hämmerte aus 22 m zum 1:0 ein - was für ein Strich!
Danach hätte es böse werden können für Hertha:
- Fuchs trat 2 m vorm leeren Tor am Ball vorbei (8.).
- Hertha-Keeper Sobtzik parierte gegen Vujanovic (34.
- Glück, als Vujanovic aus 3 Metern nur das Außennetz traf (41.).
Gästecoach Karsten Heine wusch seiner Elf in der Kabine den Kopf, brachte mit Ojokojo-Sohn Torunarighp, jr. (60. für Knoll) noch einen frischen Stürmer. Die 6999 Zuschauer, darunter 9 (!) Hertha-Fans, merkten, der FCM brauchte Hilfe... ...und verwandelten die Arena in ein Tollhaus aus Schlachtgesängen. Mitten
hinein in Berlins Drangphase traf Fuchs per Sonntagsschuss - 2:0
(73:).
Berlin gab auf und Vujanovic wurde zur tragischen Figur, versiebte gleich drei „Riesen" (75., 78., 81.) Kollege Watzka machte es besser, traf aus 16 m zum 3:0 (85.).
Silvio Bankert erleichtert: „Ein ganz wichtiger Sieg gegen einen direkten Konkurrenten. Und das allerwichtigste war die Null."
Von MICHAEL Nowack
Endlich mal wieder ein Flutlicht-kracher! Heute (19.30 Uhr) kommt Hertha BSC II in die MDCC-Arena.
Kann der 1. FC Magdeburg die Torfabrik (zuletzt 7 Tore gegen Meuselwitz) aus der Hauptstadt stoppen?
Dabei im Mittelpunkt: Keeper Matthias Tischer (24): ..Herthas Torquote habe ich registriert. Angst macht sie mir nicht. Magdeburg ist nicht Meuselwitz. Gegen uns werden sie die Räume nicht bekommen. Wir spielen zu Hause und wollen gewinnen."
Wäre richtungsweisend. Beide Teams stehen mit 19 Punkten in Lauerstellung hinter Woltsburg, Babelsberg, Halle und Lübeck -und die haben alle schwere Auswärtshürden.
Trainer Steffen Baumgart: ..Ein enorm wichtiges Spiel, bei dem wir viel Boden in der Tabelle gewinnen können. Aber bei dem wir auch gehörig auf die Nase fallen könnten."
Um das zu verhindern, mahnt er seine Mannschaft: „Wenn man Hertha lasst, spielen die sich in einen Rausch. Das können wir nur unterbinden, wenn wir die selbst unter Druck setzen. Ich gehe davon aus, dass wir alle nach Abpfiff gut gelaunt ins VIP-Zelt einrücken."
Da gibt der FCM eine Party für über 200 Sponsoren...
Kehrt Tobias Frie-bertshäuser (21) zum 1. FC Magdeburg zurück? Der
defensive Mittelfeldspieler, bis Ende der letzten Saison beim SSV Reutlingen unter Vertrag, war gestern beim Training dabei.
Trainer Baumgart: „Erst mal nur, um sich fit zu halten. Aber wir denken auch über die Möglichkeit nach, ihn zu verpflichten. Friebe ist universell einsetzbar. Allerdings sind die Finanzen nicht geklärt."Friebertshäuser war beim SSV Stammspieler, sollte seinen Vertrag verlängern. Doch er lehnte das Angebot ab, ist seit Juli arbeitslos...
Von MICHAEL NOWACK
Dienstagabend, am Rande des 9:0-Tests in Vechelde, trafen sich Präsident Volker Rehboldt, Sportdirektor Michael Richter und Trainer Steffen Baumgart, um eine Frage zu klären. Was muss in der Winterpause passieren, damit es endlich mit dem Aufstieg klappt?
Zentraler Punkt: Ein optimales Trainingslager. Der Sportdirektor: „Nach verkorkstem Saisonstart liegen wir endlich im Soll. Doch wenn wir alle Kräfte für die Rückrunde mobilisieren wollen, müssen wir uns die Grundlagen dafür in einem optimalen Trainings-
lager holen."
Sein Anforderungsprofil: „Super Trainingsbedingungen, qualitativ starke Gegner und verbindlich gutes Wetter. Wir prüfen derzeit Angebote aus Portugal und der Türkei."
Präsident Volker Rehboldt musste nicht lange überredet werden: „Wir wollen nichts dem Zufall überlassen, haben im Etat 20000 Euro für diesen Posten eingeplant." So viel wie noch nie.
Wird es noch Verstärkungen geben? „Definitiv nicht! Mit Stürmer Denis Wolf, der ja seit Saisonbeginn verletzt ist und zur Rückrunde wieder dabei sein wird, gibt es neue Konkurrenz", legt sich Richter fest
.Von MICHAEL..NOWACK
Neue Runde im Würstchen-Zoff beim 1. FC Magdeburg. Der Rechtstreit zwischen dem gekündigten Caterer „CCM" und dem Stadionbetreiber wurde an das Oberlandesgericht Naumburg verwiesen.
Hintergrund: FCM-Präsi-dent Volker Rehboldt hatte gegen das Urteil des Landgerichts Magdeburg Einspruch erhoben, dass ihn zu 30 000 Euro Strafe, ersatzweise 30 Tage Haft, verdonnert hatte, weil er CCM bei seiner Arbeit behindert haben soll.Manager Bernd Hofmann hatte während des Türkei-Urlaubs von Rehboldt geflunkert: „Wenn der Chef clever ist, geht er in den Knast. Dann spart der FCM eine Menge Geld."
Der Boss dazu: „Von der Tendenz her läuft der Rechtsstreit so, wie wir uns das vorstellen. Mehr kann ich zu diesem schwebenden Verfahren nicht sagen." Das Team testete gestern in Rehboldts Wohnort Vechelde bei Braunschweig, gewann beim Landes-Klassevertreter SV Arminia 9:0 (6.0). Tüting traf gleich dreimal.
Regionalligist 1. FC Magdeburg plant seine eigene „Englische Woche": Vor dem Flutlichtkracher am Freitag (19.30 Uhr) zuhause gegen Hertha BSC II, kickt der Club heute (19 Uhr) in einem Test beim SV Arminia Vechelde (Leistungsklasse Kreis Peine).
Warmschießen für Hertha II, die zuletzt Meuselwitz mit 7:3 abschössen?
„Nein", sagt FCM-Trainer Steffen Baumgart (37): „Für Berlin müssen wir uns nicht warm schießen, erstmal muss hinten die Null stehen. Für mich ist diese Partie ein richtiges Spitzenspiel, denn Hertha ist ein ähnliches Kaliber wie Tabellenführer Wolfsburg II."
Maximilian Watzka (23) sieht den Test deshalb als lockere Trainingseinheit. Der Mittelfeldmann: „Drei Tage vor dem Spieltag ist die Partie für uns ein schöne Abwechslung. Der Trainer kann durchwechseln und alle Dungs mal
spielen lassen. Und wir können uns in Angriff und Abwehr noch einmal zusätzlich Selbstbewusstsein holen."
Übrigens: Vechelde im Landkreis Braunschweig ist die Heimat von FCM-Boss Volker Rehboldt (41): „Keine Sorge, ich war nur der Vermittler. Wir spielen dort natürlich zur üblichen Freundschaftsspiel-Gage."
Souverän gespielt, 3:0 gegen St. Pauli II gewonnen - und doch bleibt nach Magdeburgs Auswärtssieg in Hamburg ein bitterer Beigeschmack. Weil ein paar Unbelehrbare am Millerntor Geld aus einer Kasse am Einlass geklaut hatten (BILD berichtete).
Hamburgs Organisations-Leiter Sven Brüx (43): „Das ist hier noch nie passiert, die Kassiererin war in Tränen aufgelöst. Die Polizei ermittelt."
Es waren 1488 Fans am Millerntor, davon rund 750 aus Magdeburg. Traurig, dass einige wenige den FCM in Verruf bringen. Pauli-II-Manager Hermann Klauck (74): „Erst am Montag wird der Betrag ermittelt, wenn wir nach der Abrechnung die Differenz haben."
Baumgart: „Vielleicht machen sich diejenigen am Wochenende einmal Gedanken und überlegen sich, das Geld einfach wieder nach Hamburg zurückzuschicken. Größe zeigt man, wenn man seinen Fehler wieder begradigt."
Von M. ACKERMANN
Endlich klappt's auch auswärts!
Magdeburgs Regionalliga-Kicker feiern den zweiten „Dreier" auf fremdem Platz im 6. Versuch. Im Hamburger Dauer-Regen gewinnen sie mit Dauer-Druck 3:0 bei St. Pauli II am Millerntor. Die Truppe von Trainer Steffen Baumgart ist jetzt schon Tabellen-Dritter.
„Wir haben das umgesetzt, was wir wollten", jubelt Baumgart. „Das 3:0 geht auch
in dieser Höhe in Ordnung. Obwohl wir unsere guten Tor-Chancen nicht immer genutzt haben."
Auf seine „Knipser" war aber Verlass. Radovan Vujanovic erzielte bereits sein 7. Saison-Tor (1:0/12.). Maximilian Watz-ka netzte schon zum 6. Mal ein (2:0/41.). Fürs 3:0 sorgte Marcel Probst (79.). Pauli-Trainer Jörn Großkopf: „Wir müssen uns bei Magdeburg fast noch bedanken, dass sie so gnädig zu uns waren."
Es gab aber auch Ärger: Mitglieder der Magdeburger Fan-Gruppierung „Ultras" sollen Geld geklaut haben. Paulis Organisationsleiter Sven Brüx: „Die haben vorm Spiel vor der Kasse ein künstliches Gedränge veranstaltet. Einer im grauen Pulli hat in dieser unübersichtlichen Situation dann in die Kasse gegriffen. Wie hoch der Betrag ist, steht noch nicht fest." Langfinger am Millerntor. Das verurteilt auch Baumgart: „Das ist mir richtig peinlich. Ich entschuldige mich im Namen des Vereins."
Der 1. FC Magdeburg hat Riesenzoff mit dem Bund der Steuerzahler. Der hatte den Fußballern vorgeworfen, sich über Steuergelder zu finanzieren.
Auszug aus dem Schwarzbuch 2009: „Die Regionalliga-Fußballer des 1. FC Magdeburg brauchen weder Miete noch Pacht für die Nutzung des Stadions zu bezahlen."
Manager Bernd Hofmann (41) platzt der Kragen: „Die Frage ist, wer Steuergelder verschwendet? In diesem Fall wohl der Bund der Steuerzahler. Der gibt das Geld seiner Mitglieder für falsche Recherchen aus.'
Er stellt klar: „Seit der Fertigstellung des neuen Stadions zahlen wir unsere Abgaben. In der aktuellen Saison sind es 1,07 Millionen Euro. Kein anderer Verein in der dritten oder vierten Liga hat so hohe Nutzungskosten für sein Stadion. Und ausgerechnet wir werden angeprangert. Eine Frechheit!
Von RONNY HARTMANN
Tradition gegen Kult -nach zwölftägiger Regionalliga-Pause muss der 1. FCM heute (17.30 Uhr) bei St. Pauli ran! Magdeburgs Mittelfeld-Motor Catalin Racanel (33) freut sich auf die Rückkehr ans Millerntor.
„Das wird ein heißer Tanz, die haben immer kampfstarke Teams", so der Rumäne, der dort von 2001 bis 2003 in Liga 1 und 2 (je 7 Einsätze) kickte. Racanel: „Ich freue mich auf das Wiedersehen, denn St. Pauli ist Kult, ein ganz besonderer Verein.
Obwohl ich mit Magdeburg lieber zwei Ligen höher gegen die erste Mannschaft gespielt hätte."
Doch bis dahin ist es noch ein longer Weg! St. Pauli ist seit vier Partien ungeschlagen, und Magdeburg bügelte mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen gerade erst den verpatzten Saisonstart gerade.
FCM-Trainer Steffen Baumgart (37) weiß: „Das wird ein schwieriger Auftritt, die haben nicht zufällig 1:0 gegen Spitzenreiter Wolfsburg gewonnen. Doch wir müssen punkten, wenn wir Druck auf die Konkurrenz ausüben wollen."
Drei Jahre nach der Eröffnung soll das Magdeburger Stadion aus dem marketingtechnischen Dornröschenschlaf geweckt werden.
Die neugegründete 1. FC Magdeburg Stadion- und Sportmarketing GmbH (SSG) ist das Herzstück der Vermarktung. Von den Gesamteinnahmen fließen jährlich über eine Million Euro an die Arena.
Veranstaltungschefin Stefanie Middendorf (28/Foto): „Mit 15 Logen und der Stadionkulisse bieten wir einen perfekten Ort für Veranstaltungen von 10 bis 400 Personen. Wir planen auch Groß-Events wie die KiKa-Sommertour 2010, oder das Finale der American-Football-Meisterschaft 2011."
Von
MICHAEL NOWACK
Sie waren fast eine Stunde dran, doch die Fußball-Mädels vom MFFC (2. Liga) verpassten die Sensation, verloren im DFB-Pokal 1:4 (1:1) gegen Bundesligist Essen Schönebeck.
Nach Abpfiff Trauerstimmung in der Kabine. Teamsprecherin Elfie Wuttke: „Alle waren den Tränen nah. Aber keine von uns muss sich schämen."
Sahen 500 Fans in der MDCC-Arena auch so. Die 1:0-Führung der Gäste (10., Goddard) weckte Magdeburg auf. Die Amateur-Mädels, im richtigen Leben Polizistinnen, Schülerinnen oder Jurastudentinnen, setzten den Topfavoriten unter Druck. Der Ausgleich fällt in der 38. Minute. Mit einem Super-pass schickt Stefanie Mücke Kollegin Isabelle Knipp auf die Reise. Und die vollendet eiskalt gegen Essens Keeperin Weiss - 1:1.
Doch nach der Pause schleichen sich viele ehler ein, die der Bundesligist durch Hoffmann (56., 88.) und Goddard (66.) brutal bestraft. Eine war besonders traurig. U20-Nationaltorfrau Almuth Schult war beste Spielerin auf dem Platz, hielt ihr Team mit sensationellen Reaktionen lange im Rennen. Die WM-Dritte von 2008: „Die Niederlage ist zu hoch ausgefallen."
Der Würstchen-Zoff beim 1. FC Magdeburg. Das Landgericht verdonnerte den Club zu 30 000 Euro Strafe, ersatzweise 30 Tage Haft für Präsident Volker Rehboldt. Der hatte den Caterer CCM in seiner Arbeit behindert. Nächster Gerichtstermin: 24. November. Da soll geklärt werden, ob die Kündigung des Stadionbetreibers gegen CCM rechtskräftig ist. CCM will 375 000 Euro Entschädigung. Der Stadionbetreiber ca. 150000 Euro ausstehende Umsatzmiete.
Pokalknüller für unsere Fußball-Frauen vom Magdeburger FFC. Heute (16 Uhr, MDCC-Arena) empfängt der Zweitliga-Aufsteiger den Erstligisten SG Essen-Schönebeck in der 2. DFB-Pokalrunde!
Dafür darf die Truppe von Trainer Steffen Rau (39) vom Germer-Stadion in Magdeburgs neue 27 500-Zuschauer-Arena umziehen - und die große FCM-Kabine mit Flachbild-TV, Massageliege und Entmü-dungsbecken nutzen.
„Klasse! Schon wegen der tollen Arena wird das der Saison-Höhepunkt", freut sich Torjägerin Dania Schuster (20, 4 Saisontreffer).
Der 1. FC Magdeburg zwischen Pokal-Lust (11:0) und Punktspiel-Frust (nur Rang 6). Freitag (17.30 Uhr) geht's zu St. Pauli II. Der zweite Auswärtssieg muss her, um im Aufstiegsrennen zu bleiben.
Trainer Steffen Baumgart nimmt dafür, obwohl es im Pokal nur gegen einen Achtligis-ten ging, viel Optimismus mit: „Meine Mannschaft war bereit, sich gegen einen Kleinen zu quälen."
Aber in den Punktspielen setzte die wohl bestbezahlte Truppe der Liga bisher zu sehr auf ihre Klasse. Baumgart: „Genau das ist der Punkt. Es gibt kaum ein Team, dass uns fußballerisch gewachsen ist. Aber Können, Talent, gute Ausbildung sind nichts wert, wenn du nicht bereit bist, den einen Schritt mehr zu tun als der Gegner."
Qual, Schmerz, Kampf - Bau-mis Lieblingsworte fallen täglich. Wird Zeit, dass die Truppe sie auch begreift!
Von MICHAEL NOWACK
11:0 beim VfB 07 Klötze! Der 1. FC Magdeburg zündete im Pokal ein Tor-Feuerwerk. Nur einer konnte sich im Glanz nicht so richtig sonnen: Torhüter Christian Beer (28).
Der hatte im Juni, nach fast 10 Jahren, seine Nr. 1 an Matthias Tischer (24) verloren, stand zum ersten Mal wieder im Kasten. Und war gegen den Landesklasseauf-steiger arbeitslos. Seine Hoffnung, über den Pokal den Machtkampf neu anzuheizen, zerplatzte.
Publikumsliebling Beer: seit er die Nr.2 ist, ist er ganz still geworden. Trainer Steffen Baumgart (37): „Dass Beerchen im Moment nicht an die Öffentlichkeit geht, hat was mit seiner professionellen Einstellung zu tun. Und zeigt, dass er im Stillen den Kampf angenommen hat. Obwohl Tischer die Nr. 1 ist, steht Christian in der Teamhierarchie noch ganz weit vor ihm. Für ihn spricht auch, dass er trotz des Drucks seinem direkten Konkurrenten hilft, ihn bei der Entwicklung unterstützt."
Viel Lob für eine Nr. 2! Doch ob die jetzt wenigstens immer im Pokal spielen darf, lässt sein Trainer offen: „Da will ich mich nicht festlegen
David gegen Goliath - heute (15 Uhr) muss der VfB 07 Klötze (Landesklasse) im Pokal gegen den 1. FC Magdeburg ran. „Ich diskutiere nur über ein Weiterkommen und ein ganz klares Ergebnis", sagt FCM-Trainer Steffen Baumgart.
Der Regionalligist muss ohne Regisseur Simon Tüting (Patellasehne) spielen. Und „Baumi" gibt der „Zweiten Reihe" eine Chance, lässt Beer, Ga-ebler, Littmann und Matthias auflaufen.
„Ich habe Respekt vor Klötze, aber eine Sensation wird es nicht geben", ist Baumgart überzeugt. Allerdings: Zuletzt beim 2:1 gegen Aufsteiger Goslar hatten sich einige Überheblichkeiten eingeschlichen. Könnte der FCM in Klötze darüber stolpern?
Der Trainer:
„Wenn einige meinen, sie müssten weniger laufen, dünn brauchen sie sich nicht wundern, wenn sie Probleme kriegen. Auch gegen ein Team wie Klötze."
Im Tor des 1. FC Magdeburg steht eigentlich ein Mittelfeldspieler. Matthias Tischer (24) löste vor der Saison Christian Beer (28) als Nummer 1 ab.
Kurios, wie der neue Rückhalt des FCM zwischen die Pfosten kam. 1996 - der kleine „Matze" ist noch bei Preußen Magdeburg in der Offensivabteilung unterwegs, wird zum Sichtungstraining beim FCM eingeladen. Was da passiert, erzählt der Student (Lehramt Sport, Wirtschaft und Verwaltung) selbst: „Der Keeper war krank und ich musste rein. Die haben mich sofort als Torhüter verpflichtet"
Kurios auch, wie er nur Monate später Oliver Kahn kennenlernt. Der FC Bayern im Test beim FCM - weil die Sonne tiefsteht, verliert Kuhn den Durchblick, braucht eine Mütze. Balljunge Tischer hilft dem Weltstar, Bayern gewinnt 2;1. Tischer: „Der Titan mit meinem Basecap. Ich war der stolzeste Mensch unter den 15000 Fans."
Zurück in die Gegenwart! Wie schätzt er seine Leistung nach elf Pflichtspielen ein? „Ich bin sehr zufrieden, habe mir das über ]ahre hart erarbeitet. Schön, dass Fans und Kollegen hinter mir stehen."
und 1997 : Der elfjährige Nachwuchskeeper Tischer borgte Bayern Torwart Kahn seine FCM Mütze
Die Kleinstadt Klötze im Ausnahmezustand! Samstag (15 Uhr) kommt der 1. FC Magdeburg im Pokal zum VfB 07. Seit der Gründung im Jahre 1144 hat der 5100 Seelen-Ort kein so großes Sicherheitsaufgebot gesehen.
„Die Auflagen von Ordnungsamt, Polizei und Verband sind enorm", stöhnt 07-Geschäftsführer Peter Mücke (56). So viel Aufwand muss sich lohnen, oder? Mücke: „Ich will hier nicht die Pokalgesetze bemühen. Gegen Magdeburg sind wir als Landesklasseteam chancenlos." Sein Auftrag an Trainer Dirk Reichelt und Andreas Horn, den Kopf der Mannschaft: „Bloß nie zweistellig verlieren. Unser Wunschergebnis ist : 1:9!"
1500 Fans werden in der Altmark mindestens erwartet, wenn Klötze zum 2. Mal auf den FCM trifft. Im Jahre 1966 siegte Magdeburg im FDGB-Pokal 2:0...
Aktenzeichen 9 O 1286/09 und 9 O 1318/09 am Landgericht Magdeburg...
Seit Monaten tobt beim 1. FC Magdeburg ein gnadenloser Bier-und Würstchen-Streit!
Es geht um die Versorgung mit Speisen und Getränken in der MDCC-Arena ein lukratives Geschäft!
Das Problem: Die Stadion Magdeburg GmbH hatte der alten Firma „CCM" den Vertrag gekündigt und dafür die Firma „Hotel zum Lindenweiler" beauftragt. Der neue Caterer spült dem Club pro Saison rund 250 000 Euro in die Kasse.
CCM-Geschäftsführer Thomas Reiche ging deswegen im Sommer vor Gericht, klagte sich wieder in die Arena. Seitdem sind beide Konkurrenten für das Catering verantwortlich.
Aber auch für das Chaos! Beispiel: Konkurrent A schenkt an einen Fan ein Bier im Plastikbecher (Pfand 1 Euro) aus. Dazu gibt er ihm aber zehn leere Becher gratis mit, die der dann bei Konkurrent B gegen 1 Euro Pfand pro Becher zurücktauscht. Eine für gestern geplante außergerichtliche Einigung platzte. Der neue Stadionbetreiber bot eine Abfindung von 50000 Euro an, CCM fordert 200 000 Euro. Nächster Gerichtstermin: 13. Oktober,
Von MICHAEL NOWACK
„Das Abwehrverhalten war wieder eine Katastrophe. Der Trainer ist jetzt gefordert, die Truppe aufzuwecken", sagt Präsident Volker Rehboldt (41) nach dem 2:1-Duselsieg gegen Aufsteiger Goslar.
Schlafmützen-Alarm beim 1. FC Magdeburg!
Die Schnarcheinlagen in der Defensive könnten den Klub das Saisonziel Aufstieg kosten. Doch wie will Steffen Baumgart das Problem beheben?
Der Trainer hat er schon mehrmals getobt, gestreichelt und umgestellt (Littmann und Gaebler raus, Prest und Probst rein) - geändert hat sich auf Dauer nichts! „Das macht mich irre! Ich spreche das vor jedem Spiel an. Doch immer pennt ein anderer bei den Standard-Situationen. Vielleicht ändert sich das erst, wenn jeder mal dran war", sagt „Baumi" mit Galgenhumor.
Dann im Ernst: „Wir werden an dem Problem arbeiten. Fußball ist eine Reihenfolge erst Kampf, dann Spiel. Dieses Prinzip hat die Mannschaft in letzter Zeit verletzt, es haben sich Überheblichleiten eingeschlichen, die mich maßlos ärgern. Ich appelliere ans Gewissen der Spieler, das sofort abzustellen "
Von M. NOWACK und R. HARTMANN
5985 Fans kamen, um ein Schützenfest gegen Kellerkind Goslar zu sehen. Stattdessen erlebten sie einen 1. FC Magdeburg, der einen hauchdünnen 2:1-Sieg einfuhr. Und noch hauchdünner an einer Blamage vorbei schrammte.
Besonders peinlich die Schlussminuten! Die Tribüne betete, dass Schiri Stein endlich abpfeift. Trainer Steffen Baumgart musste sogar taktisch wechseln (89. Brendel für Racanel), weil der Underdog auf den Ausgleich drängte.
Außenbahnflitzer „Pippi" Neumann: „Wenn du die ganze Woche nur hörst, dass du die mindestens mit 4:0 weghauen musst, dann schleicht sich wohl eine unbewusste Überheblichkeit ein. Davon können wir uns nicht freisprechen."
Mit emotionslosem Schönwetter-Fußball kann man nicht einmal eine Schießbude (23 Gegentore) wie Goslar beeindrucken. Arbeitsverweigerung pur, wie sich die Abwehr beim 1:1-Ausgleich (33.) anstellte. Scheinpflug, umringt von 3 FCM-Kickern, konnte un-
bedingt einköpfen.
Trainer Baumgart: „Das war ein Dreckssieg, bei dem wir glücklich die Punkte mitnehmen. Ansonsten hat kaum was gestimmt."
Wenigstens hatte er ein glückliches Händchen. Denn „Baumi" hatte Zander für den gesperrten Bauer gebracht. Und der wurde noch dem 1:0 (29., Fuchs) -zum Matchwinner, machte per Bogenlampe das 2:1 (44.).
Sonntag (13.30 Uhr) kommt Kellerkind Goslar zum 1. FC Magdeburg. Die Fans diskutieren nur eine Frage: Wieviel kassiert die Schießbude aus dem Vorharz (bisher 21 Gegentore) diesmal?
FCM-Trainer Steffen Baumgart (37) hat andere Sorgen, muss „Rotsünder" Daniel Bauer (26) nuf der Sechser-Postion ersetzen. Ist seine Entscheidung schon gefallen? Baumi: „Mein Favorit ist Martin Zander. Vom Einsatz; und der Zweikampfführung ; her müsste ich ihn bringen."
Könnte aber auch eine i kleine Sensation geben, ; denn der Trainer spekuliert i noch auf Eigengewächs Moritz Instenberg (19): „Vielleicht habe ich den Mut."
Hat er auch den Mut, ein Schützenfest vorauszusagen? Baumgart: „Es ist ganz ! schwer, gegen ein Team zu spielen, dass viele schon abgeschrieben haben. Die sind j bisher unter Wert geschlagen worden."
Mildes Urteil für Magdeburgs „ohnmächtigen Rotsünder"! Vom DFB-Kontrollausschuss wurde Daniel Bauer (26) für zwei Regionalliga-Spiele gesperrt, darf mit dem FCM jedoch am 10. Oktober im Landespokal in Klötze ran.
Beim 1:1 in Halle hatte der Defensivspezialist wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit Rot gesehen. Bauer beteuerte aber, dass er nach einem Zusammenstoß zuvor kurzzeitig bewusstlos war. Bauer: „Die zuerst angesetzten vier Spiele Sperre wurden auf zwei reduziert. Damit ist die Pause zum Glück nicht allzu lang."
Manager Bernd Hof mann (41): „Ein Streitfall. Wir haben die Videos analysiert, doch es war leider nicht absolut eindeutig widerlegbar, dass seine Beine nicht zum Gegenspieler gehen."
Deshalb akzeptiert der FCM die Strafe! Hofmann: „Das ist schon das unterste Maß, normalerweise gibt es bei einer Tätlichkeit drei Spiele."
Denis Wolf 3
Stiefel 2
Daniel Bauer 1
1.Lübeck - FCM 0:2
2.FCM - HSV II 1: 1
3.Wilhelmshaven - FCM 0:3
4.FCM - Oberneuland 1:0
5.RB Leipzig - FCM
6.FCM - VfL Wolfsburg II
7.VFC Plauen - FCM
8.FCM - Hertha BSC II
9.Cottbus II - FCM
10. FCM - Meuselwitz
11.HFC - FCM
12. FCM - CFC
13.TSV Havelse - FCM
14.FCM -Türkiyemspor
15.Braunschweig II - FCM
16.FCM- H96 II
17.Kiel - FCM
1.1. FC Magdeburg 10
2.Chemnitzer FC 10
3.VfL Wolfsburg II 9
4.Holstein Kiel 9
5.Hallescher FC 8
6.VfB Lübeck 7
7.VFC Plauen 7
8.Hannover 96 II 7
9.RB Leipzig 6
10.TSV Havelse 6
11.E. Braunschweig II 4
12.Hertha BSC II 4
13.SV Wilhelmshaven 4
14.ZFC Meuselwitz 3
15.Hamburger SV II 2
16.Türkiyemspor Berlin 1
17.Energie Cottbus II 0
18.FC Oberneuland 0